ibeitnehlnern bezeichnete und im Sinne dieser Bestrebungen einer Anzahl Arbeiter mit 25 und mehr Dienstjahren Ehrenurkunden des Deutscheri Tabakvereins überreichte. Für die Gemeinde Rodheim a. d. B. sprach Pfarrer Vömel Grüße, Glückwünsche und Dank aus. Rodheim fühle sich mit dem Hause Gail besonders verbunden, da es der Sw der ältesten Fabrikfiliale und des Sommersitzes der Familie sei und den Damen des Hauses und der milden Hand des jetzigen Chefs viel zu verdanken habe. Er uries auf die sozialpolitischen Vorteile des von der Gießemcr Tabalindustrie einaefülyrten Filial- fabniksystems hin, das den Arbeiter bodenständig erhalte, und schloß mit einem hoch auf das Haus Gail. Bürgermeister Braun von Krofdorf übermittelte in gleich herzlicher Weise die Glückwünsche seiner Gemeinde, worauf Ober- konsistorialpräsident Rebel im Namen der Verwandten und Gäste warme Glück- und Segenswünsche aussprach. Zwei Rodheimer Arbeiterinnen übermittelten dann in gebundener Form Frau Geh. Kommerzienrat Gail ein sinniges An- yebiube, worauf der Vortrag zweier von Herrn Boller verfaßten Gedichte den rednerischen Teil des Tabes schloß. Da und dort ertönten von den Tischen der Arbeiterinnen dann hübsche Volks- und Vaterlandslieder, bis dann der Lanz begann, der alles in ungezwungener Fröhlichkeit lange zusammenhielt. — Die frohen Festtage des Hauses Gack sind jetzt vergangen und die Arbeit tritt wieder in ihr Recht Möge sie auch fernerhin für alle Beteiligten, für Stadt und Staat so erfolg- und segensreich sein wie seither.
Au- Siafct und Land.
Gienen, 30. Januar 1912.
* * Tageskalender für Dienstag, 30. Jan. Stabt« theater: „ Loklor Klaus*. Anfang 8 Uhr.
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* * Aus dem Militärwochenblatt. Zu Oberleutnants wurden befördert: die Leutnants der Reserve Römheld (I Essen) des Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 25; Pohlig (Elberfeld), des Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Hess. Feldart.-Rcqts. Nr. 2o; Sunkel (Marburg) des Jnf.- Rsgts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116; Zu Lmtmmts der Reserve: der Vizefeldwcbcl L> ch ü 11 l e r (I Kassel), des Jnf.- Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hesff) Nr. 116; zu Oberleutnants: die Leutnants der Reserve Wolf (Heidelberg) des 2. Großh. Hess. Feldart.-Reals. Nr. 61; Jann (II D<irrn- siadti des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116; Neuling (I Darmstadt) des 2. Großh. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 61; Krug (Hanau) des Großh. Hess. Train-Bats. Nr. 18; Wimmenauer (Mainz), Lt. der Landw.-Jnf. 1. Aufgebots; zu Leutnants der Reserve: die Vizefeldwcbel bezw. Vizewacht- meister Schaub (I Darmstadt), des Leibgarde-Inf.-Regts. (1. Großh. Hess.) Nr. 115; Schaefer (Friedberg), des Juf.-Negts. Kaiser Wilhelm (2. Großb. Hess.) Nr. 116; Baas, Schmitt (Mainz), des Jnf.-Leib-Regts. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117; Kohlhepp (Frankfurt a. M.), des Jnf.-Regts. Hessen- Homburg Nr. 166; Hanner, Krausch (Friedberg), des 5. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 168; Plügge, Becker (I Darmstadt!, des Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Hess. Fcldart.- Regts. Nr. 25; Parcus (I Darmstadt), Vizcwachtmeistcr, zum Leutnant der Landw.-Kav. 1. Aufgebots. Versetzt: Seeger (Gießen), Lt. der Res. des Jnf.-Regts. Prinz Carl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, zu den Res.-Offizieren des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116; Zaun (Wiesbaden), Oberlt. der Res. des 2. Rhein. Feldart.-Regts. Nr. 23, zu den Res.- Offizieren des 1. Nassau. Feldart.-Regts. Nr. 27 Oranien. Zum Regts.-Arzt ernannt unter Beförderung zum Oberstabsarzt: der Stabs- und Bats.-Arzt Dr. Peters des Telegraphen-Bats. Nr. 3, bei dem Inf.-Regt. Prinz Carl (4. Großh. Hess.) Nr. 118. Ein Patent seines 'Dienstgrades verliehen: Tr. Weckerling, Oberarzt beim Inf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, unter Einreihung hinter den Oberarzt Zillmer. Versetzt: der Oberstabs- und Regts.-Arzt Dr. St ahn des Jnf.- Regts. Prinz Carl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, zum Niederschles. Fußart.-Regt. Nr. 5; zum Assistenzarzt befördert: der Unterarzt der Res. Dr. A l l e n d o r f (Gießen).
* * Jubiläums-Gau turnfest Gießen 1912. Die Vorbereitungen für das Fest sind jetzt so weit gediehen, daß morgen ab ent) die Bildung der Einzelausschüsse erfolgen kann. Wie großzügig das Fest geplant ist, beweisen die 300 Einladungen, die zu diesem Zweck ergangen sind. Es ist zu hoffen, daß die eingeladenen Herren sich sämtlich "bereit erklären, an den Feftvorberei- tungen mitzu arbeit en, damit das diesjährige Turnfest durch Beteiligung der gesamten Bürgerschaft sich zu einem allgemeinen Volksfest gestalten kann.
* * Stadttheater. Nochmals sei auf das Gastspiel von Frau Agnes Sorina am Freitag hingewiesen und daran erinnert, daß wir in der Künstlerin einen Gast von europäischem Rufe begrüßen können. Frau Sorma erntet überall auf ihrer Toume außerordentlick>e Triumphe, so erst jetzt wieder bei mehrfachem Auftreten in Stuttgart.
** Grammophonabend. 'Der Alldeutsche Verband schreibt uns: Während die Bestrebungen, in weitesten Kreisen Verständnis für die bildende Kunst zu erwecken, überall Fuß gefaßt haben, wird die erzieherische Straft höchster musikalischer Kunst für die große Menge wenig ausgenützt. Es scheitern derartige Absicksten an den hoben Honoraren, die erstklassige Künstler für ihre Darbietungen verlangen müssen. Man kann natürlich auch in die Stuben des Bürgers und Arbeiters keine echten Rembrandts und Kaulbachs bangen: aber die trefflichen Reproduktionen unserer Kunstanstalten und die durch die Vervielsäl- tigungen billigen Originallithographien haben sich nicht nur die Wohn räume der weniger Bemittelten, sontern selbst die der besten Kreise erobert. Ebenso ist aber die Reproduktion der mensch lidjen Gesangsstimme durch das Grammophon heute auf einer Höhe angelangt, die sich unseren vorzüglichen graplstschen Reproduktionen ebenbürtig an die Seite stellen kann; sie ersetzt ebensowenig wie die graphische das Original völlig, aber sie macht die künstlerischen Absichten des Schöpfers weiten Kreisen zugänglich lund vermittelt den sonst unerreichbaren künstlerischen Genuß an den Werken auch ihnen. Der Grammophonabend, den die hiesige Alldeutsche Ortsgruppe am nächsten 'Donnerstag in Steins Garten frcranftaltet, bedeutet den Versuch, ob sich billige und dabei das Beste vvm Vorhandenen biet enbe Gesang rivi ober gabeln n st in Gießen einlxürgern läßt; der sehr niedrig gehaltene Eintrittspreis rechnet allerdings mit zahlreicl-em Besuch.
** Die Stenograph en-Gesellsch ast Gabe ls- berger hielt dieser Tage ihre Hauptversammlung ab. Der Geschäftsbericht des Vorsitzenden ergab, daß auch im verflossenen Jahre rege gearbeitet worden ist. Es wurden von Mitgliedern der 0>escllschaft in 1911 errungen: 11 erste, 4 zweite und 2 dritte Preise (darunter 4 Ehrenpreise). Die Mitgliederzahl beträgt 121. In den Vor- stand wurden gewählt: L. Lenz 1., H. Rau 2. Bors., H Bogel 1., Fr. Schneider 2. Schriftf., L- Cüravelius Rechner, Fr. Peppler Bibliothekar, K. H. Kuhl, W. Peppler und A. Meckel Beisitzer. Das in diesem Jahr statt findende 15. Stiftung*-
fest soll in größerem Rahmen am 2. Arni in Sterns Garttn gefeiert werden. Am Samstag, 3. Februar, wird im Vereinslokal eine Kappen sitzung ab gehabt en.
** Verein ehemaliger 116er Gi eßen. Am vergangenen Sonntag feierte der Verein ehem. 116er den Geburt s- cag des Kaisers in Gestalt eines Winterfestes im^Cafs Leib. Sdton lange vor der angesetzt.n Stunde war der große Saal gefüllt, |o daß noch die Galerie und die Nebenräume mit hcrangezogen werden mußten. Von dem Regiment war eine Abordnung unter Führung des Majors Großmann mit der Vertretung des Offizierkorps beauftragt worden, der sich noch eine größere Anzahl von Offizieren freiwillig angeschlossen hatte. Die Darbietungen folgten sich im raschen Wechsel und fanden den ungeteilten Beifall. Zunächst sprach nach einigen Konzertstücken der Regimentsläpelle, die Obermusikmeister Löber leitete, Frl. Else Kühn einen sehr hübschen Prolog, woraus ber 1. Vorsitzende, R.-A. Kaufmann, die Festrede hielt. Das von ihm auf den Regimentschef ausgebrachte Hurra sand begeisterten Anklang. Nun folgten Stab’ roinbüjungen der Militär-Turnabteilung des Männer-Turnvereins, der ebenso wie der befreundete Artcklerievcrein eine Vertrtung seines Vorstandes entsandt batte. Die Militarhumoreske „Die Kraniche des Jbykus" fand großen Anklang und auch die beiden Duette „Tie flotten Turnerinnen" und „Die Bildungsstunde" sanden ungeteilten Beifall. Tie Militär-Turnabteilung des M.- T.-V. zeigte bann noch Gipfelübungen am Reck unb stellte zum Schlüsse sehr schone Marmorgruppen, deren letzte eine Huldigung Sr. M. des Kaisers bildete. Tcn Tank der Gäste sprach Major Großmann aus, der dem festgebcnden Verein ein ferneres Blühen und Gedeihen wünschte. Unter den Konzertstücken seien besonders erwähnt der vom Obermusikmeister Lölnr komponierte, zum ersten Male gespielte Marsch: „Hoch das Kaiser-Wilhelm-Regiment", das Flötensolo des Herrn Müller und das Posaunensolo des Herrn Sdyribbe. Die Ausstatturrgsstücke für das Theaterstück hatte in dankenswerter Weise die Firma Karl Stückrath gestellt. Punkt kJL2 Uhr begann der Ball, der bis zum frühen Morgen dauerte.
** Kin d erkl i n i k in Gießen. Die Verhandlungen der Gdoßherzoglichon Zentrale für Äduttcr- und Säuglingsfürsorge mit der Medizinischen Fakultät der Landesuniveriität sind soweit gediehen, daß mit der Einrichtung des geräumigen in der Friedrichstraße von Arckntekt Meyer hergestellten Baues als „Universitäts-Kinderklinik" im Spätfrühjahr begonnen werden kann. Die Klinik ist von der Zentrale aus Stistungs- mitteln gebaut worden, die nicht aus Gietzen stammen; doch wird die Einrichtung nicht in 'Darmstadt, sondern in Gießen beschafft. Mit der Erbauung der Kinderklinik ist wiederum eine Lücke in Der Reihe der medizinischen Institute unserer Universität ausgefüllt, so daß diese in dieser Hinsicht bald keiner anderen Universität von dieser Größe mehr nachstehen wird.
** Der Verein für Sterbeunterstützung zu Gießen hielt am Sonntag nachmittag im Saale des Gastwirts Sauer seine Hauptversammlung ab, die in Anbetracht der hohen Mitgliederzahl mir mäßig besucht war. Dem von dem 1. Vorsitzenden Seidewand erstatteten Jahresbericht ist zu ent= nehmen, daß der Verein auch im verflossenen Jahr recht gute Fortschritte gemacht hat. 'Die Mitgliederzunahme betrug 53 Personen, denen 13 Sterbefälle gegenüberstehen. Die Gesamtmitgliederzahl betrug am Schlüße des Gesckiästsjahres 1547. Herr Bruch Häuser gibt hieraus den Kassenbericht, der eine Einnahme von 17 896,73 Mk. und eine Ausgabe von 4568,47 Mk. aufweist, so daß am Schluß des Geschäftsjahres ein Reservefonds von 13 328,26 Mk. zu verzeichnen ist. An Sterbeunterstützung wurden im vergangenen Jahve 3510 Mk., in den fünf Jahren seit Bestehen 30 780 Mk. verausgabt. Herr Fourier teilt mit, daß Bücher und Kasse in Ordnung befunden wurden, woraus 'dem Kassierer Entlastung erteilt wird. In den Vorstand wurden gewählt: H. Seidewand 1. Vorsitzender, Heinrich Noll 2. Vorsitzender, Bruchhäuser Kassierer, Diehl Schriftführer, Beckmann, Müller und Reitz Beisitzer. 'Ter Aufsichtsrat besteht aus den Herren Fourier, Rühl, Ries, Wißner und Möbus. Eine längere Debatte entstand über die Festsetzung deS Sterbegeldes für 1912, doch wird schließlich dem Vorschlag des Vorstandes und Aussichtsrates, das Sterbegeld in der seitherigen Höhe (270 Mark) zu belassen, zugestimmt.
** Uebe nahten. In verflossener Nacht wurde in der Nodheiiner Straße ein Arbeiter aus Heuchelheim von einem Zuge der Biebertalbahn überfahren und getötet, Nach den Angaben des Zugpersonals sprang der Wann plötzlich hinter einem Baurn hervor und warf sich vor die Maschine des Zuges, so daß angenommen wird, daß Selbstmord vorliegt.
Landkreis Gießen.
b. Leihgestern, 29. Jan. Am 28. Januar feierte der Kriegerverein Kaisers Geburtstag. Lehrer Storck aus Altenstadt i. W. hielt einen Vortrag über die Fremdenlegion, dem die Zuhörer mit größter Spannung folgten. Die Gesangvereine Eintracht und Liederkranz verschönten die Feier durch ihre klangvollen Clwre. — Ihr 25jähriges Jubiläum im Dienste der Eisenbahn feierten die Herren Zugsührer Faber und.Schaffner Lotz. Ihrer Einladung folgend hatten sich alle dienstfreien Kameraden vom hiesigeii Eisen! ahnerverein, der 67 Mitglieder zählt, mit ihren Damen bei Wirt Dern an der Bahn eingefunden. Auch auswärtige Kollegen und hiesige Freunde waren erschienen. Der 2. Vorsitzende Wilh. Häuser beglückwünschte die Jubilare und überreichte jedem ein sehr schönes Gedenkblatt. Finanzaehilse W. Schäfer gedachte der hohen Anforderungen und Verantwortlichkeit, ivelche der Dienst eines Eisenbahners mit sich bringt und welcher Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit er sich befleißigen muß, um diese zu erfüllen, aber auch der Gefahren, denen er ausgesetzt ist. Lelxcer Buß brachte das Kaiserhoch aus. Bei Musik, Gesang und einem Tänzchen flogen rasch die Feierstunden baljin und erst nach Mitternacht trennte man sich.
== Mainzlar, 28. Jan. Im schön geschmückten Saale des Gastwirts Philipp Muller versammelten sich am Samstag abend in Begleittrng ihrer Frauen die Mitglieder deS hiesigen Krregervereins, um den Geburtstag des Kaisers gemeinschaftlich zu feiern. Präsident Rein machte auf den Zweck des Zusammen- seins aufmerksam und bradjte das Kaiserhoch aus. Nach Absingen der Nationalhymne schilderte Lehrer Kurz in einem Vortrage die VerlMnisse der ffanzösischen Fremdenlegion und machte u a. darauf aufmerksam, daß eine große Anzahl von 'Deutschen dort dient uni) dem Erbfeinde Vorschub beUv. Frondienste leistet Alt- und Ehrenpräsident Kern dantte in einer Ansprache den Lehrern Weisel und Kurz für ihre musikalische Mitwirkung und den jungen Mitgliedern für die gutgelungenen, durch Lehrer Weisel cinoeübten theatralisckren Aufführungen. Nachdem noch das deutsche Volkslied zur Geltung gekommen, trennte man sich zur schon vorgerückten Zeit.
O Lt ch, 29. Jan. Einige Veränderungen hat es im Vorstande unseres Turnvereins gegeben. Landwirt Heinrich Schmidt wurde zum Vorsitzenden gewählt, da der seitherige 1. Sprecher, Dachdeckermeister Christian Vater, das lange Jahre mit größtem Pflichteifer verwaltete Amt freiwillig niedergelegt hat.
p TreiS a. Lda., 29. Jan. Im überfüllten Saale der Wirtschaft von Wilhelm Benner sprach gestern abend, nachdem Forstwirt Büttner in schwungvollen Worten des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers .gedacht hatte, Reichstagsabgeordneter Dr. Wer n er-Butzbach in 1(2 stündiger, zündeirder Rede über das Programm der deu t sch-so z i a len Partei, die Zusammensetzung des neuen Reichstags und die wirtschaftliche und pülttiicbe Lage unseres Vaterlandes. Im Anschluß an den Vor
trag gründete fia; vin „Deut sch er iß er ein", dem sofort cta» 80 der Anwesenden bei.trw.cn.
= Weickartshain, 29. Jan. Gestern abend reim; Saale des Gastwirts Hock der Krieger verein den GebitNA. tag des Kaisers. Tic '<\'ier, ?,u der Die reich erschienen waren, tourbv durch einen von ssräulein 2 üAt*- ^gesprochenen Prolog eröffnet. Hierauf hielt Vereinsvraftden: Schmidt eine kernige Ansprache, in der er zur Treue gegti Fürst und Vaterland ermahnte und ein Hoch auf Sc. Maiesiäi ausbrachte. Sodann lernen einige Theaterstücke, die von Präsidenten eingeübt waren, zur Aufführung. Tie verfdvebenen Stücke wurden, trotzdem einige davon an die Tovüellunglhul der Beteiligten nickst geringe Anforderungen stellten, gut bunfr. geführt. Die Pausen rourben durch Musikvortrage der Vereint- fabelte ausgefüllt, die dann auch zum Tanz aufspielte.
-w. Hungen, 28. Jan Auf Einladung des Kriegerdereins fanden sich gestern abend die Eittwohnrr zur Feier des (bt, burtstags des Kaisers int Saale der „Traube" ^b'-rrid) zusammen Präsident Karl Sck m idt V. hieß die Erschienenen herzlich willkommen. Oberamtsrichter Steinberger bninat in kurzen Worten die Friedensliebe des Kaisers und bra<txT das Kaiserhoch aus. Rechtsanwalt Sandmann erinnert' ci den Prcußenkönig Friedrich den Großen und betonte, daß dieser seine Beliebth.'it und seine beispiellosen Erfolge in der Hauovach; dadurch erzielte, daß er seine Aufgabe im Dienen erbliche rr ermahnte, sich an ihm ein Beispiel zu.nehmen und dem Vaterlande treu zu bienen. Wenn auch bei den letzten Reichstagswahlen viel Haß und Bitterkeit im Volk zum Ausdruck gekommen fei, |j könne man doch, so lange in jedem Parteiprogramm die Liebe M, Vaterlande alle anderen Gegensätze überstrahle, mit gutem in die Zukunft sehen. Sein Hoch galt dem deutschen Volke dem Vaterlande. In einer weiteren Nede gÄxrchte Oberomlj- rechter Steinberger der deutschen Frauen unb erinnerte an einige, heldenhafte Frauen und Mädchen und verlas einige setdk- verfaßte Gedichte von solchen Heldinnen, die mit großem Benab anfgenommen wurden. Lehrer Staubach entwarf ein lebenswahres Bild von Friedrick! dem Großen, dessen 200. Gebutttta, mitgeseiert wurde. In beredter Weise ließ er die wichtigsin, Begebenheiten aus dem Leben dieses vortrefflichen Königs an dm geistigen Auge der Zuhörer vorüberziehen. 'Der Gesangvernr „Eintracht" verschönte die Feier durch Vortrag einiger Chöre.
Kreis Schotten.
(R) Bobenhausen, 29. Jan. Unser Kriegervereii feierte gestern abend Kaisers Geburtstag im Saale bd Gastwirts Baer. Der Präsident eröffnete die Feier mit einen dreifachen Hoch auf unseren Kaiser. Sodann wurden T-eater- stücke aufgeführt, deren Leitung Herr Klaußen übernommen bam Sämtliche Stücke wurden gut gespielt und fanden ungeteilte» Beifall. Ein Tänzchen hielt die Jugend bis zum Morgen |» lammen.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 27. Jan. Auf unserem neuen Güter, babnhof trug sich heute wiederum ein Unfall zu. Ein Zmimergeselle stürzte von einem Neubau deS Bahnhofs herab und erlitt außer einem Schädelbruch noch schwere innere Ver. letzungen. Er wurde ins Hospital gebracht. Dem am 25. d. Mts. verunglückten Eisenbahuarbeitcr Beier aus Ockstadt wurde daS Bern bis zum Knie abgenommen.
x Bad-Nauheim, 29. Jan. Eine Sitzung der Stadtverordneten fand h-eute hier statt. IL a. mußten nach der neuen Reichsverordnung für Apotheken zwecks Er gän^ung die EinrichtungsgegenftäTtde für die ftädttschr Sprudelapotcheke 500 Mk., für die ebenfalls ftädttschr Löwenapotheke 800 Mk. bewilligt werden. — Als wich' tigfter Punkt staub auf der Tagesordnung: Die Sonn« tagsruh e im Handels gewerbe Es wurde be schlossen, an Sonntagen um 1 Uhr die Geschäfte zu schließen. Ausgenommen bleiben vorerst die Bäcker, Metzger unb seure, für die später noch besondere Bestimmungen festgeleyt werden sollen. — Der hiesigen Sanitätskolonne, bit diesen Winter einen gut besuchten Ausbildungkursus abl)äb, wurde zur vorläufigen Anschaffung nötiger Geräte foban ein Beitrag von 200 Mk. bewilligt. — Eine neue Poli-ci' ordnung, die 18 Paragraphen umfaßt, wurde für Barbim unb Friseure gegen die Uebertragung ansteckender Krank« heiten erlassen. — Im neuen Stadthause ist ein WarteraM eingerichtet worden. Zur Anschaffung von Korbmöbeln für den Raum wurden 200 Mk. bewilligt.
r. Reichelsheim, 29. Jan. Daß am Westende unserri DrteS gelegene AmthauS wurde am 26. d. NitS: auf den Abbruch versteigert. Bis zum Jahre 1866 war eS die AmlS- wohnung der naffauischen Amtmänner vom Amt Neichel-« heim. Nach 1866 diente daS AmthauS, das wohl gut 300 Jahre alt ist, als Lehrerwohnung. An seiner Stelle wird in diesem Jahre ein HauS für zwei Lehrerfamilien errichlet. — SamStag, den 27. Januar, veranstaltete der hiesige Kriegerverein eine zahlreich besuchte Kaiserferer, die einen erhebenden Verlauf nahm. — Auf Veranlassung deS Gewerbeoereins Reichelsheim hielt Sonntag, den 28. Jan. Reallehrer Kahl von Darmstadt im Gasthofe zur Post dahier einen Vortrag über die Reichsversicherungsordnung. Dem Vortragenden, der die recht trockene Materie intereffani zu machen verstand, wurde lebhafter Beifall gezollt.
Starkenburg und Rheinheffen.
— Darmstadt, 29. Jan. Hier verlobten sich dieser Tage Freiherr Karl Roeder von Diersburg, Leutnant in Hess. Garde-Drag.-Regt., Sohn des Ordenskanzlers und Flügel- adjutanten Oberst Freiherr v. Roeder und seiner Frau Gemablm geb. Freiin von Nordeck zur Rabenau (Londorf) mit Ernestine, jüngsten Tochter des verstorbenen Oberstallmeister- Ferdinand Freiherrn v. Nordeck zu Rabenau unb seiner Frau Gemahlin Auguste, geb. Freiin v. Riese-Stalburg (Große» Buseck).
(chf Bingen, 29. $fan. Die heurige Sitzung der Stadtverordneten beschäftrate sich mit Einspntthen gegen die von der Versammlung beschlossene und inzwischen erfolgte Ginfübrunj von Kanalaebühren. Die Einsprüche erftreeften sich teilweise darauf, daß einzelne Besitzer, deren Gärten oder Weinberge, die mit den Häusern verbunden sind, mit diesen Gärten uto eingeschätzt wurden. Ferner Tarnen Einsprachen gegen die ffanal- gebühren an sich, sonne schließlich auf die Frage, ob die Miet« und Pächter von städtischen Gebäuden Kanalgebühren aitridittii müssen. Sofern die Gärten und Weinberge nicht mit den Häulerv und Höfen eine wirtschaftliche Einheit bilbeten, erhielt die Versammlung die Gebühren dafür aufrecht, die grundsätzlichen Ti^ sprachen wurden abschlaglich beschieden und hinsichtlich der Päckter unb Mieter von städtischen Gebäuden wurde emschiedcn, daß diese Kanalgebühren bezahlen sollen.
h>. Kailbach i. Odenwald, 29.- Jan. Heute früh mrä» 6 Uhr wurde zwischen Kailbach und Schöllenbach von dem us 5.44 Uhr in Eberbach abgehenden Personenzuge Nr. 460 der ti Eberbach stationierte Streckenläufer Bahnwart Häusel, auf de« Dienstgang überf ähren und sofort getötet Er hinteMß Frau und drei kleine Kmder.
Beilbewährte
70° o Stromersparnis Grand Prix Brüssel 1910 Durch <0e Bektrlzltatewerke ond InstaUatian»- geachJfle zu beziehen. Anerieiellichaft. Berlin 0.17
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