Ausgabe 
28.10.1912 Zweites Blatt
 
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der in die Heimat zurückgekehrt ist, in

Kaufmann Kämmerer - Bensheim den Verein hat eine Einnahme von 10 971,37

Römheld aus Hessen, Judenburg tätig.

Danach erstattete Rechnungsbericht. Ter

als Bezugspreis für zwei Monate allgemein daS Doppelte EinmonatspreiseS erhoben, während bisher besondere Be­zugspreise hierfür bestanden.

** Bund deutscher Frauenvereine. Ter für Samstag abend im Hotel Schütz angekündigte Vortrag von Fräulein Tr. Schulz aus Frantfurt fand vor einer großen Zuhörerschaft statt. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt und alle Anwesenden lauschten mit großem Interesse den jedermann verständlichen Ausführungen. Tie Rednerin verstand es, bei ihren Darlegungen den richtigen Ton anzuschlagen An der Hand von Beispielen entrollte sie Bilder sozialen Elendes, wie sie in der Großstadt und auch an kleineren Orte?? zu finden seien. Der allgemeinen Rot nach Kräften zu steuern suchen, wurde als Menschenpflicht hingeftellt, so viel dari?? auch schon geleistet" sei, es tue trotzdem noch reichliches Wirke?? not. Der eigentliche Zweck des Vortrages gipfele darin, der Zuhörerschaft klar zu machen, daß nicht allein das reifere Alter bestimmt sei, helfend einzugreifen, auch die vom Geschick bevorzugte, in guten Verhältnissen lebende und großgewordene Jugend müsse sich berufen fühlen, ihren bedauernswerten Jugend­genossen zu Hilfe zu kommen und ihnen etwas über die Trostlosigleiten des Lebens hinweg zu helfen. Welche Be­friedigung es gewähre, Tränen getrocknet und Leid gelindert zu haben, tonnte die Rednerin aus eigener Ueberzeugung anführen. Ter Weg zu Betätigung bei einem so hohe?? Wenschenwerk wurde gezeigt. Tie Säuglinasfürsorge, die schon großartige Erfolge zu verzeichnen habe, biete reich­liche Gelegenheit, ebenso das Eingreifen in der Kinder­erziehung bei überlasteten Eltern. Für den Sommer wer- de?i Ausflüge, für de?? Winter die Gründung einer K'inder- lesehalle, Vorlesen und Hilfleistuugen in Armen- und Kran- kenhäusern u. a. m. empfohlen. Daran knüpfte sick) der Wunsch, daß auch in Gießen zur Förderung der gute?? Sache eine Jugendvereinigung zustande komme, zur Leiterin wurde Fräulein König gewählt. Nachdem der Rednerin Dank ausgesprochen und das Publikum seinem Beifall Aus­druck gegeben hatte, zirkulierte eine Liste zur Ein- zeichnung der jungen Damen, die sich in den Dienst der Sache zu stellen gedenken.

zu motten. Oppenheimer empfiehlt mit einer hiesigen Großbank- firma Giroverkehr ernzuführen. Tie geheime Abstimmung über den Antrag Heyd ergab Stimmenmehrheit für de?? Vorschußverein. Tr. Bogt beantragte, die Finanzkornmiision mit der Ausarbeitung einer ausführlichen Dienstanweisung für den Stadtreckmer zu be­auftragen. Tem Anträge wurde e?nstimmig zugestimmt. Tic Einwendungen gegen den Ortsbattplan, des Teils nördlich der Taunus Straße, wurden verlesen und der Bankonrmission zur Erledigung überwiesen. Tem Einspruch Riedel wurde entsprochen und der Beschluß vom 27. September 1912 dahin abgeändert, die Straßenflucht anstatt 1 Meter 2 Meter vom Riedel fax n Grund­stück nach Nordet? zu verlogen.

L. Bad - Nau he im, 25. Okt. In? abgelaufenen Iahrt wurden attf unserer neuen Saline in den drei Pfannen 35 000 Zentner Salz bereitet. Die andere Pfanne diente zur Bereitung der Mutterlauge.

Kreis Lauterbach.

^Lauterbach, 25. Okt. Tem Vernehme?? nach soll dem­nächst in der Turnhalle att der Blitzenröder Straße hier ein ständiges Kinematographen-Theater eröffnet werden, das im Laufe des Winters regelmäßige Vorstellungen geben toirö. Tie Leitung hat ein hiesiger Einwohner übernommen.

Hessen-Nassau.

0 Marburg, 25. Okt. Tcrn in der Nähe des Landgraf«, schlosfes wohnenden Universitätsprofefsor Geh. Reg.-Rat Tr. Shirt Hensel wurde heute nachmittag eine Ehrung zu Teil. Gegen 3 Uhr erschienen unter Führung des Rektor Hentzo, sonne der Klassenlehrer Engelhardt und Weishaar etwa 250 Knaben une Mädchen der obere?? Klassen der Südschule (Volksschule) ?md brach ten, nachdem sie vor der Villa Aufstellung gctwtnmen hatten, vier unserer schönsten Volkslieder mehrstimmig zum Vortrag. Es ban bette sich um eine Anerkennung für Herrn Geh. Reg.-Rat Hensch, der als eifriger Freund der Jugendpflege kürzlich 25000 Äk. für einen im Süden der Stadt anzulegenden Jugendtspielplatz stiftete.

FC. Braubach a. Rh., 25. Okt. Eine Burgenaus- st e l l u n g auf der Marlesburg wird von Frühjahr bis Herbst 1914 in zwölf Gruppen stattfinden. Das Kriegswesen, das häuslich Leben aus der Burg und die Inneneinrichtung wird vorgeführt sodan?? die landwirtschaftlichen Geräte im Mittelalter, Trachten, mittelalterliche Kunst, Burgenbau, Gartenkunst, Wisfenschaft, Spiel und Sport, Verkehrswesen, Geschichte des Mittelalters und mo­derne Burgenliteratur. Die Gegenstände werden Museen und oo?t Privaten usw. entnommen. Tie Kosten der Ausstelliuq sind auf 225 000 Mark angesetzt.

Aus Stabt und Land.

Gießen, 28. Oktober 1912.

** O r den Sa n g ele g en heit. Der Großherzog bat dem Architekten Professor Georg Metzendorf zu Essen die Erlaub niS zur Annahme und sunt Tragen des ihm von dem Wnige der Belgier verliehene?? Ritterkreuzes des Kronen-Ordens und dem Kreisamtsbureauvorsteher Kanzleirat B e n s e l in Mainz die Er­laubnis zur Annahme und zum Trage?? des ihm von den? König von Preuße?? verliehenen Kron en-Ordens 4. Klasse erteilt

" Lehrerpersonalien. In den Ruhestand ver­seht wurden der Lehrer an der katholischen Schule z?t Ben8- heitn Viktor Kempf auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste und der Lehrer Karl Blank ai? der Gemeindeschule zu Gonterskirchen auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50 jährige?? treuen Dienste. Beide?? wurde?? auS diesen? Ansaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütige?? verliehen.

Ausstellung .Der Mensch*. Wie die Leser schon aus der Anzeige in der FreitagS-Nummer erfahren haben, beabsichtigt die Universität, der sich ?>nsere wissen- schaftl?chen Vereine anschließen wollen, am 16. November eine ge???einsame Fahrt zur AusstellungDer Menschs in Darmstadt zu unternehmen. ES geschieht kurz vor den? Schluß der Ausstellung. Um so mehr ist die Teilnahme allen bene?? 8" empfehlen, die bisher noch keine Gelegenheit zum Besuch fanden. Aber auch solchen, die die Ausstellung schon besich­tigt haben, werden die vo?? der Direktio?? zugesagte?? beson­dere?? Beranstaltu??gen mandjeS bieten, waS den? Einzel­besucher nicht vorgeführt toerbeit könnte. ES ist bantnt' zu erwarten, daß sich Biele an der Fahrt beteiligen werden. m 7 ^Ereinfachung in? PostzeitungSwesen. ~onJ ynnuQt 1913 ob wird beim Postoertriebe der im RetchS-Pollgeb.et, ?.? Bagern und Württemberg erscheinenden Zettungen und Zettschristen iv.it vtetteljährlicher Bezuaszett bereu Verleger ein- und zweimonatige Bestellungen zulasten,

Mark und eine Ausgabe von 10 066,88 Mark, so daß der Kassen­vorrat sich auf 904,45 Mark beläuft. Nachdem den? Rechner Entlastung erteilt wurde, erfolgte b?6 Neuwahl des Vorstandes. Aut Vorschlag wird der Vorstand durch Zuruf wiedergewählt. Oberkonsistorialrat D. Nebel gibt seiner Freude über die Fort­schritte Ausdruck, die die evang. Bewegung i?? Oesterreich mache. Er tritt dem Gerück t entgegen, daß von einem Rückgänge der Bewegung wissen will. Man darf der Zukunft der evangelischen Sache in Oesterreich viel vertrauen. Die Jubiläumsftistung wird den Betrag von 10 000 Mark erreichen. Weiter werden Dank­schreiben der vier österreichischen Gemeinde?? Leoben, Eisenerz, Knittelfeld und Judenburg verlesen.

In der Turnhalle und dem Kaisersaal fanden nachmittags- 3 Uhr evang. Volksversammlungen statt, die stark besucht waren. Die Bersamtnlung ist der Turnhalle leitete Hauptlehrer Lösch- Darmstadt, die im Kaisersaal Professor Knoll-Darmstadt. Beide Versammlungen wurde?? eröffnet durch den Vorsitzenden des Zentralvorstandes, Generalleutnant v. Lessel. Er führte aus, daß wir evangelische Christen und evangelische Bundesleute sich der Rückkehr des Ordens der Gesellschaft Jesu nicht zu wider - setze?? brauchten, da echte, im Evangelium wurzelnde Religion römischem Fanatismus allemal überlegen sei und die Jesuiten­frage dem Bunde nur Vorteile gebracht habe. Aber als deutsche Staatsbürger müßte man des vaterländischen Friedens und Wohles der Religion, Sittlichkeit und Bildttng roegen den zugedachte?? Be such entschieden ablehnen. Ter Jesuitismns sei der Todfeind des Protestantismus, einer staatlich anerkannten Religionsgemein­schaft, er sei kulturfeindlich und der entschiedenste Gegner des rno- beTnen Staates. In beide?? Versammlungen sprachen darm ab­wechselnd Stadtpfarrer D. Tr. Diehl - Darmstadt überTie Reformatio?? und das Hessenland was verdanken beide ein ander?" und Pfarrer D. W a i tz-Darmstadt über denEvan gelisckien Bund und das hessisckte Volk was haben beide einander gegeben? und was haben beide voneinander z?? erwarten?"

Abends 7 Uhr wurde int großen Saale des städtische?? Saal baues das Devrientsche FestspielLuther" ipicberlyott; um 8 lkhr wurde in der Turnhalle eine Festversammlung unter Rttt- wirkung der Kirckiengesangvererne der Stadtgemei??de und der Paulusgenteinde abgehatten. J?t dieser Versammlung sprach namens des Zentralvorstandes Generalleut??ant v. Lessel, der u. a. folgendes aussührtc:

Die Gegenwart ist nicht vo?? Sorgen frei: es drohen uns nette, schwere K'äntpfe. Tie Gefahr droht weniger an der Front, von unfern alten Gegner?? ber: sie kommt aus den Reihe?? unterer, eigenen Glaubensgenossen, die tmS i?? den Rücke?? fallen und bestrebt sind, Zank und Stank iit tmfere Mitte zu bringen. Eine häßliche Veratiickung von religiösen ??ud tvirtschaftliche?? Mo­tiven liefert ihnen die Waffen. Als erster Vorfitze??der des Bundes, als alter Soldat, als streng konservativ gerichteter, politisch wie kirchlich rechts stehender Mann erhebe ich Einspruch gegen die Unterstellungen, daß der Bund de?? Bode?? der Heilswahrheit et? des Evangeliums verlassen, u??d daß er i?r innerpolitischer Be ziehung die Neutralität verletzt habe, und weise diese Behauptungen als u???vahr, die Anzettelunge??, die unsere Mitglieder zum Abfall und zur FahnensluckK verleite?? sollen, als unfair und als für de?? gesamten deutschen Protestantismus verderblich hiermit ent­schieden zurück. Wir aber wolle?? gegenüber diesen Bestrebungen erst recht Zusammenhalten, und es wird u??S auch gelingen, wenn wir allezeit dessen eingedenk bleiben, was uns eint und ivemi wir die Unterscküede, bi? sich in jeber große?? Organisation .be­merkbar madjen, zurückAustellet? wissen."

gelischen Kirchen der Stadt Festgottesdicnste statt und ?rm 111 i Ubr war Iugendgottesdienst in der Stadtkirche. Im Gemeindehaufe der Stadigvmeindc hatten sich um 111 Uhr die Mitglieder und Abgeordneten des Hessischen H i l f s a u s s ch u s s e s zut För derung der evang. Kirche in Lesterreich eingefinibcn. Kapitän- leutnant a. T. Grill- Bensheim begrüßte die Erschienenen Pfarrer D. Loos führte im Jahresbericht aus, daß seil Be ginn der Bewegung bis Ende 1911 im ganze?? 65 635 Katho­liken evangelisch geworden seien, davon 1911 4891. Zur alt- katholifchen Kirche Lesterreichs iind in der gleichen Zeit 17 594, im Jahre 1911 1097 Katholiken übergetreten. Seit 1898 sind gottesdienstliche Kirchen, Kapellen und Betsälc durch die evan­gelische Werocgiing in Gebrauch genommen worden. 51 deutsch evangelische Pfarrgemeinden wurd-»? ins Leben gerufen. Daneben wird an 'ahlreiche?? Unterrichtsstellen an der religiösen Erziehung der Jugend gearbeitet. Ein lebendiges Glieb im Hilfsausschuß ?ft seit 12 Jahren der Hessische Hilfsausschuß. Auf Anregung des Hessifche?? Hauptvereins trat am 28. Juni 1900 ins Leben Tank des Entgegenkommens der Kirchenbehörde, der Kirchen Vorstände und Kirckiengemeindevertretunge?? und, des Hes­sischen Hauptvereins der Gustav - Adolf - Stiftung, der Zweig- und Fraue??vereine ist es dem Hessischen Hilfsausschuß mögltch gewesen, eine Anzahl österreichischer Pslegegemeinden in Fürsorge zu nehmen. I?? Steiermark, das im ganzen 22 350 Evangelische zählt, darunter rund 9000 durch die evangelische Bewegung Uebergctretcnc, liegt das Arbeitsfeld des Hessifchen Hilfsausschusses. Mit der Besetzung Judenburgs durch den Vikar Psarrassistent Göttert-Tarmstadt im Herbst 1901, begann der Ausschuß seine Tätigkeit. An Götterts Stelle trat im Herbst 1907 der Vikar Psarrassistent Kuab. Zurzeit stehen unter hessischer Auffüht die Pfarrgemeinde Leoben mit Pfarrer Spamiuth aus Schleswig-Holstein, die Vikariate Leoben mir Vikar Kappler aus Sachsen, Knittelfeld, feither mit Vikar Knab und Judenburg mit Vikar Storck, beide aus Hessen. Bis Herbst 1911 war Vikar

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 25. Oktober.

Wege?? Erpressungsversuchs und Beleidigung wurde der 17jährige Handlungsgehilfe 5k T. von D. zu 2 Woche? Gefängnis verurteilt. Er hat den? dortigen Beigeordnete?? H. einet anonymen Briet geschrieben, in dem er ihn der Tenimzierung bei Bürgermeisters M. zieh un? ihn unter Drohungen aufforbette, nach Frankfurt einen 50-Markschem vosllagernb emzujendeü. Der An­geklagte ging in bie ihm gestellte Falle unb mürbe, als er den '-tirier abhole?? wollte, verhaltet. Bei feiltet Festnahme berief ei sich auf den großen Unbekannten, der ibn mit bet Abhebung deü Briefes beauftragt habe unb in einer Wirtschaft auf .Im warte. Doch erwieset? s?ch seine Angaben als unwahr. Ter Angeklagte ist geftänbig ttnb will burch Romanlektüre unb Berichte ein« Frankfurter Blattes zur Tat verleitet worben sein. Tret medi­zinische Sachverständige bezeichneten ihn in ihren Gutachten als geistig minderwertig. Tas Gericht erachtete ihn für strafrechtlick verantivortlid?, brachte jedoch die Bewertung seiner beschräiikter ZurechiiungSfähigkeit bei der StrafznMessung zum Ausdruck, indem es auf die verhältnismäßig gelinde Strafe erkannte.

Z?? einer Gesamt strafe von IJahr 6 Monaten Gefängnis

wurde der Strafgefangene S. S. von Temesvar verurteilt, tr besuchte im vergangenen Jahre einen Gießener Geschäftsmann, gab sich ihm gegenüber als Mitinhaber emer Wiener Firma au5, Pihrte ihm ein Fnßbodenrciniglingsmlttel als neue Crf?nb??ng vor und schloß schließlich mit ihm einen Beitrag, nach dem er ihm die alleinige Herstellung unb den Vertrieb des angeblich gesetzlich ge­schützten Mittels für Gießen und Umgegend verkaufte. Ten Ver­trag unterzeichnete er mit dem Namen Der nicht bestehenden Firma unb verschwand mit der Anzahlmig von 100 Alk auf Nimmer­wiedersehen. Tas Rüttel ist weder gesetzlich geschützt, noch wegen seiner cheinischen Zusammensetzting verwendbar. Tie Tal des An­geklagten charakterisiert sich strafrechtlich als Urkuitdenfälschnng ?:nd Betrug. Wegeii zahlreicher Betrügereie?? ist der Angeklagte viel­fach, m den letzten 10 Monate?! allein von sieben Gerichten vor­bestraft. Ein Rionat der erlittenen Untersuchungshaft wurde aus die erkannte Strafe aufgerechnet.

Verletzung der Eidespfltcht wurde dem Landwirt I. K. non S. zur Last gelegt. Der An­geklagte soll in einem vor dem Amtsgericht Drtenberg anhängig gewesene?? Zivilprozeß ????ter Eid fahrlässigerweise Tatsachen be- hauptet Haven, die der Wahrheit ??ichl entsprechen. Turch die widersprechenden Zeugenattssagen der damaligen Prozeßparteien und anderer Zeuge?? konnte sich das Gericht von der Schuld deS Airgeklagte?? nicht überzeuge?? und sprach ihn frei.

Unerfreuliche Z u st ä n d e herrschen ii? bei?? Armenhaus ii? Klein-Karben. Die Insassen J.T. Eheleute unb I. W. Eheleute sinb inteinig, Zusammenstöße zwische» ihnen wege?? ber räumliche?? Verhältnisse unausbleiblich unb An­klage wegen Körperverletzung, Bebrohung m?b Ruhestörung bie un­ausbleibliche Folge. Das Schöffengericht Vilbel hatte aus diesei? Grü??den ben I. T. zu einen? Monat Gefängnis und bre? Tagen Haft unb besten Ehesrau zu z?vei Rlouaten Gefängnis unb drei Tagen Haft verurteilt. Auf die Berufung ber Angeklagten wurde das erstinstanzliche Urteil a??faehobe?? unb gegen bie beiben An­geklagten auf je eine Woche Gefängnis erkannt.

Wege?? Vergehe??? g e g e ?? bas Viehseuchengesetz würben die Angeklagten 'Di. R. von WeningS, H. St., E. G., Ehr, Sch. unb I. V. von Hitzkirchen zu je 15 Mk. Gelbslrafe verurteilt. Sie habe?? aus Preußen Klauenvieh e???geführt unb entgegen den Verwaltungsverorbnungen in Gehöfte?? untergebrad?t, Die mil anderem Klauenvieh bestellt rvaren. Das Gericht empfahl ben An­geklagte?? bie Einreichung eines Gnabengesuchs, ba es zufolge der gesetzlichen Bestimmungen m?ch in Erkenntnis ber Notlage ber An­geklagten eine Freisprechung nicht erzielen ko??nte. Z?vei weite« A??geklagte, bie Lanbwirte W. F. und A. K. vo?? Hitzkirchen rvurber wegen besselbei? Vergehens jreigesproche??. Sie hatten, bevor Hl die Tiere aus Preußen einsührren, bei dem zuständigen KreiSanr ?1ber die gesetzlichen Bestimmungen telephonisch (Srfunbigungen ein- gezogen, bie ihnen aber, sei cS burch ihre?? ^Beauftragten, sei et durch em Versehen des betreffenban Beamten, falsch übermittelt morde?? wäre??.

** Tas angesagte gute H a f e n j a h r ist zum Leidwesen für die Jäger nicht eingetroffen. Äe Hasen zeigen sich in verhältnismäßig geringer Anzahl im Revier. Man versicherte dagegen mehrfach, daß die Hafen in diesem Jahr besonders feist und kräftig entwickelt seien.

Kreis Alsfeld.

§ Merlau, 27. Okt. Gestern ereignete sich hier ein recht bedauerns?verter Unfall. Das einzige, 4 Jahre alte Töchterchen eines hiesigen Landwirts, welches beim Dick- wurzruahlen zugegen war, hatte in einem unbewachten Augen­blick bie Hanb in den Trichter ber D i ckw u rz m ü b l e ge­steckt, wob??rch ?h?n der Mittelfinger der rechten Hand voll­ständig auSgerissen und der Ringfinger loSgerissen und zerquetscht ivurbe,

Kreis Friedberg.

k. Butzbach, 26. Oft. Gemeinderatssitzung. Ctadtrechner Bayersdorf hat für feine Anstellung als Stadtrechner ein Tankschreiben an den StadtvUstand gerichtet. Oppenheimer be­antragte alsdann auf die nüchffe Tagesordnungdie Gehaltsregu­lierung des Stadtrechners Bayersdorf" zu setzen. Tem Einträge wurde zugestimmt. Bürgermeister Flach berichtete, daß die Be- sci-werde des Realschuldirektors Schnell n>egcn ber Schuldiener­wohnung, in dem von Kreisrat Schliephake abge halten en Termin hier erledigt worde?? sei, habe man sich dahin geeinigt, daß ber neue Schuldiener Ad er hold die Tienstrechnung in der Realschule be­ziehe. Testen Besck-n>erde wegen Beseitigung der Sckmitzelgrube in dem Garten des Oekonomen Reitz sei dagegen nichl erledigt, da Reitz die Grube nicht beseitigen »volle, weil sie früher vor Hande?? gewesen als das Realschulgebäude erbaut worden sei. Tie Angelegenheit rourte der Baukommission überwiesen und diese beauftragt, eine Ortssatzung auszuarbeiten. Nach der kreis- amtlichen Verfügung vom 8. Oktober 1912, die verlesen wurde, empfwhtt das Kreisamt die Aufnahme der Bestimmung i?? das Ortsstatut, daß auf den mit Vorgärten versehene?? Grundstücken die Vordergebäude mindestens 3 Meter von der Nachbargrenze entfernt bleiben, und daß der Sroifdienraum zwischen der Nachbargrenze unb dem Vordergebäüde auf bie Tiefe des letzteren unbebaut liegen bleiben muß. Oppenheimer teilt mit, daß diese Bestimmung bereits in dem neuen Entwurf des Ortsbauskatuks von der Baukommission vorgesehen worden sei. Dem Lehrer Bauer wird gestattet, in der Gutenbergsttaße einen Fußpfad auf feine Kosten Herstellen zu lassen, unter der Bedingung, daß er denselben sofort ohne jede Entsck>ädigung entfernt, wenn es von der Stadtverwaltung verlangt wird. Ter Anttag Tröster, die elektrische Lampe in der Gutenbergsttaße in ber Nähe des Garten zauns des Lehrers Grohe anjubringvn, wurde mit (Stimmenmehrheit angenommen. Ter Antrag der Baukommissivn, Anbringung einer elektrische?? Lampe in der Taunus Straße in der Nähe des Pinzersdren Hauses, rm?rde auf Anttag Heyd vertagt, da erst eine Augenscheinnahme stattstnden soll. Bürgermeister Flach teilte mit, baß der Kassenschrank der Stadtkaste Eigentum des ehe­maligen Stadtrechners sei und ein solcher für dieselbe cmgeschastt werden umsse. Ter Gemeinderat beschliefp, diese?? Gegenstand aus d?e nadme Tagesordnung u? setzen. Die Finanzkonunifsioi? wurde beauftragt, mit der Ausarbeitung eines Statutentwurfs über Filialsteuer, eines solchen über Befreiung der E?n komme»? bis zu 499 Mk. von der Gemeindestkcher, der Prüfung der Rechnung des Armenfonds für 1911 und des Vor­anschlags des Am?ensondS für 1913. Oppenheimer berichtet über seinen Antrag: Lehrmittelfreiheit, fol­gerndes: -Lae Schulkinder, deren Ernährer 1200 Mk. oder weniger E?nko?nme»? hat und vo»? den? gleichzeitig 2 Kinder, oder mehr1 b?c schule besuche!?, erhalten sämtliche Lehrmittel kostenlos von der Zladt. -ber Nachweis über d?e Höhe des Einkommens wird von der Großl). Burgerme?stere? ausgestellt. Tiefe Unterstützung gilt nicht als Armenunterstützung in? Sinne des (Petzes. Tie 'Maßnahme tritt am 1. April 1913 in Kraft und wird von der Grosch Bürgermeisterei amtlick) bekannt gemacht. In den Voranschlag sind dafür 150 Mk. emzu,teilen. Gemeinderat Heil ist da gegen, da bereits den Minderbemittelten vom .KugelhauSsonds Bucher augescham toirrben. Er empfiehlt eine alljährliche Ver- otsentlichung Die,er Besttmmung. Bürgermeister Flach meift eben jattö daraus hin, daß fchon eine gennifc Lehmmielfreihett bestehe Lppenheimer em psi e hl t nodmials, ) ein em Anträge zu zu stimm en ba ct hiermit ein Recht schaffen wolle. Muller hält eine andere «Formulierung des Anttags Oppenl>e?mer für notroenbiq tiiben? er einen Fall ,dulden, worauf auch andere ^erfonen bie ein höheres (hntonnnni als 1200 Mk. haben, bedürftig feien xr. o g t brridjtete über bk gehabte Besprechung mit dem 'Wi'f tn A t H v Vt'Urmii taf «M \ ... Q3___ - , , » man einen höheren

JMrag mr Tehnnittel in ben Voran,drlag einstellen solle, den man dein Hauptlobrer zur Versügung^ stelle. Tie von bn Bürger­meistern attiabrlut auigcftelltc ^rchülerliste könnte in vom Ge- mcinbcTat geprüst nxrben. Oppenheimer beantragt Abstimmung U?Ct( K111 $er ^"trag wurde mit 6 gegen 6 Stimmen abgdefmt. -He v d sprach ui ausführlicher Weise über innen Antrag bnrnsend: Einsührung des Giroverkehrs bei ber <51 a d^t ka ss e nrit einem kiesigen Bankinstitut. Er schlägt vor e?Rcn ^ch^verkebr mit dem Vonchufwerein emrusühren, da die -Stadt seither schon zur größten Zufriedenheit mit dem Vor sckmßvcrem int Konwkorrenlverkekn aestanden habe Ter Vor 'lüutzverein in au E^enostenschaitsrcginer mit unbadnänFtn öaf hing eingetragen und biete der Stadt genügende Garantie Scnb bittet auch Ternedyin dem Vorschi'ßverein bas Verttaucn schenken

Kaninchen- und Geflügel-Ausstellung in wieseck.

Wieseck, 27. Oft. Der Kaninchen- und C6e* slügel zücht verein veranstaltete bei Gastwirt Bierau gestera und heute eine Allgemeine Kanin che n - und Geflügel« Ausstellung, die auch aus der Gegend von Frankfurt und Kassel reid, beschickt war. Unter ber Hauptabteilung Kaninchen waren alle Rassen vertreten, besonbers Farbenkaninchen. Tai Zuchtmaterial war im allgemeinen recht gut, unb es mußte manches gute Tier bei der Preisverteililitg leer ausgehen. Tic Erösfnung der Ausstellung geschah durch den Bereinsvorsitzende» Adolf Rau. Sonntag nachmittag fand bei Gastwirt Bierau eine Versammlung des Mitteldeutschen Kaninchenzuchtvereins statt. Tie Preisvcrteilung hatte folgendes Ergebnis:

^..'Abteilung Kaninchen: Alttiere. 1. Belgiscke Riesen. Ehrenpreis Franz Moritz-Trol»e, 2. Preis Jakob Rotb-Trohe, 2. Preis K. Hünermnnd-Wieseck: 2. Franzö^ fische W i b b r r: _ Ehrenpreis Kornelius Sdsuhmachcr-Frank- surt, 3. Preis I. Hämmerling-Eppstein: 3. Deutsche Rie­sen, checke: Ehrenpreis Hch. Müller-Gießen, 3, Preise G- ff-

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