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Der Kampf um Adrianopel.
Das Reutcrbureau meldet aus Sofia: Nach Prioat-
Be'lgrad, 26. Okt. Amtlich toirb gemeldet, daß Uesküb um 2 Uhr nachmittags von den serbischen Truppen
afelöl
nd Mayonaise
Vom griechischen Kriegsschauplatz.
Athen, 27. Okt. Hier traf folgendes Telegramm des Generals Sapundjakis aus Ar ta ein: Unsere Armee nahm gestern abend Philipipiadha, Luros, Leotb^-rochorr und die Brücke über den Pantanafsa ein und darauf Strivina. Tie türkischen Truppen befinden sich auf der Flucht. Sie ließen große Mengen Munition, Lebensmittel und Kriegsmaterial zurück. Em türkischer Offizier und zwölf Soldaten lugrbcn Nemngen Ich nab die nötigen Befehle, um die Sicherheit der Bewoh n er des eroberten Landes ohne Untersclncd der Religion zu gewährleisten. _ „ . ....
Konstantinopel, 27. Okt. Tas KrregsrNrnisteri»m veröffentlicht folgende amtliche Meldung aus Janina: Um den Feind ins Im,ere zu locken und ibn dann zu vernichten, ließ die Militärverwaltung Kasa Luros absichtlich ohne Truppe Tie Türken unternahmen am 23. Oktober einen Angriff auf Kumuzade und die .Höhen von Cribowo. Tie Höhen wurden sämtlich wiedergenommeii. Ter Feind, der bedeutende Verluste erlitten hat, wird eifrig verfolgt.
Ein Telegramm des Valis von Janina meldet einen Lieg über bie Griechen bei Kasa Louros.
Der Berliner „Lok.-Anz." hat aus Athen erfahren, in K u m t h a b e im Epirus seien bieFrauenunbKin- bct auf Befehl eines höheren türkischen Offiziers in ein Haus gesperrt unb unerhört grausam b cf) anbei t worben. Etwa 25 ganz junge Leute würben erschossen.
Tas ist selbftverstänblich eine einseitige und wahrscheinlich parteilich gefärbte Darstellung, ber man nicht ohne weiteres Glauben schenken barf.
Das „Berl. Tagebl." melbet aus Konstantinopel: Amtlich verlautet, baß gestern P r e v e s a von griechischen Schiffen bombarbiert würbe. Diese hätten sich aber unter dem Feuer des Forts zurückziehen müssen.
die Aufforderung unbeantwortet.
Tie Kämpfe mit den Montenegrinern.
Rjeka, 26. Okt. Bon militärischer Seite wird über die Kampfe bei Skut ari gemeldet: Die montenegrinische rechte Flügelkolonne unter General Martinowitsch ist bereits im Besitze der Höhen westlich von Tarabosch unb gefährdet so die türkische Hauptstellung, die auch I aus fübfidjer Richtung von Oblika bedroht wird. Sobald
Lin Hilferuf der Ortet?
Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus London: Nach einer Blättermeldung soll die Türkei während der lehtent8StundendnrchihreBotschafterinden europäischen Hauptstädten wiederholt versucht haben, die Mächte zur sofortigen Intervention zwecks Beendigung des Krieges zu bewegen. Die Türkei sei zu weitgehendstem Entgegenkommen bereit.
Vielfach spricht man von einem Wechselt m Thron - w e s i r r a t. Kiamil, -er nachts vom Sultan empfangen wurde, soll .Großwesir werden.
Der „Ilbam" verlangt, daß der Sultan sich auf den Kriegsschauplatz begebe.
Auf ber deutschen Botschaft in Konstantinopel, wo sich ein Lazarett befindet, sind die ersten' zehn leicht verwundeten türkischen Offiziere eingetroffen:
Ter Pferdebahnbetrieb in Konstantinopel.
Ta die Pferde der Straßenbahn requiriert wurden, ist der Pferdebahn betrieb in Per a eingestellt worden, während der Verkehr in Stambul aufrechterhalten wird. Info^e der Bemühungen der deutschen Botschaft ist jedoch eine Abmachung mit der Behörde getroffen worden, nach welcher die Regierung nur ein Fünftel ber vorhanbenen Pferde requiriert. Infolgedessen können drei Gesellschaften, die den deutschen Schutz in Anspruch genommen haben, den Betrieb aufrechterhalten.
Tie türkische Zollverwaltung
gibt bekannt, daß die Waren aus Bulgarien, Griechenland, Serbien und Montenegro vom Tage der Kriegserklärung ab einem Ein fuhrzoll von 100
Die montenegrinisck)en und serbischen Truppen vereinigten sich gestern in Sienitza, wo eine freudige Be- grüßung erfolgte. In Eetinjc unb Rjeka erweckte diese Meldung große Begeisterung. Ter Kronprinz Tanilo begab sich gestern früh zu dem Berge Tarabosch. Tie Operationen ruhten gestern wegen des Regens. Heute früh versuchten die Türken einen Gegenangriff. Es entwickelte sich ein Kampf, dessen Ausgang unbekannt ist. Der König Nikita begab sich heute morgen in Begleitung be- österreichisch-ungarischen unb bes italienischen Militärattaches, bes serbischen Generals Alanskowitsch unb ber biplomatisckxm Vertreter ber Balkanstaaten auf bas Zcklachtselb. Es verlautet, ber König habe burdi einen Parlamentär bem Oberbefehlshaber in Skutari Vorstellun- qcn machen lassen, daß ein weiterer Widerstand nutzlos ! sei unb, um ein unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, die lle Vergabe vollzogen werden möge. Skutari, das von ber Außenwelt vollständig abgeschnitten ist, ließ bisher
Neue Kämpfe-
Tie türkischen Abendblätter vom Samstag bringen Orivattelegramme über neue deftige Kämpfe der Türken mit den Bulgaren vor Abnanopel. xie Bulgaren drangen danach von den Holten von Marasch bis auf hausend Meter an bie Befestigungen heran, erlitten aber unter dem Feuer ber Artillerie unb ber Infanterie große Verluste. Ter Kommandant von Adrianopel erließ eine Bc- fiinntmadiung, baß die Kampfe fortbauern unb zwar mit (yrfolqen für bie türkische Armee, bie ihre Pflicht tue
Sofia, 26. Ott. In ber Oeffentlichkeit befestigt sich d,ic Annahme, baß Abrianopel nicht planmäßig belagert, fondern wie Kirk Misse durch ungestümes S rau so eh en erstürmt werben soll, umsomehr, aals aus verschiedenen Melbiingen hervorgeht, baß bie Ver-
9nnOi re»»: monatlich 75BL, Giertet- inhvltd) Mk. 9.20. durch 'Jlbbole- il Zweigstellen monalhcti 60 IM.; durch tue Bost V1’IL 2.—viertel- jähvL ausjchl. Bestell^. 3eilenprei»: lokal IbPl, airfroärtl 20 Pienmq. 0 velredakteur: A Goetz. BeraniivoNlich für den politischen Teil: August Goetz. für ,Feu»Ue- io»*, .Vermischte«' und .Genchlssaaf: K.Neu- ratb; liir .Stadt und Land": E.Hev; hit den Anzeigenteil. H. Beck.
die ans 15 Zentimeter-Mörsern bestehende Angriffsartillerie in wirksame Entfernung herangebracht ist, dürsten die türkischen Befestigungen sich trotz tapferer Gegenwehr kaum länger halten können Nordöstlich voin ojutnri» s c c ist die Kvlonne des Kronprinzen tanilo bi» in die Gegend von Braks vorgedrungen und steht nur noch I bis 5 Kilometer von den türkischen Verschanzungen bei Schtoj nördlich von Skutari und wird im Lause des Tages noch näher heranrücken. ,
Kronprinz Danilo dirigierte 11 Bataillone und meh rcre Gebirgsbatterien von Golemi über den Drinfluß zur Umgehung der Höhen zwischen B a r d a n j o l t und der Stadt Skutari, gleichzeitig überschritt die rechte Kolonne unter General ^artino Witsch bei Samrie den Bojanafluß, um .Skutari von der Südseite her anzugreifen. Ein heftiges.Artilleriefeuer ilnterstützle die.Insanterie. De» Kampf dauerte .um drei' Uhr nachmittags noch an.
Romantik auf dem Schlachtkelde.
Heber ein Säbelduell vor bei Front berichtet, wst aus Paris gefdmeben wird, der Korrcfpondi'nt des „Journal" in Eetinje: „Man bewundert hier unumwunden den Mut der kämvsenden Türken. Im Spital von Rjeka sah ich einen türkischen Offizier, dessen Kopf und Schultern fürchterlich von Säbelhieben zerhackt waren. Er hatte eine klaffende Wunde über ber Stirn, einen gräßlickwn Schnitt am Halse, Löcher in der Brust und selbst schwere Verletzungen an den Armen. Er war noch ganz jung, hatte einen Vorposten vor Larabosch befehligt und war den montenegrinischen thia ein entgegengeritten: bann hatte er mit lauter Stimme die feindlichen Heerführer heräusgefordert unb geschrien, der Tapierste von ihnen möge kommen und mit ihm einen Zwei k a m p s aus,'echten.
Es war Abend, der Mond schien hell über tue Fehcnlanb« schüft. Ein alter montenegrinischer Offizier, Sße- ter an aller Heldeukämpse, nahm die Herausforderung an. Die beiden Männer standen sich gegenüber unb hieben nut ihren Säbeln nach den striktesten Vorschriften eines ehrlichen Duells aufeinander los. Ter Montenegriner erhielt nur einen Streich über bie Schulter, aber ber Türke würbe in gräßlicher Weise verfäbelt Lange hielt er stanb mit blutbebecktem Glicht: trotz- bem er kaum noch sehen konnte, fuchtelte er unausgesetzt nut seinem Schwert um sich. Dann fiel er zu Boden. Sein Feind beugte sich über ihn nieder, reinigte die Wunden und rief HUse herbei. Sorgsältigst wurde der Türke nach Rjeka gebracht, wo • er noch in Behandlung ist. Er weiß, daß er sterben muß scherzt aber und sagte, als er den Kanonendonner von Tarabosch herüber- i bröbnen hörte: „Möge Gott verhüten, daß die Kugeln meinen eiten Gegner treffen. Er verdient den Tod mit blanker Waffe.
(Cbtrbttt, Unterbett, 2 M mit boppflt fiereinigtntnrr if(bent,tcli.Setftni5,19Ji. ■
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eingeirommen worden ijt.
Um 7.20 Uhr ist die amtliche Bestätigung von der Einnahme Ueskübs eingetroffen. Die fremden Konsuln gingen dem ferbifdyen Kronprinzen entgegen unb erbaten seinen Schutz für die Bevölterung der Stadt Uesküb.
Der Einzug des >bronprinzen in Uesküb vollzog sich
»/mw --------------.feierlich. Die Konsuln wohnten ihm in Uniform bei. Am
fit'[bungen aus der Umgebung Adrianopels »stein eil g.achmittag nahm der Kronprinz an dem Gottesdienste kldrianopels durch bulgarische Artillerie in Brandl bcr |cr5i|cf)rn Kirche in Uesküb teil. Der offizielle a.-schoss en worden. Die Bulgaren hätten drei Forts $ t übcr von Uesküb spricht davon, daß
gr u 0 m m e n , das Fort Marasch, in dem 1600 Oiciangenc ^.c' dürfen aus Uesküb geflohen seien.
,-macht worden seien, das Fort Havaras, das ,\ort bei ti um anoroo
eufiUr unb den -ustcrixsib bet Stabt gelegenen delgrak Amttich we"e.7 io.genbe Ein-
' 96 DFt ^n der aestriacn Nacht zelheiten ü b e r d i e S ch l a ch t b e i K il m a n o w o gc-
*:• erforderlich sein sollte, gezwungeii, die ^ruppen zi I '"vfuriit' acidilaaen. Die serbischen Truppen
i iterstützen. Personen, die beunruhigende Eeru itt ver-Lr^eu ten 30 Kanon c n. Unter den bei Kumanowo "C,,4a.t f°t ü ?!i' die ™r ”e ini fter ium rerüfsent. Gefallenen besinben sich zahlreiche Lffiziere unb Solbaten
d’te Weber am frreitag noch ant Samstag SRtftedunaen | au« unb fcrbii(fKn Trubven vet.
iber die kriegerischen i perationen. xsit Militär.scheu „reisen ist man der Ansicht, daß die Bulgaren Adrianopel telagern wollen, da sie östlich pnd westlich der Stadt Bc r-ftigungcu errichten. Wegen der Möglichkeit der Belage- ■ung ziehen sich immer mehr Einwohner nach Tede Agatsch und'Konstantinopel zurück. Tie A d r i a n o p e l e r A r m e e
log am Freitag abend, vaterländische Lieder absingenb, -r.i die Festung ein Ter Kommandant vcrösfentlichte eine Lrollamation, in der es heißt, die Ostarmee beendete ihre Wattierung und benötige keiner Verstärkungen mehr Adria i-opel wird nach dem Muster von P lew na verteidigt.
Hr. 254 Erstes Blatt 162. Jahrgang Nontag, 28. Gttoder 1912
T er flefjeiier »nzet-e, V
W GtehenerAMM
, ernsprech - Anschlliste:
SS General-Anzeiger für Oberhessen
Annahme^ von Anzeigen Rotationsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinöruderd R. Lange Redattion, (Expedition und vruderei: bchulftrahe 7.
” cornmmgen9niii^ vüdingen: Fernsprecher Nr. 2b9 Geschäftsstelle vahnhofstrahe lb2.
umfnht in Poitou Ibinbuna ber Adrianopeler Armee mit der ans r'
Die heutige Nummer umfaßt 10 beiten. lmc aurt) mit ben gegen liot.ta ,
--------------—— Ikonzentrierten Truppenvolllomm n abgeschnitten uni d
Die Kriegslage auf dem Balkan, '31C mrb
2lt»rianopel von ben Bulgareii umzingelt, Uesküb und A rn t l i di wird' folgende Depesche des W a l i v o n ; f^ovibazar von den Serben genommen, skutari den Monte- lUhriaziopci bekannt gegeben: Im Laufe der Kämpfe I*H'grinern preisgegeben und Janina von den Griechen be- Kirk Kilisse bewies die Division des Obersten Hilmi I dioht! Tas in das Fazit der gegenwärtigen Lage aus bem gro^c japfCrteit und fügte dem Feinde Verluste zu, die iegsschauplatz, wo die Türkei vor dem ersten, mit be-1 groß jvaren, als ihre eigene Essektivstärke betrug.
. nirrten«troerteni Elan unternommenen Vorstoß des Balkan ^er entfernt sich von Kirk Kilisse.
' virrbnndes auf der ganzen Linie zurückgewichen ist. Ob die ^ach Meldiingen aus Konstantinopel besteht dort die Ab-
? brrd) fHncrlei Konstantitiopeler Schönfärberei zu vertuschen- bcn Zohn des Grospvesirs, General M a h m u d M u t
ben .'heberlagen nun auf die mangelnde Vorbereitung ber tar Pascha, dem man die Schuld an der Nieder- Lirfen, ob sie auf die Unterminierung des Onizierkorps s^ge von Kirk Kilisse beimißt, vor ein Kriegs- ober endlich aus die mangelnde nationale Geschlossenheit zu stellen Sicher drohen ihm schwere Strafen,
n. rückzuführen ist, das ist für die Kriegslage zum Schluß ' Konstantinopel, 26. Okt. 8 Uhr abends. Korr Bur > n ,-ht ai'sschlaggebend. Wenn man sich aber vor übereilten Das Ministerium des Aeußern erhält soeben von dem Kriegs Ecfilüffen hüten und immerhin feststellen muß, daß die bis minislerium die Meldung, daß Kirk Kilisse wieder genommen I) l(ini ^,C1K> bc,3 Balkanvierbundes noch keine entschei-1 wordeii sei Man ist bier über das »wied^: genommen' erstaunt, t iN'n jffid da das Gros der türkischen Feldarmee nod) ba man allgemein geglaubt batte, daß die Bulgaren in Kirk Kilts,e 0 OTt mc iniart ift, so wird man es doch immerhin als überhaupt n,d« nngoogni Taen,
}’ atter ÄWu tonftantin^to^ffiXl bie «ntunft jal,I-
|I“1US!,.T (hnrfif «.»uff» „neh hnni Art des Berliner Der Der bulgarische Ministerpräsident Geschont
kaae5 und den Resckrmen für Mazedonien? Wer glaubt bat dem Vertreter des „Mir" gegenüber folgende ^ils;e- cuu- noch daß die Bulgaren freiwillig auf ein trüstiges rimgen bemacht:^Die Bedeutung des von Kirk Kilt st
n. St "Li ^‘unb' e^Ä'^nk We^n
fc^aff ® tSÄ "ftart airUneni*trSt)aifeen?mirb sie sich in bi^^tarfenÄertu^nidülmiten tonnten o ... (X. thrnriipu • M tri 71 4daterland must arößer sein! Iwerden sie auch weiter südlich schwerlich ^ölderstand letjti n
^berrit'0 Shmm^n6 ohne tonnen. %arum wären Wie best en Frennde ber
ikrÄWÄ CXÄ °°"r. nun g7l o'feisä StM^f o'-t z ufe st en. je richer. MZZUZZW MWW-ZM Ich- gefährliche Probe gestellt werden. Der französische 'wünschten, könne der Friede sehr bald geschttfu sein. " I niftcipräiibcnt, der in Nantes eine große Rede ge-j llCSfÜb VON ÖCR ScrbOR geNOMMeN!
ten hat, hat trotz seiner Hoffnung aus Erhaltung des I !- llsriedens diese schwierige Lage angebcutet unb zugc-
u beit, daß viele verschiedenartige Interessen an der fünf rinen Weftattung bcr Dinge auf bem Balkan mitspieleit. N im es bann schließlich gelingt, ohne neue Kriege btefe Streitigkeiten zu schlichten, wird vielleicht manches jetzige „k inveruehmeii" in bie Brücks gehen.


