K-onstantinopel, 24. Nov. General Torgut Schefket Pascha ist mit dem O b erb e f eb l über die bei Gallipoli zur Abwehr eines griechisch-bulgarischen Angriffs auf die Tardanellenforts zusammengezogenen Truppen beauftragt worden.
Der Berliner „Lok.-Anz." meldet aus Konstantinopel: Zwei französische Offiziere habe» in der Tscha- tal-schalinie die U e b e r l eg c n h e i t der.Krupp- aeschüpe über die französischen Fabrikate festgestellt. Bei Lue le-Burgas fehlte es den Türken an Munition, die bei Tschataldscha reichlich vorhanden ist.
Ein neuer Ausfall aus Adrianopel
Sofia, 25. Nov Tie Besatzung Adrianopels unternahm gestern einen neuerlichen Ausfall gegen den südlichenTcildcrbu lgarischenB e lager un gs- armee, wurde aber mit sehr bedeutenden Verlusten zurückgeschlagen.
Sofia, 25. Nov. Tie jüngst einberufenen Rckru- ten des Jahrgangs 19 13 werden nach genügender Vorbereitung zum Kriegsschauplatz abgehen.
Chios durch die Griechen besetzt?
Tas Reutersche Bureau meldet aus Smyrna: Chios soll durch die Griechen besetzt sein.
Die serbische Siegesfreude.
Belgrad, 25. Nov. Die Armee des Kronprinzen erbeutete in Monastir 51 türkische Geschütze. Insgesamt wurden bisher 200 Geschütze erobert und in Monastir 10000 Gefangene gemacht. Nach dem Fackelzug am Samstag veranstaltete die Menge vor den Gebäuden der russischen, englischen und französischen Gesandtschaften in Belgrad Kundgebungen.
Serbische Gräuel.
Der „Daily Telegraph" meldet aus Durazzo vom 24. November: Flüchtlinge aus Prizrend und anderen Orten Albaniens berichten, daß die Serben die albanische Bevölkerung niedermetzeln. Aus Pana kommt die Nachtricht, daß die Serben ihre türkischen Gefangenen töten. Die Mohammedaner bitten den österreichischen Konsul um Schutz für ihre Familien für den Fall eines serbischen Einfalles in Durazzo, indem er sie entweder auf einen Dampfer im Hafen befördert oder ihnen im Konsulat ein Asyl gewährt.
Serbien wünscht von Griechenland Proviant.
Nach einer Pariser Blättermeldung aus Belgrad habe der serbische General st ab bei den griechischen Behörden angefragt, ob sie den an der adriatischcn Küste operierenden Truppen Proviant liefern könnten. Ter König von Griechenland habe telegraphisch geantwortet, er werde hocherfreut sein, den serbischen Truppen seine Bewunderung für ihre Tapferkeit dadurch zu bekunden, daß er den griechischen Dampfern den Befehl erteilen werde, den serbischen Soldaten die erforderlichen Vorräte zu bringen.
Griechisch-türkische Kämpfe.
Athen, 24. Nov. Wie das Kriegsministerium mitkeilt, hat gestern ein Kampf zwischen einer türkischen und einer griechischen Abteilung bei C h r y s s o w i tz a ßatt- gefunden, wobei die Türken nach achtstündigem Kampf mit einem Verlust von 200 Mann in die Flucht geschlagen wurden. Auf griechischer Seite betragen die Verluste drei Tote und 10 Verwundete.
Ocffnmrg der Dardanellen.
London, 25. Nov. Lloyds Agentur meldet aus Konstantinopel: Die Dardanellen sind geöffnet.
Tic „Tägl. Rundsch." meldet aus Belgrad: Ein Teil von zwei am Tienstag nach Adrianopel abgehenden Divisionen geht nach Tschataldscha.
veutschLS Reich.
Der Kaiser ist am Montag nachmittag um 4 Uhr 5 Minuten nach Donaueschingen abgereift. Dort sind aus Anlaß der Vermählung der Prinzessin Lotti zu Fürstenberg mit Dr. Hugo Vincenz, Fürsten Wiudisck)-Grätz, ferner etwa 100 Gäste eingetroffcn, darunter Herzog Albrecht von Württemberg, Herzogin Marie Antoinette von Mecklenburg, der Chef der Familie Windisch-Arätz, Fürst Alfred mit Gemahlin, die Eltern des Bräutigams, Fürst und Fürstin Hugo, sowie zahlreiche Mitglieder und Freunde der Häuser Fürstenberg und Windisch>Grätz. Die Stadt Donaueschingen ist mit Fahnen, Guirlandcn und Ehrenpforten prächtig geschmückt.
Der Bun desratsausschußfürausw artige Angelegenheiten
wird am Donnerstag, den 28. November, zu einer Sitzung zusammentreten, um, nne in früheren Jahren, Mitteilungen über die Fragen der auswärtigen Politik cntgegen- zunchmcn.
Gründung einer nationalen Bolksvcrsicherung.
Zur Beratung ber Frage betreffend Gründung einer nario- naten Volksversicherung sand unter dem Vorsitz des Staats Ministers v. Möller im Landeshause der Provinz Brandenburg eine Versammlung statt, zu der 3 3 Vertreter der Reichs- regieruna, der Regierungen der B u n d e S st a a t c n , sowie etwa 80 Delegierte wirtschaftlicher Körper ) d) a i t c tt und eine Anzahl ^lbgeordnercr des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses aller bürgerlichen Parteien er- schicnen waren. Ter Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit einer kurzen Anspradre, in der er hervorhob, daß es sich lediglich um eiilc rein sachliche Erörterung der Frage handele, ob und wie eine nationale VollSversidwruug zu sdmsfen sei. Als einen groben Irrtum bezeichnete er die Auffassung, welche in der Presse hervorgetreien sei, als ob in der heutigen Versammlung eine einseitige Parteinahme für eine öffentlich-rechtliche Versicherung beabiichtigr sei. Ein Teil der Eingeladenen halte diese Form für die richtige, ein anderer Teil der Erschienenen lehne diese Form ab und stehe aus dem "Boden der privaten Versicherung. In regem MemungSauStausch solle unter Wahrung absoluter Neutralität eine Klärung der Frage herbeigesührt werden. Generallandschastsdirekwr Kapp nahm dann das Wort zu einem rein objektiven Bericht über die Gesichksounkte, welche bei der Ausgestaltung einer nationalen Volksversickierung verwirklicht werden müssen, menn diese ihre Ziele zum wirklichen Wohle der breiten Volksmassen crreidien wolle Im Anschluß an diesen Vortrag nahm dann eine Anzahl Herren der verschiedenen politischen Richtungen daS Wort, unter denen die Vertreter von Gew-rlschatten und anderer Arbeiterorganisationen überwogen Ein Vertreter der privaten Lebensversictrerungsg-sell schalten madne nähere Mitteilungen über die erfolgte Bildung einer gemeinnützigen Volksversidwrungsanstalt durch 26 private Ver- ttcherungsgeiellschasten. Nackt mehrstündiger lebhafter Ausiprackx- bei der teder Standpunkt voll zum Ausdruck kam, beschloß man, einen ständigen Arbeitsausschuß einzusetzen, welcher die Angelegenheit weiter verfolgen soll
nr - Eine ReichStagSersatzwahl.
. . . fu b-ern ro,rt* gemeldet: Bei der Reichstags-
eriatzwabl für den verdorbenen Abgeordneten v Normann Kons) wurden am Montag ,ür Rittergutsbesitzer v. Flemming. Basenthm tKons.) 9699, .»auvtmann a T. v Puttkamer
fyzatl.) 3066 und tür Lagerverwalter M euer (Loz ' ,v2grimmen abgegeben. Es steht noch ein Bezirk aus. 2 i e Dahl Flemmings ist ge sicher t_________________________
Ausland.
Taufe eines österreichischen Prinzen.
Im Schloß Wartholz zu Reichenau fand am Sonntag die Taufe des Sohnes des Erzherzogspaares Karl Franz Josef statt. Als Taufpaten fungierten der Thronfolger Franz Ferdinand, in Vertretung des Kaisers die Herzogin Maria Antonia von Parma. Ter Täufling erhielt die Namen Franz Josef.
Im englischen Unterhause fragte der Konservative verbürgst den Marineminister Churchill, ob er Mitteilungen empfangen habe, daß Le st erreich -Ungarn 1913 drei weitere Dreadnoughts auf Kiel legt, die 1915 fertiggestellt seien. Churchill erwiderte, er besitze darüber keine offiziellen Mitteilungen. Verburgh stellte noch weitere Fragen und machte auf Zeitungsmeldungen über eine Erklärung in dieser Angelegenheit seitens der österreichischen Martnekommandan- ten in den Delegationen aufmerksam Ter Sprecher entschied, daß der Frager diese Frage vorher anzumeldcn hat.
Der internationale sozialistische Kongreß in Basel nahm einstimmig die von dem internationalen Bureau empfohlene Entschließung an, die u. a. erklärt, daß alles auszubieten sei, um den Ausbruch eines Krieges zu verhindern. Mit Bezug aus den Balkan krieg fordert die Kundgebung die sozialistischen Parteien Oesterreichs aus, i"re Agitation gegen einen Angriff Oesterreichs aus Serbien mit alter »rast sortpisetzen. Die Ausgabe der Sozialisten Englands, Fraittreichs und Deutsch- lands sei es, sich encrgii'd) der Eroberungspolitik in Vorderasien im Falle des gänzlichen militärischen Zusammenbruches der Türkei zu widersetzen. Das beste Friedeitsmitlel sieht die Kundgebung in einem Uebercinfommen zwischen Deutschland und England über die Einstellung der Flottenrüswngen und in der Beschränkung des Seebeuteredits. Zum Schluß fordert es zu Massenkundgebungen für den Frieden aus.
Adreßbuch W.
Die Luchstaben
A bis G
des alphabetischen Namensverzeichnisses liegen am 27. und 28. November zu jedermanns Einsicht in unserer Geschäftsstelle offen.
Verlag de; Adreßbuches
für die Stadt und den Kreis Sichen Schulstrage 7 9.
Arrs Stadt tut» Land,
Gießen, 26. November 1^12.
** Tageskalender für Dienstag, 26. Nov.: Stadttheater: „Ter Biberpelz.^ Slntang 8 Ul)t.
Vortrag von Herrn Reichel über Liebe, Ehe und Geschlechtsleben. Abends 8l/a Uhr im Felsenkeller (nur für Herren). w-
GroßherzogS Geburtstag. Auf folgendes von der Festversammlung im ,Gesellschaftsbaus abgesandtes Glü ck- )üiinfd)lclegrain m;
Seiner
Königlichen Hoheit dem Großherzog
Dar m ft a b t.
Aus allen Kreisen der Stadt Gießen versammelte Bürger bringen Eurer Königlichen Hoheit untertänigste treue Glückwünsche dar, in dankbarer Erinnerung daran, ,vas Euere Königliche Hoheit seit nnnmehr zivei Jahrzehnten auf geistigem, künstlerischem und wirtschaftlichem Gebiet zur Mehrung des Ansehens und der Güter des Volkes geschaffen haben.
Im Sluftrag : Usinge r.
traf folgende Antwort ein:
Provinzialdirektor Hunger Gießen.
Mit Freuden nehme ich die Mir ausgesprochenett Glnck- ivünsche entgegen und bitte Sie, Meinem aufrichtigen Tank 9(119= druck zu geben. E r n st L n d tv i g
** Verein ehemaliger 116er. Am Samstag abend feierte der Verein ehemaliger 116er im Cafs Amend den Geburtstag des L a n d eS fii r st e >t. Die Feier selbst erfreute sich eines guten Besuchs und verlief sehr scbön. An den Großherzog wurde folgendes Telegramm abgesandt: „Die zur Feier des Geburtstages Ew. Königlichen Hoheit versammelten ehemaligen 116er erneuern heute das Gelöbnis unroanbelbarcr Hessentreue. Ter Verein ehemaliger 116er." Am 25. Nov. lief beim ersten Vorsitzenden ein Telegramm des Großherzogs ein mit folgendem Wortlaut: „Ten ehemaligen 116ern, die Meiner heute so treu gedachten, sage Ich aufrichtigst Tank. Ernst Ludwig."
•• DaS Bteber bä Huchen konnte am Sonntag abend wieder einmal .nicht weiter. Das voll besetzte Zügle, das fahrplanmäßig 6 Uhr 55 Mm. in Gießen cintreffen soll, war bis Heuchelheim gekommen, dort wollte aber die Lokomotive nid)t weiter. Trotz der Mühe, die sich Führer und Schaffner des Zuges gaben, war der Zug nicht von der Stelle ztt bringen. Einige der Zuginfassen riefen durch Fernsprecher Automobile und Wagen herbei, während die Mehrheit der Fahrgäste, geführt vom Lokomotivführer und Schaffner, die mit Laternen ausgerüstet waren, zu Fuß den Weg nach Gießen machten. Die Beamten beförderten nach 3/4 Stunden mit einer anderen Lokomotive den nun leeren Zug von Heuchel- heiin nach Gießen. Wegen Maschinendefekten sind in der vorigen Woche die Arbeiterzüge abends wiederholt mit N/M'lndiger Verspätung in Bieber angelangt. Es wäre doch nun ernstlich an der Zeit, wenn die Eisenbahndirektion Frank- fnrt, der baS Bähnchen als Aufsichtsbehörde untersteht, bei ihm einmal nach den, Rechten sehen würde. Man sollte doch meinen, die Biebertal-Bahn wäre verpflichtet, betriebsfähige Lokomotiven zu unterhalten, damit sich der Verkehr pünktlich abwickeln kann.
** V o m Stadtverordneten Prof. U r ft a d t erhielten wir folgende Zuschrift:
Sehr geehrte Redaktion! Der Bericht über die Stadtoerord- netensitzung vom 21. dieses Monats enthält in dem Satz „Tie Stadtverordneten Tr. Edel, Plank, Habenicht, Urstadt, Löber ui'w., die seinerzeit gegen die Erhöhung gestimmt haben" eine Unrichtigkeit. I ch habe seinerzeit nicht gegen die Erhöhung gestimmt. Ilm mir das Unterschreiben des neuen Antrags zu ermöglichen, wurde ein besonderer Zusatz gemacht, der dem Berichterstatter des G. A. offenbar entgangen ist.
Zu der kleinen Polemik, die Sie bei dieser Gelegenheit gegen mich führen, bemerke ich folgendes:
Wenn Sie mit der Mitteilung, die Gehaltsvorlage sei durch die Stadtverordneten abgelehnt worden, den Satz verbinden, daß dadurch der Stadtkaffe eine Ausgabe von 73 000 Mk. ersvart werde, so enthält dieser Satz nicht die Feststellung einer Tatsache, sondern ein Urteil, eine Schlußfolgerung unb zwar eine falsche.
eie waren allerdings dazu berechtigt, roeil rie tnwlye der v.irnr, Öffentlichkeit den eigentlichen Sinn des Beschlusses nicht crftr.Tv* konnten. Ich zog daraus zur Begründung meines Antrags atr Oeffentlichkcit den Schluß, daß diese auch wegen der Pre>>'e ncL wendig sei, weil selbst die an der besten Stelle eingeholte In formation ein falsches Bild ergeben habe, und bedauerte, daß der beunruhigend wirkende Zusatz nicht sofort vom Herrn Oberburge» meister richtig gestellt worden sei. Ob man darin eine „merk würdige Auslegung" und eine „pädagogische Belehrung" crblufcr kann, stelle ich ruhig der ,,Auffassungsgabe der Beteiligten" anheim.
lieber den genauen Hergang der vertraultchen ö Stadtvcrordnetensitzung mußten wir uns felbitoerittinoiid) an die uns amtlich gemachten Angaben halten. SBai d:e Ablehnung oder Vertagung der Beamtenvorlage in der vertraulichen Sitzung vom 31. Oktober anlangt, io stimmt die Feststellung des Stadtv. Urstadt mir den Meinungen und Feststellungen trieler seiner Kollegen nicht überein so haben u. a. Beigeordn. Grünewald und Stadtv Sir» am 21. ds. Mts. in öffentlicher Sitzung bekundet, daß die Ablehnung endgültig erfolgt fei. Wenn
es sich nur um Rückverweisung an den Fi „an; ausschuß gehandelt hätte, so wäre die Stet
lung neuer Anträge, um die Angelegenheit miede, in Fluß zu bringen, nicht recht verständlich. Daß Pros Ur. stadt in der Wendung, der Stadtkasse sei durch den Beschluß eine Ausgabe von 73 000 Mk. „erspart" worden, o". scheinend die Hauptursache der Verbitterung unter den Beamten und Scbrem erblickt hat, schien uns wirUich em. unberechtigte Unterschätzung des Auffassungsvermögen:' der Beteiligten zu sein. Wenn Herr Urftadt dabei beharr:, daß wir mit dem genannten Ausdruck nicht lediglich eine Tatsache festgestellt, sondern schon eine Schlußfolgerung gezogen hätten, so dürsen wir diese Streitfrage mit bestem Gewissen einem salomonischen Spruchkotlegium überlassen
** Oberhess. Posaunenchöre. In der Herberge zur Heimat sand dieser Tage die jährliche Sitzung des Ver bau des oberhessischcr Posauncndtörc statt. Alt z der Tagesordnung ist von allgemeinerem Interesse die zunehmende Verbreitung der Sache: ein neuer Chor konnte ausgenommen werden, so daß der Verband jetzt 18 Vereine umsaßt. nächste Bcrbandssest wird voraussichtlich am 20. Juli 1913 j, Klein-Linden stattsinden, wo seit fast sechs Jahrzehnw! ein Posaunendwr besteht. Das Programm wurde im ganm nach den Vorschlägen des Verbandsdirigenten, Psarrer Kalbhen» Ober-Mockstadt, angenommen: nun heißt es: fleißig im Ein» chor üben, damit dann zum Fest keine Unstimmigkeit mch besteht!
Landkreis Gießen.
r. Klein-Linden, 25. Nov. Am SamStag wurde die hiesige elektrische Lichtanlage eröffnet und in Betrieb gesetzt. Als am Abend die Lampen der Straßen- belenchtnng in Hellem Glanze erstrahlten, füllten sich bit Gaffen mit Menschen, die da§ neue Licht mit lautem Jubel begrüßten. Die Anlage, die an die elektrische Zentrale in Gießen angeschlossen ist, ist von der Firma „Schnckertwecke Frankfurt^ ansgesuhrt worden. Die zahlreichen Hansleitnnaen sind ebenfalls fertiggestellt und funktionieren tadellos. Wir sind der Kreisbehörde, der Direktion des Elektrizitätswerke; Gießen, der Firma Schuckert, sowie den Monteuren un» Arbeitern für die mnstergiltige LlnSführung der gemein- witzigen Anlage von Herzen dankbar. — Auch Allen« f darf a. d. L. und Heuchelheim haben seit SamStai elektrisches Licht.
—, W atz e nL or n-S t e i n b e r g , 25. Nov Eine er hebende Feier fand am gestrigen Totenfeste in un- 1 lerer Gemeinde statt. Nachmittags 1 Uhr versammelte sich eine zahlreiche Gemeinde im .Gotteshaus. Nach dem üb lichen, der Bedeutung des Tages angemessenen Altar gottesdienst teilte der Geistliche die Namen der seit bem letzten Totenfeste Verstorbenen mit und knüpfte daran cim Ansprache, in der er per Trauer der Gemeinde um bit Heimgegangenen Ausdruck verlieh, Augleid) aber auch her- vorhob, daß die Zahl der Todesfälle in unserer Gememdc in den letzten Jahren in starker Llbnahme begriffen ift Während 1870—1880 22—23 Todesfälle und 1880—18V 18 auf je 1000 Einwohner kamen, sind es in den beiben letzten Jahren rund 10. Nun begab sich die Gemeinde a» den nahen Friedhof, wo die wettere Feier einsetzte. U» ter Begleitung des hiesigen Posaunenchors wurde b« Lied: „Wer weiß, wie .nahe mir mein Ende" gesungen. Daraus hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer SommerlaW eine Ansprache über die Bedeutung des Friedhofes aW Grund des Schriftwortes 2. Mos., 3, 5. Mit dem Gesang des Liedes: „Ich iveiß, an wen ich glaube", mit Gebet und Segen schloß die Feier Hierbei möge l)cn. orgebob» werden, daß der Friedhof zu Watzenborn-Steinberg ivohl einer der schönsten und bestunterhaltenen Friedhöfe unterer Landgemeinden ist, auch einer der ältesten, denn sei! 700 Jahren begräbt die Gemeinde lyicr ihre Toten Seine Größe schon ist stattlich für eine ländliche Gemeinde Unsere Gemeinde sieht ihre Ehre darin, ihn aufs beste DM unterhalten. Die Wege und Gräber sind in musterhafter Ordnung.
Kreis Alsfeld.
ok. Grebenau, 25. Nov. Ungefähr 200 hieran dem Eifenbahn-sUenbau beschäftigte ausländische Arbeitet werden in nächster Zeit geimpft. Es soll dadurch einer Verbreitung von Pocken oder anderer Seuchen vorgebeugt werden.
Kreis Friedberg.
L. F r i e d b e r g , 25. Nov. Heute vormittag fand die E i n * Werbung der Blindenanstalt statt. Tic Anstalt hall' die Blinden des Landes, die früher ihre Sdniler waren, dazu cingeladen und viele waren erschienen. Die Regierung hatte bte Mittel bewilligt, daß diese Besucher Gaste der Anstalt vom Samstag bis Dienstag feint. Im Festsaale des Haupt ged äitöes versammelten sich die Zöglinge der Schule, die Lehrer, die älteren Schüler und Schülerinnen, die Spitzen der Behörden und Lebt anstaltnt, die Geistlichen der Stadt, die Stadtvertretung und Stabt- verordneten, die Vorstände der .Kultusgemeinden, der Vprüane des hessischen Blindenvcreins, die Vertreter des Ministeriums, darunter Oiehcimerat Süffert. Gesang der Blinden, Violin- vortrage eines blinden Schülers, Ansprack>en des Direktors, der (Nheimerats Süffert usw bildeten den Inhalt der Feier. Raih mittags waren alle Räume für jedermann zur Bestdstigun. geöffnet.
Starkenburg und Rheinhessen.
bs. Darmstadt, 25. Nov Die Feier von (9r Herzogs Geburtstag wurde überall gefeiert. *'f Kapelle des Leibgarde - Infanterie - Regiments Nr. wg morgens zum großen Wecken aus. Tie Straßen haben Festes tlnbung angelegt, überall weben hessische und deutsche Falm'N In der Stadtkirche war FestgotteSdienst und um 12 Uhr auf dem Marienvlatz große Paroleausgabe. _ Zu dem Festakt in der Tew uischen Hochschule waren die Minister Braun und non Homberg-, der Präsident der Zweiten Kammer Köhler, Ministerialrat ."traft, Gehcnnerat Jmroth, Provinzialdirektor Fen usw. crsdstenen Bor Mitgliedern des akademischen Chors wurde Griegs „Lauderken nung" zu Gehör gebracht. Rektor Geh. Baurat Wickop teilte nm, daß auf Beschluß von Rektor und Kleinem Senat auf Grund der an


