Ausgabe 
26.10.1912 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

162. Jahrgang

Drittes Blatt

ar. 255

Erscheint tS-ttch mit Ausnahme des Sonntags.

in grosser AuswiL

An

an

aUfer-KH

CiKferunS

an an

Kreazplati ft

Marken des Rabat Spar-Vereins

68251 Telephell

i-picbe Auswahl hocbmodi: n.keineSpesenuLadent hprbillig^-ggS^

T ie Frauen im Kampf für denElchbu 11en". Am 26. Oktober rinder eine eigenartige Veranstaltung in allen größeren 6tränen der Bereinigten Staaten statt. Tas anmutige Bild, das fidi bei uns an den Margeriten- und itornblumen- tagen entfaltete, wird dann aud' auf den arnerikanisd-en Straßen zu sehen sein; aber statt der Blumen werden Elctzmllen-Ab-

in dort riesigen Bazaren, die von der auch heut nod) blühen­den Industrie der Stadt Zeugnis ablegen. Ebenso groß wie die militärische ist fa auch stets die kommerzielle Be­deutung Adrianopels gewesen, denn hier vereinigen fid) fast alle .Hauptverkehrsstraßen, die von den Pässen des Balkans und Bosporus, dem Marmarameer, den Tarda- nellen und dem Mündungsgebiet der Maritza führen.

Es wird ein entscheidender Faktor in der ganzen wei­teren Entwickelung des Krieges sein, ob die Türken aus den traurigen Erfahrungen des 19. Jahrhunderts gelernt Haden und Adrianopel durch die neuen Befestigungen wirklich wieder zu dem geworden ist, was dereinst seinen Ruhm und seine Größe ausmachte, zu dem festen Bollwerk der Türkei, das dem Eindringen der Eroberer einen starken Riegel vorschiebt. '

e am Herd und ühelos

[prim und dem Sultan unterzeichnet.

Im Krim kriege wurde die Stadt von 15000 Fran­zten unter dem General Bosquet besetzt: man trug sich damals in den Kreisen der Verbündeten mit dem Gedanken, turd) die Anlage eines verschanzten Lagers die Lage Adria- nopels zu verstärken, um das Borrücken einer vont Balkan ou'üdendtrn Armee aufzuhalten. Nachdem im russisch- türkische u M'riege 1878 die Stadt wiederum in die j cnde der Feinde gefallen war und hier der Waffenstill- s end geschlossen wurde, ging man dann dem Problem einer |: I r r e n B e f e st i g u n g dieser wichtigen Stadt energi- sl.r nach; Bcfestigungswerkc wurden angelegt, die einen , roßen Bogen am linken Maritzaufer bildeten, und diese .iortifikationen sollen seit 1909 so verstärkt worden sein, i a ß Adrianopel heute von türkischer Seite ü I s uneinnehmbar b e z e i d) n e t wird.

Adrianopel breitet fid) auf mehreren, sich etwa 30 bis .ii Meter über dem Wasserspiegel der Maritza erhebenden )).igeln aus. Zu südlicher Richtung stachen sich diese Er istjHungen immer mehr zur Ebene ab : im Westen der Stadt lernt das Terrain zu einem sanft gewölbten Hügellande i: por, dessen Kuppen durch kaum merkliche, wellenförmige Einsattelungen voneinander getrennt sind. Von fern bieten Siese mit mausern bededtcn Hügel einen wundervollen An- jlid; sie sdieiucn eingebettet in blühende Gärten, die sich -nie bunte.-Lasen in die einförmige, zum Teil sumpfige fbene der großen Flüsse hinabziehen. Das Innere bietet iTüidi den geivöhnlidu'u Anblick einer türkischen Stadt mit !?mutzigcn, engen und winkeligen Gassen. Einige herr- ;i)c Bauwerke erinnern an die Größe der Vergangenheit, o vor allem die Selim-Moschee, deren Kuppel sich >(! Fuß höher wölbt als die der Hagia Sofia, und die die ! Türken für die schönste Moschee der Erde erklären^ ihre tzorphyrsäulen leuchten im Sonnenlicht, lieber die Säulen tragenden Galerien der M u r a t s - M o s ch c e heben sich neun Kuppeln in die Luft, und um diese ragenden Wahr- zetchen des Islams entfaltet fid) ein reges Handelstreiben

Gemeindehaus Kirchstraße 9;

jedem Dienstag, abends 8'/, Uhr: Bibelslunde, Wehsleinstr. 38;

jedem Mittwoch, abends 8 Uhr: Turnstunde, Turnhalle der Ltadtknabenschnle;

jedem Donnerstag, abends 8 Uhr: Lese- und Spielabend, Wetzsteinstraße 38.

Katholische Gemeinde.

Q>ottesOien|t.

SamStag, den 26 Oktober:

Nachmittags um b Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit heil. Beicht.

Lormiltags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

, um 7 Uhr: >Tie erste hl. Blesse.

, um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

uni 9 Uhr: Lochamt mit Predigt.

, um 11 Uhr: Heil,liefic mit Predigt.

Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; daraus Rosenkranz-Andacht mit Segen.

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag abends um 6'/, Uhr ist Rojenkranzandacht mit Segen.

mz vorzüglich:

Schokolade

Zucker

hHvm olle Auswahl bei niede* Preisen.

AWMtt stets reiches Lager.

ICircblicbc Nachrichten.

Lvangelllche tocmcinöc.

Sonntag, den 2 7. Oktober, 2 1. nach Trin»1 ati«: In der Stadtkirche.

Vonnittags 9X Uhr: Pfarrer D. S chl o ffer.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche kür die MalthäuSaememde.

Pfarrer D. Schlosser.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwade.

Abends 8 Ubr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der MatthanSgemeinde.

Für dielen Winter sind eine Reihe von Vorträgen vorgeleben. Den ersten wird an diesem Abend Herr Oberaru Dr. Tietz über »AlloiwliSmus- hallen. Die gegenivarügeii und aud) früheren Mit­glieder werden besonders herzlich eingeladen.

Dienslag, den 29. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im MatthänS- saal: FrauenimffionSvsrein.

Dienstag, den 29. Oktober, alendS 8 Uhr, im MarkuSsaal: Versammlung des Frauenvereins der Plarknsgemeinde.

Mlttwodi, den 3 . Oktober, abends s Uhr: Vereinigung der konfirinieilen weiblichen Jugend der 'MarknSgemeinde.

Donnerstag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr, im MatthäuS- jaal: Bibelstunde iBilder auS dem Leben der Avonel).

Pfarrer D. Schlosser.

Nächslkünstigen Sonntag, als am ReformationSiest, wird im Abendgollesdienil Beichte und heil. Abendmahl für Mailhäns- uiib Marliigemeinde gemeinsam gehalten werben. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

In öcr gohanneskirche.

Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Adolph.

Vormutags 11 Uhr: Kinderkirche für die IohanneSgemeinde.

Pfarrer A u s s e l d.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtols Heimer.

Abends 77, Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde im Lnkassaale.

Desgleidien der konfirmierten männlichen Jugend der Johannes- gemeinde im Johannessaal.

Dlittwoch, den 3t). Oktober, abends 8 Uhr: Bidelstunde im Johauuessaale. Plärrer AuSield.

Freitag, den 1. November, nachmittags 4 Uhr: Versammlung des Frauenniisfionsvereins der LukaSgemeinde.

Nächukiinfiigeu Sonntag, den 3. November, feiern wir das Resormationsieii, ivobei die alljährliche Kollekte für den Gustav- Adolis-Verein erhoben wird.

An demselben Tage wird im AbendgotteSdienste Beichte und heil. Abendmahl iür die Lnkas- und Johaunesgcmeinde gemeinsam gehalten werden. Älnmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Bibelkr änzchen iür Schüler höherer Lehr­anstalten dm JohanneSsaal) jeden Mittwoch von 6 bis 7 Uhr für die jüngere Abteilung, jeden Samstag von 6 bis 7 Uhr für

des Paares sid» zu lebhaft gestalte. Mit der Frage:Haft du Hühner, Ijaft du Schweinen, hast du ein Moskitonetz?" beginnt die Frau in der Regel die Unterhaltung, und lautet die Antwort günstig, so spricht man weiter über die Zukunstsprojekte und wird sich bald einig. Weitere Besuche folgen, zu denen kleine (Mefdxnfe, ein Paar Losenträger mit eingeftidten Monogramms und als (Gegengabe eingeschmuggelter Schnaps gebracht liierben, und nicht lange banad) sinbet bie Eheschließung statt, die meist serienweise vorgenommen wird. Ter Maire von Bourail erzählte Reindl von einer Hochzeft von 23 Paaren, bie alle im Saal der Mairie versammelt waren. Nachdem 46 ,oui" in allen Tonarten erklungen waren, zogen die Paare zur Stirdx und von dort ins Wirtshaus, um die Hochzeit gebührend zu feiern. Tie Regierung zahlt nämlich eine .Heiratsprämie von 150 Franks und mit 23x150 Franks läßt fid? ein gutes Hochzeitsmahl be­reiten. So sd mausten und tränten, sangen und tanzten bie 23 Paare vergnügt die Nackt hindurch und sanden erst am frühen Morgen den Heimweg. Trotz aller Mißstände verweigert bie Behörde selten ihre Zustimmung zu ben Sträilingsehen und küm mert sich nur darum, ob die beiden Brautleute nicht bereits durch eine andere Eh.' gebunden sind.Sind Sie Witwer?" fragte der Gouverneur Feiltet einen Konzefi'ionsinhaber, der sich um eine Frau bewarb.Selbstverständlich," antwortete der Mann mit einem stufigen Lächeln,da id doch hier bin wegen berjlm ftänbe, die den Tod meiner Frau herbeigesührt haben." Seine zukünftige Lebensgefährtin war zugegen, und auch sie lächelte. Man kann sid) denken, wie solche Ehen verlausen. Mancher Sträf­ling hat sich aber auch bereits vor seiner Deportation verheiratet, und die Regierung sorgt sür die Herstellung des Familienlebens. Es wird den Konzessionären gestattet, Frau und Kind aus Staats­kosten aus Frankreich kommen zu lassen, eine Vergünstigung, von der die Strafverwaltung auf drängen des französischen Kolonial­ministeriums viel zu oft Gebrauch gemacht hat.

FRAU

Smerciti istgeschlossewr p immueräerweißML" be 30 PfS- wehr-

die ältere Abteilung.

Bibelkränzchen für Schülerinnen höherer Lehranstalten aus der Johannesgemeinde jeden Dienstag von 6 bis 7 Uhr im

Deutsches Reich.

Ein Fest beim Reichskanzler.

Ans Anlaß der Internationalen Ausstellungskoi^erenz erließ das R e i ch s k a n z l e r p a a r zu Freitag abend zahl- reiche Einladungen. Anwesend waren zahlreiche Minister und Beamte, Gesandte der beut)d)en Bundesstaaten, viele Mitglieder des Bundesrats und des diplomatischen Korps. Dom Reichstag waren Vizepräsident Dove,^vom Abgevrd- netenbaus der neugewählte Präsident v. Schwerin-Läwitz und Vizepräsident Dr. Porsch erschienen, ferner Polizei­präsident v. Iagow, Oberbürgermeister Wermuth, der Prä­sident der Berliner Handelskammer Herz, die General­konsuln Franz und Robert Mendelssohn, die Direktoren der Teutfchen Bank und der Diskonto-Gesellschaft Tie Mitglieder der Ausstellungskonferenz waren säst vollzählig erschienen.

In der bayerischen Kammer wurde am gestrigen Freitag über den Appell des Abgeord­neten Auer (Soz.) an oas Haus entsdsteden, der vom Präsidenten Orterer zur Ordnung gerufen worden war wegen des Zwischenrufes:Unerhört!" und der deshalb den Entscheid des Hauses herbeizuführen wünschte. In der Abstimmung, die ohne Aussprache vor sich gehen muß, stimmten geschlossen das Zentrum, die Konservativen und die deutschen Bauernbündler dafür, daß der Ordnungsruf des Präsidenten gegenüber dem Abg. Auer zu Recht erfolgt sei.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckml- straße 7. Expedition und Verlag: fcaöol.

Redaktion: e-HS 112. Tel.-AdruAnze,gerGieiren.

zur

Sonntag, den 27. O k t., 22. S o n n t a g nach Pfingsten:

Johannessaal.

Wartburg.

Ehristlicher Verein junger Männer.

jedem Sonntag, abends 8 Uhr: Versammlung und Vortrag,

Ausland.

Von Lord Roberts, dem deutschen Feldmarschall, der sid) in seinen deutschfeindlichen Hetzereien nicht stören läßt, wird wieder ein eigentümliches Vorgehen berichtet: Der Berliner Lok.-Anz." meldet aus London: Ter liberale 9lbgeorb nctc W hitcbouse wird an ben KriegsmiNi lt e r eine Anfrage richten, ob ber Minister auf die Rebe geachtet habe, in der Lord Roberts versicherte, die gegenwärtige Politik Deutschlands bestehe darin, in dem Augenblick England anzugreifen, in dem die deutschen Rüstungen fertig wären, und ob der Minister des Krieges angesichts der Erregung, die eine solche Sprache zwischen England und Deutsch­land'erzeugen müsse, Schritte tun werde, um einen Vertreter der britischen Armee zu hindern, einer befreundeten Macht gegenüber eine solche Sprache z u führen. Oberst Seell) soll auch nod) gefragt werden, ob im Namen Deutschlands aus Anlaß dieser Rede Ä o r ft e 11 u n g e n im Londoner Aus­wärtigen Amt erhoben worden seien.

Aus Marokko.

AuS Mogadvr wird gemeldet, daß ber Präsident El Hiba, der von seinen Anhängen! verlassen worden sei, in T i z n i t ein- getroffen sei und die Absicht habe, seine Unterwerfung an­zubieten.

China in finanziellen Nöten.

TieTimes" meldet aus Peking vom 24. Oktober: Tie äinesisd e Regierung befindet fid) gegenüber den sechs Mächten in einer schwierigen Lage, da sie kürzlid) die Einkünfte aus der Salzsteuer in Tientsin sür die Deckung der Erispschen Anleihe an­gewiesen hat. Da die Salzsteuer als Sicherheit sür die Zahlung der Entsdädigung aus dem Boxeraufstand verpfändet ist, so kann Ehina über keinen Teil davon verfügen, bevor alle anderen Ansprüche befriedigt sind. Tie sechs Mchte haben der chinesischen Regierung mitgeteilt, tfaft ihr Bors ch u ß im Betrage von 1 800 000 eine Vorzugs st ellung habe. Ein formeller Protest gegen bas Verfahren der chinesischen Regierung ist aufgesetzt worben.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderheffen

Francn-Feuilletoir.

Frauen- und Ehclcdcn in der Strafkolonie.

Einen Einblick in ein traurige» Kapitel* des Frau en lebens (Iöffnet bie Schilderung nnes Bcsndxs aus der ftanzösifd)en E trafinfd Neukaledonien, die C. Heindl in einem neuen Werke Keine Reise nach den Strafkolonien", das soeben bei Ullltcin ii Berlin erscheint, veröffentlicht. Tie Verwaltung liefert den Sträflingen nicht nur ein kstftd Erde zur Bewirtschaftung, sondern , d', sobald sie dies münidxn, eine Ehefrau, die sie fid) aus ! ,-m Korreftionshaus für bie Frauen wählen dürfen. In dem i'-uivtort Bourail steht ein niedriger finiterer Bau, von einet r" iutcii Mauer umgeben, ber etwa 80 Frauen beherbergte, als er Verfasser ihn unter Führung einer cbnuürbigcn Oberin be ueftie. Sie waren alle nach Neukaledonien geschickt, nm dir xirat«träume ber Junggesellen und Witwer, die eine Land onzession erlhilten hatten, zu verwirklid-en.

Die Strafregister dieser Ehekandidatinnen wiesen 16hmnie Zerbrechen auf, und and) in ihrem Aeußeren hatten die meisten - tichf. An ziehendes. Nur eine Brünette zerdmete sid) durch elegante - iuitüng und eine fast vornehme Phnfiognomi. vor ihren Ge ' irtinnen au«, deren Allüren gemein und Gesichter verwelk! (i-fdüenen: aber gerade sie bezeichnete die Oberin als eine ab ItLieimtc Spirbübin, die wegen Mordes zu lebenslanglid)er Ver brnnung verurteilt mar imb bie, um aus dem Gefängnis zu klimmen einen Araber geheiratet hatte, dem sie immer wieder bcoonliei Wenn ein Sträfling, des einsamen Lebens müde, sich eine Lebensgefährtin zu nehmen gebenft, richtet er einen Antrag ir. bie Behörde, bei" in der Regel bewilligt wird, wenn er gut I! ^geschrieben ist und Frauen zur Venügung lieben. Mn einem .CuifeI)cr begibt er sich bann in dasKlofter » wie in Neufaledo111en das Frau end epvt geiiaiuit wird, und dort führt man ihm hinter >Lnem Gitter die Insassinnen des Hauses vor. Gefällt ihm eine, | sw bezeichnet er sie der Aufseherin, und er^wird aingewrdert, im näd)fteit Tage wieder vorzusprecbeii. xsm ,r\)eirat-_'nO-'i . :uicm grünen Holzpavillon des .Aosterhofes, wielt lick dann das zweite Stelldichein ab. Der Kiosk bat zwei Eingänge: einer ' 'fuhrt ins Frauendepot, ber andere ins tyreic. xer heirat-?

'ennbibat tritt bur6 diesen ein, während die Braut durcr. die , widere Pforte vorgeführr wird. Hier hält eine Slußeherin Wacht, )ort stehl ein 'Slufseherposten, um zu verhüten, datz bie Unterhaltung

Adrianopel.

Um Adrianopel, als um den wichtigsten strategischcn Nittclpunkt, ballen fid) bie düsteren Wolken des Kriegs inenntlerv zusammen: bter wird die groye Ent,d)eidung n\-ii' der ".uotenpunkt der wichtigsten über ben Balkan firenben Verbindungen, durch seine Lage am Zuiammen : dreier großer Flüsse, da sich hier die Tunscha und die : da in die Maritza ergießen, ist bie alte .stobt, eimt bie lunfüolle Residenz der Sultane, für b»e Türket von höchster nilitärischer Bedeutung. Ihre Iahrtau,enbe alte Geschichte weist daß iie stets im Zentrum der potnchen Begedei, 11en 'gestanden und der Schauplatz zahlreicher widftiger fr ignisse gewesen ist. Früher erhob sich an der »teile n Adrianopel die Hauptstadt des ihratudicn g3[ff. der Bessier mit dem Namen Uscudama. Kaiser ubrimi soll bie zerfallene alte Feste wieder aufgebaut n-d ihr seinen Namen gegeben haben. Große schlach- n haben in den Ebenen stattgesunden, die Adruinopel um; .beit 323 n Ehr. schlug hier Konstantin der Große den inius- 378 erlag ber Kaiser Valens bem Ansturm ber 1. tben 551 errangen die Slavonier einen Sieg über den

»der von Konstantiuopel: ->86 wurde die <^tadt von den 1 aren belagert, 922 von ben Bulgaren genommen. Am - November 1189 ziehen bie beutschen Kreuzfahrer in bie i lisch- Stabt ein, unb erst 1361 erobert der Sultan «trat I. die Stabt zurück, bie er 1366 zu seiner Resibenz ilu'l't Auch als nach der Eroberung Konstantinopels die S ut Habrimis zur zweiten Hauptstadt des türkischen Rei- herabsank, hat sie immer wieder tzroße historische Schau r ir unb geschichtliche Persönlichkeiten gesehen. In den t i gen des 19. Jahrhunderts war bie machtlos gewordene I r t ei nicht mehr im staube, Abrianopel, bie eigentliche ; irte des Reiches, zu halten. 1829 fiel cs ohne Widerstand ...t- russischen Armee unter Diebitsd; in bie Hänbe. Tod; es Dir, als ob bie verfallene Feste Rachegeister in sich bärge, >v' hie Schm ad) vergalten. Die Russen erlitten in Abna- II uct einen so großen Verlust an Leuten, wie ihnen bie .linzenbste Verteibigung feinen größeren hätte zufügen llinen. Aus ben sumpfigen Tälern ber Maritza stiegen tv- Krankheitskeime auf, bie bie Truppen bornierten. In » drianopel würbe bann der Friede zwischen dem

DieGießener Zamiliendlätter" werden dem I.AnzeigerE DiermQ[ wöchemlick) beigelegt, baS Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal ivöcheiUlich. DieLandwirtschaftlichen 3eit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Samstag, 26. Oktober 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UniversuäiS - Buch- und eteinbrudeteu R. Lange, Gießen.

EutoS-Bonbons

Patentamtlich geschützt unter No. 115022, 116058, 116783

Aerztlich empfohlen 8Sl»/10 bleiben trötz aller Konkurrenz Das Bestehen Husten u.Heiserkeit

zeidxm verkauft und die Erträge fließen keiner Wohltätigkeits­stiftung, sondern der neuen von Roosevelt gegründeten Fort- sdnfttlichen Partei zu. An einem 28. ist die Partei des Elch­bullen gegründet worden, am 27. ist Roosevelts Geburtstag. So soll gleichsam zur Vorfeier des Geburtstages diese imposante Kundgebung der amerikanischen Frauen statn'inden, die damit für den erst jüngst wieder durch so viele Fährnisse bedrohten Staats­mann eintreten. Mehrere der führenden Damen Amerikas haben die Leitung des Verkaufs in die Hand genommen. 3 Millionen Köpfe mit dem Bild des Elchbullen sind bestellt worden: sie sollen die Brust derjenigen schmücken, die bereit sind, 25 Cents oder aud) mehr dafür zu zahlen. Außerdem werden noch Marken mit bem teuren Zeidxn verkauft. Junge Damen, unter denen sich aud) Roosevelts Tochter Ethel befindet, stellen alle ihre Liebens­würdigkeit und Anmut in den Dienst der Politik. Autzerdem wer­den in einer großen Reihe von Läden die Knöpfe und Marken feilgeboten.

Vom sizilianischen Haarmarkte. Unter den weiblichen Anwohnern Siziliens ist neuerdings ein Erwerbszweig aufgekommen, der zuweilen recht cinträglid) ist: sie verkaufen ihr Haar. Eine schwarzhaarige Schönheit hat jüngst für ihr pracht­volles Haar das runde Sümmchen von 100 000 Lire gefordert und, was mehr sagen mill, von einem neapolitanischen Händler aud) erhalten. Allerdings handelt es sich, wie derDaily Tele­graph" berichtet, in diesem Falle um Frauenhaar, baejxn Schön­heit kaum zu übertreffen ist. Außerdem hatte die Sizilianerin ihr Anerbieten anfänglich nur im Scherze gemacht, und als sie sah, daß es dem Händler durchaus ernst war, war sie nur durch das eifrige Zureden ihrer Verwandten dazu zu bewegen, ihr Haar herzugeben. Selbst der Geistliche des Ortes wurde in diese Haar­debatte hineingezogen und stimmte, schließlid) für den Verkauf. Nun rechnet das Ncädchen damit, daß das Haar wieder nachwächst, aber es ist sehr zu bezweifeln, daß es seine volle Länge jemals wieder erreidven wird. Turdstchnittlich erhalten die Sizilianerinnen nur 100120 Mk. für ihren Haarwuchs, und ausgekämmtes Haar roiri) mit zwei bis drei Lire für 800 Gramm also recht mäßig bezahlt Tas meiste sizilianische Haar wird nach den Veremigten Staaten ausgeführt, wo es natürlich erheblich teurer bezahlt wird. Tas Ordnen nach Länge, Farbe, Ticke und de« Grade der fträufelung erfolgt bereits in Sizilien.

Ul n s