Ausgabe 
23.3.1912 Drittes Blatt
 
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D'e wetf|cecr »teilitnbiatttr- werden dem .Wniftqer* eiermal «Schentttch betgclegt. da» Kreisblati ffir lei Kreis Gieren" zweimal wöchentlich. DiekondwlNschattstchev Seit« Iragti** erscheinen monailid) zweimal.

Drittes Blatt 162. Zayrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Samstag, 25. März 19(2

5totanonibrucf unb Verlag der Vrüdl'schen UnwersttälS Buch- und SteinbnidereL R. Lange, Dieben.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» ftrage 7. drpeb.hon und Verlag Ui* 5L RedatNon:^GA l IS. Tet.-AdruAnzeigerDieben.

Die tage des 2Irbcitsmartte$ im Zcbruar 19(2.

Ln«unrictto^r. sut beschäftigt, an manchen alF Vormonat Mr Spengler und Installateure tft der Monat Februar still, doch konnte 50 Proz. der Natt» fragenben Arbeit nattxzewiesen werden. Bei den - Eisen drehern Formern, Maschinenschlossern, Kesselschmieden und Huf- und Be- ^lagfdimteben konnten nicht alle offenen Stellen besetzt werben.

^Er arbeitslosen Elektromonteure sanden lohnende Be- .. cl0^crv^ 6ut beschäftigt war eine größere Fahr- rabfabnf: die Zahl der dort beschäftigten Arbeiter ist auf 4000 Ungewachsen In Mainz konnte in der MetallbearbeitungS- und Ma>chineninduftrie, namentlich in Schlosserei unb Spenglerei bic Nachträge nach Arbeitskräften nicht gedeckt werden. Di.-s ist zum Teri darauf zuruckzuführen, daß eine größere Fahrradfabrik in ber Nahe von Maim; eine große Zahl Arbeiter dieser Berufszweige benötigte. In Worms hielt sich bei ber Metallverarbeitung bie Zahl der Arbeitsuchenden gegen den Vormouat ungefähr auf gleicher Höhe: die Arbeitsgelegenheit nahm etwas ab. In Ober- lahnstein hatten die Maschinenfabriken gut zu tun. In Wetzlar nahm die optische Industrie weitere Neneinstellungeu vor: auch Die Hüttenwerke waren sehr gut beschäftigt und planen die An­lage eines Stahlwerkes. In Alzen ist in einer Maschinenfabrik Streik ausgebrockwn, von dem 30 Manu betroffen sind: die Ursache soll in Organisationsfragen liegen. Die Lage der Porte- se u i l le- In duftrie in Offenbach hat sich noch immer nicht gebelfert Der Beschäftigungsgrad war sehr mangelhaft und schlechter als im glcidjen Monat des Vorjahres In vielqn Be­trieben herrschte ein Ueberangcbot von Arbeitskräften und manche Firmen waren gezwungen, Verkürzungen der Arbeitszeit ein- treten zu lassen. Die Arbeitsvermittlungsstelle zu Frankfurt b& richtet, dak die Nachfrage nach Sattlern und Tapezierern sehr rege war, hauptsächlich wurden Tapezierer für Kundsdxstts arbeiten verlangt. Auch Kassel berichtet von einer lebhaften Nacl» frage nach Tapezierern.

Aus ber Industrie ber Holz- unb Schnitzstoffe berichtet Frankfurt, baß für Bauschreiner unb Anschläger die Arbeitsgelegenheit noch gering ivar, dagegen wurden Schreiner auf bessere Möbel und Kundsdsastsarbeiten in großer Anzahl verlangt, doch konnten nicht alle offenen Stellen besetzt werden. Für Küfer war reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden. Mit Ende des Berichtsmonats fand im Frankfurter Bezirk die Lohn­bewegung der Schreiner, Drechsler, Maschinenarbeiter und Rahmen macher ihren Abschluß Es wurde ein neuer Vertrag abgeschlossen, nach dem der Stundenlohn uni 6 Pfg. steigt. Die Akkordpreise und Akkordtarife erhöl)en sid» um 10 Proz. Eine Arbeitseinstel­lung fand nicht statt. Nack, dem Bericht des Holzarbeitervcr- bandes war in Darmstadt bei den Schreinern ber Beschäs- tiyungsgrad auf Möbel unb Bau sehr gut. Bei ben Bauschreiuern wirb der bessere Beschäftigungsgrad auf bie Fertigstellung des neuen Bahnhofes zurückgeführt. Austerbem wirb berichtet, baß für biefed Jahr bebrütend mehr Baugesuche gestellt sind wie in früheren Jahren, so daß für Bauschreiner auch für die nächsten Monate der Beschäftigungsgrad in Darmstadt gut bleiben dürfte. In Mainz fand die Mehrzahl der Arbeitsuchenden ber Holz- inbuftrie passenbe Beschäftigung. Eine Anzahl Rollädenschreiner unb Mobellschreiner konnte nicht beschafft werben. Dagegen mutzten 21 Holzbildhauer wegen Arbeitsmangel 93 Tage aussetzen. Rach dem Bericht des christlichen Holzarböiterverbandes war in Wies­baden bie Nachfrage rege, bock) konnten nicht alle Plätze mit geeigneten Kräften besetzt werden. Auch aus Wetzlar wird von einem guten Geschäftsgairg ber Holzindustrie berichtet: es konnten nicht alle Stellen besetzt werden. Aus Gießen wird eine stärkere Nachfrage nach Schreinern gemeldet, bie auf bie günstige Witterung zurückgeführt wirb. Nicr Worms berichtet, daß bie offenen Stellen einen kleinen Rückgang erfahren unb bic Zahl der Arbeitsuchenden sich wesentlich erhöht hat.

Im Bekleidungsgewerbe war bei ben Schuhmachern in Frankfurt ber Geschäftsgang gut: es konnten von 138 Arbeit- suchenben 113 in Arbeit gebracht werden. Tie Nachfrage nach älteren Leuten war sehr gering, es hielt überhaupt sehr schwer, solche zu vermitteln, höchstens auf Aushilfsstellen. Auch im Schneibergewerbe war bic Nachfrage nach Gehilfen gut: es hielt jedoch sehr schwer, bie Stellen zu besetzen, ba durchweg nur jüngere Leute verlangt wurden und bic Mehrzahl der Arbeit­suchenden ältere Leute waren. Lebhafte Nachfrage nach Schneidern herrschte auch in Kassel. Tie Schuhfabriken in Offenbach waren gut beschäftigt: vereinzelt wurde Ueberarbeit geleistet. In Worms hat sich bei den Schneidern und Schuhmachern der Beschäf­tigungsgrad gehoben. Tas Arbeitsamt in Main- berichtet, datz ber Konflikt in der südwestdeuIschen Konfektionsindustrie durch Unterhandlungen zwischen den Mainzer Zuschneidern wrd den Fabrikanten beigefegt wurde.

Im Bange io erbe war in Frankfurt nach Maurern und Zimmerleuten weniger Nachfrage: bei letzteren wird sich in Bälde mehr Arbeitsgelegenheit bieten, ba für bas Deutsche Schützen­fest verschiebens Arbeiten in Angriff genommen werben. Für Glaser war wieder reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden: fast alle Bewerber konnten untergebracht werden In Worms hat fid) die Arbeitslage im Baugewerbe gebessert, u. a. gelang es 17 Tüncher unterzubringen. In Oberlahnstein lag das Bau­gewerbe darnieder. Auch aus Bad Wildungen wird eine schwache Bautätigkeit gemeldet, obwohl durch die Fertigstellung eines größeren Hotelbaues saft sämtliche einheimische Maurer Arbeit hatten. Im Buchdruckergewerbe hielt nach dem Bericht der Tarifgemeinschaft in Frankfurt ber bessere Geschäftsgang auch im Berichtsmouat an, so datz bie Zahl der Arbeitslosen von 37 Ende Januar auf 24 Ende Februar zurückging. Ter gültigere Stand zeigt sich auch deutlich in den von dem Bezirk Franksurr des Verbandes ber Deutschen Buchdrucker zahlten Unterstützun­gen: war doch bie Ausgabe an Arbeitslosenunterstützung gegen das Vorjahr um mehr al-s die Hälfte niedriger. Im Kasseler Bezirk ist ber neue Tarif im Buchdruckergewerbc im all­gemeinen ziemlich glatt eingeführt, nur in einzelnen länd­lichen Orten scheinen sich noch Differenzen Herauszustrillen, erur Seiger, Maschinisten sowie für Fabrikarbeiter war in SSoonS em Steigen der offenen Stellen zu verzeichnen, ebenio hat nd) bie Beschäftigungsgelegenheit für die ungelernten 'Arbeiter vermehrt. Besonders Erdarbeiter fanden reichlich Beschäftigung, w m Mainz, Friedberg, Wetzlar unb Bab Wildlingen. In Kastel wur­den eine Anzahl Arbeitsloser mit Notstandsarbeiten Erdarbeiten) bei Schulneubauten und Kanälen beschäftigt. In Mainz war bic Nachfrage nach geübten Erdarbeitern besonders levhaft, da mtt ben Kaualhouten zwischen Marnbach unb Budenheim und tast gleichzeitig mit ber Nied^rlegung der Wälle am Bingerwr be­gonnen wurde. Auch die Stabtgärtnerci beschäftigte noch eine größere Anzahl Leute mit Aufräumungsarbeiten. Mainz be­richtet, daß von den zahlreichen, zumeist jugendlichen Arbeits­losen, bie lieber monatelang angeblich auf das Freiwerden einer Dausburschenstelle warten, als sich zur Ausnahme der angeooto- nen Erd arbeiten oder Fabrikarbeiten bequemen, nur em geringer Teil Arbeit fand. In Frankfurt war die Beschäftigung-gelegen- heit für Ungelernte im Berichtsmonate schlecht. Es werden jur Packer, Ausläufer und Hausburschen stets jüngere --cute ver­langt : nach älteren Leuten ist gar feine Nachfrage, da dw Ge­schäftsleute die Löhne, die diese Leute verlangen müsten, nicht an- legen wollen, bezw. können.

Ini Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe bewegte sich |N Frankfurt bie Arbeitsmarktlage in denselben Grenzen wie im Vormonat. Aushilfen gab eS reichlich durch bie im Februar abgehaltenen Festlichkeiten. Ter Zugang von Arbeit suchenden machte sich stark bemerkbar unb eS konnten nicht alle untergebracht werden. Auch in Bad-Nauheim war bie 93er- mitllungstängleil im allgemeinen gut. Im DerichtSmonat wurde besonders weibliches Personal verlangt unb vermittelt Der Mangel an Köchinnen unb Hausmädd)cn madst sich stark fühlbar Tas weibliche Personal strebe vor allem nach Stellen alsZimmer­mädchen", obwohl Dielfad) bie von ihnen zu leistende Arbeit be­sonders in kleinen Pensionen bie gleiche, wie die der HauS- madchen sei und die so als Zimmermädchen ausgebildeten Per fönen in größeren Betrieben vielfach unbrauchbar seien. Manch? -Lchwierigkeitcn in der Vermittlung em stehen audi dadurch, daß viele Besitzer, die ihre Vakanzen angcmeldet haben, verreisen, ohne dem ArbeitSnadiwciS Kenntnis zu geben, so daß osl ver­gebliche Zuweisungen erfolgen. In ber Landwirtschaft setzte bie Nachfrage nach Arbeitskräften lebhafter ein als tm Vor­monat, boch werden bie Arbeiten auf den Feldern in größerem Maßstab noch nicht in Altgriff genommen. Auf dem Dien ft botenmarft herrschte wie immer Nachfrage nach guten Köchin­nen und geschultem Hauspersonal. In Mainz fehlte eS an den Fastnachtstagen an Spülsrauen, während Frauen, die sich auf1 ben Berkaus ven Scherzartikeln verlegten, nur geringen oder keinen Verdienst halten. Von ben arbeitsuchenden Fabrik­arbeiterinnen konnte nur etwa ein Tritte! Arbeit erhalten, dagegen fianbcn den 124 stellensuchenden Ticnstbotcn 309 Stellen zur Auswahl.

2iu» Stadt unO* tanO.

Wie t en, 23 März 1912.

Promotionen an ber La n deSuni oerfitöt im Jahre 1911. Doktoren der Rechtswissenschaft: Gerichts- i cferendar Albeit Aaron auS Bobenhausen, GcrichtSreiercndar Waldemar Kissel auS Saö*s)lauhenn, Referendar Arthur Krau 8g rill aus Nieder-Weisel. cand. jur. Karl Grüningcr auß Butzbach, Referendar Richard Dämm au6 Lauterbach, Genchlsassessor Cito Boeckner aus Ruppertenrod und Refe­rendar Hans Mückel aus Ziegenberg; Doktoren der Medizin: Georg D a in m auB Friedberg und ilhehn Seuling au ; Gießen; Doktoren der Tierheilkunde Karl Brücker aus Jlben- nabt unb Otto Lo 1 h aus Kirschgarten; Dokloren der Philo­sophie : cand. chem. Egon 'lieiec aus Friedberg, cand. chem. Heinrich Jensch, cand. phil. Gustav Schad aus Gießen, cand. agr. Joseph Franz aus Queckdorn, cand rer. nat. Eduard Busch auS Ober-Mörlen, cand. phil. cl. HanS Niedert aus Hopfgarten und cand. rer. nat. Fried­rich Knieriem au5 Bad-Nauheim.

Lehrerpersvnalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Aug. Wilh. Keipp er zu Bemsburg die zweite Lehrerste lle an der Gemeindeschule Weiten-Gesäß, dem SchulamtSafpiranten Hch. Roos aus Roßdorf die zweite Lehrerslelle an der Gemerndeschule zu Langen-Brombach. Bestätigt wurde der von dem KreiSrat zu Offenbach, sowie dem fath. Pfarrer und dem OrtSoorstand zu Klein-Krotzcn- bürg auf die erledigte erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein-Krotzenburg präsentierte SchulamtSaspirant Jos. Leilich au6 Seligenstadt. Erledigt ist die nut einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Groß-Gum pen. Dem Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präsentationsrecht zu ihr zu.

Schülerarbeiten - Ausstellung. Morgen, Sonntag, 24. Marz, vormittags von 11 bis nachmittags 2 Uhr, werden im Schulhaufe an der Nord-Anlage die Papp- und Holzarbeiten ausgestellt, die von den Schulern im diesjährigen Winterkursus gefertigt worden sind. Für alle, die sich für den Arbeitsunterricht interessieren, wird ein Besuch lohnend fein. Auskunft über Fragen des Unterrichts wird vom anwesenden Kursleiter erteilt.

"Der eoang. Arbeiterverein veranstaltet am nächsten Sonntag in feinem Vereinslokal einen Vortrags­abend, zu dem auch Nichtmitglieder Zutritt haben. Hier- bei wird Lehrer Keil-Klein-Linden über die Schrecken der französischen Fremdenlegion, sowie daran anschließend über die Jungdeutschlandbestrebungen und Jugendwehrvereine sprechen.

" Landwirtschaftliche Winterschule in Lich. Zu unserer gestrigen Notiz über bie Schlußfeier der land­wirtschaftlichen Winterschule Lich sei mitgeteilt, daß die Schule von der KreiSoerwaltung des Kreises Gießen im Jahre 1906 gegründet worden ist. Die Stadt Lich hat die Stellung der Schulraume sowie eines kleinen Versuchsfeldes übernommen. Sie hat zu diesem Zwecke vor einigen Jahren ein neues Schulgebäude errichtet. Von dem Staate werden lediglich die Gehälter der beiden im Hauptamt tätigen Lehrer bezahlt: außerdem ist seither ein Zuschuß von einigen 100 Mk. auS der Staatskasse der Schule bewilligt worden. Dieser Zuschuß dürfte aber in Zukunft wegfallen. Alle übrigen Kosten der Schule werden auS der Kreiskasse bestritten. Die Schule steht unter Verwaltung eines Aufsichtsrates, dessen Vorsitzender der Kreisrat deS Kreises Gießen ist. Die Ober­aufsicht über bie Schule wirb vom Großh. Ministerium beS Innern geführt. In Verbinbung mit ber Schule wirb zur Veranstaltung von Eortenanbauveri'uchen noch ein weiteres VersiichSselb bewirtschaftet, zu welchem Zweck bie Schule von der LandwirtschaftSkammer regelmäßig einen Beitrag erhält.

Kreis Büdingen.

Nibba, 21. März. Zu dem Bericht über bie hiesige Geflügelausstellung sei auf Wunsch ber Aus­stellungsleitung ergänzend» mitgeteilt, baß bie Firma Spratt- RiimmelSburg, bie eine reichhaltige Futtermittelsammlung aus­gestellt hatte, auch bie Fütterung ber Tiere während» ber Ans­tellung übernommen hatte unb zur Zufriedenheit burchführte.

Starkenburg und Rheinhessen.

nn. Darm stabt, 21. März. In ber heutigen Sitzung ber Stabtvero r bneten gab Beig. Ekert im Namen ber Bürgermeisterei eine längere Erklärung ab, in

im n ir)

ivi'tcber die Verhandlungen ber Stadt Darmstadt wegen der Lieferung bcB Stromes für die elektrische Ucberlanb- zentrale im Rieb in einem wesentlichen an bereu Licht dargestellt wirb, als dies m den letzten ftammcrDcrbanb- hmgen durch den Baural Schöberl vom Finanzministerium stkschah, es wird namentlich bestritten, daß die Stadt Darm- nabt Gelegenheit gehabt hätte, m den provisorisch mit den Schiickcrlwerken vereinbarten Vertrag einzutreten. Auch habe aS Kieisamt Groß-Gerau nicht mehr geantwortet.

Kreis Wetzlar.

A Hörnsheim, 21. 'J. arz. Die Schülerzahl bewegt ich hier schon feit Jahren in atit'iciqcnber Richtung. ES ist aber cme Aiocite Klasse beschloffen und im Laufe dieses sommers wird.im Schulgarten em Neubau aufgefühit >Die zweite Lehreistelle ist schon zur Beiverbung auSgeichricben.

Der o. Professor ber Chirurgie an der Universität Basel Dr. Ludivig Courvoisicr iji in den Rutx'sland getreten. Der Geh- Ävsra! Professor Tr. phil. et mebl h. c. Ernst cd- manu, Tircktor des Laboratoriums für angewandte Chemie an der UniDcrfiUit Leipzig, der vom 1 April 1912 die Leirung des Kaiser-Will)elm-Inftuuts für Chemie in Berlin-Dahlem über­nimmt, wird zugleich als ordentlicher Professor in den Lehrkörper der Berliner Universität eintrcien. 1891 kam B. nach Gießen als etatsmäßiger a o. Prvftss >' und Direktor des vlwulalisch- chemischen Inuituts, das er Michaelis 1892 mit Erlangen ver­tauschte. 1897 ging er nach Leipzig.

Wie dieHochschulkorr " erfährt, hat der GreiffS - walder Historiker Geh Reg Rat Dr. Heinrich U 1 m a n n seine Emeritierung tum Herbst d. I. nachgesucht. Am 24. Febr. 1841 zu Weimar geboren, studierte er in Jena und Berlin, promovierte 1863 in Göttingen, setzte im Erne,.-Gesamt-Archiv in Weimar feine Studien fort und habilitierte sich 1867 in G i c ß c n Drei Jahre später kam Ulmann als a. o Professor nach Dorpat, wurde dort im Mai 1871 zum Ordinarius befördert und siedelte Ostern 1874 als Ordinarius nach Greiisivald über. Ter Ge­lehrte ist seit 1884 korrespondierendes Mitglied der bayerischen Akademie der Wis'enschasten.

- .....

(BcricbtsfaaL

)( Wegen zehn Pfennig Quittungsftcmpel b i S zum Reichsgericht. Eine Berliner Bank hatte einem Lfunden 100 Mark auf dessen Ersuchen in die Sommerfrische nach dem Riesengebirge gesandt, wie dies oft geschieht, aber um eine Emp­fangsbestätigung des Geldes durch Postkarte gebeten, die and) er­folgte. Ter Fiskus verlangte und erhielt nachträglich 10 Psa für einen Quittungsstempel für die Postkartenmitteilung der erhaltenen 100 Mark. Tic Bank verklagte nun den preußischen Fiskus wegen Rückzahlung des zu Unrecht erhobenen Quittungsstempels. Land­gericht und Kammergericht gaben dem Klageantrag statt nnb ver­urteilten den Fiskus zur Zurückzahlung der für den Stempel erhobenen 10 Pfg. Beide Instanzen erklärten, es handle sich hier nicht um eine Quittung. Das Reichsgericht, in der Revision vom Fiskus angegangen, hob das karnrnergenchtlichc Urteil auf und wies die gegen den Fiskus gerichtete Klage kostenpflichtig ab.

Märkte.

ll Marburg, 21. Marz. Auf dem heutigen Frühjahrs- Pferde markt standen 173 Werde zum Berkau'. Tic mit dem Markte verbundene Prämiierung halle iolgendes Ergebnis : Warm- blüter-Paare: Neumeyer-Biirgeln 1., Eckstein-Marburg 2., Weide- müller-Ebsdorf 3. Preis. Einzeln: Reumeyer-Bürgeln 1., Brünne- .lleckenbübl 2., Jeußner-Eölbe 3., Löchel-Marburg 4., Becker-^'ernS- dorf 5. Preis. Kaltblister-Paare: Hermann Kenna 1., Riili-R.- Holzhaufen 2., Grebe-Reuhoi 3. Preis. Einzeln: Michel-Gießen 1., Erbel-Mellnau 2., Becker-BernSdorf 3, Caiier-Alellnau 4., Goinbert- Großfeelheim 5. Preis. Reitpierde: Daniel-Marburg 1. und 6^ Brunne-siteckenbühl 2., Reumeyer-Bürgeln 3., Scheier-TagobertS- haufen 4. und 5, Cchubarl-Plarburg 7. und Iburg-Gistelberg 8. Preis. Die vom Landwirtschaftlichen Verein gestilteten Ehren­preise für je einen Viererzug erhielten Daniel-Marburg und Echerer- DagobertShauien.

Dwei Urkunden

über die OzialMtr

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Salem aleikum

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Salem Gold

(Goldmundstück)

Ci g a refhe n

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