Ausgabe 
21.12.1912 Drittes Blatt
 
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Nr. 301

Drittes Blatt

162. Jahrgang

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Cberhefjen

Erscheint tigllch mit Ausnahme des Sonntag-.

DieIHtfientr LmnillendlStter" werden dem ,Anze,ger' mermal wöchentlich beigelegt, da« Ktciiblott ffir den Kreis Eiehen" zwennal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit, fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Samstag, 21. Dezember 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UuiversitätS Buch- und Sreindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: bckml« straße 7. Expedition und Vertag: bl.

Redaktion: E-MK112. Tel.-Adr.: AuzelgerGleßen.

Aus Hessen.

Deurknndung-n durch die Notare.

dringliche Anfrage haben die Abgg. Brauer und Genossen auf Grund eines von einem rheinhessischen Amts qendjt an einen Landwirt gerichteten Schreibens an bic Zlveite JUnnmcc gelangen lassen, die mit etwa 30 Unterschriften von MNaliedern aller Parteien versehen ist. Sie lautet:Vir fragen ber der Negierung an: Ist es richtig, daß dieselbe entgegen den gesetzlichen Bestrntmungen und zum Schaden der Staatskasse, Ge richte veranlaßt, Beurkundungen, um die sic angegangen toerden, abzulehnen oder doch die Söcurfuntningcn durch Notare zu begünstigen.

Aus Oppenheim und Mainz kommt das Gerücht, daß die kürzlich erfolgte Entlassung eines Notars in Rhein c^r erhebliche Verfehlungen zurückzufuhren ist.

Wtr fragen deshalb weiterhin an: Sind Verfehlungen eines Notars in Rheinhessen der Großh. Regierung bekannt und wie hoch belaufen sich die Unterschlagungen?"

Folgende weitere dringliche Anfrage haben dieselben Llbgeord veten an die Regierung gerichtet.Im Anschluß an das von Df1 * * * * * * 8 prafibcnten des Finanzausschusses der Ersten Kammer an wrofcb. Regierung gerichtete Ersuchen fragen die Unterzeichneten cn: 2) Welche Gebühren hatten in den Jahren 1909, 1910

1911 bie sämtlichen Notare im Großherzogtum? b) Wieviel Jamnobiliengesdfäste (Jmmobilienverfichernngsverträge', Hypothekerrichtungen nsw. sind in jedem der drei Jahre von jedem Notar beurkimdet worden? c) Welcher Betrag der unter a > aufgeführten Einnahmen entfällt auf die Jminobiliengeschäste unter b. d) Wie hoch beläuft sich in jebenr der drei Jahre die von jedem Notar vereinnahmte Schreibgebühr? e) Welcher Betrag ift in jedem Jahre von 1900 bis 1910 an den Amtsgerichten Darmstadt I, Gießen und Offenbach an Stein pelz n schlag fNotariatsgebühr) für ortsgerichtlich beurkundete Jrnmobiliarver äußerungsverträge und altrechtliche Hypotheken vereinnahmt »vor- den? Wir bitten die Auskunft bis spätestens Mitte Januar zu erteilen, sollte dies bez. pos. b nicht möglich sein, so bitten wir unter möglichster Beschleunigung spätere gesonderte Mit teilung." Auch diese Anfrage trägt 30 Unterschriften.

DctttZcbes Rerch.

Der Kaiser traf am Freitag abend mit den Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm und Oskar, von München kommend, mit Sonderzug auf der Fürstenstation Wildpark ein.

Eine Ergänzung der bayerischen Verfassung.

Wie der BerlinerMorgntpost" aus guter Quelle mitgeteilt wird, soll dem § 21 der bayerischen Verfassung der Saß ringe fütgt werden,im Falle der König unfähig ist, wegen andauernder, unheilbarer körperlicher oder geistiger Gebrechen die Regentschaft 'zehn 'Jahre lang ausznüben, sodann nach Mlauf dieser Frist die Regentschaft beendet und die Tl-rostfolge für eröffnet erklärt werde."

Die mecklenburgische Verfassungsfrage.

Dem in Malchin versammelten mecklenburgischen Landtag ist, wie dieLandeszeitung" für beide Mecklenburg meldet, heute d i c Antwort der Größter zöge auf die Ablehnung der °Ver- fossungsvorlage zugegangen. In der Antwort heißt es u. a.: Wir ziehen die Vorlage zurück, weich' der Einigung der beiden Stände dienen sollte. Die allseitig als notwendig erkannte Ver- faffungvTcform muß jedoch durchgeführt werden. Unsere weiteren Entschließungen werden wir unseren getreuen Ständen auf einem außerordentlichen Landtage kundgeben, den wir zur endgültigen Erledigung der V e r f a s su n g s fra g e 1913 einzuberufen beabsichtigen.

Die Hamburger Universität.

Der Hamburger Senat hat, wie derHamburgisch Correspondent" erfährt, eine Vorlage angenommen, wonach die Universität zunächst mit drei Fakultäten, einer juristischen, einer philosophischen und einer kolonialwissenschastlichn, errichtet werden soll. Die Kosten sollen derart bestritten werden, daß im Staatsschuldbnch eine Schuld von 25 Millionen eingetragen wird, über deren Zinsen die Universität verfügt. Für Erweiterung dA Vorlesungsgebäudes bat ein Bürger das erforderlich Kapital in Aussicht gestellt. Die Universftät soll, wenn auch in durchaus freier Weise, nach dem Muster anderer deutschen Universitäten errichtet werden.

Arrs Stadt und Land.

Gießen, 21. Dezember 1912.

Zur Saalbaufrage.

Von sehr geschätzter Seite wird uns geschrieben:

Ob wohl die kürzlich im Gießener Anzeiger erfolgten Aeußerungen die Wirkung haben werden, das; die Oeffent- lichkeit in dieser für Gießen so eminent wichtigen Angelegen­heit Stellung nimmt, anstatt sich weiter darauf zu ver­lassen, daß die Stadtverwaltung später schon ernmal eine geeignete Lösung finden wird?

du einer solchen Vertrauens,elrgk.rt rst die Angelegen­heit 'bentt doch zu wichtig, denn sie berührt die weitesten Kreise der Einwohnerschaft, wenn dies auch bedauerlicher­weise noch nicht überall zur Erkenntnis gelangt^ ist

Es muß immer wieder betont werden, das; ein Saa.bau für wissenschaftliche, künstlerische, politische und gesell,chaft- liche Veranstaltungen aller Art mehr und mehr cm dringen­des Bedürfnis für unsere Stadt wird.

Für eine so wichtige Bauaufgabe muß aber, ehe es für alle Seiten zu spät ist, ein geeigneter Bauplatz ge­sichert lverden. Daß die Platzfragc durchaus noch nicht geklärt ist, ist sclwn wiederholt ausgeführt worden.

Wohl hat man f. Zt. nach einer Besprechung m der Stadtverordnetenversammlung, die jedvch keineswegs als eine erschöpfende Behandlung der Frage betrachtet werden konnte, den Platz in den Wiesen an der Mwltkestraße in Aussicht genommen, aber die gegen diese Lage seither vor- oebrachten Bedenken sind so gewichtig, daß sie nicht un­beachtet bleiben dürfeii. .

Es ist ja zuzugeben, daß mehr oder weniger ;eder Platz Vorteile und Nachteile aufweist, aber es muß, solange über­haupt iwch eine Wahl möglich ist, gründlich abgewogen werden, welcher Platz der geeignetste ist. Unter den noch bestehenden Möglichkeiten ist jedenfalls die Unterbringung in der alten Klinik an der Liebigstraße durchaus er- örlemswert, zumal gleichzeitig damit eine a dere brenn nbr Frage gelöst werden könnte. Ter nach der Frankfurter Ltraße gelegene Flügel jenes Gebäudes könnte nämlich mit nrhältnismäßig sehr geringen Kosten zur Aufnahme der

im alten Schloß und im Philipps-Schlößchen unter­

gebrachten Sammlungen hergerichtet werden. Diese Räum­lichkeiten haben sich längst als unzureickfend erwiesen und werden auch für andere Zwecke beansprucht.

Der Saalbau ftittc in dem von penGeleisen abg'legenen Flügel unter dem Bahnbetrieb kaum zu leiden, während andererseits die Nähe des Bahnhofs beiden Zwecken zum Vorteil gereickfcu würde. Sodann ist ein für den Saalbau sehr wichtiges Moment gegeben: eine für Gartenkonzerte und Nestaurativnsbetrieb geeignete tzftlrtcnfläche, die sich reizvoll anlegen und durch Zuziehung der für den Verkehr entbehrlichen halben Fußsteigbreite terrassenförmig ver­größern ließe.

Unter Anfügung eines nischenartigen Anbaues an die Giebelseite könnten ein hinreichend großer Saal sowie die nötigen Neben- und Wirtschaftsräume geschaffen werden. Auch dem Mangel an Kellerräumen kann, obgleich der Bau­grund hierfür nicht sehr günstig ist, abgeholfen werden.

Daß dieser Vorschlag unter den noch in Betracht kom­menden der beste ist, soll, wie gesagt, noch nicht behauptet werden, jedenfalls ist es aber ein erörternswerter Vorschlag.

Es ist ja auch zu beachten, daß diese Frage nicht für sich allein, sondern vor allem auch in Zusammenhang mit der Nathausfrage zu behandeln ist. Trotzdem, oder gerade deshalb müssen diese verschiedenen Projekte jetzt einmal soweit wenigstens geklärt werden, daß man. ein Programm aufstellt, bei dem keines zu kurz rammt.

Ist denn nicht auch die Verwirklichung der Saalbau­frage vom finanziellen Gesichtspunkte aus in absehbarer Zeit möglich? Die bereits über 100 000 Mark betragenden Schenkungen werden bei der oft bewährten Opferwilligkeit unserer Mitbürger doch auf etwa» 200 000 Mark zu bringen sein: mindestens weitere 100 000 Mark werden durch Wirt- jchaftspacht und Saalmiete verzinst. Damit wäre doch wirklich eine Grundlage geschaffen, auf der die Stadt weiter­bauen kann. Man ist hier wahrhaftig arg verwöhnt: wenn nicht gleich das ganze Unternehmen als fix und fertiges Geschenk präsentiert wird, gilt es als finanziell unaus­führbar, obgleich doch der Kostenaufwand, soweit mit seiner Verzinsung gerechnet werden kann, nicht n Betraicht kommt, und zu bedenken ist, welch große Vorteile eine solckfe An­lage der Stadt in allgemeiner wie auch finanzieller Hin?- jicht bringt. Und gerade vom wirtschastlicl)-en Standpunkte aus sollte dafür gesorgt werden, daß das alte Kliniks­anwesen die Stadt nicht weiter Jahr für Jahr nutzlos 10000 Mark Zinsen kostet: da wäre es doch wirklich richtiger, wenn sie statt dessen eine kleine Zubuße zu einem Saalbau die sich zudem mit dem weiteren Wachstum der Stadt ver­ringern wird, zu zahlen hätte.

Die Sache erscheint also von verschiedenen Gesichts­punkten aus wichtig und dringend genug, um das Interesse weiter Kreise in Anspruch zu nehmen; sie sollte daher zu­nächst einmal den Saatbauverein, der doch von ihr seinen Namen hat, zur Wiederaufnahme seiner Sitzungen veran­lassen. Auch dem Bürgerverein sei die Angelegenheit wärm­stens empfohlen! B.

Lehrerper s onalien. Ernannt wurde der Neal- lehrcr an der Augustiueischule (Gymnasium und Realschule) zu Friedberg Hch. Müller zum Reallehrer an dem Real­gymnasium zu Darmstadt unter Belassung in der Kategorie der Volksichullebrer.

** Weihnachtsfeiern. Gestern nachmittag sand in Steins Garten die Weihnachtsfeier des Seminar - Kindergartens statt. Sie war von Angehörigen der Kinder wie von Freunden der Anstalt sehr gut besucht. Sckwn vor Beginn der Festlichkeit war Gklegcnbeit geboten, an den ausgestellten geschmackvollen Gegen­ständen zu erkennen, wie weit es die Zöglinge in ihren Leistungen gebracht haben. An allen Dingen war die Geschicklichkeit der kleinen und großen Aussteller zu bewundern. Als daun zu Anfang der Feier die Kleinen paarweise in langem Zuge den Saal betraten und ihre Marschlied ertönen ließen, war in ihren leuchtenden Augen die Freude über die Veranstaltung zu erkennen. Alle trugen dazu bei, die Nummern des Programms glänzend zur Aus-' führung zu bringen und es ist schwer, irgendeinen der jungen Künstler den Vorzug zu geben. Als zum Schluß der Darbietungen eine kleine Engelschaar einen Reigen ausführte, und beim Gesang der WeihnachlÄieder auf der Bühne ein prächtiger Ehristbaum erstrahlte, war die richtige Weihnachtsstimmung erreicht und alle Anwesenden ließen es an den wohlverdienten Beifallsspenden nicht fehlen. Eine kleine Gabe lohnte die fleißigen Kinder. Am abend fand in der Turnhalle der Stadtknabenschule die Weih­nachtsfeier für die Knabenhorte statt. Aus der reichen Fülle des Gebotenen kann nur einiges hervorgehoben werden: die packende, zu Herzen gehende Ansprache des Hauptlehrers K n a u ß, die sorgfältig eingeübten, hübschen Kindergesänge, eine Reihe von Lichtbildern aus der Weihnachtsgeschichte mit recht ansprechend vorgetragenem Text und zum Schluß ein flott ge­spitztes Weihnachtsstückchen. Tie Veranstaltung trug einen herz­lichen, samilienhaften Charakter und zeigte ein schönes Verhältnis zwischen Lehrern und Kindern. Einige Gönner hatten durch Zuwendung von Geldbeträgen die Leitung des Horts in den Stand gesetzt, jedem Kind ein beträchtliches Geschenk zu überreichen. Es wäre zu wünschen, daß die sozial so wohltätig wirkenden Horte, die namentlieh den wirtschaftlich Schwächten bei der Er­ziehung ihrer Kinder helfend zur Seite stehen wollen, noch mehr bekannt würden und noch) mehr tatkräftige Förderer fanden.

* V on einem Automobil angefahren wurde in der Frankfurter Straße auf der Wieseckbräcke ein anscheinend vom Lande stammender Mann. Er erlitt einige Verletzungen, die nicht erheblich zi> sein scheinen und wurde von dem Autoführer, der keine Schuld an dem Vorfall hat, weg- gefahren.

* * Unfall. Heute morgen 8V< Uhr wurde in der Frank­furter Straße der 65 Jahre alte Taglöhner Kafpar Balser aus Trohe von einem Automobil ungefähren und umgerannt. Wegen des starken Nebels fuhr das Auto langsam, Balser wollte über die Straße gehen, als er aber das Auto bemerkte, ging er wieder zurück und dies war sein Verhängnis. Der C^tusfeur brachte den Verletzten sofort nach der Klinik, woselbst eine Ver­renkung des Schulterblattes festgestellt wurde. Ten Wagenführer trifft anscheinend kein Verschulden.

* * Reiter gestürzt. Gestern nachmittag 3 Uhr stürzte auf dem schlüpfrigen Pflaster in der Neuen Bauen ein Reiter mit seinem Pferd. Ein gewaltiger Menschenauflauf emstand und es Tosrete große Muhe, um das Tier wieder flott zu machen. Reiter und Pferd blieben unversehrt.

* * Stadttheater. Der Spielplan der Weihnachtsfeiertage bietet reiche Abwechslung. .Am Mittwoch, 25. Dezember, wird

als Abonnemenlsvorstellung Ludwig ThomaS VolksstückM ag- dalena" wiederholt. Am Donnerstag (2. Feiertag' wird nach- mfttagsA u t o l i e b d) e n ", abends der neue erfolgreiche Schwank 5 o'n Windbu n d" gegeben Am Freitag, 27., ist nachmittags eine Wiederholung des KürdermärchntsDie drei Haule- m ä n n c r <b e n", abend die Erstarr,fnlxnmg der neuen FUegerpvfse Parkettsitz N r 10" Diese Neuheit erweist sicki neben ,,'Jl u t o l i c b d) e n" überall als die zugkräftigste Posse des Win­ters und ist z. B. am Neuen Theater in Frankfurt der Schlager der Spielzeit geworden. InA u t o l i e b d) e n",Pa r re 11 s i tz N r. 10" und dem Kinder Märchen wirkt die hiesige Regimenlskapelle mit. Von Montag ab werden Billetts für alle Feiertage an der Theaterkasse abgegeben.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 20. Dez. Heute abend fand im Gebäude der T a u b st u m m e n a n st a I t die W e i h n a d) t s f e i e r der taubstummen Kinder statt, lieber 60 Zöglinge erhielten bübfdtf Geschenke. Unter dem Weihuachtsbaum balle sich der Direktor unb das Lehrerkollegium eingefunden. Tie Kosten trägt zum Teil der Staat, zum Teil werden sie Stiftungen entnommen.

m. Aus der W e 11 e r a it, 20. Dez. An allen größeren Plätzen wird gegenwärtig an der Vertilgung der Schnecken- brut gearbeitet Man soll es kaum für möglich halten, ivelche Mengen Ungeziefer fid) in feuchten Kellern, Kanälen und Sümpfen auf halten. In einem Dorfe sand man nad) dem '.'lusräuchern eines >kellersganze Schippen voll von diesem Ungeziefer tot auf der Erde liegen. Es wäre wünschenswert, wenn überall gegen diese Plage vorgegangen würde.

Starkenburg und Rheinhessen.

d. Mainz, 20. Dez. Bürgermeister Tr. Gg. Schmidt ist heute nachmittag kurz vor 5 Uhr im Alter von 55 Jahren gestorben. Ter Verstorbene trat am 1. Oktober 1894 in die städtische Verwaltung als Beigeordneter ein. Vorher war er Beigeordneter in Worms. Der Verstorbene stand dem Armen- und Hospizienwesen, sowie dem Reinigirngswesen vor. Er führte im Armenwesen das Elberfelder System ein. Beigeordneter Dr. Schmidt, bem später der Titel Bürgermeister verliehen wurde, war auf den beiden Gebieten, die ihm unterstanden, ein äußerst tüchtiger und fleißiger Beamter. Vor über einem Jahr erkrankte er, um sich nicht wieder zu erholen.

Hessen-Nassau.

w. Hanau, 20. Dez. Zu den Erkrankungen im E i s e n b a h n r e g i m e n t ist heute zu berichten, daß ein Stillstand in den ErkranknngSfällen eingetreten ist. Es ist kein neuer Fall vorgekommen. Die gestrige Konferenz von höheren Militärärzten hat die Urfad>c der Krankheit noch nicht feststellen fönnen. Tie bakteriologische Untersuchung wird nod) einige Zeit in Anspruch nehmen.

Verinnchter.

* Ein schweres Explosionsunglück, dem drei Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich im Laboratorium der Rheinischen Metallwarenfabrik Ehrhardt auf dem Schieß­platz Unterlueß beim Laden einer Granate. Zwei Arbeiter wurden sofort getötet, ein junges Mädchen schwer verletzt. Zwei Arbeiter erlitten erhebliche Verletzungen. Tas Mädchen starb nach zwei Stunden. Die Ursache des Unglücks ist nod) nicht festgestellt worden.

ßmidcL

Preiserhöhungen. Die maßgebenden Fabrikanten von Lederleim in Mitteldeutschland, Hessen und Hefsen-Nassau. erhöhten ihre Preise für Lieferung 1913 um rund 10 Prozent.

Die Spiritus-Zentrale tat den Verwertungs­preis für 1911/12 auf 3 2,02 Mark festgesetzt, so daß auf die vorjälwigen Ablieferungen nod) ein Nachschuß von 2,02 Mark verteilt wird.

Die Hessische Landes-Hypothekenbank hat den Zinsfuß für neu auszReihende Hypotheken für die ersten 5> Jahre von 4i/i auf 4 Vs Prozeut feftgefer.t. Nach Ablauf der 5 Sabre beträgt der Zinsfuß wieder 41 i Prozent und kann dann nid)t mehr gesteigert werden. Begründet ivird diese Maß­nahme tiainit, daß bei der Lage des Geldstandes die von den Geld- empfärgern gewährten Geldbesck)affungskosten allein nicht mehl ausreichend sind.

Aus der Tabakindustrie. Tie Dresdener Handels­kammer teilt mit, daß Tabaksendungen aus dem Orient seit Lius- brud) des Krieges vollständig aufgehört haben, wovon besonders die 3igaretteninbuftrie betroffen wird.

1 1------ ---------

Märkte.

le. Frankfurt a. M., 20, Tez. Heu- unb Sirobmarkt. Angeiahren waren ti Wagen Heu, ? Waoeu Stroh. Bezahlt wurde ffir '"e3,'0 Mk., Strotz ldornlangürotz) 2.4" .6') Mk^

Dirrstroh 0,000,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft ruhig. Tie Zcifuhren waren aus den Kreisen Friedberg, Dieburg und Hanau.

F.C. Wiesbaden. Aiehh o> »Mark tbericht vom 20. Dez. Auftrieb: Rinder " (Ochsen 2<;, Bullen 0, Kühe 67), Kälber 158 Schafe 39, Schweine 2OL «

Geschält müßig rege. Preise ffir 100 Vld

Lebend- Schlacht- Ochien. aewicht

Vollfleischine. auSaemästete. tzSchsten Schlacht- Alk. Mk.

wertes im Alter von 4-7 fahren .... 5356 96101

Tie nod) nicht gezogen haben (ungejocht) . . 52-55 94100

Cunae, feisck-ige. nicht aiiSgem-.xfiete und ältere

auSgemasletö ..... 4750 85Sy

V ul l e n.

Pollsteiscbiqe. ausgeiv^ höchsten Cchlachtw. . . 4952 8187 BoUflelschige, jüngere ..... 4448 7380

t ä r> e n. fi ü y >.

L ollsteischige ouSgemästete Färsen höchsten

Schlachtwertes . . 4953 8895

8 ollsieischige auSgemastete Kühe höchsten

Schlachtwertes bis zu 7 Fahren ... . 4144 8085

Wenig gut entwickelte Färsen 4343 8392

Aeltere ousgemastete Kühe und wenig gut ent-

roidelte jüngere Kühe ........ 3640 6674 Mäßig genährte Kühe und Färsen .... 3035 6172

H ä l o e -

Feinste Masttälber 6668 111115 Mittlere Wtait- und beste SaugkÄbre . . . . 59-61 98 -105 kernigere Mast* und gute Saugkälber . . . 5358 8897 Geringere ^augtalber . 4852 8087

e 0) a *».

Wewemastschafe

Geringere Marnunnmet und Schale .... 0000 8600 Schweine

Tollfleischige Schweine von 80100 k» Lebend­

gewicht 67-68'/, 8688

Lollsteischige Schweine unter 80k§ Lebendgewicht 67-67'/, 86-87

PoUfleischige Schweine von 100120 kg Lebend-

genncht 69-701, 86-88

ßettlchweine über 150 kg Lebendgewicht . . 66-67 8384