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ttltfcetm f8<ll(6 mH tluSnabme bet Sonntag».
*etf6cnti Semillenblätter*1 werben dem .WnAftafr* viermal mödjenthd) deiqcleqt, baß „Krmblati für den Kreis Gietzev" «weimai wöchentlich. Die ..Landvirklchafrllchen Leit« fra-eo" erlchemen monatlich troeimaL
Zweiter Blatt 162. Jahrgang
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheften
Samstag, 25. März (912
Retanonßbrud und Verlag bei Brühllchen Unwerütäts • Buch» unb Giembnidecel 9L Lange, Lieben.
‘Hebafhen, Ervedikion und Druckerei: Schul» (trage 7. Lrped i,on unb Verlag: twbL Redaktton:«^ 112. Tel.-Abr^AnzeigerGieben.
Ans ßefien.
8nt l^kagk der Revifio der Beamtenbefoldung erhalten wir aus Darmstadt folgende Informationen: .. letzten Zeit inird) verschiedene Blätter über
dre Plane unb 2lbsichten der Neuerung Mitteilungen ausgetaucht, rn denen Wahres und Falsches vielfach miteinander vermischt Morden ist. Die Regierung hat sich schon vor längerer Zeil über die Grundlagen dieser Gehaltsvcrbesserungen für die Beamten und die Lehrer, sowie über die Besserstellung der Pensionäre und Witwen m mehreren eingehenden Beratungen des Gesamt» Ministeriums schlüssig gemacht, nactzdem durch genaue, umfangreiche Berechnungen über die finanzielle Wirkung der geplanten Reform eine geeignete Unterlage dafür geschaffen worden war. An dieser Grundlage ist Venn auch im weiteren Verlaus der Beratungen, die naturgemäß vorzugsweise im Finanzministerium sortge>etzt wurden, im allgemeinen festgchalten worden. Dagegen mutzten wiederholt noch eingehende Erwägungen und Ermittelungen angestcllt werden über die Behandlung einzelner Bc- amtcnkategorien usw. Nachdem sonach in monatelang fortgesetzter Beratung die Grundlage für das Mindestmatz der notwendigen Anforderungen festgestellt war, galt es natürlich als Hauptaufgabe der Regierung, für die dauernden neuen Ausgaben auch eine über das lausende Etatsjahr hinausgehende zuverlässige und andauernde Deckung zu schaffen. Tie Negierung glaubte eS dem Lande und dem Steuerzahler gegenüber nicht verantworten zu können, mit tiefgreifenden Reformen zur Abänderung der Besoldungsordnung an bie Ständclammern heranzutreten, ohne gleichzeitig eine voll- ständige Klarheit über die Frage der Ausbringung der ersorder- lichen Mittel dafür gewonnen zu haben. Und die E r w ä g u n g e n über die Aufbringung dieser D ecku n g s m i t t e l'bildeten auch den Hauptgrund der fortgesetzten H i n a u s z ö g c - r u n g der Regierungsvorlage, an welcher nicht zum wenigsten auch die ganze Finanzgebarung im Reiche mit beteiligt ist. Erst durch die i ü n g st e Konferenz der Finanzmini st er in Berlin »st es möglich gewesen, auch über die Frage, mit welchen Anforderungen des Reiches an die Einzelstaaten demnächst noch zu rechnen sein wird, bestimmte Ausschlüsse zu erhalten, so datz nunmehr endlich der Abschluß der Vorlage geschehen tonnte, deren Einbringung nun beftimmt in den nächsten Tagen erfolgen wird.
2m allgemeinen darf als richtig angenommen werden, daß die Geholter der unteren Beamten je nach ihrer Höhe um 12—13 Pro jent, die der mittleren Beamten um 10—11 Prozent und die der höheren Beamten bis 7000 Mark um 6—8 Prozent ausgebessert werden, während die höchsten Gehälter nur eine vierprozentige Erhöhung erfahren werden. Der Wohnungsaeldzuschuß wird ebenfalls eine Erhöhung und zwar nach dem Muster Preußens resp. des Reiches erfahren. Mit dieser Vorlage kann aber UN d w ird auch die Besoldungsreform keineswegs für längere Zeit abgeschlossen sein. Sie ist vielmehr mir als der erste Schritt zu einer allgemeinen organischen Reform gemacht, und weitere Vorlagen werden ihr folgen. Da die Land stände nach den Erklärungen der Redner in beiden Kammern die Absicht haben, die Gehaltsanfbesserungen mit Wirkung vom 1. April dieses Jahres ab in straft treten zu lassen, so wird sich der Volksvertretung Gelegenheit bieten, in den Wochen nach dem Osterfeste sich mit Mutze der Beratung dieser Vorlage und ihrer Deckungsmittel zu widmen.
Aus den Reichstagsausschtiffen.
: : Berlin, 22. März.
Ter Aeltestenrat des Reichstags
beschäftigte sich am Freitag vor der Plenarsitzung nochmals mit der Frage, ob die Reichspartei eine Beteiligung an dem Aeltestenrat und an den Ausschüssen erhalten soll. Tie Angelegenheit wurde dem Geschästs- vrdnun gsausschü ß überwiesen. Weiter beschloß der Aeltestenrat, die heute dem Reichstag zugegangenen Entwürfe, nämlich das Etatsnotgesetz und das Abkommen über die Zuckerkonvention bereits auf die Tagesordnung der Samstag-Sitzung zu stellen. Ter Bvdgetausschuß soll bann in erster Linie die Zuckerkonvention, deren Erledigung besonders dringend ist, beraten. Tie O sterferienl sollen dem bisherigen Beschluß entsprechend, beginnen, sobald die Voranschläge des Reichsamts des Innern, der Post und der Rcichsdruckerci erledigt sind Tie Ferien dauern, wie ursprünglich beabsichtigt war, bis zum 15. April. Der Reichstag wird also am 16. April seine Arbeiten wieder aufnehmen.
Der WahlprufniigsauSschuß
erklärte heute die Wahlen des Abg. Brandes (Soz., Halberstadt; bisher Rimpau nl.), sowie des Llbg. LP erlich (Zentr., GlaH; bisher Graf Oppersdorfs) für gültig.
Kamerun im Budqetansichuß.
Der Budgetausschutz setzte heute die Beratung des Voranschlags für Kamerun fort. Im Hinblick auf den schlechten Gesund heüSzustand der Kameruner Eingeborenen wurde eine größere Erschwerung der Branntweincinfuhr durch Zollerhöhung gefordert. Der Ausschuß beschloß eine Entschließung, in der die Verwaltung aufgefordcrt wird, den Konsum von Spirituosen in den Schutzgebieten durch Erhöhung der Zölle und Beschränkung der Lizenzen einzuschraicken. Das itoloninfam! Iteilte in Aussicht, daß in Zukunft auch die Naturalleistungen der E in g e b o r e n en bei Wegebauten usw. ctatii'iert werden sollen. Don Zentrumsfeite wurden Bedenken geäußert.
Togo.
Der Ausschuß ging dann zur Beratung des Voranschlags über. Konservative und Zentrum wünschten die Oeffnung des Nordens für bie Missionsgesellschaften, mit Abgrenzung von Gebieten für die beiden in Betracht kommenden Ge-
Die Erste Kammer der Stande beginnt mit der Haushaltsberatung am Mittwoch, dem 27. d. M. Heute fand bereits eine Sitzung des Finanzausschusses der Ersten Kammer statt, an der auch der Finanzmrnister Dr. Braun sowie einige Ministerialräte teilnahmen.
AuS dem ReichktagSwahlkre'8 AlSfeld-Lauterbach-Schotten
Bei der letzten Reichstagswahl nahm bekanntlich der Bund der Landwirte im hiesigen Wahlkreis unter Führung der Landtagsabgeordneten Korell-Angenrod und Lutz in scharfer Weise Stellung gegen den jetzigen nationalliberalen Reichstagsabgeordneten § e ck - Msfeld. Dieses Vorgehen hat die Folge gehabt, daß auf Veranlassung eifriger nationallideraler Parteigänger der Deutsche Bauernbund im Wahlkreis eingerückt ist. Ein Sekretär des Bundes bat in den letzten Wochen an zahlreichen Orten namentlich tm Kreise Lauterbach, Vorträge gehalten und bereits über 200 Mitglieder dem Deutschen Bauernbund zugeführt.
gierung auf die eng- 18. Februar erklärt die An-
die
I« der Genesungszeit ist die zweckmäßige Ernährung von höchstem Werte. Unterstützt man sie durch eine Kur mit Scotts Emulsion, so wird sie noch besser ausgenützt, und Kör-Perkräfte heben sich schneller
pe sten und engl sch russische Kote.
Teheran, 22. März. Tie gestern überreichte And- wort der persischen Re, '
l i s ch - r u s s i s ch e Note vorn 28. tyanuui ciiuin uit Annahme des Vorschusses von vier Millionen Mark und der
und sicherer.
Auch die Lebensgeister, Schaffensfreude und Unternehmungslust, werden sich dann bald wieder einslellen.
sellschaften Das sei notwendig gegenüber bem unheimlichen Vor bringen des Mobammcdanismus. Der SlaakSsekrelär gab bekannt, daß die Entscheidung über die Oeffnung des Nordens von dem Ergebnis der Reise des Gouverneurs abhänge. Die Re- gierung gab weiter Auskunft Über die Vorgänge beim Einsturz der Landungsbrücke inLome. Die Behörden treffe offenbar leine Sclnild, da es sich um ein außergewöhnliches Naturereignis gehandelt habe. Auf Anfrage über die Mißstände in der B a um woll ku l t u r in Togo gab der Regierungsvertreter die Auslünft, daß die mangelhafte Ernte zurüc^nführen fei au Samenmischungen; es werde aber Vorsorge getroffen, daß wieder bqferc Verhältnisse geschaffen werden Dienstag: Weiterberatung.
<9cricbtsfaaL
nach 21. März. Tie Zustande in der Eisenach« Stadtverwaltung bildeten seit langem den Gegenstand ausgedehnt« öffentlicher Erörterungen. Nachdem in den früheren Jahren ein fortwährender Bürgermeisterwechsel stattgefunden hatte, stellten NM in den letzten fahren allerlei Mißstände in der Verwob- trmg lelbst heraus, bic schließlich zur Verhaftung mehr«er städt Beamter tührten. Von ganz besonderem Interesse war die Festnahme des Ltadtsekretärs Emil Tuphom, der sich als Bureau- Vorsteher des städtischen ArmenamteS in 16 Fällen der Unterschlagung, Urkundenfälschung usw. schuldig gemacht hatte D« Angeklagte hat sogar von Weihnachtsgeldern zur Unterstützung armer Kinder in den Fahren 1909, 10 und 11 insgesamt 649 Mark für sich gebraucht. In einem anderen Falle hat er ein« armen Witwe die Pslegegelderunterstützung im Betrage von 150 Mark unterschlagen und weit« 150 Mark an ich genommen, die nach dem Tode einer von der Armenunter- itütziing lebenden Witwe von deren Sohn anstandshalber zurück- gezahlt worden war. Von dem Sporkassenbuchc einer Witwe Schindler, die im Armenhaus verpflegt wurde, und das d« Angettagte zur Verwahrung «hielt, hob er 250 Mark für sich ab Von den übrigen Straftaten des Angekbrgven fei noch erwähnt, daß er eine Reihe von Zinnkrüsen, bis im Zimm« br-3 zweiten Bürgermeisters stauben, 165 Mark an einen Hänbler verkaufte. Ter Oberbürgermeister Schmieder mußte als Z e u g e zugeben, baß ben Beamten vielfach ein zu weitgehendes Vertrauen entgegengebracht worben fei. Als er bie Anusgeschäfte übernommen habe sei scharf gu gegriffen unb hi «bei bte Straftaten aufgeberft worben. Er habe bi eien patriarchalischen Zuständen sofort ein Ende gemacht. — Tas Schwurgericht, bem insgesamt 57 Schulbfragen vorgelogt würben, bewahrte ben AngeNagten vor bem Zuchthaus, inbem es ben § 133 des St-G.D. hcran^og, woraus ber Angeklagte zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt würbe. ____
nicht mehr geübt. Für einen Kriegsfall sinb bie 46 v. H aller deutschen Diensttauglichen, bie alluibrlidi bei uns zur Ersatz- rcferve geschickt werben, daher unverwendbar Bis sie im Ernstfall ausgebilbet wären, ist ber Ausgang bes Striegel entschieden. Tau» kommt, baß jenseits ber Vogesen fieberhaft an einer Vermehrung unb besseren Ausgestaltung aller Waffengattungen gearbeitet wirb. Tas neue französische Gesetz, bas vorbereitet wirb, soll bie Infanterie im Ernstfälle um 22 Regimenter unb 34 Bataillone ocritärFcn! Tas französische Armeekorps wirb über 36, bas beutsche nur über 24 Batterien verfügen. Sämtliche Geschütze ber französischen Felbarmee sind schon im Frieden bespannt, bei uns nur zum Drittel. Ebenso sind in Frankrrich sämtliche Munitionswagen bespannt, in Deutschland sage und schreibe — 12. Auch auf kavalleristifchem Gebiet sucht uns Frankreich zu überflügeln, indem es schon im Frieden große Reit«- körper in 8, bald aber in 12 Kavallerie-Divisionen soimiert, während bei uns imm« noch bic Brigabe bie größte kaval- lerfftische Einheit ist. Bon ber Bebeutung ber Flieger von ben afrikanischen Armeekorps will ich gar nicht reben, ba es all» gemein bekannt ist. Abei: noch ein Uebclftanb bei uns ist offen ju nennen: bic Ucbnalterung unsnes Offizierkorps binbert bic Lchlagfcrtigkeit unseres HeercS. Sämtliche Staaten haben dieses große Uebel, das^Prcußen einst ein Jena beschert hat, beteiligt, nur wir nicht. So sehen wir unhaltbare Zustande in unf«ent Landhecrc, bic jeben Deutschen mit tiefem Kummer erfüllen. Sie möglichst rasch abzustellen, für ihre Beseitigung zu imrken, ist Ausgabe bes neugegrünbeten b c u t f d) c n Webrvcr- klns. Er will feine Äitglicb« haben in allen Schichten bes deutschen Volkes, in Hoch unb Nicbrig, bei Neid) und Arm. Wie ber Deutsche Flotlcnvcrcin steht er über allen Parteien, über jeber Konfession. Mitglieb kann jeb« deutsche MaiM und lebe beutsche Frau roerben, welche das 18. Lebensjahr überschritten hat. Auch in unserer Stabt hat sich bereits eine OrkL- flruppe gegründet. Mögen sich ihr recht viele deutsche Männ« und 8rauen anschlicßen. Ter Beitrag ist gering, eine Mark, aber per Nutzen, ben ein solch« Verein unserem Volke leistet, unenblich groß.
Streik ftricöbcrfl.
* Friedberg, 81. März. Heute sand die Schlußfeier der Landwirtschaftlichen Winterschule statt, zu b« ffch eine stattliche Zahl von Zulwrem eingefunben hatte. An «teile bes burd) bic Kammerverhanblungen verlnnberten Geh Lanbesokonomierats Müll« von Tarmstabt leitete der Tirektor ber Anstalt, Ccfonomierat Spieß, bie Prüfung. Tr. y o f f» m an n behandelte in Chemie bas Calcium, Garteninspektor John Üruttc ui Obstbau über bas Pflanzen unb bic Heranzucht ber Ob tbaume, Lehv« Rings Hausen ließ in Geometrie praktische Ausgaben über Flächen- unb Körperberechnung lösen unb Oeko- nomicrat «pieß führte in Ackerbau ben Anbau ber Kartoffeln, namenthd) bie Tüngung und bie Sottenwahl berfelben vor. Sämtliche Anwcsenbcn folgten ben lebhaften unb bestimmten Antworten ber Schüler mit sichtlichem Interesse. Am Schlüsse ber Prüfung riditctc Direktor --p i e ß herzliche WoNc an bie abgehenber ö7fuIerZmC^Q^ntc ftc' das in b« Schule Gelenite in twrstänbnis- voller Weise in ber Praxis anzuwenben unb es immer mehr 5U vertiefen. Tie Schüler ber Unterklasse verabschiedete er mit einem Wiedersehen ffn nächsten Jahre. Um! 1 Uhr vereinigte ein Mittagessen des Lehrerkollegiums die Schüler unb ihre Eltern lomic eine Anzahl Frcunbe unb frühere Schüler in ben Tret Schwertern" Nach bem Toast auf ben Lanbesherm, ben Oekonomicrat S pietz ausbrachtc, richtete ein Schüler ber Ober* Haffe, H (Seihet von Ober-Mörlen, herzliche Worte bes Tankes an bic Lchv« unb Eltern unb ermahnte seine Mitschüler, das Band bas sie mit ber Schule verknüpfe, immer fester zu schlingen.' Ein früher« Schul«, Friebr. Häuser von Nieber-Wcisel, zeigte hieraus ben Wert einer tüchtigen beruflichen Bilbung. Zum Schlüsse forberte « bic abgehenben Schüler zum Eintritt in den Verein „Ehemaliger Friedberger Lanbwirtschaftsschülcr" auf.
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Die Reife Des Kaifers.
Der Kaiser begab sich am Freitag abend nach Wien- Schönbrunn unb wird von bort über Vcnebig na di Korfu reifen Er wirb begleitet vom Prinzcnpaar August Wilhelm unb Obcrhosmarschall Graf Eulenburg, Gen«alobcrst von Plcssen, bie Generale a la suite Tr. Nicdner, bem Chef bes Zivil- kabinetts v. Valentini, b« Ches bes Militärkabinetts Freilierr v. Lhnckcr, bem Chef bes Marinekabinetts Abmiral v. Müller, dem Vertret« bes Auswärtigen Amts Freiherr v. Jenisch. Als G ä st e des Kaisers nehmen an ber Reise teil ber Fürst von Fürstcn- oerg (ab Venebigl, Militärob«pfarr« Göns, Gen«al ber Jn- janteric v. Löwenfelb (für bie Ost«feiertage) unb Marinem^« Prosefsor Bchrbt.
Rvichstagrerfa^waftl in Münfter-Co^ftld.
M ü n st e r, 22. März. Bei ber heutigen Rcichstagscrsatzwahl im Wahlkreise Münster-Cocsfelb nrurbc Geheim« Mebizinalrat Dr. Ger l ach (Ztr.) mit 20619 Stimmen gewählt. Zcrfplitt«tl waren 153 Stimmen. Die Nationalliberalcn. Freisinnigen und sozialbemokraren hatten Stimmenthaltung proklamiert.
von ben zwei Mächten festgesetzten Bedingungen über Verzinsung, Garantie, Kontrolle unb Verweubuug der Gelder. Tie Note erklärt weiter, bie persische Regierung werbe ihre Politik mit den Grundsätzen des Abkommens von 1907 in Einklang bringen unb nehme Kenntnis von ben Versiehe ningen, bie in der Einleitung des Abkommens cmsgespro chen sind. Nackürem der Exschah und dessen Bruder Persien verlassen hätten, sollen die Mujahids aufgelöst unb bie anderen irregulären Truppen allmähilich ausgebildet und in die reguläre Armee ausgenommen merben. Die Organisation einer brauchbaren, den Bedürfnissen des Landes entsprechenden Armee werde den Hauptpunkt des Programmes des Kabinetts bilden. Ueber die militänsche Organisation werden die beiden Gefandt- fduften in freundlichem Meinungsaustausch in Kenntnis gesetzt werden. Ueber Mohammed Ali ist ein Abkommen zu sta nd e ge komm en, das den Gegenstand einer besonderen Note bubet. Nach diesem Betveis ihrer guten Absichten erhofft die persische Regierung die Unterstützung der beiden .Mäck)te bei der Aufnahme der für die Reformen nötigen Anleihen und zu der baldmöglichsten Räumung des persischen Gebietes von fremden Truppen.
Au» Stadt und Land.
G ie . cn, 23. Marz 1912.
** Von der Provinzial-Siechenanstalt. Die seitherigen Pfleaesätze in der Anstalt für die Aufnahme von Pfleglingen der Orts- und Landarmenverbände, die mit 170 Mk. für Kopf unb Jahr sehr niedrig waren, find mit bem 1. April d. I. um 50 Mk, also auf 220 Mk erhöht. — das Angebot des Metzgermeisters V o n - Ei f f, Ludwigftr. für bie Fleischlieferung 1912/13, das bei der jüngst abgehaltenen Submission am niedrigsten war, wurde angenommen.
•• OrtSgewcrdeoerein. Am Donnerstag abend hielt ber Ortsgewerbeverein in seinem Heim eine gut besuchte Mitglieder-Versammlung ab, in der nach einer kurzen Aussprache über den Bebauungsplan für das Gelände zwischen Oberhessischer Eisenbahn—Licher Straße und Wald Rechtsanwalt Kaufmann einen Vortrag hielt über das Thema: ,WaS müssen der Gewerbetreibende und seine Frau über das eheliche Güterrecht tuiffen?' Er gab einen lleberbbd über die Entwicklung und bie verschtebenen Arten beS ehelichen KüterrechtS und erläuterte bic Wirkungen ber einzelnen Bestimmungen an zahlreichen Beispielen aus bem praktischen Leben. Allseitiger Beisall wurde dem Redner für seine klaren Ausführungen zuteil. In der Aussprache, die sich an den Vortrag on'chloß, wurden vom Redner zahlreiche Fragen, die sich auf daS Thema selbst bezogen, aber auch andere, bic unseren Handwerkern immer und immer wieder begegnen (z. B. bezüglich Bürgschaften ?c.) beantwortet.
♦* lieber den Wehrverein wirb uns geschrieben: Tie Regierung wirb bemnädnt ben Vertretern des beutschen Volke-: eine Vorlage von weittragenbster Bebeutung unterbreiten, eine neue Wehrvorlagc. Bon ihr« Annahme kann bie Zukunft uns«es Staates, unseres Volkes abhängen. Seit Jahren ist für bie Kriegstüchtigkeit unseres Lanbhecres kaum etwas Nennenswertes geschehen. Tie V«slärkung um'ercr Floltz.- ftanb fast ausschließlich int Vorbcrgrunb. lieb« die Notwendigkeit eine» zielbewußten, starken Flottenprogramms kann all«vings kein Zweifel mehr bei uns fein: bie Ereignisse bes letzten Sommns haben bicfe Notwcnbigkeit jedem einsichtigen Tcutschen klar vor bie Augen gestellt. Ad« wir haben üb« kur; ob« lang nicht nur auf Dem Wasser zu kämpfen, bie Entschcitung über Sein ob« Nichtsein bes beutschen Volkes fällt auf dem Festland. Tarum muß untere Lanbarmee fdilagfcrtig sein, so schlagfertig, baß sie vielleicht nack) Osten unb Westen siegen kann. Leider ist diese Schlagfertigkeit des deutschen Heeres die letzten Jahre stark zurückgegangen. Frankreich mü seinen 40 Millionen Einwohnern ist im Begriff, das deutsche Volk mit seinen 66 Millionen Einwohnern zu überflügeln. Frankreich ist heute bas Volk in Waffen, bas nur einen Gedanken hat: den b« Revanche für 1870/71. Während das deutfche Volk jährlich 0,94 v. H. feiner Bevölkerung unter bet Fahne stehen hält, hat Frankreich 1,40 v. H. unter ber Trikolore, abgesehen von ben Solbttuppen, im ganzen 250 000 auSgebilbete Solbaten mehr wie wir. Weit« üben bet uns in ben letzten beiben Jahren jebesmal rund 355 000 Mann bes Beurlaubtenstanbes, in Frantteich bagegen 615 000 bezw. 660 000 Mann. Tie gesetzlich bcstchenbe Verpflichtung, Ersa^- Referoisten auszubilden, wirb bei uns schon feit Jahrzchnteu


