Brand stecken.
Unseren letzten Berichten über die hiesige Tagung deS
Binnenschiffahrtsvereins und die Kanalisation der Lahn L lassen wir oei der außerordentlichen Wichtigkeit des Gegen- ft standes eine Zusammenfassung der wichtigsten Gesichts- bi punlte, — besonders der für Gießen und Hessen wichtigen St Gesichtspunkte — folgen, die für die baldige Durchführung T
folgen,
für
Gesichtspunkte
den
Wahlbureau befand, wurde , ...
zertrümmert. Außerdem wurden in 16 anderen Gescyäften
Salven auf die Poli)ei abgegeben.
auch zur Schußwaffe. Zunich''. ,
einer der Polizisten durch Steinwürse am Kopse verleyt wurde, gab die Polizei Feuer auf die Menge. Zwei Italiener wurden getötet und ein aus Neugierde dastehender 35 jähriger Franzose war sofort tot. Sechs Personen wurden mehr oder minder schwer verletzt. Tie Ausständigen zogen sich dann langsam unter fort- währendem Schießen und Steinwerfen zurück.
die Massen mit der Feuerspritze auseinander zu treten. Tie Ausständigen bewar en die Polizei mit Steinen. Einige junge Burschen griffen zum Revolver. Bald darauf wurden förmliche ......^gegeben. Diese griff nun ihrerseits Zunächst schoß sie in die Luft. Als
gebeten. _ .
•• Silberne Hochzeit begehen morgen tue Schu « machermeisler C. Schmidt Eheleute, Bahnhofstraße.
•• Der Verein für Sterbeunterstützung Gießen hält morgen seine Hauptversammlung im Saale der
Restauration Sauer, OSivaldSgarten, ab.
•• Schafzüchter. Versammlung. Tie auf 4. Februar anberaumte Versammlung von Schaszüchtern sindch wie uns vom LandivirlschastSkammer-AuSschuß nnlgeteltt roit-X mcht im FeljenkcUec m Gießen, sondern nn Cafs Ebel statt-
- Die Antagemuilk aut 28. Ian. fällt auf.
* Militärische Gedenkfeier. Man schreibt unS v» der ®ute um Aufnahme: Die ehemaligen Angehörigen des "a. Jnsanlerie-Regiments, die bei der Formierung deS idti. W ments am 1. upru ioü, Die 4. ttomvagnie Heilten, werdens Besprechung über die 25 jährige Gründungsfeier zu der l. ** saumilung am 28. Januar 1912 vormittags 10 Uhr nach CH®’ bad), Reilauraiit zum Erbacher Hof, eingeladen.
Vanülrcid G.c^iir.
-- Harbach, 26. Jan. Bei der heutigen Beigeordn tenwa hl wurde der seitherige Beigeordnete Peter Albert ar stimmig wichergewählt.
KreiS Friedberg. i
• Bad-Nauheim, 26. Ian. Tte Gesamtfrequeni deS BadeS im Jahre 1911 betrug 34793 Kurgäste, roy von 24 965 Deutsche und 9828 Ausländer waren. Von letzteren cntfaUen auf: Afrika 88, Amerika 1520, Ancn Australien 4, Belgien 162, Bulgarien 14, Täncmakk 7H
Mainz abgehalten.
** Konzertverein. Das Programm deS nächste« Solistenabends Werst eine Fülle interessanter Komp® 'itionen auf. Unter den Lieberkomponisten sei zu allererst Derjenige genannt, welcher die Grundlage zum musikalischer Lkunstlied Legte: Franz Schubert (An die Leyer, Nacht uni Träume), nächst ihm Nob. Schumann und IohannesDratM dessen „Feldemsamkeit" Herr Senius singen wird. RichaS Wagner mit dem selten gehörten „Tors mon enjanf vertreten. Es reihen sich die ganz Modernen an: RtchaM Strauß („Heimliche Aussorderung"), Weingartner, H. Pfip« ner, Wilhelm Berger (Der jüngst verstorbene Dirigent d« Meininger) und last not least Max Reger, dessen ttefemv, unbene „Waldeinsamkeit", eines der schönsten und auä bekanntesten Lieder Regers, das Konzert eröffnen wird. Unter den Jnstrumentalsolis sind die Sarabande von Set Bach, das bekannte Abendlied von Schumann, in Ueb«t tragung für Eello, der Elfentanz von Popver zur Genüge bekannt. Die klangvolle Sonate für Cello des italienisch» Meisters PietroLocatelli dürften dagegen selbst viele Musikfreunde noch nicht gehört haben. Locatelli ist mehr w fanut als trefflicher Komponist in der Biolin-Literatur. Geboren 1693 zu Bologna, wurde er Schüler von Corel», dem Vater der Biolin-Literatur, ging später nach Amsler- dam, wo er 1764 starb. Besonders verdient macht er sich sowohl in der Violin-, wie in der Cello-Literatur um Die Ausbildung der Sonalensorm. Violinspieler wird cs interessieren, daß gerade vor kurzem viele wertvolle Kvmpo^ itlionen von Locatelli erschienen sind, teils von dem b»« tannten, ausgezeichneten Geiger Kreisler, teils von de» sleißigen Förderer alter Instrumentalmusik Moffath 6* arbeitet, u. a. auch eine Sonate für zwei Violinen, bietet der kommende Solisten ab end auch in der Auswahl des klassischen und modernen Programmes eine grove Attraktion. — Das Konzert ttrirb pünktlich Uhr b» ginnen und sei auch dieses Mak um pünktliches Erscheinen
Wißbegier und Grauen empfinden vor den drei Hexen auf der Haide bei Fores.
Ich hoffe, so mancher wird dankbar fein für diese Aus- ». Und so mag ein Klang' des Verstehens ziehen Meisters stille Werkstatt hoch über dem Strome der Weltstadt. * Christian Rauch
— Eine neue Fro ft Periode in Sicht. In der euro- däischen Lustdruckverteilung hat sich in den letzten Tagen eine Umlagerung vollzogen, die für die Witterung Deutschlands von großer Bedeutung werben kann. Infolge ausgedehtUer Schneedecken über ganz Osteuropa hatten ftd) seither über diesen Gebieten kalte Luftmassen erhalten, die die Bstoung eines träitigen Hochdruckgebietes forderten. Nachdem aber letzt im Osten Erwärmung eingetreten ist, steigt der Luftdruck üoer Nordtcest- und Nordeuropa. Tort sind Hochdruckgebiete im Entstehen begriffen, die einen sehr kalten Luftstrom südwärts nad) Mitteleuropa «enden. In Skandinavien sind die Temperaturen bereits außerordentlich aefunken: In Nordschweden aus 28", im Süden aus 1U—12u Kalte. Auch Deutschland wird von einer nord südwärts sor t schreitenden Kältewelle in Kürze be.roifen werden. Tie Dauer der Intensität dieser neuen Frostperiode wird nun toefcntlid) davon abhängen, ob eine ausgedehnte Schneedeae sich zu bilden vermag, die bekanntlich der Entwicklung von kalten Luftmassen sehr förderlich ist. And, in den nächsten Tagen steht Schnee bevor, der dem Winieisportler sehr gelegen kommt; doch ist es fraglich, ob auch im Flachland eine stärkere Schneedecke zustande kommen wird.
— Ernst Hardts fünfaktigeS Trauerspiel „Gudrun" wurde am Donnerstag am D armstädter of - theater zum ersten Male aufgesührk. Trotz der mit einigen Ausnahmen guten Darstellung sand daS Spiel keine bejoiuerc Anteilnahme. Selbst nad) dem dritten Alt, der der beste des Stückes tst, war der Beifall nur mäßig. Am besten war Herr Baumeister als König Hartmut, der zu den Worten auch den rechten Ton fand. Tie vielen Heineren Rotten waren jedoch durchweg gut besetzt. Die Regie des Herrn Baldek ist ja nie überwältigend. Ueberall zuviel Leinewand und Pappe.
— Geistliches Musikfest in Frankiuri a. M. in er Karwoche 1912. Zn Frankfurt a. M. hat sich ein Ausschuß gebilbei, der die Beran st altungeineSgroßen geistlichen Musikfestes bezweckt. Tieies sott in oer, etwa 12000 Personen fassenden städtisd>en Festpalte am 3., 4. und 5. April ftattfinbeiL Zur Mitwirkung wurden gebeten: Der Frankfurter Cäcilien-Verern und die A m ste r da m e r Gesangsvereeniging der Maalschapp11 tot vor Gering der Toonkunft. Außerdem -werden 'beledigt
Arbeiterbewegung.
Ueber Ausschreitungen der Arbeiter der Deutsch-Luxemburger Bergwerk-- und Hütten-Aktieu-lSesellschaft
wird gemeldet: Als am gestrigen Lohntage zum ersten Male die aus Anlaß der Einführung des Altersgesetzes vorzunehmenden Beitragsabzüge vom Lohn abgezogen wurden, rotteten sich etwa 4 00 italienische Hochofenarbeiter zusammen und zogen unter Vorantragen von roten Fahnen vor das Werk. Als sie sofort damit begannen, die Türen einzuschlagen und die Fenster einzuwerfen, suchte die Polizei zunächst
des Projekts sprechen.
Längs der Lahn sind reichlich Massengüter für den Wassertransport vorhanden, aber die jetzige Wasserstraße ist ganz ungenügend. Bei den alten großen Projekten, zu deren Verbesserung, stehen die Baukosten und der zu er* wartende Verkehr nicht in Einklang. Dagegen ist dies der Fall bei dem 210/230 Tonnen-Projekt, bas die alten vorzüglich erhaltenen Anlagen mit verwertet. Das Schiff wirb dann allerdings kleiner, macht aber, da ihm bas Projekt einen eigenen Motor gibt, mehr Reisen. Kleiner Nutzen — großer Umsatz! Es wird für den Rhein nach den Vorschriften des Germanischen Lloyds gebaut und kann bis Köln, Duisburg, Rotterdam oder Straßburg fahren. Ter Verbrennungsmotor ist für den gegebenen
sein: 12 Gesangssoliften, ein Knabenchor und drei Orchester, darunter das berühmte Amsterdamer Eoncert-Gebouw-Ockest, zusammen etwa 2000 Mitwirkende. Aufge.ührt wird: Am 3. April die Symphonie Nr. 8 von Gustav Mahler; am 4. April eine Matin6e der Amsterdamer Künstler im Saalbau und am 5. April (Karfreitag) die Matthäus-Passion von Bach. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen des Herrn Willem Mengelberg, des Dirigenten der bei- bin genannten großen Gesangvereine. _
— DerKampfumdieDeutscheSchillerstiftung. In dem demnächst erscheinenden Heft der Neuen Rundschau be- [djäftigt sich Hans Kyser in einem zweiten Artikel mit der Deutschen Schi 11 erstiftung. Er betont im Anfang, daß über den Zweifel an seiner literarischen Ehrenhaftigkeit, den die SchiUeritifiung g.nuueri, das e 11 u i e n i | ü) e i oc u wurde und stellt schließlich positive Vorschläge auf: vor allem den, die Zweigstiftungen mit der Hauptststtung zu verschmelzen. An die Leitung wiederholt er die Aufiordemng, mehr mit denjenigen Fühlung zu suchen, die etwas von den Schaffenden und wahrhaftig Unterstützungswürdigen wüßten. Ueber die Größe und Art der Stiftungen meint er: Nicht den viel zu vielen bringt Gelder und Almosen, sondern den Besten, Wirklichen Ehrengaben.
— Entoeuung airuotuiiwcr Nuine^n an der Ostküste von Grönland. Bon der dänischen Station Ang- magsatir an der Osttuste von örunLanb hat per dort stationierte Arzt Tr. Norman-Hansen und der Missiorrspaswr Je-
1 p e r s c n einen in der 'Jiäijc bcimoliwen Fioro landeinwärts
ociahren und bann den hier mündenden Fluß mehrere Tage auf-
wärts versorgt bis zum Gletscherende. Nach „Peterm. Mitteilung."
entdeckten sie Ratincn von ©teinbaiuen aus beiden Ufern des Flusses, deren Grunoritz aulgenommcn wurde. Aus der Lage
der bi-uinen, die gegen feurdAche Ang risse sehr geschützt ersd-cinen, glaubt Tr. Norman-Hansen annehmen zu dursen, daß sie die Ueocrrcftt der letzten Ansäungen der altnqrbiid^en LwIonisatoren von Grünland waren, die hier ihre lebte Zuflucht gefunden halten.
— Kurze Nachrichten a u 8 Kunst und Wissenschaft. Der 4. internationale Kongreß für Kunstunterricht, Zeichnen und angewandte Kunst wird vom 12. dis 18. August 1912 in Dresden tagen und mit einer großen Zeichen- und Lehrmittel-Ausstellung oerbunben fein. — Der emer. o. Prosenoc dec klaiiifchen Philologie an der Universität o r e i b u r g i. Br. Geheimeeac Dr. ptnl. Berichard S cbm i b t vollendet am 3u. Januar fein 75. Lebensjahr. — Professor '.xycnfclo, Direkwr dec Augen-Kiinik in Fr^iourg i. B. l>at den Stuf al« Nachfolger von Prsfesior Dtich^ls - B e r 1 i n endgültig abgelehnt.
wurden verhaftet. Für Kaisers Geburtstag planen bie Polen weitere Kundgebungen.
Der „Lokalanzei'ger" meldet, die Sanitätskolonne Schweiz konnte bei den 4rawallen am 25. ds. nicht helfend eingreifen. Sie wurde von den Rowdies überrumpelt. Tie Verhaftungen sind bis auf 12 Personen gestiegen. Die verunglückten Studenten befinden sich auf dem Wege der Besferung. Den deutschen Geschäftsleuten drohen die Polen, sie würden ihre Geschäfte in ' ” ‘ In dem Hause, in dem sich das deutsche ), wurde in oer Nacht ein Schaufenster
Fall das Richtig. Einfachheit der Vedw.i-.ig und Billigleit des Betriebs. Ter Fifchereiverein hat bamit eine jahrelange Probe auf hoher See und bei Bedienung durch einfache Fischer mit alänzendem Erfolg macken lasjen. — Was die wirtschaftliche Seite des Lahnlanals betrifft, stehen wir nicht am Ende, sondern am Anfang der bergbaulichen und industriellen Entwicklung an der Lahn uub In Oberhessen. Ter billige Wasserweg wird diese unter- stützen. Er wirb unseren Erzen den Wettbewerbgcgen fremde Erze in Ruhrorr ermöglichen: er wird bie q. s altindustrie gegen die schwedische Konkurrenz stärken und ihr neue Absatzgebiete in Belgien, Holland und an ber. deutschen Nordseekusren eröffnen. Braunkohlen, Ton, Holz und Getreide werden die neue Straße abwur^- benutzen. Aufwärts werben an Massengütern besonders Kohlen kommen, bei denen auf eine Frachtersparnis vo:>. min 0 estens zehn Mark für den Eisenbahnwagen zu rech, neu ist, also gerade den Ausgleich des jetzigen Abschlags durch das Kohlensyndikat. Aber auch hochwertige Güter werden den Wasserweg wählen, wenn ihnen eine gLau Durchfracht bis zum BestimmungLort geboten wirb, z. B, bei Tabak von Rotterdam nach Gießen; beim geg.n schabliche Feuchtigleit u. bgL lassen sie sich in den neuen solid gebauten und verdeckten Schissen ebenso gut schützen, wie in den Ueberseedampsern. Gießen wirb zum Um. scylagplatz unb erhält einen neuen Impuls zur Em- Wicklung, neue Einnahmequellen, größere Booenwerte.
Tie Kanalisarion der Lahn kann und mug jetzt durch-- gesetzt werden! An unsere Regierung und deren provinzial, Instanzen, an bie weitsichtige Vertretung uiuerer S.aci, aii Handels- und Landwirlschastskammern richten wir den ernsten Appell, dafür einzutreten, baß diese einschneidende Verbesserung des Verkehrs, bie jedem Bürger und Bauer, Fabrirnnten und Kaufmann, Handel und Gewerbe gleich, mäßig zugute kommt, endlich Wirklichkeit wirb.
** Tageskalender Stadttheater: Samstag aber.) 7'/, Uhr bciiuovilcliung: ,Kot berg'. Sonntag nachunnag« ü'/, Uhr: ,V u m m et st u d e n t e n'; abends 7'/, Uhr: „2 otior Klaus'.
Konzertver ein: 3. Solisten-Abend. Sonntag nachmittag 5*/t Uhr m der neuen Aula.
K i n e in a t o g r a p h: Täglich Vorstellung.
V i o a r a v h: Täglich Vornellung.
Museum des oberhessischen Geschichtsverein 1 Geschlossen.
Das Museum für Völkerkunde bleibt connlnq vor« mittags geschtossen. stiacymiltags ist cd wie gewöhnlich geöfinei.
Gemäldeausstellung des KunftvereinS im Turm, haus am Brand. Geöfmet täglich, mit Ausnahme von SamslaL von 11—1 Uhr, Sonn- und Feiertags von 11—3 Uhr, außerdem Mittwochs von 3—5 Uhr.
• * Stiftungen. Geh. Kommerzienrat Heichelheim stiftete auS Anlaß seines heutigen 70. Geburtstages für oct« schiedene Korporationen und Vereine größere Summen. U. a. stiftete Geh. Kommerzienrat Heichelheun je 50 000 Mk. für die Errichtung eines Saalbaues und für die Errichtung eines HanbelSkammergebändeS.
• • Die Firma Georg Philipp Gail besteht heule 100 Jahre. Die Feier des Judlläums wird morgen unb übermorgen begangen.
• • Die Vertreterversammlung des hessische» Landes-LehreroereinS wird Dienstag, 9. April, ii
Aus Stadt und Land.
Gienen, 27. Januar 1912.
Kaisers Geburtstag
wurde hier in Gieren ui yercommlicoer Weise gefeiert. Tie öffentlichen und zahlreiche Prioataebäude hatten Flaggen- schmuck angelegt. Tie Schulen feierten den Tag schon gestern. Unser Regiment leitete feine Feier em mit einem Zapfenstreich am Vorabend, während der heutige eigentliche Festtag mit großem Wecken eingeleitet wurde. Tem Festgottesbienst in der evang. Stadttirche und in der kath. Staottirche folgte Parade auf Oswaldsgatten. Nachmittags ist Festessen im Ofsiziersiaiino, währeno bie Mann- fchaften abends in verschiedenen Lotalen feiern.
Tie Beamten und die Burgerfchait oeriammelten sich in stattlicher Anzahl im Gefettschastsverein zum Fest- essen. Der Rettor der Landesuniverittät, Professor Tr. König, hielt dabei folgende Ansprache:
Sehr geehrte Herren!
Als Bürger Hessens versammeln wir uns hier am 25. November, wenn es gilt, den Geburtstag unseres Lanbesherrn zu feiern. Als Söhne unseres großen deuischen Vaterlandes aber fühlen wir uns, wenn uns am 27. Januar der Geburtstag unseres Kaisers wieder zu festlichem Mahle hier vereinigt. Wie ernst unb schwer auch ein jeder von uns bie politischen Ereignisse dec letz.en Monate unb den Ausblick in bie Zukunft empfinden und beurteilen mag, in dieser Stunde darf und soll nur bie Freude am Besitz des geeinigten Vaterlandes unsere Herzen erfüllen. Sein Bestand ist das Heil, das uns, wie es im Liede Arndts heißt, fein Teufel raubt, seine Zutunft das Heil, das von uns gehalten unb geglaubt wird. Und mit dem gleichen Gefühl des Stolzes und der Zuversicht blicken wir auf das Geschlecht, das dieses Reich zu leiten berufen ist, und auf den Mann, der heute an seiner Spitze steht.
Ein glänzendes Licht fällt aus der Vergangenheit aus den diesmaligen Geburtstag unseres Kaisers. In die Festklänge des heutigen Tages mischen sich die Nachklänge friederizianischer Fan- latcn, unb bie Gedanken, bie sich heute unserem Kaiser zuwenden, sie sinb noch ganz erfüllt von der Vorstellung der welthistorifchen Bedeutung des Hauses Hohcnzollern, die uns bie Jubelfeier des 200. Geburtstages Friedrichs bes Großen wieder in hellste Beleuchtung gerückt hat. ,
Neben bas Erinnerungsbild des großen Ahnen tritt am heutigen Tage die kraftvolle Gestalt unseres Kaisers, ebenbürtig jenem als unermüdlicher Mehrer aller Kräfte unseres Vaterlandes, ebenbürtig aud) in der strengen Auffassung seines fürstlichen Berufes und in dem brennenden Bewußtsein der Verantwortung, bie mit ihm aus seine ©d)ultern geleat -ift. Möge ihm wie jenem gelingen, das Schiff seines Reiches allezeit auch in schwerem Wogengange mit Sicherheit zu steuern und schließlich in ruhiges- Fahrwaßer hinüberzulenken.
Wir aber erneuern in dieser Stunde das Gelübde zu Kaiser und Reich mit dem Rufe, in den ich Sie einzustimmen bitte:
Seine Majestät Kaiser Wilhelm
Er lebe hoch!
♦
Die Lahnkarralisatiorr.
die Fenster eingeworfen. _
Nach einer neuesten Trahtmeldung ist über Schwetz der Belagerungszustand verhängt worben. Die Verhaftungen find bis auf 12 Personen gestiegen. Auf dem Lande herrscht größte Unruhe. Die Ge- meindevorstehererbittenoomLanbratSchutz.
Noch zwei Presiestimmen.
Berlin, 26. Jan. Die „Krcuzztg." veröffentlicht heute eine Zuschrift aus ber Feder bes Grasen Roon, der bie Beseitigung bes allgemeinen und glei- 'djen Wahlrechts fordert, bas wegen ber politischen Unreife bes beutschen Volkes an bem Anschwellen ber Sozial- ibemotratie (roten Flut) schuld sei. Außerdem glaubt Graf Roon, daß ein neues Sozialistengesetz unbedingt (nötig sei, um die jetzigen unheilvollen Zustände zu beseitigen. Die Redattion der „Kreuzztg." erklärt sich mit diesen Ausführungen nichtzuidentisizieren. Insbesondere scheine der Ausgang der jetzigen Wahlen das Vernichten des geltenden Wahlrechts nicht zu rechtiertigen.
Der „Vorwärts" glaubt, daß die K l a s s e n g e g e n - fatze zwischen den liberalen Bourgeois und der Sozialdemokratie sich bald verschärfen und daß die Unterschiede zwisck>en den bürgerlichen Parteien geringer werden, erklärt aber, es werde nicht Aufgabe der sozialdemokratischen Taktil sein, jenen Zusammenschluß durch künstliche Mtttel zu beschleunigen. Die Sozialdemokratie werde für die Ausgestaltung der Verfassung, Die Durchsetzung der preußischen Wahlreform und Beseitigung der reaktionären Wahlkreiseinteilung kämpfen. Wenn der Liberalismus ihr dabei — daß Deutschland politisch modernisiert werde — helfe, so könne er zur Macht kommen. Im übrigen aber bleibe die Sozialdenwtratie die Vertreterin der Interessen ber Arbeiterttasseu und werde sich auch in den Tagen des Sieges nicht ändern. Für bie Machtmittel bes bürgerlichen Staates, für die imperialistische Politik habe sie heute wie gestern keinen Mann unb keinen Groschen übrig.
lieber die Tätigkeit des neuen Reichstags
wird der „Täglichen ptunbschau" mitgeteilt: Die erste Sitzung toerbe zu Mittwoch, 7. Februar, mittags, einbe- rusen werben,'nachdem im Weißen Saale bie Thronrede verlesen und für die beiden Konfessionen Gottesdienst abgehalten ist. Die Tagesordnung der ersten Sitzung soll gaiiz kurz sein. Der Alterspräsident werde bie Beschlußfähigkeit des Haufes feststeUen unb bie solgenbe Sitzung für Donnerstag, 8. Februar, anberaumen. Am 8 .Februar mürben bas Präsibiurn, bie Schriftführer unb bie Quästoren gewählt werben. Die Fraktionen würben nach ber ersten Plenarsitzung zufarnmentreten, um zur Präsidentenwahl Stellung zu nehmen. Als bevorzugte Anwerber hierzu nennt man Den Grafen von Schwerin-Löwitz unb bann den Grafen Posabowsky. Graf v. Schwerin-Löwitz habe mehr Chancen, trotzbem er ber jetzt viertstärksten Fraktion angehöre; benn die Gepflogenheit, den Präfibenten der stärk- stm Fraktion zu entnehmen, fei schon wiederholt durchbrochen worben. Gras v. Schwerin-Löwitz sei sehr beliebt und wegen seiner gerechten Geschäftsführung auch von ber Sozialbemo- tratie geschätzt. Der neue Präsident werde voraussichtlich die dritte Sitzung auf Montag, den 12. Februar, festsetzen, damit sich bie Abgeordneten über den Etat informieren können.
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heuter entrisst
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Di BÄchm.


