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27.1.1912 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

162. Jahrgang

General-Anzeiger für Oberhessen

Nr. 25 Erstes Blatt 162. Jahrgang Samstag, 27. Januar 1912

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DIE General-Anzeiger für Oberhessen Esss ^"btfSmKnununer Botattonsörud und Verlag dervrühl'schen Unio.'vuch- und Steinbruderei R. Lange. Redaktion. Expedition und Drnderd: Zchulstrahe 7. Land-^E.ve^."'u'i den bis ponnittaqs"ö"üt)r. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhofstrahe tba. Anzeraenteü: H. Beck

Marlin vrandenvurg.

Zur Ausstellung unseres Kun ft Vereins.

Gießen, 27. Januar.

Immer wieder hört der moderne Kunfthistoritcr das iquemc SchlagwortModerne Richtung" in verächtlichem snc. Sogar in Rom hab ich cs letzthin hören müssen und j trabe die Denkmäler der ewigen Stadt müssen jedem, der n auch ein wenig historisches Verständnis hat, am Schärf- m beweisen, daß cs gerade die moderne Richtung ver­legener Tage war, die Blütezeiten in der Kunst herauf- shrte.

Mit Verlaub: es gibt gar keine moderne Richtung; hndern nur eine Fülle von Kunstrichtungen nebeneinander. Senn gerade das ist ein Kennzeichen der künstlerischen haft einer Epoche, daß sie eine Fülle der Individualitäten k-b tert, daß eine Menge vonRichtungen" neben-- ! einander um ihren Platz an der Sonne kämpfen.

Unser deutsches Kunstleben stak im 19. Jahrhundert in einer bösen Stagnation, als die Sezessionen, die Münch- " ler voran, Bewegung, frisches Blut und eine Fülle neuer Achtungen brachten.

Die Entstehung der Berliner Sezession, der Vor- Linpserin in Rorddeutschland, wurde durch die Vereinigung HerElf" vorbereitet. Max Liebermann war der Führer, tbec es war bezeichnend, für das frische künstlerische Leben "bed sich da regte, daß sich neben ihm unter den Elk'ganz anders geartete, Künstler ganz andererRichtung" fanden, wie der phantasiefrohc Formen- und vor allem Farben- Lnltler Ludwig von Hofmann, wie Walter Leistikow, der die Schönheit des verachteten Grünewalds fand, wie Jakob Sib-crtd, der Heimatmaler der Halliginseln, wie Martin AtLndenburg, der jüngste der Elf.

Martin Brandenburgs Kunst ist Ausdruckskunst. Hinrich Wölfflin hat dieses Wort gevrägt, um einen zu- fcurmenfassenden Begriff zu gewinnen, der das geistige Lesen der n o r d i s ch e n Kunst bezeichnet im Gegen,atz zu der südlichen, die meistens das Problem der Form allein in ben Vordergrund stellt. Brandenburgs Kunst will den Ge- Atten seines Inneren Körper, Leben, Ausdruck verlechen. lurch eine in schwerem Ringen erworbene sonveräne Be­

herrschung der Technik vermag diese geistige Kraft das Uebersirmliche es ist nicht anders zu sagen natura­listisch zur Erscheinung zu bringen, weiß sie das sinnlich wahrnehmbare zu übersinnlicher Wirkung zu steigern. Es ist derselbe nordische faustische Geist, der in einem Mat­thias Grünewald, in einem Rembrandt lebte, nur durch die Mittel der modernen künstlerischen Technik unterschieden. Vor allem aber ist auch unser Künstler ihnen, wie allen Großen der Kunstgesäftchte, wesensgleich durch die absolute Selbständigkeit, die ringend etwas Neues schafft, niemals tlassizistisch abschreibt.

Am leichtesten für den, der Brandenburgs Kunst noch nicht kennt, werden die naturalistischen Landschaften Ver­ständnis und Einfühlung vermitteln. Wie der zarte Duft des Schwarzwaldtales mit dem wölbigen Himmel darüber und den hochragenden Tannen im Voroergrunde zur Bild­einheit zusammengeschlossen ist; schon das verrät den Meister der Stimmung und wie aus -dem BildeWindiger Tag" das Treiben der Wolken über der weiten Meeresfläche und ihre Schatten darauf bewegt in Pastell hingefegt find. ImSommcrtag" hell sonnige heitere Stimmung in Warben von der Leuchtkraft eines Bocklin über die Landschaft aus­gegossen. Und im Helldunkel des Waldes verdichtet sich das zitternde Licht zu kleinen spielenden Gestalten, wie dem purzelbaumschlagenden Faunchen. Auf dem Bilded i e Jäger" ist die seelische Stimmung der beiden Menschen mit dem Waldesduntel zur bildlichen Einheit zusammen­geschlossen. Der Alte schreitet ruhig spähend voraus, den Jungen hat das Waldesdunkel ganz gefangen genommen. Stärker als auf dem ersten Bild, auf dem der Eindruck der Natur vorherrscht und im Gegensatz zu dem vorigen, in dem die Wirkung der Natur auf den Menschen dargestellt ist, ist auf dem Gemälde W a l d e s s ch a u e r die Natur- ftimmung des finsteren Waldes durch die linienreiche und phantastische T-arstellung der Büsche und Bäume und durch die fabelhaften Waldbewohner ausgedrückt, Spukgestalten, die erschreckt vor dem blumengeschmückten scheuen Rosse flüchten. Ganz zu Spukgestalten nordischer Phantasie und Sage ist der Naturvorgang inWind und Blätter" ge­worden; auf magerem, schwarzem, hohläugigem Rosse jagt

Die Reichrtagrwahlen.

Die Wahl in Bingrn Al,ey.

Bingen, 23. Jan. Amtliches Wahlresultat. Im Wahlkreis Hessen 8, Bingen^Alzcy, entfielen bei der Stichwahl auf Dr. Becker (natl.) 12 012, auf Pfarrer Korell (Fortschr. Volksp.) 12 010 Stimmen. Dr. Becker i st somit gewählt.

2lbgegeben wurden insgesamt 24 077 Stimmen, von Denen 57 von den einzelnen Ortswahlkommissioucn un­gültig erklärt wurden.

Tie Wahl in Benin I.

Berlin, 26. Jan. Die amtlichen Zahlen bestätigen, daß im ersten Berliner Wahlkreis Kämpf mit neun Stim­men Mehrheit gewählt worden ist.

Tie Wahl in Salzwedel-Gardrl-gek.

Magdeburg, 26. Jan. Im Wahlkreise Magdeburg 1, Salzwedcl-Gardelegen, erhielt nach vorläufiger amtlicher Fest­stellung v. Kröcher (Kons.) 13478, Dr. Böhme (Bauern­bund) 13143 Stimmen, v. Kröcher ist somit gewählt.

Unerhorte polnische Ukbergriffe in Sä,wetz.

Schwetz, 26. Jan. Nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses entstand gestern um Mitternacht auf dem Marktplätze vor dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal ein Auf­ruhr, an dem mehrere hundert Polen teilnahmen. Die Menge stürmte ein Cafe, in dem deutsche Bürger saßen, zertrümmerten die Marmortische und richteten an Dem übrigen Inventar großen Schaden an. Der Anlaß des Tumults war, daß die polnischen Wähler erfahren batten, daß Danziger Studenten, die zur Äahl- hilfe nach Schwctz gekommen waren, sich im Lokal bc* fanden. Als aus einer anderen Gastwirtschaft den Be^ drängten Hilfe wurde, entstand eine große Prügelei, bei der auch geschossen wurde. Zwei Studenten wurden schwer verwundet. Nach dem Tumult durch- ;;^gen die Polen die Stadt, zertrümmerten die Schaufenster der deutschen Kaufleute und schlugen Türen ein. Dann begaben sie sich nach dem Land- ratsämt, in dem der Reichstagsabgeordnete von Halem wohnt, und warfen die Fenster ein. Es wurde Sturm geläutet. Endlich gelang es der Polizei, die zunächst Der Menge gegenüber machtlos war, diese zu zerstreuen. Die Bürgerschaft^ ist in großer Erregung, da sie weitere Belästigungen durch die Polen befürchtet. Es mußte mili­tärische Hilfe requiriert werden. Mehrere Personen

Die heutige Nummer umfa&t 18 Selten.

politische Wochenschau.

Gießen, 27. Jan.

Von all den Stimmen, die jetzt laut werden, um die Stärkung der Linken entweder zu bejubeln oder zu beklagen, finb docy die interessantesten, die uns von den Heerführern ber 4i 2 Millionen Rotwähler entgcgenschallen. Wie toer btn sie wohl die neu bekehrten Gläubigen in ihre Arme misnehmen? a : Begeisterung. Tie ist natürlich ungeheuer groß! DerVorwärts" jubelt, und wirklich, die hoch- qikendc Feier in diesem Blatte ist doch einmal eine erlösende Abwechselung gegen dic einförmige Graumalerei, die cs jvhraus, jahrein verübt Da es aber bie Teile eines ge- fOlüQcnen Heeres sind, die unter tfte rote Fahne übergclauscn sind, muß man sie auch durch anssichtsvollc Gewinne und Siele an sich fesseln. Und richtig, das sozialdemokratische Zentralorgan hat gestern den neuen Heerscharen die nahe triüUung des Tages der internationalen Völkerverbrüde- n :g versprochen und vorausgesagt:Durch harte trbeit sind mir geworden was wir sind, durch harte irteeit werden 'mir mehr und größer merden, b's ber letzte Siegestag hcraufkommen mirb, der Irr ne Befreinngsiag der arbeitenden Menschheit, der Tag :x Völkerverbrüderung und Völkerfreibeit, der Tag des tozialismus. . . ." Doch daß diese Völkervcrbrüderuna so unmittelbar bevvrstehe, mirb nur wenigen in den Kopf dollen. Wo man nur hinschaut: den Italienern,

Hrrnzosen, Spaniern, und, trotz chrer Friedens- siholmeien, auch den Engländern, fehlt's am guten Willen, ter sozialdemokratische Abgeordnete Molkenbuhr, der dieser Lige der Jahreskonferenz der englischen Arbeiterpartei in London beigewohnt hat, versprach den engli'chen Genossen, di wachsende rote Fraktion in Deutschland werde für den Jrieben und demgemäß bie Einschränkung ber Rüstungen fingen. Viels.il.t kommen also AbrüstungSanttäge, bestimmt aber lange Denionstrationsredcu. Ter Reichstag wird mehr Jtü als bisher verbrauchen. Umsomehr, da berVorwärts" sähst schreibt, die Sozialdemokraten wüßten es, daß sie in iffrem Kampf gegen den Imperialismus und seine Begleit- chcheinungen ' von keiner bürgerlichen Partei mirtjante lli tirchützung zu erwarten hätten. Das Blatt schreibt toritcT:Tie Sozialdemokratie wird innerhalb wie außer- dold des Parlaments ihre ganze Macht einsetzen, um die 2'mokratisierung Deutschlands zu fördern, bie Lage der «beitenden Massen durch sozialpolitische Reformen zu vcr- bkssern, gegen die Not der Teuerung und der Steuerlasten imrFfamt Maßregeln durchzusetzen." Aber, so wird scharf dazu betont:D i e Liberalen tragen jetzt dieVer- cii tto or tu n g." Wieso? Müssen sie jetzt mit durch dick .mb dünn, dürfen sie nur ber roten Madame die Schleppe tragen und erhalten sie keinen Pardon, wenn sie-einmal ein anderes Maß anlegen wollen als die Klabderadatsch-Meß- htten ? Bei der Besprechung, bes gestrigen Gesamtwahl- ngebnisscs hatte irgend- ein Blatt auch gemeint, nicht der Kcingfte Erfolg sei, daß bie Sozialdemokraten jetzt des Segens einer guten parlamentarischen Lehrzeit teilhaftig Bür Den. Die Antwort darauf hat derVorwärts" schon daraus gen eben:Die Liberalen tragen dic Verantwortung" 5)ie Genossen bauten besser von sich selber. Sie werben viel- QcbT den Liberalen und allen ihren bürgerlichen Gegnern eine Lehre geben. Der Abgeordnete Leoebvur verkündet ir.Vorwärts":Unsere Hanptlvirksamkeit im Reichstag

mirb nach mie vor propagandistischer Natur sein" Tie Fraktion der 110 mirb ihren staunenden Kollegen mindestens ebensoviel Extratouren^ vor» führen wie bie Fraktion ber schwarzen 93. Auf dem Schlackn- felbe von Philippi siel das schöne Wort:Der Strom ber menschlichen Geschäfte wechselt: nimmt man bie Flut wahr, führet sie zum Glück, versäumt man sic, so muß bie ganze Reise des Lebens sich burch Not und Klippen winden." Ter Strom ber menschlichen Geschäfte wechselt auch wieder einmal im Reichstage. Wird Herr v. Bethmann-Hollweg bie Flut mahrnebmen und einen liberalen Kurs steuern - Es ist wohl möglich, daß sich bann auch Mehrheiten dafür bilden werben. Tie Wellen pflanzen sich fort, unb ähnlich wie bie Sozialbemotraten rufen bie Liberalen:Der Reichskanzler trägt bie Verantwortung." In der Tat, eine entschlossene unb starke Regierung wird auch in diesem sozialistisch durchsetzten Reichstag etwas zustande bringen

leicht mit einer größeren Mehrheit gewählt worden. Diese Angstpolitik entspricht gar nicht dem frei­mütigen Wesen und Austreten deS Kaisers. Engherzigen Burcaukratenblick mirb er hoffentlich immer mehr aus seiner Nähe entfernen, denn im Großen, dem Auf­treten der Rcichsvertretung nach außen hin, schaden solche kniffe und Praktiken natürlich noch weit nachhaltiger. Für seine persönliche Zurückhaltung ist das deutsche Volk dem aiser dantbar zugeneigt. Die vielseitigen Sorgen unb Pflichten des Herrschers erfordern innere Einkehr, die bei zu großer Inanspruchnahme durch die Ocffcntlichkeit nicht erleichtert mirb. Möge heute unserem Kaiser die innere Einkehr ein ermutigendes Zeichen gcmähren, möge sie ihm Trost beim Unvermeidlichen, Zuversicht unb Entschlossen­heit beim Notwendigen spenden!

Der Kaiser vollendet heute sein 53. Lebensjahr. Man feiert die Lebenden in der Regel geräuschloser als die Toten Nachdem die Erinnerung an Friedrich den Großen zu seinem 200. Geburtstag an uns vorübergegangen ist, mischen sich heute, an unseres Kaisers Ehrentag, nüchrerne politische Erwägungen, bie ber nächsten Zukunft bes Reiches gelten, in unsere Segenswünsck)e. Wir freuen uns, daß es bem Kaiser vergönnt ist, seinen hohen Beruf im Frieden aus- zuüben, stein Sozialdemo trat hat das Recht, bie Meinung zu verbreiten, als bränge man im Deutschen Reiche zum Krieg. Tas sind gan^ wenige Unbesonnene, die diesen An­schein erwecken; in Wirkttchk.it arbeiten diesen gcn, die dac- Rcich in Wehr und Waffen stark erhalten wollen, gerade auf bie Erhaltung bes Friedens hinaus. Wir leben heute, was die Anforderungen an das Reich an langt, in einer ähnlichen Zeit wie sie in Preußen Friedrich Wilhelm I. be­herrschte, der seinen Staat für kommende Kriegsgefahren vorbereitete. Auch bas Deutsche Reich ist gewachsen, wirt- schastlich erstarkt unb hat Nciber überall. Die beiden preußi­schen Könige, Friedrich Wilhelm I. unb fein größerer Sohn, sprechen zu dem heutigen Verwalter bes Deutschen Reiches eine beredte Sprache. Friederhzianischc Entschloiseuheit! So viel ber große König philosophierte: nichts war bei ihm von des Gebankens Blässe angekränkelt. Er lebte ganz in ber Welt ber Tatsachen und Ereignisse, bie ihn stürmisch genug um- brandeten. Auch, ber Kaiser kann die Etttwicklung, bie das Reich genommen hat, nicht fvrtwifchen oder ignorieren; ei muß sich mit ihr abfinden. Friedrichs großer Geist wüßte auch mit der sozialistischen Mehrheit, die das Schloß um­wogt, fertig zu werden. Sein freier, toleranter Geist würde auch diese Strömungen, vielleicht unmerklich, aber ent­schieden beeinflussen. Unser Kaiser hat einst gesagt, die Sozialdemokratie solle man ihm überlassen, er werde mT. ihr schon fertig werden. Er hat inzwischen gelernt, wie schwer unb mühevoll biese Aufgabe ist. Nicht durch Worte und Belehrungen gewinnt man bie Reichsunzufriebenen, auch nicht burch Sozialistengesetze, wie sie heute törichter­weise schon wieder in derKreuzzeitung" verlangt werden, sondern burch eine stetige freiheitliche unb sozial gerechte Politik. Dazu bebarf heute ber .Herrscher freilich vor allem einsichtsvoller unb befähigter Männer. Unb bes Reiches oberste Leiter brauchen nicht unbedingt adligem Geschlechte zu entstammen. Daß sich heute bie Zahl der sozialbemo lratischen Wähler so vermehrt hat,'ist, außer ben angeführten Hauptgrünben, zum großen Teil auch bic Schuld Reinlicher und verbitternder Regierungshanblüngen. Wenn ber Ber­liner Polizeipräsident fein verfehltes Verbot der Verkün­digung von Wahlergebnissen burch Scheinwerfer nicht er lassen hätte, wäre ber bürgerliche Kandidat in Berlin Diel

die schauerliche Windsbraut durch bie herbstlichen Bäume und bie Blätter fallen und schweben und wirbeln, daß man Menschen zu sehen vermeint.

Sind alle diese Bilder durch Natureindrücke, angeregt, so sind es aus den folgenden Bildern innere Vorstellungen, die der Künstler mit den Mitteln ber Malerei sinnlich zu ge- stalten sucht. DieGebankcn der Erde" sind ein farbig wogender webender Nebelkranz, aus dem reizvolle Gestalten: sich lösen unb roieber verschwinden. Schimmern diese in einem Farbenreiz wie Schmetterlingsflügel, auf unsäglichem Studium beruhend, so wogen die Schemen der erwachenden Träume in düsterem Einklang farbloser Töne, schweben bie sagenhaften Schattengestalten der Danaiden vage durch den düsteren Raum.

Mit den Mitteln modernster neoimpressionistifcher Farq benzerleguna zu einem Klange jubelnder Helligkeit gesteigert das hohe Lied", lieber weiter leuchtender Meeresfläch« auf helldunklen Wolken die leuchtende Gestalt der Mutter.

Und nun dieKreuzigung. Zu unerhörter Wirkung ist mit rein malerischen Mitteln, der sinnlichen und räum* lichen Wirkung der Jtarbc unb dem Lichte bie innere Wirkung des Vorganges gesteigert. Von einem Lichtstrahl beleuchtet, dessen Quette wir nicht sehen, reckt sich die Gestalt des Erlösers am Kreuze dem Himmel entgegen. Tas Haupt ist von einer phosphoreszierenden Gloriole umspielt. Der Körper erscheint wie selbstleuchtend und dies unheimliche Licht reflektiert am stärksten auf der nächsten Um* gebung, wild erschütterten Gestalten, auch auf bem Joq Hannes, ber herzu stürzt unb sich am Kreuze niebermirft. Nur Maria überschneidet dunkel und schwer ben Hellen Kreis. Düster auch der volle Akkord ber Lanbschaft, nur ber Fluß wirft wieber das Licht zurück. Aus einen Hochi attar gehört das Bild.

Mehr mag ich nicht schreiben; unsere Sprache ift so arm für die Kunst, unb wenn man die Worte biegt, Jo brechen sie bald. Wer ohne Vorurteil bem Künstler naljt, wird ihn auch so schon verstellen und sein Schaffen auch in ben anderen Bildern nacherleben, wirb ben Rausch aus Angst unb Hoff­nung gemischt mitfühlen, der Orpheus am .Keroern vorbei treibt, der Gattin Eurydike entgegen, wird mit Macbeths