Ausgabe 
4.9.1912 Zweites Blatt
 
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Zweiter Blatt

<62. Jahrgang

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Arztes in den kleinen Garnisonen, die einem tüchtigen.

fonstrebenden Mediziner die Lust an der Karriere rauben a kann. Gewiß mag manche« berechtigt fein. Aber au di ft

Al'legung des Staatsexamens beim Zwttarzt ts-u' ^aqry, iuhh «« T A bl Einführung

ehe er eine ausreichende, den Mann erna.hrende Praxi- volksw. .Korresp.^, imt getM. Deulsdckands

befiht Der junge Militärarzt wird fast 'nnncr nach kurzer ^'nMri^ro^ffk^Zntstfur ~ worden, da Seit schon «ffifcnjarst und behebt im ^rchschn. al» ' »'H , '8Sr brr Somienjeit

solcher !^ Mk Monatsgrhall Wenn auch ,<nuc raugkbie wurde. Lirrau»

denn Militär zunächst einseitiger ist als rn der Zivllpraxi-, h-* Westen nenn fe Nachteile für die

er hat aber (Meatnbeit. feine Menntniilc 3U ertnetteni. ergeben fi* Jur ben SSe(ten «nmil

liche Land Praxis zu erwerben.

ungen!

welches sinkohle.

die Laufbahn des Zivilarztes ist zurzeit recht besdiwcrlich und nicht auSsichtSvoll. Es vergehen durchschnittlich nach Ablegung des Staatsexamens beim Zivilarzt 810 Jahre,

er hat aber Geleaenheit, feine .'tenntniifc 3U erweitern, während dies beim iunaen Anfänaer in der Zivilvraris off iahrelana jiicht der ^all ist und sich in dieser Einsicht die Verhältnisse von Jahr zu Jahr verschlechtern werden Das schließlich die Zuschüsse anbelangt, so werden lic denn Militär- wie beim Zivilarzt in den ersten Jahren die gl ei dien fein. Dem Militärarzt ist die Möglichkeit gegeben, nad) 10 Jahren aus dem Militärdienste auszuscheiden, er wird bann fast immer in der Lage fein, sich eine eintrag-

täglich mit Ausnahme des Sonntags.

£<itfctRtr SamtHenblüttft" werden dem .äniciger* viermal wöchentlich beigelegt, bat Xrdsblatt für den Kreis Sirtzen" zweimal vxhenllich. Diertntzwinfchaftllchen Seit- frage«" erscheinen monatlich zweimal.

*6

Die AusstellungDer Mensch".

rb. Darmstadt, 1. Sept.

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» am 1. April jeden Jahres die Uhren eine stunde vor- terüdt und am 1. Oktober wieder zurückgestellt werden tollen. Aus dem fdwn je^t erschienenen ersten Teil des Jahresberichts der Handelskammer Köln für 191, ersehen wir. daß die Kammer es abgelehnt hat, m der j-ache Stel­lung zu nehmen, und fic hat bad, so meint

lul 0 . . ...... Turdi S..« (Tuitiihnnin

19161

Winterzeit, indem der Tagesarbeitsbeginn im Wtn^r xnr Verhältnis zur Sonnenzelt zu früh liegt. Für den Westexx könnte daher wohl die F-rage der Anführung exxxer be­sonderen Winterzeit dasselbe Interesse beanspruchen. Die erste Anregung in dieser Sackft geht denn auch vom Osten aus, und zwar war es die Handelskammer So rau, die mit einer Anregung in diesem Sinne an den Deutschen Handelstag herangetreten ist. Da der Sonnenzeitunter­schied zwischeit der östlichen deutschen Grenze und der west­lichen etwa eine Stunde beträgt, so hegt allerdings tm rften heute der Sommerlag nach der Normaluhrenzext zu spät, nicht aber für den Westen. Man kommt über dxe tatsächlich gegebenen natürlichexx Zeitmxterschxede mcht

Mittwoch, 4. September 10(2

Rotationsdruck und Verlag der Ar übl ichen UniversuLtS - Buch- und Steinbrucferei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Scbnl- straße 7. Expedition und Verlag: 5L

9iebaft.on:e«112. Tel.-Ad^Anzeiger'vießen.

'ich strecken, damit der >rieislauf des Blutes erleichtert wird. 3m Anschluß an die Ratschläge zur Körpererziehung rntb Kvrper- krästigunq ist auch der Nackpveis von Jnicres.e, woher das deuffche S)ecr seine Rekruten nimmt. Nach einer dort ailfgehongten Tabelle über die Herkunft der de u t s che n L, o l d a t e n liercrn bei 100 Geburten gerechnet im Deutschen Reich Landgemeinden bis zu 2000 Einwohnern 114 zum Milt la r Aus gehobene, Landstädte von 2000- 5000 Einwohnern 91, kleine stabte Don 50002U uuu Einwohnern 86, Mittelstädte von 20 000100 000 Einwohnern 8.1 und die Glroüftäbte über 100 OOO Einwohnern nur 6o Ausgehobene bei 100 Geburten. Daraus erhalt doch die Wehrkraft des^ deutschen Volkes in erster Linie von der ländlichen Bevölkerung gestellt wird. Je größer die Städte sind, desw geringer ist bie Tauglichkeit ihrer Söhne zum Militär.

Der Körperpflege nahe verwandt ist die B ekletdung des Menschen. In dieser Abteilung xverden uns nicht nur Dutznxde von guten Ratschlägen über eine einfache und zweckmäßige Weital' tung der Kleidung erteilt, sondern es wird vor allem auch dar- getan, wie sckxädlich und geiundhcttsxvchrtg die «Mvde^ hcnmg auf den menschlichen Orgarnsmus cmwxrkt. -^n erster Lmte das tr o r f c 11 Der nxoderne Mensch glaubt vielfach, daß der wetb liche Körper ,n der Mitte, derTaille", sanduhrförmig verengert sein müsste und deshalb schnüren sich dte Frauenbund Mädchen über der Hüfte eng zusammen, um biciem log. Lchonhettvtdeal möglichst nahe zu kommen. An plastischen farbigen Darstellungen ^ g?nzen weiblichen Körperdurchschnitts sehen wir nur0 wie durch das moderne Marterinstrument, das.Morrett, wlt^amtliche inneren Organe in gröblichster Det,e mißhandelt werden ^er Sen wiw unten. b.e Diihjur Seite gebru* unb »er- laaert die Eingeweide auetschen nch tn den unteren Teilen der zusammen Der Brustkorb, brr beim Werbe weit ver­anlagt ist, wird ebenfalls zusammengedruckt und nne unnatürliche Rwpenverschiebung herbei gerührt. Ein dresdener Arzt hat tat» ^stellt ban ein Mädchen ohne Korxctt mit einem Atemzug 800 ccm Luft cinarmcn konnte, während cs xntt Sonett^ an» äetan nur 2200 ccm cnyuatmcn Dcnruxfee xxc ublunmnc «folge tzjcseg KorsettschnürenS aber ist die Biümixg von OlaNen- fteinen, bie sehr sckrvere und gualvolle Ltzden v^urmchen. -ie tteten bei der Frau, wie aus den graphilchen Tadel en der Aufstellung hervorgeht, brei» bis mermal w hämtg am, al^ beim Manne und zwar entsteht ste beim Ltauen des G^lcm^tchlun^', das meist eine Folge des zu engen ^schnürens ist. Wie lange wird es nockx dauern, daß unsere Damenwelt ihren Kower n«h mit dieser Modetorheit unserer Zat ,D,tematilch mifthandelt

^ie Abteilung Bekleidung gibt uns auch wenn noeb über unsenx Körper im Derbälmis zur Außenwelt Annchlmle und Be- , aller Art. Wir sehen, warum em test nyender Buttel

, übCT ein Band um den Leib drucken muß; das -tragen hoher

Stiefelabsätze ist unvorteilhaft und unnatürlich, weil baba bet Fust in Streckstellung arbeiten unb bei jebem Stritt uba ben "lbsatz gehebelt loerben muh, wozu er eigentlich nicht eingerichtet ist In verschiedenen Modellen unb Abbilbungen wird bic rich­tige unb bie verkehrte Gangart bes Menschen bargetan imb ae- Äciat, wie das Schuhwerk dem anatomischen Bau des Fußes angcpaßt fein sollte. Wohin die Mode der Fußvcrkrüppeluna tührt, zeigen die Bilder mit den Füßen der Chineimnen. Durch zahlreich Jllusttationen wird der Ba'ucher darüber belehrt, wie die Kleidung des Menschen sich allmählich entwickttt hat. Wie aus verschiedenen prähistorischen Funden erhellt, ist ste schon vor ca 20 000 Jahren in Europa ^itte gewesen. Der Mensch hat nach dem allmählichai Verlust seines natürlichen Haarkleides zur Bekleidung gegriffen nicht nur, um den ftorher nor «u starken unb plötzlichen Wärmevalusten, also vor bem Einslust ber Witte­rung, zu schützen, und aus Gründen der Scham hastig kat, sondern auch aus Schmuckbedürsnis, zur Erhöhung der Würde, Zau- bereisurcht, Eifersucht usw. Es wird behauptet, daß die Fehler der modernen Kleidung nicht nut schädlichlür den TrägN, sondern auch durch Verdeckung von Körperfehlem usw. für die Nach­kommenschaft wirken können.

DaS größte Interesse auf der Ausstellung dürfte namentlich für umere tzausirauen und Mütter das KöpftetErnährung einnehmen. Lier ist eine wahre Fundgrube für praktftche Ftauox zusammengetragen. Auf einem großen Wandbild »mrd zunächst dargetan, wie sich in der Natur alles un ewigen WechiÄ und Kreislauf vollzieht. Tie Nahrungsswfte für Mensch unb Tier iverben von der Pilanze unter Mitwirkung der Sonnenstrahlen aus den Bestandtalen von Wasser, Luft und Erde .ausgickartt. Mensch unb Tier zersetzen die von der Vnonze bezogenen Nah- rungsstosse unter Mitwirkung des eingeatmeten Smterxtones wieder und ihre Absallstoffe dienen wiederum als Nährmittel mr y Pflanzen. Da wird nun dem Beschauer unter anderem m yand- gra'licker Weise vor Augen geführt, wie grost daS^ Quantum an Nahrungsmitteln ist, das an normaler Mairn an Lauft emes 3ahreS verbraucht, nämlich: 600 Kalograimn Waner, 17v ÄÄo- gramm Kartoffeln, 250 Kilogramm Getreide, 20. Mognraim Zucker, 30 Kilogramm DÜlsenftüAe, autzerdem: M^ches Gemüse etwa 100 Kilogramm, Milch 250 Kilogramm, ,yett 2o Stlo- qramm, 50 Kilogramm Fleisch unb Fische unb 7,5 SMogrorott Kochsalz Alle diese Dinge |tnb tn großen Glas- ober Dttcht- behältern aurgatellt unb nehmen einen mehrere Kubikmeter großen Raum ein Gegenüber von diesem Quantum Nahrung werben wir weiter belehrt, daß der Nahrungsbedarf des normalen Menschen täglich sich auf 2630 Kalorien berechnet, für deren Bildmxg ent» lieber 4 Liter Milch ober 795 Gramm getrocknete Erbsen oder 39 Eier, ober 2683 Gramm Kartoffeln erforderlich sind. 23ir müssen dem Körper Em»eib zuführen, weil wir fotzen hier

Txe Bedenken gegen die Einführung der besonderen Sommerzeit vom eisenb ahnt echnxs che n Stand­punkte aus werden für sehr erheblich gehatten. Scmt diese audx durchaus nicht unüberwxndlxch erschlnn«t, sid> vielmehr mir auf die beiden Tage der Dor- und Rück­stellung der Uhren (1. April und 30. September) beschtunken, o würden doch an diesen Tagen Mexfellos große Unregel­mäßigkeiten austreten. Sie wären bedextkltch namentlut) vom militärischen Standpunkte aus, da dxe .^eeresvnwal- tung künftig in ilsren Mobilchachungsplanen mit diesen beiden kritischen Tagen besoitders zu rechnen hatte und besondere Maßnahmen für fxc treffen müßte^ Dte Inter- essen der Landesverteidigung in dieser Sache aber sxnü ausschlaggebend. __

Allgemeiner Mchtertag.

~ Wien, 3. Sept.

Im Verlaufe der weiteren Verhandlungen des Allgemein«' Richtertagcs legte Landesgerichtsrat Dr. Altnvann lWim> M bem Thema

Geschworenen- oder SchössengevuSrte im einzelnen dar, daß die angeregte Frage.deshalb für Oe^er- reich bon so großer Bedeutung sei, weck die Ifvme Strafgerrck^- organifation, nach der zum Teck dte imt 4 RickLern bei egten Gerickstshöse und zum Teil bie Ge,ckvvvrenengmchte bte »er­brechen unb Vergehen aburtedten, geändert werden lOHe. uno zwar sollten nach der Regierungsvorlage sogenannte, klane Schvffm- gerichte, bestehenb aus 2 Rickstern unb 2 Schöffen, und fogciiaxnüe große Sckwffengerichte, bestehen» aus 3 Rlästern xrnd 3^choffen gebildet unb bic jetzigen Geschworenengerichte auf dxe YUnäciUuig von politischen Delikten unb ber schwersten Verbrechen beschrankt

Einführung einer Sommerzeit.

In welcher Verleaenheit viele Leute um geeignete Unterhaltungsthemata sein müssen, geht aus bem Anträge hervor, der die Einführung einerSommerzeit" bezweckt. Es handelt sich hierbei darum, die Normaluhrenzext der Sonnenzeit anzupassen, so daß eine bessere Ausnutzung des Tageslichtes ftattfinben kann, was auch mit erheblichen Ersparnissen infolge geringeren Verbrauchs künstlichen Lichtes verbunden sein würde. Die bessere Ausnutzung des TageslicksteS im Sommer soll dadurch erreicht werden,

Drei große Gruppen ber Ausstellung, die jetzt besonders stark ' - H auswärtigen Besuchern belebt ist, verdienm noch eine et , || »Andere Betrackstimg: xnc Körperpflege, die u n a o B lur a und bic Bekleidun g. Dem weckverzwngten (Gebietber 1,verpflege ist der große Saal Nr. gewidmet, in welchem c rster Stelle durch Bild und Wort bic große Dahrhnt des Iltn Wort»^ Juvenals bargetan wirt»: ux einem gex und en Körper I Lnt ech gesünder Geist! Durch zahlreiche TarstoUun^ uxch - ^nsviele loirb Incr in sckxxrs in bic Augen

JidiDcid geführt, wie notivenbig namentlich bn ber hernnrtwt^- . 'tom Jugend neben der Geistesbildung dxe korperftche Fürsorge f und daß die rationelle Körperausbildxmg wcht hinter der Jnfip^Tiifhiina zurücksteheii darf, sondern als vollkommen üleickr toben muß. An einzelnen vergleickumden Bildern nnr» dar i ttrn daß gesunde und kräftig enttvickelte Kinder den körperlich ; Vttur entwickelten Minbern auch in g^'O^.^iNiicht ' ^ siüd Wie bedeutend überhaupt bic Volker.des Altertums, Ijn allem bic Dcllenen, auf dem "^^er Ko^P^ i. tfbfrncu Menschen voraus waren, cnchen wir mer an .xvon Btoger, und Modulen °°n Beschauer I

* «ter incrbm wir auch an bflv Wort oes 4iarail,,u-

p mim:Dc ScitqueUffl iinb bic

V finb voMommcncr an Jugend und tmm o lu Jnt>crc re moderne Gcsunddcilovilcgc tut gut daran, on

I Lxfn vorhandenen unb wiederauf gefundenen spurm uno zrxn rdfunaen für Leibesübungen reckst gründlich zu studieren Uru. ^nLdrr und gdmuastischen Nebmtxn

t-m?mcn Einrickstungexi zu gestalten Dx pn.-hin3'c11 ionbem ['.bangen der Körper nicht nur -u ^roßmn Lei'tu 9 , I J ; iSfeWOfflK äSsäTKÄ» §5 SS -timen von einem Beispiel, wie man stch nach *

^mgunqen am besten lieber ersten kann. '

lMM Rasen ohne Kleitxw lang hinlegen undalle Biere^ von

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

ipetben.

Den Leitsätzen wurde hauptsächlich ans Kreisen der deut­schen Richter widersprochen, bic darauf hinwiesen, baß bex Zuziehung von Laien den Schöffengerichten, in denen Berurs- ridn er unb Laien eng unb gleichberechtigt zusammen arbeiteten, der Vorzug zu geben sei. Auch für Bulgarien nmrde dies nach 'den bortigen Verhältniffcn als das allein nckstige bezeichnet, wäbrenb für Ungarn die Frage der Beseitigung der ^»vur- geridne als noch nicht spruchreif erklärt wurde Es bestand schließlich Einverständnis darüber, baß bic Frage, ob den Schwur­gerichten ober den Schöffengerichten der Vorzug zu geben sn, zurzeit nicht einheitlich entschieden n«ben könne, sondern daß dies von den besonderen VerhalMissen des betreffen­den Landes unb besten historischer Entwickelung abhängig |a. Ferner war man sich darüber einig, daß jedenfalls eine stark erweiterte Ausdehnung des Laienrichtertums nicht anzustreben und insbesondere für die BemfungS^n-

Die Regelung des Anßverkaufäwefenß wird jetzt in Berlin lebhaft erörtert. Die Meinungen hierüber sind aber, wie uns derVerband Deutscher $$ar^y unb Kaufhäuser, e. B." schreibt, in der Kaufmannschaft so geteilt, daß es kaum möglich erscheint, zu einer, auch nur einigermaßen befriedigenden Einigung .zu gelangen. Die Wünsche nach einer Regelung des Ausverkaufs'vcfciiS gehen hauptsächlick) von den weisen foldjcr Gesdstistsleute aus, die wenig von der fOtobc berührt werden, ivahrend fast alle diejenigen Geschäfte, deren Artikel in erheblichem Maße der Mode unterliegen, sich gegen eine Regelung des Saison-Ausverkaufswesens sträuben: denn bte Verhältnisse liegen nicht nur in den einzelnen Branchen, sondern auch in'jeder Branche selbst wieder so verschieden, daß ste völlig unübersehbar sind, und eine einheitliche Regelung einem großen Teile des Detailhandels in Berlin geradezu Zwang antun würde. Ferner ist nod) zu bedenken, daß die Begriffe Ausverkäufe" UndGelegcnhextssäusc" aller Art nod) völlig schwankende und flüssige sind, und daß von oerjd),ebenen Gerichten, sogar vom Reichsgericht, Urteile gefallt worden sind, die bet Praxis keineswegs gerecht werben unb gerabeju Verwirrungen gestiftet haben. Eine begrisssrichtige und der Praxis aud) wirklich gerecht merbenbe Scheidung ber BegriffeAusverkäufe" unbGelegenheitskäufe" wäre da­her die unerläßliche Voraussetzung für die Regelung des Ansverkaufsweseiis hx Berlin Schließlich ist es aber auch selw fraglich, ob die Kleingewerbetreibenden von exner Re­gelung des Ausverkaufswesens mehr Vorteile oder Nach- teile haben werden. Wirkliche Ausverkäufe kommen wett mehr bei den kleineren Geschäften vor als bex den größeren. Eine Erschwerung ber Ausverkäufe würde also gerade dxe kleineren treffen, und bei einer zeitlichen Regelung der Saison- und Inventurausverkäufe würben bic kleineren Geschäfte Gefahr laufen, mit ihren Saisonwaren ichcn Zii bleiben Aus allen diesen Grünbcn dürften einer befrie- bigenben polizeilichen Regelung bes Ausverkaufswesens in Berlin und überhaupt in den größeren Städten unuber- ivindliche Schwierigkeiten im Wege stehen.

bauet Ihre Mbcttna tlid) warm kv s. u. 1M. ll'ilick W. ftilbingtr.

79 a, 51. M ; dL Ern» Sil pcibcLyran!;.;

oLchaa!,-ü

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Torfmull,'.

politische Tagesschau.

Brieftelegramme.

L Die versuchsweise Einführung des Bricstelegrammver- We. ist von den Handel- unb Gewerbetreibenden banFbar lEJruBt worden; ber Brieftelegrammverkehr dürfte sich Saer mehr und mehr einbürgern. Doch hat sich ein Miß- ; Äfft) bemerkbar gemacht in den Fällen, in denen die brief- |E* Einsendung des Telegramms an ein für den Brief- Slirammvcrkeyr zuständiges Postamt notwendig ist. And) jrr. die ztuverts, in denen die Brieftelegramme sich bc- j|&«i, mit der AufschriftBrieftelegramm" versehen mcr> £i, sind sie doch nicht rechtzettig aus den sonstigen Briei- herausgenommen und ihr Inhalt als Telegramm Kiicr befördert worden, augenscheinlich weil die Beamten Ui unter der Menge der eingegangenen Briefschaften üb<n Mtfrn haben oder in der Durchsicht des acfamten Materials Ech M spät auf sie gestoßen sind. Dieser Unzuträglichkeil Mime, so lesen wir in denMitteilungen" derHandels - Hummer Posen, leicht abgeholfen werden, wenn von Itoi Kaiserlichen Postanstalten besondere, leicht kennt- MUe Kuverts für die Einsendung von Brieftelegram- ett: abgegeben würden. Auf diese Weise wäre es mög- daß die eingegangenen Brieftelegramme in turyr |üt von den übrigen Briefschaften gesondert und dem Gkck eg ramm verkehr übergeben werden könnten. Das

Zürichspo st am t aber hat auf eine entsprechende Ein- e der Kammer folgendes geantwortet:

,Um Verzögerungen ber Briese mit abzutclcgraphiercnden ieftclcflrammcn sernznhaltcn, ist bereits vor ciniacr Zeit angc- inet iirorbcn, baß solche Briese, für bereit Aufschrift bem Pu- um eine bestimmte Form empfohlen ist, schon bei der M- imina ausgesondert, durch farbige Unterstreichung der In- iSingabc auffällig gekennzeichnet und stets in bic Einschrcib- Df, d. I). in bic zuerst zu öffnenben Briesbunde, ausgenommen aat. Diese Vorschriften haben bisher im allgemeinen genügt, h bc» bic Venvimdung von Briefumschlägen besonderer Form in1 Farbe, die das Aufliescrungsversahren für das Publikum an eil) in umftänblid>a: machen Würbe, nicht nötig erscheint/

Eis itt Ii. benbltiiatt h n eingett-iLcu- » Wall«

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Ucker den Mangel an Sanitätsoffizieren im deutschen Heete Siktibt man und: ,

Nach den neueren Ermittlungen herrsckft zurzeit tm toftidxcn Heere ein empfindlicher Mangel an Santtäts- »fhucrcn, der sicki int kommextden Winter nach Errichtung intrch bic Heeresvorlage bebingteit neuen Truppen-- ntationen noch mehr bemerkbar machen wird. Es hält t außerorbcntlich schwer, bei diesem Mängel Ersatz an nrn Aerzten bei kleinen Garnisonen zu eehalten. Der kitäretat spricht von 1120 etatmäßigen Ober- und Asff- trii raten, nod) nicht 50 Proz. sind vorhanden, na ml ick) r 518 Von ben 2269 etatmäßigen Santtatsoffizierstellen etwa nur 1700 besetzt, es fehlen somit 570 Mttitar- ärttr, um die dringend notwendigen arztlickftii jsoften Vv >en Truppenteilen zu besetzen, ungerechnet bte stellen für t)ic neuen Truppeneiithetten. Unter diesen Umstanden üilfi en aus großen Garnisoticn die Mckitärärzte in kleinere Wirbt werden, weil bie kleinen Garnisonen uiibcbingt .tie etatmäßige Zahl von Sanitätsoffizieren aujiucifcn Een. In ben großeii Garnisonen hilft man lieh über kn Mängel mit Vertretungen hinweg, ein Notbehelf, der icd: unangcnelffiie Folgen nach sick) zieht.

Zn letzter Zeit hat ber Andrang zum medlzinffchcn kmdium sick) wieder gehäuft, obwohl die ärztliche Zivtt- iroiiö, xmmexttlich in ben Städten, überfüllt ist. Dieser « indrang dürste sich, nach gewissen Anzeichen zu urteilen, y; vermehren. Es kann deshalb beit Medizi n | tu bi er enden J in- empfohlen werben, sich der militärifd>en Laufbahn Idir als bisher zuzuwcndeii. Gegen das Einschlagen dieser .iniMm werden oft gewisse Bedenken erhoben. Bemängelt trb der Zwang, sich auf Jahre hinaus zu binden, die langelnde Bezahlung, die einseitige Praxis des lungen