162. Jahrgang
Drittes Blan
Nr. 79
Erscheint kS-klch mit Ausnahme des Sonntag».
Die „rteheaet LamtliendlStter- werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daß „Krelsblatt für dev Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „randwirtschastltchen Lett- fragen" erichemen monatlich jwetmaL
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Sberheffen
Dienstag, 2. April 19,2
Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Dieben.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e«ö5L Redaktion: 112. Tell-Abr^AnzelgerGieben.
45—50
81—SS
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88-90
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74.00-77.00
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(Orig.-Telegr. des „Gieg.
100 Kg.
108-113
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Vollfleischige Schweine von 8C—100 kg Lebendgewicht.....
Vollflersauge Schweine unter 80 kg Lebendgewicht.
Lollfleischige -Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht .... ...
Vottflelscyrge Schweine von 120—150 kg
O Krofdorf, 31. März. Palmsonntag ist von ieher für die Kirchengemeinde Krosdorf-Gleibcrg-Kinzenbach Konfirma- tionstag. Im Vormittagsgottesdienst wurden in der Filialkirche Kinzenbach 17 und am Nachmittag in der Kirche zu Krofdorf 39 Kinder eingesegnet. Mit Montag treten schon viele Knaben in den erwählten Beruf ein.
Hesten-Nafjau.
* Bon der Eddertal sperre, 31. März. Im Laufe der letzten Tage haben die Bewohner eines der durch die Edder- talsperre dem Untergang geweihten Ortes, des Dörfchens Berich bei Schloß Waldeck, ihre Heimat verlassen und sind nach dem in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Külte-Wetterburg erbauten Neu- Berich übergesiedelt. Vor 14 Tagen hat noch Pfarrer Hescholl aus Sachsenhausen in dem alten Bericher Klosteriirchleiu die letzte Predigt gehalten und dann gings ans Abschiednchmcn von den alten Heimstätten, in denen die meisten der Bewohner des Ortes geboren wurden und den größten Teil ihres Lebens verbrachten. Wenn auch beim Abschied vom Elternhause manche Träne vergossen wurde, so können die Bericher mit bem -taiifd) wohl zufrieden sein. Neu-Berich im Tal der Twiste, mit den breit dahinter liegenden Crten Külte und Volkmarsen, im östlichen Hintergründe von den hessischen Bergen umschlossen, präseittiert sich als eine mit allen neuzeitlichen Erfordernissen eingerichtQe Ortschaft. Die Bringhäuser sind sich noch immer nicht darüber einig geworden, was sie machen wollen. Am liebsten würden sie eine Domäne, wie z. B. Selbach, mit denselben Bedingungen nehmen, wie die .Bericher. Die deshalb eingeleiteten Verhandlungen haben bis jetzt rwch zu feinem befriedigenden Ergebnis geführt. Aus der geplanten Ansiedlung auf dem Laudenberg, wo die Bringhäuser viel Gemeindewald und -Laiid haben, dürfte nichts werden, da die Landwirte schlechtere Lebensbediilgungen befürchten. Es. sollen sich auch nur ein paar Arbeiterfamilien
Luftjchissahrt.
Minden (Westfalen), 29. März. Ter Kreistag bewilligte aus Kreismitteln 4200 Mk. zur Förderung des nationalen Flugwesens.
Märkte.
le.Franksurt a. M. Vi eh h oi- Marktb eri cht vom I. April. Austriebe lö8-> Rinder, darunter Ochsen 623, Bullen 63, Kühe unü Färien -9t, Kälber 368, 251 Schale, 2841 Schweine.
Tendenz: Rinder gedrücht, Kühe und Färsen rege, ausverkaust, Kälber lebhaft. Schafe ruhig, Schweine mäßig rege, bleibt lieber- pand. Preis lür 100 M.
Lebeno- Schlacht'
gewicht
LingesanSt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.),
Ter Auto-Omnibus AttewBuftck— Wieseck—Gießen.
$d)ükr!elbhmoröe.
Bereits gestern mußten wie davon berichten, daß sich drei Schüler höherer Lehranstalten das 5eben genommen haben, weil sie das Klassenziel nicht erreicht hatten, und Yente liegen uns weitere Meldungen vor, die von lueitercn Selbstmorden berichten. Wir geben die Nachrichten vorläufig ohne Erläuterung wieder und werden noch einmal daraus zurückkommen.
Berlin, 1. April. Drei Schüler des Gymnasiums, der 18tährige Fuchs, der 17jährige Dahle und ein 18jähr. Majorssohn sind verschwunden und konnten trotz eifriger Nach,orschungen noai nicht ausgesunden werden. In Abschiedsbriefen an ihre Ettern äußerten sie die Absicht, sich das Leben zu nehme n.
Gries he ima. M-, 1. April. Ter Untersekundaner Fritz Wiegand ließ sich, weil er nicht versetzt worden war, von der Väderbahn überfahren und wurde sofort getötet.
Sport.
London, 30. März. Das jährliche Bootsrennen mit Achtern der Universitäten Oxford und Cambridge auf der Themse war diesmal von bemerkenswerten Umständen begleitet. Der starke Westwind machte den Fluß außerordentlich bewegt. Das Cambridge-Boot schlug voll Wasser und sank bei Hammersmith. Tie Mannschaft schwamm an Land. Tas Oxford-Boot lief bei Chiswick ebenfalls voll Wasser. Es gelang jedoch, das Boot an Land zu bringen uni) auszuschöpfen, woran i es die Fahrt wieder ausnahin und beendete. Tas Rennen wurde jedoch für ungültig erHärt.
zur Ansiedlung dort gemeldet haben. Die an der Mündung der Werbe, eines kleinen Nebenflüßchens der Edder, liegende Bericher Hütte, in der wegen des dort befindlichen Modells der Eddertalsperre die meisten Touristen Einkehr halten, ist vom jetzigen Besitzer Lösekam an einen Kantinenwirt verkauft worden. Die Gebäude können voraussichtlich bis zum Herbst n. I. stehen bleiben. Dann aber wird das Wasser des Eddersees noch zwei Meter über den Dächern dieser idyllischen Ansiedlung dahinrauschen. Das ganze Gebiet des Waldecker Sammelbeckens, das die Bezeichnung „Eddersee" führen soll, wird laut gesetzlicher Bestimmung zu einem Gemeindebezirk Bereinigt
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wohnern von Gießen eigentlich sehr willkommen sein: beim unser Auto bringt sehr viele fleißige Arbeiter in die Fabriken und Geschäfte, und die anderen hiesigen Bewohner lassen jährlich viele Tausend Mark in Gießen sitzen. Würde unser „Ungetüm" geknebelt werden, so kämen wir Alten-Busecker natürlich seltener nach Gießen. Am besten dürfte es sein, wenn Stadt und Land sich schön vertragen: denn „aus der Kräfte schön vereintem Streben erhebt sich wirkend erst das wahre Leben". Mit der Zett werden selbst Leute mit etwas schwachen Nerven sich an das „Ungetüm" gewöhnen und ganz ungeniert arbeiten können, wenn eS vorüber kommt. Tie Gießener Geschäftsleute sehen jedenfalls bald ein, daß das Last-Auto ein gutes Mittel sein wird, um Waren als Stückgut gegen eine geringe Vergütung nach Wieseck und Alten Buseck zu bringen. Vielleicht machen auch viele Bewohner von Gießen östers eine Tour mit dem Auto-Omnibus auf das Land und erholen sich in den prächtigen Wäldern des Hangelsteins Möchten die „Elektrische", gegen die wir nicht das geringste haben, und unser „Auto-Omnibus" sich gut miteinander vertragen! ES sollte uns sehr freuen, wenn die verschiedenen Herren Einsender sich schon ganz bald als Freunde unseres neuen Verkehrsmittels bekennen würden.
Mehrere friedliche Bürger von Altew-Bnscck.
Alten-Buseck. Tem Herrn Einsender in Nr. 76 dieses Blattes und mehreren anderen Herren Einsendern diene zur Nachricht, daß das „Ungetüm" ganz bald wieder „vorbeikommen" wird, selbst dann, wenn Wieseck für einen gegen früher bedeutend ermäßigten Beitrag die elektrische Bahn erhält. Tie Behörde, die der Herr Einsender um Schutz anrust, wird auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen dem Verkehr sicherlich nichts in den Weg legen, sondern uns unparteiisch schützen. Wir haben das Vertrauen zur Behörde, daß sie auch voll und ganz die Interessen der Landbewohner wahren wird. Ta die Gemeinde Alten-Buseck über 100 Abonnenten stellt und auch sonst noch Interessenten in großer Zahl vorhanden sind, verkehren bald wieder infolge des überaus koulanten Entgegenkommens der Firma Büssing zwei vornehm ausgestattete Auto-Omnibusse mit neuen Anhängewagen und ein Auto-Lastwagen für Stückgutverkehr. Was dem Herren Einsender als „Uebel" erschein), ist für die Bewohner von Alten- Buseck eine große Wohltat. Wir merken auch gar nichts von einem „Höllenlärm", ebenso nicht, daß die Häuser „in ihren Grundfesten erschüttert" werden, oder daß gar Fensterscheiben zerspringen. Hier schweigt man auch still, wenn manche Gießener Autos oft allzufchnell durch unser Torf rasen und ihre lauten Warnungsruse hören lassen. Selbst gegen schwere Lastautos sagt hier kein Mensch ein Wort: auch klagt niemand über Zerstörung der Straßen. Tie Ortsbehörde hat hier noch nie daran gedacht, den Lastautos, und wenn sie noch so schwer beladen wären, vor dem Torse einen Halteplatz anzuweisen. Man lasse also auch unsere Autos nach Bedarf verkehren. Es ist durchaus unzutreffend, daß längstens in einem Jahre das Gießener Kleinpslaster zerstört sein wird. Ein Fachmann hat uns dieses gesagt, und wir haben uns auch schon ost davon überzeugt, daß die Gieyener Straßen und Die Landstraße äußerst wenig abgenutzt werden. Hier machen wir auch darauf aufmerffam, daß fein Menfch in Gießen bis jetzt etwas hat verlauten lassen, wenn die vom Auto-Omnibus benutzten Gießener Straßen täglich von mehreren Tutzend Lastwagen und Lastautos, die mit 60 bis 80 Zentnern und darüber beladen sind, befahren werden. Dabei haben die Lastwagen keine Gummiräder. Warum macht man nun gerade unserem Auto-Omnibus die Schwierigkeiten? Was bei dem einen recht ist, ist doch bei Dem andern billig. Was dem Herrn Einseicher: als eine „ungeheuerliche Belästigung" erscheint, sollte den B»l.
Lebendgewicht
je. Frankfurt a. M., 1. April. ~
Anztt) Amtliche Notierungen der heutigen Fruch t marktp rei ie. Weizen (hiesiger» NU. 22.25—22.36, Kurhessischer Mk. 22.25—22.35, Welterauer Mk. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 19.90 bis 00.00, Gerste (Wetterauer) Gerste, Franken, Pfälzer, Ried
Ochsen.
Vollfleifchige, auSgemästete, höchsten Schlachtwertes, 4—7 Jahre alt die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . .
Bulle n.
Vollfleifchige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw.
Vollsiels chige, jüngere tSärfen, Kühe.
schige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw.
Ichige ausgemästeteKühe hochstenSchlacht- wertes bis zu 7 Jahren wenig gut entwickelte Färsen ältere ausgemästete Kühe .......
Halber.
Feinste Mastkälber ......
Mittlere Plast- und beste Saugkälber . . • .
Schafe.
Slallmastschase:
Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . S ch we ine.
Kleine Lageschronik.
In Aich hat der aus Piutteuyarot gebürtige Maurer Johann Bast in der Nacht seine Frau ermordet; sodann sperrte er seine drei Kinder in seinem Haufe ein und zündete dieses an. Er selbst erhängte sich. Dcir Feuerwehr gelang es, die Kinder zu retten.
Der Expreßzug Wien —Nizza ist auf dem Bahnhofe M elze mit einem Güterzug zusammengestoßen. Drei Personen sollen getötet, viele verletzt sein. Ein Hilfszug wurde von Mailand nach Melze entsandt. Ter Heizer und der Lokomotivführer wurden getötet, sechs Angestellte erlitten leichte Verletzungen. .
Aus Braganza in Portugal wird gemeldet: Bei Straßenlämpfen zwischen Studenten und der von ihnen beleidigten Bürgerschaft, an denen Frauen und Mädchen, mit Dolchmessern bewaffnet, teilnahmen, wurde das Militär zur Unterdrückung ausgeboten. F ü n f P e r s o n e n wurden getötet, 23 verwundet. Darunter vier weibliche. Es erfolgten zahlreiche Verhaftungen.
Das Polizeigericht von Bowftreet verhandelte über bie von Deutschland beantragte Auslieferung des oft genannten Rudolf <51 all mann, Der beschuldigt ist, sich durch falsche Vorspiegelungen Geldmittel verschafft zu haben. Der Verteidiger des Angeklagten machte die Einrede, daß der oberste Gerichtshof in Kalkutta Stallmann in Freiheit gefetzt habe. Das Verfahren gegen Stallmann wurde eine Woche zurückgestellt.
Die Stadt Saintes (Departement Charentes) wurde durch Hochwasser schwer heimgesucht. Tie Wasserleitung und die Gasfabrik sind außer Betrieb.
kein Geschält, Hafer Mk. 21.10—21.25, Mais Alk. 17.75 bis 18.00, Weizenmehl 0 Alt. 32.25—32.50, Weizenmehl I Alk. 30.25—30.50, Weizenmehl III Alk. 27.25—27.50, Roggen- inehl 0 Mk. 28.00—28.25, Roggemnehl 0/1 Alk. 27.00—27.25, Roggenmehl I Alk. 23.25-23.75, Weizenkleie Mk. 14.00-14.50, Weizenfchctten Alt. 14 50—14.75, Roggenkleie Alk. 14.00—14.50, Malzkeime Alk. 13.0J—14.00, Biertreber 15.00—15.50, Raps nicht gehandelt, Weizenfchalen 13.50—13.75. Alles per 100 Kg. ab hier.
fc. Frankfurt a. M., 1. April. (Orig.-Telegr. des ,®ieg. Anzeigers'.) Karto N el ma rkt. Man notierte: Kartoffeln in Waggoiis Mk. 7.75—8.75 im Kleinhandel Mk. 9.50—10,50 für je
Au» Stadt und Land.
Gießen, 2. April 1912.
** Vom Eichwesen. Ter Großherzoa hat zu Eichmeistern ernannt: Konr. Emil Schott in Darmstadt, bei dem Eichamt Darmstadt unter Verleihung des Titels „Obereichmeister"; Karl Ludw. Schmucker in Erbach, bei dem Eichamt Darmstadt; Friedr. Wilhelm in Mainz, bei dem Eichamt Tarmstadt; Johs. Sartorius in Offenbach, bet dem Eichamt Offenbach; Joh. Sch. Schmidt in Mainz, bei dem Eichamt Offenbach; Aug Hampel in Gießen, bet dem Eick/amt Gießen. Friedr. Wilh. Flohn in Tarmstadt, bei dem Eichamt Gießen; Joh. Peter Wilh. Schmidt in Friedberg, bei dem Eichamt Friedberg; Friedr. Rich. Schrocter in Mainz, bet dem Eichamt Mainz unter Verleihung des Titels „Obereichmeister"; Bal. Schäfer in Bingen, bei dem Eicksttmt Mainz (mit Wohnsitz Bingen); Adam Ludwig in Mainz, bei dem Eichamt Mainz; Will). Eß in Mainz, bet dem Eichamt Mainz; Rich. Schott in Worms, bei dem Eichamt Worms.
**DieReichspost unb bie Barfrankierung. Tie Wünsche der Handelswelt wegen Einführung einer vereinfachten Frankierung für die von einem Absender in größerer Zahl gleichzeitig eingelieferten Srieffenbungen (Massenauslieferungen) werden setzt in Erfüllung gehen, da die Reichspost, zunächst für mehrere große Orte, die Aufstellung von Maschinen vorbereitet, die gegen einfad)e Barfrankierung die Briessendungen mit der Freimarke bekleben, bie Marken zugleich entwerten, sowie biese Marlen unb bie Sendungen automatisch zählen. Tie Vorarbeiten hierfür wurden vom Reichs-Postamt bereits ausgenommen, lange bevor 19W m Bayern die Barfrankierung durch Frankostempel in einigen Orten zur Einführung kam. Es bedurfte mehrere Jahre angestrengter Arbeit, bis jene Versuche zu einem befriedigenden Ergebnis führten. Das neue Barsrankierungsversahren der Reichspost besitzt wesentliche Vorteile vor dem bayerischen Verfahren, zumal der bayerische Fran kost empel nur auf Jnlandsendungen anwendbar ist, da im Weltpostverkehr die Frankierung stets durch Freimarken erfolgen muß. Während daher alle Sendungen nach dem Auslände in Bayern von dem Bedrucken nut dem Frankostempel ausgeschlossen bleiben, besteht für die Barsrankierungsmaschinen der Reichspost eine derartige lästige Beschränkung nicht. Tie neuen Maschinen werden voraussichtlich schon im April in Betrieb genommen werden. Daneben stellt das Reichs-Postamt gegenwärtig noch Versuche mit einem andern, jedoch dem gleichen Zwecke dienenden Maschmentyp in, der voraussichtlich ebenfalls für Die Barfrankierung wird bericht werden können.
Landkreis Gießen.
△ Hungen, 31. März. Der Bundestag des Lahnkaisängerbundes fanb heute hier im Darmstädter Hof unter sehr zahlreicher Beteiligung statt. Hauptlehrer Storch-Butzbach, dec Vorsitzende des Bundes, eröffnete die Verhandlungen. Der Vorsitzende des hiesigen Vereins „Eintracht" begrüßte die Sangesbrüder namens des Vereins und des Festpräsidenten Bürgermeister Fendt, der wegen Krankheit nicht awvesend sein konnte. Folgende Vereine waren vertreten: Hungen, Gründera, Lich, Dillenburg, Kirchhain, Butzbach, Wetzlar, Lieberkranz und Liedertafel Marburg und die Gießener Bunbesvereine Gemütlichkeit, Harmonie, Heiterkeit und Maschinenbauer-Gesangverein. An drei Sänger, die Dem Buird 2d Jahre angeboren, wurden Ehrentafeln ausgegeben. Das diesjährige B u n d e s f e ft findet im Verein mit bem 7 5jährigen Jubiläum der „Eintracht"-Hungen in Hungen statt; als Festtage sind der 29. Juni bis 1. Juli bestimmt. Musikdirektor Parlow-Frankfurt a. 9Ji. ist als Begutachter der Gesangsvorträge gewonnen. Festmusik stellt während der drei Festtage die Regimentskapelle der 61. Artillerie. Festplatz ist der schon gelegene Galgenberg an der Straße nach Nontienroth. Alle Sänger haben bei den Massenchören mitzuwirken. Als Massenchor mit Orchesterbegleitung ist gewählt „Heinrich der Vogler", als Volksliederchöre „O Wald mit deinen duftigen Zweigten" und „Im Krug zum grünen Kranze". Mit den bisherigen Bundesvereinen Wetter und Londorf soll bezüglich ihrer weiteren Zugehörigkeit Rücksprache genommen werden, damit die Vereine dem Bund erhalten bleiben. Ziegeler-Gießen kommt aus eine Sängerversammlung in Gießen zu sprechen. Ein Sänger habe dort erklärt, daß ein Gießener Verein aus dem Bunde getreten sei, weil die gesangliche Leistung des Bundes zurückgegangen sei. Dies wird mit Entschiedenheit zurückgewiesen und vom Bundes- vorsiyenden und anDeren Rednern hervorgehoben, daß die Sanges- kunft sich fortgesetzt gehoben habe. Es wird dann mitgeteilt, baß im Jayre 1913 folgende Vereine Jitbelfeste begehen: Liedertafel-Marburg ihr 50jahriges, Kirchhain unb Butzbach ihr 75- jähriges. Mit einem Hoch auf den Lahntalsängerbund schloß Hauptlehrer Storch-Butzbach Die Versammlung. — Tie Arbeiten für den Neubau eines Bürger- und Volksschulge- b ä u d e s wurden vergeben, demnächst sol leine feierliche Grundsteinlegung stattfinden. Die Maurerarbeiten erhielt Hch. Falk, die Zimmererarbeiten K. Rd. Müller, die Schreinerarbeiten H. Schmidt und Fr. Bach, die Tachdeckerarbeiten Gg. Vatum, die Weißbinderarbeiten Gustav und Hch. Heßler, die Schlofserarbetten H. Eifer, die Terrazzoarbeiten Ehr. Jockel, Die £ungfteinheferung erfolgt von Londorf, die Eisenbetonarbeiten besorgt die Firma Lolat-Gießen. Das Gebäude ist zu 105 000 Mk. veranschlagt.
Kreis Wetzlar.
QandcL
** Schisfsliste für billige Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pfg. für je 20 g): Tie Portoermäßigung erstreckt .sich nur auf Briese, nicht auch auf Postkarten, Drucksachen usw. und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B. Canaba. „George Washington" ab Bremen 6. April, „Kaiser Wilhelm II." ab Bremen 16. April, „Kaiser Wilhelm der Große" ab Bremen 23. April, „President Grant" ab Hamburg 25. April, „Prinz Friedrich Wilhelm" ab Bremen 27. April, „Kronprinzessin Eeeilie" ab Bremen 30. April. (Postschluß nach Ankunft der Frühzüge.) Alle diese Schisse außer „President Grant" sind Schnelldampfer ober solche, die für eine bestimmte Zeit vor dem Abgänge die schnellste Beförderungsgelegenheit bieten. Es empfiehlt sich, die Briefe mit einem Leitvermerk wie „direkter Weg" oder „über Bremen oder Hamburg" zu versehen.
Bekanntmachung.
B e t r.: Ausnahmen von § 139 c unb 139 e Abs. 1 ber Gewerbeordnung.
Als Ausnahmetage im Sinne ber §§ 139d Ziffer 3 unb 139 e Abs. 2, Ziffer 2 ber Gewerbeorbnung werden für alle offenen Verkaufsstellen bestimmt:
1. 2 Wochentage vor Ostern, 4. und 6. April l. Js.
2. 1 Wochentag vor Himmelfahrt, 15. Mai I. Js.,
3. 2 Wochentage vor Pfingsten, 24. unb 25. Mai l. Js.
4. 12 Wochentage vor Weihnachten, 11. bis 14., 16. bis 21. unb 23. und 24. Tezember l. Js.
5. 1 Wochentag vor Neujahr, 31. Tezember l. Js.
An diesen Tagen dürfen sämtliche offenen V erkauf s st e l l e n in hiesiger Stadt für Den geschäftlichen Verkehr bis 10 Uhr abends geöffnet bleiben unb finden di< Bestimmungen über die Mindestruhezeit und Mi ttag - pausen ber Gehilfen, Lehrlinge unb Arbeiter ir offenen Verkaufsstellen keine Anwendung.
Gießen, ben 29. März 1912.
G.roßherzogliches Polizeiamt Gießen. __________________Gebharb t.
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Walz- und Pflasterarbeiten wirb bi’' Mühlstraße vom 2. April l. Js. an bis auf weiteres für' jeglichen Fuhr- und Radfahrverkehr gesperrt.
Gießen, den 30. März 1912.
G.roßherzogliches Polizeiamt Gießen.
Gebhardt.


