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Zreitag, 20. Dezember M2
Er^cheml mit Ausnahme des Sonntags.
Mitteilungen.
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J. Jttmann. Bahnhofstr. 29
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UniversuätS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Gicszcncr Strafkammer.
Gießen, 18. Dezember.
Nur wegen der U c b e r w e i i u n g an die Landcspolizeibehörde und der infolgedessen drohenden Unterbringung in einem Arbeitshaus verfolgen der Taglöhner K. £>. von Langen, der Arbeiter I. S. von Tuderstadt und der L-chriftseder H. £i. von Wiesbaden Berufung gegen Schössengerickis urteile, die außer Haflslrasen wegen Bettelns oder Cbbadtiofigfcit auch diese Maßregel über sie verhängt hatten. Die Strafkammer gab den Berusungen statt und crlanntc auf Aufhebung der Ucber- iveisung.
Freisprechung
erzielte der Mühlcnbcsitzer F. A. in Großen-Linden, der vom Schöffengericht Vilbel wegen schnellen Fahrens mit dem Automobil, Michtabgabe von Signalen und Nicktbeleuchtung des Wagens bestraft worden war. In der heutigen Verhandlung machte der Angeklagte geltend, daß er bereits wegen dieser Uebcrtretungen, die er am Tage vor dem hier fraglichen begangen habe, durch Strafbefehl rechtskräftig bestraft worden sei und daß er am nächsten Tage nicht wieder durch die Orte Groß-Karben und Rendel gekommen sei. Da die Zeugen feine bestimmten Angaben über die Zeit machen konnten, hob das Gericht das erste Urteil auf.
Unterbrechung der Verjährung.
_ Ter Geslügelhändler A. H. in Dorheim, der wegen Tier- guälerei einen Strafbefehl erhalten, dagegen aber Einspruch eingelegt hatte, war vom Sck>ösfengcrickt Friedberg freigesvrochen worden, weil Verjährung ringetrcten sei. Hiergegen wurde von der Staatsanwaltschaft geltend gemacht, daß durch die Zustellung des Strafbefehls die Verjährung unterbrochen sei, die der Gerichtsvollzieher als Ausführungsorgm des Richters am’ricbcn iet. Tte Strafkammer schloß sich in Uri crcinftimmmtg mit Entscheidungen des Oberlaudesgerichts dieser Anssassuug an, hob daS' erste Urteil auf und verwies die Sache an das Schöffengericht zurück.
Als unversöhnlich
erwies sich der Bahnarbeiter A. W. in Gießen, der als Privatkläger nicht zn einem Vergleich mit seinem Gegner zu bewegen war, obwohl dieser sämtliche Kosten übernehmen und die betet digenden Aeußerungen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückneh- men wollte. In der Verhandlung stellte sich dann heraus, daß der Privatkläger auch seinerseits, und ztvar zuerst, den Angeklagten beleidigt hatte. Tas Gericht machte deshalb von der -Besugnis Gebrauch, die Beleidigungen gegeneinander auszuheben. Tic Kosten wurden jeder Partei zur Hälfte aufcrlegt.
Zn einem Vergleich
Tarn es in der Privalllagesacke des Wirts F. V. gegen £>. R. in Gießen R. übernahm sämtliche Stiften und gab dem Privatülager eine Ehrenerklärung ab.
Zn den fortgesetzten Beratungen des Dttitsckien Kinokongresses sprach Privatdozent Dr. Seddig Frankfurt a. M.) über die neuesten Forschungen auf dem Gebiete der Kinematographie. Der Redner betonte, das; man bei lmematographischen Ausnahmen bisher mit einer Belichtungsskala oon ‘/ioooo Sekunde aus- gekommeu sei. Neuerdings habe sich aber namentlich für wissenschaftliche Zwecke die Notwendigkeit ergeben, äußerst schnelle Vorgänge iestzuhalteu, z. B. die Bewegung von Gliedmaßen verschiedener Insekten. Eine Ausnahme solcher schneller Vorgänge war auch aus dem Grunde nicht möglich, weil die bisher benutzten ^.'ichtanellen nicht die erforderliche Lichtstärke auswiescn. Es ist jetzt Professor Mi et he (Eharlottenburgl gelungen, Aufnahmen auch von nur Viooono Sekundendauer zu erzielen. Ms Lichtquelle benutzt man die Funken der Leydener Flasche.
Donnerstag vormittag fand die erste Tagung des Schutz- verbandes der Deutschen Lichtbildtlteater statt, die sich mit Standes- ’ragen zu befassen hatte Das erste Thema betraf die Frage, ob man mit der Konzessionspflicht für Kinematographentheater einverstanden sein solle. Nach langer Verlwndlung wurde schließlich bcschlossen^sich gegen die Einführung der Konzessioniernng zu erriären.^— Ferner wurde eine Entscheidung angenommen, es sollten Schritte getan werden, daß die Kinobesitzer zu den Beratungen über das Reichstheatergesetz hinzugezogen würden. — Dann beschäftigte sich die Tagung mit dem Thema Zensur.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e<*fr5L $Rebartion:e=^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGieven.
Vüchettisch.
— D e u t s ck) e s I u g e n db u ch. Unter Mitarbeit namhafte! Schriftsteller und Künstler herausgegeben von Wilhelm Kotzde. Band IV. Ein starker Band, 184 Seiten in Ganzleinen gebunden 3 Mark. Verlag von Jos. Sck>olz in Mainz. „Das ist ein Festgeschenk für Kinder, wie wir es uns besser und billiger kaum denken können." Diesem Urteil der „Nundsck>au ans bem Gebiete der Jugendliteratur" können wir uns nur an schließen. Es wird in diesem für Kinder jeder Altersstufe beftimmten stattlichen Buche, mir Gediegenes geboten, unsere besten Schriftsteller und Künstler beteiligen sich daran. In buntem Wechsel bringt es Märckjen, Geschichten, Lieder, Reime, farbige Bilder und Zeichnungen: Rätsel, Spiele und Ausgaben mancherlei Art geben dem Kinde Gelegenheit zu heiterer Beschäftigung. Es ist also ein rechtes Haus- und Familienbuch, auch die Eltern werden gerne in das Buch sehen, und wenn es die Familie zu gemeinsamer Freude zusammensührt, wird es seine Ausgabe recht erfüllt haben.
— Deutsche Märchen seit Grimm, herausgegeben von Paul Zaunert (23erlag von Eugen Diederichs in Jena). Ter Band ist eine Ergänzung zu den „Kinder und Hausmärchen", und im deutschen Volke waren noch eine ganze Anzahl hübscher lleberl’e'erungen vorhanden, die es wert waren, daß der Sammeleifer sich ihrer annahm. Auch das Großherzogtum Hessen hüt Beiträge geliefert. Ter Herausgeber stellt aber fest, daß das Buch nicht ausschließlich als .Bilderbuch gemeint, sondern ehe, als Buch für die Großen, die den Kindern daraus erzählen sollen.
Der ttii totes.
* H o ch w a s s c r. Aus Minden (Westfalen), 18. Dez., wnd uns gemeldet: Die Weser, die nunmehr einen Stand von 5,51 Meter erreicht bat, ist aus ihren Usern getreten und bat die angrenzenden Wiesen überjck.wemmt. In der letzten Nacht ist infolge des Hochwasserdruckes der Sckiitzdamm des Kanals, der die Abwässer aus der städtischen Kläranstalt in die Weser leitet, einige hundert Meier vor der Weser gebrochen. Das Wasser aus dem Kanal überschwemmte die dort im Bau befindlickw, etwa 15 Meier tiefe Pumpstation für den Ems-Westn-Kanal voll- ständig. Der Unteran der Weser ist glrichsalls überschwemmt. Ein Blockschstf ist gesunken. Ter Schaden ist groß. Bei Vlotho wurde das Gleis der Kleinbahn überspült, so haß die Bahn am Fluß nicht mehr verkehren kann. Wenn das Wasser noch weiter steigt, muß die Weserschiffahrt teilweise eingeschränkt werben, da die Schüfe unter den niedrigen Weserbrücken nicht mehr durch- aljren können.
* 9iä über eien. Aus Wien wird berichtet: Bei einer Exportfirma im siebenten Bezirk erschienen drei maskierte Männer, die den Inhabern, Vater und Sohn, mit vorgehaltenen Revolvern Uhren und Ketten entrissen und der Kasse die Barscktaft entnahmen. Dann ergriffen sie die Flucht. Es gelang den Mubern, da sie auch die Telephon brühte durchschnitten hatten, ehe Hilfe erscheinen konnte, zu entlommen.
Kleine Cageschronik.
A n Mittwoch morgen wurde bei Courbevoie die Leiche des Verwalters Wetzel aus der Seine gezogen. Wetzel, der drei große Pariser Gasthöfe verwaltete, war seit dem 9. Novencket verschwunden. In seiner Brieftasche wurden alle Papiere tior- gesunden. Nach ärztlichem Gutachten liegt Selbstmord vor. Wetzel war 55 Jahre alt und stammte aus Alsheir in Hessen.
(ficricbhfaol
_ Berlin, 18. Tez Der 17jährige Fabrikarbeiter Alfred Schüler und der 19jährige Fabrikarbeiter August Regner, die beide dlnsührer einer jugendlickxm Räuberbande waren, welch' durch'Lockerung wm Schienen und Legen schwerer Gegenst.inbe auf die Sck-ienen Eisenbahnzüge zur Entgleisung bringen wollten, eils, wie sie angaben, um sich am Unglück zu ergötzen, txils um Gelegenheit zum Raub zu haben, wurden heute vom Schwurgericht wegen vorsätzlicher Transportgefährdung verurteilt. Schüler erhielt 31,2 Jahre Gefängnis, Regner l'/z Jalwe Zuchthaus.
k. ■ k- J
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33orfibenbe teilt mit, daß er im Trauerhaufe Vch. Justiz rats Bai st, der 18 Jahre Stadtverordneter gewesen fei, einen Kranz habe abgeben lassen. Tie Familie Verstorbenen hat schriftlich gedankt.
Bon den städtischen Beamten,Lehrern und Straßen ^.nbcdiensteten, sowie einzelnen Beamten sind Dank- schreiben für die Teuerungszulagen eingegangen.
6.- an 10.- 12.- an
, 15.- an elbst.
Nr. 296 Ihrer geschätzten Zeitung erschienene Eingesandt Herrn E. Krumm möchten wir nur insoweit den Platz Ihres Blattes zu einer Erwiderung in Anspruch nehmen, als es sich um
material zu beseitigen. Tie Sache geht an den Marliausschuß.
Stadio. Löber erinnert an eine Eingabe von Bewohnern der Marburger Straße, oberhalb des Friedhofs eine Laterne aufitiftdlen. Wie der Vorsitzende mitteilt, ist dies bereits vorgesehen.
€intto?rftort.
— M i t der Flugmaschine zum Nordpol. Aus New Pork wird berichtet: Captain Robert Bartlett, der Begleiter Pearhs bei dessen Nordpolexpedition, tritt jetzt mit einem Projekte n die Oesfentlichlrit, das großes Aufsehen erregt und das in der Erklärung gipfelt: „Der sicherste urb leichteste Weg zur Erreichung des Poles — und zugleich ein vollkommen gangbarer Weg — ührt über bie Flugmasck ine." Es handelt sich darum, an dem Kap Morris Iessap, 381 engl. Meilen vom Pole entfernt, eine Flugmaschinenstation zu errichten. „Mit den neuesten Maschinen würde es von her aus nur einen Flug von 4 Stunden bedeuten. Das Eis würde überall längs der Flugrichtung bequeme Landungsstellen bieten."
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Erster deutscher Uino-^ongrest.
Auf Einladung des Schutzverbandes Deutscher Lichtbilder- :Heater trat am Dienstag in Berlin der erstedeutsche K ino- rongren zusammen, zu dem die bedeutendsten deutschen Kinc- matographentheater ihre Vertreter entsandt Ijatten. Ebenso war die beteiligte Filmindustrie stark vertreten. Tas Ehrenkomitee hatten u. a. übernommen Prinz zu Schönaich-Earolath, Geh. Regierungsrat Professor Tr. Micthe, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Baginsky, der Präsident des Hansadundes Gelwimrat Riesser und Major v. Parseval. — Mit dem Kongresse ist eine Ausstellung verbunden, welche die bisherigen Fortschritte und den gegenwärtigen Stand der KinematoDraphenindusttie und verwandter Zweige vor Augen führt. Sie teilt das Schicksal aller Ausstellungen, indem ’ic nvck) nicht fertig ist.
Der Generalsekretär Dr. Meseritzer sprach sodann über Zwecke und Ziele des Kongresses. Tie Veranstalter des Kongresses wollten beweisen, daß sie nicht nur der Not ge- bord enb innige der heftigen Angriffe, sondern aus eigenem Triebe daran gehen, die durch tie riesige Entwicklung der Kinos gezeitigten Schäden zu beseitigen. Es gibt eine ganze Anzahl unter den Lichtvilderdireklvren, die sich der hohen Verantwortung gegenüber bem Publikum wohl bewußt sind. Ter Kamps gegen die Kinos genoß bisher die Sympathien der gebildeten Kreise. Der Kamps richtete sich vor allem gegen das Kinodrama, wegen dessen Einflusses auf die Jugend.^Es ist aber ungerecht zu behaupten, daß erst die Kinotheater den schund auf die Bühne gebracht hätten. Die Mengen, die angeblich dem Spruchtheater durch die Kinos entzogen werden, stehen in gar feinem Verhältnis zu denen, die überhaupt erst durch das .Kinotheater in eine Schaubühne gebracht werden.
Hierauf sprach Prosessor K e m s i a s über „Film und Lichtbild im Tienstc der WissensclMt und höheren Schulen".
Rettor Lemke behandelte die Lichtbildschule im Dienste der Volksschule und Volksbildung. Rechtsanwalt Tr. Breitel sprach über Konzession und Zensur.
Ter Berichterstatter über das Kinematographenwesen beim Polizeipräsidium in Berlin, Professor Dr. Brunner behandelte das Thema Zensur, in dem er feftftcllte, daß die Berliner Zensur wesentlich milder sei als die Münchener oder Wiener und auch nicht schärfer gehandhabt werde, als im Interesse der Jugend unbedingt notwendig sei.
Es folgte die Vorführung eines Films, der den Betrieb der Reichspvst zeigte. Dann wurde ein Rundgang durch die Ausstellung unternommen. In den Nachmittagsstunden wurden volkstümliche Films gezeigt. Tie Beratungen werden mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter die'er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Puvlikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Frankfurt a. M., 17. Dezember.
Auf das unter der Uederschrist „Z u r F i l i a l st e u e r" in
D" „IHefcaur Kamilienblätter" werden dem „Anzeige^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Krtisblatt fflr den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschastlichen Seit- fraget4* erscheinen monatlich zweimal.
$ricgt worden. Die Haupt sichlicksten Bestimmungen der Ver Mbirung sind, daß für die Wirtschaften mit weiblicher Bedienung kinschließlich der Bars die Feierabeudstunde aus 10 Uhr sestgesetz' uvitd. In bestimmten Fällen kann die Polizei die Feierabend
timbe noch früher setzen. Vor 7 Uhr dürfen die Wirtschafter nukst ausschenken Die Wirtschaften sind auch dann zu schließen ütnii nach 10 Uhr anstelle der weiblichen männlidyc Bedienung tritt. Die Sitzplätze dürfen nicht versteckt angebracht fein. W Anblicke Familienangehörige des Wirtes bedienen, greifen dies Miimnungen nicht Platz. Die Kellncriuiien müssen im Hans Nmen und gesunde sittlich einwandfreie Wohnungen haben, liebe üos weiblich Bedienungspersonal hat der Wirt ein Verzeichnis >u führen und der Polizei ein solckws abzuliefern. Jeder Zu lat Mgang ist innerhalb 24 Stunden zu melden. Das Hin feseit der Kellnerinnen zu den Gästen und.das sog. Animieren if Schoten, auch darf in öftentlicken Ankündigungen nickt auf das Wdrhandensein weiblicher Bedienung hingewiesen werden. Be
ZMiderhandlungen treten Geldstrafen bis zu 30 Mark ein.
Stadlv. Petters verkennt nicht den guten Ztoeck, der mi ■em Erlaß der Verordnung erreicht werden falle, glaubt aber
•icbr, daß damit viel erreicht werde. Stadtv. Tr. Som m e r ■UK es ablehnen, über eine Sache abzustimmen, deren Tragweit
itim bei dem raschen Verlesen nicht erkennen könne. Stadtv
-taff sta ed t ist für die Verordnung, während Bcig. Keller DvchmalS daraus aufmerksam macht, daß die Versammlung nui
in Guchabcn abzugeben habe
; Gegen sechs Stimmen wird der 9lnttag Sommer abgcMmf .nb mit großer Mehrheit der Inhalt der Verordnung gutgehcißen
Verschiedene?.
Die Rechnung der Pl ockschen Stifunq für 1911 schließt Brit 5920 46 Mark Einnahme und 5049,35 Mark Ausgabe ab Mrr Voranschlag für 1913 sieht 6249,90 Mark in Einnahme und Ähr-gabe vor. _ , , .
jf Tas Gesuch des Theo Nauheimer um Erlaubnis zum »bchankwirtschaftsbetrieb für Seltersweg 31 (Automat) -wird be «inrortrt, da es sich um den llebcrgaiig einer bereits bestehenden ■Birifdxift in anderen Besitz handelt. .
Stadtv Vetters führt aus, daß die r5ri ed ho 1 s a r- cheiter behaupten, nacktem die 50 Psg. BerM't"na p"-, ich-'- hei her letzten Lohnerhöhung weggefallen sind, daß BI sich jetzt schlechter ständen als früher. Wie der Vorsitzende Briüfi.it, ist ihnen inzwischen ein dritter Pfennig Lohnerhöhung Mr die Stunde zugesprocken worden. Stadtv. Troß hat eben MK Magen von Friedhossarbeitem gehört. Der Vorsitzende MÜ der Sache nachgehen.
I Stadtv. Plank bittet, den V i eh m a r k t p l a tz, dessen Ein- *4 mitgen schon wesentlich besser geworden sind, mit altem Stein-
Bauangelegenheiten.
ar e 6 r it m hat für seinen Neubau in der Crednerstraße bic Anbringung eines Erkers mit 45 Zentimeter und teilweise Ausführung der Wände in Fachwerk vorgesehen. Der erforderliche Dispens wird genehmigt.
Am 19. September wurden die Pläne für die Cholerabaracke grundsätzlich genehmigt, doch sollte erwogen werden, ob das Gelände nicht auf dem Kliniksgelände errichtet werden Me. Das kann aber nicht in Frage kommen, da der Staat füt die Kliniken nur soviel Land erworben hat, als für die Kliniken unbedingt nötig ist. Prof. Dr. Voit hält es für am zweckmäßigsten, die Baracke in der Nähe der medizinischen Klinik pi errichten Die Versammlung ist damit einverstanden, die Baracke in dem Baublock beim Lupushcim parallel mit der Frank futter Straße zu erbauen.
r , Das Hochbauamt macht den Vorschlag, versuchsweise 600 bis 700 Meter L a o a t i n ft e i n c (Kunststeine^ als Bordsteine zu beziehen. Die Steine kosten 3,40 Mk. für den lausenden DJeter, während die jetzt zur Verwendung gelangenden Bord steine 4,20 Ml kosten
Stadtv. Löber spricht sich gegen diesen Antrag aus. S>' lange diese Kunst steine noch nicht erprobt seien, solle man an ban bewährten Alten festhalten. -Der Vorsitzende hat sich sckon in der Baudeputation gegen die Verwendung dieser Steine wlsgesprockien. Auch Stadtv. Schaffst ädt spricht sich gegen die Verwendung der .Kunststeine aus. Stadtv. H u h n erklärt, daß es Kunststeine gebe, die erfahrungsgemäß widerstandsfähiger als Natursteine seien. Die Stadtv. Sann und Winn sind für einen Versuch in, kleinen Maßstab. Stadtv. Wallenfels hält das Material zur Verwerfung als Bordsteine für unge eignet. Stadtv. Dr. H aberkor n betont, daß der Vkrsuch mit den Steinen in anderen Städten schon gemacht worden sei. Stadtv. Tr. Ebel teilt mit, daß im Universitätsbibliothek Gebäude vielfach Kunststeine als Treopeustuscn verwendet worden seien und sich bis jetzt gut bewährt hätten.
I Der Antrag des Hochbauamts wird abgelehnt.
Stadtv. Simon hat vor einiger Zeit die Anlage eines g e l sch u tz g e h o l z e s in der Lahnstraße auf der Lahn böschung angelegt. Tas ist nickt angängig, da das Backgesetz die Bepflanzung der User verbietet. Tie forst und landw Depiltation schlägt deshalb vor, zwischen den Bäumen eine Hecck zu vflanzen, durch die derselbe Zweck erreicht wird. Hierfür werden 268 Mk. gefordert.
Stadtv. Simon hält seinen Vorschlag für ausführbar, er habe sich deshalb bei der Kulturinspektion vergewissert. Der Vor sitzende erwidert, nickt diese, fonbent das Kreisamt sei dafür yiftonbig. Stadtv. Winn ist für den Antrag der Baudepu iation und schlägt vor, an verschiedenen Stellen Christbäumchen zu pflanzen. Diese könnten auch dem Nisten der Vögel dienen lind auch noch der Sta-t einen Ertrag liefern. Stadtv. Löbei hält die Anlage einer Hecke für schöner als die Pflanzung von Buschwerk. Auch Beig. Ein melius spricht sich für eine Hecke au?. Es wird dementsprechend beschlossen. Weiter soll nnge fragt werden, ob das Kreisamt die Bepflanzung der Lahn
Jl böschung gestattet. Stadtv. Petri stellt einen Platz zur Be Hl Punzung mit einem Vogelsckutzgehvlz zur Verfüguitg.
I H ‘ Eine Polizciverordnuneg über den Betrieb von
B g Wirtschaften mit weiblicher Bedienung
ifi von dem Pvlizriamt der Versammlung zur Begutachtung vor
Hev fvcror^Hcfcti.
«r v , G i e ß e n, 19. Dezember.
VUttvricnb; Oberbürgermeister Mecum: die Beigeordneten Edler, Emmelrus: die Stadtverordneten Tr. Ebel, Eichenauer, 'Er, Friedberger, Habenicht, Tr. Haberkorn, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, ^Löber, Loos, Orbig, Petri, Plank, Schafsstädt, Snnon, Dr. Sommer, Troß, Vetters, Wallenfels, Dr Wim ntenaucr, Wum.
W Urkundspersonen wurden bie* Stadtv. Troß und Vetters bestimmt.
Drittes Blatt ' ,62. Jahrgang
Gkchener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhesfen
tatsächlickw Berichtigungen hnndelt.
1. Wir verkaufen dort:
gemahlenen Zucker mit 23 Psg. p. Pfd., R ü b ö l mit 80 Psg. p. Ltr.
und bestreiten, daß wir mit diesen Preisen die beiden als „Beispiel" benannten Anikel verschleudern: jeder nicht an einer Filialsteuer interessierte Fachmann wird dies bestätigen.
2. Wie unsere übrigen Preise, gegenüber diesen angeblichen Schleuderpreisen, zu beurteilen sind, darüber gibt das in unserer vorwöchentlichen Eingabe an die Bürgermeisterei beigebrachte einwandfreie Material ein objektiveres Bild, als die Behauptungen des Herrn K.
3. Nicht 372 Mk. Steuern hat unsere Firma dort an die Gemeinde gezahlt, sondern 436,08 Mk., ohne die Staatssteuern; aber auck letzterer Bettag beruht nickt auf einem Umsatz non 300000 Mk., sondern nur von 121 000 Mk., weil unser dortiger Betrieb, was Herrn K. bekannt sein müßte, erst im Lause des Steuerjahres eröffnet wurde, und weil unsere Steuerveranlagung daher nur auf Grund einer, aber nicht von uns, sondern von der Steuerbehörde oorgenommenen Schatzung erfolgen konnte. Unsere Steuerleistung für die dortige Gemeinde, abgesehen von den Staatssteuern, wird daher jetzt nach unserer eigenen Deklaration mindestens 1000 Mk. betragen. Ist das ein Almosen, gan?1 abgesehen von den Steuern unserer dortigen Angestellten mit einem Gesamteinkommen von über 15000 Mk. ?
4. Was schließlich unseren, von Herrn Krumm angezweifelten Reingewinn-Prozentsatz betrifft, so habet! wir uns in unserer schon oben erwähnten Eingabe an die Bürgermeisterei bereit erklärt, unsere sämtlichen Bücher und Bilanzen dem Herrn Syndikus der dortigen Handelskammer ober einem beeidigten Bücherrevisor zur Nachprüfung mnsulegen. Die Drohung des Herrn K. mit der Handelskammer kommt also schon etwas zu spät.
Schahs & Füllgrade.
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