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162. Jahrgang
General-Anzeiger für Gberheffen
m. 97 Erstes Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 25. April 1912
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Lrzberger und öer Kriegsminifter.
Am 3. Tag der Beratung der Wehrvorlaaen im Reichstag schwoll der Strom gewaütg an, und als der redegewal- ttflc Zentrumsabgeordnete Erzverger auch noch die Schleusen über Tuellerlasse öffnete, kam es gar noch zu einem Orkan. Sachlich war Erzbcrgcrs dreistündige Rede immerhin noch etwas bedeutungsvoller und interessanter als des Genossen Gradnaucr rhetorischer Bummel, der bei zwei Stunden Länge dem Vortrag seines Parteigenossen L»aasc nicht viel hinzufügtc. Inden, er ausdrücklich erklärte, das; die sozialdemolratische Fraktion „keine Neigung habe, Steuern für Vorlagen zu bewilligen, dsrcn Inhalt te für gefährlich halte," bestätigte er, das; auf die sozial- »cmokratischc Zustimmung zur Ginführung der Crbschafts- teucr nicht zu rechnen gewesen wäre. Ter Abgeordnete Crzbcrger redete zuerst in lebhaft nationalen Tönen, die aber zu einem schüchternen Gestammel hcrabfanken, als er genötigt wurde, in Bezug auf die frühere Haltung des Zentrums in Militär pol,tifchen Tingen ein paar Säge vorzubringen. Gr hätte hier, wie tags zuvor der Abg. Müller Meiningen bei der Erbschaftssteuer, zu den Sozialdemotratcn sagen können: „Wir sind wenigstens gescheiter geworden." GS tarnen da aus dem Zcntrumsmuude 'beinahe „alldeutsch" anmutende Sätze: TcutschlandS Machtstellung müsse unter allen Umständen aufrecht erhalten werden, to|tc es, was es wolle!" Oder „sagen wir es offen, eS fehlt den anderen Mächten an dem ehrlichen Willen, überhaupt abzurüsten". Tanlenswert war es auch, als Erzbcrgcr die alten, heute beinahe vergessenen Worte Bebels über die russische Gefahr für Europa wieder auffrischte. Tag Bebel selbst von dem unvermeidlichen Weltkrieg gesprochen hak, wird manche Sozialdemokraten in ihrer Gottähnlichleit bange werden lassen. Tann aber hatte .s?err Erzberger auch einige Tröstungen für die Lauen und für diejenigen in seiner Partei, die an früheren Traditionen hängen. Tie Zen- trumssraktion werde alles prüfen und gar nicht etwa alles bewilligen. Ter Abgeordnete Erzbcrgcr will die Behörden in neue Schreibereien hineinstürzen, große Tenk- schristen über Verteilung von Materiallieferungen verlangen, um — —^Ersparnisse zu erreichen! E,ne andere Tcntschrift will er darüber haben, was uns die Durchführung der zweijährigen Dienstzeit in- allen ihren >wn- sequenzen getoslet habe. Herr Erzbcrgcr ist eben nicht nur ein bewährter Freund des vielen Redens, sondern auch der Schreibereien. „Und ach, entrollt sich gar ein würdig Pergamen . . ."
Als Gegeurechnung überreichte der Zentrumssprecher für seine Bereitwilligkeit, bei den Wehrvorlagen mitzuarbeiten, dem kriegsminifter das Verlangen, die Tuelle im Heere abzusclfasfen. Unerhört sei die Mißachtung der Tuellerlasse, und er erwähnte dabei den Fall Sambety, der bekanntlich als Offizier aus religiösen Gründen ein Duell abgelehnt hatte und daraufhin den Abschied erhielt. Leider lieb sich darauf der Kriegsminister von Hecringen zu einer in der Form schon höchst verunglückten Ertmruug hinreißen, die noch sehr viel Staub aufwirbeln wird. Zwmfelt-
Die Trauerseier für Gerttuve vaumeifter-Zelsegg.
Am 23. April versammelte sich in stiller Abendstunde in der kleinen Kapelle des Alice .vofpiiais zu T a r m st a d l eine trauernde Gemeinde, um der so jäh aus dein Leben herausgerisscncn Fran Gerirude B a u nt e i st er - Felsegg das letzte Lebewohl zu sagen. In lief empfundenen Worten licij UMarrer Vogel das Lebens bild der Künstlerin und geistreici^ei, Fran vorüberziehen, die es wohl verstanden habe, tiefes religiöses Empfinden nut einer hohen Auffassung ihrer Kunst glüdltd; zu vereinen.
Unter den zahlreiche,, Blumemvenden, die von Nah unb Fern als letzte Schetdegrüste von Freunden, Kollegen und Theater- direktionen an der Bahre niedergelegt waren, fiel besonders der Lorbeerkranz der Tireliwn des ctrat.bürget Theaters ins Auge, der Kunststütle, an welcher die Entichlafene ihre schönsten uiti) reichsten künstlerischen Erfolge zu verzeichnen hatte.
Frau Gertrud Baumeister Felsegg, die erft vor einigen Wochen das vierzigfte Lebensjahr erreia i haue, war eine Dochter^des lewer auch allzufrüh verstorbenen, hervorragenden Jagd- und Tiermalers Hermann Freese. Ihre lünstlerische Ausoildung erwarb sie iid) in Berlin. Ihre hv.ic lünftlerija-e Begabung und ihre leben digc Aufsassuilg der llassischei, Tichlwerle führte fie frühzeitig zu dem Fad der klassischen veldin, in dem ,hr besonders wäbrenü ihrer Straßburger Bühnentätigkeit die schönftcn Lorbeeren be- schieden waren. Nad) ihrer Verheiratung nut dem derzeitigen, ersten Helden des Darmstädter HosU.eaiers, Herrn Hans Bau meister, nahm sie kein festes Engagement mehr an. Ihrer itunu blieb sie treu. Tic künstlerische Tätigkeit ihres Gatten, auf die sic in anregend befruchtender Weise einzuw,rken verstand, ihre dramausche Unterrichtsbetätigung und ihre haungen Gaflspiele bildetest die Brücke mit der Knust, der iiyr Leben galt. -ld.
Der deutsche Professor in Südamerika.
Nordamerika sendet seit Jahrzehnten Hunderte ton Iüng-- kingeu auf die deutschen Universitäten, um deutsche Wissenschaft und Gesittung zu studieren und in all ihrer Gediegenheit nad) dem neuen Erdteil zu verpflanzen. Anders war es bislang mit dem lateinischen Amerika bestellt. Bei aller Würdigung der geistigen und kulturellen Errungenschaften Teutschlands war dessen Sckstverpunkt für Europa Paris gcroefen, von wo neben kultivierterer Lebensart, verfeinertem Geschmack und einem aufs Raffinierte erpichten Luxusbedürfnis auch so manche gallische Ungezogenheiten nach Südamerika gelangten und in den Zentren Argentiniens und Brasiliens, durch die Eigentümlichkeiten der füdromanischen Rassen ins Groteske verzerrt, nicht selten Blüten schummster Art getrieben haben. Nun ist man endlich auch in Argentinien, wo zahlreiche T c u t s ch c ein zweites Vaterland gefunden und von den Einheimischen durch Fleiß, Rechtschaffenheit mW bürgerliche Tugenden wohuuend abstechen, auf den riesigen Aufschwung aufmerksam geworden, den Teutschland in den lebten
los hatte der Minister keine solche Absicht — aber cs klang wirklich beinahe wie ein Hohn, als er bewies, gegen die I religiösen Gefühle habe man nichts, dagegen gehöre ein solcher Mann", der aus religiöser Ueberzeugung ein Duell ablehnt, nicht in die Gesellschaftskreise des Lffizicrkorps. Da bezeugte ihm auch der folgende Redner, der nattonallibe- ralc Abgeordnete Tr. Paasche, daß er mit diesen Worten die Gefühle des Volkes verletzt habe. Wir find der Ansicht, in der Tuellfrage müßte von der Militärbehörde eine größere Offenheit unb Klarheit gezeigt werden. Warum wird nicht endlich „oben" einmal darauf hingewirkt, daß klare Grundsätze, die mit den Erlassen auch übereinstimmen, bekannt gegeben werden? So hat cs immer den Anschein, als hatte man sich aus Aengstlichkeit zurück. Hoffentlich wird dieser Vorfall im Reichstag bewirken, daß der Stein endlich einmal ins Rollen kommt und die Duell- frage unzweideutig für alle Beteiligten und das ganze Volk gelöst wird!
In Herrn Paasches Ausführungen war hauptsächlich die Erklärung von Bedentung, daß die Nationalliberalen jetzt daraus verzichten wollen^ die Erbschaitssteuer wieder einzubringen. Die Abschaffung der Liebesgabe mit den nötigen Rüctfichtnahrnen wird danach bei den Nationalliberalen keiner Schwierigkeit begegnen.
*
Ueber den Zusammenstoß des Abg. E r z b e r g e r mit dem Kriegsminister erhalten wir aus Berlin folgende telegraphische Meldung:
Berlin, 25. April. Ueber den Zusammenstoß des Kriegsministers v. Heeringen mit dem Zentrumsabgeordneten Erzberger schreibt die „Vosfische Zeitung":
Tic Aufregung über das Auftreten des Kriegsministers kam auch nach Schluß der Sitzung in erregten Gesprächen zum Ausdruck. .Seine Worte werden noch lange nachwirken. Sic sind kaum geeignet, die Bewilligung der Wehrvorlagen zu fördern. Tas Zentrum hat einen willkommenen .Anlaß erhalten für einen neuen Versuch mit feiner alten De ut des-Pvlitik.
„Berliner Tageblatt":
Der Fall Hecringen dürfte natürlich nokf) nicht erledigt sein, aber es ist wohl anzunehmen, daß das Zentrum sich mit Herrn v. Hecringen wieder ausföhnt und daß die neue Duellafsäre mit zwei Kugeln ohne Resultat endigen wird.
„Berliner Morgenpoft":
Tie sehr berechtigte Erbitterung des Zentrums ist groß. Wird nurt aber auch das Zentrum den Mut haben, zu erklären, daß cs nicht weiter mit einem Minister verhandelt, der überzeugungs- treue Christen aus dem Offizierkorps ausfchließt? Hätte es den, so würde es mit der großen Mehrheit auch die Reichstagslinke für sich haben und mit der schnauzbärtigen Herrlichkeit der KTiegs- exzellcnz wäre es vorbei.
„B o r w ä r t s":
Der Kriegsministcr variierte ein Sprüchlein, mit dem schon sein Vorgänger vor sechs Jahren einen Sturm der Entrüstung im Reichstag und im Lande draußen erregt hatte, nämlich: ein Offizier, der ein Duell ausschlagt, paßt nicht in das Offizier- lörps hinein. Tiefes frühere Bekenntnis der Gesetzesverachtung ließ auch jetzt wieder Zentrum und Linke von den Sitzen empor- fchnellen und ein Orkan von Zurufen der Empörung umbrauste Den allen Kriegsknecht.
vierzig Jahren auf allen Gebieten genommen hat. Schon mehren sich die Stubenten aus Südamerika an den deutschen Hochschulen, schon tauchen allenthalben im südamexikanischen Buchhandel Stu dienfchriiten und Werke auf, die sich mit Deutschland und seinen Fortschritten eingehend beschäftigen.
Seren neuestes und bedeutendstes stammt, fa sagt Marlin Brusot in der neuesten Nummer des „Literarischen Echo" von Ernesto Oucsado, der im Auftrag der Universität La Plata (an der er die Professur für Soziologie inne hat) 22 deutsche Universitäten besucht hat. Zur Erweisung der Bedeutung des modernen wissenschaftlichen Betriebes an den deutschen Hochschulen führt Oikefeda eine Reihe interessanter ausländischer Urteile an, französische sowohl wie englische, denen man also Objektivität gewiß zutrauen darf. Besonders bemerkenswert äußert sich Lang- lois in jeiner 1904 in Paris erschienenen „Bibliographie hislorigue" über deutsche Wissenschaft und Forsdmng. „Tie deutschsprachigen Universitäten", heißt es da, „haben während des 19. Jahrhunderts den ersten Rang unter den Bildungsstätten eingenommen, und dies aus zwei Gründen: weil sie in Landern sich befanden, wo die Wissenschaft höherer Wertschätzung sich erfreut als anderwärts, unb Johann, weil ebenda durch eine alte Tradition das geistige Leben und der akademische Betrieb in engem Konnex stehen. Tie positiven, objektiven und einfach unübertrefflichen Ergebnisse, die man im 19. Jahrhundert durch methodische Unterweisung in den historischen Tisziplinen in Deutschland erreicht hat, werden euv mutig anerkannt: die deutsche Gelehrsamkeit hat ben Ruf der Ucbcrlegenheit, dessen sie sich erfreut, wohl verdient. Die Mehrzahl Jener, die durch Vervollkommnung der Methoden und durch grunölegenbe Entbeckungen ber Wissenschaft neue Ausblicke erschlossen haben, sind Deutsche, und seitdem die historischen Mc- thodcii den höchsten Grad der Vollendung und Zweckmäßigkett erreicht, seit sie Verallgemeinerung gefunden unb den historischen Wissenschaften die weitesten Ausblicke erschlossen haben, hat Teutsch- laiid auf allen Gebieten eine Legion arbeitsamer, gut disziplinierter, exakter und begabtester Forsck)er am Werke, die aus uneigennützigstem wissenschaftlichen Interesse an ber Lösung der ver- n'ideitften Probleme tätig sind. Tie wissenschaftliche Produktion im heutigen Teutschland ist eine so ungeheure, daß die enragier- teften Fachleute der übrigen Länder sich übertrumpft bekennen müffen. Mit einem Wort: die historische Forschung in Deutschland fordert zur Betounderung und zum Respekt heraus."
Diesem Urteil pflichtet auch Quesada bei, nachdem er den historischen Unterricht an sämtlichen deutschen Universitäten durch persönliche Inaugenscheinnahme kennen gelernt hat. Tie Universität La Plata hat übrigens gerade in der letzten Zeit ver- id;iebene deutsche Gelehrte berufen: ein argentinischer Diplomat hat zu diesem Zweck erst kürzlich in Beran geweilt. Es ist vor allem die Methode des Unterrichtsbetriebes an den deutschen Mittel- und Hocyschulen, worauf man jetzt da unten fein Augenmerk richtet, um nach deutschem Muster eine Reorganisation der
Der Ausstand in MaroNo.
Wie sehr den Franzosen ber Ausstand in Marokko zu schaffen macht, beweist die Tatsache, bat) Fez in Belagerungs zustand versetzt worben ist unb man in Paris baran benkt, ben General b Amabe wieber auf ben Schauplatz zu ent senben.
Paris, 24. April DaS „Echo bc Paris" behauptet, General b'Amabe sei bereit, bic Stellung eines Ge neralrefibentcn in Marokko anzunehmen.
Frz im Belagerungszustand.
Im Einverständnis mit dem Ministerpräsibenten P o i n c a r s ermächtigte Kriegsminister M i l l e r a n b Ge »eral Moinier auf dessen telcgraphifches Gesuch, über Fez ben Belagcrungszustanb zu verhängen.
Amtlich wirb gcmclbet, baß ber Ministerrat in seiner am nächsten Samstag stattfinbenben Sitzung über bie Ab senbung von V c r st ä r k u n g s t r u p p c n n a ch M a r o l k v enbgüllig Beschlufj fassen wirb. Im Prinzip sei bie Re gierung von ber Notwenbigkeit bieser Maßnalimc bnrdj- aus überzeugt.
Nach einer Melbung bes „Petit Parisien" aus Fez hatten bie Verschwörer ursprünglich bic Absicht, ben Sultan nach Rabat abreisen zu lauen, ihn jedoch samt seinem Gefolge auf dem Wege gefangen zu nehmen. Dieser Handstreich sollte bas Signal für bic Niebermetzelung sämtlicher Jnstruttionsoffizierc sowie aller Europäer überyaupt bil ben. Nur infolge bes vorzeitigen Ausbruchs der Men terci ber Askaris sei bieser Plan nicht zur Ausführung gelangt.
Der französische Kriegsministcr M i l l e r a n b erteilte bem General Moinier telegraphisch ben Befehl, fortan bie fcherisischeu Truppen stets mit einer starken französischen Abteilung zu umgeben.
Dte Erregung im Rifgebiet.
Melilla, 24 .Aprn. Tic Erregung unter ben Rifleuten am linken Kcrtufer scheint zu wachsen. Vorgestern abenb würben i n d e n B e r g c n F c u c r a u g c - zünbet, um die Kab h lcn zu Versammlungen zu berufen. Eine von ben Beni Uarain gebilbetc Trup- penabteilung soll sich anschicken, bie Franzosen am Ufer bes Muluya anzugreifen. Verschiebcne Stämme sollen nach Tasfa ziehen, um bort eine Zusammenkunft abzuhalten, auf bet nach ben Aussagen der Eingeborenen vielleicht ber Heilige Krieg erklärt wird.
Tie fratizösisch-spanifchen Verhandlungen.
Aus Madrid wird gemeldet: Garcia Prieto über* reichte dem französischen Botschafter gestern abenb bic spanische Antwortnote. Es heißt, Spanien verzichte barin auf seinen .Anspruch auf ben Mulujafluß, lehnte jeboch auch die Forberungcn Frankreichs betreffend das Uergagebiet ab.
Der italienisch-türkische Krieg.
Konstantinopel, 24. April. In Smyrna wurde bie Artilleriebienstklasse 1896 einberufen. Die Italiener sollen seit vorgestern bas Telegraphcnamt von Lemnosbesetzt halten. Ten Blättern zufolge tragen die Geschosse, mit benen die Italiener Kumkalofi beschossen, die Aufschrift Tripolis 1910. Ties wird als Beweis an-
verschicdenen Bildungsinstitute in Angriff zu nehmen. Man übergeht dabei geilisfentlich die vielfach veralteten Institutionen Frankreichs, wie auch die exklusiven Schuleinrichtuiigen Englands, die nur in einem geringen Bruchteil der Bevölkerung wirklich Bildung vermitteln, während die große Masse ber sog. Intelligenz in beiden Ländern — es ist dies eine nur zu auffällige Tatsache — manches zu wünschen übrig läßt. Ter deutsche Schulmcifter, der die Kriege von 1866 und 1870/71 gewonnen, hat nun auch in Südamerika seinen friedlichen Eroberungszug angetreten.
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Tie Erfindung des „leichten Akkumulators".
Aus Kopenhagen luiro berichtet: Professor Hannover, der Leiter der polyteck-nischen Lehranstalt, tritt soeben mit einer Erfindung hervor, die für die Technik von größter Bedeutung zu sein Dcrfvridjr. Prof. Hannover hat nämlich nach mehr als dreijähriger Arbeit einen „leichten Akkumulator" erfunden, wie ihn Edison und andere Erfinder schon seit langem ang;-‘ strebt haben. Prof. Hannover hat sich in einer Unterredung mit einem Mitarbeiter von „Politiken" längst über seine Erfindung selbst ausführlich geäußert. «
Durch einen Vortrag des Franzosen Lsmond, den er im Jahre 1907 hörte, wurde er darauf gebracht, sich mit dem Akkumulatorenbau zu beschäftigen. Er begann mit der mikroskopischen Untersuchung von Metallen, zu der er sich besonders schärft Instrumente besorgen mußte, und verfiel dann darauf, das Blei in neuer Form für bie Platten des Akkumulators zu verwenden. Tas wcsentlick^ neue seines Akkumulators ist „poröses Bic V* mit seinen Millionen von Poren, bie nur mit bem Mikroskope erkannt perbfn können. Turch bie Verwenbung eines porösen Stosses, ist eine Äliumulatorplatte mit außerordentlich großer Oberfläche hergestellt, die mit viel gröberen Elektrizitätsmengen geladen werden kann, als die bisher üblichen. Nach seinen bisherigen Erfahrungen schätzt Pros. Hannover die „Kapazität" .Fassungskraft- seines neuen Akkumulators auf das vier- bis fünffache der üblichen bei gleichem Gewichte. Ueber die Haltbar leit feiner Akkumulatoren kann er natürlich bei ber verhältnismäßig kurzen Verfuchszeir noch keine Angaben machen, da er seinen letzten erst ein halbes Jahr in Benutzung hat. Prof. Hannover hält seinen neuen Akkumulator hauptsächlich für Flugmaschm n, Unterseeboote unb andere Fahrzeuge geeignet, bei denen die Ausspeicherung großer Kraftmengen auf engem Raume unb durch kleines Gewicht nötig ist. Auch für die Eifenbahnbeleuchtung ver spricht er sich erhebliche Fortschritte davon, da gegcmuäriig auf den dänischen Staatsbahncn Züge von 16 Wagen mit elektrischer Beleuchtung einen ganzen Wagen für bie Akrumulator.n brauchen, und bie eliktrische Labung nur 7Vr Stunde ausreicht.
Die dänische Staatsbahnverwaltung hat mit hannoverschen Akkumulatoren bereits Versuche gemacht und sich über deren Arbeiten recht befriedigt geäußert.


