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19.12.1912 Zweites Blatt
 
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Nr. 299

Zweites Blatt

|62. Jahrgang

Giehener Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberheffen

TieOietzener ZamllienblStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Nreisdlatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Tiarandwirtschaftlichen Seit- sragen" erscheinen monatlich zwennal.

Donnerstag, 19. Dezember 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brüdl'schen UnioersuätS Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition und Verlag: e^öül.

Redaktion: 112. TeU-Adru AnzeigerGießen.

hessische Zweite Kammer.

43. Sitzung.

bs. Darmstadt, 18. Dez.

Präsident Köhler eröffnet um 10.15 Uhr die Sitzung. Punkt 1: Riickäuherungen 1. Kammer.

Abg Reh fortschr Vv.): lieber die Regierungsvorlage, land­wirtschaftliches Unsallversicherungsgcsctz betreffend, sind in drei Punkten Differenzen entstanden, von denen aber nur einer von sachlicher Bedeutung ist. Tics ist Artikel 8. Der Antrag dcs Kollegen Best bat die Mehrheit gefunden. Tic Erste Kammer ist aber dicseni Beschluß nicht beigetrctcn, sondern bat die Regie­rungsvorlage wieder hergestellt. Ter Ausschuß der Zweiten Kam­mer hat heute vormittag sich mit diesem Beschlust der Ersten Kammer befastt und zwar in gemeinsamer Beratung mit der Regierung. Tiesc beharrt daraus, dast die Wortemit Zu st i m m u n g" wcgsallen. Sic beharrt deshalb darauf, weil es bestehendes Recht seither gewesen sei. Weiter aber auch, wenn wir anstelle der Wortenach Anhörung"mit Zustimmung" setzen, leicht ein Konflikt möglich ist. Sic sagt weiter, daß ia die Genosscnschastsvcrsammlung schon genug Befugnis in der Festsetzung der Gehalte besitzt. Schliestlich wird daraut hlnac- wiesen, wenn das Gesetz scheitern sollte, soll lediglich die Be­stimmung abgcändcrt werden. Dann würden alle Vorteile, die die neue Vorlage bringt, wegfallen. Der Ausschust ist der Auf­fassung, dast kein Grund vorlag, an dieser nicht sehr bedeut­samen Vorschrift das ganze Gesetz scheitern zu lassen. Ter Aus­schust schlägt vor, dem Beschlust der Ersten Kammer bezüglich des Art. 8 nicht bcizutretcn, hofft aber, in einem neuen Antrag einen Vermittlnngswcg gesunden zu haben. Es soll gesetzt werden, statt nach Anhörung der Genossenschastsvcrsammlung, Gcnossen- schastsvorstand. ES hcistt dann also:. . . mit Zustimmung des Vorstandes von nnsereni Ministerium ernannt . . ." Ter Aus­schust bittet uni Annahme dieses Antrages. Zu den unwesent­lichen Aenderungen der Artikel 13 und 16 beantragt der Ausschuß Beitritt zu den Beschlüssen der Ersten Kammer.

Der Redner behandelt die

stände.

Abg. Damm (fortschr. Vp.).

Stellung der Freisinnigen bei der Abstimmung zum neuen Wahl-

Minister des Innern v. Hombergk: Ter Herr Referent hat in objektiver Weise die Stellung der Negierung dargelcgt, ich habe dem weiter nichts hinzuzufügen. Ich möchte Sie nur bitten, cs bei dem bestehenden Gesetz bewenden zu lassen. Unsere Ansicht war die, bei allen Verhandlungen einem möglichen, einem denk baren Konflikt über den Genossenschaftsvorstand und Ernennung des Vorsitzenden tunlichst von vornherein vorzubeugcn. Wir glauben auch nicht, dast der neue Antrag Best geeignet ist, diesem Konflikt von vornherein vorstubcugen.

Abg. Best (natl.): Ich will jeden Konflikt im voraus ver­meiden. Es wird viel eher ein Konflikt entstehen, wenn die Regierung allein das Ernennungsrecht hat.

Abg. Bähr (Bbd/: Dem zweiten Antrag Best kann ich nicht zustimmcn, denn er bringt .eine Verschlechterung. Ich bitte, gegen den neuen Antrag zu stimmen. Ich bitte daraus zu beharren, was wir angenommen haben.

Abstimmung: Die Zweite Kammer beharrt einstimmig auf ihrem Beschluß. Ter Antrag Best wird mit großer Mehrheit angenommen. Ten Aendcrungsvorschlägen über die §§ 13 und 16 wird einstimmig beigetreten.

Es nrirb dann zur Wahl eines neuen Mitgliedes für den dritten Ausschuß geschritten. Auf Vorschlag des Abg. Reh wird der Abg. Urstadt (fortschr. Vp.) einstimmig gewählt.

Es wird dann die Beratung Uber Die verschiedenen, von freisinniger und sozialdemokratischer Seite eingebrachtcn Anträge über Wahlrechts- und Verfassungsänderungen, die gestern unterbrochen wurde, wieder aufgcnommcn.

Abg. liebel (Ztr.) geht ausdrücklich auf die gestrige Rede des Abg. B u s o l d ein und behandelt die Frage der Steucrrück-

gesetz im Jahre 1904.

Abg. U l r i ch (Soz.) spricht über die SteuerrüMändigkeit und deren Verbuctmng sowie über die Aufrechnung. Man dürfe nicht vor einer Wahl mit der "Aufrechnung beginnen. Ter Redner geht dann ebenfalls noch auf die Zeit der Odraffung- des jetzigen Wahl­rechtes ein Tic rechten Parteien Ijätten das Wahlrecht nicht annehmen brauchen, sie seien nur ein Opfer ihrer Prinzipien­schwäche geworden. nr r.

Staatsministcr Dr. Ewald spricht gegen die Auffassung Ulrichs über die Steuerrückstände. Es ist eine gesetzliche Bestim­mung vom Jahre 1872 vorhanden gewesen, wonach zwei Steuer< siele von dem betreffenden Wahffalsrc gezahlt sein müßten. Diese Bestimmilng sei aber 1885 beseitigt und auch m das neue Gesetz aufgenommen worden. Es ist nicht unzulässig, Steuern aus früheren Jahren, auch wenn sie niedergeschlagen sind, berzutreiben.

Abg. Adelung (Soz.): Die Praxis der Steuereinnehmer ist falsch, weil sie im Jahre vor einer Wahl auch Steuerrückstände früherer Jahre aufrechneten. Der Redner wendet sich dann gegen den Abg. Wolf-Stadecken, dem er persönliches Interesse an den LSahlen vorwirft. r,.e . , .

Abg. B iifold (Soz.) spricht über schikanöse Anwendung bet den Steueraufrechnungen.

Geheime Rat Dr. Becker: Auch niedergeschlagene Steuern sind rückständige Steuern. Nach seiner Induktion seien dic Stedmer angewiesen, nicht nur zurzeit der Wahl, auch sonst Bc trage auf noch offene Schuldigkeiten aufzurechnen. Tut er das nicht, handelt der Reckmer instruktionswidrig

Abg Reb (Fortschr. Bv.) verbreitet sich nochmals über die Mstimmung des Jahres 1904. Er bemerkt, daß seine Partei gegen einen Antrag Bähr gestimmt habe der die tadt »Gi eßen in einen ländlichen Wahlkreis auf teilen ^Vrbg. Wolf-Stadecken (Bbd.) bespricht die Stellung seiner Partei zu den WahlredKsanträgen.

Abg Dr Osann (Ntl.): Tas Pluralwahlrecht ist aus den Reihen des Bauernbundes herausgekinnmen. .Sehr richtig, links Wie die Sacw lag, haben wir em Wahlrecht nut direkter Wahl zustande bringen müssen. Wir konnten es nur erreichen dadurch, daß wir Konzessionen an den Bauernbund machten. Wir smd Gegner des Pluralwahlrechtes, wir haben es nur annehmen mimen.

Abstimmung: Ter Aussckus.antrag, sämtliche Anträge ab- zulchnen, wird mit großer Mehrheit angenommen.

Es tritt dann eine Pause ein.

Rach dieser ergreift der Abg. Winkler (Ntß) das Wort zu einer persönlichen Bemerkung: Derr Abg. Grüne­wald hat gestern eine Erklärung abgegeben. Ich bemerke datz mich der Abg Grünewald zweimal beleidigt bat. Einmal dadurch, tafc er gesagt hacke, er nehme mich nicht (ernst und andermal durch die Bemerkung Kalurrettkünstier, die zweifellos auf mich gemünzt jwxr Der Abg. Grünewald ist beide Male Nicht zur Crbnung gerufen worden. Ich nuifete daher S e I bst b 11 f e anwenden. §cfi habe Midi dann mit der Frage an den Präsidenten gewandt, vb der Abg. Grünewald nachträglich einen Ordnungsrus erhalten Ivcrfoc

Es wird dann in der Tagesordnung fortgefahren:

4 Vorstellung des Landesverbandes deutscher Militäranwärter für das Groscherzogtum Hessen, Besetzung der Kanzleigehilfen bei den Kollegialgerichten usw. betreffend.

Abg. Dr. Osann (9ltL) tritt für die Militäranwärter ein, bittet aber, diese Vorstellung für erlcdigt zu erklären. Im ähn lidien Sinne spricht sich der Abg. Henrich Fortschr. Vp.) aus.

, Abg Senstfelder (Bbd.) als Berichtcritattcr legt dic Ansicht des Ausschusses dar ?er Ausschuß erkennt die in der Rcgierungsantirvrt gegen die Wünsckv der Petenten gemaditm Gründe und Bwenkcn als vollberecinigt an und beantragt: die Kammer wolle beschließen, der Vorstcllung keine Folge zu geben. Ter Antrag wird einstimmig angenommen.

Präsident Köhler teilt mit, dast der x?lbg. Dr. Hcvdcn reich aus dem Ersten Ausschüsse krankheitshalber ausgcschiedcn sei, und dast die Neuwahl morgen vormittag stattfindcn werde. Zu dem Antrag Ulrich und Genossen, RechtSinittelbelehrung, macht der Abg. Dr. Fulda (Soz.) einige Ausführungen, in denen er für den Antrag einzutreten bittet.

Abg. Dr. Stephan (Ntl.) bittet mit Rücksicht auf die in Aussicht stehende Revision der Zivil und Strasprozeßordnnngen von einer Annahme des Antrages abzuschcn und dem Ausschuß- nntrngc: den Antrag der Regierung als Material zur Berück­sichtigung zu überweisen, zuzustimmen.

Tas Haus beschließt gegen die Stimmen der Sc^ialdemokraten nach diesem Anträge.

Ein Antrag S oh err und Genoffen, fflbönderung des Art. 24 der Rheinschisfahrtsordiiung, wird ohne Aussprache einstimmig abgelehnt.

Zu dem Antrag Ulrich und Genossen, Revision der Be­stimmungen über Aufrechterlwltung der Ordnung in den Gerichts­sitzungen, spricht gleichfalls der

Abg. Dr. Fulda <Soz.>, der für den Antrag eintritt. Dem Richter sei eine zu große Macht in die Hand gegeben worden. Er kann Bestrafungen sofort vornehmen lassen, er sei also Kläger und Richter in einer Person. Auch dieser Antrag wird der Re­gierung als Material überwiesen.

Es wird dann über einen weiteren Antrag Ulrich, betr. Terminsvertagungen beraten.

Ministerialrat Lorbacher bittet den Antrag abzulehnen und es bei den bisherigen Bestimmungen zu belassen.

Abg. Tr. Fulda (Soz.) wendet sich gegen diese Aus­führungen.

Abg. Boxheimer (ZtrZ spricht sich gegen den Antrag aus.

Abg. Dr. Stephan (natlJ als Berichterstatter verteidigt den dem Anträge Ulrick; zustimmenden Ausschußantrag. Danach sollen die Gerichte zu Beginn eines Geschäftsjahres durch ein Aus- fdireibctt angewiesen werden, bei allen Vertagungen von Ter­minen, bei welchem zu dem neuen Termin eine besondere Ladung nicht erfolgt, den bei dcr Verhandlung beteiligten Personen einen einfachen Tcrminzettel, auf welchem der neue Termin unter Hin­weis darauf, daß keine neue Ladung erfolgt, genau angegeben fein muß, sofort zu behändigen, und von dieser Aushändigung nur abzusehen, bei Parteien, welche durch Rechtsanwälte usw. ver­treten sind und wenn die Beteiligten selbst auf den Zettel ver­zichten Das Haus stimmt diesem Antrag gegen die Stimme des Abg. Dr. Boxheimer zu.

Schluß der Sitzung nach 1 Uhr. Fortsetzung morgen vor­mittag 9 Uhr.

hessische Erste Hammer.

rb. Darmstadt, 18. Dez.

Am Rcgierungstische: Minister des Innern v. Hombergk, später Finanzminister Dr. Braun, Ministerialrat H ö l z i n g c r, Oberfinanzrat Rohde.

Präsident Graf v. Görtz gen. v. Schlitz eröffnet die Sitzung um ll1/^ Uhr Tas Haus beschließt, zunächst die Rückäußerungen der Zweiten Kammer inbetreff des Ausfühmngsgesetzes über die ländliche Unfallversicherung zu beraten.

Der Ausschußberichterstatter Geh. Justizrat Kleinschmidt macht Mitteilungen von den Beschlüssen des anderen Hauses und beantragt, dessen Beschluß über den abgeänderten Art. 8 der Vorlage beizutreten. Das Haus beschließt demgemäß.

Da das bisherige Mitglied des ersten Ausschusses (Finanz­ausschuß) Prinz Friedrich zu Solms-Braunfels sein Amt nicht weiterzuführen in der Lage ist, nimmt das Haus eine Ersatz­wahl bor, wobei der Präsident mitteilt, daß die Herren Graf Kuno Stolberg-Roßla und Oberbürgermeister Tr. (Nöttelmann bereits dem erweiterten Ausschuß angehören.

Tie Kammer wählt zunächst den Grasen Stolberg- Roßla zum ständigen Mitglied des Ausschusses und wählt bann mittels Stimmzettels das Mitglied Fürst Solms-Hohen- solms-Lich mit 19 von 21 abgegebenen Stimmen als Ersatz für den erweiterten Ausschuß.

Zum Mitglied des Ausschusses zur Beratung über die Ver­einfachung der Staatsverwaltung wird an Steile des Prinzen zu Solms-Braunfels einstimmig durch Stimmzettel Prinz Er­bach-Schönberg gewählt.

Es folgt die Beratung und Abstimmung über den Gesetz­entwurf, betr. die Vereinigung der Landgemeinde Kostheim mit Mainz. Das Haus stimmt ohne Aussprache sämtlichen Artikeln des Gesetzentwurfs zu, ebenso der Vorlage, betr. die Heranziehung der Grundstückseigentümer im Gebiet der Süd- und Südwestfront zu Mainz zu den Kosten des Straßengelände- crwerbs. lieber die Regierungsvorlage, betr. den Bau einer Verbindungsbahn Rüdesheim nach Sarmsheim berichtet Geh. Kommerzienrat Tr. Strecker. Er weist darauf hin, daß die Ausführung des Baues eine Notwendigkeit sei und daß Hessen dabei nicht schlecht sahrc. Ter Ausschuß beantrage die Annahme der Vorlage und bitte nun die Regierung, dahin wirken zu wollen, daß sich der Bau dem ganzen Landschafts­bilde gut anfügen möge.

Minister v. Hombergk erklärt, der Wunsch des Aus­schusses sei durchaus beachtenswert und er könne mitteilen, daß ihm soeben dcr Eiscnbahnpräsident Laurh aus Mainz persönlich die besten Zusicherungen in dieser Beziehung gegeben habe. Nach dem Eisenbahngemeinschastsvertrag (§ 26) habe auch Hessen ein Mitbestimmungsrecht bei dem Spezialplan, und es sei somit volle Gewähr dafür gegeben, daß in dieser Hinsicht die hessischen Wünsche erfüllt werden würden.

Frhr. Hehl zu Herrnsheim erklärt, daß ihm Präsident Laurv zugesagt habe, das sachverständige Mitglied der Ersten Kammer, Geh.-Rat Koch, mit zu dem Ausschuß zu berufen und feinen Rat zu Horen.

Die Regierungsvorlage wird darauf einstimmig angenommen. Ter Antrag des Abg. v. Brentano, die Bekämpfung der Viehseuchen und Rebschädlinge, und ferner die Anträge Ulrich, betr. die Gewerbeinspcktorcn, betr. die Arbeiter und Hilfs­angestellten in den Staatsbetrieben, betr. Verhaftung und betr. den Bau einet Nebenbahn durch das Modautal werden analog den Beschlüssen der Zweiten Kammer für erledigt erklärt, des­gleichen die Vorstellung des Vereins selbständiger Kaufleute und Gewerbetreibenden über die Aufhebung des Brückengeldes für Benutzung der Ernst-Ludwigs-Brücke bei Worms und die Vor­stellung des Eifenbahn-Unterassistenten i. P. PH. Müller in Darmstadt.

Die Tagesordnung ist damit erledigt und das Haus vertagt sich um 12/4 Uhr auf unbestimmte Zeit.

Vom taudeseisendahnrat.

Berlin, 18. Dez. (W. B.) 2erReichsanzeiger" schreibt: Der Landeseisenbahnrat sprach sich am 17. Dezember gegenüber den Anträgen auf ermäßigte Steinkohlen aus s uhrtarife nach Italien, Frankreich und der Sckpvciz mit einer Stimme Mehrheit dahin aus, daß ein Bedürfnis hier für zurzeit nicht anzuerkennen sei. Tic von der Eisenbalmver- waltung in Aussicht genommene weitere Ermäßigung brr Ausnahmetarife für Eisenerz und Koks tauch Koks­kohle zum Hochofenbetrieb zimschcn Lothringen und Luxemburg einerseits und dem Ruhrgebiet andererseits wurde unter der Be­dingung befürwortet, daß mit ihrer Einführung auchden übri­gen b c u t f d) e n Eisen , Bergbau- und Hüttcnbe- zirken diejenigen Tarifermäßigungen ausreichend gewährt wer­den. die zum Ausgleich der andernfalls cintretenben Wettbewerbs- verschlungen erforderlich sind. Dcr Antrag der Stettiner Kaus- mannidiaft auf Ermäßigung dcr Frachtsätze des Eisen- und Stahl Spezialtariis I von Berlin nach Stettin zur Ausfuhr über See nach aus erdentscheu und europäischen Ländern wurde zur Annahme empfohlen, dagegen spricht sid) die Mchrl ckt gegen die Befürwortung des Antrags der Hüstener Gewerkschaft auf Bewilligung außer­gewöhnlicher Frachtermäßigungen für Brennstoffe und Eisenerze aus. Von den von der ständigen Tarifkommission der deutsdwn E scnbahven beratenen Anträgen auf Frachtermäßigung für die Beförderung des Rindviehes. Schafen und Ziegen nach und von den Weideplätzen sowie der Wandersck-afherben wurde ersterer ent­gegen dem Besdiluß der Kommission befürwortet. Ferner wurde die Ablehnung des Antrags empfohlen, wonach frischer Spargel mit zeitlidrer Beschränkung in den Eilgutspczialtarif versetzt wird.

Vermischter.

* Aus der R eichsha uptstadt Dienstag nadyt stieß ein Kraftomnibus, der auf dem schlüpfrigen Holzpflaster ins Schleudern geraten war, in der Königstraßc mit der elektrischen Straßenbahn zusammen. Zwölf Personen mürben verletzt. In einer Metallwaren'abrik in der Skalitz.crstraße entstaub in der vergangenen Nacht zwischen Einbrechern und Schutzleuten ein N c v 01 v e r k a m p f: zwei Einbrecher wurden verletzt und ver­haftet: ein Dritter entkam. Ein Verlrnffeter ist melirfach vor­bestraft und erst kürzlich aus der Strafanstalt entlassen worden.

* I n Seenot. Tie schiffbrüchige Maunsdiaft des deut- scheu SdileppnetzfischerbootcsElsflcts" ist von Island in Leith cingetroffcn. Das Schiff war am Montag an der Süd- ostkäste von Island in Sturm und Regen gescheitert. Tie Manu- l'diaft brachte 16 Stunden an Bord zu, ehe sie durck) die Helden- mütigen Anstrengungen der Isländer gerettet wurden, die aus 12 Personen bestehende Besatzung ist mit Ausnahme eines Hei­zers gerettet.

Kleine Tageschronik.

Auf dem Tempelhofer Feld trug sid) gestern ein schwerer Flugunfall zu. Ter Karusselbesitzer R e i ß i g stürzte bei dem Versuch eines Aufstiegs von bemannten Drachen mit dem Apparat aus einer Höhe von hundert Metern ab und blieb mit schweren Verletzungen bewußtlos liegen. Er starb nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus.

Aus dem PanzerschiffThule" ereignete sid) bei Karl s- k r 0 n a bei der Abwehr eines fingierten Angriffes burdj plötz­liches Losgehen eines Schusses einer 15-Zentimeter-Kanone ein schweres Unglück. Ein Mann wurde getötet, zwei Matrosen an den Augen verletzt. Die im Turm sich aufhalteuden Mannschaften erlitten mehr ober weniger schwere Brandwunden.

Märkte.

I, Friedberg, 18. Dcz. Ter heutige W e i h n'a ch t s in a r k t war sehr stark behidit. Ank dem Vieh tn a rf t waren 1200 Schweine aii'aetriebeii, durchgehends schöne und gesunde Ware. Die Preise waren hoch. Kleine Ferkel kosteten 25 Mk das Paar, größere kamen auf 50 Mk. zu stehen, Säufer und Springer 70 und 75 Alk. dgs Paar Der ffandel war lebhaft liegen 1 Uhr mittags waren fast alle Tiere verkauft. Auch der Kräinermarkt war lebhaft und viel aus der Umgegend besucht.

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinoe.

Am 4. Advent wird die Kinderkirche für Matthaus- und Markusgemeinde gememsam und ohne Vorbereitung gehalten.

Israelitische Religionsgemeinde. (Bottesoieiut m oer «uoar ^uo-Anlage).

Sams tag, den 21. Dezember 1912: Vorabend: 4.30 Uhr.

MorgenS: 9.00 Uhr.

Nachmittags: 3.30 Uhr. Schrifterklärung.

Sabbatausgang: 5.20 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft.

Gottesdienst.

Sabbatfeier am 21. Dezember 1912:

Freitag abend 4.05 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr.

Samstag nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbat-Ausgang 5.20 Uhr.

Wochengottesdienst Morgens 7.10, abends 7.00.

Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe».

Tez.

1913

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wind­richtung

Windstärke

Grad der BcwÜUiung In grhniel ber stchtd tz«mmet»fl.

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= -j- 4,8' C.

Niedrigste , , 17. 18. = 2,0 u.

Niederschlag 3,4 mm.

Wenn das so weiter geht, leg' ich mich nieder

und lasse einfach alles im Stich. So bös erkältetet bin ich noch nie gewesen, und der Tee, der mir immer geholten bat, versagt total. Aber wer wird sich denn bin legen: 3d) nehme in solchen Fällen eint'ach Fays Sodener Mineral Pastillen, die ich in irgend einer Avotheke oder Drogerie für 85'Big. kaufe, und ich habe nod) immer gefunden, daß sie bei derartigen Zuständen ganz ausgezeichnet wirken. (ssu/13

in langjährig erprobten guten Qualitäten llliCr£VUgV Garantie für jedes Stück. A. 5alomon£0ie.