Ausgabe 
30.8.1912 Erstes Blatt
 
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hinter gteftmrmen auf gegeben worden, die 150 Mark, die er m den letzten fünf Jahren zu viel erhalten Hat, an die Reichslasse zurückzuzahlcn. Also bürokratisch ist alles in schönster Ordnung. Aber diePost"" hat nicht unrecht, wenn sie bemerkt:

Rach unserer Ansicht hätte dieses Versehen aber in ganz anderer Weise wieder gutgemacht werden müssen. Dwaus Versehen" einem Beamten zu viel gezahlten 150 SRI. hatte man dem armen Veteranen ruhig belassen sollen, xcn Fehl­betrag Hütte entweder der Beamte decken sollen, der das Ver­sehen beging, oder irgend ein Dispositionsfonds hätte dazu her­angezogen werden müssen. Das Swema-Schreiben an den Vete­ranen hätte auf jeden Fall sinngemäß geändert unb eine Erläute­rung hinzngesügt werden müssen. Tas Versehen durch die bürokratische Schwerfälligkeit erst recht peinlich geworden.

Zum Fall Borchardt-Leiuert

schreibt ntan uns aus parlamentarischen Kreisen: Ter Fall Borchardt wird am 23. September in Berlin zur ge­richtlichen Verhandlung stehen. Es wird vielfach angenommen, daß in dieser Verhandlung die Abgg. Bor­chardt und Keinert bereits verurteilt werden könnten. Dies trifft jedoch nicht zu. Das Abgeordnetenhaus hat die Ge­nehmigung zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens erteilt, um ine die Staatsanwaltschaft nachsuchte, eine Ge­nehmigung zur Strafverfolgung ist nicht erteilt worden. Wahrscheinlich dürfte die bevorstehende Verhandlung auch erst zeigen, ob die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren einleiten will. Zu der Verhandlung sind die Abgg. Bor- chardt, Leiuert und Schisferer geladen. Von Heugenla- dungen des Präsidiums oder der Schriftführer rst bisher nichts bekannt geworden.

Wenn die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren auf Grund des bishergien Ermittelungsverfahrens und der kom­menden Verhandlung entfetten will, so bedarf dies der Stel­lung eines neuen Antrags bei der Zweiten Kammer, da nach Artikel 84 eine Strafverfolgung ohne Genehmigung der Kammer nicht möglich ist. Diese Genehmigung dürfte auch im Oktober erteilt werden, da der Landtag ein In­teresse hat, die Angelegenheit endlich ins Reine zu bringen und sie nicht bis zum Ablauf der Legislaturperiode zu verschleppen. ________________________________

vom Kaiser.

WilhelmShöhe, 29. Aug. Gestern nachmittag un- kernahmen die Majestäten mit Gefolge eine Auto- mobilfahrt in den Reinhardtswald. $eute vormittag ritt das Kaiserpaar aus. Zur Frühstückstafel waren geladen der Intendant der Königlichen Schauspiele, Graf Bylandt-Rheydt, und die Forstmeister Titze und Keßler.

Der Kaiser saß mit der Kaiserin in einem offenen Automobil, trotzdem das Wetter windig war.

Wilhelnrshöhe, 29. Aug. Der Kaiser trifft mor­gen nachmittag in Berlin ein und nimmt im Schloß Wohnung.

Zürich, 30. Aug. Ter Kaiser wird die Abordnung der hiesigen deNtschen Kolonie am Donnerstag, nicht wie ursprünglich vorgesehen, am Mittwoch empfangen.

London, 30. Aug. Laut Meldung derPall Mall Gazette"" hat Kaiser Wilhelm die Söhne des Sul­tans, auch den Thronfolger, zu einem Zus ammen- treffen eingeladen.

Deutsches Reich.

Eine Regierungskrisis in Bayern?

Der .Berliner Morgenpost" geht aus München aus bester Quelle vom Hoflager in Hohenschwangau ein Stimmungsbild zu, worin behauptet toirb, daß die schon vorhandene latente Unsicherheit im Verkehr zwischen Ministerpräsident und Krone sich infolge seines politischen Berichtes des Grafen Lerchcnseld aus Berlin seit einigen Tagen zu einer schleppendenRegierungs­krise" verdichtet habe. Gras Lerchenseld, der erfolglos seinen Rücktritt angcboten hätte, sei heute gezwungen, hinter dem Rücken des Ministers des Königlichen Dauses für diesen recht unerfteu- liche Berichte an das Hoflager zu geben. An der Tafelrunde sehe man keinen der jetzigen Staatsminister. Der Prinzregent sei am schmerzlichsten von der Wahrnehmung berührt, als könne er »nd sein Haus eine Politik verfolgen, die der Zugehörigkeit Bayerns zum Reiche jeden inneren Wert nehmen müßte.

*

Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg wird am 1. September in Berchtesgaden zur Nachkur eintreffen und im Grand Hotel Wohnung nehmen. In Begleitung des Reichskanzlers befinden sich außer seiner Gemahlin der Gesandte v. Bülow und Geheimrat Pinkow. Der Reichskanzler begibt sich am 5. September nach Ungarisch-Hradisch, wo ec bis Mitte September zu bleiben gedenkt.

DerReichsanzeiger"' veröffentlicht ein Merkblatt über die Versicherungspflicht nach dem Versicherungsgesetz für Angestellte vom 20. Dezember 1911.

Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Der Prinzregent von Bayern äußerte sofort nach der Verkündigung des Gesetzes vom 19. Juni 1912, eine Aenderung des Strafgesetzbuches be­treffend, den Wunsch, durch Gnadenerweis die Milderungen des Gesetzes auch denjenigen Personen zuteil werden zu lassen, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes verurteilt worden sind, ihre Sttafc aber noch nicht verbüßt haben. Auf den.jetzt er­statteten Berickst des Justizministeriums hin begnadigte der Prinz­regent eine große Anzahl von Verurteilten. Manchen Verur­teilten hat er die Strafe völlig erlassen, darunter ©trafen bis zu drei Monaten Gefängnis. Bei vielen Verurteilten hat er die Freiheitsstrafe crheblim gemindert, bei vielen die Gefängnisstrafe in eine mäßige Geldstrafe umgewandelt. Der Prinzregent tat durch diesen umfangreichen Gnadenakt dem Volke aufs neue seine landesväterliche Milde und Güte kund.

Aus Hamburg wird gemeldet: Der sozialdemokra­tische Reichstagsabgeordnete v. Elm bat seinen Ent­schluß, sein Mandat aus Gesundheitsrücksichten niederzu­legen, bekannt gegeben. Er übernimmt vorn 1. Januar 1913 an die Leitung der von freien Gewerkschaften begründeten Dolks- fürsorge.

Ein Füsilier vom 33. Füsilier-Regiment in Gumbinnen wurde wegen angeblicher Preisgabe geheimer Akten­stücke verhaftet.

Ausland.

Kaiser Wilhelm für den Nobelpreis vorgeschlagen.

AuS Viktoria (Britisch-Kolumbial wird gemeldet: Prä­sident W d e e I c r von der Universität Kalisornia hielt eine An­sprache, in welcher er anregte, daß der Nobelpreis dem Deutschen Kaiser verliehen werde, der tyc deutsche Armee, einen machtvollen Faktor des Friedens, 25 Jahre hindurch aus- gebaut habe, ohne sich ihrer zum Kriege zu bedienen.

In Marrakesch wurden auf Befehl El Hibas alle fremden P o st a n st a l t e n geschlossen und den Postläu- fern die Driefdeutel abgenommen.

In Sukrabaya aus Java ist ein chinesisches Kom­plott zur Ermordung der ganzen europäischen Ko­lonie aufgedeckt worden.

Arbeiterbewegung.

Mülhausen im Elsaß, 29 Aug. Der Ausstand der Textilarbeiter bdjnt sich immer weiter aus. Nachdem bei

der Firma Kuneyl u. Co. etwa 40 Arbeiter anständig nnb, haben gestern nachmittag weitere 100 Mann der Firma Glück u. Co. die Arbeit niedergelegr. Bei Engel u. Co. sind beute morgen 80 Mann ausgeblreben. Bei der Firma Läderich u. Co. wird zur­zeit zwischen Arbeiterschaft und Fabrikleitung verhandelt.

Au» Stadt unb Land.

Gießen, -30. August 1912.

KreiSschau und RotvicharrSstcllung zu Gießen.

Für die vom 13.16. September stattfindende Breis- 'chau ist u. a. auch die Einrichtung einer Milchkosthalle in Aussicht genommen. Es werden darin Milch und Brötchen, mit verschiedenen Käsesorten belegt, zu billigen Preisen verabreicht werden. Die Bedienung in der Halle haben in liebenswürdiger Weise etwa 36 Mädchen aus dem ehemaligen Hüttenberg übernommen, demjenigen Be­zirk des hiesigen Kreises, in dem sich die Volkstracht, wenigstens bei dem weiblichen Okschlecht, noch am besten erhalten hat. Die Mädchen werden in ihrer Tracht, deren hauptsächlichster Charakter Gediegenheit, Vornehmheit und stolze Feierlichkeit ist, erscheinen. Wenn auch diese Tracht, wie überhaupt jede Volkstracht, nicht ureigenstes Erzeug­nis des Volkstums ist, wie vielfach in romantischer Schwär­merei angenommen worden ist und noch wird sie hat vielmehr ihr Vorbild in der höfischen Rokokotracht, so gewährt es doch auch dem nüchternen Beurteiler derartiger Dinge Freude und Genuß, zu sehen, wie das Volk das ihm ursprünglich Fremde sich zu eigen gemacht hat, und wie es in Stil und Zweckmäßigkeit des Schnittes, der alle Bewegungen des Körhers erlaubt, und dessen Bildung zur Geltung bringt, sowie in der Farbenstimmung der ein­zelnen Stücke und dem Schmuck der Bänder und der Ketten feinen eigenen Geschmack zum Ausdruck bringt.

Zur Belebung des gesamten Festbildes hat sich die Festleitung ferner angelegen fein lassen, auch Einladungen an die benachbarten preußischen Bezirke, in.denen die Volks­tracht noch die gebräuchliche Kleidung ist, zu berfenben. Da denjenigen Frauen und Mädchen, die der Einladiuig folgen wollen, Erleichterungen inbezug auf den Festbesuch in Aussicht gestellt worden sind, so darf wohl mit Be­stimmtheit erwartet werden, daß recht viele Hessenlün- bc rinnen und Hinterländer innen von diesem Entgegenkom­men Gebrauch machen werden. Freunden und Liebhabern unseres Volkstums bietet sich sonach eine günstige Gelegen­heit, verschiedene Volkstrachten auf engem Raum verei­nigt zu finden. Der Besuch des Festes wird sich umsomehr lohnen, als unverkennbar die Trachten auch auf den hier bezeichneten Gebieten sich im Rückgang befinden.

Pfarrwesen. Der Großherzog hat den evan­gelischen Pfarrer Georg Weicker zu Groß-Rohrheim auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner mehr als 50 Jahre treu geleisteten Dienste und unter Erteilung des Charakters als Kirchenrat in den Ruhestand versetzt, den evange­lischen Dekan deS Dekanats Gießen, Kirchenrat Karl Strack zu Leihgestern auf fein Nachsuchen, mit Wirkung vom Tag deS Dienstantritts seines Nachfolgers, von diesem Amte enthoben, dem Pfarrverwalter Wilhelm Di ebener zu Büttel­born die evangelische Pfarrstelle daselbst, dem Pfarrvikar Karl K n a b zu Knittelseld in Steiermark die evangelische Pfarrstelle zu Walldorf, dem Pfarrverwalter Karl R ü h l zu Wingershausen die evangelische Pfarrstelle daselbst über­tragen und den von Sämtlichen Riedesel Freiherren zu Eisen­bach auf die evangelische Pfarrstelle zu Jrischborn präsen- tierten Pfarrassistenten Paul S ch orlemmer zu Gießen für diese Stelle bestätigt.

Der Hessische Gesandte und Bevollmäch­tigte zum Bundesrat, Geh. Staatsrat Dr.-Jng. Frhr. v. Biegeleben, ist auS dem Urlaub nach Berlin zurückgekehrt und hat die Dienstgeschäfte wieder übernommen.

Die Landwirtschaftskammer beabsichtigt, wie in früheren Jahren eine gemeinsame Beschickung der XIX. Deutschen Gersten- und Hopfen-AuSstellung zu Berlin mit hessischen Braugersten. Anmeldungen zur Beteiligung an dieser Ausstellung werden von der Landwirtschaftskammer bis zum 3. September entgegengenommen. Im Interesse deS hessischen BraugerstenbaueS wäre eS erwünscht, wenn sich die Landwirte an der gemeinsamen Beschickung recht zahl­reich beteiligten. Wegen Anmeldepapiere und sonstigen Auskünften wende man sich sofort an die LandwirtschaftS- kammer in Darmstadt.

Unser Regiment begibt sich am nächsten Mittwoch inS Manövergelände; eS wird in der Umgebung von Alzey einquartiert.

** Königlich Preußische .Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur 3. Klasse 227. Lotterie muß mit Vorlegung der Lose der 2. Klasse spätestens bis zum 2. September, abends 6 Uhr, geschehen fein. Auch müssen die Freilose zur 3. Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose der 2. Klasse bis dahin eingefordert sein.

** Unaufgeklärt. Die Ermittlungen über den Einbruck^diebstahl in dem Bureau des Arbeitsnachweises in der Nacht vom 26. auf 27. l. Mts. haben ergeben, daß zwei unbekannte junge Burschen als Täter in Frage kom­men, die in der Nacht um 2 Uhr in der Nähe des Tatorts gesehen wurden. Die noch nicht auf gefundene Kassette, die jedenfalls in irgend einem Hause versteckt sein dürfte, ist 38 Zentimeter lang, 24 Zentimeter breit, innen rot und außen braun lackiert. Mitteilungen, die zur Feststellung der beiden Burschen und dem Verbleib der Kassette dienen könnten, werden von der Krrminalabteilung des Großh. Polizriamts erbeten.

♦♦ Geistesgestört. Die im Hause Müylgasse 1 wohnende Ehefrau Ortmüller hatte sich gestern nachmittag in Abwesenheit ihres Mannes mit ihren zwei Kindern in die Wohnung eingeschlossen. Als auf einmal die Kinder an fingen zu schreien, drangen Nachbar,: in die Wohnung ein und fanhen, daß die Frau dem zweijährigen Kinde einen Schnitt in ,ben Hals versetzt unb sich selbst auch mehrere Verletzungen beigebracht hatte. Die alsbald benachrichtigte Polizei ließ das verletzte stinb in die chirurgische Klinik und die geistesgestört gewordene Frau nach der psychiatrischen Klintt bringen.

Landkreis Gießen.

(] Heuchelheim, 28. Aug. Unser Tnrnveretn hat- in den letzten Jahren einen großen Schritt vorwärts getan ES zeigt sich in :hm ein gesundes, frisches Streben und eine lebhafte Beteiligung an den auswärtigen Wettkämpfen. So errangen die Turner W. Dolkmann und ?L Rinn den 13. und 16. Preis auf dem Rbeinbergftst. Bei der Bezicksfahtt in Daubringen fielen an unseren Verein der 5., 14. und 20. Preis. Auf dem JubiläumS-Gauturnfest in Gießen errangen Mit- I glieber des Vereins im Sechskampf den 11. und 14. Preis

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und im Fünfkampf den 12., 18. und 48. Preis, die Zöglin.L Musterriege erhielt den 4. Preis. Dieselbe Riege errang au bei dem 25jährigen Stiftungsfest in Krofdorf den 3. Pre In Anbetracht dieser schönen Leistungen veranstaltet der Ven am SamStag eine Siegesfeier.

Kreis Friedberg.

m. Bad-Nauheim, 29. Aug. Als beute mitto der Kirchendiener in die evangelische Dankeskirche gut die seit Sonntag abend nach dem Gottesdienst nicht nnct^ betreten worden war, entdeckte er, daß die Lade, die hintr dem Altar steht und die kirchlichen Kostbarkeiten entbü/

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erbrochen worden war. Die Kirchenräuber entwc beten drei wertvolle Kelche, eine Kanne und eine Cpfv-, büchse, die kurz vorher erst geteert worden war. Von de?, Verbleib der Sachen hat man noch keine Spur, trotzdem de! Polizei mit mehreren Hunden den ganzen Nachmittag täte war. Die gestohlenen Gegenstände, welche einen Wett vlx 1200 Mark haben, sind versichert.

L. Bad-Nauheim, 29 Ana. Bor 15 Jahren wvr> 2 städtisches -krankenhaus erbaut, bei im Laufe der Jahre mannigfache Veränderungen und V»

Zunahme der finnischen ®u tteran nach Deutschland. Aus Httsingfors trieb nnS arfdynH» I In den letzten Jahren bat sich der ttnnncbe Buttererpott imjj-f mehr nach Deutschland gewandt, und im Laufe des Fabres l» ist mehr als cm Viertel der ganzen Ausfuhr nach IcutfwlÄ gegangen. Da gerade dieser Export für Finnlands flReterribet* von höchster Wichtigkeit ist, so beschäftigt sich neuerdings * finnische Landwirtschaftsministerium ernstlich mit der Fras^." welcher Weise hier weitere Fortschritte zu erzielen sind., In due Beziehung ist bereits ein wichtiger Schritt getan, indem * einer Tampsschin'gesellschast Vereinbarungen betreff- rendmänr Butterladungen getrosten sind. Ferner ist diesen Tarnpfem > Anlage von Kühlräumen zur Pflicht gemacht worden Um * die finnifdx Butter in Deutschland möglich« bekannt und die besten Absatzplätze ausfindig zu machm, ist nach der ZntsL' Nordland", Berlin-Halensee, ein Stipendium für einen et verständigen ausgesetzt worden, der die Exportmöglichkeiten n finnische Butter im nördlichen Deutschland studieren soll

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Vermischte».

Die Wassersnot in England. AuS 98rT wich wird vorn 29. August berichtet. Die Fluten bedroh weiter die Stadt. Das Wasser, das im Lause der Nr gesallen war, ist heute infolge eines neuen heftige Regengusses wieder gestiegen. Es besteht die Gescp daß das Trinkwasser und die Lebensrnittel aus gehen. Auch wird der Äusbruch einer Sen- befürchtet. Heute sind über zehntausend Persone obdachlos. Das kommerzielle £cben ist so gut wn terbunben In Hunderten von £aben ist der vandelsre: kehr unmöglich. Viele Gebäude sind eingc stürz Die Leiche eines ertrunkenen Kindes ist gefunden wouo Die Eisenbahnverbindung nach Norwich ist wieder nommen worden.

Kleine Tagerchronik.

Grohfeuer in Hamburg i

Hamburg, 29 Aug. Bei der Firma H,ayemaN" Großfeuer ausAebrocken. Tas ganze Maschmenhau». mehrere Schuppen linb niedergebrannt, doch ist eine Kesiae;.

rackenbauten erhalten hat. Da aber dieses Spital beet zu klein und ungenügend ist, wird ein neues Krankenha_r an einem ruhigen Pkatzc der Stadt erbaut. Aa jetzt be Fremden zuwachs ein schwächerer ist, kann am Spru- delhof wieder gearbeitet werden. Zurzeit werden die hau er arbeiten an der Einfassung des Sprudels vollende: Prof. Jobst von Darmstadt leitet sie.

Bad-Rau heim, 29. Aug. Das v. Sinfonie» konzert im neuen Konzerthause findet am SamStag mite Leitung deS Professors HanS Winderstein statt. Das flon^rr findet als »Beethoven- und Richard Sttauß-Abend^ stör Von Beethoven gelangt die Egmont-Ouoerture und b« Violinkonzert (Solist Konzertmeister Heinrich Schachtrbeck) ur von Richard Strauß (zum ersten Male) eine Sutte ffc 13 Blasinstrumente), sowie die grandiose Tondichtung ,$c: und Verklärung" zu Gehör. Die Bläser-Suite ist ein Jugen). werk des gefeierten modernen Meister«, die jetzt die Run!« durch die großen Konzettsäle macht, und eS wird intereflar sein, Vergleiche zu ziehen zwischen dem jugendlichen und des gereiften Meister, der in ,Tod und Verklärung^ einet feine großen Werke geschaffen hat, daS auch den Gegnern feine Muse Bewunderung abnötigt.

L. Melbach, 29. Aug. In unserem Dvrse wird es neues Schulhaus erbaut, die Vorarbeiten sind beend-: ; und die Arbeiten bereits ausgeschrieben.

m. Nieder-M örlen, 29. Aug. Die Arbeiten ft: den Neubau des kathol. Pfarrhauses werden Mitte | tnnbei: begonnen werden. Die Betriebseröffnung ui serer Wasserleitung findet am 10. September statt.

m. Aus der mittleren Wetterau, 29. Au: Die diesjährige Korn- und Weizenernte ist mit Stroh uir Körnern eine der besten seit lanaen Jahren. Nur der Hase hat durch die lange Regenperiode bedeutend gelitten. D Frühkartoffeln fangen stark an zu faulen, besonders ; lehmigem Boden. Trotzdem wird der Zentner zu 2.50 Ti verkauft, da es eine Unmasse gibt. Den Spätkarlofftf- bat das nasse Wetter bis jetzt nichts geschadet. Genuu steht überall ausgezeichnet. Aepfel und Birnen habe durchschmttlich einen sehr guten Behang, doch hat ber Unwetter am Dienstag großen .Schaden angerichtet. Ztee? scheu werden voraussick-tlich sehr billig.

Hessen-Nassau.

fo. Schloß WilhelmShöhe, 29. Aug. Ein Jul^, auS dem nahen Breitenbach, ein Pate deS Kaisiü ging vor einigen Tagen nach Schloß WilhelmShöhe. sie gab er an, seinen Paten, den Kaiser, besuchen zu rooQti Die Kaiserin empfing den kleinen Mann und bedeutete itrr daß et anderen TageS wiederkommen möchte, da sein P:i noch auf Schloß FriedrichShof im TaunuS weile. Der Jvrtz. kam dem nach. Er wurde auf das freundlichste empfang unb reich beschenkt. Auf eine Frage, was er werden roch antwortete er: .Soldat! Aber bei de Geil* (Gäulen).

X. Hanau, 29. Aug. Die Stadtverordneten habe befchloffen, in den hiesigen Volksschulen sogenannte 9b- schlußklassen einzurichten und die Schülerzahl in te Klaffen auf 50 festzufetzen. Die Einrichtung von Fürda> klaffen in den Schulen nach Mannheimer System wurde gelehnt, da hier den begabteren Schülern die Mögliche geboten ist, selbst ohne Schulgeldzahlung (reichlich bohet Freistelleneinrichtung) die Mittelschule zu besuchen. Fer:c wurde von den Stadtverordneten beschloffen, die Wohnunck mit einer JahreSmiete bis einschließlich 240 Matt von < Zahlung des WaffergeldeS zu befreien.

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