Ausgabe 
22.5.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

Nr. U9

162. Zahrgang

Erscheint »glich mtt Ausnahme de« Sonntag».

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Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

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Tie »Gießener LamttiendlLNer- werden dem ,ynietfler* viermal wöchentlich beigelegt, da» Krebblatt |Qr den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Dierandwtrtfchastlichea Seil- trägen" erscheinen monatlich zweimal.

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+ 13,3 0 C.

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Deutsche Kolonien.

Tie Mischehen in Sndweslafrika.

Windhuk, 21. Mui. Eine Entschließung desLandes- /ats befürwortete im Falle gesitteter Lebensführung die Anerkennung der bis zum Fabre 1905 geschlossenen Misch- r 1) c ii, und bittet, für die Zukunft jede Ehe zwischen Weißen und Eingeborenen strcngstcnszu ver­bieten. Ter Landesral sieht in der Heii^ttscrlaubnis eine schwere Gefahr für das Deutschtum und befürchtet nntretcnden Falls eine Abwanderung der besten Kolo- i ist en aus Deutsch- 2 üdwcstafrika.

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Redaktion, Erpeditton und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^oL Redaktion: 112. Tel.-Adr^AnzeigerTieven.

und 2ick hrvnciv! ginnten,

bach bestraft worden, weil er einen Gnneindeweg durch Abackern verringert habe Aus seine Berufung gelangte die Strafkammer j.u einem Freispruch. Tenn es ergab sich, daß die Slraiver- solgung verfährt war, und daß dem Angeklagten außerdem an dem Vorfall feine Schuld ^nzumessen war

Rur wegen der Ueberweisung

an die Landespoliieibebö rde und der infolgedessen drohenden Unterbringung in ein Arbeitshaus verfolgt der Taglöhner D. T. von Pohl-Gons Berufung. Tie wegen Bettelns erkannte Haft- träfe von 14 Tagen hat er hingegen angenommen. Ta sich aus der Vorstrafliste ergibt, daß er nur im letzten Winter Bettel- strasen erlitten hat und da der Angeklagte Frau und Äinbcr hat, die eine Unterbringung des Angeklagten ins Arbeitshaus schwer träte, nahm ihm die Strafkammer die Ueberweisung ab und ließ es bei einer Verwarnung bewenden.

Berufungsverwerfung.

2m £ hoher v. Fs. traf der Forstwart in Bad-Rauheim den Zimmermann R. von Weimar und den Färber L. 2. von Kassel, die damals zur Kur in Nauheim weilten, als sie im Begriffe waren, mit einer Stange Aepfel von den Bäumen zu chlagen. Als sie den Forstwart sahen,, ergriffen sie die Flucht und ließen die Stange zurück. Ter Forstwart erkannte, daß diese ein frisch abgeschnittenes Eschenstämmchen sei und stellte auch alsbald den Ort der Forstentwendung fest. Ter Färber bestritt trotz eines früheren Geständnisses später wieder die Tat. Gleichwohl wurde er von dem Forstgericht bestraft. Auch das Berufungs­gericht gelangte zu seiner Verurteilung.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 21. Mai. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 11 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 4.304.50 Alk., Stroh (Kornlangstroh) 0.000.00 Mk., Wirrstroh 0,000,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschält lcmgfam. Tie Zufuhren waren aus den Kreisen Dieburg, Hanau und Ober- taunus.

Der Kaiser in Homburg.

Homburg v. d. Höhe, 21. Mat. Ter Kaiser be­suchte heute vormittag die Saalburg und empfing an der Iupitersänlc deren Stifter, Rechtsanwalt Oppenheimer- L'onbon, und deren Erbauer, Bildhauer S ch ma h l-Kost­heim und nahm von Professor R eeh-Mainz Erklärungen über die Säule und ihre Einzelheiten entgegen. Heute abend besuchten beide Majestäten, Prinz Oskar und Prin­zessin Viltoria Luise, ein geistliches Konzert in der Er- lösertirche, das die Kurverwaltung verarrstaltet hatte, bei dem die Konzertsängerin Lilly Hoffmann-Wiesbaden, Or­ganist Schildhauer, der Homburger Eecilienvcrein und das ilurorchsin niiiivu iten._________________________________________

Aus den Reid)stagsausfrt)üficn.

:: Berlin, 21. Mai.

Ter Ausschuß für da8 Reichs- und Staatsangehorigkeitsgeseh führte heute die erste Lesung des Gesetzentwurfs zu Ende. In 8 3 wurde noch eine Bestiinmung nachträglich ausgetwmmen, wo­nach Findelkinder in den Kolonien nicht ohne weiteres das Bürger­recht erhalten. Ein Redattionsausschuß soll bis zum Herbst die zweite Lesung des Ausschusses vorbereiten.

Ter Wohnungsausschuß

setzte heute den Bericht über ihre Gesetzesvorschläge fest.

Amor als Pfingstbote wird gewiß allen Hausfrauen willkommen sein; denn in seiner neuesten Eigen'chau at- M-.-ta.i vutzmittel trägt es durch sein schnelles und vorzüglick.. -ribc . viel dazu bei, daß alle Vorbereüungm -um,Feite bcgu m >. rechtzeitig fertig werden und dadurch den Hausfrauen viel Verdru» erspart bleibt. Metall-Putz-Glan;Amor" gibt allen ..i rali- geräten sofort den schönsten Glanz uno ist in Tosen all -- haben. W '

D1r echt nm »

Mittwoch, 22. Mai 1912

Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UniversuätS - Buch- und Steindruckerei.

9L Lange, Gießen.

Aachener

Gichtig

= R i eder-Weises, 20. Mai. Nachdem der Kreis­ziegenzuchtverein Friedberg auf seiner Hauptversamm­lung beschlossen hatte, den Ortsgruppen Rieder-Weisel, Ostheim und Butzbach zu Prämiierungszwecken 200 Mk zur Verfügune zu stellen, soll jetzt am 29. und 30. Juni in N i e d e r - W e i s c l ein Ziege niest abgehalten werden. Tas Festprogramin iit bereits festgestellt. Am 29. Juni nachmittags findet Prämiierung von Ziegen- und Ziegenlämmern in Rieder-Weisel stakt, nach ihr Verkauf namentlich von Ziegen- und Bocklämmern. Am Sonn tag nachmittag Festzug mit Musik unter Mitsührnng der preis gekrönten Tiere durch die Ortsstraßen nach dem Feyplatze. Ta- selbst Begrüßungsansprache, Festrede, Gesangsvorträge^der Ge­sangvereine von Rieder-Weisel, Konzert und Tain Die «seit- rede hat der Vorsitzende des .Kreisziegenzuchtvereins, Tirektor Oekonomierat Spreiz von Friedberg übernommen. Abends findet die Preisverteilung statt. Ta Rieder Weisel in der Zuck.! der weißen hornlosen Sannenziege wohl mit das Beste der ganzen Provinz Oberhessen leistet, so ist Ziegenliebhabern hier nick.t nur Gelegenheit geboten, ihre Kenntnisse bei diesem hervorragenden Zuchtmaterial zu erlveitern, sondern auch ihren eignen Zucht' bestand durch Zukauf von erstklassigem Zuchtmaterial auszusruchen.

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Line Verleumdung bes belgischen Königspaares.

Brüssel, 21. Mai. Seit etwa 14 Tagen zirkuliert in Brüssel das Gerücht von einem Drama, das sich im königlichen Schlosse abgespielt haben soll. Es hieß, die Königin habe den König in intimer Unter Haltung mit der Kammerfrau getroffen und diese durch einen R e v o l v er s ch u ß g c t ö t e t. Ter König erfuhr heute von diesem Gerücht und bat seinen Privat- jefretär, einen Vertreter der Brüsseler Presse und der Agence Havas" zu ersuchen, in der Oefsentlichkeit die Er­klärung abzugeben, daß diese Gerüchte jeder Grund­lage entbehrten und daß es sich um eine elende Ver­leumdung handele. Der Staatsanwalt wurde beauftragt, gegen den Urheber der Gerüchte Strafantrag zu stellen. Es soll bereits gegen drei Personen Strafantrag gestellt sein.

DieDeutsche Tageszeitung" meldet noch aus Brüssel! Tie Verleumdungen über das Privatleben des Königs ent- standen nach einem G a r t e n f e st im Schloß Lacken am 4. Mai. Bald hieß es, die Königin habe einen Mordversuch auf eine Rivalin, bald auf den König selbst unternommen. Bisher sind drei Verleumder entdeckt. Mehrere Mitglieder der Hofgesellschaft sind kompromittiert.

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Internationaler Bundestag landwirtfchafl'ichkr Genoflenschaften.

Baden-Baden, 21. Mai. Der 3. internationale Bundes­tag landwirtschaftlicher Genossenschaften wurde heute vormittag durch den Bundesvorsitzenden G c b e i in r a t Haasa u s Dar m ftabi mit einer herzlichen Begrüßun.isansprack>e eröffnet. An­wesend sind etwa 200 Delegierte und zahlreiche 9icgic ni n<i er tretet. Sämtliche bem Bunde angeborenben Länder, und zwar Deutsch­land, Lesterreich-Ungam, Italien, die Niederlande, Dänemark, Serbien, Bulgarien und Finnland haben Delegierte entsandt. Die stärkste Vertretung weist Deutschland mit 130 Delegierten aus. "iln den Kaiser und den Großherzog wurden Hulbigungslel grammc gerichtet. Aus den Verhandlungen ist die A e n b c r u n g in de n Statuten l>ervorzuheben, nach welcher künslig nicht nur euro­päische, sondern auch außereuropäische Genossensclirfteu dem Bunde als Mitglieder beitreten können. Der Bund zählt 40 000 Ge

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheflen

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Höchste Temperatur am 20. bis 21. Mai

Niedrigste , 20. , 21. ,

Niederschlag: 5,0 mm.

Gießener Strafkammer.

Giesen, 21. Mat. lieber das Alsfelder Kornhaus unb seine Erfahrungen als dessen Angestellter, wrack) er ^N' Hungsgehilse I. H. aus Alsield tm Dezember v^ I. m cuf Einladung von Kornhausmttgltedcrn. ImLautt Kineb o ::rags warf er in önentlrcher Vernmmlung^ d«.m L«jonomtcrat yr -von Angenrod vor, er habe sich, als er Lefonomierüt^gcroorth.rt ei, 3000 Mark von dem Kornhaus gepumpt, um den stanpel zu K-allen. Diese Aeußerungeu trugen ihm eine briDattlage roegin öcleibiaung em. Tas Schöffengericht Alsteld wrach iln md.lun ;rct. Auf die Berufung des Prlvatllagcr^i>kowomieral L. in 'Angenrod, kam die <-achc heute vor der Stt-fkammer »ur Ber^ Handlung. Diese führte zu einem Vergleich, in dem *"5Chaguc seine Aeußerungeu mit dem Ausdruck des Bebauern» zuracknah unb sich zur Tragung sämilTcher Kosten verptUchtete.

Begründete Berufung.

Ter Verwalter F I. von Griedel war vom rzelbgcricht Butz-

Hennig

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Essen in der Turnhalle (Gedeck 2,50 Mk. ohne Wein Von 4 11 hr ab: Pol ksfest Ter Voranschlag für 1912 13 schließt nut 5450 Mk. al» An Einnahmen sind vorgeiebvn 1. Bar­bestand Mk., 2. MitgliederLeiträge 3600 Mk , 3 Festeinnabme IM Mk , 4 Pacht des ElubwirtS 900 Mk., 5. Abgabe von ok tränken 100 Mk., 6. Einnahme durch den BiSmarckturm 500 Mk., 7. Sonstige Einnahmen 50 Mk, zusammen 54-50 Mk.an Ausgaben: 1. VerbandSbeitraa 40 Mk, 2. Braudkasse, Stern vel 30 Mk., 3. Festkosten 90 Mk, 4. Fardenmarkieruu.i und Arbeiten int Oberwald 100 Mk, 5. Unterhaltung der Elubii »user und des Turmes 200 Mk, 6. Bänke und Sckuttzhütten IO" '? J , 7. Zinsen 17:30 Mk., 8. Truck-, Porto- und sonstige Ko'teil 200 Mk, 9. Beitrag für Turm auf der Herckienhainer Höhe 200 Mk., 10. Für Ünierfuntt junger Wanderer 150 Mk, 11. Verwaltungs­kosten 100 Mk, 12. Für Abtrag eines Teils der durch Neubau, Anbau, Kanalisation und Kloietteinrichtuug cnoadnenni Kosten im Fahre 1912 2090 Mk, 13 Beitrag zum Wandertag m Büdingen 300 Mk., 14. Beitrag für den Verkehrsverem Tarin Habt 100 Mk., 15. Betrag für Zeitschriften Tourist, Winter 20 Mk., zusammen 5450 Mk.

'Tie Arth - Rigi - Bahn, die elektrische Zabnradbahn auf die Königin der Schweizer Berge, hat den Betrieb wieder er­öffnet. In der Münchener .Saison" hat ein deutscher Dichter einen HynmuS auf die Regina montium angeftininit, der sich a!5 vorzüglicher Wegweiser auf einer Rigifahrt charakterisiert und illustriert nebst Fahrvlau und Karte bc6 Rigigebieteü von der Direktion der Arth-Rigi-Bahn umsonst und franko zu beziehen ist.

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Eine interessante Entscheidung fällte gestern die zweite Srafkammetr Mainz. Ein auswärtiger Wcinhändlcr hatte Abcnheimcr Wein alsßiebfrauenmil di" vcrkautt. Die AnNage behauptete, daß damit nach § 6 des Wemgeietzcs eine geographisck>c Lage bezeichnet sei. Der Weinhändler hatte ich vor dem Schösfengericht in Worms wegen Vergehens gegen das Weingesetz zu verantworten. Er behauptete, daß der Aben Heimer Wein, den er als Liebfrauenmilch verkaufte, aus dem Jahre 1895 stamme, daß an dem Wein bis zum Inkrafttreten des neuen Weingesetzes nichts geändert worden sei und die Sache deshalb unter das alte Weinyesetz falle. Der Angeschuldigte ttitzte sich ferner darauf, daß die BezeichnungLiebfrauenmilch" ein Fantasiename sei Dieser Ansicht schlossen sich in ihrem Gutachten die Wormser Handelskammer, Direktor PH Aug. Becker, Weingroßhändlcr Weigand in Worms, Weinkom missionär Heumann-Guntersblum an. Einen entgegengesetzten Standpunkt nahmen die Weinkontrolleure Bierichenk und Lechner ein. Tas Schöffengericht sprach den Weinhandler frei. Gegen das Urteil legte der Amlsanwalt Berufung ein. Als neuer Sachverständiger war der Vorsitzende des rheinhessischen Wein^ Händlerverbandes, Kommerzienrat Harth, geloben. Rach seinem Gutachten dürste man nach dem alten und auch nach dem neuen Weingeietz einen guten Wein alsLiebfrauenmilch" verlausen. Tie BezeichnungLiebfrauenmilch" sei nur ein Fantasiename. Diese Frage sei schon eingehend im deutschen Weinhandel erörtert worden. Tie sogenannteLiebsrauenrnilch" stamme überhaupt aus feiner Lage. Es existiere m Worms nur ein Liebfraucnstift und Liebfrauenbuckel, m einer Größe von sechs Hektaren. Hieraus könnten höchstens 1012 Stück Wein geerntet werden, dessen Qualität derart gering sei, daß der Wein nicht ohne verstochen verkauft werden könne. Schon im Mittelalter seien sämtliche Weine, die aus Worms hinausgingen, alsLiebfrauenmilch" be­zeichnet worden. TieLiebfrauenmilch" sei eine Weltmarke ge worden, nur weil der deutsche Weinhandel bestrebt sei, darunter einen sehr guten Wein zu liefern. Tie Strafkammer sprach den Angcschuldigten aut Grund des alten Weingesetzes wiederum frei.

' Mainz, 21. Mai. Harle Strafen verhängte die erste Strafkammer über zwölf in Maiiiz, Bretzenheim und Heidesheim wohnende Frauen, die sich wegen versuchten Verbrechens und Beihilfe gegen das keimende Leben zu veramwotteu hatten. Zwei Frauen wurden zu 2 unb P/i Jahr Zuchrhaus, eine zu 2»3 Mo­naten und die anderen zu je IV» Monat Gefängnis verurteilt.

VRC. Wetzlar, 21. Mai. Tie Frage der Rechts­gültigkeit Wetzlarer Stabtverordneienwahlen befchäfiigte heute das Kgl. Lberverwaltungsgericht zu Berlin in einer von sozialdemokratischer Seite anfreftwtgten VerwaltunLs- flagc wider die Sladiverordnetenversammlung zu Wetzlar, zie Kläger verlangten Ungültigkeitserklärung der am 29. November 1910 in der 3. Abteilung vollzogenen Stick)tvahlen zu Wetzlar, in denen die vereinigten bürgerlichen PaNeien den Sieg dovongcrragcn hätten. Sie behaupteten, paß bei diesen Wahlen Unregelmäßigkeiten und Wohlbeeinslussungeu so erheblicher Art vorgelommcn seien, daß sie die Ungültigfeit der Wahlen nach sich ziehen müßten. Insbesondere hielten sic eS für unzulässig, datz an die Wähler Karlen mtt dem Vermerke geschickt worden seien: ,Tiese Karte muß bei der Abstimmung unbedingt persönlich dem Wahlvorstande abgegeben werden". Ferner hielten sie öie Ver­lesung der Kandidaten von den Stimmzetteln für ungesetzlich. Hauptsächlich aber machten sie geltend, daß die Tätigkeit eines Stadlickretärs, der im Nebenamt Aktuar der Armenverwaltung sei unb ber ben Mittelpunkt bes Wahlausschusses gebtlbet habe, eine Beeinflussung ber Wähler ber 3. Abteilung, als ber ber Hilfsbebürfttgfeil am meisten Ausgesetzten barstclle. Ter Bezirks­ausschuß wies btc Klage ab. Er crad?teic bie Wahlen nach Würbigung bes gesamten vorgebrachten Materials. Zu dem glei­chen Ergebnis gelangte baSOberoerwaltungsgcricht, bas bic Vorenischäbigung bestätigte. Wenn auch einiges, was vor­gekommen sei, bebcnklich erscheine, so sei alles zusammen boch nichr geeignet gewesen, bas Stimmenverhältnis zu änbern. xie Wahlen feien also gültig.

Wanöern und Reifen, öäöer und Sommersrischen.

= Lauterbach, 19. Mai. Für bie 31. Hauptversamm­lung des Vogelsberger Höhen-Elubs hier ist folgcnbc Tagcsorbnuug aufgcüellt worben: Samstag, 1. Juni: Kommers zu Ehren ber Gäste auf dem Festplatz Turnhalle, Konzert, Ansprachen, Lichtbilbervoriuhrungcn unb Gesangsvorträge. Sonntag, 2. Juni: Morgens b Uhr: Weckrus. 9»2 Uhr: Empfang ber Gäste. 11 Uhr: Hauptversammlung m ber Turnhalle. Tagesorbnung: 1. Feststellung bes Stimmenverhältnisses oei ver­tretenen Zweigoereine. Prüsung der Vollmachten der Vertreter.1 2 Aufnahme ber neuen Zweigvercine: Echzell, Langen, Reichcls- heim, Birstein, Mücke. 3. Verlriung des Protokolls der letzten Hauvlversammtung. 4. Bericht über die Tätigkeit bes Gesamt­vereins im abgclauiencn Vereinsiahr. 5. Enilastung des Rech­ners nach dem Berichl ber Prüfer ber Iptjähngen Rechnung. 6. Wadi von vier Vorstanbsmitglicbern. 7. Wahl des Orts für die nächste Hauptversammlung. 8. Beschlußfassung über bie em» gebrachten Anträge: a) Antrag des ZweigvercinS Butzbach, neue Liederbücher: b. Anirag bes Zweigvereins Lich, Hauptoersamm- lung 1913 in Lick: c Antrag der Zweigvereine Gebern, Greben­hain unb Herchcnhain: Turmbau aus ber Herchenhamer Höhe; d Antrag bes Gcsamtoereins: Ten Borstanb zu ermächtigen, Darlehen bis zu 4000 Mark auBunehmen zur Bestreitung der i Mehrkosten, welche entnanöen sind durch den Neubau, ben Anbau, bic Kanalisation unb Kloietteinrichtung auf bem Hoherobskopf. 9. Feststellung des Voranschlags für 1912,13. 10. Besprechung über sonstige Verrinsangelegenhcitcn. 2 Uhr: Gemeinsames

3um ttamps in IHaroflo.

Paris, 21. Mai. Aus Udschda wird gemeldet: Eine Aufklärungsabteilung, die von 1200 Beni Uaraln angegriffen wurde, fingierte einen Rückzug Tie Marokkaner stürmten vor, wobei sie bei Fritissa von zwei französischen Kolonnen umzingelt und mit großen Verlusten i n die Flucht geschlagen wurden. Tie Franzosen hatten neun Leichtverwundete.

Das Mulweimer Eisenbahnunglück vor Gericht.

0 Freiburg i. Br., 21. Mai.

Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen gegen den Loko- diolivführer Platten unb Genossen gelangen bic Verabrebungen zwischen Lokomonviuhrcr unb Heizer zur Erörterung er An­geklagte Maniilc gibt an, baß Platten, als bas Unglück geschehen war ui ihm sagte: Hätten -sic boch gebremst xer Hetzer entgegnete, baß er gebremst habe. Aus Vorhalten burch ben Vor- jivenben gibt ber Angcltagte Mannlc zu, baß er Platten gefragt habe, was man sagen solle, wenn man gefragt werbe. . Watten habe baiauf erwibert: Sagen sie, bie Bremfen hatten nicht angemgen, sagen Sic aber nicht, baß sic bcn Regulator.iuge- macht haben. Bert. Rechtsanwalt Fruhauf behaupte datz ,eu zwei Jahren bei ben babiidicn staatsbahnen bas Ifenonal mftc- matiidi, m besonberem Maße ausgenutzt werde, um die Rente ui erhöhen unb zu sparen. Eingchenb werben fobann bic schlaf- Jiib Ruhegelegenheilen für Platten erörtert, bie fich afe ungun lig klweiscn. Es wirb bann bic ö-ragc erörtert, ob Watten Klbu Säulb an seinem schlaffen Zustand war. Turch 3eugen roirb ieftgcftcllt, daß er in Basel m der rzruhe Alkohol statt Kaffee getrunken habe. Ter Vorsitzende wirft Matten besonders vor, daß er dein Heizer nicht gesagt habe, datz or"dfunwohl'uhl^ Tie Verteidigung führt demgegenüber an, datz der -okomoliv- iührer ilicmais seine Obliegenheiten dem ^^"er Übertragendürfe. Sodanii iverden verschiedene Erlaffe der Gt.neraldlrektion ver lesen, in welchen bas Personal über die Kokungen des Alkohols aufgeklärt wurde, unb ber Genutz von Alkohol wahrenb kur,er Laufen verboten würbe. Rad, weiteren (xrortcrungLit ber ^xtiulb- frage bes Zugführers Bär werben b.e Verhandlungen auf morgen rertagt. ______

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