Ausgabe 
20.3.1912 Erstes Blatt
 
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hingt ist. Wahrscheinlich werde Kie Reise nächsten Montag angetreten werden können.

Eine amtliche Erklärung über die Teckuug der Wehrvorlageu.

TieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:

Die Entschließungen des Bundesrates über die Deckung der Wehrvorlagen werden von einem Teile der Presse parteipolitisch auSzunugcn versucht, um Ine Unterwerfung des Reichskanzlers unter den schwarz-blauen Block zu erweisen. Damit wird ein altes, abgestandenes Gericht ausgewärmt. Als neue Beilage erscheint die Behauptung, die Entschließungen bedeuteten einen Sieg Bayerns über den Reichskanzler. Wir stellen demgegenüber zum Teil in Wiederholung früherer Mitteilungen folgendes fest: Erstens, man war tm Bundesrat einstimmig der Ansicht, daß die Einbringung der früheren Erbschaftssteuer zur Deckung der Wchrvorlagcn mit Rücksicht aus die Stellung der Sozialdemokraten zu den Wehroorlapen ein politischer Fehler sei und nicht einmal einen Erfolg verspreche; zweitens, man war ferner einig darin, daß die nut cinzelstaaatlicher Vesitzswuer Der» qnidtc Reichserbschaslsiteuer starken Bedenken für das Reich und die Bundesstaaten unterliege; drittens, über die Aufhebung der Liebesgaben waren im Reick-sschatzarnle Vorarbeiten aufgestellt. Dieser Plan war bis zur Veröffentlichung weder direkt noch indirekt mit irgendeiner Partei besprochen worden; viertens, den Vorschlag, durch Aushebung der Liebesgabe die erforderlichen Mittel zu beschaffen, hat Bayern weder gemacht noch inspiriert. Er ging von norddeutscher Seite aus und wurde nach eingehender Aussprache von allen Staaten akzeptiert; fünftens, der vom Reichs- tanzler mit aller Entschiedenheit betonten Auffassung, daß die Stollen der Wehrvorlagen nicht ohne Erschließung neuer Ein­nahmen gedeckt werden könnten, traten auch Diejenigen Staaten bei, darunter auch Bayern, welche tue gegenwärtige Finanzlage des Reichs günstiger beurteilen, als der Reichskanzler dies zu tun können glaubte.

Das Lude des Aussta..des im Ruhrgebiet.

Wir erhielten folgende Meldung:

Bochum, 19. März. Die Revier ko nferenz des DreibundesbeschloßdieWiederausnahmeder Arbeit, da der Streik nutzlos sei.

Die Reviert'onferenz faßte eine Entschließung, in der eS heißt, daß es nicht mehr möglich sei, den Kamps mit Erfolg weiter zu führen. Die Konfe­renz beschloß deshalb, den Streu aufzuheben und fordert alle Kameraden aus, dem Beschlüsse zu folgen. Die Konfe­renz erklärt, daß nur die rigorosen Maßregelun- geu der staatsbürgerlichen Rechte und die s y st e m a tis ch e Irreführung und Verhetzung der öffentlichen Meinung durch die arbeiterfeindliche Presse es vermochten, den Kämpfenden den Erfolg zu nehmen. Zum Schluß fordert die Konferenz alle Bergarbeiter auf, durch dte Stärkung der mitkämpfenden Organisationen dazu beizutragen, bag wir baldmöglichst wieder auf dem Kampsplatze erscheinen können.

Tie Annahme der Entschließung erfolgte mit 349 gegen 215 Stimmen, 13 Delegierte hatten sich der Abstimmung enthalten. Ta somit teine Dreiviertel­majorität für ein Weiterstreiten zustande gekommen war, ist der Aus st and aus gehoben. Im Laufe des heu­tigen Abends wurden überall Versammlungen ab­gehalten, die durchaus ruhig verkieken. Ja diesen Versamm­lungen wurden die Gründe sür den Streitabbruch ausführ­lich erörtert und beschlossen, morgen wieder anzu­fahren. In der Essener Versammlung wurde besonders betont, daß die Streitenden sich morgen beim Streitbureau zu melden haben, um dann geschloffen erhobenen Hauptes zu den Zechen zu gehen, wo bie Arbeiterausschüsse zu den Betriebssührern geschult werden sollen.

Das preußische Abgeordnetenhaus hat nun auch seine zweitägige Aussprache über den Ausstand gehabt, wobei der sozialdemokratische Abgeordnete Tr. Liebknecht durch ungehörige Bemerkungen fiu) mehrfach Ordnungsrufe zuzog. Es kam natürlich ebensowenig bei der Besprechung heraus als im Reichstage. Am gestrigen Dienstag brachte der Minister des Innern v o n T a l l w i tz einige im Ruhrgebiet vorgekommene Ausschreitungen zur Sprache und verwies wiederholt aus die Richtigkeit der von ihm vorgestern vor­vorgebrachten Mitteilungen über Unruhen und Ausschrei­tungen seitens der Streitenden. Nachdem noch Abgeordnete anderer Fraktionen ihre Stellung zu der Materie bargelegt hatten, wurde die Besprechung geschlossen.

Dortmund, 19. März. In Asseln (Landkreis Dort­mund) wurden vergangene Nacht an den Wohnungen dreier Arbeitswilliger Dynamitpatronen zur Explosion gebracht. Türen und Fenster wurden stark beschä­digt, Personen aber nicht verlebt. Die Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Auf die Ermittelung der Täter ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt worden.

AU5 den Heid)stag$au$fd)uflen.

. : Berlrn, 19. Mürz.

Der Budgetausschuß begann heute bie Beratung des Kolonial»Voran- schlages. Der Voranschlag für Düb-Westasrika soll erst nach den Osterferien beraten werden. In der Aussprache wurde bie große Zahl ber Beamten in ber Zentralverwaltung beü KolouialamtS bemängelt. Staatssekretär Tr. Sols er- klärte, baß er ohnedies beabsichtige, in ber Verwaltung ber Kolonien eine möglichst weitgehende Dezentralisation vorzunehmen und den Schwerpunkt der Berwal- tung in bie Gouvernements zu verlegen. Dieser Grunbsatz fand allgemeine Zustimmung. Im Verfolg dieser Erklärung würbe beschlossen, einen Teil der neuangefor- berten Stellen als künftig wegfalkend zu bezeichnen. Weiter gab der Staatssekretär u. a. Auskunft über die Verwendung des Afrika fonds der mit 150000 Mark dotiert ist für Forschungen usw. Die Beratung wird morgen fortgesetzt.

Ter WahlprüiungSausfchuß

kam auch heute mit ber Pruiung der Wayl des Abgeordneten Kölsch (nl., Lsfenburg-Kehl) noch nicht zu (&be. Ter Ausschuß beschloß einstweilen eine Reihe von Beweis- erhedüngen; auch wenn diese sämtlich ungünstig für den Mgeoroneten Kölsch aussallen sollten, bleib, ihm einst­weilen immer noch ein Plus von zwei Stimmen. Es sind aber noch einige weitere Einsprüche zu prüfen.

Ter Ausschuß für daS Reich-» und StaatSangehorigkeit-gesetz faßte heute über den Ausländerparagraphen S 7 einen Deilbeschluß. Tie ersten Absätze wurden in ber Fassung ber Regierungsvorlage unverändert angenommen Sie lauten :

Einem Ausländer, der sich im Inland niedergelassen hat, lann die Ausnahme von dem Bundesstaat, in denen Gebiete die Niederlaiiung erfolgt ist, auf seinen Antrag er- teilt werden, wenn er 1. nach den Gesetzen seiner bis­herigen Heimat unbeschränkt geschä|ts,äyig ist, ober nach ben deut|chen Gesetzen unbejünäntt geschäftsfähig fein würbe, oder der Antrag von seinem gesetzüeden Vertreter oder nut dessen Zustimmung gestellt wird, 2. einen un- k beschotterten Lebenswandel ge,uhrt bat, 3. an dem Crte

k Leiner Niederlassung eine eigene Wohnung ober ein Unter-

kommen gefunben har und 4. an diesem Orte sich und seine Angehörigen zu ernähren imstande ist. ,

Vor der Aufnahme ist über die Ersordernisse unter Nr. 2 bis 4 die Gemeinde des Niederlassungsorts und, sofern diese keinen selbständigen Armenverband bildet, auch der Armenverband zu hören."

Ueber die besonders umstrittene Bestimmung des letzten Absatzes dieses Paragraphen, der davon handelt, daß ein Bundesstaat gegen die Aufnahme eines Aus­länders in einem anderen Bundesstaat Be­denken erhebt, führte die eingehende Aussprache im Ausschuß noch zu keiner Entscheidung. Tie Beratung wird morgen fortgesetzt.

Deutsche» Ueich.

Ein Entwurf über eine ResormderFahrkartensteuer ist, so schreibt man uns aus Berlin, im Eisenbahnminiiterium seit längerer Zeit fertiggestellt, wird dem Reichstage vorläufig aber nicht zugehen. Voraussichtlich werden im Laufe des Sommers über die Reform der Fahrtartensteuer noch Verhandlungen mit den einzelnen Bundesstaaten stattfinden.

Au» Stadt und Laud.

Gießen, 20. März 1912.

* * Tageskalender für Mittwoch, 20. März: Stadt­theater: ,Ler UeibgarDüt* Anfang 7 Uhr.

Oberhess. Autoniobilklnv: Vortrag von Ober­leutnant Paul G r a e tz : Im 'Motorboot quer durch Afrika. Abends vH, Uhr in der Universitatsaula.

Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat den eoang. Pfarrer Aug. Hildebrand zu Echzell auf fein Rach- suchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste und unter Verleihung der Krone zunt Rttterlreuz 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen in den Ruhestand versetzt.

Lehrerperfonalien. Überträgen wurde dem Lehrer Ludw. Pi rot zu Ober-Wöllstadt bie Lehreruelle an der Gemeindeschule zu Hetschbach. Zn den Ruhestand wurde versetzt der Reallehrec Hch. Engel zu Wimpfen auf sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste.

Immobilien und OrtSgericht. Nachdem das Grundbuch für Flur 1 der Stadt Gießen, umfassend das (Ge­biet zwischen Ost-, Nord- und West-Anlage und Süd-Anlage bis Bleichslraße, diese bis zur Wieseck und daS Stück Garten- straße bis zum Neuenweger Tor, also die Altstadt einschließ­lich der genannten Straßenzüge, aufgelegt und in Ordnung ist, hören mit dem 1. April die Geschäfte des OrtSgerichtS wegen An- und Verkauf von Immobilien, die in Flur 1 liegen, auf und werden bann nur noch vom Amtsgericht ober durch einen Notar bewirkt. DaS Grundbuch für Flur 26 soll zum Herbst fertig sein. Beglaubigungen werden vor wie nach gegen eine Gebühr von Mk. 0,60 vom Ortsgericht besorgt.

** Dauswirtschaftliche Wander-UnterrichtS- kurse. Nach dem Ergebnis einer von ber hessischen Regierung veranstalteten Umfrage sind in folgenden Kreisen hauswirtschaft­liche Wander-Unterrichtskurse eingerichtet: Darmstadt (seit 1. November 1910), Dieburg (seit 1911), Groß-Gerau (seit Derbst 1911), Heppenheim (seit Januar 1910), Alsfeld (seit Dezember 1909), Friedberg (seit 5 Jahren), Gießen (seit 1905 eine Wanderhaushaltungsichule, seit 1908 deren zwei), Lau­terbach (feit Herbst 1911), Schotten (seit Januar 1910), Bingen (seit Anfang 1911), Mainz (seit 1. Oktober 1911). Im Kreise Worms besteht seit sechs Jahren eine von dem Kreise und der Stadt Worms einaerichtete Kochschule in Worms. Eine Wanderhaushaltungsschule für den Kreis ist geplant, die Ver­handlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Für den Kreis Büdingen ist gleichfalls eine Wanderhaushaltungsichule geplant. Keine Wanderhaushaltungsschulen bestehen in den Kreisen Bens­heim, Erbach, Offenbach und Alzey. Tie Erfahrungen, besonders in ben Kreisen, in denen die Einrichtung schon länger besteht, wie namentlich in den Kreisen Gießen, Friedberg und Lauterbach, sind allgemein sehr gute, ja im Kreise Gießen war man sogar veranlag, eine »weite derartige Schule einzurichten. Auch aus den übrigen Kreisen, in denen die Einrichtung noch verhältnismäßig neu ist, werden trotz der kurzen Zeit des Bestehens im allgemeinen recht gute Erfahrungen gemeldet. Vielfach wird bedauert, daß die Töchter aus dem Jndustriearbeiterstande die Kurse wenig oder garnicht besuchen.

** Gewerbebank Gießen. Die nach dem Beschlüsse der 53. ordentlichen Generalversammlung am 1. März d. I. zwecks Umwandlung der Gewerbebank in eine Ge­nossenschaft mit beschränkter Haftpflicht einzube­rufende außerordentliche Generalversammlung fand am Dienstag abend in Steins Garten statt. Der Vorsitzende, Stadtv. Petri, erstattete, nachdem er die von ca. 85 Mitgliedern einschließlich des Vorstands und Aufsichtsrats besuchte Versammlung begrüßt, einen kurzen Bericht über bie günstige Geschäftslage der Bank und stellte fest, daß der Beschlußfassung über ben Antrag von 297 Mitgliedern auf Umwandlung der Bank in eine Genossenschaft mit beschränkter Hastpflicht nichts mehr entgegenstehe. Nach einer kurzen Aussprache über bie Höhe der Haftsumme wurde einstimmig die beantragte Umwandlung ber Genossenschaft beschlossen. Der bieferbalb not­wendig gewordenen Statutänderung lag eine Reihe von Anträgen des Vorstandes vor, über die das Vorstandsmitglied Moeser be­richtete. Die Paragraphen, deren Anpassung an die neue Gesell­schaftsform eine Weitherung bedingen, wurden einzeln durchberaten. Von den wichtigsten Weiterungen des Statuts ist u. a. anzuführen, Atz bei Abschluß von Wnstellungsverträgen, in denen auch die Befoldunaen und die Kaution der Vorstandsmitglieder zu be­stimmen sind, die Genossenschaft durch den Aufsichtsrat vertreten wird., Den in § 36 aufgeführten von der Generalversammlung zu fanenben Beschlüssen wird ein weiterer, der die Erhöhung der Haftsumme betrifft, zugeführt; weiter in § 38, Abs. 5 gewahrt, daß den Mitgliedern des Aufsichtsrates, die bisher eine Vergütung nicht erhielten, eine solche für ihre Mühewaltung durch bie Ge­neralversammlung bewilligt werden kann. Betr. den in § 44 festgesetzten Bedingungen über die Auszahlung des Guthabens an die Ausaeichiedenen ober die Erben eines verstorbenen Mitgliedes wird beschlossen, daß bie Auszahlung be5 Guthabens erfolgen kann, wenn rür den Ausgeschiedenen keine Bervslichtungen vor­liegen, und weiter, daß der Anspruch der Genossenschaft an den Ausgeschiedencn durch die Haftsumme beschrankt ist. Die Haftung des einzelnen Mitgliedes, die bisher aus dessen ganzes Vermögen ausgedehnt war, ist in § 47 bis zu der durch das Statut be­stimmten Haftsumme beschränkt. Die Bestimmung über die Qfeid)äftdantcile der Genossen wird dahm erweitert, daß jeder Genosse sich mit zwei GeschästSanteilen beteiligen kann, doch ent­scheidet darüber der Vorstand; ein zweiter Anteil kann nur er­worben werden, wenn der erste Wnteil voll emgezahlt nt Die vastsumme betragt für jeden Geschäftsanteil 2000 Mark. Sheuer^ beschließt die Versammlung, es bei den bisherigen teils durchStatut, teils durch Generaloeriammlungsbeschluß fengelegten Bedingungen über Die Hohe des dem einzelnen Genossen zu ge­wahrenden Höchitkredits zu belassen. Ter Vorsitzende schtov nach irTagesordnung die Versammlung mit dem Aus- prude be» u-anfes iur das von ben Erschienenen an ben Verhand­lungen betätigte Interesse.

u c'1D«rei n wird unS geschrieben: Man hort man leiten ne <yragc: Ist es möglich, Frauenleiden ohne Operation janicua, -a ociien/ ^üi man Die Frage, io allgemein, roie fie gestellt ist, beantworten, dann mag dies LtneD üaren I a geiMehen, mehr als fcieäl Htan öüui

nach dem heutigen Stande der Wissenschaft sagen: Tie Natuv- Heilmethode hat durch ihre berrlidfen Erfolge bei Frauenleiden gezeigt, daß von 100 Unterleibs tranken Frauen mindestens 90 ohne jede Operation oft sehr leicht und dauerhaft zu heilen sind. Sehr viele Flauen vermeiden es, rechtzeitig zum Arzt zu gehen, weil sie die unheimliche Schnelligkeit fürchten, mit Der eine Ove ration beschloffen wird, die ja heutzutage unter Narkose und Asepsis sehr einfach ist. Und wird daher nicht selten die Hinzuziehung eines in Der Naturheilmethode erfahrenen ArzteS, der als weniger overationslustig bekannt ist, in ber schroffsten Weise abgelehnt. Tie Feindseligkeit gegen bie Naturheilmethode wird dadurch aber nicht vermindert, nur erhöht; hierin Wandel zu schaffen bleibt nur der Weg übrig: D i c Aufklärung des Publi­kums. Zu diesem Zwecke hat der Verein eine praktische Aerznn Frau Tr. meb. Purtscher-Lucci auS Basel als Rednerin über das Thema,,Welche Operationen können wir bei Frauenleiden verhüten und wie verhüten wir fie?" gewonnen. Der Vortrag nur für Frauen findet am Freitag tm Hotel Schütz statt.

Lanstlreis ließen.

A TraiS-Horlofs, 19. März. Im Bergwerksbezirk der Grube .Friedrich* soll mit Dem Tagadbau von Braunkohlen begonnen werden. Dabei sollen Bagger- mafchinen zur Anwendung kominen. In einer Tiefe von 20 bis 35 Nieter wurden mächtige Kohlenlager festgeitcllt.

- m. Hungen, 19. März. Am Sonntag fand im ,Solmjer Hof* die Hauptoersam mlung deS Bienen- züchlerzw eigvereinS Hungen und Umgegend stall. Rach ber Rechnungsablage würbe ber Voriianb wie folgt gewählt: Hauptlcdrer Rolh-Lich erster Vorsitzender, G. Kohl- Heyer-Hungen Rechner, und Lehrer Lominer-Znhelben Schrift­führer. Letzterer wirb auch zum slelloertr. Vorsitzenden er­nannt. ES wurde beschlossen, heizbare Blenentränken zu be­schaffen und sie bald in jedes Dorf an ein Riüglieb gelangen zu lassen. Ferner soll in einer bald slattfinbenden Versamm­lung ber VereinSstock (Harlmannsbeute) mit Volk frei verlost werben. Auch soll eine Wabenpresse angejchafft werden. DaS Baroermögen des Vereins beträgt 229.94 Alt.

A Hungen, 19. März. Tie Arbeiten zum Neubau deS Votksjchul - und Burgerschulgebäudes sind jetzt vergeben, bie Kosten werden rund 100 000 Alk. betrogen. Der Bau kommt in bie sogenannte Pfanne zu stehen und loll als Putzbau ausgeführt werden. Jin Kellergeschoß wird auch ein Schüler- und em Votksbab eingerichtet. Tas Ge- däube erhält Zentralheizung und elektrische Beleuchtung.

Kreis Büdingen.

(H) Büdingen, 18. Marz. Die Pflastererarbeiten in Büdingen haben nach kurzer Winterrast wieder begonnen. Die Neustadt und der größte Teil der Wltitabt ist bald fertiggestellt, auch der Schloßplatz ist tast ganz aufgebrochen. Tie alten un­brauchbaren Pflastersteine werden auf Veranlassung der Bürger­meisterei in bie Feldwege gefahren, und dort zu Deren Aufbesse­rung verwendet. Am Freitag abend fand Gemeinderats­sitzung statt, auf der als erster Punkt bie Wasserversor­gung bet Stadt auf der Tagesordnung ftanb. Als Vertreter oer Aufsichtsbehörde war Kreisamtmann Froelich anwesend. Das Kreisamt hatte schon im vergangenen Jahre die Bürgermeisterei auf diesen Punkt hingewiesen und mit der Kulturinspektion Fried­berg Verhandlungen gepflogen, ob die bestehende Wajierleitung den heutigen Ansprüchen genügt, ob die Quelle genügend Wasser liefert und wie man bie Wasserleitung vergrößern bezw. höheren Druck Herstellen kann ohne die neu gepflaitcncn Straßen wieder aufzubrechen. Tie Kulturinspektion hat darüber ein umfang­reiches Gutachten aufgestellt und drei Pläne vorgelegt. Kreis- amtmann Froelich erläuterte in leichtverstänDlicyer Weife das Gutachten und erllärte die Pläne. Zunächst teilt er mit, daß die fetzt benutzte Sandbornquelle genügend Wasser liefere, auch die Rohrleitung sei noch intakt, nur hätten bie Rohre, wie alle älteren Wasserleitungen, zu geringe Dimensionen und zu wenig Rauminhalt. Dadurch würde der Druck bedeutend Derminbert. Um bessere Druckverhaltnisse zu schassen, schlägt die Inspektion vor, einen höher gelegenen Hochbehälter anzulegen; entweder müsse man das Waster in ihn aus dem vorhandenen Hochbehälter durch einen Gasmotor einpumpen oder man müsse es ihm durch eine höher gelegene Quelle zufsthren. Durch diesen Hochbehälter sei Dann bie Stadt leicht in eine Hoch- und Niederbruckzone einzuteilen und damit würde auch den höchstgelegenen Gebäuden genügend Wasser zugeführt. Auch in der inneren Stadt könnte im Falle eines Braiides der gefährdete Stadteil durch eine 2chiebervornan-- tung leicht unter Hochdruck gestellt werden. Der Beitrag der Brandversicherungskasse an die Stadt würde dadurch höher werden. Um die Pflasterung nicht aufzuhalten. Die Möglichkeit dieser Ver­besserungen aber ofsenzuhalten, schlägt die Kulturinspektion vor, von der Schlachthausstraße durch die Bahnhofstraße nach der Brunostraße bezw. dem Neuen Weg einen toten Strang aus 150 Millimeter weiten Röhren vor der Neupflasterung einzulegen, um später diese Rohrleitung über die Brunostraße bezw. dem Neuen Weg nach der Gymnasiumsstraße weiter zu führen. Damit würde die ganze südlich und südwesllich gelegene Stadt an das Hochdruckgebiet angeschlossen. Die Aussprache zeigte, daß die Ge­meinde zunächst vor Den großen Kosten dieser Anlagen (50 000 bis 60 000 Mart) zurückschreckt. Gemeinderat Schulz hält die heutig. Wasserleitung, nachdem die Rohrdesekte im vergangenen Jahre beseitigt worden seien, für vollständig ausreichend; wenn in etwa 15 bis 20 Jahren die Leitung vergrößert werden müßte, bann könnte man die Rohre leicht in den Fußsteig der Bahnhofstraße, ber genügend breit sei, einlegen und Die Kosten für ben toten Strang sparen. Die Gemeinderäte Keil und R u 11 m a n n glauben eine wesentliche Verbesserung Darin zu erblicken, wenn der geplante Rohrstrang über die Brunostraße geführt und gleich an ben bestehenden Hochbehälter angeschtossen würde. Eine Be­schlußfassung wird ausgesetzt und die Bürgermeisterei beauftragt, in dieser Hinsicht bei ber Kulturinspektion anzufragen und um Entsciidung eines Vertreters in der nächsten Gemeuideratssitzung zu bitten.

Kreis Lauterdach.

= Lauterbach, 19. März. Am Sonntag, 24. Mörz, nachmittags 21/* Uhr, wirb zu Lauterbach im Konsir« mandenfaate em Gottes bienst für Taubstumme ab­gehalten. Unbemittelte Taubstumme können Ausweise zur Erlangung von Fahrpreisermäßigung burch Lberpsarrer Atüllv m Lauterbach erhalten.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 19. März. Mit der Erbauung der elektrischen Zentrale Wölfersheim wirb cS fetzt ernst. Ätachbem bie verschiedenen Gebäude abgesleckt worben sind, wurden nunmehr bie Erdarbetten auSgefchrieben. Tie Arbeiten leitet ba6 Hochbauamt Friedberg.

X B a d-N a uheim, 19. Marz. Eine Sitzung der StabtOcrorbnctcn fand unter bem Vorsitz von Bürger­meister Dr. Kayser heule nachmittag stall. Von uea G.gemumoen Der Berarung icien Die folgenden herooigehooen: Der Badefist^s beahitdftigi, eine neue Baderform emzuführen. Der Uebcr- fluß der Mineralauellen (Kur-, Karls- und Ludwigsbrunneu und Ivater noch Lowenquelle in Schwalheim), soll in das Badegebiet geleitet und dort zu Bädern verwandt werden. Die Erlaubnis und Turchfuhrung der Leitung durch städtisches Gelände wurde von der Versammlung aus Widerruf erteilt. Als städtischer Kon­trolleur für Vas Rechnungsjahr 1912 wurde Stadll. Minder, als dessen Stellvertreter >sradtr. Rosenthal gewählt. Mit Rück­sicht auf den Aufenthalt der deutschen Kaiserin zum Kurgecrauch hier, der am 11. April beginnen wird, soll die Pariitraße mit noch wetteren Flaggenrnaschaltcrn bis zur Burg­allee versehen und der zur Dekorierung nötige Flaggenstoff enu geschafft werden.. Lme Sum«« ÜfiO iptnU »ttd Däiti M*

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