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Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.
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Anekdoten und Randverfügungen.
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Machen die kann ich alle unterbringen aber mit die Madames weiß ich nirgends hin."
Anekdote. Im Jahre 1781 Halle der König die Kaffeeregie eingesührt. Tas Volk mar über diese Verteuerung «eines Lieblings - geträntes höchst aufgebracht. Eines Tages ritt der König, nur von einem Reitknecht begleitet, durch die Jägerstraße. Schon von weitem Iah er auf dem Werderschen Markte das Volk sich drängen. Er ritt hinzu und findet eine Karikatur seiner selbst angeschlagen, wie er kläglich aus einem Fußschemel hockt, eine Kaiseemühle zwischen Den Knien haltend, mit der Rechten mahlend, mit der Linken gierig nach den hercrusfallenden Bohnen greifend. „.Hängt es doch niedriger, daß die Leute sich nidyt den Hals ausrecken!" ruft der König. Ungeheurer Jubels die Karikatur wird in tausend Fetzen zerrissen, von lauten Hochrufen begleitet reitet der König langsam von dannen.
R a n d v e r iü g u n g. In einer schlesischen Kirche werden wiederholt der Maria als Tankopfer dargebrachte Silberstücke gestohlen. Ter Mister hat Verdacht auf einen Soldaten, der beim Gottesdienst immer der Erste und der Letzte ist. Man hält ihn an und findet solche Silberslücke bei ihm. Ter Soldat leugnet: et habe sich in seiner Not an die Vcuttergottes gewandt und biera selber habe ihm dann die Silberstücke in sein Quartier gebracht. Er wird kriegsrechtlich verurteilt und das Urteil dem Könige zur Bestätigung vorgelegt. Ter fragt einige katholische Geistliche, ob nach den Lehren ihrer Kirche ein solches Wunder möglich sei, was Diese besahen. Ta schrecht Der König unter das Urteil: „Ter vorgebliche Uebritäter wird von der Strafe losgesprochen, da er zumal den Diebstahl zu leugnen beharrt, und nach Der Erklärung Der Theologen seiner Kirche das gewirkte Wunderwerk nicht unmöglich ist. Allein für die Zukunst verbiete ich ihm bei harter Strafe, weder von der heiligen Jungstau noch von irgend einem andern Heiligen irgend etwas mehr anzunehmen."
Anekdote. Ein Geistlicher übersandte dem Könige eine Abhandlung über die Sünde wider den heiligen Geist. Ter König schrieb ihm zurück: „Seine Sünde wider den heiligen Geist habe ich richtig erhalten, und ich bitte Gott, daß er seinen Verstand in seine gnädige Obhut nehmen möge."
R a n d v e r i'ü g u n g auf dein Gesuch des Leutnants a. T. Grafen Maruschka, eine Bürgerliche heiraten zu dürfen: „ich bekümre Mir nicht um feine amours."
Anekdote. Bei seinem letzten Besuche in Breslau 1785 unterhielt sich der König, dessen Menschenrerachtung mit den Jahren gewachsen war, mit dem Vrofessor Garve über lebenöphil osophi>a 2 Fragen, wobei er die Menge .Kanaille" nannte. Garve pri testierte: „Als Eure Majestät gestern in die Stadt kamen, und alles Volk zufammenliei, um seinen großen König zu sehen, das Mae nicht „Kanaille"!" Ter König erwiderte gelassen. „Setze Er einen alten Asten aufs Pferd und laffe Er ihn durch die Straßen reiten, so wird das Volk ebenso zusarnmenlausen."
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Berlin, 22. Jan. Bis Mitternacht waren von 80StichwahlensämtlicheErgebnissebekannt. Gewählt sind: 27 Sozialdemokraten, 18 F 0 rt - schrittlich e Volkspartei, 13 Nativ nallibe- rale, 5 Konservative, 3 Wirtschaftliche Vereinigung, 3 Zentrum, 3 Welfen, 2 P 0 len, ein Reichspartei, 1 Deutsche Reformpartei, zwei Bayerischer Bauernbund, 1 BayerischerLibc-- ral er und 1 Lothringer.
Mit den heute vollzogenen Stichwahlen find bis jetzt 364 Reichstagsabaeordnete endgültig gewählt. Davon Deutsch-Konservative 41, Reichspartei 12, Wirtschaftliche Vereinigung 10, Deutsche Reformpartei 3, Konservativ-Wilde 2, Polen 16, Zentrum 91, Welfen 5, Bayerischer Bauernbund 3, Nationalliberale 37, Fortschrittliche Volkspartei 35, Bauernbund 1, Bayerische Liberale 1 Sozialdemokraten 99, Elsässer 5, Lothringer 2, Dänen 1
des Fortschritts in Wort und Schrift mehr mit dem Sozialdemokraten sympathisierten.
Der fortschrittlichen Volkspartei ist Al^ey-Bingen als Gewinn zugesallen. Der Sieg des Führers Korell über Dr. Decker, den viel befehdeten Rechtsnationalliberalen, ist nur mit etwa 10 Stimmen Mehrheit erfolgt. Erbackf-Bensheim, der bisherige nationalliberale Wahlkreis, ging an die Sozialdemokratie verloren, nachdem der Christlich-Soziale Rippet die bürgerlichen Stimmen nicht hinreichend an sich fesseln konnte. Erfreulich ist, daß Friedberg-Büdingen den Sozialdemokraten entrissen wurde: der Einigungstandidat Strack erhielt eine Mehrheit von etwa 1200 Stimmen. In Worms wurde Frhr. v. Heyl wiedergewählt, und Alsfeld-Lauterbach muß Herr Bindewald seinem nationallibe- ralen Gegner Heck überlassen, der über 1000 Stimmen mehr erhielt. Ueber Offenbach und Mainz weht bekanntlich seit der Hauptwahl am 12. Januar die rote Fahne.
Unser Gießener Wahlkreis bleibt int Besitz des deutsch-sozialen Dr. Werner. Der Vergleich des gestrigen Ergebnisses mit dem der Stichwahl vom 21. März 1911 zeigt keine besonderen Veränderungen. Dr. Werner erhielt 450 Stimmen mehr als damals; 222 Stimmen brachte die Stadt Gießen mehr für ihn auf. Beckmann, der sozialdemokratische Kandidat, erhielt im ganzen nur 274 Stimmen mehr als am 21. März 1911. 99 Stimmen brachte Beckmann in der Stadt Gießen mehr auf. Bekanntlich waren bei der letzten Hauptwahl 6969 Stimmen auf den Hbc-i ralen Kandidaten Erkelenz gefallen. Dr. Werner zählt, gegenüber der Hauptwahl, einen Zuwachs von 3245 Stim-> men, Beckmann einen solchen von 3937.
Faßt man das politische' Gesamtbild Hessens ins.Auge, wie es sich gegenüber der Vertretung im letzten Reichstag bietet, so ergibt sich: Die nationalliberale Partei wahrt ihren Besitzstand von 3 Mandaten, die Fortschrittler gewinnen Alzey-Bingen, die Sozialdemokraten haben statt 3 jetzt vier Mandate, die Antisemiten verlieren Alsfeld-Lauterbach, und das hessische Zentrum ist int Reichstag nicht -vertreten. Also im ganzen, wie bei den Landtagswahlen, ein Ruck nach links.
Die bisherigen ReichNagrstichwahlen.
Gießen, 23. Jcm.
Tic gestern vollzogenen 80 Stichwahlen haben Ergeb nissc gehabt, wie man sie im ganzen infolge I her Parteiparolen voraussehen konnte. Tic Sozialdemokraten — das ist der hervorstechende Zug — haben I r< Mandate hinzuerobert und verfügen, während noch I 33 Wahlen ausstehen, vorläufig über 99 Abgeordnete! Das II Zentrum, das wieder einige empfindliche Niederlagen erlitt, I brachte gestern nur 3 Kandidaten durch und hat jetzt 91 Man- I bäte im Besitz. Der Liberalismus hat im ganzen gestern II ttine Enttäuschungen, aber auch wenig frohe Ueberraschnn- I gen erlebt. Tie fortschrittliche Volkspartei gewann zu ihi;en 17 Sitzen 18 hinzu, die Nationalliberalen erhielten zu ihren \ kl Mandaten gestern 13 neue. Auf einige Wahlkreise war I bas Interesse mit besonderer Spannung gerichtet, darunter II einige hessische, die besonders besprock-en werden sollen. In II Frankfurt war der AuSgang zweifelhaft. Dort hat nun || Itibct doch der Sozialdemokrat Dr. Quark die Palme er- I rangen und zwar siegte er mit 4000 Stimmen Mehrheit | über den Fortschrittler Oeser. Dann beklagt die fortschritt- | lidjc Volkspartei auch den Verlust von Görlitz, wo der bis- | hörige Abgeordnete Mugdan gleichfalls einem Sozialdemo- I traten weichen muß. Ferner geht der alte Richtersche Wahl- [ kt cis Hagen an den Umsturz über. Dagegen wurden die L bisherigen Abgeordneten Payer und Haußmann wieder- g wählt, und auch der heiß umstrittene Berliner.erste Wahlkreis bleibt, freilich mit nur 10 Stimmen Mehrheit, dem Fortschrittler Kaeinpf.
Die Nationalliberalen, die Goslar von der Wirtschaftl. Vereinigung, Eisenach von ben Sozialdemokraten und Böblingen vom Bauernbund eroberten, sehen auch auf einige schmerzliche Verluste. Der bisherige Abgeordnete Fuhrmann wurde in -Osterburg-Stendal nicht mehr gewählt. Tie , »wnservativen buchen diesen Wahlkreis als einen ihrer >spär- lichen Gewinne. Ferner gingen Osterode, Halberstadt, Bern- p burg-Ballenstaedt und Bayreuth an die Sozialdemokraten I verloren. Sehr bedauerlich ist, daß die nationalliberale | J-airtci auch zwei Wahlkreise an die Welfen abtreten muß, | nämlich Lüneburg und Nimburg-Stolzenau. Eine Entschä- l biflunß dafür ist ihnen'der Gewinn von Göttingen-Münden.
Die Parteien der Rechten haben schlecht abgeschnitten,
Aus dem Buche „Ter König". Friedrich der Große in semen Briefen und Erlassen, sowie in zeitgenössischen Briesen, Berichten und Anekdoten Mit biographischen Verbindungen von Gustav sDendetssohn-Bartholda Mit Bildnis von Menzel. 1.—60. uruienb. Januar 1912. Verlag Wilhelm Langewieschc-Brandt, Ebenhausen bei München.
Anekdote. Arn 9. Oktober 1744 erzwang Zielen den Utbergang über die Moldau bei Thein. Dabei siel der Husaren- eutnani von Wedelt, ein besonderer Liebling des Königs Aus int Meldung hiervon ritt dieser mit dem Rute: „Wo ist Wedell, wo ist Wedell?" in großer Aufregung durch die Reihen der Versandeten. Ta richtete sich ein Leutnant, Dem der Fuß zerschossen 11 ar, aut und antwortete: „Majestät, hier lieaen lauter Wedclls." — „Er hat mir eine gute Lehre gegeben, ich danke Ihm davor! toic ist Sein Name?" — „Hohendorf." — „Wenn Er kuriert 16, melde Er sich bei mir." — Hoh.mdorf wurde wiederhergestellt, neidete sich und erhielt eine Oberförsterstelle.
Randverfügung des Königs auf das Abschiedsgesuch -<neS Obersten, der sich einbildete, krank zu fein: „Mir geht es md) nidrt immer wie ich es gern haben möchte, deswegen muß ich .immer König bleiben. Rhabarber und Geduld wirken vortrefflich."
Anekdote. Als ein Offizier einen Stückknecht schwer ge- dmntien hatte, sagte der König: „Ta meine Armee aus lauter Menschen besteht, Ihr aber ein Unmensch seid, so seid Ihr hiermit nxggeiagt. Bezahlt dem 5tnel)tc fünfzig Taler für seine Schmerzen. Nün schert Euch zum Teufel."
Anekdote. In Leipzig besuchte der Marquis d'Argens ben König. Eines Abends traf er ihn auf dem Boden sitzend und leine Hunde fütternd. Mit einem Stöckchen hielt er Ordnung, idbob er dem Lieblinqshunde die besten Stücke zu. Ter erstaunte Moronis schlug die Hände zusammen und rief: „Wie werden sich bod) letzt die fünf großen Mächte von Europa, die sich wider den Marguis de Brandebourg verschworen haben, den Kopf zerbrechen, er jetzt tue. Sie werden etwa glauben, er mache einen für 'i« gefährlichen Plan zum nächsten Feldzuge, er sammle die Fonds, um dazu Geld genug zu haben, oder er besorge die Magazine für Mann und Pferd, ober er entwerfe Negotiationen, um feine Feinde üu trennen und sich neue Äliierte zu schaffen. Nichts tron dem Men! Er sitzt ruhig in seinem 3immer und füttert seine Hunde."
Randverfügung auf einem Gesuch Der Bürgerschaft von Uotsdam um Beihilfe zur Bezahlung der österreichischen Kriegs- izontribution: „Sie mögen Sehen wie Sie die Schulden betzahlen, idft werde das liderliche Gesindel nicht einen groschen geben."
Randverfügung auf Dem Gesuch eines Maurergesellen nin das freie Meisterrecht in Berlin: „Wohr nicht Meisters
genung Srindt fan man ihm an Nehmen wohr er nicht faul wie die berliner Seindt ist."
Nandverfügung auf Berichten des Geheimen Rates von Brandt: „Er Schreibet dem Teufel ein ohr ab, er Sol nicht Schreiben als man es der mühe Wehrt ist." — „ich werde ihm fein Geldt zu Schreiben Schicken, den er Schreibet Sich die Finger ab er Sol Schreiben was Röhtig ist und nicht Sol vihl unnützes Zeuch dar er mir mit behelliget."
Randverfügung auf dem Gesuch des Prririgers Pels um Erhöhung seines Einkommens: „Tie apostelen Seindt nicht gewinn Süchtig gewesen Sie hccken umb Sonst gepredigt, der Herr Pels hat keine apostolische Sehle und denket nicht das er alle güjjter in der Welt vohr nichts anfeheu mus."
Randverfügung auf der Anfrage eines Stadtmagistrates, wie rin Bürger zu bestrafen sei, der Gott, den König und den Magistrat gelästert: „Daß der Arrestant Gott gelästert hat, ist em Beweis, daß er ihn nicht kennet: daß er mich gelästert hat, vergebe ich ihm: daß er aber einen edlen Rat gdälleri, hat, dafür soll er exemplarisch bestraft werden und auf eine halbe Stunde nach Spandau kommen."
Anekdote. Ter Bischof von Ermeland hatte durch die Teilung Polens beträchtliche Einkünfte eingebüßt. Als er 1773 Dem Könige in Potsdam feine Aufwartung machte, fragte ihn dieser: „Sic können mich ivohl unmöglich lieb haben?" Der Geistliche antwortete, er werde nie die Pflichten des Untertanen gegen feinen Monarchen vergessen. „Ich," meinte der König, „bin Ihr sehr guter Freund und rechne stark auT Ihre Freundschaft. Sollte mir Petrus einst den Eingang ins Paradies versagen, so werden Sie, hoffe ich, die Güte haben, mich unter Ihrem Mantel unbemerkt bineinjutragen." — „Tas wird schwerlich angehen," sagte der Bischof, „Eure Majestät haben ihn zu sehr beschnllten, als daß man noch Konlrebande darunter verstecken könnte."
R a n d v e r f'ü gu n g auf der Bittschrift des Vorstandes der Katharinenkirche zu Potsdam, der König möge von dem beabsichtigten Bau von Bogengängen um die Kirche Abstand nehmen, da diese dadurch zu viel Lickt verlieren würde: „Selig sind, die da nicht leben und doch glauben." (
Randverfügung auf dem Gesuch des Lbenten von Lossow um den Hriratskonsens sür^verschiedme^feiner Oft'iziere: „wann Huzaren Wecker nehmen So Seindt Sie Selten noch ban ein Schus pulver wert aber wen er Meinte daß Sie doch guht Dinen würden. So wollte ich es erlauben."
Randverfügung auf Der Eingabe zweier Deamtenfrauen, Der König möge entscheiden, welche von ihnen den höheren Rang habe: „Tie größte Närrin geht voran."
Randv er fü gu n g auf dem Gesuch des Generalmajors von Rothkirch um eine Präbende für eine seiner Tochter: „es seynd 30 bis 40 anwartschaften auf jeder Stelle. Er soll hübsch Jungens
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Presftstimmku.
Berlin, 23. Jan. (Drahtbericht.) Die „Kreu 5ztg." gilck zu den gestrigen Stichwahlen leinen Kommentar. — Tie „Deutsche Tageszeitung" bedauert, daß in Kaisers - lautern Dr. Roesicke unterlegen ist. Nach dem liberalen Verrat wäre dieses Ergebnis vorauszusehcn gewesen, lieber die Niederlage Trtmborns i n K ö l n sagt das Blatt, von den heiß umstrittendsten Kreisen ist diesmal Köln durck den Verrat der Jungliberalen an die Sozialdemokraten ge fallen, die den Kreis jahrelang vergeblich nmkämvft haben, bis sie endlich den Vorteil ans der bürgerlichen Zwistigkeit gezogen haben. e .
Auch die „Poft", nachdem sie den gestrigen Stichwahl' tag als einen bösen Tag für die R e i ch s p a r t e i charakterisiert hat, da von fünf Wahlkreisen, in denen sie zu kämpfen gehabt habe, nur Danzig-Land behauptet worden sei, widmet dem sensationellen Kölner Sieg der Sozialdemokraten einen längeren Passus. Es sei ein Schlag, den das Zentrum nicht verwinden könne. Tief niederschmetternd werde das in allen katholischen Landen wirken. I
Die „Tägliche Rundscha n" schreibt, eine M ehr- h eitsb ildung der Linken ist f r a g 1 ich g ew 0 r- den. Tic Entscheidung steht auf der Messerschneide. Jedenfalls wird die Mehrheit nur gebildet, um zu zerfallen. 'Tas Zentrum hat die schwerste Wunde, die ihm der Wahlkampf gebracht, jetzt empfangen, den Verlust des heiligen Köln, des deutschen Rom, das trotz der Rede Posadowstns und trotz der sympathischen Persönlichkeit Trimborns an die Sozial« Demokraten mit einer Mehrheit von 2000 Stimmen Bern loren ging. \
Ter „Berliner Lokalanzeiger" stellt fest, daß innerhalb der Reichstaasparteien eine weitere Verschiebung des Gleichgewichts nacy links eingctreten sei, hält aber die bisherige Mehrheit der rechtsstehenden Parteien noch nicht für vernichtet, wenngleich man bei manchen neugewählten Mitgliedern der kleinen Frat"' tionsgruppen die eigentliche Parteistellung vorläufig noch nicht genau angebcn könne. Es ist jetzt nahezu ein Gleich gewicht der Kräfte für den neuen Reichstag und erst die letzten am 25. Januar vorzunehmenden Stichwahlen wer- den zeigen, ob eine ausgesprochene Mehrheit der Rechten oder der Linken erzielt werden wird oder nicht.
Fast ebenso urteilt die „V 0 s s i s ch e Z e i t u n g". Ob die bisherige Mehrheit beseitigt wird, steht noch nicht fest. Bisher zählen wir 188 Mgeordnete für den sckstvarzblauen Block, 1<5 für seine Gegner.
Tas „Berliner Tageblatt" jubelt über den Fall des heiligen Köln, der Hochburg des Zentrums. Die Sozial« Demokratie, welche die weitaus stärkste Partei im neuen Reichstag sein werde, ernte von der dem reaktionären Kurs feindlichen Stimmung der Wähler den Hauptvorteil. Aber auch die Fortschrittler hätten sich tapfer gehalten. Sie werden schwerlich an Zuwachs gewinnen, aber sie werden auch nicht wesentlich vermindert aus den Wahlen hervorgehen, und sie haben ebenso an Wahlstimmen, wie an politischem Prestige bei diesen Wahlen gewonnen. Daß oie Wahlen eine völlige Klärung bringen werden, hält das Blatt für wenig wahrscheinlich.
Optimistischer äußert sich die noch weiter links stehende „M 0 r g e n p 0 ft". Nach ihr ist die bisherige Mehrhell bereits jetzt in die Minderheit gebracht.
Der „V 0 r w ä r t s" triumphiert über die reiche Ernte des gestrigen Tages. Vor allem gehöre Köln jetzt der
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General-Anzeiger für Oberhessen 8KK
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Die Wahlen in Hessen haben für uns natürlich ein ganz besonderes Interesse. In sieben Wahlkreisen fiel die | Evitscheidüng. Dr. Osann, der hessische nationalliberale I ^rihrer, verliert infolge der fortfck>rittlichen Parole, in I Darmstadt sein Mandat an den Sozialdemokraten Dr. Ques-> i jel. Dieser siegte mit einer Mehrheit von etwa 4500 Stim- ; nwn. Gegen die Hauptwahl hat Osann seine Stimmenzahl I' um etwa 5700 vermehrt, der Sozialdemokrat bekam nur ' etwa 3100 Stimmen mehr. Man sieht, die 7268 fortschritt-- i lichen Wühler Dr. Streckers haben die Parteiparole auf 1 Lrimmeuthalt in ihrer großen Mehrheit keineswegs be- ! folgt. Friedrich Naumann hatte am Tag vor der Stiche 10111)1 in Frankfurt noch erklärt, daß die Unterstützung CfannS angebracht wäre, während die örtlichen Fül)rer


