Ausgabe 
26.9.1912 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Hr. 221

Zweites Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 26. September 1912

(rria)rnt täglld) mit AuLnohm, oonnlagf. A a > A a . a a ? a. a a a Holelwntonicf und Strlag bet Vrüblichen

* ..«'..»er werden dem (|i|A|XA||^r

äsxääs v/ivf)viav

tragen" erscheinen monatlich iroeimal. General-Anzeiger für Oberhessen SUbefuorcea^ 112. ZeL-Slbrj AnzeigerGießen.

I hessischer Gautag der technischen Privatangestellten.

I . Ter ..Bund der technisch-industriellen Beamten" dielt am : »nntdfl in Franken am Main den 3. ordentlichen Gantag |h ,es wauc» dessen ab. Es waren Benrerer aus allen Teilen de» W los Herzogtums und der Provinz Dessen gekommen, um c en I Verhandlungen tm Auftrage ihrer «ermaliuidstellen berzuwohnen. N! vvrabend hatte die Ortsgruppe Frankfurt eine öf'entliche Versammlung im Börsensaal veranstaltet, in der der i9cid>ä!to- 'tsrcr des Bundes, Ingenieur V ü b c m a n n Berlin, einen Bor- I -M vielt überDie Privatangestellten in der mo- ernen Wirtsckaftsentwickelun g". Die Versammlung von etwa 600 Personen besucht Der Vortragende ging ** von der rvirtschaulichen Entwickelung Deutschlands in den :ni<n Jahrzehnten D,e Privatangestellten. so sagt. er, stellen ibe neue schicht von Arbeitnehmern dar, die aus der industrieljen Vandele Entwickelung geboren ist. Rein zahlenmäßig ist | d.»n Die ständig ivachsende Bedeutung der Privatangettellten erkennen. ES gibt heute in Deutschland mehr al» zwei Millionen, das macht mit den Angehörigen etwa zehn I Millionen Menschen aus. Aber nicht die Zahl allein f p-'hl die Privatangestellten zu einem beachtenswerten Faktor im I Ziitscl-astSleben, sondern vor allem ihre Bedeutung für die Volks- I rictschaft. Der Privatangestellte nimmt eine Mittelstellung ein II.rächen Arbciler'chasl und Ardeitgedertum, die aber nicht io ist, Wlnjc sich manche BolkSkreisc daS vorstellen, daß er nämlich dein I I Zeitgeber näher stehe als dem Arbeitn Ini Gegenteil. die ktuterwlegeyde Mehrzahl der Privatangestellten ist mirtididithdi I r1' j?* D*c^ desser gestellt als die Lohnarbeiterschaft, k Statistik zeigt, daß nur ein ganz geringer Teil von ihnen . :i der Lage ist, sich einmal selbständig ui machen Aus der Stillung der Angestellten im Wirtschaftsleben und aus ihrer Weden Stellung gegenüber dem Arbeitgeber folgt für sie aber U Von selbst die Notwendigkeit, $? rganisationen zu bilden, ie ihre sozialen und Wirtschaftlichen Interessen wahrzuu-hnien i ilrn Es gibt auch Organisationen genug Ein Urbcrblid über 1 .ir Organiialioncn der Privatangestellten weist aber eine geradezu | terraschende Unordnung, ein furchtbares Tohuwabohu aus. Da Ület man paritätische .VamionieDi*rbä»t>c, deren Vertreter namem

I die großen Dandlungsaehilsenverbände sind aus der einen E llc und aus der andern Sette gewerkschaftliche Organisationen. I p< Folgerung der wirtschaftlichen Entwickelung ist aber die ge- Epif)d)afllid)c Organisation, deshalb hat sich and) der Bund der L(h liidpinbufiricHen Beamten diese Form gegeben.

In der sehr lebdasten Aussprackie besprach zunächst Ingenieur IM il-r-a m m - StuttgaN die En'olge, die der Bund durch sein ent- WliPcdeneS Auftreten bereits für die technischen Privatangestellten Hinnen hat, und Rechtsanwalt Tr Sinsheimer- Frcmk- liiii ging naher auf die Verhandlungen der Iuristentage über die «Heue des cinbeitlidK» Angestelltcnrechts ein.

Die Verbandlungen des Oknitaqco begannen am Sonntag vor- I riittag 8« 3 Uhr und fanden im Westendgarien statt. Aus dem tut Waukitrr, Ingenieur Wramin, erstatteten Geschäftsbericht kii hervor, daß der Bund im verflossenen Jahre trob stärkerer . ir nung seiner gewerkschaftlichen Richtung und trotz einer er- 1 ?b.hd)cn Beitragserhöhung noch um 2714 Mitglieder zugenommen j Auch in diesem Jahre ist die Zahl der Mitglieder erheblich cr>r 'gen, so daß heute mehr als 21 000 technische Privatange- ! i Ile im Bunde organisiert sind. Die Macht einer Organisation Mbntint aber nicht allein in ihrer Mitgliederzahl zum Ausdruck, ji rm vor allem in dem Geist, der sie durckrdringt. Die Tat- aber, daß es schon in den letzten 6 Monaten allein in den i -uN'd-en Wauen gelungen ist, in 16 Firmen durch einmütiges t lui-icheu der technischen Angestellten, Verbesserungen im Arbcits-

adschiedet tvorden war Im HauSarbeitsgesetz, das nur all- gemeine Bestimmungen über Hausarbeit enthält, ist der Bundesrat ermächtigt worden, nach Bedarf für bestimmte Industrien weitere Sonderbesnmmungen zu erlassen Der Bunbesra? wird betreffs der Zigarraninduftrie von dieser Ermächtigung Gebrauch machen, da die Verbältnisse hier noch immer verbesserungsbedürftig sind In der Verord­nung werden die wesentlichen Bestimmungen des gescheiter­ten Gesetzes Aufnahme finden, die sich auf die Grosze der ArveitSräume und die Beschäftigung Ju­gendlicher und Kranker beziehen.

Wünsche des Kraukenpflegeperloval».

Die Frage einer gesetzlichen Regelung der Verhältnisse des Kranken Pflegepersonal e bildet seit geraumer Zeit den Gegenstand von Erwaaungeti der Reichsregierung, auch im Reichstage war die gesetzliche Regelung der Frage im letzten Frühjahre befürwortet wor­den Von der Regierung ist, wie mir hören, in Aussicht genommen, für das Pflegepersonal in Staats, Provinzial und Mommunafbetrieben (staatlichen, Kreis- und städtischeii zdrankenHäusernt eine Unfallfürsorge zu schaffen, da erfahnnigsgemäfo ein sehr großer Prozentsatz dieses Per sonals spater fürforgebebürftig ist.

Diese staatliche Fürsorge wird dankbar von den Betei­ligten anerkannt, aber nicht als ausreichend gehalten Grundbedingung für die gesetzliche Fürsorge wäre eine etatmäßige Anstellung nach einer Ausbildungszeit in staatlichen Instituten nach etwa vier Jahren Dienstleistung mit 1800 Mark Anfangsgehalt. Es wird betont, daß nur dieser Weg für die Aufopferung des Pflegepersonals einen Ausgleich bieten kann und eine kleine Rente allein nicht genügt.

Für das private Pflegepersonal liegen die Verhältnisse bedeutend schlechter, es soll nicht unter das gedachte Gesetz fallen, ist also auf Privathilfe im Falle der Arbeitslosigkeit angewiesen. Merkwürdigerweise fällt dieses Personal unter das Angestelltengesetz nur bei ge­wissen Vorbedingungen, auch die neue staatliche Unfall­versicherung ist bei diesem Personal nicht immer anwend­bar. Vielleicht wäre es möglich der Errichtung von Kam­mern jür Krankmipslegepersonal nach dem Muster der Aerztekammern die Wege zu ebnen.

Der 5ecrcsausfd}ufj der Gefterreichischen Delegation verhandelte über das M a r i n e b u d g c t. Der Marinekonnnan- danl Graf o. Atonie Euceuli betonte, daß die vorgesehene 5r- hölmng des Normalbudgets nicht den Bedürfnissen der Marine- Verwaltung entspräche. Insbesondere sei der Posten für Neu­bauten und Ersaichauten unzureichend. Ter neue Dread­noughtViribus Unitis" bestand die Probesalmt vollständig befriedigend. Er entwickelte eine um 0,8 Seemeilen größere Geschwindigkeit, als kontraktlich ausbedungen war. Tie etwa vier Zentimeter tiefere Tauchung des Schisses sei belanglos. Tas komme auch bei englischen und italienischen Schiffen vor. Ter Marinekommandant teilte ferner mit, daß der zweite Dreadnought Tcgctboff", der am 23. Mär; 1912 vom Stapel gelaufen ist, voraussichtlich im nächsten Frühjahr in das Geschivader einge reiht werde. Ein drittes 3d*iT werde Mitte November vom

- :> i iltnis hcrbciiufuIrren, beweist, daß ein guter gewerkschaftlicher i die Bundesmitglieder beseelt. Natürlich sind auch Maß- 11 i unflcu nicht misgeblieben So ist bei der Firma Weiß- I : (ler in Frankfurt ein Kollege unter Umständen entlassen I »Aen, die die Annahme einer Maßregelung rechtfertigten. Die ituu 3 t ö b r in Offenbach bat von ihren Angestellten mehrfach I .':n Austritt aus dem Bunde verlangt. Alle die Maßregelungs- I :nsiuche haben aber den Bund nicht schwächen können, sondern ihm I ric genützt. 3in Gau Hessen ist ebenso wie in den anderen | in h eine rege Agitation entfaltet worden. Es wurden etwa l"y) SBerbeoerfanintlungcn veranstaltet und eifrige Einzelagitation I Hlieben. Die Kassenverhältniise des Bundes sind gute, er bat ; <1-111 int Jahre 1911 etwa 100 000 Mk. an Solidaritätsunter- ' fj-.ung und 10 000 Mk. an Stcllenloscnuntcrstützung bezahlt.

itr »l-tem schloß das Jahr 1911 noch mit einem Ucberschuß von ti-c 30 000 Mk. ab.

Aus den dem Gefchästsbericht fid) anschließenden Berichten hr Verwaltungsstellen ging hervor, daß es im Gau t.- trn noch große Werbcmöglidikeiten für den Bund gibt und daß tjn in allen Orten mit größtem Eifer daran arbeitet, die außen »lenden Kollegen für die Organisation zu gewinnen. Vielfach jmcDcn Klagen erhoben über die in einzelnen Orten herrschenden Äfi itSverhältniffe, die zu verbessent, eine Ausgabe der Bundesmit j Ji der sein wirb. , _

Jincn breiten Raum in den Verhandlungen nahm die Stellung IjÄI Bundes zu den Vertrauensmannerwahlen für die A nge - liri-l 11 e n v c r 11 d) e r u n g ein. Tarin bcrridne Einigkeit, daß Mi Bund überall mit den, der Freien B e r e i n i g u n g für Irl - so31alc Versicherung der Privatangestellten liitii d)loficnen Verbände lufammengcheit müsse. ES wurde be offen, eine rege Agitation unter den Privatangestellten zu »( .ilten mtb AufNärmig in ihre Reihen zu tragen über das [.IjiT. und die Tätigkeit der Freien Vereinigung und des L>auvt- nRischusses, der es unterlassen habe, die Interessen der Privat II».i'teilten so wahrzunehmen, wie eS notwendig gewesen wäre. [ Nach einem Vortrage deS (hauobmannS über den 8. ordent |jm?i Bundestag stimmte der Gaulag dem Beschlüsse, ein einheil- Ijii'i Angestelltenrecht mit größter Entschiedenheit zu sordern, zu. Ilfl allem aber begrüßte er die auf dem Bundestage aufgcncllte I trherung ungleicher Kündigungsfristen für Ange I I r und Arbeitgeber, weil dem Angestellten eine größere Sicher liii in seiner Stellung geschaffen wirb, wenn es ihm durch eine Btr.r Kündigungsfrist möglich ist, günstige Kvnjiinkluren aus WMlutzen, während andererseits durch die Bindung des Arbeit an eine längere Kündigungsfrist das Arbeitsverhältnis t- größere Festig leit erhalt___________________________

politische Tagesscdau.

Die Regelung der Hausarbeit in der Z garrtninbuftrie *:lr demnächst, so wird uns aus Berlin geschrieben, durch |j Vnd es rat s Verordnung erfolgen, nachdem der Enl- tr..-j, der diese Materie behandelte und die Mangel auf Bk Jan Gebiete beseitigen sollte, im Reichstage nidn vcr-

Stapel laufen können, ein viertes, das auf der Tanubiuswerst sich im Bau befinde, werde im Juli 1913 vom Stapel laufen, doch sei die Einhaltung des Termins 'fraglich. Bei den bei derselben Firma im Bau befinblidxn sechs Torpedofahr- zeugen sei auch eine kleine Verspätung hinsichtlich des Stapel lauss zu verzeichnen. Tor Marinekommmidant schloß seine Aus­führungen mit der Erklärung, er erachte eine österreichisch-unga- rische Flotte für nötig, die stark genug sei, die Küste zu ver­teidigen. Leider sei man von diesem Ziel noch weit entfernt.

Frhr. Glanz von Eicha sagte über die Verschiebung der Seestreitkräfte im Mittelmeer: Wenn sich das englische Projekt, einen maritimen Stützpunkt in Alexandria einzurichten, verwirk- lidjt, würden die Verhältnisse im Mittelmeer, wo bisher das maritime Gleichgewicht zwischen den beteiligten Staaten ziemlich stabil ausrecht erhalten werben konnte, sich schwieriger gestalten. Ter Redner griff auf die Aussprache im englischen Unterhause zurück und bezeichnete die Aussührungen Balsours, Oesterreich- Ungarn sei im Begriff, eine der stärksten Seemächte der Well zu werden, als offenfunbige Uebertrcibung. Wie für England die Aufrechterhaltung der Seeberrschaft, so sei für Oesterreich- Ungarn die Verteidigung der Küsten zum Schutze seiner Seehandels- schiffe geradezu ein Lebensinteresse seiner .Handelsschisfahrt Ritter v. Kozlowski er Härle, die Marine müsse sich stusenweise ent­wickeln. Ihre Ausgabe sei die zrüstenoerteidiqung, die Erhaltung der Gleichberechtigung im Mittelmeer und die Unterstützung des österreichisd'-ungarisdren Welthandels. Von dem Bau einer An- grifssslotte könne keine Rebe sein. Graf Latour empfahl die Festlegung eines Marineplanes durch ein Flottengesetz.

Daraus wurde das Marinebudget angenommen und die Sitzung geschlossen.

Lehren aus dem ttaisermanöver 1912.

In den Nachricht en des Deutschen Dchrvereins heißt es: Bei dem diesjabrrgen Kaisermanöver haben die Ä a - valleriedivisionen der roten Part i eine Zusammen­setzung gehabt, ähnlich der Kavalleriedivisionen der franzö­sischen Armee, während die der blauen Partei die Zu­sammensetzung hatte, wie sie bei uus für den Ernstfall vorgesehen ist Den roten Kavalleriedivistonen waren näm­lich außer den zugehörigen Batterien und Maschinengewehr Abteilungen je ein Bataillon Jäger zugeteilt/ das auf Automobilen fortbewegt würbe In der Manöver- Reiterschlacht am 10. September zwischen Löschau und Ganzig haben die Iägerbataillone, wie auch vom Großen Generalstab betont wurde, entscheidend mit- gen-irfi. Durch ihre Tätigkeit wurde die Niederlage von Blau besiegelt, hieraus ist unbedingt die Lehre Au ziehen, daß die Franzosen durch die Zuteilung von radfahren- der Infanterie zu den .Kavallertedivisionen auf dem richtigen Wege sind und wir werben gut tun, ihnen auf diesem Wege baldigst zu folgen. Seitens des Dehrvereins

ist auf diese Notwendigkeit schon wiederholt bingeiniefen worben

Bei dem Entscheidungskamps non Blau und Rot am 12 und 13 September ist auch Wiederum die alte Erfah­rung bestätigt worden, daß in der Regel die zahlen­mäßige U e b c r 1 eg e n be i t «in au idtiagpcbcnbcr Fak­tor ist Durch die Um erlegen h.*it von Blau in Stärke von iincr Tivifion ist es Rot möglich gewesen, Blau umfassend anzugreifeii und zu fdilagen Es befiehl deshalb gemäß der auch von Moltke wiederholt betonten Lehre alle Veran­lassung, dafür zu sorgen, moglickist Ixild die verloren ge­gangene za heu mäßige Ueberlegenheit über di' franzosisckie Armee zu rück zugewinnen. Die Zuteilung von A u d) e n - wagen an die Truppen Hat fid) ausgezeichnet bewährt und es ist nur zu bedauern, daß noch eine größere Anzahl unseres Armeekorps zurzeit immer noch nicht im Besitz der für den Ernstfall ungemein widm gen Uüchenwagen ist Es ist bringend zu wünschen, diesen Ucbelftanb möglichst, rasch beseitigt zu sehen.

tzccr unö Flotte.

Steche rtS Lrmee-Einteilung und Quartier- Liste Im Verlage von start Siegismund, Berlin 8V^'., Dessauer Strasie 13, erschien die neueste Ausgabe von Stechens Armee' Einteilung un? Ouanierllste des dculichen Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine, nadi dem Stande vom 1 Otto der 1912. Die seit 53 Jahren ersdnnnende Armeeliste enthält eine über- sidnlichc Zusammenstellung aller Druppenteile der deutschen Annec nut namentlicher Angabe der Eheis (Inhaber, Shmimanbeure und Standorte, sowie kurze UnisorM'Besdireibungen und Ab­bildungen der Regiments-Namenszüge, ferner die Personalien der Kriegsministerien und höheren Militärbehörden, die Generalstabe, Inspektionen, Gouvernements und Moinmanbanlureii, Erziehung- unb Bildungswesen, Verwaltunasbehörden: icrnCr die Landwehr­und Tcrritorial-Bczirke: ein Vcrzeidmis sämtlidier Truppenteile nach Waffengattung und Nummerfolge und den alphabetischeit Cuarticrjlanb; die Kommandeure der Bezirkskommandos: Platz- masors, Adjutanten der Kgl. Prinzen und deutschen Fürsten, sowie als widitigstc Neuerung : die beiden neusormierten Armee­korps, daS 20. und 21 Die AbteilungKaiserliche Marine" ent hält die Personalien des Rcid)smarine Amts, die Ober-Kom­mando- und Iiispekttoncii, die stüsten-Bezirke, Verwaltungsbe­hörden, Schutztrupven iür die Kolonien und eine genaue Liste Sr Majestät Kriegsschiß'e nebst Deplacement, Pferdekräften und Besatzungs Etat. Für den praktischm Gebraudi aller Behörden, Landratvämter, Polizei und Gemeindeverwoltungen, besonders für alle Beamten militärischer Bureaus, sowie für jeden ZcitungS- Icfcr ist das Heft ein unentbehrliches HÜssmittel.

Gicßcner Strafkammer.

)( Gießen, 24. September.

Vertagt wurden die Sachen gegen den Hüttenarbeiter G. zu St. wegen Untreue und Unterschlagung und gegen die Verkäuferin Sch. von Bad-Nauheim wegen der gleichen Veschnldigung, da sich die Notwendigkeltergab, weitere Zeugen zur Verhandlung zu laden; ferner die Sache gegen den vandler St. in C. wegen Viehfeuchcn- vergehens, da der Sachverhalt vorerst noch weiter ausgeklart iverden muß.

Diebstahl und Unterschlagung wird dem nod) nickt 18 Jahre alten Tagelöhner H. in B. zur Last gelegt. Er hat im Pause seines Dienstherrn aus einer verfchlossenen Sckublade, die er mittelst eines hierzu nicht bestimmten Schlüssels geossnet hatte, ein Zehnmarkstück genommen und ist aus einem von seinem Tienstherrn für ihn angefchassten und von ihm in Raten, die ani Lohne gekürzt würben, nach und nach auszubezahlenden nahrrad heimlich oersdiwunden. Wegen des unter crfdiwerenben Umstanden begangenen Diebstahls erhält er einen Monat Gefängnis. Bezüqlicki bei angeblichen Unterschlagung wird er ireigesprochen, da bei Dienstherr sich da« Eigentum an dem Rade nicht auS- brücflid) vordehalteii hat und der Angeklagte sich für den un­beschrankten Eigentümer des Rades halten durfte, eine gegenteilige Feststellung jedenfalls vom Gericht nickt getroffen werden konnte. Unter Ausschluß der Oessentlichkeit

wurde gegen den Glasarbeiter V. aus St. verhandelt. Wegen Ver­brechens gegen $ 176 Zifs. 3 deS Strafgesetzbuches wird er zu zehn Monaten GesangniS verurteilt.

wandern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen.

w. Bad-Nauheim, 25. Sept. In den Bäumen des Parkes herrscht der Herbsttvind und bestreut Weg und Steg in buntem Mosaik mit ihren Blättern. Die linden Abende auf der Terrasse, in die nach der Schwüle des Tages die jtüfolc der Nacht ihren erfrischenden Strom sonst gießt, hatte die Ungunst des Wetters in diesem Jahre nur spärlich beschteden. Trotzdem kommen, in der Verhältnis zahl der vorgerückten Saison ent sprechend, täglich unvermindert die Kurgäste. Der Badebetrieb und die gesellschafttichen Unterhaltungen erleiden bis zum 15 Oktober keine Einschränkungen und die letzte Woche hat nod) zahlreiche Anmeldungen gebracht So traf die Herzogin Paul Friedrich zu Mecklenburg, die Gattin des seit einigen Wochen, wie seit Iabren hier weilenden Herzogs Paul Friedrich zu Mecklenburg, mit ihren Kindern, dem Herzog Borwin und öcr Herzogin Marie Antoinette, zur >bur hier ein. Namentlich die Ausländer lieben es, für die Strapazen des Winters sich burd) e'tne Dorbeugungskur im Herbst zu /lählen. Sehr zahlreich ist die österreichisch-ungarische Aristokratie noch vertreten. Unter ihr Der Wiener Großindustrielle, Mitgl des Herrenhauses, Baron von Schoeller und Frau Baronin von Klß-Schratt, das Ehrenmitglied des Wiener Burgtheaters, die einst als Kathi Schratt durch wienerische Grazie und Frische alle derzen eroberte.

Handel.

Frankfurt a. TL, 25. Sept. In bet heutigen Sitzung deS AuffichtSratS der Mitteldeutfcken Kredit­bank berichtete der Vorstand über den Verlauf und die Ergeb­nisse deS ersten Halbjahres. TaS laufende Geschäft zeigt in allen Geschäftszweigen bei sämtlichen Riederlaßungen eine günstige Entwicklung Rach dem Ve'Qmtergebmc und der bisherigen Gestaltung der Verhältnisie tm laufenden valbjahr kann mit Zu­versicht angenommen werden, daß bei angemefienen Rückstellungen die Verteilung der gleichen Dividende wie tm Vorjahre zu erwarten ist.

Jedes Gläschen Leciferrin bringt neue Kräfte und Energie!

Leciferrin dürfte in keiner Familie fehlen. .A.erzt!ich verordnet gegen Blutarmut, Nervöse Zustände. Bleichsucht, Verdauung#- und Ernährungsstörungen.

Unentbehrlich in der Rekonvaleszenz nach erschöpfenden Krankheiten.

Man achte auf das WortLECIFERRIN. Preis M- 3.- die Flasche, öberaU erhältlich.

Galen US, Chemische Industrie, G.m.b.H., Frankfurt a.M=