Ausgabe 
24.6.1912 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

gen Die,

»Stag

!1 Einh,

oi*n

3M

Q-Garderoben ur guten Sitz.

« *

p

oidorfer Strafe 12

1 hi Blsfeld u. Weilar. terksverkehr nodi badi. Cdfllldx« Pc» ihnwriand. - »:

Ceiephon Ml

rt

»e. Telephon 600

3019

-J

Aussilh

ezimmer. ;

\i frischer

1 Herren

len Zutriu 10 pft

D,eselbe ene ,ne

^sersaal, in 4 Te

1 ladet höflich?® aus München.

itmachhog'

>.M.n e--«;«1*;:

lin 20. W

LE

mn b.e«§6^:

?*"**:

ärkeroffidie

er Ausführung, vor« 3lanz, tadelloser §lh, Ränder, liefert die

Reuplätterei der::::

inilaK Edelweiß;

is^y

t«5

.K»» .#4

General-Anzeiger für Oberhejsen

DieGketzener ZamlNendlSNer" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da» Krellblatt für den Krtli «letzen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Nr. H6 Zweites Blatt 162. Jahrgang

Erscheint ISgNch mit Ausnahme de» Conntag».

Giehener Anzeiger

Montag, 24. Juni 19(2

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'sche« Umoersuäts - Buch- und Kteiiidnirkerei.

R. Lange, Dietzen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition imb Verlag: Rcdaklionie^wSllL. Tel.-Adr»AnzelgerDleßen»

Wasserrosen.

von der in Heller Sonne schimmernden Oberfläche des füllen, schUfumtranzlen Teiches Heden sich schneeweiße Rosen mit gold­gelben Staubfäden wie leuchtende Edclncinc ab Gar herrlich t|l der Anblick dieser prächtigen Blume, die sich auf dem Waner- spiegel inmitten des Kranzes ihrer groben, kreisrunden, glanzend grünen Bläiter schaukelt, und eS gehört nicht viel Phantasie dazu die rkönigin des Wassers mit geheimnisvollen Wamrnixen und Elfen in «erbmbung zu bringen. Die ©aller oder eccrofc Nymphaca alba) hat im Bolksmundc die vcrichicdennen 9tamen, iie wird Wasserlilie, Seelilie und Lck^wanenbluinc genannt, wadrcnb ihre gelbblühcnde Schwester Nuphor luteum die '.Kamen gelbe 'Jhrblumc, Mummel, Mummnelke oder Mummelkrone tragt.

Wenn wir einen Teich, auf dem die Secroien tagsüber weit­hin erglänzen, am Abend wieder befudxn, |o_ merken wir zu unserer Ueberraschung, daß keiner der iveiben sternc mehr vor­handen ist: nur die runden Blatter wiegen nd) auf Oem ©aller, iie Blumen sind verschwunden. Wo nnd fie geblieben. Beobach- ten wir den Teich bei Sonnenuntergang, 10 leben wir, baß alle Wasserrosen allmählich ihre weit auvgcbreiteten »üimcnMotter nad) der Mitte zusammenziehen, 10 da» |ic |d)ltcßhd) "ne dicht ge- ichlossenc Slnofpe darstellen. Mit embrechender Dunkelheit wik'.n nun diese geschlossenen Bluten unter ben Waner,picgel hinab und llciben die ganze Nacht unter Waller, bis am nach'tcn Mor- zen die belebenden Sonnenstrahlen |ie wieder a» das -icht empor neben, wo sich die Blüte dann langiain von neuem onnet und ent- ialtet In ganz gleicher Weise verhält |ich bie Dielbeiungenc Wtuöbluine Indiens und Aegyptens, eine nahe -cerroanbte der Seerose, und die Riesin ihres Geschlech^, die berühmte. Bictoria :cgia. Sie, die in den Gewä||ern des Amazonas in Äutamerila Mimisch ist, gehört zu den imooianteiten Blumen der Welt, ie wird vielfack) in großen Banins der botamicbcn Gärten ge­igen, so daß wir auch hier Gelegenheit haben.^die Fracht bir Königin der tropischen Gewässer zu bewundern. runOun, mit >einem aufgebogenen Rand versehenen, oben bellprun .n aur ber Intcricite rötlid) gefärbten Blatter erlangen bu votoße emer SSt Sie liegen schwimmend, auf dem Wancnpiegel und vermögen das Gewicht eines kleinen Kindes zu tragen, ohne unter- -iufinfen Dementsprechend lind auch die Maße der Blutt, bie, hüt einem armdicken Stengel sitzend, ost emen Umiang von mchr ,Us einem Meter erreicht und aui deren Blutuiicheiben vunbcne

Kaifer und Reichskanzler in Kid.

Aus Kiel wird berichtet: Ter Kaiser besuchte am Samstag vormittag Lord «rasney auf dessen 3acht Sun Bean". Zur Frühstückstafel an Bord derHohen- zollern" waren yeladcn: Wirklicher Geheimer Rat Tern- bürg und einige Seeoffiziere Der Reichskanzler speiste mittags auf derDeutschland". Irr besichtigte vor- mittags das UnterseebootUll" in Begleitung des General- obersten v. Plessen, Kontreadmirals Lanz und seines Adju­tanten Oberleutnants Freiherr v. Sell. Tas Unterseeboot machte Tauchübungen Spater besuchte der Reichskanzler den Direktor des Norddeutschen Lloyd Heineken an Bord derBremen".

Kiel, 22. Juni. An Bord derHohenzollern" tparen heute zu Tee und Tanz unaesähr 250 Einladungen ergangen. Der Kaiser empfing selbst die Gäste. Anlvesend' waren der Kronprinz und die Kronprinzessin, Prinz und Prin­zessin Eitel Friedrich, Prinz Adalbert und Joachim, die Kronprinzessin von Griechenland und Prinzessin Helene von Griechenland, welche heute vormittag eingetroffen waren, Prinz Heinrich und Gemahlin sowie der Reichs­kanzler.

SH c f, 23. Juni. Ter Kaiser hielt heute morgen Gottes­dienst an Bord derHohenzollern" und begab sich später auf denMeteor", um an der W e 1 t f a h r t d e s N 0 r d d e u t - scheu Regattavereins in Eckernförde teilzuneh­men. .Zum Mitsegeln auf demMeteor" waren eingeladen. Herzog von '.Urenberg, Graf Tiele-Winckler, Lberpräfident v. Bülow, General v. Einem, Gesandter v. Eisendecher, Hofmarschall Frhr. v. Seckendorf, sowie die Admirale von Fischet, v. Arnim und v. Hollmann. Zu der Wettfahrt toaren 60 Boote gemeldet Mit der Wettfahrt verbunden war ein Handicap für alte Jachten Das Wetter lft "|epr schön, der Wind tonimt aus Osten. Zahlreiche Begteitsnhrzeuge gingen mlt der Regatta hinaus. Gegen 9 Uhr traf das LuftschiffViktoria Luise" hier ein. Gestern abend ist Pierpont Morgan auf seiner Jacht Corsoir" hier eingetroffen. Der Reichskanzler ver­liest heute morgen dieHohenzollern", um durch den Kaiser Wilhelm-Kanal zu fahren. Seine Antttnft in Brunsbüttel erfolgt heute abend, die Ankunft in Berlin morgen früh.

Das LuftschiffViktoria Luis e", das heute vor­mittag über der Holsteinischen Schweiz von Hamburg lont- menb cingetroffcn Ivar, unternahm nach einem Passagier- wechsel zunächst eine zwei stündige Kreuzfahrt über 'See zur Begleitung der Regatta. Alsdann kehrte es zurück und landete. Bald nach 1 Uhr wurde ein erneuter Aufstieg zu einer Fahrt in die Nordmark unternommen, bei der Flensburg, Schleswig und Rendsburg besucht wurden.

Eckernförde, 23. Juni. Als erste der raendcn Jachten passierte etwa nm 2 Uhr die ,,Jdun a" das Ziel bei Norder- sMauze, etwas spaterOrion", beide vorn Handicap alter Jachten. Etwa zehn Minuten später folgten von der Klasse AIGer - mania" und kaum eine halbe Schijsslänge dahinterMe­teor"- beide mit vollem Zeug, weiterNordstern",H a m- b u r g" und endlichW a t c r w i t ch". Dazwisck)en kamen in hellen Hausen die Sck)aren der mittleren Jachten.

DieHohenzollern" war bald nach 1 Uhr in der Bucht von Eckernlörde eingelaufen. Mit der Regatta langten viele Dampfiachten und Beglcitdampscr an. Das LuftschiffViktoria Luise" war der Regatta an der Küste bis zur Höhe der Eckern- fürder Bückst gefolgt und dann adgeschwenst. Tas Luftschiff konnte bon Eckernförde aus wiederholt gesichtet werden.

Ter Kaiser, der Reichskanzler und die Herren des Gefolges nahmen heute nachmittag den Tee an Bord des Dampfers der Hamburg-Amerila-LinieViktoria Luise" ein. Später wohnten der Kaiser und der Reichskanzler einem Gartenfest bei dem Stationschef der Ostsee, Ad­miral v. Eoerper bei. Ter Reichskanzler speiste heute abend beim Prinzen Heinrich von Preußen.

Der Kaiser kam heute abend um 8 Uhr von einem überaus zahlreichen Publikum begrüßt, an Land zur Teil- 1101)1110 an einem Herrenabend des Kaiserlichen

Jachtklubs im Hotel Marien-Luisenbad in Borby bei Eckernförde.

Tfr Reichskanzler trifft heute, Montag, früh, in Berlin wieder ein Es wird sich bann, so bemerkt das Wolffsche Bureau, Herausstellen, was wahres oder falsches an der Meldung ist, daß bie Begegnung der beiden Kaiser in ben Finnischen Scharen verschoben worben sei.

Der republikanische Nalionalkonvenl in Chicago.

Chicago, 22. Juni Tas Wahlkomitee cutschted alle strittigen Fälle zugunsten b e r Delegier teil Taftö unb ber Nationalkonvent nahm ben Berich: des Komitees mit Hochrufen an. Tie Roosevelt scheu Delegierten riefen sorlwährenb dazwischen und ahmten bas Getöie ber Dampfwalze nach, mit welcher sie bie Tätig feit des Konvents verglichen. Die Anhänger Roosevelts beschlossen, sofort nach der Vertagung bes Konvents eine neue Partei z u grün ben Roosevelt forberte feine Delegierten auf, nicht mehr im Nationalkonvent zu stimmen

Root wurde unter minutenlangem Beifall und Ge­zische und Geiohle zum permanenten Vorsitzenden des Kon­vents gewählt. Diese lärmende Kundgebung bayerte zwan­zig Minuten. Die Anhänger Roosevelts zogen in ber Halle um her. Es kam zu einer Schlä­gerei, die Polizei legte sich jedoch sofort ins Mittel.

Tie Lpaltuug der republikanischen Parte:.

Chicago, 23. Juni. Die Anhänger Roose­velts unter ben republikanischen Delegierten nominierten noch in ber vergangenen Nacht Roosevelt zum selb­ständigen Präsidentschaftskandidaten. Roo­sevelt nahm diese unabhängige Nominationvor- löufig" an. Er erklärt, für alle, die an ben grunblcgcn- ben Maximen ber öffentlichen unb ber privaten Moral glaubten, sei bie Zeit gekommen, sich ber neuen Be­wegung anzusckstießen. Tie Delegierten sollten in ihre Hermat zurückkehren, die Stimmung ihrer Landsleute er­forschen, alsdann später zu einem Konvent zusammen­zutreten und eine formelle fortschrittliche '.No­mination vornehmen. Roosevelt versprach, jeben dann nominierten Kandidaten zu unterstützen. Er erklärte weiter: Ter regelmäßige republikanische Konvent dient unheil­vollen Zwecken und der politischen Posse, die keine Spur mehr von Sympathie für den Geist und dis Ideale der Republikaner vor fünfzig Jahren haben. Ihr, meine Freu nde, seid die Wciftcserben Abra­ham Lincolns, der nicht länger durch die Fesseln der Vergangenheit gebunden sein wollte, sondern die neuen Entwicklungen mit neuem Geist ins Auge faßte. Das Motto dor neuen Bewegung soll fein: Duf ollst nicht stehle n." Tie Nominierung Tafts zum republikanischen Präsidentschaft^.

kaudidaten

erfolgte mit 561 Stimmen; Roosevelt erhielt 107, Lafol­lette 41, Cummins 17, Hughes 2 Stimmen. 344 Anhänger Roosevelts enthielten sich der Abstimmung. Zum Vize­präsidentschaftskandidaten wurde der Vizepräsident des Kon­ventes Sherman nominiert. Aus ben Verhandlungen des Nationalkonvents vor der Entscheidung find noch folgende Einzelheiten bemerkenswert:

H a r d i n g - Ohio erflärte in einer Rede, die Fundamente der Nation seien vorher nur einmal so angegriffen worden wie jeßt, nämlich zur Zeit des Bürgerkrieges. Tie Repudlilaner seien die wahren Fortschrittler und Taft sei der fortsdnilllichste Staats-- mann seiner Zeil. Diese Deinertung rief eine abermalige Schlägerei zwischen den feindlichen Delegierten hervor, der erst nad) mehreren Minuten durch Schußleute Einhalt geboten wurde.

Ter Nationalkonvent nahm ein längeres Parteipr 0 gramm an." Tas Programm hält an dem Schutzzolltarif lest, empfiehlt jedoch die Herabseßung einiger bestehenden Ein­fuhrzölle, und eine gelegentliche Tarifrevifion, wenn die Ver­hältnisse sich ändern, jedoch ohne Schädigung der amerikanischen Jndilfirieii: es tritt ferner für die von den Unionstaateu im Auslände über die Ursachen der hohen Lebcnsmittel- p reise zu veranstaltende Enauet e ein, unb regt den Ab­schluß eines neuen Vertrags mit Rußland zum Schüße ameri­

kanischer Staatsbürger an. Tas Programm ist für angemessenen Ausbau der amerikanischen Kriegs - und Handelsflotte und die Fortsetzung der A n r 11 r u st g e s e v g e b u n g. Tas Programm, das für die Progressisten als dachst günstig angesehen wird, wurde mit 666 gegen 53 Summen angenommen;

343 Anhänger Roosevelts cm bi eiten sich ber Abstimmung

Nach der Annahme deS Parleipro'iramm.5 schritt der Kon­vent zur Nomination des Pr.isidentschafr-'sandidaieii. Harbins auS Ebio beantragte die Nomination Tast s. Als er die Be­merkung machte, daS Volk regiere dock», fragten die Anhänger Roosevelts schreiend dagegen:Wo?" AIS Harding Tafts Name erwähnte, kam eS ui einer stürmischen Ovation fürTaft. Auch auf den Galerien jubelte man Taft zu. Ter demokratische Parteiführer B r n a n wohnte bent republikanisclien Nationalkon- veut als Zeitungsberichterstatter bei und war mehrmals Gegen­stand von Ovationen.

-- -

Deutsche* Ueich.

DerReichsanzeiger" veröfsentlicht eine allgemeine Verfügung des Justizministers betreffend bie Stellung von Gnabenanträgen anläßlich ber Abände­rung des Strafgesetzbuches für solche Fälle, in denen jetzt eine mildere Bestrafung eintritt. Die Ver­fügung 1-esagt u. a: Se. Mas. ber Kaifer unb König haben mich zu ermächtigen geruht, Gnabenanträge in solchen Fällen zu stellen, worin es ber Billigkeit entspricht, bie durch bas neue Gesetz eingcführten Milderungen auch solchen Verurteilten zuteil werben zu lassen, bie vor bem Jn- Irafitretcn bes Gesetzes verurteilt würben.

In Straßburg konstituierte sich am SamStag eine überaus zahlreich aus allen Stänben aus bem ganzen Lande besuchte Versammlung von Einheimischen unb Alt­deutschen zum Zwecke einer einheitlichen Jugcnb- pflege, unter bem Protektorat bes Kaiserlick>en Statt­halters Grafen v. Wedel, als Landesverband für die Jugendpflege in Elsaß-Lothringen. Ten Vorsitz führte Geh. «anitätsrat Dr. H 0 e f f e l-Buchswei­ler. Tie vorgcschlagcnen Satzungen, die u. a. auch ben Zusammenschluß aller Vereine mit nationalen Bcstte- bungen in ihr Programm aufgenommen haben, ivurbcu mit großer Mehrheit angenommen

Tie Hauptversammlung des A a ch e n e r B e r c i n s zur Beförderung der Arbeitsamkeit stellte eine Summe bis zu zwei Millionen Mark zu 3 Prozent unb 1 Prozent Amortisation zur Förberung des K l e i n w 0 h n u n g s w e s e n s im Regierungs-Bezirk Aachen unb je 60 000 Mk. auf brei Jahre für bas Fort- b ildun gsfchulwesen zur Verfügung.

2lrbcitcrbcivcgung.

Tie Bewegung in der MelaNtnoustrie.

Berlin, 23, Juni. Tie augedrohte allgemeine Aussperrung in ber Groß-Berliner Metallindustrie i|t durch den Beschluß einer von mehreren Tausend Metallarbeitern besuchten Versamm­lung, in der die Vereinbarungen des Ausschusses der Arbeitgeber und Arbeitnehmer angenommen wurden, vermieden worden.

22. £anöesfeuerrocl)rtag für Hessen.

Friedberg, 23. Juni.

Unsere Stadt bildet seit gestern mittag den Treffpunkt dec IjeffifdNii Feuerwehren. Als Gäste hatten fick) auch die Wehren aus Fraukiurt, Hornburg, Friedrick-sdorf, Feck-enheirn, Kirdorf, Wetzlar, Nastätten und Maituheim cingefunlxn. Man geht wohl nicht zu: weit, wenn man die Zahl der Wehrleute auf etwa £>000 6000 Mann schätzt, zeigte bod) allem bie Festzugsorbiiung 104 Haupt- gruppen, insgesamt über 150 Abteilungen unb 22 Musikkapellerr unb Spielleute-Abteilungen. Herrlicher Festschmuck ziert die Stadt. Fahnen, Wappen und Tannengrun begrüßen die Gaste, und durch eine prächtige Ehrenpforte wenden sie nd) burch bie Haagstraßc zur Kaiserstraße. lein Haus ist da, das nicht äußerlich bekundet, baß eS mit ben Wehrleuten sympathisiert.

Gestern nachmittag tagte zuerst eine geschlossene Ausschuß­sitzung, um 4'.. Uhr begann die Haupt- und Abgeorbne- t e n v e r s a m m l u n g im Saalbau. Ter LanbesVorsitzende Keller-Mainz begrüßte die Vertreter ber Behörben: Geheimrat Dr. Melior von ber Branbveriid-erungslaminer, Kreisrat Schliephake, Kreisamtmann Muhl, Beigeorbneten Windecker, bie K^eisfeuer- wehrinspektoren und Abgeordneten. Begeistert stimmte die Ber-

von Blütenblättern sitzen, die in den zartesten Farben vom reinsten Weiß dis zum schönsten Rosa erglänzen.

Unsere Wetsserrose meidet bie ganz flachen Gewässer: wo sie wächst, ist eine ziemliche Wassertiefe vorhanden : die Wurzeln, aus denen bie über meterlangen Stengel emportreiben, sind ticr im Schlamm emgebettet. Beim Pflücken der Seerosen muß man sich daher in adn nehmen, daß man nicht in die liefe gerät, der Stand ber Rosen zeigt immer tiefe Stellen des Wassers an. Wenngleich die Seerose ihre größte Schönheit nur auf dem Wasser enthaltet, so wird sie doch sehr oft abgepflückt unb von den Ausflügen nach Hause mitgenommen, was eigentlich schade ist, ba fie bann sehr bald verblüht unb unansehnlich wirb. Man kann sich ben schönen Anblick aber auch im Zimmer verschaffen, wenn man die Wasser­rose in ein Aauarium einpflanzt. Zu diesem Zweck bringt man eine Schicht nahrhafter Erde ziemlich hoch aur ben Boden des Aguariums, pflanzt die Seerose in die Mitte hinein unb_bebedt nun die ganze Erde mit einer Lage reingewaschenen Sandes. Wenn man das Aauarium vorsichtig mit Wasser füllt, so baß ber Boden nicht aufgewühlt wirb unb ihm einen recht sonnigen Stand gibt beim das ist bie Hauptbebingung bann gebcibt bie Pflanze prächtig und wird schöne Blüten entfalten. Anstatt unserer gewöhnlichen Teichrosen kann man gelb, rot ober blau blühende, auch wohlriechende ausländische Arten nehmen, die heute in den großen Blumenhandlungen zu haben sind.

Der regenreichste Crt Europas. Denn der Sommer sich so weiter entwickelt wie er begonnen hat, so wird es ein allgemeines Seufzen unter den Fenenreisenden geben, und gar mancher wird glauben, da, wo er neroeilt hat, fei der regenreichste Crt, den er 'ich hätte aussuchen können. Dem ist aber nicht so. Hat man den sonderbaren Geschmack, den regen­reichsten Crt Europas zur Sommerirische sich zu wählen, so witb man gut tun, sich nach Crkvice in Talmatien_ zu begeben, einem Städtchen, das in der Nähe von Cattaro 1017 Meter hoch liegt. Tic mittlere Höhe der Niederschläge erreicht dort nach den in ben letzten 22 Jahren gemachten Beobachtungen 4642 Millimeter. 1901 gab es sogar 6135 Millimeter. Tie fast täg­lichen großen Regengüsse bringen die südlichen Winde.

Ki. M u n ft g u m m 1 aus Stärke. Ein neues Ven'ahren, künstlichen Gummi zu er-eugen, hat dieser Tage in London vor einem Kreise von Chemikern Professor W, H. Perktn von der

Universität Manchester auseinandergesetzt. Als Ausganasstoff bient; dabei Starke, die durch einen Gährungsvorgang in Aceton unb Methylalkohol zersetzt wirb. Aus bieien beiden Stoffen wird bann auf chemischem Wege ein neuer Stoss gewonnen, bas Isopren, und aus biciem Stosse wird / schließlich aui einem Wege, den der Cheniiker Dr. Matthews eriunben hat, das Stunitgummi hcrgestellt. In Gegenwart von metallischem Natrium wird näm» lick) aus Isopren Gummi. Hierbei ist noch die Frage osfen, auf welchem Wege ber Ausgangsstosf, bie Starte, zerfetzt wird. Ties geschieht durch ein Bakterium, bas Professor Funbach vom Pasteur Institut entdeckt hat. Tas auf diesem Wege künstlich hergestellte Gummi ist für Handelszwecke und die Anwendung in ber Technik, wie bie Analyse burch anbcrc Chemiker ergeben hat, burchaus brauchbar. Besonders ist heroorzuheben, daß es sich vulkanisieren läßt, wie das natürliche Gummi.

Etwas von derHängema11e". Wer seine Ferien in einer waldigen Sommersrische zu verbringen gedenkt, der ver­gißt gewiß nicht, die Hängematte müzunehmen. Sie ist eine hebe Freundin für friedliche Erholungsstunben, und schon der Kiang ihres Namens erweckt gar angenehme unb romantische Vor­stellungen von rauschenden, grünen Wipfeln, durch die das Him­melsblau hindurchlugt, von Czonbüsten, Vogelstimmen und huidien- ben Eichhörnchen. Und so traulich deutsch klingt dabei der Name für den beliebten Gegenstand, so heimatlich mutet uns seine Bezeichnung an, daß wir mitten im wohligen Schwingen erstaunt unsere Hängematte anhalten, wenn wir erfahren, daß dieser Name bad) ein verkapptes Fremdwort ist. Sein Ursprung ist in Südamerika zu suchen. Ein r ing -ndc- Lager aus Flechlwer» lund wohl auch aus anderen Stossen) nannten die Indianer der rocit- indiscken Inseln Hamaca. Diesen Ausdruck machten sich die hol­ländischen Matrosen mundgerecht, indem sie ihn unvormten zu Hangmack und Hangmat. Bon ben Holländern übernahmen wir das letztere Wort und veränderten es zunächst inHangmatte". In dieser Form erscheint es gegen den Ausgang des 17. Jahr­hunderts in deutschen Realworterbüchem. Erst aus berHang- matte" entstand bann bie .Hängematte". Tas indianische Wort Hamaca ist auch in die romaniichen Sprachen übergegangen, in reuen es sich aber nur wenig veränderte: Im Soanudjen heißt die Hängematte amaca oder amahaca, im Portugiesischen maca. Der Italiener sagt amäca, der Franzose hamac.