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Letzte Nachrichten.
Gertrude Baume'ster-Felsegg f.
schaufpielers Baumei st er, gastiert hat, ist heute morgen einer Gallenstein operatwn nrirb am Mittwoch in Mainz
1/26 Uhr an den Fobyen gestorben. Ihre Lerche eingeäschert.
1442 lotr, 7o5 Urber ebnbe.
Neuyork, 20. Llpril. Die White^Star-Linie gibt die Zahl Umgefommenen auf 1442 an, die der Geretteten auf 705.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetterausstchten in Hessen ffir DienStag, den 23. April 1912: Heiter, trocken, warm; Gewitterneigung.
vüchertisch.
— „Dresden und die Sächsische Schweiz mll dem angrenzenden Böhmischen Mittelgebirge, 26. Auflage mit 8 Karten und 4 Grundrissen. Griebens Reiseführer, Band 4. Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. 36. Das Buch ist in allen Teilen bis auf die Gegenwart ergänzt und berichtigt und enthält die lohnendsten Partien, die genußreichsten Tal- und Höhenwanderungen des Elbtales und der Sächsisch-Böhmischen Schweiz, sowie ein vorzügliches und reichhaltiges Kartenmaterial.
Dammbrud) und Wirbelsturm.
Neuriork, 20. April. Wie aus Iacks 0 n am Mississippi gemeldet wird, sind bet Beulah infolge eines Damm- brucheS z weihundert Menschen im Misisiippi ertrunken.
Neuyork, 21. April. In der Stadt Hennessi (Oklahoma wurden durch einen Wirbel sturm 60 Häuser zerstört. Zwei Frauen wurden gelötet. In Perry wurden ent Mann getötet und etwa 20 Menschen verwundet. 25 Gebäude sind beschädigt. Auch noch andere Städte im Staate Oklahoma haben schwer gelitten. Telegraphischen 'Meldungen zufolge wurden im Staate Colorado zahlreiche Menschen durch den Sturm getötet.
Kleine Tageschronil.
In dem Prozeß gegen den Drogisten Scharmann lvegen der Vergiftungen durch Methylalkohol hat am Samstag die Presse die Berichterstattung eingestellt, lieber den Verlauf dieser Sitzung werden wir morgen berichten, um uns dann auf die Wiedergabe des Urteils zu beschränken.
Die Berliner Fischerinnung feierte gestern ihr 275-jähriges Jubiläum.
Zu der Generalversammlung des S chwäbi schen Schillervereins stiftete der König dem Schillermufcum ein Jugendbildnis Schillers, das Eigenartigste, das die Schwester Schillers, Christophinc Reinwald, von ihrem Bruder gemacht hat.
Tas deutsche Segelschiff „Elsabe" ist in der Elbmündung von einem bisher unbekannten Tampfer in den Grund gebohrt worden. Tie Mannschaft wurde vom vierten Feuev, schiff gerettet.
Butt, dem Adjutanten des Präsidenten Zaft, auf der Kommando-- drucke gesehen.
Washington, 19. April. Im Senat griff Mr. Ravner in- einer heftigen Rede Mr. Druce Jsnan an. Er sagte, es solle gegen.' die Beamten der White Star-Lmie ftrafrcdulid) vorgegangen werden, weil die „Titanic" nicht genügend mit Rettungsbooten vev» sehen war.
Uhuai 11* und alle, die einmal die mildkonservierende
IfailMeriUlIl SÜitfuns der Myrrholinseise kennen gelernt haben u. wollen keine andere Zoilettefeife mehr benutzen. Sie ist für die empfindlichste Haut ein Talisman. b“/,
Pforzheim, 22. April. In dem benachbarten Dorfe Eufingen brannten heute nacht mitten im Dorf bei der Kirche 5 Wohnhäuser und 4 Scheuern nieder. Der Schaden beträgt 60—70 000 Mk.: a ch t Familien sind obdachlos. Es liegt zn>eif> l os Brandstiftung vor; zwei Verdächtige wurden verhaftet.
:/: Köln, 22. April (Priv.-Tel.) Die „Kirchliche, Korrespondenz" veröffentlicht einen Bries des Kaplans' Schoopen an einen Pater der weißen Väter, aus dem hervorgeht, daß zu Ende des Jahres 1910 die konservative. Fraktion dem Zentrum mitgeteilt habe, seine Hy per katholische Haltung müsse aufhören oder die konservative Fraktion könne mit Rücksicht auf das protestantische Empfinden nicht mehr mit dem Zentrum Zusammengehen. AuS diesem Vorgang erkläre sich die schwächliche Haltung des Zentrums in kirchlichen Fragen.
Die tendenziöse Färbung dieser Nachricht ist offenkundig. Schoopen will damit der Roerenschen Richtung beispringen, wird aber wohl in der „Köln. Volksztg." mit seiner „Enthüllung", die denn doch nicht recht glaubhaft erscheint, dementiert werden.
Darmstadt, 22. April. Die Frau des hof- die in Gießen mehrfach
letzt verzweifelte Kämpfe sta t. Einige sollen indenBoo - ten erschossen und andere crs chlagen worden s.in, als sie Boote zu erklettern versuchten.
Tas Verhör b r Belatznnq.
Neuyork, 20. April. Vor dem Senatskomitee zur Untersuchung des Unterganges der „Titanic" wurde der zweite Offizier, L'igh holder, vernommen, der erLärte: als das erste Boot herab» gelassen wurde, habe sich das Teck 70 Fuß über dem Dastcp- spfegel b-funben. Als aber daö letzte Boot ins Wafser ging, habe das Teck nur wenige Fuß über das Wasser heroorgeragt. Ter Tanwfer sei in rafdxmt Sinken gewesen.
Er hielt die Mitteilungen durchaus aufrecht, die Boote seien gut besetzt gewesen, stets hätten die Frauen den Vortritt gehabt. Mit Bezug darauf, daß so viele von der Mannschaft gerettet seien, erklärte er, daß von sechs aus dem Wasser aufgegriffenen Personen immer fünf Heizer ober Stewards gewesen seien Nachdem die „Titanic" gesunken sei, seien einige Rettungsboote -u- rfidgcfnbrcn, um noch Schisst,rüchge xu bergen. An Bord der „Titanic" kam es zu keiner Panik, nicht einmal zu Klagen unter den Zurückbleibenden.
Tas Senatskomitee beschloß, Ismat) nicht nach England zu entlassen, obwohl er unverzüglich bortbin -urückzukehren wünscht. Ebenso sollen zwölf' Mann brr Besatzung unb vier der geretteten Offiziere ber „Titanic" zurückbehüten werden.
Neuyork, 19. April. Ter Steuermannsmaat Moodv. ber Sonntag narbt die Bedienung des Ruders l)atte, erklärte, die Verwaltung habe vorgescknieben, daß größtmöglichste Schnelligkeit entwickelt werden müsse. Das Schift hatte an dem Tage 665 Meilen gemacht und fuhr 21 Knoten, als sich die Kollision ereignete. Frau Lucien Smith, eine Tochter des Senators Hughes von SBcftoirginien, erklärte dem Korrespondenten ber Frif. Zig., Ismay habe Sonntag abend ein Bankett gegeben, das noch anbauerte, als bie Katastrophe emtrat. Der Kapitän war
fignal sofort nordwärts gesteuert, traf 10 Uhr 50 Min. an Unfallstelle ein. Die „Titanic" war hundertvierzig Merlen entfernt. Traf an der Unfallstelle die Dampfer „Birma", „Vtr- ginian" und „Carpathia". gez. Hattorf."
London, 21. April. Der Dampfer „Virgin, a n ,st in Liverpool angekommen. Der Kapitän berichtete, er sei am Morgen des 15. April kurz nach 5.45 Uhr, wahrend er der „Titanic" zu Hilfe eilte, mit der „California" ber „er ran r furt" und der „E altie" in Verbindung gewesen, die alle zur „Titanic" fuhren Um 6.10 Uhr habe die „California" telegraphiert, daß die „Carpathia" Passagiere auf den Rettungsbooten an Bord nehme. Um 10 Uhr habe die „Carpathia' gemeldet „kehret um, es ist alles in Ordnung".
Hieraus gebt hervor, daß die „Frankfurt" sich durch das sonderbare Verleiten ber „Carpathia" nicht hat abhalten lassen, der „Titanic" zu Hilfe zu eilen.
1 ie Panik m Zw schendrck.
Der Korrespondent der Frist. Ztg. l>atte eine Unterredung mit den Zwischendeckern, aus ber hervorgeht, baß eine schlimme Panik herrschte unb daß Manner sich rücksichtslos in die Boote drängten: sie konnten nur durch Dffijiere, die ihre Revolver zogen, veranlaßt werden, Frauen die Plätze einzuräumen. Allerdings scheint man viel später an die Rettung ber Zwifck)endecker gedacht zu haben, als an die ber Kajütenpassagiere, benn es waren schon ein halbes Dutzend Boote von den oberen Decks ins Wasser gelassen und im Zwiscktcndcck noch mcläs geschehen. Als die letzten Boote vorn Schiff abstießen, standen Hunderte von Männern, Frauen und Kindern lammernb, fluchend, weinend unb betend am Geländer der unteren Decks: nur wenige waren mit einem Rettungsgürtel versehen, anscheinend, weil nicht genug vorhanden waren.
es war unmöglich, sie aufzunehmen. Aus dem Verhör ist noch besonders hervorzuheben, daß der Telegraphenbeamte Philipps, als bie „Frankfurt" anfragte, was geschehen sei, den Telegraphenbeamten der „Frankfurt" mit der Bemerkung, er sei ein Narr, aufforberte, i hn nicht z u unterbrechen, trotzdem er ans der Stärke der Signale entnehmen konnte, daß die „Frankfurt" näher war als die „Carpathia".
Neuyork, 22. April. Thomas McCornick, ein junger Irländer, sagte aus, er sei, als die „Titanic" sank, ins Meer gesprungen. Als er schwimmend ein Rettungsboot erreichte, habe ihm die Besatzung zu rü ck g e st o ß e n, ebenso sei es ihm bei einem zweiten Rettungsboot ergangen, bis ihn endlich zwei irisch Mädchen an Bord nahmen.
Feuer im Schiff.
Neuyork, 21. April. Zahlreiche Passagiere der „Titanic", darunter Frau Astor, wurden zu den Verhandlungen des Komitees nach Washington vorgeladen. Mitglieder der Mannschaft erklärten, daß in den Kohl en räumen der „Titanic" Feuer wütete. Bis zum Sonntag waren die Kohlen entfernt. Als nach dem Zusammenstoß Wasser und Eisstucke in die Kohlenräume eindrangen, gaben bie Schottenwände nach, da das G e- g e ng ewicht der Kohlen fehlte. Die Maschinisten blieben an den Schiffspumpen und ertranken, die Heizer sprangen ins Meer. Unmittelbar nach dem Untergang stießen bie Ruder ihres Floßes fortwähre,rd an Leichen mit Rettungsgürteln.
Das Verhalten der .Franlfurt".
Bremen, 22. April. Wie Boesmanns Telegraphenbureau Meldet, ist ihm von der Direktion des Norddeutschen Lloyd folgen de- Mitteilung zugegangen: Der zweite Marccomtelegraplfist des Dampfers „Titanic", Bride, hat in feiner Aussage den Dampfer „Franlfurt" des Norddeutschen Lloyd beschuldigt, auf das an ihn geridrtctc drahtlose Hilfegesuch ber „Titanic" nicht reagiert zu haben. Auf diese uns allerdings von vornherein völlig haltlos ersck»einende Beschuldigung haben wir uns veranlaßt gesehen, uns sofort auf drahtlosem Wege mit ber „Frankfurt" in Verbindung iu setzen. Von deren Kapitän ist uns soeben nachfolgendes brahV loses Telegramm zugegangen: „Dampfer „Frankfurt" auf Hilfe-
dabei. Frau Smith, welche neun Monate verheiratet war, wurde mit vielen Frauen unb einem betrunkenen Matrosen in ein Boot gedrängt. Die Frauen ruderten. Fr gekommen, ebenso der von Frau D. M
zeitsreise war. Dieser legte jemand, als sie schon im Boot war, ein lfübsches, fünfjähriges französisches Mädchen in die Arme, das sie auf die „Carpathia" brachte.
Neuyork, 20. April. Vor dem Senatskomitee sagte der Dilfsfunkenlegraphist ber „Titanic" Bride aus, daß 20 Minuten nach Aussendung des Hiljeruses der Telegraphist des Lloyd- dampsers „Frankfur t", angeblich des nächsten Dampfers, an- fragte, was los sei. Senator William Smith fragte, warum der „Frankfurt" die Sachlage nicht erklärt worden fei. Bride erroiberte, jeber Telegraphist, benachrichtige, sobald er einen Hilferuf erhalte, sofort den Kapitän. Ter „Frankfurt" sei keine Auskunft gegeben worden, weil die „Carpathia" bereits unterwegs gewesen sei. Ter Telegraphist der „Carpathia" erklärte, daß er von der „Frankfurt" nichts gehört habe. Marconi meinte, daß der Empfang der Notsignals r. p. d. genügen müsse, die „Frankfurt" zur Hilfeleistung zu bewegen. Senator Smith erklärte, es wäre das einfachste gewesen, der „Franksurt" Auskunft zu geben. Bride erklärte weiter, 10 Minuten vor Untergang des Schiffes schickte Philipps den letzten Hilferuf, der unbeantwortet geblieben ist. Als sie bann das Deck betraten, liefen die Passagiere in größter Verwirrung umher unb suchten Rettungsgürtel. Ein letztes Floß war noch an Borb. Er sei weggeschwemmt worden und hätte später das «loß erklommen, auf dem sich 40 Männer befanden. Tutzende wollten es noch besteigen, aber
tth'rbfitemah egeln.
Washington, 20. April. Der Senat nahm eine Ent- schließu ng an zugunsten von Verträgen mit den großen Seemächten über bie Bestimmungen der Kurse der Ozeandampfer, ihre Schnelligkeit, ihre Mittel zur Lebensrettung, ihre Apparate für drahtlose Telegraphie und über ihre sonstigen Ausrüstungen, um eine Katastrophe jvie die der „Titanic" zu verhindern.
Hamburg, 20. April. Obwohl die deutschen gesetzlichen Vorschriften über die Ausrüstung der Schiffe mit Rettungsbooten über die entsprechenden engliscktz'n erheblich hinausgehen, damit nach dem Urteil der Behörden und Sachverständigen die erforderliche Sicherheit gewährleistet war, beschloß die Hamburg- Amerika-Lime über die gesetzlichen Vorschriften hinaus ihre Tampfer mit einem Bootsraum zu versehen und die Nettungs- mittel so auszugeftalten, bah unter allen Umständen für alle Personen an Bord vorgesorgt ist. ,
Neuyork, 20. April. Alle Simen der Internationalen Vereinigung der Handelsmarine werden nach Mitteilung des Präsidenten Ismay in Zukunft alle Tampfer mit genügend vielen Rettungsbooten und Flößen ausrüsten, um alle an Bord befiildlichen Personen aufnehmen zu können.
Neuyork, 20. April. Tas Hydrographische Amt der Vereinigten Staaten hat die Sclnffsgesellschaften angewiesen, den Seeweg der transatlantischen Tampfer 180 Seemeilen südlicher, als den der „Titanic" zu legen.
Ein Gespräch mit Oapitan Smith.
Der, Londoner Zahnarzt Dr. Leon Williams war mit Kapitän Smith, dem Führer der unalücklichen „Titanic" eng befreundet und erzählt jetzt von einem Gespräch, das er mit dem Kapitän auf dem Tampfer „Adriatic" führte, als Smith noch dieses Schiff leitete. Ter Kapitän sagte damals zu feinem Freunde, als die Rede auf bie Sicherheit der modernen Ozeanriesen kam: „Mit diesen großen Schissen bereiten uns selbst die schwersten Stürme keine Sorgen. Ter Nebel und das Eis sind es, die wir fürchten. Wenn große Eisberge in ivärmeres Wasser hineintreiben, tauen sie unter dem Wasser viel rascher als auf der Oberfläche, und oft bilden sich niedere, scharfe Eisklippen, die 300 oder 400 Fuß breit unter der Meeresoberfläche sich hinziehen. Wenn ein Schiff auf eines dieser Eisriffe gerät, kann es ihm geschehen, daß die Hälfte seines Bodens fortgerissen wird." Darauf bs- merftc Dr. Williams, daß man in solchen Fällen natürlich allein auf die Rettungsboote rechnen könnte; man brauche sich jedoch nur die Fassungskraft dieser Boote auszurechnen und mit der Anzahl der Passagiere und der Besatzung zu vergleichen, um sich darüber klar Zu werden, daß die Boote nicht ausreichen. „Ja", entgegnete Kapitän Smith, mit einer Miene, die Bedauern verriet, „das ist vollkommen richtig. Wir sollten eigentlich stets genügend Boote an Bord haben, um selbst bei einem vollbesetzten Schiffe alle Menschen unterbringen zu können." Dr. Williams fragte Smith nun, was geschehen würde, wenn die „Adriatic" jetzt auf eine solche Eisbank geriete und sclyver beschädigt würde. „Tann würde wohl mancher von uns mit dem Schiff hinab in die Tiefe müssen. .
L hte Nachrichten.
London, 20. April. Die Admiralität ordnete für die „Titanic" Gedächtnisgottesdienste an. Alle Kriegsschiffe setzen morgen die Flaggen auf Halbmast.
Neuyork, 20. April. Verschiedene Dampfer melden, daß sie an der Unglücksstelle der „Titanic" Trümmer und zahlreiche Leichen gesehen haben. Der Kabeldampfer „McKny Bennett" begab sich zur Unglücksstelle, um heute mit der Bergung der Leichen beginnen zu können.
Neuyork, 19. April. Einige Ueberlebende ber „Titanic" glauben William Stead und Oberst Astor nach dem Untergang der „Titanic" zusammen auf einem Floß gesehen zu haben. Andere sagen, sie hätten den Oberst Astor zusammen mit Major
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