Ausgabe 
20.11.1912 Zweites Blatt
 
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162. Jahrgang

Zweites Blatt

Ur. 274

Erschein! ti-llch mit Ausnahme deS Sonntags.

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Tie6l<6<ner Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS Krtl$6lotl für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Tietanbmirtftbafllldftn Zeit- tragen" erichemen monatlich zweimal.

Meine kleine Frau.

S«hi nett, nichi wahr? Sie weih aber auch, bah .die Lieb, durch den Magen geht" und kocht lein andere» ®etorä als Setiies Konrfaffee. Man lann nicht ohne ihn fdn!

Mittwoch, 20. November 1912

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Bekanntmachung.

Der von dem Gemeinderat durchberatene Vor­anschlag für 1913 Nj. liegt während einer Woche und zwar vom 22. November bis einschl. 28. Nov. I. IS. auf dem Bürgermeistcreibureau offen. Die beteiligten können innerhalb dieser Frist den Vor- »fchlag einschen und bei dem Bürgermeister schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen btn Inhalt vorbringen.

Bemerkt wird, daß die Erhebung einer Umlage beschlossen wurde, zu der auch die AuSmärker htrangezogen werden.

Holzheim, den 19. November 1912.

Großh. Bürgermeisterei.

iichlt die Einführung ber loknen Kirchensteuer, wodurch dit' M' rdxw gemeinden von der oft sehr unangenehmen Abhängigkeit von dem CVnneinöcrat befreit würden und bic Mittel bekamen, ^e -ur Belebung des fircblidwn Ledens nötig sind. Neben dem M'trdten* vorstand ist die Anstellung von Diakonen empfehlenswert.

Bei der hierauf erfolgenden Dahl des Dekans, die wegen des aus Gesundhcitsrücfsichten erfolgten Rücktritts deS leit» dc-rigcn AmtSinhabers nötig geworden ist, wird, da der Stellvertreter.deS Dekans, Pfarrer Glück, die Wadi zum ^etan ablehnt, Pfarrer Gußmann -.Kirchberg mit 33 von 41 gültig abgegebenen Stimmen gewählt.

lieber die Entwicklung der Arbcn der inneren Mt'Uon int Dekanat berichtet Pfarrer G r o 11) - Rödgen: der Erztebungs- verein halte 12 Kinder in Pflege, die teils im Mrenc Gießen, teils in anderen Kreisen bei Familien nnlergebrachl sind. Die t^meindekolportage hat in einigen Gemeinden guten Erwlg fle-

Pfarrer Gußmann gibt ein Bild der Arbeit für die äußere Mission, die int Dekanat geleistet wird. Im Jahre 1911 sind 5252 Mark eingegangen Es bestehen in 11 Gemeinden ^9lwnS- sammelvereine, in s Gemeinden MissionSfrauenvereine. Dem Oberhessischcn Percin für die Baseler Mission gehören 1« Ge- memden an. Pfarrer Lic. Goinbe 1 berichtete über den Gustav- Adolf-Verein. Pfarrer Hetz ding über den Evang Bund Eine von ihm eingcbrachte Entschliestung gegen die Wrvvctzulanung der Jesuiten wurde einstimmig angenommen.

Der zuletzt noch zur Beratung stehende Beschluß der Stmodck des Dekanats Rodheim, bclr. Beerdigung der Selbstmörder, wird für die nächste Tagung zurückgestelll. Ebenso eine Eingabe ivegen der Synode Reinheim wegen Erhaltung des evangel. Religions­unterrichts in der Volksschule. Da zurzeit in den Gemeinden des Zdreiscs die Anlagen des clektrisckwn Lichtes allgemein auS- gesührt werden, empfiehlt es sich, auch die Pfarrhäuser anzn- schlicsten. Mit einem von Pfarrer Groth-Rödgen gesprochenen liebet wird die Synode nm 2 Uhr geschlossen.

Bei dem sich anschliestendrn, im Cas6 Ebel stattfindenden Mittagessen wurde dem scheidenden Dekan ^irchenrat Strack durch den Stellvertreter Pfarrer Glück im Auftrag der Geistlichen des Dekanats ein Album mit den Bildern sämtlicher Geistlichen überreicht. ___________________________________________________

stern la. Weir

Seifix Paket 15 Pfennig

Bekanntmachung.

Don den am Nachlaß des Carl Plank HL stteiligten Erben bevollmächtigt, mache ich die Jn- «rressenten aufmerksam auf die

LonnerStag, den 21. Nov. 1912, uachm. 3 Uhr, h dem Bureau des hiesigen Ortsgerichts stattfindendc öffentliche Versteigerung von

Baugelände.

Die Versteigerung erfolgt zum Zweck der Aus­siebung der Gemeinschaft und zwar nach den Normen der alten ZwaugSversteigerungsverfahrcnS, sodaß tiefe Versteigerung eine endgültige ist und genehmigt yird, wenn auch nur die halbe Tare erzielt wird.

Die Bedingungen sind die üblichen der orts- gkrichtlichen Versteigerung. ___

1. Flur V Nr. 269 und 270 (10<9 und 538 qm), ' Harten an der Rodhohl, stößt aus eine vorhandene und eine projektierte Straße und liegt zwischen Wilhelmsttaße und der jetzt für Dillenzwecke (des H. Prof. v. Eicken usw.) eröffneten Fortsetzung der Friedrichstraße.

1 Flur VII, Nr. 56 (4647 qm), jetzt Nr.2(32vO qm), liegt am Wartweg hinter derSchönen Aussicht" und stößt mit 3 Seiten an die dort vorgesehenen und schon ausgesteinten Straßen (Verlängerung

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amt in Gießen in dankenswerter Weise au die Regierung bc lürwoncnd weitergegeben worden war, bei dieser feinen An klang gesunden, weil dadurch zu sehr in die persönliche Freiheit der Bewohner cingegriifcn würde. Ter Bericht des Dekanats ansschusses, der gedruckt vorlag, fand die Zustimmung der Versammlung. Aus ihm ist besonders folgendes hervorzuheben: Im Vcrionalbcstand der Geistlichen ist keine Veränderung eingctreten. .kirchliche Feste wurden in vielen Gemeinden jedesmal^unter großer Beteiligung der Gemeindemiiglicder abgehaltcn. Die Seelen sahl des Dekanats betragt 60 58S, von denen 288 von der Landeskirche getrennt leben. Der Archen- und Abendmahlsbeinch hat fick) gegen das Vorjahr wiederum etwas gehoben, ein Zeichen, daß das kirchliche Vcbcn im Dekanat Gießen iidi aufwärts be­wegt. lieber die Unbotmäßig kett der Katechismusfchüler ist frei lick', wie fast überall, sehr zu klagen: als besonderer Mißstand wird empfunden, daß die Turnvereine keine oder nur wenig Rücksicht nehmen auf die gottesdienstlichen Stunden des Sonntags. An freiwilligen Gaben und Kollekten gingen bei den Pfarrämtern ein 55860 Mark. Tics gibt auf den Kvpf der. Bevölkerung

92 Pfg. Uebcr den Stand der Dekanatspflege berich­

tete Pfarrer Schwabe-Gießen. Für den Kriegsfall sollen 34 Dekanatsschwestern, die sich dazu bereit finden, der Heeres­verwaltung zur Verfügung gestellt werden. Tic Dekanatsschwestern werden bei der Privatangestelltciivcrsicherung versichert, ohne daß die schon bestellende Fürsorge für die Invalidität der Schivestern davon berührt wird. Jede Schwester erhält von nun an auch eine Brosche als ständig an tragendes Abzeichen. Daraus hielt Universitäts-Professor I> Dr. Sck> ian - Gießen einen sehr an regenden und ausführlichen Vortrag über die so aktuelle Frage: Welche Anforderungen stellt die auf größere Belebung unserer ('Gemeinden hinzielende Bewegung der Gegenwart an die kirch- lidKn Organe der Einzelgemeinde?

Vom Sulze'schen Gemcindeideal ausgehend, fordert der Vor­tragende Belebung der Einzelgemeinde. Diese Belebung geschieht durch Organisation und Arbeit der kirchlicksen Organe. Dadurch wird auch dem Abbröckeln kleinerer Steile von der Landeskirche gesteuert. Unter kirchlichen Organen sind die aus der Gemeinde hcroorgegaugenen Körperschaften, besonders der ftirchenvorstand und kirchliche Gemeindevertretung gemeint. Die hessische Kirckien- verfassung verlangt von ihnen nicht nur vorbildlichen christlichen Wandel, sondern auch Unterstützung des Pfarrers in Seelsorge, .stranken- und Armenpflege. In der Praxis beschränkt sich ihre Arbeit meist auf die Anteilnahme an der kirchlichen Vermögens- Verwaltung. Vier gilts, bessernde tzand anzulegen. Der Kirchen­vorstand muß Verständnis gewinnen für die Gemeindearbeit, kirchliche Vereinstätigkeit und Gemeindezucht, Abstellung von öf­fentlichen Mißständen und Armen- und Krankenpflege.

In der sich anschließenden Aussprache wünschte Geh. Rat Dr. Wimmenaner- Gießen den gegebenen reichen Anregun­gen rechten Erfolg bei den weltlichen Mitgliedern des Kirchen- vorstandes.

Pfarrer B ech t o lsh e im er - Gießen, Pfarrer W e ber- Lang-Göns, Psr. G u ß m a n n - tfinhberg empfehlen, die Kirchen- vorstehel mehr ',znr Mitwirkung und Beteiligung an der kirchltchen Gemeindearbeit heranzuziehen. Kirchenrat D. Schlosser emp-

mit der Konkurrenz.^ vergleichen und dann urteilen.

Besichtigung meines i>r- ohne Kaufzwang.

Vergebung

von Straßen Untcrhaltungsmaterialien für das Fahr 1913.

Die zur Unterhaltung der Kreisstraßen des Kreises Friedberg erforderlichen Materialien sollen auf dem Wege des schriftlichen Angebots, wie folgt, vergeben werden:

Bruchsteine Kleinfchlag Grus Sand

945 13185 499 1657 cbm.

Die Bedingungen, sowie die Uebersicht der Verteilung der einzelnen Lieferungen auf die ver­schiedenen Straßenstrccken liegen auf dem Amts­zimmer des Unterzeichneten, Bismarckstraße Nr. 32, offen, woselbst auch die Angebotsvordrucke erhält­lich sind.

Die Angebote sind verschlossen, Postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 11. Teicinber, l. Js. vormittags 9 Uhr hier einzureichen, woselbst die Oeffnung der An­gebote in Gegenwart etwa erschienener Bewerber stattsindet.

Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Friedberg, den 19. November 1912.

Der Großh. Kreisbauinspektor

I. V.: Witzler._______

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der Klinikstraße usw.).

3. Klur XIII., Nr. 52 (1661 qm), stoßt aus den Schiffenberger Weg und liegt den letzten Häusern Dörmer & Müller) gegenüber.

3iu weiterer Auskunft ist Unterzeichneter gern bereit. Gießen, den 19. November 1912.

Raab, Rechtsanwalt.

Pie Interessen der jranzosischen nationalen Industrie.

Infolge ber von verschiedenen Pariser chauvinistischen Nlättern gegen die deutschen Waren angezettelten Treibereien veranstaltete ber Verbanb ber fron jt> f i | d> e u Industriellen unb Kaufleute eine Umfrage: Erstens, ob den fremben Waren eine Ur­sprungsbezeichnung aufzuerlegen wäre; zweitens, ob ber Gebrauch, den einl-eimischcn Ursprung ber französischen Erzeugnisse zu kennzeichnen, verallgemeinert narben soll; drittens,ob eine besonbere Propaganda für die französ sckien Soren ausfindig gemacht inerben soll, unb viertens, in welcher Weise bic einheimischen Erzeugnisse bei öffentlichen Lubnlissionen geschützt werden sollen.

Aiii Grund ber eingelaufenen Antworten faßte ber verband nach einer längeren Erörterung eine Entschlie­ßung, in ber es heißt, es sei nicht nötig, grunbsätzlich ftr alle nach Frankreich eingeführten auslänbischen Wareii eine Ursprungsbezeichnung zu verlangen. Es wäre dies im Gegenteil gefäl-rlich, da jede Serrinqening ber Einfuhr von den beteiligten Säubern als bas Ergebnis einer Boykot­tage betrachtet imerbc unb zu Vergeltungsmaß­regeln Anlaß geben könnte Für einzelne Waren könne man iebod), imc bies bereits in verschiedenen Fällen not­wendig crfdyeine, eine solche Maßnalxme ins Auge fassen, ober erst nach reiflicher Prüfung, damit durch diese Maß- ikchme nicht gerade diese Waren gesck)äbigt würden, bic man schützen tvollte. Der Nutzen der Ursprungsbezeich- tnnifl der heimisä>eii Waren könne lediglich von den be- tteffenden Fachverbänden beurteUt werden. Die heimische .Industrie könne vielleicht durch eine der englischen Öld British Stopping Weck ähnlicl-e Einrichtung gesördert roer- den Schließlich sollen die öffentlicheii Behörden ersucht werben, bei ben Submissionen in ber weitgetzendsten Weise die Interessen ber nationalen Industrie zu sctsiitzen.

velanatrsynoüe der evangelischen Dekanats Sretzen.

b. Gießen, 19. Nov

Die Synode wurde mit einer von Pfarrer Fischer Alten- Vui'ttk auf Grund von Offenbarung 3, V. 11.Valtc was du doft, daß niemand deine Krone nehme", gehaltenen eindrucksvotten Ändacht erölinet, in der der Prediger zu»n treuen Festhalten an brr evangelischen Wahrheit ermunterte. In bat sich anschließen­den Verl)andlungen begrüßte der Vorsitzende Kirchenrat und Dekan vtrack die Anwesenden, besonders die neu angetretenen Mit- gheber und gedenkt in der üblichen Weise ber im letzten Jahre verstorbenen Synobalat. Die Wahlen dreier neuer Mitglieder in hießen unb Lang-GönS werden genehmigt. Der Bescheid deS Oberkonsistoriums auf die Bescküüsle der vorigen Shnode lautet tustimmenb. Leider hat die von der Synode gegebene Anregung, den Wirtshausbesuch ber Jugend zu erschweren, die vom Kreis-

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Märkte.

Limburg n. d. Lahn, 19. Nov. Nruchtmarkt. Durch­schnittspreis pro Ti'alter. Roter Beizen (npffaniieher) H,25 ircifter Weizen (anqebaute Rreniblorten) 16,75 f., fiorn 13,10 Mk., Gerste: , uttergerfte 11,00 Mk« Braugerste 13,35 Alk., üafer 2)ik. 7.009,50 Atk., Erbsen 0,00 ztartosselil 3,40 bis ^,00 Mk.

C-nälcnbc Tchlaslosiakcit Nervöser unb Blutarmer bat ihre Ursache oit darin, daß bei der Abendmahlzeit aufreaenbe Wetränfc wie Tee, Kaffee oder berg!, genossen wurden. Man sollte Natt dessen eine Mischung von Milch unbft u iete" trtnfcn, die einen sehr angenehmen Geschmack besitzt und vollkommen reiz loö ist. sich auch infolge ihrer Nahrhaftigkeit besonders für schwächliche Personen empfiehlt.hv'°/.