Ausgabe 
24.6.1912 Erstes Blatt
 
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erlüten, aber der furchtbare Aufprall hatte seinen ganzen Orga- nisinus aus dem Gleichgewicht gebracht: nur feine funtc Natur ließ chn noch ein paar Augenblicke leben. Gr starb wenitze Minuten später auf der Rettungsstation, ohne das Bewußtsein iviedererlangt zu haben.

proletarisiert, und bei dem Andrang zu den gelehrten Berufen bildet sich auch hier ein geistiges Proletariat. Dazu kommt, daß in diesen gelehrten Berufen die Söhne des nichts oder wenig besitzenden Mittelstandes in Kon­kurrenz treten mit den Söhnen der obersten Schicht, tue sich diesen selben Berufen, da cs diegeehrten" Berufe ftnd, gern zuwenden. Und die Töchter dieser «reife? Sie werden ihrerseits von einer ähnlichen Konkurrenz der Töchter der Besitzenden bedrängt. Sic haben nicht wie jene die Möglichkeit, durch Feste, durch Geselligkeit, durch Toiletten Freier an sich zu ziehen.

Das alles zusammen ergibt, daß die Heirat nach Geld, nach Kapital, wie die Anzeigen in den großstädtischen Blättern zeigen, eine wachsende Bedeutung gewinnt, und daß diejenigen, die auf diesem Wege nicht mitgehcn wollen oder nicht mitgel-en können, die Hctrat oft überhaupt unter­lassen. Man mag dem Junggesellen vorhalten, daß er manchmal, durch Iunggcsellensreudcn verlockt, die Heirat verschiebt, obwohl er heiraten könnte. Dergleichen Vor­würfe alier gehen völlig an der großen Hauptsache vorbei, und diese liegt eben darin: Was soll eine relativ zurück- bleibende Schicht, wenn sie sich in ihren Lebcnsgewohn- hcttcn nicht prolctarisicren nrill und kann, sondern mit scudalisieren lassen muß und will, anderes tun, als die Heirat hinaus schieben oder ganz aufgeben, wenn die für ihre angenommenen Lebcnsgewohnheill-n erforderliche Basis fehlt? Wieviel Gutes könnte der Staat durch früh be­ginnende auskömmliche Gehälter der männlichen Angestell­ten tun und lehren, um em früheres Heiraten zu ermög­lichen. Aber gerade der Staat ersetzt jetzt dieteuren" Männer durch billige Frauen und verschließt so beiden das Tor zum Garten der Ehe. Ter Staat wird dann beginnen müssen, volkswirtschaftlicher zu denken.

Der italienifdi=türtifd)e Krieg.

Ein Unfall.

Tripolis, 23. Juni Einige Artilleristen und Mattosen des PanzerkreuzersCarlo Alberto" unter dem Kornmanoo des

Ans Liessen.

Tie Witwen- und Waiienveriorgung der Bolksschullehrer.

sb. Darmstadt, 23. Juni. Unter den jetzt im Truck erschienenen A u s f ch u ß b e r i ch t c n ist von besondereni Inter­esse, der vom Abg. Tr. Weber erstattete Bericht über die Aenderung des Gesetzes, belr. tue Witwen- und Waisen- kassc der Bolksschullehrer. Ter Bericht weist zunächst auf die bekannte Eingabe der hefsifchen Lehrerschaft vom 2. Mai d. 3. hin, worin diese ihre genauen Wünsche darlcgt und betont, daß sie den Gesetzentwurf im allgenieuien mit Freude begrüßt, aber eine Beslinnnung darin v-rnnßt, daß den jüngeren Volks- fchullchrcrn bie Rechte, die sie sich auf Grund des jetzigen Witwen- kassengesetzes schon erworben haben, so lange gewahrt bleiben, bis das neue Gesetz die gleichen Bezüge gewährleistet. Weiter rounjdjen die Lehrer, daß das neue Gesetz auch auf die Witwen und Waisen der vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes verstorbenen oder pensionierten Lehrer Ämveiidung finden möge. Tte Regie­rung kam den Wünschen der Lehrer nur insoweit entgegen, als sie den bei Inkrafttreten dieses Gesetzes bereits definitiv nngc- stellten und verheirateten Lehrern ein Witwen- und Waisengeld mindestens in der Hohe der Sätze, wie sie das Gesetz vom 21. Juli 1900 bestimmt, gewährleisten wollte. Ter Ausschuß war der Ansicht, daß die Beschränkung dieser Vergünstigung nur auf ver­heiratete Lehrer nid# zu em pichen fei und schlug deshalb vor, allen z. Zl. des Inkrafttretens dieser Gesetze definitiv angestellten Lehrern

vlitzgesahr.

In dem kaum zweiwöchigen, aus Ende Mai und Anfang Ium des vorigen Jahres gefallenen Zeitraum sind in Deutsch­land fast halb so viel Menschen vom Blitz erschlagen worden, als sonst durchschnittlich in einem ganzen Jahre. Die Gefahr, vom Blitze getötet zu werden, ist allerdings erheblicher, als man im allgemeinen anmmmt und zur Beruhigung von Furdusamen Aland ha ft zu machen sucht. Eine nur das preußische Gebiet um­fassende Statistik ergibt, daß in den Jahren 18821691 mdit weniger als 1669 Personen durch Blitzschlag getötet wurden, wahrend annähernd die dreifache Zahl von Personen vorüber­gehende oder dauernde Schädigungen erlitt Im zehnjährigen Zeiträume 1899 bis 1908, für den die Erhebungen aber noch nicht völlig abgefchlosscn sind, beläuft fich die Zahl der Tötungen durch Blitz in Preußen sogar bereits aus 2398, woraus hcroor- geht, daß die Todesfälle dieser Art in schnellerem Tempo zu­genommen haben als die Bevölkerung. Im mehrjährigen Durch­schnitt kann man für ganz Deutschland auf etwa 350 bis 370 derartige Verunglückungen im Jahre rechnen, wobei sich aber die Zahlen aus die einzelnen Jahre recht ungleich verteilen.

Cb die große Anzahl schädigender Ereignisse damit zusammen­hängt, daß nnr uns wieder einmal einer Periode großer Ge- witterhäufigkeit nähern, wie sie die Sommer von 1891 und 1902 kennzeichnete, läßt sich einstweilen noch nicht mit Sicher­heit seststeilen. Die sogenannten Wurmegcwitter treten am häufig- sten im Juli ein. Zum Unterschied von den Wlntergcwittern, die bei böigem oder stürmischem Wetter und nut Vorliebe an den otlantiidKn Küsten Europas austreten, liegt die Entstehungs­urfache für Warmcgewitter in der Erhitzung Der Luft und Erd- oberfladn: an fonnigen und heißen Soiumertagen mit Windstille oder sehr mäßiger Luftbewegung. Tie überhitzte Luft der unteren Lustschichten bat das Benrcben, aufzusteigen, während drc obere, kältere Luft die Neigung hat, derabzuunken. Bet Winüsnlle ent­steht dadurch an labiler Gleichgewichtszustand, bei dem gering­fügige Anlässe genügen, um das Gesetz der schwere mit voller Wucvt zur Auslösung zu bringen, wobei durch Reibung der Luftteilchen und Wasferdampfbiäschen große und hochgespannte Mengen Elcktazität von emgegengefetztcr Polarität emstchen, die im Hitzegewitter zum Ausgleich kommen und bei entsprechender Wetterlage an einem einzigen Nachmittage in Teutschland in Hunderten von Einzelfällen in Erscheinung treten können.

Hoch': seltsam und nicht genügend aufgeklatt ist die Tatsache, daß in Norddeutichlano, das Den deutschen Süden an Häufigkeit der Gewitter ohnehin bedeutend übertrifst, in den Herbnmonaten September und Cktober außerorDenttid) mehr zündeiide Blitze üuüreLT Uiid zwar oorwiege-'d bei Nachtzeit, als IM übrigen Deutiax.. Gebiete. Es nanocit sich hier häufig um Wirbclgewnter, bet dem. der elektrische Ausgleich fich nur selten zwischen ver­schiedenen Lustschic^en, jondem meistens gegen das Erdreich hin

vollzieht Von 31 468 Sckjadenblitzcn, die innerhalb eines fünf» zehnjährigen Zeitraumes den Deutschen Versichcrungsgesellfchaften angezeigt wurden, zündeten 11 720, während 19 748 nicht zün­dende auf ändere Weise Schaden anrichteten. Bon den zünden­den Blitzen gingen 839 auf die Stabte und 10 881 auf das flache Land nieder, wahrend von den nicht zündenden 3998 städti­sche Cnfdwftcn und 15 750 das Land betrafen. Am größten Ut die Blitzgef'ahr in Schleswig-Holstein, wogegen die Stadt Thorn, wo sich innerhalb mehrerer Generationen fein Blitzschlag er­eignete, eine natürliche Immunität gegen Blitzschlag zu be­sitzen scheint.

Staat und Beoolferungspolltif.

Von einem Berliner Mitarbeiter gehen uns nach der Lektüre der amtlichenNordd. Allgf. Ztg." folgende Be- :rachtungcn zu, die und zwar das Thema nicht ganz zu erschöpfen scheinen, ober doch zum Nachdenken anregen:

Die deutsche Regierung hat m einet Sonntagspredigt derNorddeutschen Ällgemeineii Zeitung" bewegliche ll.age Über den Geburtenrückgang in D c u t s ch l a n d fuh­ren lassen. Im selben Atentzuge, so mochte man sagen, ließ ein Mitglied der deutschen Rcgteruna, der Reia-spost- miniftcr fträtfe, der Oeffcntlichkeit mitlcilen, daß er, um ein paar Millionen zu sparen, rund 8000 weibliäje Be- amte an die Stelle männlicher setzen werde. Womit die Zahl der Ehestandskandidaten wieder einmal um rund 8000 verringert ist. Das ist gewiß nur eine Heine Unstimmig­keit im Verhältnis zur Größe des Bevölkcrungsproblenis. Aber sie verrät doch eine bedenklich geringeHomogenität" int Regieren und sie ist typisch für die Rat- und Ber- ständnislosigkeit, mit der man in den leitenden kreisen des deutschen Volkes dem bewußten Problem gegenüber- steht. Mit der platonischenBelehrung" und mit der Uebenvachung mancher Anpreisungen von Geheimmiteln" ist's wahrlich nicht getan. Ebenso nicht mit der Förde­rung der Gartenstadtbewegung, so schön und löblich auch diese Belvegung ist. Am Sinken der Hcirats- und Ge­burtenziffern tragen auch nicht, wie die Norddeutsche All­gemeine vermutet, die städtischen Bevölkerungen die Schuld" sondern gartz andere Dinge und Leute. So z. B. die Nachfrage der Rcichsposwcrwaltung nach 8000 Töch­tern des Mittelstandes.

Die Abnahme der Heiraten und der Geburten ist ebenso wie das Erwerbsmaß der ledigen Töchter tatsächlich in der Hauptsache eine Mittelftandsfrage, die zusammenhäugt mit der allgemeinen Lage des Mittelstandes. Diese Lage ist z. T. ein absolutes, und allgemein ein relatives Sin­ken. Ein absolutes Sinken des Mittelstandes ist zweifel­los vorhanden beim Handwerk und beim Kleinhandel. Hier bringt der fapitalifti)d>c Großbetrieb siegreich vor. Und ein relatives Zurückbleiben, ein relatives Sinken, das ist im allgemeinen die Signatur des Mittelstandes. Man nehme nur einmal die Lehrer und Beamten! Ihr Eüi- tunimcu ist wohl gestiegen, aber viel weniger gestiegen als das Einkonunen in den kapitalistischen Massen. Adolf Wagner hat bekanntlich als erster nachgewiesni, daß zwar die Einkonunen in Deutschland im letzten Menschenalter allgemein gestiegen sind, auch in den unteren Klassen, daß |ie aber n-eitaus am stärksten gestiegen sind in der obersten -Schicht, bei den ganz großen Einkommeii und Vermögen, und daß sie weitaus am lvenigsten gestiegen sind in der mittleren Schicht, beim Mittelstand. Hier liegt ein rela­tiver Einkommcnsrückgang vor. Hier bietet sich immer weniger Gelegenheit, wirtschaftliche Selbständigkeit zu fin­den. Die Söhne des Mittelstandes werden Beamte oder Angestellte; viele bon ihnen versuchen zu studieren. Diese Angestellten, namentlich die technisä-en Angestellten, sind zum erheblichen Teil bereits der Bezahlung nach

Ein russischer Spion verhaftet.

. In Berlin wurde der russische Hauptmann Koste- tvitsch fvegen Spionageverdachts verhaftet. Ein Bc- richtcrstatter suchte die Frau des Verhafteten in ihrem Hotel aus. Wie die Frau nostewitfch erzählt, ist ihr Mann Artillerie­offizier und im großen General st ad in Peters­burg tätig. Er erhielt von dem russischen Mriegfrminiilerium den Auftrag, eine vier Monate lange Studienreise durch mehrere curopäiid)c Staaten, u. a. Durd) Deutschland, Oester­reich-Ungarn, Frankreich und Bulgarien zu umenicbmcn. Haupt­mann Kostewitsch und seine Frau hallen sich seit ettva vier Wochen in Berlin auf. Frau Kostewitsch erzählt weiter, daß ihr Mann sich mit großen Fabriken in Verbindung gesetzt und um die Erlaubnis zur eingehenden Besichtigung gebeten habe. Näher darüber befragt, behauptet jie, nicht zu wissen, daß ihr Mann Spionage getrieben habe. Ihr Mann habe bei seinem Verhör auf dem Polizeipräsidium gebeten, daß ein Dolmetscher hinzu- bezogen werde, da er der deutschen Sprache nicht ganz mächtig fei. Dieses Ansuchen sei aber abgelchnt worden. Sämtliche Auf- zeichnungefl und Tagebücher des Hauptmanns sind nach der Ver­haftung beschlagnahmt worden.

Frau Kostewitsch hat die Intervention des russischen Militär- allachtzs in Anspruch genommen, die ihr auch gewährt worden ist.

daS seitherige habere Witwen- und Waisengeld so lange zu be­lassen, bis Die Sätze des neuen Gesetzes die gleiche Hohe erreicht haben. Ter Wunsch der Mehrer, daß das Gesetz and» auf Die Hinterbliebenen Der bereits vorhandenen Lehrer-Witwen und -Waisen rückwirkend ausgedehnt , verd.il möge, kann aus prinzi­piellen Grüiiden leider nicht erfüllt werd.ni Mit Den Grund­sätzen der Beamtengesetzgebung im Reid e und den deutschen Bundesstaaten wäre ein derartiger Schritt, der erhebliche stvnfe- ouenzen batte, nicht zu vereinbaren. Die Mehrausgabe für Die Lehrerwiiwen allein würden etwa 90 uOJ Mk jährlich betragen. Hierzu hatten Die Avgg. Brauer, Weber und Henrich weitere Anträge gestellt, die Abgg. Brauer und Weber beantragten, in fllcidKr Weise, wie für die Witwen Den Staatsbeamten alljähr­lich im Hauptvoranschlag einen Betrag als Disvositions- fonds der Regierung zur Verfügung zu stellen, und den Witwen und Waisen der vor 3nfTafttrn.il des neuen Gesetzes verstorbenen oder pensionierten Lehrer Unterstützungen zu gewahren. Ter An­trag des Abg. Henrich bezweckte in erster Lime eine Aende rung der einschlägigen Bestimmungen des WitwenpensionSgeictzes der Staatsbeamten vom Jahre 1886. Die Regierung stand dem letzteren Antrag im allgenieineu mdit ablehnend gegenüber, möchte aber ihre Erledigung bis zum Zeitpunkt der Abänderung des Witwenpensionsgesetzes verschieben. Alsdann wurde die Aus- dehiiiiiig den vom Abg. Hennch gewünschten Bestimmungen ohne weiteres erfolgen. Der AuSsclwß erklärte sowohl Dir Anträge Brauer-Weber, wie den Antrag Henrich für erledigt und beschloß, die Regierungsvorlage anzuneijmen und als Absatz 3 zu Art. 3 des Gesetzes folgenden Zusatz zu beantragen:Den Hinter­bliebenen derjenigen Lehrer, die zurzeit des InttasttretenS dieses Gesetzes bcfinüiD angcstellt sind, ist ein Witwen- und Waisengeld mindestens in der Höhe der Sätze des Gesetzes vom 21. Juli 1900 (in der Fassung der Bekanntmachiing vom 30. Oktober 1905) zu gewähren."

Der Sufammcnftob in den Lüsten.

Don dem tragischen Zusammenstoß in den Lüften, dem am Mitttvock) aus dem Flugplätze von La Brahelle zwei der tüch­tigsten ttanzöfischcn Flieger osstziere zum Opfer gefallen sind, ent- lotrft ein Augenzeuge im Malin eine ausführliche -Schilderung.

Ein leichter Tunst verschleierte die weite Ebene, der Ausblick aber war nickst gehindert, und der leichte Nebel ist für das Unglück nickst vcranlwottlich zu madxn. Der junge Leutnant Peignian, Der dein Fliegerkorps feit einigen Wochen zugcteüt ut, war um 6,20 Uhr früh mit seinem Breguel-Zweidecker aufgeiucgen und be- schrieb über dem Militärschuppcu in den Lüften seine »reife. In demselben Augenblicke gab auch der Hauptmann Dubois in (einem Zweidecker das Zeichen zum Loslassen und incg^auf. Beide Offiziere benutzten Maschinen vom gleichen Typ, DuboiS ober verfügte über einen stärkeren Motor, nnd infolgebefien über eine größere Geschwindigkeit. Ter Leutnaitt flog in diesem Augen- □liefe nach Osten, auf die Sonnenscheibe zu: es ist möglich, daß das i_'icht ihn blendete, so daß er den Apparat des Hauptmanns md« (eben konnte. Dubois aber, der in westlicher Richtung und zwar unmittelbar auf die Fluainafchinc seines Kameraden zuwuste, mutz unbedingt das Flugzeug P e i g n i a n s deutlich gesehen haben, denn er batte die Sonne im Rücken. Die Apparate näherten »ich ein­ander mit rasender Schnelligkeit. Vielleicht hatte der Hauptmann Dubois gehofft, durch die größere L-cknelligkcit seines Flug^uges den Krcuzungspunkt der beiden Fluglinien eher zu erreich.« als Peignian. Mau wird die Ursachen des Zufammenftotzcs nie mehr aufklaren. Beide Flieger ruhen im Tode, ^.as Unglück vollzog fich in wenigen Sekunden. Vom Boden aus ,ah man, zunächst noch ohne Sorge, wie Die Flugzeuge fich- einander näherten: man nahm an, daß ein Ausweichen keine Schwierigkeiten bieten fönne. Plötzlid) fad man, rote Peignian mit einem schlage fein Flugzeug cmporriß und höher ftieg: er Hatto die Gefahr begriffen und wollte ihr auswcichcn. In derselben <xtunDc aber fah man mit Entsetzen, wie auch das Flugzeug des oauptmanns cmnor- flieg: genau in derselben Höl-e prallten nun die Apparate gegen- nnanber. Der linke Flügel des Duboisschcn Apparates traf den lmken Flügel von Peigmans Flugzeug, dte ^lugelfchrouben ge­rieten in die Drahtseile: man sah nur, roie plötzlich die Ma,dune

Leutnants sich in den Lüsten überschlug uiid mit wach'ender Schnelligkeit zu Boden stürzte. Wenige bekunden 1 pater fdwtz <iuch der Zweidecker des Hauptmanns Dillwis, der einen Uugen- d»lick roie regungslos in den Lüften gestanden hatte, zur Erde me Im eisten Augenblick waren alle Anwesenden starr vor Ent- s'chen: man hatte nur hier unö Da einen ^^"ckensrut gchorr Dann stürmte man zur Unglücksftatte: Dte beiDen Mafchmen waren mnmittelbar nebencinanDer gestürzt, yaupimann Dubois war nedj em Leben, saß noch auf Dem Sitz des zerichmetterten Avparales. Er macht ein Zeickx'n, man möge ihn lauen, roill 'ich auindnen jimkt zuruck: alles ist umfonft. schlaff und hilflos liegt er da und murmelt nur einige Sorte. Wan glaubt zu oenteben: .ei.ic x-rau, meine Frau." Tann beginnt er zu röcheln. Leutnant Mignian war fofort toi: Die ärztliche lliiter|ud)ung crgi ?au Sm Die Brust eingedrückt, der Schädel gciprciigt unö ein Arm Mbrochen war. Der Hauptmann hatte nur einen Huftendruch

Sonnenschein a u s Flaschen", unter diesem Titel beridjtot der Taily Mirror über die Erfindung, die nach lang» fährigcn Berfuchen dem französischen Ingenieur Eharlcs Winter gelungen ist und die bei weitcrec Bervollkommnung beithnmt er* fchetnt, im Betriebe des modernen Haushaltes und vielleicht auch auf manchen Gebieten der Indufttie bedeutungsvolle Umwälzungen her- vorzuruien. Winter hat eine neue elektrische Batterie erfunden, die mit Hille einer besonderen chemischen Löf'nng Sonnenschein auinimmt, in sich aufspeichert und automatisch in elektrische Energie umwandelt. Die Batterie besteht aus zwei kleinen bunnen Uatin- plattchen, von denen die eine in eine Losung von überchlorsaurem Eisenial, getaucht wird, während bie andere mit Quecksilbersalz m Berührung fteht. Unter der Einwirkung des Sonnenlichtes vollzieht sich eine chemische Wechselwirkung in dem Inhalt der Batterie, die sich babei Elektrizität laot. Wenn die ausge- fpeicherle Elekttizitätsmenge verbraucht ist, kann die Batterie sofort wieder durch Sonnenlicht geladen werden. Dieser SonnenscheiTi- alhtmulator ist nach den Äusführungen des englischen Blattes dazu bestimmt, einstweilen in ben fo<-ufern die bisherigen Licht- uno Heiz- ouclien zu ersetzen. Ta Der Betrieb der Batterie absolut kostenlos ist und nur die einmalige Anschaffung des Apparates in Betracht kommt, würde nach Amortisierung des angelegten Mapuals Licht, Heizung und au chdie Hitze für »ochzwccke kostenlos beschafft wer­den. Das Entscheidende an der neuen Erfindung ist Die Tatsache, Daß tu dem Betrieb der Batterie und zur Erzeugung der clektnschen Krau keineswegs der Sonnenschein selbst ettoröerlich ifc zur L'adung der Batterie genügt das gewöhnliche Tageslicht, so daß der Apparat auch bei bewölktem Himmel arbeitet. Nit einer Batterie von 500 größeren Zellen, die tagsüber auf dem Tache eines Hauses aufgestellt würde, könnte man so mit Hilfe des Tageslichtes genügend elektrische Energie erzeugen, um die ganze Nacht über ivhs große elektrische Lampen zu speisen. Als Hindernis ist bis letz/ dte Äom'piellakett des Platins zu betrachten, B.r>'uche, einen Eriatz Tür Die,e- Material zu finden, find im Ganze. Nach den 2lus- führungen eines elekttischcn Fachmannes bestehen keine technischen Schwierigkeiten, nrit Hilfe dieser Sonnenscheinbatterie Straßen- bclcuchrungen durrhzuführen und Automobilmotoren zu treiben. . Kurze Nachrichten aus Kunst und 23i£fcn- icha > l. Gelegentlich der Iahrhunoerneier des Kruppschen Werkes wurde in dem Durch Anbau vergrößerten Kunfnnuüuin per Stadt elfen die unter der BezeichnungDie Iuouftrie in der biloenöen Kunst" DeranftaJui. Gemäldeausstellung eröinic , an der die hervorragendstkn Meister, Die sich mit dem Problem des Indufttiebildes befaßt haben, teiluehme

Ur- ^6 Erstes Blatt 162. Jahrgang Montag, 24- Juni 1912

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