Ausgabe 
18.3.1912 Zweites Blatt
 
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Nr. 66

£

uftimmung der Unwesen den

Bochum, 17. März, gehaltene öffentliche V

tragen zu lassen und

hinterlcmdbahn Gladenbach-Giehen.

nächstes

nut in-

loar ich

schmalspurigen Nebenbahnen begnügen, mit der merkwürdigen Be­gründung, baß Hnzmräglichkeiien sich daraus ergäben, rote z. B. die Mänderung der Tarife, beweise nur, daß man sich an andere, höhere Instanzen wenden müsse. Eine am Mittwoch tagende Vorversammlung habe darum nach eingehettder Beratung und in Erwägung der Tatsache, daß sofortiges, energisches Handeln dringend geboten sei, beschlossen, eine die tatsächlichen Verhält­nisse ins richtige Licht rückende Eingabe an den Eisenbvhnminister selbst zu ridjtcn, nötigenfalls eine Abordnung nach Berlin zu entsenden. Es müsse denn doch sonderbar zugehen, roenn die durchaus berechtigten Wünsche und die auf nüchternen Tatsachen beruhenden, zwingenden, für das geplante Unternehmen sprechenden Gründe, keine Berücksichtigung fänden. Die etwas umfangreiche

^cnkichrtft. bie, nebenbei bemerkt, etwas für^r gesaut werden soll, wird htcraiiT von Pfarrer Vömel vorgelesen und findet die Zu­stimmung der Versammlung.

$^100^011 und LandtagSabaeordneter Grünewald« GteKen führte hierauf unter lebhaitcr Zustimmung der Anwesenden

Erscheint Ulgttch mti Ausnahme tze» Sonntag!

Die««ebener ZamMenblätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beig-legt ba8 Kreieblati ffit den Kreil ««eßen" zweimal wöchentlich. Dierondwtrtschaftllchen Lett- fragen erscheinen monatlich zweimal.

sse bei.den einzelnen Direktionen vor-

0yitt, daß sie dort Anerkennung finden.

Die Konferenz behalt sich weitere Beschlüsse vor.

Äebafttcn. Expedition und Druckerei Schul- strotze 7. Expedition und Verlag, 6L Weöafnon:e^»U2. Tel.-Adr^AnzeigerGletzen.

Montag, «8. März «y«7

H*t<rttonlbrud und Verlag der Srüdl'Ichen llnwersuätü L.ich- und Sienibruderct

9t Bengi, Gietzew

öieiern Zweck soll der Fonds für Auslandsreisen um 800 Mark erhöht werden."

o ' Ministerialrat Süsfert versprach, die Anregung für ^ahr in Erwägung zu ziehen.

r -,Jch hcche zu Kap. 38 dem Abg. Korell-Angenrod iiul uv» weit zugeftirnrnt, daß er die Sache überhaupt zur Sprache ^bracht habe. Mit dem Inhalt seiner Ausführungen war ich Unverstanden. Ich erklärte vielmehr, daß, wenn die schrift- Arbeiten so betrieben würden, wie es eine vernünftige Metho- Olt erfordert, wie es unsere bestehenden Vorschriften schon längst

Aus Hessen.

Aus der Zwelten flammet.

bs. Darmstadt, 16. März. Der Zweiten Kammer Ist heute das Notgesetz über die Tilgung der Staatsschuld zugegangen. Danach sind für die Tilgung der Staatsschuld zu verwenden: 600 000 Mark aus dem Erwerb der Eiseubahngemeinschaft, infolge der bisher statt- gehabteu Tilgungen ersparten Zinsen, nämlich aus den Tilgungen für 1000,01 bis einschließlich 1908 239 552 Mk., aus der Tilgung für 1909 27 374,60 Mk., aus der Tilgung für 1910 31 842,63 Mk., aus der Tilgung für 1911 47 434,93 Mark, aus Staatsrententapitalien 111500 Mk., ferner aus den verfügbareti Abträgen aus den Anleihemitteln bestritte-l uen Vorschüsse der Hauptstaatslasse insgesamt 320 000 Mk., sodann als besondere Tilgung 3 5 vom Hundert des Nenn­betrages der nicht für Eisenbahnzwecke aufgewendeten Schuld nach dem Stand zu Beginn des Etatsjahres 1912 386 290 Mk., insgesamt also 1 763 997 Mk. 16 Pfg. Art. 2 des Gesetz­entwurfes sagt, daß die Art der Tilgung dem Ermessen der Regierung Vorbehalten bleibt. Der Tilgung wird es yleichgeachtet, wenn die hierfür bestimmten Beträge zur! Deckung neuer Kreditbewilligungen verwendet oder auf das Soll bereits genehmigter Anleihen verwendet werden.

* *

Ter Abgeordnete Prof. U r st a d t sendet uns zu dem Bericht über die Sitzung der Zweiten Kammer in unserer letzten Donners-! tag-9cummer folgende Erläuterung:

Zu Kap. 37 habe ich folgendes ausgeführt:

2. Die zu Robheim a. b. B. am 17. März 1912 tagende große I re5,QmÄn®' welche aus den Orten des südlichen Kreises Bieden- lopf: Rodheim, Bieber. Fellingshausen, Crumbach, Frankeiibach zahlreich besucht i|t, gibt ihrer lieberjeugung Ausdruck, oaß das laut Kretstagsbefchluß vom 6. März 1912 beschlossene Bahnproielt Nicht den Gefamtinteressen des Kreises Biedenkopf entspricht, viel- mehr einen wichtigen Teil des Kreises, das Biebertal und seine Umgebur^ ausschließt, so daß die Bezeichnung Kreisbahn des Kreises Biedenkopf mcht zutrifft. Mit Rücksicht auf bie in Frage stehenoen wichtigen Berkehrsimeressen, sowie die Rentabilität der proickticnen Bahn hält es die Versammlung für geboten, daß der Kreistag in Erweiterung seines Beschlusses vom 6. Mär; 1912 ben Anschluß des Biebertals von vornherein mit in das Proiekt auimmmt.

Nach etwa breiftünbigen Verhandlungen schloß der Vorsitzende Die Versammlung.

h tu i' n n- # r . 91 e ferenda re im Seminar gezeigt

^rfihnhP L-aF' a| lPlc. preußische gänzlich überflüssig fei. Jcp habe nicht gesagt, daß eine stärkere Heranziehung der mAHpQrtfUli? scbildeten Lehrer zu den höheren Schulen erfolgen Srfi'tmt *;?;CrnrebQB m6rc Verwendung in dem bisherigen Maß berechtigt sei. Eine Vermehrung der seminaristischen Stellen aus Erfparnisrücksichten bedürfe erst der Erwägung, ich löniuc ne h!lr ES ba& Fachlehrer für Turnen angestellt würden,

g£ffalnn andere Stunden zu geben hätten. Tic

9 Turnfachlehrern würde sogar nötig werden, roenn idic einmal keinen Turninspektor hätten."

aus, daß eine Bahn Gladenbach-Gießen infolge der natur- lieben, von leher bestandenen Verbindung der B-ewo! i-.ei deü Biebertals und L'cr nörlich davon gelegenen Gebielsieilc ebenso­wohl im Interesse Gieße-is als auch des Hinierlandes selbst liege. Er könne Nicht verstehen, wie die Leute, die durch Amt und Berus verpflichtet seien, für das Wvhl dieser Gebietsteile zu sorgen, im vorliegenden Fall für Wetzlar sich entscheiden könnten Ec nimmt sodann in längerer Ausführung die Stadt Gienen und insbesondere Herrn Oberbürgermeister Mecum gegen ben ge- ^"^n Verdacht in Schutz, als ob in dieser Angelegenheit irgend­welche Sonderinteressen mitgcspielt hätten. Herr Oherblirger- meüter habe seine Schuldigkeit getan. Tas gehe unter anderem auch aus der Unterredung hervor, die er zu 5ranfiurt a 1VI mit dem Eisenbahnpräsidenten und den Lanbräteu von Wetzlar und Dillenburg gehabt habe wo er auf die Erschließung der Erz^ind Kalksteinlagec im Biebertal, auf die aufstrebende Ju- aullne daselbst, sowie die Unzulänglichkeit der zurzeit bestehenden | Kleinbahn hinwieS. Außerdem habe Gießen für Vorarbeiten der tn Frage stehenden Bahnstrecke bereits 10 000 Mk bewilligt und verausgabt, die man doch geroiß nicht nutzlos hingeben wolle, vseine Ansicht gehe nun auch dahin, die Gemeinden müßten sich energisch aufraficn und durch Versammlungen beweisen, daß es ihnen ernlt sei mit der Verwirklichung deö in Frage stehmden BahnproicktS. Ihren dementsprechenden Willen müßten sie in Eingaben niebeucgcn unb biese am besten dem Eisenbahnininister felbfl cmreichen. Auch er habe bereüS in seiner Eigensclfast > als Landlagsabgeordnetcr an die hessische Regierung, der das Wohl der Stadt Gießen am Herzen liegen müsse und die als Teilhaber der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft ein Wort mltzusprechen habe, ein Gesuch gerichtet dahingehend, ihren Ein- fluß im Sinne der Entschließungen der Versammlung geltend zu ^a?cnÄi- ^densalls aber sei zu erstreben, daß die Linie (Waben- bachGiefjen zugleich mit der in Wetzlar einlausenden Bahn gebaut werden müsse und nicht auf unbestimmte Zeit jurüd gestellt werden dürfe.

Aus den Übrigen Bezirken des Streikgebietes wird berichtet, daß | ?e.r heutige Sonntag vollkommen ruhig verlaufen sei. Nirgends kam cs zu Zwischenfällen und Unruhen.

Ausstand tm sächsischen Bergbau.

Zwickau, 17. März. Eine heute hier abgehaltene Dcle- g i e r t e n v e r s a m m l u n g d e r B e r g ar beiter desZwickauev Reviers nahm eine Entschließung an, tn der von den ergebnis­losen Verhandlungen -rvischen den Bergarbeiterausschüssen unb ben Bergverroaltungeu Kenntnis genommen wird. Tie Dele- gtertenDeriammlung war einmütig der Ansicht, daß es nunmehr I «ulen anderen Weg mehr gebe, als ben Ausstaud. Sic for­derten daher alle ftameraben auf, diesen mit aller Kraft unter Mr Erhaltung musterhafter Ordnung durchzusühren. Die Ent-1 schließung wurde heute in sechs Bergarbeiterversammlungen im ganzen Zwickauer Revier vorgelegt, begründet unb einstimmig Die Bergarbeiter melden sich morgen früh bezro. zur Nachtschicht bei den Werken ab unb treten in ben Ausstand.

Die oberschlefischeu Berga-beiter.

Kattowitz, 16. März. Wie bieLberschlesischen Neuesten Nachrichten melden, sah die Konferenz der oberschlesi- I chen Berg ar beit er führ er, die heute tagte, vorläufig von einemS1 reikbes chluß abund faßten folgende Entschließung, die morgen in allen Versammlungen angenommen werden soll.

Tie heute von ben fünf oberschlesischen Bergarbeiterorgani-1 lationen abgehaltene Konferenz bedauert einmütig, daß bie ober- schlesischen Bergwerksbesitzer nach den von ihnen eingegangenen Antworten auf die Lohneiugaben vom 6. b. M. bie Arbeiter­organisationen nicht als berufene Vertreter anerkennen. Die Konferenz erklärt aber, ebenso einmütig, von der Forderung einer Lohnaufbesserung n i ch t a b z u g e h e n, sie wirb «ch im Interesse bes sozialen Fnedens zunächst bie Beleg- ichaften der einzelnen Gruben veranlassen, die Lohnforderungen! durch die Arbeiterausschüffe bei den einzelnen Direktionen vor-

Zweites Blatt 162. Jahrgang

Gießener Anzeiger

Seneral-Anzeigtr für Gberhejjen

Das deutsche ikabelnctz.

gefürchtet, daß die rasche Entwicklung der drah losen Telegraphie dem Kabelsystem Abbrua tun widerlegt sind diese Befürchtungen noch & Radio-Te/egraphie macht rasche b^?lmT-lcllbcJu 111 Deutschland die Allgemeine Elektrizitats-Gesellschast und eine ihrer Tochtergesellschaften ^!?^n(U^- renoöülti0 schlagen sich anschickcn. -1-/bs^odw-Telegraphie ist Land- und Seetelcgraph zugleich, Ep^ü^l^legraphendraht und Kabel. Tas Resultat des, ^b^sOmffes dieser beiden Uebermiltlungssysteme wird aber! wahrscheinlich das fein, daß beide Systeme neben* gegenseitig fördern können.

Die Entwicklung des Kabelsystems hat, wie der Ver- waltungsbericht über bie Ergelmisse der Reichs post* und Telegraphen-Verwaltung für 1906 bis 1911 zeigt, ganz be- deu ende Fort chrttte gemacht. Bekanntlich war die erste' deutsche Kabellinie die über den Atlantischen Ozean von Emden über die Azoren nach Neuyork, die für die Verkehrsbedingungen Deutschlands mit Nordamerika außerordentlich nutzbringend war. Diese Kabelverbinduna rst bereits 10 Jahre in Betrieb und hat sich nach jeder Rick)- tung hm bewahrt. Die Linie steht in Technik und Betrieb

Sicher Hohe mit ben besten ausländischen Gesellschaften | töte Zahl der in beiden Richtungen über dieses Kabel be­förderten Telegramme betrug im Jahre 1910 710 376 Stück nut innb 6^ Millionen Wörtern. Seitdem diese selbständige deutsche Kabelverbindung mit Nord-Amerika «ich bewährte S«rg man sogleich daran, ein deutsches Seekabelnetz zwi^ schon Deutschland und Brasilien herzustellen. Da- bei eröffnete sich dann sogleich die Möglick)teit, im Süd- Atlantifchen Ozean auch die deutschen Schutzgebiete an der! westafritanischen Küste, Togo, Kamerun und Teutsch-Süd- westasrika, an das Kabel anzuschließen. Die Durchführung des Planes hatte eine Reihe von Jahren beansprucizt wegen der Erlangung der erforderlichen Landungsrcchte und Be­triebskonzessionen. Landcpunkte von Emden aus sind für Dieses Kabel zuerst die Insel Teneriffa und sodann der Ort Monrovia in der Republik Liberia, und Endpuntt ist Pernambuco in Brasilien. Dieses Kabel besitzt eine Ge­samtlänge von 10 740 Kilometer und ist in seiner ganzen -ange seit dem 29. März 1911 m Betrieb. Tie nächste Auf­gabe wird die Abzweigung des Kabels von Monrovia nach Togo und Kamerun sein.

Eine erfreuliche Zunahme des Verkehrs hat and) das Kabel von Emden nach Vigo an der Stordweftküste Spaniens zu verzeichnen. Ter Verkehr auf dem deutschen Kabel E o n st a n t z a n a ch K o n st a n t i n o p e l ist allnidb "ch so bedeutend geworden, daß die Einrichtung von Schnell­telegraphen geplant ist. Tie Zahl der über das Kabel bc- Forderten, zum großen Teil direkt zwischen Berlin und 'Konstantinopel laufenden Telegramme ist so gewachsen, daß Nm Jahre 1910 schon rund 2,4 Millionen Wörter tele­graphiert wurden. Auch das Unternehinen der Deutsch- Niederländischen Telegraphen*Gefellschaft hat befriedigende Fortschritte gemacht. Tie Kabelstation Jap auf der gleichnamigen Insel im Karolinengebiet ent­wickelt sich nach uiid nach zu einem wichtigen Knotenpunkt im Welttelegraphennetz und ist direkt mit Schanghai ver- Kunden. Von lsteraus funktionieren die dem Reiche ge­hörigen Kabel Schanghai-Tsingtau und Tsing- r a u-T schi fu, die gleichfalls vorzügliche Dienste leisten. I

3n ähnlichem Sinne wie sein Vorredner spricht sich Stadt- ücrorbneter Gabriel aus, der als Mitglied der Verkehrsloimnission die gemachten .Angaben noch ergänzt unb besonders betont, oaß man leitens des Stadtrats zu Aießeii nach wie vor bcstnbt ist, eine Bahnverbindung Gladenbach-Gießen zu erhalten. Aul eint Mirage des Vorsitzenden hin erklärt Redner, daß man seitens der ölabt Gießen möglicherweise auch bereit sei, die fraglich? Streck, ganz ober teilweise unb zwar sowohl Personen- als auch Güler verkehr elektrisch zu betreiben, doch könne er darüber zurzeit r in; bestimmten Angaben machen.

Nachdem noch verschiedene Redner sich zur Sache geäußert hatten, so Pfarrer Benber-Kirchvers, der für Berücksichtigung der Orte des Vcrstals eintrat unb Bürgermeister Schneioer-Tamw, ber baiur sprach, baß eine an den Kreistag bes Krei'ses Marburg zu richtende Vorstellung ihm durchausweckoienlich erscheine, einigte man sich dahin, möglichst b^lo in den einzelnen (>)c mcinbeti Versammlungen abzuhalten, um auf diese Weise die Eifenbahnfrage ju einem für die ganze Gegend gedeihlichen Ziele zu fuhren. Die Versammlung genehmigte sodann cmstimmig folgende Entschließungen:

1. Die in Robheim an ber Bieber am 17. März 1912 aus 10 Orten von zirka 350 Personen besuchte Versammlung zur Be­ratung des Eisenbabnprojekts GladenbachGießen ist einmütig überzeugt, dag das Biebertal unb die von jedem Verkehr abge­legenen Orte nördlich vom Dünsberg und im Verstal zu ihrer wirtschanlichen Ausschließung unbedingt eines Anschlusses an das Enenbahnnetz bedürfen und daß es im Interesse ber ganzen Um* gegenb sowie auch im Hinblick auf bie Rentabilität der pro- lektienen Bahn geboten sei, daß dieselbe auch in Gießen, ali bem Verkehrszentrum, auslaufe. Sie beauftragt ben Verkehrs- verein Robheim in Gemeinschaft mit ben Bürgermeistern oer bc* teiligtcn Orte balbigft eine emsprechende Eingabe an den Minister ber öffentlichen Arbeiten zu richten.

Rodheima.d. Bieber, 17. Mät^.

v ,5 den Lokalitäten von Karl Schlierbach zu Robheim a. b. Bieber tagte heute eine auch von den Dörfern ber näheren unb weiteren Umgebung sehr stark besuchte Versammlung, um zu dem Elfenbahnprojeki Gladenbach-Gießen Stellung zu nehmen. Punkt i/t4 Uhr eröffnete ber Vorsitzende des Berkehrsoereins Rod- hnm, Lehrer Kl ös daselbst, die Versammlung. Er gab zunächst einen Ueberblidjäber bie in dieser Angelegenheit geschehenen Schritte, indem er die Schreiben unb Anträge verlas, bie an die maß­gebenden in Betracht kommenden Persönlichkeiten und Körper­schaften gerichtet wurden. Alle Bemühungen hatten leider bis. fetzt nicht den gewünschten Erfolg. Aber was nicht sei, könne! immer noch roerben. Auch wenn der Kreistag des Kreises Wetzlar I den Beschluß gefaßt habe, bie zu erbauende Bahn in Wetzlar einmünden zu lassen, so könne damit unmöglich bas letzte Wort gesprochen sein, roenn man bedenke, baß durch einen solchen Bc I fchluß die LebensiMeressen anderer Gebieie beeinträchtigt und ge­fährdet erschienen. Tas sei in hohem Maße der Fall mit dem Biebertal mit seinen reichen Bodenschätzen und seiner aufstteben- ben Jnduitrie, sowie mit ben Ortschaften nörblich bes Tünsbergs unb im Verstal. Hier müsse geholfen werden. Weim man bet der Begründung für die Erbauung einer Bahn Gladenbach-Wetzlar in erster Linie immer bie Melioration der in betracht kommenden Gebietsteile ins Feld führe, so müsse dieser Punkt für den so sehr vernachlässigien westlichen Teil noch viel mehr ins Gewicht fallen. Was aber bie Rentabilität anbelange, so könne es nicht zweisel-1 haft sein, baß gerade das Biebertal mit seinen Erzlagern und Kalksteinbrüchen bie sicherste Garantie gewähre, was ja durch die so günirigen Ergebnisse der seitherigen Kleinbahn schon zur! Genüge bargetan unb erwiesen sei. Das Streben müsse also darauf gerichtet sein, eine Vollbahn Gladenbach-Gießen zu be­kommen. Dadurch werde einem längst gefühlten Bedürfnisse der

Der Aurstanö im Ruhrgebiet.

hnn » V?' März. Bei der Morgenschicht hat, wie von amthd)er Stelle mitgctcilt wird, die Zahl d c r « t r e i ke n- 4zö^c vin Geringes $u genommen, Wähnmd Ser ^reikenden nntcr Tage für den Polizeidirekttons- m r 6 4 8 Mann abgenommen I?at. Tie ^^""wen ftndcn sich immer mclyr mit dem energischen Vor- Polizei ab, so daß die Zahl von Uebcrtrctungcn bei der < ^uC^Tlutlö °?-n Streckpoiten und von Personen an v er kehr s- HJ7ernbe.n. Stellen erheblich zurückgegangen ist. ytennenswcrte | Vorkommnisse haben sich nicht ereignet. Die Versammlungen verlausen ruhig. Die Stimmung der Bergleute läßt erkennen, baß |ie sich in wenig angenefrner Lage befinben. Im ^»treifbureau des Alten Verbandes erscheinen Leute, welche er-; narcn, anfahren zu müssen, da der Ausstand aussichtslos sei! UtÜ> <u 5td,t der Bclegschastsliste gestrichen sein ivvllen.

Bochum, 17 März Die heute auf dem Sckstltzenhof ab­gehaltene öffentliche Versammlung des Dreibundes lictz durch den s ch w ä ch e r e n Besuch gegenüber der am 14. März abgehaltenen Versäum,lung ein Abflauen des A u s st a n d e J un Bochumer Bezirk erkennen. Es hatten sich gcsterii nur 200U 'btr*^2eri cin9eruni)cn. Tic Stimmung war augenscheinlich sehr gedrückt. Der Relchstagsabgeordnete Sachse forderte auf, heute unb morgen besonbers eifrig zu agitieren. Die Streikenbeil feien mit einer sofortigen Lohnerhöhung um 10 Prozent unb der Zu­ll cherung einer weiteren Erhöhung um fünf Prozent ab 1. April zufrieden.

Hauptversammlungen öes lanöwirtschastlichen Vereins für Gberhesfen.

Tie erste Hauptversammlung fand in Friedberg statt, I über die in diesem Blatt bereits berichtet wurde. Tie zweite am 17. Februar im Kreise Büdingen, in Stockheim

Crfono miet al Tr. R. Ludlof f aus Koburg, der eine Reihe von Jahren als Beamter im Ansieblungsgebiet tätig war, über- I nahm ben gewünschten Vortrag:

Ueber bie Ansiebelung in ber Ostmark, 11nbem er uns zunächst schrieb: ,Lch übernehme ben gewünschten Vortrag, aber einzig unb allein aus bem Grunde, weil ich das für eine vltterländische Pslicht halte. Bei meinen Jahren, meinen Lebenserfahrungen und Lebensoerhaltmssen ist mir an rednerischen folgen, an öffentlicher Gunst oder Mißgunst nicht das minoen gelegen."

In diesem Geiste hielt der alte Herr seinen Vortrag, immer ängstlich daraus bedacht, nicht in zu rosigen Farben zu schildern, k C m0TCr Origen an seinem Munde und waren gefeffeh durch

^°5!ra9 öum Schluß. Es sei hier gleich sestge,teilt: later -oortrüg schilderte Land unb Leute, das Entstehen der deut­schen Llederung in der vorherrschend polnischen Landschaf! u - zeugend und lebenswahr.

Tas Si^elungsgebiet, so führte der Vortragende etwa aus, liegt m der Ostdeutschen Tiefebene. Tas ftachgewellte Hügellano erhebt sich kaum 100200 Meter über den Meeresspiegel. Im ^lutzgebiet der Warthe und Weichsel liegen tue meisten £ietehingen. Äie erstrecken sich über die Provinz Posen unb Westpreußen, -^os^-anb,chaftsbilb ist bem ähnlich zwischen Frankfurt a. M. und Mainz. Größere und kleinere Seen heben bas Landsck.astsbild Grotze Gehöfte der alten polnischen Edelhöse liegen roeu zer- 'krrur in der Landschaft, der Wald ist schon vor Zeiten nahezu vernickstet. Wenn die polnischen Herrschaften zur Wintcrsaisrn nach Paris reisten, mußte der Holzhändler das Geld dazu herbei schassen. Auch der Obstbaum fehlte und verstärkte den Eiiidruck der Oede, der ßmfönmgfeit. So war es im Anfang. Neuer- dings hat ba preLßischr Staat bie Walbpflege in bie Hanb

In Frankfurt wirb für bie Hebung im praktischen Gebrauch ber lebenden Sprachen schon jetzt viel geboten. Um dieser Konkurrenz zu begegnen, müssen wir bas Lektorat möglichst fördern. Tie Lektoren müssen möglichst lange in Gießen ge­halten werden, damit sie die besonderen Schwierigkeiten Fennen lernen, die unsere hessischen Studenten zu überwinden haben, r?1,? aU \nirlcJe&ü6Iung .mitbem roif^f e nf db a i t*| ganjen Gegeiid abgeholfen, dessen Bewohner längst den Wunsch lichen B e tr leb ko mmen. Gme Erhöhung rhrer Bezüge! ^gen, durch eine Vollbahn mit Gießen verbunden zu werden, ronnte dadurch herbeigesührt werden, datz man einem Bedursms l Stadt als Eisenbahnknotenpunkt und infolge der mannig- dcr Zehrer und Lehrerinnen der neueren Sprachen.entgegenkommt. I fachen gegenseitigen Beziehungen entschieden der Vorzug gebühre. Unx diesen, außer mehrwöchigen Auslandsurlaub, der doch den ^^e Ansicht des Eisenbahnprandemen zu Frankfurt a. M, man ^vzelnen sehr selten trifft, Gelegenheit zu häufigem fcören ber iperbe überhaupt keine Vollbachnen bauen, unb sollte sich mit pemben Sprachen zu geben, sollen bie Lektoren eine Pauschal-''' T - 1 - ~

jummc erhalten, wofür bann bie Lehrer unb Lehrerinnen bas ^echt haben, bie frembsprachigen Vorlesungen zu besuchen. Zu f ~ ..... ~ ....." 600 bis