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Die heutige Nummer umsaht 14 Seiten.
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verständnisloser KathcDcrheiligcr ab, Die jic als Dummheit ober Schlechtigkeit brandmarken". Ter Meister der modernen Ballade, Bö r ries v. Münchhausen, dichtete schon als Schüler eine ganze Reihe vchi trefflichen Gedichten, ohne hast einer der Männer, mit denen er doch täglich und stundenlang zusammen war, das starke dichterische Talent bemerkte. Münchhausen verlebte überbauet eine qualvolle Schulzeit, denn er litt auch unter den Mist- Handlungen und Plackereien seiner Mitschüler, weil er nicht zu einer „der konzessionierten Verbindungen gehörte, die mit Lausen und Kommentpauken in halb lächerlicher, halb trauriger Weise ihre Universilälsjahre vorwegnehmen". Einen unauslöschlichen •vaü Hot der Lichter Heinrich Lilienfein gegen einen seiner Lehrer bewahrt. „Mit Abscheu erinnere ich mich an einen Mathe- maiitproicssor, dec mir durch subalterne Pedanterie, durch Bosheit und quälerische Beschränktheit nicht nur die lebten Schuljahre vergällte, sondern iür lange Zeit alle Lust an der mit Recht berühmten Wissenschaft an sich verdarb Wenn ehemalige Schuler in relscren fahren ihre Lehrer zur Verantwortung ziehen Dürften, ich wurde noch heute der leidenschaftlichste Ankläger dieses sinnlosen ZugenDschäoiings sein".
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der Kriegsminister zeigte daraufhin ein Heines Entgegenkommen. T-as Zentrum bleibt aber mit seinen „wohlwollenden" Hinweisen abgefertigt, denn die ininister»ellen Worte können doch von der Tafel der Geschichte nicht iwq- l cwischt werden:
München, 23. Aug. Zn der heutigen weiteren Speziol- beratuiig des Voranschlags des Kiiegsmiiiisteiiuins »n der Kammer führte Äbg. Freiherr v. F r a n ck e n u e i n aus, der Kriegs- minisler habe »hin gestern Verdächtigung des Lfsijierkorps vor- geworfen, als habe er mit der Warnung vor der Smip.izissitnus luliur seine Köitigstreuc und Loyalität in Zweifel gezogen. Er habe nur die Kriegsverwaltung vor der Gesahr des Eindringens jenes Simplizisfimusgeines m das Lfnzierkorrs warnen wollen, ende Gesinnung sei in mm.
grrssen, so baß die Gefahr, hast auch das Lffizierkorps beiiinlußl werde, keineswegs ausgeschlossen sei. Richt er, sondern der Ab- geordnete Eassclmann Habe behauptet, es sei Liszipliiilong- fcii im Leere vorhanden Er habe dieser Behauptung gegenüber lediglich die absolute Rotwendigleil der nuliiarndKU Disziplin t dem .vri .gSmlNtnei Ium un .
Vertretung der Verjasuingobeslimmung-tt vorgcworfen. Kür den KriegSminister habe allo kein Anlah Vorgelegen, icuic wohlwollenden Aeusterungcn in so schroffer Korm zurückzuweisen.
Kriegsminister Kreiherr K r eß v on K r e s s e n stei n erklärte, nach Euislck lnahrne des Stenogramms müsse er zugeben, da st der Abg. v. Kranckenslein die Tcsziplln der Armee nicht angezweijelt habe. Aus seinen AuSsührungen über die Simpltztjjimuskullur des Lffizierkorps habe er, der Kriegsminister, entnehmen müssen, daß sich v. Kranckenslein die Anschauung angeeignet habe, dag darüber manck-erorts und zwar mit Recht gctiajt werde. „Diese Anschauung mutzte ich", fuhr der Kriegsminiiter fort, „da sie iur das Lftizierkorps tränkend war, zuruckweijen und zwar mit aller Scharfe, an der es o. Krancketiitetn nur gegenüber auch nicht fehlen liest. Wo immer diese Ansi werde ich das Lliizierkorps dagegen in Schul gestern einen Ai t« Absicku bei-
gclcgt wurde, die ich nicht haue, jo erkläre ich, da st es mir i e r n l a g, an der l o y a l e n A b i i ch t d e S A b g v. K r a n d c n- stein zu zweifeln."
Zum Kapitel der amtlichen Unbegreiflichkeiten gehört auch wieder einmal ent preußisches Zensurverbot Der verstorbene sozialdemokratische Abgeordnete Rosenow hatte ein Draina „Die int Schalten leben gedichtet. Ter Verein „Krcie Volksbühne" in Berlin wollte es ausführen lassen, erhielt aber ein Verbot des überpräsidenicn, der im ein- jelucn darlegte, das Stück schildere willkürlich und falsch das Los der Bergarbeiter und müsse, als ausreizend gegen bc-
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was die Schule uns gab.
Eine der brennendsten Kragen der Gegenwart ist die schule and ihre Reform. Ein neuer Geist ist in unsere Lehrer und in unsere Schüler eingezogen, und man darf hoffen, datz die heutigen Kinder sck>önere Ertniierungen aus ihrer Schulzeit mit ins Leben nehmen, als es die Mensck)cn der vorhergehenden Generationen taten. Wie bedeutende Vertreter dieser jüngsten Vergangenheit der Schule über ihre Lernzeit denken, darüber hat Alfred Gras ein umfangreiches Material von weil über hundert Aeutzcrungen gesammelt und Direktor Rosbuiid zieht in einer Arden Der Leutchen Literaturzeitung ein interessantes Ergebnis aus bieien Ur-
Uebcr die „greueivoilc" Disziplin der Mathematik wird überhaupt viel geklagt. Kür den späteren Reichskanzler Fürsten Bülow war es ein schöner Augenblick, als er nach abgelegtem Abiturientenezamen die Logarilhmentaiel in den Lsen schob m.t bem Bewußtsein, sie nie wieder zu erblicken. conn gehört Bülow ■,u den Lobrednern des Gymnasiums: er hat sich aut her ^ajule m Krantiurt a. M., Neustrelitz und Lalle glücklich und zufrieden gejühll. Auch sonst finden sich noch manch dankbare Erinnerungen verzeichnet. Mit Krcuden aber wendet sich der Blick so mancher, Cie eutn am der Schulbank geseufzt und gestöhnt ,n die Gegenwart, wo es doch besser geworden ist. Richt mehr braucht dec Schüler, wie das Wilhelm Schaer von sich cr^ihlt, „Stunden, um von der Wandtafel Die Kerienamgaben ins 5?ert zu schreiben, uiit mehr iühlt er sich um icme teure Spielzeit betrogen, so rci cs bei kleinen und kleinsten Verstoßen hieß: 2d Verse Lomer auswendig!" „Gottlob, das ist heule in den Lchulen doch anders a.worde'.i,' schließt zukanttSireudig Der Maler Lanns Kechuer. „Ein iriicher, junger Wind vertreibt Staub und Motten. Er bringt unserer Schuliugend MunDc von der Leimat, er treibt jic ins Krerc hinaus, auf daß ihre Adern sich wieder nut roami pulsierende in Blute t allen. Wir wollen jetzt Zmigen amwachfen sehen denen in der äbauptuntertichtsstunde gelehrt imro, ihre . Erst, wenn um?rc Knaben
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Burschen eine Schar von fraititroßenocn, blühenden Menschenkindern hinter den Lehrbüchern sitzt, erst dann wird und erst bann kann ihnen das rechte Verständnis tur jene Völker aufgel-en, Deren Sprachen sie studieren, deren geistige Linterlassenschaft su kennen lernen sollen."
— Altertumsfund. In den Weserbergen bei der Porta ist unlängst eine Stein iigut entdeckt worden, über deren Bedeutung sich der Assistent des westfälischen Lanoesmuscums, Tr. Meier, jetzt dup,ctL Tie Kigur ist in Kelsen eingehauen, Mch Der „Umschau" hanDelt es sich um ein eigenartiges und hochinteressantes Gebilde, wie es in einer derartigen Umgebung bisher noch nicht bekannt war. Tas Bildnis stellt eine männliche Kigur in enganliegendem Rock und breitem Gürtel dar. Tic langen, bis zur Kinnhöhe hcrabiallendcn Laare, die in Lockenringel enden, weisen auf die zweite Lälfte des 13. Jahrhunderts hin, was auch em Vergleich mit anderen Denkmälern, z. B. dem des Grasen Gottfried v. Cappenberg in Kloster Cappenberg ergibt. Kür diese Zcrt spricht ferner die verhältnismäßig sehr freie Armlialtung, rote auch die abgespreizten Ellenbogen. Die Laltung der Lande scheint so gedacht zu sein, daß sich der Mann auf einen Schill) stützt. Amcheinend ist das Ganze eine unvollendete Arbeit, denn Die'unteren Gliedmaßen fehlen. Vielleicht besteht ein Zusammenhang nut dem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Grabstein Wittekinds in Enger bei Lenard. Dafür scheint die Nähe der uralten und bekannten Wittekuidskapelle zu sprechen.
— A m Bismarckdenkmal auf Dem Königsplatz zu Berlin war nach bem „Börsen-Eourier" am Dienstag rin großes Plakat mit Den Versen angebracht worden. „Lieber Bismarck, neig hernieder, — Und regiere uns dann wieder: — Lag bei diesen schweren Zeiten — Lieber Bethrnann Lollweg reiten." — Ein frommer Wunsch, den die Polizei bald den 2lugen der Berliner entzog. , . _, ,,
— Kurze Nachrichten aus Kunst und SEnfcn* schäft. Die deutsche j r ül i u- c Studienreise nach Nordamerika beginnt am i September in Hamburg. — Zn Den Berliner medizinisckKn Kreisen erhalt sich das Ge- rücht, daß der Geheime Medizmalrat Prof. Tr. Leubner, Tirekwr Der Klinik und Poliklinik für Klnoerkrankhelten an der Kriedrich-Wilhe.ms-Unioer'ität, mit Ablauf des nächsten Winter- femesters von feinem Lehramt zurückireten »verde. tzeubner steht im 70. Lebensjahre. — Ter langjährige Leiter Der Krankfurter Theater, Zniencant Emil Claar, tritt am 1. September nach 33jähnger Wirksamkeit in den Ruhestand. — Ter Kieler Zmer- nift. Geh. Medlzinalrat Pros. Dr. meb. Heinrich Cuindc itierf am 26. August seinen 70. Geburtstag.
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Der Vorschlag -Oes Grasen verchtold.
In den französischen Presseorganen tritt heute im Gegensatz zu den vorhergehenden Tagen eine gewisse Abneigung gegen die Vorschläge deS Grafen Berchtold zur Beruhigung des Balkans hervor. So schreibt „Echo de Paris":
Man beginnt ein wenig Daran zu zweifeln, daß die Berchiold- schen Vorschläge ein praktisches Resultat haben können. Rußland mißtraut Oesterreichs Plänen, welche es für dunkel untz für wenig freundschaftlich in Bezug auf Die Balkanilawen erachtet. Was England anbetrifft, so liegt ihm vor allem daran. Die türkische Regierung nicht zu verstimmen. Wie man weiß, ist diese dem Vorschläge des Grafen Berchtold feind- l i ch, und England wird sich daher nicht sehr beeilen, üyn zu begünstigen Krankend schließlich zeigt sich zwar im Prinzip Dem österreichischen Vorschläge nicht ungünstig, wartet aber genaue Angaben ab, um sich Darüber auszusprechen Uebrigens wird es nichts tun, ohne sich vorher mit Rußland und England ins Einvernehmen gesetzt zu haben.
Tas Blatt „Lc Journal" stehl in den Berchtokd- schen Plänen das Wiedererwachen der Nationalitätenfrage, in welcher sich das ganze orientalische Problem konzentriert.
Wie, «ragt das Blatt, wird Graf Berchtold die Appetite bet Nationalitäten, welche er entfesselt, wieder zügeln? Tas ist die erste Krage, welche die Mächte stellen werden. Ze nach der Antwott, welche sie bekommen werden, wird es dann Zeit sein, sich eine andere, vielleicht indiskretere Krage vorzulcgen. Welchen Zweck verfolgt eigentlich Lesterreich, indem es den Grundsatz der Status- quo. Der bisher seit 34 Zähren die Rettung des Kriedens im Orient gewesen in, abändern will.
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Kleine llnbegreifticbfeiten.
Gießen, 24. August.
So laut das Balkankriegsgefchrci in dieser Woche einmal gewesen ist, so still ist es l-eute wieder davon, und wir sind auch über das Schicksal des österreichischen Eintgungsvor- lchlags ganz auf leere Prophezeiungen angewieien. Auch bei dieser Balkanfrage wird Oeftcrrctck) den bcutfdjen Bundesgenossen wieder neben sich herführcn. Tenn Herr von vethntann Holltveg ist eine treue Seele und nun einmal |um Kuhrer nicht geboren. Sein schiveigen iiunnit ihm in diesem Kalle niemand übel: man gönnt der Regierung die «c-ommernilye, die sie im vorigen Zahre nach der Agadir- hatte entbehren müssen. Wenn aber über ollen Wipfeln Rui) lserrfcht, dann hört man alle kleinen (Geräusche vernehmlick-er, und wenn das Rcgierungsorgan irgend eine Verkündung entsendet, so ist sie des schärfsten Interesses sicher. Tie ,,'Jiorobeut)d)e Mgem. Ztg." hat dem kürzlich auf der Straße — wie man sagte, aus Hungersnot — gestorbenen Veteranen Trux einen ungewöhnlichen Nachruf, ohne Ehrensalven, geividinet. Er sei ein Säufer, Bettler und Landftreicl>er gewesen und habe kein Mitleid verdient. Auch habe er sich bei seinem Tode „in einem guten Ernährungszustände befunden". Es wäre interessant, zu ersahren, auf welch höheren Befehl diese amtliche ßundgebung erlassen wurde und was man sich dabei gedacht hat. Bei Dem traurigen Ende des Trux hatten etliche Zeitungen sich des Uinstaudes erinnert, daß es dem ^eicyStag mangels der nötigen Kostendeckung, auf der Herr Wermuth beharrlich bestanden hatte, nicht gelungen war, die allgemein gewünschte Kürsorge für die Veteranen durch- juführen. Man sollte meinen. Die Regicruna würde mit Freuden jeden Anlaß benutzen, um gleichfalls für diese I Ehrenpflicht des Reichs, die selbst Sozialdemokraten anerkannt haben, Stimmung zu mckcheu Ader nein, der ! Lsfiziosns glaubte sich an seinen Keoern gerupft und meinte, feine Fittiche schützend über die bestehenden Zustände aus- [ breiten zu müssen. Nkußte in diesem Kalle überhaupt \ Die amtliche Glocke läuten? Wäre es nicht besser gewesen, man Ijättc die traurige Lebenschronik des verstorbenen | Veteranen unauffällig, und nicht im Pl>arisäertone, an tute nahestehende Zeitung weitergegeben und zugleich die j Notwendigkeit iiochmals betont, daß der kleinen S<l)ac Der | alten Mitüinrpfer von 1K66 und 1870/71 endlich der ver- I diente Ehrenlohn werde?
ES ivärc eine schöne Ausgabe der Regierung, wenn sic | gerade in dieser Frage vorangehen wollte. Denn es handelt nch l/ier ja nickst nur um einen Lohn für die Alten, ein riegel am die Vergangenheit. Zn einem künftigen Kriege I — der hoffentlich noch sehr fern sein wird — brauchen wir I wieder freudige und begeisterte Kämpfer. Ze teilnahm- I joller man die alten Veteranen elftt, desto Heller steht der , nngen Soldatengeneration das Ziel vor Augen Möge j man die künftige Besidsteuer so ausgestalten, da,; die Mittel l ür die Veteranenfüriorge alsbald flüssig sind!
Wenn der berühmte Philologe Ulrich W i l a m orot tz Moellen Dorff es ablebni, sich über seine Schulzeit zu auueru, l-jeil ihn em Gefühl Der Ehrfurcht unD Der Pietät wie vor Dem Clternhaus davon abhalte, so kommt er 'ich selbst nut Dia em Bekenntnis unmodern vor und steht fremdartig allein unter Den vielen Aenßerungen Der Anklage und Erbitterung, Die stch Ich' nungslos hören lassen. Nur selten hat fickt cuter ?u Dut ai gcklartcn Rcfignation Des TtchterS Martin Greil Durchg rungcii. Der Dahin gekommen ist, „Das Erlittene nut L'umor zu b:trad,ten und zu erkennen, Dau Die allgemeine Institution in ast iur das verantwortlich gemacht ivcrDcn Darf, was pertintliaK- Mißgeschick ist". Rfckst nur den Deutichcn Schulen wird ein ,chlcchtcs Zeugnis ausgestellt, sondern Der bekannte Mediziner Proi. -luguu Corel wendet sich gegen Die Schtvcizer, Hermann «abr gegen Die österreichischen und Reinhold v. Stern gegen Die livlandnchen Gymnasien. Kur Bahr ist die Schulzeit Die jdKimmite ^pock>. iüneS gamen Lebens, Die einzige. Die er um leinen Preis nom einmal erleben möchte; er laiui sich der heftigsten iirbitieiung ficht erwehren, wenn er an „jene tückischen, von Reid geauaUca, 'haDensrohen Zdioten denkt. Die man Lehrer nennt . BeionDc-rs sbleckst kommen Die Lehrer weg. Es war kein Bertrauensoer.^.t »iS da, man behandelte uns wie Sklaven, wie Zuchthäusler, ,o leibt es des öfteren. Ter ausgezeichnete Lehrer der Berliner technischen Loä.wule, Geheimrae A. Mi et he, der überhaupt p incni Pct»oaiiicr Ei-mnaiium nick.ts Gutes uachzuruhmcn iv^itz, trennt seinen Tirektor „ein Urbild zynnch zur geua.Mier ingercchtigkett, kriechend vor Den Söhnen einflußreicher 2hcrn ‘»Der kindisch ausgeblafen gegen andere" und seine Lehrer „sana- ifche Temokraten oder glatte Katzbuckler . -tie Klag., dag da- SE jwää SySSSlsarsss sw.................. ■PK S“3'ISiiÄ £.... L. .. iw-»«.-"- •"*».
summte Stände und Gesellschaftsgruppen, untersagt tvcrden. Tas denktvürdige Aktenstück lautet nach der „Krkf. Ztg." im Auszuge wörtlich wie folgt:
Lbwobl bas Stück offenbar in Der Gegenwart spielt, wirb es so bargestellt, als ob der Werksinvalibe Scknuermann, bie Witwe des bereits früher im Bergwerk verunglückten Lückel unb bie Witwe bes verunglückten Bergmanns Biggen mit ihren unmündigen Kindern einzig 'auf Die willkürlich einziehbaren Wohltaten der Werkverwaltung angewiesen und ohne Diese Der bittersten Not preisgegeben seien. Rach Der SchilDerung Des Dramas ist aber zweifellos, Daß Die Witwe Lückel als Wnioe eines beim Betriebe verunglückten Bergmannes und Die Witwe Biagen in gleicher Cigenschast mit ihren KinDern nach 8 6 DeS Unfallversicherungs. gesetzes vom 6. Zul» 1887 oDer 8 6 g Der Fassung vom 30. Juni 1900 öinterbliebenenrcitte beanspruchen können, welche für Krau Biggen und ihre KmDer zusammen 60 vom 100 des Arbeitslohnes barstellt. Abge,ehen von Dein Unfall des Ernährers, kämen Die rechtlich verfolgbaren Amprüche aus 8 171 Des Allgemeinen Berggesetzes vom 24. Zum 1865 m Frage, nach Denen auch Der Znvalibe Schniermann Kiiappichaftszinien beziehen würbe. Wenn hiernach Der herrschenbe ReckitszustanD zu Unrecht so Dargestellt wird, als ob Der Arbeiter und seine Angehörigen keine gesetzlichen Rechte hätten, sondern lediglich auf jederzeit entziehbare Wohltaten an- gewiesen seien, so muß das ausreizenb und erbitternd wirken. Ter Staat kann tnt Interesse Der öffentlichen CrDnung nicht Dulden, daß der von ihm zur Förderung des sozialen Friedens geschassene Rcchtszustand in öffentlichen Aufführungen verletzt und hiermit zu Unrecht eine Entrüstung über Die herrschenden Rechtszustände hervorgcrusen wird.
Dieser gegen den Staat unb seine hochmögenden Verwalter aufreizende Standpunkt könnte ja die schönsten Konsequenzen haben, wenn er von den anderen Behörden geteilt würde, was wir aber bezweifeln. In dem Urteil vereinigen sich literarisches Banauientum unD staatsmännische Kurzsichtigkeit. Auf Grund der Anordnung^ daß auch in den Dichtungen die Gesetzestunde obligatorisch sei, mußte ein großer Teil unserer dramatischen Literatur ansgctilgt wer- den. Tenn es gibt so vielerlei Aufreizendes unD so vieles, was man dennoch duldsam zu ertragen hat. Manche Tinge richten sich selbst — und dazu gepört vermutlich die stiosenowsche „Tickftung" — denn sattische Verdrehungeti haben auch im runstlerischen Gewände kurze Beine. Die Gefahren, die den Staat bedroheti, darf man nicht überschätzen, und die Mittel des Äollserziehers bestehen dock) nicht nur in Verboten und Strafen Der „Vorwärts" hat gestern ein Kriegsgerichtsurterl glossiert, wo es sich um einen Feldwebel handelte, der seine übermäßige Ererzfer'Li'.älerei einem Rekruten gegenüber in der Verhandlung mir dein Ausspruch zu rechtfertigen suchte: „Wenn eben ein -Lvldat schlecht exerziert, muß nachgeholfen werden". Man wird dabei ein wenig an die zensierende Tätigkeit des erwähnten Lberpräsidentcn erinnert. Solche Fälle diskreditixren das Lrdnungssyftem, das wir alle fördern wollen. Wie aber — zum guten Teil infolge öffentlicher Hinweise — die Soldatenplagereien nach der vor einigen Tagen veröffentlichten Statistil immer mehr zurückgegangen sind, so, hoffen wir, werden auch Die bureaulratischen Fehlgriffe mit der Zeit weniger werden. Man soll sie nicht tendenziös übertreiben, man dar sie aber auch nicht unbeachtet geschehen lassen.
Die 2lusföl)nung in Oer bayerischen Kammer.
Die Betrachtungen darüber, wie nach dem Zusammenstoß des bai)erisck)en Kriegsministers mit dem Zentrumsabg. v. Franckenstcin das »veitere Zusammenarbeiten und Die „Homogenität" des Kabinetts v. Hertling sich gestalten werde, können l-eute schon eingestellt werden. Die Herren werden sich wieder vertragen, v. Franckenstein gab seinen früheren Ausführungen gestern eine andere Auslegung, und
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