Ausgabe 
23.8.1912 Zweites Blatt
 
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Landkreis Gietzcn.

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zur Rückfahrt nur

Tie Eonderzugkartcn berechtigen

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gegeben:

Dietzen.....

Großen-Linden. . . Lang-Göns . . . . Kirchgöns . . . . Butzbach.....

OstyeKn bei Butzbach Bad-Nauheim . . . Friedberg <Hetzen) . Bruchenbrücken . . Nieder-Wöllstadt . . Okarben.....

Grotz-Karben . . . Dortelweil . . . . Vilbel Nord . . . Frankiurt-Bockenheim Darmstadt . . . .

findet nämlich nickt schon um den 23 August, d. h. in dem tatsächlichen Sdiluff der Hundstagsperiode, sondern frtn Diel später, wenn die Sonne in derWage" fleht, mithin erst im Oktober, stockt. Wie so manche andere Malenbetetn- richnrng, bat sich auch diese bis auf den heutigen Tag et»

Die andere Art:

Man trinKtKornfrancK mit einer grösseren Beimischung von w» Aecht Franck** (etwa %Kornfranck mit %Aecht Franck). Das Getränk ist intensiv dunkel, der Geschmack fein, voll und kräftig.

Die eine Art:

Man trinKtKornfrancK mit einer Kleinen Beimischung von Aecht FrancK-Kaffeezxisatz. Das GetränK hat die bekannte Kaffeefarbe, es schmecKt fein und mittelKräftig.

tötet ftd ftauö m. Brut, luoslbaas, Lklterswek

Aus Stadt und Land.

Gietzcn, 23. August 1912.

Louderzug zur AusstellungTer Mensch" im Großh. Restveuzschlotz zu Darmstadt.

Zum Bestich der Ausstellung .Ter Mensch* in Darm­stadt wird am 25. August 1912 ein Sonderzug mit 2. und 3. Klasse zn ermäßigten Fahrpreisen von Gießen bis Darm­stadt in nachstehendem Fahrplane verkehren. Zu dem Sonder­zuge werden Fahrkarten nach Darmstadt auf allen Stationen von Gießen bis Vilbel Nord und Frankfurt-Bockenheim aus-

Korn$rancK"-K.affeegetränRe verschiedener Art.

Die dritte Art:

Man trinKtKornfrancK als Mischung vonKornfrancK" und Bohnenkaffee mit einer Beigabe vonAecht FrancK - Kaffee­zusatz (etwa je/a). Das GetränK ist intensiv dunkel, der GeschmacK sehr fein, voll und Kräftig.

Milch und Zucker nach Gewohnheit.

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-D. Großen-Linden, 22. Aug. Nächsten Sonntag feiert der Turnverein sein 20iährigeS Stiftung,, fest, verbunden mit Abturnen.

Kreis Alsfeld.

k. A«S dem Kreise Alsfeld, 22. Aug. In Als­feld weilt zurzeit ein Vertreter der Allgemeinen Elektrizitäi?- Gesellfchafh der Verhandlungen mit den Orten nächst dcr Bahnstrecke AlsfeldLauterbachFulda zwecks Anschluß an die Ucberlandzentrale in Fulda-Ostheim abschlietzt. Wie man hört, beabsichtigt die Zentrale im ganzen 500 Ortschaften mit Energie zu versorgen. Tie Beteiligung der Orte iw. Kreise AlSfeld ist sehr gut. Am 5., 6. und 7. Cftobn d. I«. findet in AlSfeld eine KreiS-LbslauSstellung statt, ver. I bunden mit Prämiierung von Obst. Cie wird veranstalte: vom LandwirlschaftStainrncr-AuSschub für die Provinz Ober. Hetzen und deui Oberhesstschen Obstbauverein.

Arris Wetzlar.

Hörnsheim, 2?. Aug. Im nächsten Fahre beAeh: der Gesangverein Eintracht sein lOsähriges 6ti|- tungsfest uno der Verein hat beschlossen, den Tag nm einem Gesangswettstrei! zu begehen. Ms Festtag t|t der 8. Juni in Aussicht genommen. I

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GerichtssaaU

Tas beleidigte Polizeirevier. Welche Fost^ eine leichtsinnig erfundene Ausrede haben kann, zeigt foliL'nh: Vorfall, der dem Hausdiener einer Berliner Buchhandlung du Berunellung wegen verleumderischer Beleidigung der Polizeibeam- ten des 32. Reviers einbrachte. Ter Hausdiener sollte am 5. Mtq für seine Firma mit einem Dreirad Pakate bestellen. Unterwegs traf er einen Bekannten, mit dem er eine Bierreise unter- liahm, die sich bis in die spaten Rachmittagsstunden aii^dedntk. Da infolge der vorgerückten Zeit eine Erlediguttg der Auftrag, nicht mehr möglich war und der Hausdiener sich scheute, feine« Prinzipal die Wahrheit zu sagen, behauptete er, er hätte dal Unglück gehabt, eine Frau anzusahren, woraus er von einem Schuh­mann nach dem Polizeirevier in der Derfflingerstraße sistiert und dort von Veil Uhr vormittags bis Vi8 Uhr abends sestge- halten worden sei. Eine Stunde Hoche er in der Zelle zubruww müssen und sei tmeberbolt einem Verhör unterzogen tootbca Gegen y25 Uhr nachmittags habe er eine Tasse Jfaffee ur Stärkung erhalten. Daraus reichte der Geschäftsführer der Buch­handlung eine energische Beschwerde über denpolizeilichen Miß- griff" an das Polizeipräsidium ein. Die Raclchrüsuiig bex B» ichiverde ergab, datz der Hausdiener gelogen hatte. Das Schöfs geeicht Berlin-Mitte verurteilte den Hausdiener in bn Instanz zu 20 Mark Geldstrafe oder 4 Tagen Gesängni:; zweiter Instanz wurde der AngeNagte, da von der Sta anwaltschaft Berufung eingelegt worden war, von der 5. St kammer des Landgerichts I Au 10 Mark Geldstrafe ober 8 T Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens verurteilt.

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sarnen Fragen beichästigen, an_benen auch das Reichsamt des Innern ein lebhaftes Interepe nehme Geheimer Lber- regierungsrat Dr. v. Teefeld sprach als Vertreter des preu­ßischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, Geheimer Le­gationsrat Romer für die bayerische Staatsregierung und Lber- bürgermeifter Dr. v. Borscht für die Stadt München

Generalsekretär Tews Berlin überbrachte die Wünsche der Gesellschaft für Verbreitung der Volksbildung. Tic von ihm ver­tretene Gesellschaft habe beschlossen, eine S chu l tze -T e l i 61 <6* Stiftung i n s Leben zu rufen, die vorläufig mit 10 000 Mark dotiert fei und den Zweck habe, die Unterrichts­möglichkeiten für Kaufleute und Handwerker zu fördern.

Hieraus wurde in die Tagesordnung eingetreten. Der Jahresbericht des Verbandsanwalts Iustizrat Tr. Crüger ^Berlin, stellt fest, datz das abgelaufenc Geschäftsjahr für die Kreditgenossenschaft wieder ein Gründungsjahr gewesen sei. Be­sonders in Bayern sei ein Rekord erreicht worden. Ange­sichts dieser Entwickelung müsse sich dem Wachmann mit Gewalt die Frage aufdrängen, ob solche Rcugründungen im Ernstfälle wirklich die Belastungsprobe aushalten können. In den meisten Fällen handele es sich gar nicht um selbständige Genossenschaften. Mit der finanziellen Förderung von Seiten der Regierung sei es nicht getan. Das habe die bayerische Regierung fclbit vor einigen Jahren in einer Denkschrift nach ihren Erfahrungen mit den bayerischen Handwerkergenossenschaften selbst zugebon müssen.

Dem Genossenschaftswesen ist nicht damit gedient, daß man alles im rosigen Lichte schildert, man mutz vielmehr in alle Winkel hincinleuchtcn. Wir stehen vor einer neuen Phase in der Ent­wickelung des Genossenschaftswesens. Der Zentralverband Deut­scher Konsumvereine ist dem Einfluß der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften veriallen. Eine Genossenschaft im Dienste einer politischen Partei bedeute aber nicht mehr ein Instrument des Friedens. Daher seien auch die für Beamte errichteten Sonder baugenosscnschaften nicht zu billigen. Tie Baugenossenschatten würden in Zukunft gezwungen sein, sich mit den Hausbesitzern über die wichtige Frage der Beschaffung zweiter Hypotheken zu einigen. Bedauerlich ist es, daß die berufenen Vertreter des Handwerks, die Innungen und Handwerkskammern, dem ^Genossenschaftswesen gegenüber nicht immer eine wohlwollende Stellung einuchmen Erfreulicher seien die Verhältnisse bei den Landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften. Von größter Bedeutung sind aber die Kredit genossenfchaften. Bedauerlich fei es, daß noch immer nickst ein leidliches Verhältnis zu den öffentlichen Sparkassen hergestellt sei. Was für die Großbanken gelte, das gelte auch für die Ge- nossetischaften: keine Ueberspannung des Kredits und Sorge für flüssige Mittel. Diese Sorge für flüssige Mittel bedeute

die finanzielle Kriegsbereitschaft.

Ter ewige Friede ist nur ein Traum und im Kriegsfälle läßt fick die ßiquibität nicht aus dem Boden stampfen, sondern sie mutz vorbereitet werden. Alle Genoffenschasten, alle Institute, welche fremde Gelder verwalten, müssen sich init der finanziellen Kriegs bereitschaft befassen, müssen sich fragen: wie wird cs werden, wenn die allgemeine Kraftprobe gemacht wird. In diesem Zu sammeuhange zeigt es sich, daß die Genossenschaften nicht los­zulösen sind von der Gesamtheit der Ration. Wirtschaftliche Frei beit gereiche nur dann zum Segen einem Volke, wenn dieses davon den richtigen Gebrauch zu madyen verstehe. Den Einfluß der Politik auf die genonenfchaftliche Arbeit habe bereits Schulze- Delitzsch im Jahre 1875 auf dem Münchener Genoffenschaftstage betont, indem er erklärte:Von einem Volke, welches nicht nur in feinen geistigen Leistungen, in Kunst und Wissenschaft, sondern sogar auf dem von ' so schweren Zerwürfnissen heim- gefuchteu Felde des materiellen Erwerbes die höheren humanen Ziele nicht aus den Augen verliert, von dessen politischer Er­starkung hat der Weltteil keine Störung seiner friedlichen Ent­wicklung zu befürchten." 37 Jahre hat das Wort in der Ver­gangenheit Geltung gehabt, es gilt auch für die Zukunft. Tie Genossenschaften braud^n den Frieden, um ihre Aufgaben er­füllen zu können. Sie sollen aber auch den Frieden benutzen, um für den Krieg gerüstet zu fein. (Andauernder Beifall, an dem sich auch der Prinz Ludwig beteiligt.)

Eine Aussprache über den Verbandsbericht sand nicht statt.

Nach einem Vortrag von Stäben (Berlin) über das Privatbeamtenversicherungsgesetz" beschloß die Versammlung, da die in dem genannten Gesetz vorgesehenen Pen­sionen nicht ausreichend seien, die allgemeine Versorgungskasse als Zuschußkasse zu erhalten. Bon dem Verbände Pfälzischer Erwerbs- und Wirtschaftsgenofsenschaften tag ein Antrag vor, erneut bei der Reichsregierung um Beseitigung des Scheck- und Quittungsstcmpels zu ersuchen. Den Antrag begrün­dete Justizrat Schüler (Zweibrücken). Die beteiligten Kreise von Handel, Industrie und Gewerbe hätten übereinstimmend ein vernichtendes Urteil über diese Steuerform abgegeben. Der An­trag wurde einstimmig angenommen.

Es folgten der Kass enbericht und Wahlen. Tie aus dem Ausschuß ausscheidenden Mitglieder wurden wieder- gewählt. Weiter beschäftigte sich die Tagung mit den besonderen Angelegenheiten der Handwerkergenossenschaften und der Baugenossenschaft en. In letzterer Beziehung wurde in erster Linie eine hohe Liquidität verlangt. Ter nächste Genossen- schaftstag soll in Bielefeld abgehalten werden.

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Lttftschissahrt.

Nock ein Flug PariS-Berlin.

Pari-, 22. August. Ter Pilot Frantz verließ heute morgen 5 Uhr 15 Minuten daS Flugfeld Chartres. Er beadstchtigt um die Prämie des Pommerypoka lS zu fliegen. Der Flieger ver. sucht über Belgien nach Deutschland bi« Berlin, roent möglich, weiter zu fliegen. Tas Wetter ist ungünstig.

Ein Sturz Orville WrightS.

New Port. Orville Wright ist bei der Probe etntl neuen Hydro-Flugschiffe» bei Daylon in f?hio in einen Fluß gestürzt, als die Maschine in einer Höhe von Metern ver­tagte. Wright ist leicht verletzt und konnte an5 Ufer schwimmen.

vücherttsch.

Ter Kalender des Lahrer Hinkenden Bot.r für 1913, Verlag desLahrer Hinkenden Boten", Montz Schauenburg, ist erschienen. Seine Freunde werden auch diesn ü wieder in ihm einen guten Gesellfckwfter begrüßen, der mit ibnit allerlei politische Betrachtung anstellt, ihnen heitere und cnr:t Bilder und Geschichten vorsetzt, mit ihnen bald in Tage groi r vaterländischer Erinnerungen zurückgeht, bald Ausschau in t« Zukunft hält.

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Spielplan öes Kurhausübeaters Baö Nauheim.

Montag, den 26. August: Einmaliges Gastspiel derolr tänzerinnen Louise Stolze und £ucic Ring: ,Ter Tanz' v seiner historischen Entwicklung. Mittwoch, den 28. August: rjn wir altern*, ,Ter Barbier von SJcrrioc-, .Lottchens Geburtslaa'. Freitag, den 30. August:Renaissance*. Sonntag, den 1. 6epi. «EharleyL Tante/

Sonderzuge und haben für fahrplanmäßige Züge keine Gültig­keit. Die Rückfahrt des SonderzugeS von Darmstadt er­folgt um 620 nachmittags.

Jugendwehr. Nächsten SomStog und Sonntag wird eine Kompagnie der Gießener Jugendwehr eine zwei­tägige Hebung nach Marburg unternehmen. Der Abmarsch findet Samstag morgen um 7 Uhr vom Gießener Exerzierplätze aus statt. In Bellnhausen wird gegen 11 Uhr ein Lager bezogen und abgekocht. Von dort auS wird um 1 Uhr der Vormarsch gegen Marburg angetrcten, von wo auS eine au5 Schulern der Oder-Realschule gebildete Abteilting den Gießenern entgegenrückt, um ihnen den Weg zu verlegen. Voraussichtlich wird sich daS nun beginnende Kriegsspiel gegen 3 Uhr bei Cappel abspicleu. Um 4l/t Uhr wird vom Süd- Bahnhof auS der Einmarsch angetreten. In Marburg wird bann auf einem an der Schwanen-Allee gelegenen Baugelände Biwak bezogen, die Zelte ausgefchlagen und daS Lager her­gerichtet. Um 61/, Uhr rückt die Gießener Jitgendwehr an die Kaserne deS JcigerbataillonS, wo daS Abendesten ein­genommen wird. Bri günstiger Witterung wird in den Zelten übernachtet, bei ungünstiger Notguortier bezogen. Am Sonntag früh um 8 Uhr wird der Rückmarsch am rechten Lahnuser entlang angetreten und bei Fronhausen Lager bezogen. Nachdem hier abgekocht worden ist, ivird die Kompagnie um 23/* Uhr verladen und trifft mit dem 3-Uhr-Zug in Gießen ein. Da in Marburg eine eigentliche Jugendwehr noch nicht befiehl, bietet die Uebung der dortigen Jung-Deutschland-Gruppe willkommene Gelegenheit zur Gründung einer solchen.

"Die Ob staus sicht en find im Kreise Gießen recht befriedigend und lasten eine gute Mittelernte auf Aepsel, Birnen und Zwetschen erwarten. Die Zahl der Dbftbäume an den KreiSslraßen beträgt rund 16 000, wovon etwa 1 3 000 Aepfelbäume sind.

** Das Ende der Hunds tage. Am 23. August, mit dem lieber!ritt der sonne aus dem Kalenderzeichen des ,Löwen" in das derJungfrau", erreich! die am 23. Juli begonnene Zeit der Hundstage ihr Ende. Das ist auch, wenigstens ungesähr, Sie Zeit, in der die größte SommerhiHe, die Ferien aller Art, die Reisen, die Ge- chästsslauheit (dieSauregurkenzeit) und manches andere einen Abschluß findet. Ihre vierwöchige Dauer besitzen die Hundstage schon feit den Zeiten der alten Griechen, während die Aogypter, von denen die ganze Institution stammt, nur ein großes Fest zu Ehren des Hundssterns ober Isis-Sterns, des Sirius zur Zeit seines Frühausgangs vor der Sonne am 19. Juli feierten. Tie Griechen und auch die Römer bezeichneten als Hundstage die Periode, in der die Sonne im Zeichen desLöwew" stand, also eben­falls der heißeste des Jahres; sie fetzten ihren Anfang zwar richtig auf die Zeit, da der Sirius zuerst vor der Sonne erschien, verlegten aber ihr Ende irrtümlicherweise auf den Frühausgang des Arkturus imBootes". Ter letzte

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