Ausgabe 
23.8.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

lir. 198

162. Jahrgang

scheint täglich mit Ausnahme de» Sonntag».

Nach'herzlichem Abschied von «einen

dnveftem

" 'M

Wahlkreise

1.95 1.95

19012 1639

1M2H3 15_'i 19803

icnder

schlan

90

3179

962

2547

2571

7099

1069

447

8016 883

2378 101'0 2436

TieGießener Samilieeblätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegl, da» Xrtisblalt ftr den Kreisfefter* zweimal wöchrnttlch. Dieranöwirtfchastlichen -eil. fragen" erscheinen monatlich zweimal.

571

126

39

70

748

129

Mitgliederzahl

1911

Mitld-Laulerbach ktngen-Alzey

I avinfiobt-tor.-^erau

Mtrbach-BenSheim »slriedbera-Budingen ^iehen-Äidda "JomfCppcnheim

: Clenbacb-Tteburg

- vormS-Heppeiiheiiii

preise.

z.Schnuren Iberleder, auf uWhc breite

2*40

2.60 3.15

3.95 Chagrin eine ra billig, enschuhe

Freitag, 25. August 1912

Rotationsdruck und Verlag der Vrüblichen Unwersuät» - Buch- und eitinbnideteu R. Lange. ®iefcen.

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politische Tagcrschau.

Sol dem Jahresbericht der heistschen Sozialdemokratie für 1911 12.

Irr dem Jahresbericht des Vorstands der hessischen j-zlmdeinokratischen 'Partei, der soeben erschienen ist, wird Geführt, sowohl die Zahl der Mitglieder, als auch der i -ervrauch von Marten habe sich gehoben

An Marken wurden gegenüber den Voriabren 47000 Stück

Mitgliederzahl 1912

600 8600

123 954

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefjen

Redaktion, Erpedttion und Tnirferti: SAuI- stratze 7. Expedition und Verlag: e^»-51.

Redaktion: e-»K112.rel.-Adi.:Anze.gerGießeru

anstalten wir Sännt» u einen bene Zilz, Leipzig' übtth Kit der reiitnb«< flfeit «nietet Beck-

fi Inhaber unb «JlM CL anberordenil'-bk"

s^Sci;

Geklagt wird darüber, das; der diesjährige Frauen 1aH die Envartungen, die in ihn gesetzt wurden, )iid)t 'erfüllt habe.

Wohl sanden eine ganze Anzahl Versammlungen m allen Teilen des Großlierzogtunis Hessen statt, die aber leider mit ivemg Ausnahmen schleckst befudrt waren. Sckmld daran trägt ivobl zum i triften Teil das an diesem Tage herrschende schöne Frühlings legier. Mit Recht tadelt der Jahresbericht, dass in einigen Orten ' Amuenversammlungen cinberufcn waren und nicht eine trraii ie diesen Versammlungen erschien. Tie Genossen dieser Orte KiSgen Sorge tragen, das; bei der nächsten Frauenversammlung Kum mindesten ihre Frauen erscheinen.'

Tic Reichstagswahlen erforderten in den 9 hesnschen !Dahlkreisen insgesamt 5 0 6 7 2,81 Mark Wösten: auf die einzelnen Streife verteilen sich diese wie folgt: Gießen- Nidda 6598,31 Mark, Friedberg Büdingen 6663,19 Mark, Als^ seid Lauterbach 2345,15 Mark, Darmstadt Groß-Gerau 6261,12 Mark, Lffenbacl^Tieburg 7182,54 Mark, Erbach-Bensheim 5860 Mark, WormS Heppenheim 6606,58 Mark, Bnmen Alzey 1518,24 Mark, Mainz Oppenheim 6123.96 Mark. Von dieser Summe stossen 28 870 Marl aus der Landeskasse, wülnend der Rest von dcn Streifen selbst angebracht wurde. Rur Offenbach-Dieburg hat ^auS der Landeskasje keinen Zuschuß erhalten.

Eine bemerkensweite Stimme zum Iesuitengeseh.

In fortschrittlichen Streifen scheint sich ein Umschwung |in der Auffassung des Iesuitengesetzes anzubahnen Tiefer

rr!)r mngesetzt Von diesem Wdmimiaß nmallen auf die St reise \ jl£fimbad> Ticburg 20000, Friedberg-Büdingen 11 500, Mainz

1, «1 Cppenfatim 8000, Worms Heppenheim 30<)0, Erbach Beiish im a 1200, Bingen-Alzen 1000 und Alsfeld-Lauterbach 500 Stück

Ik Steife Darmstadt ^SroßGerau und Gießen -Nidda haben

rinc Erhöhung des Martenumsatzes nicht zu verzeichnen

Die nachstehende Aufstellung zeigt den Marlenumsatz in den

plädiert, dass auch die Bolkspartei jetzt l nach Aufhebung des Gesetzes ablehnen soll, gewissermaßen, um der bayerischen Regierung zu zeigen, dasz sie mit der Umgehung eines Reichsgesetzes nichts erreicht Später, wenn yerr v. Ssertliiifl die Seitenfprünge aufgebe, taffe ich über die Sache wohl reden. Wird hier grundsätzlich an dem Iesultengesetz als einem Ausnahmegesetz fest- gehalten, so ruckt ein Artikel desBert. Bors. -Eour" auch dieser Auffassung zuleibe. Es wird dort die Frage ! aufgeworfen, ob die Wertung des Iesuitengesetzes als Aus­nahmegesetz wirklich berechtigt ist, und zur Beantwortung ausgefuhrt:

Rein formell betrachtet, läßt sich dies behaupten, aber auch nur formell. Geht man der Krage auf den Grund, so liegt die Sache dock, nicht so einfach, .zunächst handelt es sich hier bei der die Aushebung des Iesuitengesetzes fordernden Partei um die Vertreter des politischen Katholizismus Diese aber vuegen sonst selbst keineswegs Gchner von Ausnakmegefezien ;u ' wenn sie durch solche Gesetze Vorteile erzielen können Man denke nur an das Privilegium, das im Lande der all lemcincn Tienstpilicht die katbolisclien Theologen vom Militärdienst befreit. Man denke weiter daran, in welchem Umfang durch den $ Ibb des Reichsstrafgefetzbuchs katholisch kirchlick>e Einrichtungen und GS; btäud einen besonderen Schutz des Gesetzes besitzen, wie er keiner anderen Nirrixngemeinschail in glcidscr Weise zuteil roirb Wer solche Privilegien besitzt, sollte nicht Über Ausnahmegesetze schreien.

Aber das ist es nicht allein, was hier in Betracht kommt. Wie die Verhältnisse gerade in Rücksicht aus den eben genannten t; 166 des Strafgesetzbuchs liegen, würde eine Aufhebung des Iesuitengesetzes nicht nur bedeuten, das; diesesAusnahmegesetz" künftig fortfällt, nein dieser aus guten Gründen von vielen Staaten durch die Gesetzgebung ausgeschlossene Orden, dessen Eigen­art selbstunfehlbare Päpste" in der Vergangenheit veranlaßt hat, ihn zeitweilig aufzuheben wurde, sobald er in vollem Um fange in Deutschland wieder zu gelassen ist, unter den teil* giöfen Schutzparagraphen 166 fallen. Er wurde nicht wie jeder sonstige Verein behandelt, sondern bieiem Privi­legium unterstellt werden, dasz, wer gegen ihn den geistigen Stampf in voller Schärfe führt, sich einer vorn Staatsanwatt zu ver­folgenden Straftat schuldig macht. Man mag über den Jesuiten- orden denken, mit man will, dasz er wie kein anderer Orden eine ausgesprochen konfessionelle ftampforgamiaiion ilt, darüber be­liebt kein Zweifel. Seine ganze Geschichte bezeugt es. -iie volle Entfaltung feiner Macht in Teutschlaiid würde den uniehgm konfessionellen Hader in Deutschland noch weit mehr steigern, als es letzt der Fall ist. Wir haben wahrlich keinen Anlaß, einer solchen Stammorganisation, die ihrem Wesen und ihrer Tendenz nach keinerlei Toleranz kennt und kennen kann, die Tätigkeit m Deutschland zu erleichtern, ja diese Tätigtet dann sofort, wenn dasAusnahmegesetz" aufgehoben ist, unter das Privilegium des 8 166 zu stellen Diese sachlichen (Ye sicht spun kl e scheinen uns entscheidender zu sein als der rein formale Gesichtspunkt, man müsse von liberaler Seile für die Aufl»ebung des Iesuitengesetzes eintreten, weil es einAusnahmegesetz" sei. Wir fteheii mit dieser Auffassung innerhalb der Bolkspartei viel leicht ifolitrt da. Das kann unS nicht davon abhalten, sie für sachlich richtiger zu halten. , l

Man kann gespannt fern, ob diese Auffassung in der Reichstagsfraktion der Fortschrittspartei Anhänger findet.

[inge zu erhalten und durch praktische Beispiele und Vorbilder bezüglich der ganzen Kinderpflege Erfahrungen zu sammeln, son­dern sie wird vor allem auch in anschaulicher Weise darüber be­lehrt, wie sie bei den am meisten verbreiteten Kinderkrankheiten ich verhalten soll resp. rote sie ihnen vorbeugen oder prophylakttich entgegenroirken kann. Doch das alles läßt sich hier mit kurzen Worten nicht beschreiben, das mutz der interesskerte Besucher an Ort und Stelle selber studieren. Dagegen wollen wir aus dem reichhaltigen statistischen Material über die Säuglings­sterblichkeit, das dieser Abteilung beigegeben ift, die interessan­testen Ergebnisse hier näher anführen. Aus diesen Tabellen ist vor allem die hochersreuliche Tatfadjc zu entnehmen, baß in der Säuglingsfürsorgc unser Großherzogttim von den größeren deut­schen Bundesstaaten den günstigsten Stand hat, wenn cs allerdings auch hinter Schweden und Norwegen wesentlich zurücksteht. Im Durchschnitt eines Jahrzehnts wurden in Hessen 7*/j Proz, in Schweden 11 Proz. uneheliche St in der geboren und davon starben in Hessen 28, in Schweden 16.2 Proz. Bon je 100 ehelichen Kindern starben in Hessen 16, tn Schweden 9 Proz. Im Jahre 1911 gestaltete sich die Kindersterblichkeit in Hessen wie folgt: Es starben in den Städten in den Monaten Januar bis März 20 Pro», vom April bis Juni 17 Proz., vom Juli bis September 47 Proz. und vom Oktober bis Dezember 16 Proz. Auf dem Lande starben im 1. Quartal 26, im 2. Quartal 20, im dritten Quartal 36 und im letzten Quartal 18 Pro». Inter­essant ist ein Vergleich bezüglich der Säuglingssterblichkeit zwischen Hessen und Bayern: Jn Hessen kamen auf 1000 Einwohner 29,4 Säuglinge, von denen nach einem Jahr noch 25,6 Itbtcn. und in Bayern rechts des Rheins waren von 33,1 ebenfalls nach einem Iabr 26,6 am Leben gewesen.Obwohl also Hessen eine geringere Geburtshäufiakeit bat als Bayern, sind doch in beiden Staaten nach einem Jahr im Verhältnis zur Einwohnerzahl gleich viel stinber am Leben, weil in Hessen die Säuglings» sterblichkeit bedeutend niedriger ist. Eine geringere, Gebutts- bäufigfeit kann also durch eine geringere LMtglingssterblichkeit wettgemacht werden, allerdings nur, wenn die Unterschiede in der Geburtshäufigkeit nicht allzu groß sind.

Zum Schluß seien noch die Zahlen über die Säuglings­sterblichkeit in den drei Provinzen angeführt, dcn fünf Jahren von 19011905 starben von 100 Kindern im 1. Lebensiabr am wenigsten Kinder im Kreise Lauter­bach, nämlich weniger als 10. Etwas über 10 Kinder starben in den Kreisen Alsfeld, Gießen, Büdingen, Schot- t e n und Friedberg. In den Kreisen Erbach, Groß-Gerau, Dieburg, Bingen und Oppenheim betrug die Sterblichkeit etwas weniger als 15 Proz., in Offenbach und Darmstadt ftieg sie auf etwa 17 Proz., in Bensheim auf 20 Pro;, und am größten, nahezu 21 Proz., war sie in Mainz. Im Durchschnitt stellte sich die Säuglingssterblichkeit während dieser fünf Iahte in Ober- Hessen auf 11 12 Proz, in Starkenburg auf I6V2 bis 17 Proz. und in Rheinhessen auf 17 bis 18 Proz. Fr. H.

17

61

13

Die AusstellungDer Mensch".

rb. Darmstadt, 22. Aug

In unfern Zeitalter der Nervosität ist es von besonderem Änleresse, auf der AusstellungDer Mensch" im Groß. Residenz- «hioß recht genaue und instruktive Aufklärung über die ganze Werbenüeranlagung des menschlichen Körpers und die Hauptsache hdiftcn Funktionen des Zentralnervensystems zu erhalten, xie Nerven sind bekanntlich die Vermittlerinnen unseres ganzen x<n\ hns, Fühlens und Wollens, ihr Hauvtsitz ist das Hirn und das nit diesem in direkter Verbindung stehende Rückenmark Von liefen beiden Zentralen wird der ganze Mär per mit einem weit »erzweigten Nervennetz belebt, das wie die Aeste eines Baurn- Hammes oder wie die Drähte einer großen Telephonanlage alle blieber durchzieht. Unb wie die Tclegrapbcnbrahte und auch die einzelnen Nervensädcn streng von einander stottert und zum Lckutz gegen die Angriffe unb Stbäbigungcn ihrer Umgebung tüt besonberS festen Mänteln jimgcbcit. Die Nerven vermitteln cicidi dem elektrischen Strome alle Eindrücke der Außenwelt über he Zentralstelle, das Gehirn oder das Rückenmark, und zwar rnterfriicibet man Bewegungs- und Empfindungsnerven xie foten führen zu den Muskeln und lösen eine Beineg ung au», Die l-yten sind in der Haut gelagert und führen alle Eindrücke dem elektrischen Funken gleich dem Gehirn zu.

Um auch dem Laien von den Funktionen des NervenlvstemS eine Vorstellung zu verschaffen, ist in dieser Abt eil ung ein großes "ransparentbild eines Menichen bargeitcllt, bet welchem durch Drehen einer Kurbel die Nerventätigkeit durch einen elektruä>'.. Junten veranschaulicht wird. Der Ablauf eines Nervenreize-.' trn einer Fingerspitze der rechten Hand geht btttzichnell zur rechten Hälfte des Gehirns. Dort, erfolgt die Umichattung nack, tn linken .Hirnhälfte und in dreier wird die Um'chaltung der rnrpsindung in Bewegung vollzogen «Reaktion, die im Gehirn willkürlich stattfindet. Ein neuer elektrischer Funke dann 3i? der Nerv in die Arm und .Handmuskeln zuruckgeht. Werter I -eigt das Transparentbrld, wie eine Gmpftnbung, ent schlag aut linke Kniescheibe, zum unteren Teil des Rückenmarks geleitet vird: dort erfolgt selbsttätig die Umichattung tn Bewegung rie- lex) und die Zurückleitung zu den Muskeln des

Der Darstellung des Gehirns und der getarnten Nerv en tätig leit ist auf der Ausstellung natürlich ein wertes seid crnge- riumt. Am intcrcffantcftcn sind darunter dre zahlrerchen Ratur- Präparate. Neben den verschiedensten menschlichen »,'hirn- uno ochädelbrldungen sind auch Gehirnpräparate von Wirbeltieren aller 3rt zum Vergleich ausgestellt, wöbet besonders die TtHiad)c zu merken ist, daß die Gchirnmane durchaus nicht von der MorPer- Kößc des betreffenden Individuums abbängrng ist. «lerne Tiere, mie z. B. das Meerschweinchen, besitzen etne verhältnismäßig viel wößnc Gehtrnmasse als der Haisstch und andere große Ttcre N einer Sammlung von Gehirnbrldungen vom Nernlten tvotus

-um ausgewachsenen Menschen ersieht man, daß dre >;ntelltgenz

Der Kaifer in Homburg.

Homburg v. d. Höhe, 22 Aug. Der Kaiser traf gegen ' ,1 Uhr auf der Saalburg ein und fuhr uach kurzem Aufenthalt nach Homburg. Hier fand bei Landrat Ritter v. Marx Frühstückstafel zu 24 Weberfen statt.

Der Kaiser verblieb bis 3.15 Uhr in der Villa des Landrats Mtter v. Marr unb fuhr mtt der .Sttonprinzessin von Griechenland und dem Prinzen und der Prinzessin Friedrich Marl von Hessen und Oteplge nach dem Bahnhof. Hier hatten sich zum Abschied eingesunden: Admiral Sir Fritz George, Landrat v. Marx und Oberbürgermerster ein Wesens von der größeren oder kleineren Anzahl der Win­dungen und Furchen im Gehirn abhängig ist und daß, je viel­seitiger diese Fältelungen sind, desto größer die geringen Lei­tungen des Betretenden sind. Bei alten Leuten schrumpfen drese Veraderungen allmählich mehr zusammen.

Zu interessanten Betrachtungen geben dre Darttellungen der Empfindungen durch die Haut Veranlassung Die menschliche Haut ist Vermittlerin von vier (impf in bunten: es sind in ihr die ss.'ervcnendungen für Tastempfindungen, Schmeru-mpsindungen und Kälte und Wärnreempsrndungen vorhanden. Die Ausnahme des Reizes findet nicht, wie der Laie wohl allgemeüt annimmt, in der ganzen Haut, sondern nur an einzelnen Punkten statt und zwar kommen auf den Quadratzentimeter etwa 2 Wärme-, 13 Kälte-, 25 Tast und 200 Schmerzpunkte, die auf der Haut Per­l'(hieben verteilt sind. Je seiner das Gefühl ist, desto näher bet- lammen befinden sich die Tastpunkte. Aul der ganzen Körperober- släche sind, wie die darüber vorliegenden Tabellen besagen, etwa 30 000 Würmern,nkie, 250 000 Kältepunkte, 500000 Taltpunhe und 4 000 000 Sckstnerzpunkte vorhanden Jede dieser Emvftn- bungen wird also von beionberen Sinnesorganen, Nervenendungen, mit dem Gehirn oder Rückenmark vermittelt.

Au» Reffen.

Zum veamtenbksoldungkgefeh.

bs. Darmstadt, 22. Aug Durch bas Wcfett bom 17. Juli wurde den etatmäßigen Beamteir und Bolksschul- lehrern sowie den 'Schulverwaltern unb cr 1 va11erinnrtt ür 1912 eine (S^haltserhößung zuteil, für die nichietat^ mäßigen Beamten waren in dem Gesetz nur Pauschal- ummeu vorgesehen, lieber die Verwendung dieser Betrage waren mit den Landständen besondere Vereindarnngeu zu treffen, weil die jeweiligen Bezüge der ntchtdcfintttven Beamten aus dem Staatsbudget nicht erjinitlidi |nu>; diese Bezüge werden vielmehr durch die Ressortministerien durch Verordnung bestimmt Für die Dienstanwärter des Ft- nanzministeriums sind die Vergütungen nunmehr, wie der TägA. Anz." berichtet, nach den mit den Landslanden ver­einbarten Wrunbfäben neu festgesetzt worden und zivar ebenfalls rückwirkend vorn 1. April 1912 ab. Danach be­ziehen für die Folge:

1 Assessoren unb Regierungsbaumetster: 2100 bis 3000 Mark in 7 cimäbrinen Aufrückungsstusen von ie loO Mark seither 2100 bis 2,00 Mark> .

2. Finanzaspiranten: 1500 bis 2100 Ndarck in 7 ein­jährigen Alirrückungssmsen von je 100 Mark seither 1400 btS 1X3 B<an ai'pirantcn: 1500 bis 2050 WaH in 7 einjährigen Anfruckungssnisen von je 75 Mark und einer achten von 100 Mark seither 1400 bis 1850 Mark). .

4. Geometer 1. Klasse: 1800 bis 2400 Warf m 7 ein­jährigen Ailfrückungsstusen von je 100 Mark (seither 1800 bi» 2200 Mark^

5. Geometer S. Klasse: 1300 bis 2000 Mark m acht einjährigen Auirücknngssttifen von je 100 Mark seither 1200 bi» 1800 Mark'. m c

Im übrigen bleiben die bisherigen Vonchritten bestehen.

Allgemeiner Deutscher Aenosscnschastrtag.

~ München, 22. 2lug

Nach einem Begrüßungsabend im Festsaalc bes ?llten Rat­hauses, bm die Stadt München gab, begannen die geschäftlichen Verhandlungen des 53. Mgemeinen Deutschen Genossenschafts­tages mit Hauptversammlungen der Hilfskasse und der Allgemeinen Fürsorgekasse.

In der ersten öffentlichen Hauptversammlung, die unter dem Vorsitz von.Justizrat Dr. Alberti (Wiesbaden) tagte, begrüßte an 1. Stelle Prinz Ludwig von Bayern, der bayerische Thronfolger, der als Landwirt dem ländlichen Genossenschaftswesen sehr nahe steht, die Tclicgcrten au» allen Teilen des Reiches mit einer sehr beifällig aulgenommenen An­sprache. Er führte sich als Freund des Genossenschaftswesens ein, das ja in sehr verschiedener Gestalt in die Erscknimtng trete. Alle Genossenschaften haben im öffentlichen Leben bedeutsame Auf­gaben zu erfüllen. Sie ermöglichen es den Kleinbetrieben, sich das nötige .Kapital zu verfchafsen, um erfolgreich den Wettbewerb mit den Großbetrieben aufnehmen zu können. Sie zwingen ferner den einzelnen, ba$ eigene Interesse zurückstellen hinter das der , Gesamtheit unb loirken so erzieherisch. So vereinigen d,e Ge- noisenschaiten in sich bezw. in ihren Mitgliedern das Streben, 1 sich selbst unb bie eigene Familie vorwärts zu bringen, anderer« : seits aber für die Gesamtheit zu wirken. Das was die Genossen- jchaften zum Segen für Reich und Staat und besonders zukm , Segen für den Mittelstand geschaffen haben, das ist ein Ver- ' dienst von Schultze-Dclitsch und der Männer, die sein Werk 1 forlführtrn. Möge der Geist, der diese Männer beseelte, auch 1 in Zukunft den Genossenschaften erhalten bleiben. (Lebhafter Beifall0 .

Regierungsrat Dr. Rose lBerlin) überbrachte dte Wunsche : des Reichsamts des Innern. Die Tagung habe sich mit bedeut«

Nicht minder interessant ist die Darstellung der Übrigen Sinnesorgane. Besonders instruktiv sind die mannigfachen Mo­delle unb Abbildungen über das Gehör und den Gernm. Die Riechnerven sind nur in einem kleinen Teil der -IlOien- idjlcimbaut verbreitet unb die Gei'chmackscmpnnbung wird durch die verichiedenartig auf der Zunge ausgebreiteten Zungenwärzchen vermittelt. Der lüße Geschmack wird besonders auf der Zungen­spitze, sauer am Zungenrand, solzig an Zungenspitze unb Zungen ranb, dagegen der bittere Geschmack nur hinten aut der Zunge, am Zungengrund, empfunden. Auch die Erkennung der Geichmack art ist verschieden, salzig wird in einer Menge von 4 Gramm nach einer Viertelsekunde, süß erst in einer Menge von 12 Gramm, -äure dagegen schon bei 0,01 Gramm und bitter Ichon von ca 0,001 Gramm, irbocb erst nach 2 Sekunden cmp'undcn. Die Absonderung des Speichels im Munde ist abhängig von der Nahrung. Die Menge beträgt beim Verzehren von 100 Gramm Zwieback etwa 1 . Liter, beim Verzehren eines Apfels etwa 7 Liter. Die tägliche Menge des abgesonderten Speichels stellt sich auf i*/s Liter __ . , . .

Das kostbarste und rbelfte Sinnesorgan, das Äuge, wird auf der Ausstellung gleichfalls in sehr zahlreichen Präparaten, Modellen unb plastischen Darstellungen veranschaulicht. Ter Be­sucher finbet auch Gelegenheit, sein Auge nach verschiedenen Rick»- tungen hin selber zu prüfen und sich durch Angaben und Be­obachtungen belehren zu lassen. .

Tas KapitelSind es alter und Vaugltngs- pflege" wird in den Sälen Nr. 7 und 8 behandelt und nimmt mit Reckt einen sehr breiten Raum cm Hier wird bewnders der jungen Mutter nicht nur Gelegenheit gegeben, alle wissenswetten Informationen für eine rationelle Haltung und Pflege ihrer Lteb-

jtnderHtrd'- Sonntag nOchnb ßfS M llllll Grosser^ von Ws

«LS-

it^en 5 fahren. Es wurden an^Dkarten verkauften^den Jahren:

Mktttfelb-Lauterbach

Fingen Alzey

rarmstadt-Gioß-Gerau

»ckach-BenSyeim

prieöbeiq-yübingen

sueßen-Nidda

TleinvCppcnheim

Cifcitbacti-Tifbura

Vormr-Heppenheim

Summa:

Die M itglieder bewegung gestaltete sich in den gleichen $x;rcn folgcnbi rmnr.ui:

4

7

36

33

56

12

57

11

239

99 543

3305 1001

2817

1070 2862 7847

1198

20642

Tafle hat bereits dieBerliner Morflenposf dafür Luedke iftifklmflhöhc meldict

......- - *-j - - t die Forderung bestieg der staifer den Hofzug nach ^iltHlnu'ijoih, wo»wer gewissermaßen, pünktlich 3.20 Uhr den Bahnhof verließ. ~

1907/08

1908/09

1909/10

1910 11

1911 12

2 000

500

1 500

1500

2 000

4 000

4 000

5 810

7000

8 000

60 000

30 000

60'00

60 000

60 000

8 000

8 000

8 000

16 000

18 000

32 000

26 000

28 000

44 500

56 000

21 000

18 000

19 000

20 000

20 eoo

45000

30 000

36 000

40 000

48 000

150 000

140 000

130 000

150 000

170 000

16 0 0

12000

14 000

17 000

337 490

298 oOU

804 340

352 000

402 000