162. Jahrgang
Drittes Blatt
M. 246
und cs
int 8 150, 4 die Strafe festgelegt.
€it 8 yjtibrL
Süddeutscher Rnndflug.
Märkte.
$ «rüuberg, 17. Cft. Heute und gestern sand hier der Gallus markt statt. Der gestrige Tag war ein wirklicher Lommertag. Scharen von Marktgästen führten die Bahnzuge, die meist zivcl Lokomotiven hatten und denen Vorzüge vorangnigen, herzu Ter vorjährige Besuch soll ober noch stärker gewesen sein. <Mn Bäukelsäugeru Musikanten u. dergl fehlte es zwar in den Gastwirtschaften nicht, aber im vorigen Jahre ,var die Zahl der Gäste stärker. Ans den, MarltvlaKe >var die Zahl der Schaubuden auf nur zivei gesunken, eine aussallende Erscheinung bei einem so grogeu 9)1 ar ft e. Der am gestrigen Morgen stattgehabte Siehrn n r f t zeigte eine sehr starke Auffahrt. AniangS stockte der Handel Olis dem Schweinemarlt. DteKänfer wollten die geforderten Preise — wirkliche Frülstahrspreise — nicht geben, die Verkäufer gingen von ihren Forderungen nicht herunter. Dann kam mit einem Mal Flug in de» Handel, der Absatz ging so flott, dab nicht jeder Kaus- liebhaber kaufen konnte. Bezahlt rniirbe für das Paar Ferkel geringster Sorte 45—50 Mk., mittlerer Sorte 50-55 Mk., bester 55-65—70 Mk., Läufer wurden das Paar mit 70—80 und 80 bis 90 Alk. bezahlt. Rindvieh war schivach vertreten bei den zurzeit hohen Preisen. Der heutige zweite Markttag verregnete.
i/7 c/ TffA R TFNI in jeder beliebigen Schriftart und Kartonsorte, $owie mU ZMn aller studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die Brühl1 sehe Univ.-Drückend,
Andererseits aber ist nach § 127, Satz 1, der Lehrherr ver- UiHdytet, «. . • . .
..den Lehrling in den bei seinem Betriebe vorkommmden Arbeiten des Gewerbes dem Zwecke der Ausbildung entsprechend zu unterweisen, ihn zum Besuch' der Fortbildungs- oder Fachschule anzu!,alten und den Schulbesuch zu überwachen."
Und nach § 127b, Abs. 2 kann
„nach Ablauf der Probezeit der .Lehrling vor Beendigung der verabredeten Lehrzeit entlassen werden, wenn er . . . den Besuch der Fortbildungs- oder Fachschule vernachlässigt.'
Tie Bestimmungen in 8 120 und in 8 127 lauen sich, tote klar ersichtlich, nickt in Einklang bringen: „Arbeitern unter 18 Jahren" und „den Lelwling". Tober müßte das Gesetz ent- sprechend ab geändert werden, was sich um so mehr als eine Nctnwndigkeit herausstellt, als das LberlandeSgericl.l in Martern werder schon im vorigen Jahre sich nid t aus den Standpunkt des 8 127 gestellt, sondern den praklisd.-.m Standpunkt vertreten
der Meister, wenn der Lehrling älter als^l8 Jahre ist. nicht mehr verpflichtet werden kann, ihn zur Schule zu schicken.
Nach erreichtem 18. Lebensjahre besucht der Lehrling daher nur freiwillig, nidxt zwangsweise, die Fortbildungsschule.
Sreitag, 18. Oktober 1912
Rotationsdruck und Verlag der Br ühl'schen UnioersuätS - Buch- und 5teinbnideceL R. Lange, Gießen.
Ter Flieger Referendar glatt gelandet. — Seit fällt ein feiner
gekehrt. „ •
Frankfurt a. M., 17. Cft.
Caspar ist gegen 9 Uhr bei Windecken ■ !10 Uhr hat sich der Nebel verdichtet Sprühregen
„Die Ziehung der Darnistädter Pferde-Lotterie findet befthnmi nädrften Mittwoch statt, wobei Hauptgewinne i. W. von Ä 4000, 2000 usw. zur Verlosung gelangen." fhv17/io
Redaktion, Erpedilioi, und Druckerei: Sckul- strave 7. Ervednion und Verlag: e=*e»51. Redaltivme^OllL. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
„Veranstaltungen zur Förderung ber gewerblid>en, tech urschen und sittlichen Ausbildung der Mentor, Gesellen (öc- friljen) und Lehrlinge zu treffen, sowie Fachsckmlen zu erridyten und su unterstützen."
Endlich heißt cs bezüglich der Kaufleute int § 76 des Deut fthrn Handelsgesetzbuches von 1897, in Abi- 4:
,^Jn Betreff der Verpflichtung des Lehrherrn, dem Lehrlinge die »um Befud) einer Fortbildungssdmle erforderliche Zett zu gewähren, bewendet es bei den Vorschriften des § 120 der Ge> werbeordnung." ; . 3
Sodann wird im § 142 der Gewerbeordnung das Nähere scher die Folgen der im § 120 vorgcselwnen ftatutarisdien Be^ stimniungcn festgesetzt und im § 150, 4 die Strafe festgelegt.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhesjen
Vüchertisch.
— Ferdinand GregoroviuS, Wanderiabrc in Italien. Auswahl in zwei Binden mi d m P rträl de' B v fasscrs, zwei Karten und einem biographis^en Nachwort von Tr H H Hou den. (Einbandzeichnung von E r i ck G r u n er.) Leipzig, F. A. Brockliaus. 1. bis 4. Auslage 2 B.nide^ «'Mk. — Tie deutsche Literatur besitzt zwei klassitchc Werke über Italien : Goethes „Italienische Reise" und die ».Wauderjalire in Italien von Ferdinand Gregorovius. Als der erste Band bicicr „Wander- jahrc" 1855 im Verlag F. A. Brockhaus erschien erregte die,e eigenartige Mischung von poetischer Landscha'tslchilderuna und phautaiievoller Geschichtsdarstellung und der an antiken Mustern gebildete Stil von monumentaler Einfachheit allenthalben -Iv wunderung, und durch das auf fünf Bande enveiterte $.erf bat iid) Grcoorovius einen hervorragenden Platz in der -veil Literatur erobert. Wie viel lausende begeisterte Leier mit> seitdem unter seiner sachkundigen Führung in Wirklidikeit oder auch nur in Gedanken durcki die ewige Stadt gepilgert, haben m seiner Hand tNaoenna oder Neapel, Pompeji ober Genzano, Amaln oder Sor reut besucht und, mit seinem Tichterauge beglückt, die naineu losen Zauber der römischen Cornvagna, der latcinnchen Küste und der Jnselparadiese des Mittelmeers auf sich wirken lassen! Aber die Criginalausgabe war teuer und entzog nch dadurch der weiten Verbreitung. Ta war es denn ein glucklick-er Gedanke, dos Gesamlwerk in einer Auswahl vorzulegcn, die in iipci Banden die glänzendsten und populärsten Kapitel zu einem e,n- heillidte» Ganzen vereinigt und in dieser Form ein klastisches Bilderbuch der berühmtesten und besuchtesten Stätten Italiens bilder. Mancherlei handschriftliches Material, daß dem Heraus' gebcr zu finden gelang, geben diesen durch «chäiste der Charakteristik und abgerundete SUarbcit des Stils gleich ausgezeichneten Lebensbild einer Persönlichkeit eine durchaus selbständige Bedeutung. Schließlich sind der Ausgabe zwei .starten beigcgeben.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Tie „«ietztuer Sawilienblätter" werden dem „Anzeiger^ eiermol wöchentlich beiqelegt, das ',Krclsblatl fflr den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Xie „Landwirtjchaftllchen Seit- fragen" erfchemen monatlich zweimal.
Muh jeder £ehrling eine $ortbilöunqsidnilc defuü en?
ES kann heute wohl nicht mehr bestritten 'verbeiß daß die nricktuna der PslidNorlbildungsichulcn von gro,;em Legen hi;
; - hanbroerf ist Dalwend d-.e Zahl ber gewer buchen .rortb-.l <ö m Rrr^-en im Jahre 1900 noch 1060 betrug, von
obliaaS unb 232 freiwillige wann, ist d.eselb.
ai flaLre 1910 aus 1818 gestiegen, davon 1749 bez n 69. xnji: hl VlOO noch °28 kauimännilche Fortbildung-tckmlen, davon I8^w IW und un Zaire 1910 bereits 391, davon 3.34 Lezw 1 n.urbcn diese Schulen von zusammen über 390 000
Kckül^ und dn staatUck-e Zuschuß betrug B800000 Marl. An d^g^verbliLn Schulen sind im ganzen 12 848 Lehrer an eftell? K 412 stn Hauptamts 2765. Fachschullehrer, asto Praktiker, die den franbtwrf er berufen .cntstanimen wovon 18., Ä anaestellt sind: ferner in dm kammannochen <vortb,ldungs- schulen^2115 Lehrer nebenamtlich und 212 hauptamtlick) angestellt, davon sind 345 Praktiker, unb von bicicn 47 Lehrer im Hauptamle.
Wird eine Handwerksinnung -errichtet, so wird seitens der Regierung die Genehmigung des Statuts derselben von der Erfüllung der Gewerbeordnung und der bestehenden Geietigebung abhängig gemacht. Ldwn die Getverbeordnung vom 21. »juni 1869 traf im 8 106 die Bestimmung:
Durch Ortsstatut können-Gesellen, Gehlsten und Lehrlinge, sofern sie das 18. Lebensjahr nickt überschritten haben, oder einzelne Klassen derselben, zum: Besuche einer Fortbildung^ schule des Ortes, Arbeils- unb Lehrherrn aber zur Gewährung der für diesen Besuck; erforbethd^en Zeit verptlichtet werden.' Diese Bestimmung ist -dann aud? durst) spätere Novellen zur genannten Gewerbeordnung ausgestaltet worden. So besagt § 120, * 'Die Gewerbcunternehmer sind verpflichtet, ihren Arbeitern unter achtzehn Zähren, die eine von her Gemeindebehörde .oder vom Staate als Fortbildungsschule anerkannte Untcrr* anstalt befudxn, hierzu die erforderlichen Falles von der zuständigen Behörde festzusetzende Zeit zu gewahren/
Ferner sind die Innungen und Jnnungsausschüsse gemäß
5 LI v berechtigt: -
„1. Veranstaltungen zur Forderung der gewerblichen, tech Nischen unb sittlichen Ausbildung ber Meister, Gesellen (Gehilfen und Lehrlinge zu treffen, insbesondere Schulen zu unterstützen, zu errichten und zu leiten, sowie über die Benutzung und den Besuchter von ihnen errichteten Sckulen Vorschriften zu erlassen.'
Nach 8 83 muß das Innungs-Statut Bestimmuirg treffen über: „10. die Ueberwachung ber Beobachtung her für bic Beschäf tigung her Oiesellen (Gehilfen), Lehrlinge unb Arbeiter, ben Besuch her Fortbildungs oder Fachsckwle und die Regelung des Lehrlingswesens erlassenen Bestimmungen."
Aber auch dieHandwerkskammer ist gemäß § 103 c, Ab). 3,
Frankfurt a. M., 17. Cft. Zur Strecke Frankfurt — Nürnberg sind ausgestiegenLeutnant Reinhardt um 2.20 Uhr, Leutn. v. Buttler um 2.22 Uhr, Leutn. a. T. Mrüger um 2.24 Uhr, Fritz Dick nm 2.29 Uhr, Leutnant Beißbarth um 2.33 Uhr, Ober- ingenieur Helmut öirtb um 2.45 Uhr, Leutnant Hailer um 3.10 Uhr, Leutnant Zely um 3.11 Uhr, Anton Beierling um 3.15 Uhr, Lindpainliier um 3.21 Uhr, Leutnant Vierling um 3.22 Uhr. Referendar Caspar erlitt bei seinem Aufstieg von seinem Landungsplatz bei ^inberfen einen Unfall, wobei fein Passagier im Gesicht verletzt unb der Apparat beschädigt wurde.
Nürnberg, 17. Cft. Von den in Frankfurt a. M. aut> gestiegenen Fliegern landete in der Nähe von Aschaffenburg Lind paiutuer wegen Motorschadens bei Großmallstadt: ferner Leutnant Beißbarth bei dem Torfe Prozelten: v. Buttler ging bei .stlein sicubad) und Vierling bei Klein-Aschaffenburg nieder. Ter Flieger Tut ist bei Heidingsfeld in der Nähe von Würzburg a b g e st u r z t und hat den Arm gebrochen. Um 4.16 Uhr landete ber tfheger Helmut S? i r t b als erster auf dem hiesigen Flugplatz Als zweiter ist Leutnant I o l y um 5 Uhr 47 Mm. 33 bekunden gelandet. Er ging im Gleitslug nieder. Leutnant .'Ondcr ist wegen starken Nebels nm 4.20 Uhr bei Worms glatt gelandet. Leutnant Krüger ist nördlich von Sommerkahl bei Schöllkrippen abgestürzt. Ter Apparat wurde völlig zertrümmert. Flieger und Fahrgast blieben unverletzt. t
Nürnberg, 17. Okt. Der Flieger Leutnant Reinhardt ist bei Faul back) am Main im Spessart aus 1100 Meter Höhe wegen völliger Unsichtigkeit niedergegangen und glatt gelandet. Bei einem zweiten Start versagte in 50 Meter Höhe der Motor. Ter s2Lpvarat st ü r j t c zu Boden und wurde völlig zertrümmert. Flieger und Fahrgast blieben unverletzt, oomit sind in Nürnberg zwei Flieger unb unterwegs fünf gelandet, drei sind ab gestürzt unb einer ist nach Frankfurt a. M. zurück-
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