Ausgabe 
19.4.1912 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten.

die Interessen des

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Pressestimmen zu der Beschießung der Dardanellen.

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abends 8.15 Uhr.

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provisorische den Vorschlag des

Die Eröffnung des türkischen Parlaments.

Konstantinopel, 18. April. Um 2 Uhr nachm. wurde Parlament feierlich eröffnet. Zugegen waren der

lschast.

:il 1911: I

Aus Berlin erhalten wir telegraphisch folgende düngen:

DasBerliner Tageblatt" schreibt:

Zu einem Bombardement der Hagqia Sofia darf cs keinen Umständen kommen. Der erste Schuß würde den

durch Minen für alle Schiffe geschlossen ist. Diese Nachricht hat in der Stadt große Erregung hervor­gerufen. An der Börse trat im ersten Augenblick eine starke Baisse ein, die aber auf die Nachricht von der Be­endigung des Bombardements wieder nachließ.

DaS beidjäbiflte ttalientidie Kriegsschiff.

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ud-Anlagel : 1912:

-i'tl vom 17. April Mge Lchwäiie von l|f- Stbhdnqeni || 80 k? Lebendgewicht 0 M; Dollfltilchiqe

^s.rx)59.00. M, Schweine von 120

Mf., Schlachtgewicht ledersland.

chl markt. Turfa fiaiii -her) 18,"0 Mk,

f, «orn 14,80 Ak, te 13,50 M. vaier -10,0 < M.

Vie Kriegsfadel in Ifiaroffo.

Zu den Schwierigleiten, die den Franzosen im Osten von Marokko durch die aufrührerischen Stämme erwachsen sind, kommen nun plötzlich noch sehr ernste Ereignisse hinzu, die sich in den letzten Tagen in der Hauptstadt Fez abgespielt haben. Die Soldaten des Sultans, die unter dem Befehl französischer Offi­ziere stehen, haben wegen der langsamen Auszahlung der Löhne gemeutert und die Verbindungen der Hauptstadt abgeschnitten. Ter Sultan soll in seinem Palafte bedroht sein. Tie Unruhe, die in Paris über diese neueste Wendung herrscht, spiegelt sich in den dortigen Blättern nrieber. .^Journal des Tebats" äußert sogar die Vermutung, der Sultan selbst habe bei der Erhebung die Hand int Spiele. Wir erhalten folgende Meldungen:

Paris, 18. April. Aus Fez wird von heute gemeldet: Der Kampf 'hat heute morgen in den Straßen von Fez von neuem begonnen und ist bis zur Stunde noch nicht beendet. Mehrere Franzosen wurden verwundet. Tas Telegra- phenbureau hatte einen heftigen Angriff auszuhalten, die Be­amten verteidigten sich tapfer. Man rechnet daraus, daß die ersten Truppenverstärkungen schon morgen eintreffen und daß es sodann möglich sein wird, des dluistandes Herr zu werden. Eine Anzahl der Mitglieder der französischen Kolonie, sowie die Sonderberichterstatter der französischen Presse flüchteten in das französische Konsulat, in den Palast des Sultans, in das dem Gesandten Regnault zur Verfügung gestellte Haus, sowie in die Wohnung des Arztes Tr. Fametans. Die Konsuln von Deutschland und England sind mit ihren Familien in ihren Häusern geblieben. Ter französische Konsul be­findet sich in der Telefunkenstation Ein Beamter der letzteren namens Revous wurde leicht verwundet und mußte ins Kranken­haus gebracht werden.

In Paris war heute das Gerücht verbreitet, daß General Moinier, der Oberbefehlshaber der französischen Truppen, in Fez verwundet worden sei. Tiefe Nachricht wird als falsch angesehen, da noch heute Depeschen von ihm hier eintrafen.

Die m e u t ernd en Truppen hatten sogleich, so heißt cs in einer anderen Meldung, die Wälle nach der Seile von Bab- h a d i d besetzt, um den französischen Truppen der Garnison von Dadebiagh das Eindringen in die Stadl zu verhindern. Wer die Franzosen drangen in die Stadt und besetzten mehrere Stadt­teile, u. a. den, in welchem der französische Gesandte wohnt, Tie Aufrührer wandten sich dann nach dem Stadtteil, in welchem die scherifrschen Telegraphenbeamten wohnen und

Landes. In der gemäßigten, aber festen Politik hat die Regierung nur die Verteidigung der Rechte im ?lugc, wobei sie sorgsältigst die Rechte anderer respektieren will. Die Beziehungen zu den Großmächten und den Nachbarstaaten sind dauernd vertraulich und aufrichtig, entsprechend dem gegenseitig betonten Wunsch, in gutem Einvernehmen zu leben. Diese Beziehungen sind geeignet, sich noch weiter zu entwickeln und zu befestigen. In der persischen Grenzfrage ist ein gemischter Aus­schuß eingesetzt worden, um die gegenseitigen Rechts scstzustcllen. Wir wünschen, daß ein Einverständnis erreicht wird. Wenn solches nicht zustande kommt und einige Punkte strittig bleiben, so werden diese dem Schiedsgericht im Haag unterbreitet, dessen Spruch natürlich ausgesührt würde. Die Thronrede empfiehlt

Sultan, der Thronfolger, zwei Prinzen, das diplomatische Korps, die Minister und Würdenträger, ungefähr 1OO Deputierte und fast alle Senatoren. Der Großwesir verlas

die Thronrede, welche außer der inneren Politik, den Vorfällen auf Kreta und an der persischen Grenze sagte: Zu Unrecht und im Gegensatz zu den Verträgen dauert der von Italien begonnene Krieg an, trotz.des allseitig geäußerten Wunsches nach Frieden. Auch wir wünschen den Frieden, aber nur der Friede beendet den Krieg, welcher unsere Souveränitätsrechte tatsächlich unver­sehrt aufrechterhält.

Die Thronrede erinnert an die Differenzen zwischen dem letzten Parlament und der Regierung, welche die Auflösung der Kammer nötig machten. Die Wahlen seien verfassungsgemäß vor sich gegangen. Die Thronrede fordert die Abgeordneten auf, ihre Tätigkeit hauptsächlich auf Vollendung der Verfassungsrevision und auf das Studium der Gefetze, welche dem Parlament zugehen, zu richten.

Die ThronrÄre setzt auseinander, daß um die Wiederbelebung von Handel, Industrie und Landwirtschaft zu verwirklichen und dem Reiche die absolute Sicherheit der Anwendung des Prinzips der Gerechtigkeit und Gleichheit zu gewährleisten, ein Sonderausschuß unter einem Minister nach Rumelien geschickt werden soll, der die lokalen Bedürfnisse fcststellen und an Ort und Stelle ohne Verzug Maßnahmen treffen soll, die geeignet sind, die Bevölkerung zufriedenzustellen. Als notwendig erkannte Re­formen sind in Vorbereitung. Aehnliche Ausschüsse werden entsandt werden, um die Bedürfnisse der anderen Provinzen zu studieren.

Die Thronrede spricht weiter von den Pourparlers über den Van der von der Anatolischcn Bahn geplanten Linien von Mona st ir zur griechischen Grenze und von K u m a - novo zur b u l g a r i s ch e n G r e n z e, die noch fortgesetzt werden. Das bereits geschlossene Abkommen über die Linie Uesküb Kalkandelen Gostivar wird dem Parlament unter­breitet werden. Tie P em en frage, die so viele Jahre Blut­vergießen hervorgerufen hat, sei zum guten Ende geführt. Tank der weisen Maßnahmen und der militärischen Anordnungen des Gcneralstabschess I s s e t Pascha sei die Ordnung und Ruhe wiederhergestellt. Es sind, so heißt es weiter, gleichfalls mili­tärische Vorkehrungen getroffen, um die Ordnung auch in A s s i r wiedcrherzuslellen. Der verbrecherische Anschlag, dem der Fürst Kopassis, ein treuer, ausgezeichneter Beamter, zum Opfer fiel, bewegte uns tief. Was Kreta anbetrifft, so ver­sicherten England, Frankreich und Rußland, daß sie einig sind, die Sonveränitätsrechte der Türkei aufrechtzuerhalten und keine diesem zuwiderlaufende Handlung zu dulden. Tie Regierung wird sich beeilen, je nach den Ereignissen, die zur nachdrück­lichsten Verteidigung unserer Rechte geeigneten Maß­nahmen zu ergreifen. Die Rede behandelt die sehr befriedigenden Fortschritte im Heere und wünscht, daß das Heer die nötigen Rüstungen erhielte, um den höchsten Grad der Vollendung zu erreichen. Tie Anstrengungen hätten kein anderes Ziel als die Aufrechterhaltung und die Verteidigung der Rechte des

zen Balkan in Flammen setzen. Jetzt muß cs sich bald zeigen, ob die Sehnsucht, dem Frieden zu dienen, bei allen M ä ch- t e n, die am Dienstag ihre Botschafter zu Assim Bey geschickt! hatten, ehrlich gewesen ist.

TieV o s s i s ch e Zeitung":

Die politische Lage der Mächte verläuft int Sande. Die türkische Thronrede hat die endgültige Betonung der türkischen Unversöhnlichkeit gebracht. In Tripolis und Benghasi gehen die Dinge nicht vorwärts. Auch die Aktion von Zuara Hal den er­warteten Erfolg nicht gebracht. Dazu steht das heiße Wetter in Nordafrika^ das jede Ofscnsivbewegung lähmt, vor der Tür. Ohne großen Schlag muß sich der Krieg so ins Endlose schleppen. Sind die Italiener nun endlich daran, diesen Schlag zu mögen?'

DieTägliche Rundschau":

Sobald sich die Italiener ans Land wagen, werden sie sich einem Feinde gegenüberitetten, der durch seine Tüchtigkeit, zahlen­mäßige Stärke und nationale religiöse Begeisterung schier un­überwindlich ist. Somit düurste sich für die Italiener, selbst wenn sie siegreich vor der Sultanstadt ständen, die Lage gegenüber der Türkei nicht wesentlich verändern. Verschenken können die Türken zwei Provinzen nicht. Eine andere Frage ist es, ob besondere Umstände und andere Mächte einen derartigen Truck auf di' Türkei ausüben, daß sie nachgeben muß.

schließlich ernstlich allen, einig zu sein und heiligen Vaterlandes über alles zu setzen.

Konstantinopel, 18. April. Tie Kammer nahm unter lebhaftem Beifall

nist e rra t abgehalten werden, in dem über die Aus­weisung der Italiener aus Konstantinopel beraten werden soll. Es heißt, daß die Meinung der Minister geteilt ist.

Die Stimmung in Konstantinopel.

Wien, 18. April. Der Konstantinopeler Korrespon­dent derNeuen Freien Presse" hatte heute eine Unter­redung mit dem türkischen Kr i e g s m i n i st e r Mahmud Schefket Pascha, der den Angriff, der ge­rade am heutigen Festtage erfolgte, nicht bloß als un­menschlich, sondern als vierten, groben Fehler der Italiener verurteilte. Die einzige Folge davon ist, sagte Mah­mud Schefket Pascha, daß wir oas Fahrwasser der Dardanellensofort durchSeeminen gesperrt haben. Wer weiß, auf wie lange. Den Schaden haben leider die neutrale Schiffahrt und der Handel zu tragen.

DieVossische Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Das Bombardement hat auf die hiesigen politischen Kreise keineswegs niederdrückend gewirkt. Die Militär s w ü n- schen einen Angriff, um die türkische Widerstands­kraft zu zeigen. Man erwartet bei längerer Sperrung der Dardanellen das Eingreifen der Mächte, besonders Englands, das mehr als die Hälfte des gesamten Handels zur See hat.

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Präsidenten an, an die Kämpfer in Tripolis einen Gruß z u senden und ihnen Erfolg zu wünschen.

Tie französischen und die russischen Schiff'« fahrtsgesellsckjaften haben bei der Pforte Einspruch gegen d i e Schließung der Tardanellen erhoben und verlangen eine tägliche Entschädigung von 200 Pfund.

Die Teilnahme der Bevölkerung an der Eröffnung de8 Parlaments war bedeutend größer als in früheren Jahren. Eine ungeheure Menschenmenge drängte sich auf den zum Parlament führenden: Straßen. Tie hochgelegenen Plätze, die eine gute Aussicht boten, waren insbesondere von muhamcdanischcn Frauen besetzt worden. Tie türkische Schuljugend stellte sich zahlreich neben den Truppen auf und sang patriotische Lieder. Ter Sultan wurde mit anhal­tendem Beifall begrüßt Als er die kaiserliche. Loge verließ, wurde er von den Abgeordneten und Senatoren lebhaft begrüßt. Nach der Verlesung der Thronrede sprachen Geistliche die üblichen Gebete, wobei sie auch für den Sieg der ottomanischen Waffen und für die vollständige Webcr- lage der Italiener beteten.

Konstantinopel, 18. April. (Amtlich.) Noch nicht veröffentlichte Nachrichten der Pforte besagen, daß ein beschädigtes italienisches Kriegsschiff sich mit Hilfe anderer Schiffe bis nach Tenedos fortschleppen konnte, wo es auf seichten Grund fest geriet. Später zog sich der Haupttoil der Flotte auf Lemnos zurück, erschien dann vor Kumkale, um die Beschießung wieder aufzunehmen. Nachrichten hierüber stehen noch aus. Ein Kabel soll schnitten sein und nur ein Kabel der Regierung zur V< fügung stehen. In Kreisen der Pforte befürchtet man einen nächtlichen Angriff auf d i e Darda­nellen. Morgen wird ein außerordentlicher Mi-

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Kr. 92 Erster Blatt 162. Jahrgang greitag, 19. April 1912

Gießener Anzeiger

Fernlprech. Anschlüsse: UM UM verantwortlich für den

für die Redaktion 112, 2?^ < * .. < V politischen Teil: August

W General-Anzeiger für Oberhesseti LSSL ann«U »on anjei9»" Rotationsörud unö Perlag der vnihl'Ichen Univ.-Vttch- und Steindruckerei n. Lange. «edaMon. Expedition und vruckerel: Schulstrahe r. L-nd-d-n bis Dormüiag^Tubr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

Cin vorstob der Italiener gegen die Dardanellen.

Während in Konstantinopel das eben gewählte Parla­ment zusammentrat und die Thronrede verkündete, daß an Frieden auf der Basis der Abtretung von Tripolis an Italien nicht zu denken sei, haben die Italiener den längst gefürchteten Angriff auf die Dardanellen unternom­men. Unmittelbaren Anstoß dazu hat wohl die Kunde von der mißglückten Friedensvermittelung gegeben. Vielleicht sollte es nut eine Demonstration fein, um die Türkei eni>- lich gefügig zu machen, denn nach ein paar Stunden des Bombardements haben die italienischen Schifte sich wieder zurückgezogen. Eines ihrer Schiffe soll durch die Türken erheblich beschädigt worden sein. Aus italienischer Quelle fehlen! zunächst alle Nachrichten. Ob die Großmächte dieses gefährliche Vorgehen Italiens, das einen Balkanbrand und weitere ernste Folgen nach sich ziehen kann, wiederum dulden werden, bleibt abzuwarten. Zunächst sind die Dar­danellen für die ganze Schiffahrt durch türkische Minen gesperrt, und schon soll sich russischer und englischer Wider - spruck) dagegen regen. Ob es dabei allein bleiben kann? Die Vorgänge werden vor allem der deutschen Regierung wieder eine harte Nuß zu knacken geben!

Wir erhielten gestern abend zuerst folgende Meldung:

London, 18. April. Lloyds teilt ein Tele­gramm mit, wonach bei der Ein fah r t in die Dar­danellen Kanonendonner gehört wurde. Man vermutet einen italienischen Angriff. Zuverlässige Informationen stehen noch aus. Auch aus Paris liegen Depeschen vor, wonach die italienische Flotte in Kom - Tale angekommen ist. Ein italienisches Schiff ist gesunken.

Tie hier erwähnte französische Meldung ging gleichfalls alsbald ein; sie lautet:

Paris, 18. April. Die Agence Havas meldet aus Konstantinopel, daß die italienische Flotte bei Kum­kale s si am Eingang der Dardanellen eingetroffen sei. Ein italienisches Schiff soll gesunken sein.

Auch in Konstantinopel wurde Alarm geschla­gen ; von dort kam solgende Nachricht: Hier wird die Nach­richt verbreitet, daß 2 7 italienische Kriegsschiffe heute früh vor dem Eingang bet Dardanellen erschie­nen und das Bombardement auf die Besestig-'.ngen von Kumkalessi begannen. Ein Geschoß der Festttngen soll ein italienisches Kriegsschiff getroffen haben.

Wie die Agence Havas aus den Dardanellen meldet, 1) ö r t c die Beschießung des Forts durch die italieni- chen Kriegsschiffe nachmittags 31/2 Uhr auf. Das talienische Geschwader dampfte wieder in See. Die im Innern der Meerenge befindlichen schwim­menden Minen wurden losgemacht. Die Hande ls- f ch i f f a h r t ist u n t e r b r 0 ch e n. Der Agence Havas wird aus Athen über den italienischen Streifzug noch gemeldet: Zwei starke italienische Marinedivisionen, von welchen jede aus zwölf Einheiten zusammengesetzt ist, fuhren eine morgens, die andere abends vor der Insel Skyros vorbei und wandten sich bann nach Norden. Heute morgen um 8 Uhr Tarnen vor Rh 0 bus hier italie­nische Kreuzer an, von denen zwei bicht vor der Stabt vor­beifuhren. Ein Schift, bas zwischen Rhobus und Rumelin verkehrt, hielten sie an, durchsuchten es, ließen es aber bann unbehindert seinen Weg forftetzen.

Die Beschießung des Forts Komkale.

Washington, 18. April. Das Ministerium des Innern veröffentlicht eine Depesche, wonach 1 große italienische Panzerschiffe und 20 Torpedo­boote und Torpedobootszer störet um 4 Uhr morgens das Feuer gegen die Festung Kumkale am Eingang der Dardanellen eröffnet haben. Ein Ita­lien i s ch e s Schiff wurde von den Türken getrof­fen und verließ die Gefechtslinie. Das Feuer bauerte 3',» Stunden an, sodann zog sich die italienische Flotte zurück. Der Minister des Aeußern teilte den Diplo­maten oiefe Nachricht im Parlamenlsgebäude mit unb fügte hinzu, bic Italiener hätten auch Sarnos und die Kaserne sowie die ^efeftigung von Vathi bombardiert. Tie Hafenpräfekttir habe die Schiffe wissen lassen, daß sie heute abend den Hafen nicht verlassen dürfen.

Nach anderen Meldungen aus Konstantinopel begann das Bombardement von Kumkale morgens 10 V2 Uhr und dauerte bis 2 Uhr nachmittags. Die Forts erwiderten das Feuer heftig. Ein italieni­sches Kriegsschiff wurde schwer beschädigt. Heute früh drangen ein italienisches Kriegsschiff und ein Torpedoboot in den Hafen von M a r m a r a gegenüber der Insel Rh 0 d 0 s ein, den das Torpedoboot kurze Zeit danach wieder verließ.

Ueber bas Bombardement von Samos

Meldet der Wali von Smyrna: Um 5i/2 Uhr heute früh be­schoß ein italienischer Kreuzer und ein Torpedoboot die Ka­serne und das Munitionsdepot von Vathy.

Die italienischen Kriegsschiffe sollen 180 Schüsse nbgegebeji haben, von denen einzig die Kaserne und bas Forts Serdil-Fahr beschädigt wurden. Tie Kasernen Don Oranie und Kunkale wurden auch von Geschossen er­reicht, erlitten aber keinen ernstlichen Schaden. An Bord des italienischen Kriegsschiffes, das von den Projektilen des Forts Oranije schwer beschädigt wurde, brach Feuer aus.

Die Schleßung der Dardanellen für alle Schiffe.

Konstantinopel, 18. April. Die Pforte gibt vffi- liell bekannt, daß dre Durchfahrt durch die Dardanellen