Ausgabe 
19.1.1912 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

W

162. Jahrgang

Zweiter Blatt

Nr. 16

Ro

6dd>etni tSglick) mit Ausnahme deS Sonntag».

baten di.

eine

Re-

elePl|Oh20i Neitfa,

r muß den GcniKr iie Länge des Soa!; ausgesührt von D n, sowie das weite Sliichc Progranm I

diese Erhöhung jedoch nicht gebracht, lieber die Kapitel Jugend­pflege und Hosbiblioihek wurde gleichfalls gesprochen, hierüber soll jedoch nochmals mit der Regierung Rücksprache genommen werden, ebenso über die Frage der Ausgestaltung der Versickierungs ordnung auf Grund der Reictisverfichcrungsordnung. Dann wurde die Denkmalspflege mit Berücksichtigung der höheren periönlidien Kosten eingehend erörtert. Tic übrigen Kapitel bis zu 78 rourben angenommen. _________

llb*n

°us, in J e,»«n Sojfc ben

Kolosseum1' orstrasse 36-1 elcphon 645

KARL OH1 eute illständig

Zreitag, 19. Januar 1912

>nid und Bering der Br üblichen ai» Buch- und ötetnbnicfereL

-L Lange. Drehen.

Die ^Otehene» KamtlienbläNer" roerben dem ^ÜnAttaer* otemial wöchentlich beiqeleqt, baS Krnsblan kür 6en Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. Die ..randwtNschaftllchen Seit» trageo" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion. Erpeduton und Druckerei: Ächul- ftraBe 7. Erved non und Verlag: e^sefbL Redaktion:«^ 113. Tel.-AbraAiizetgerEießen.

die von jener Aufmerksamkeit und Feinfühligkeit der psucho- logischen Beobachtung zeugen, durch die die Franzosen jener Epoche sich überhaupt vtelfach auszeichnen. Heber das Tcmpera- ment, sagt Racine, es lasse sich wohl inanchmal überwinden, aber im allgemeinen sei uns dies verbricßlicher als jedes Uebel, das uns sonst widerfahren kann. Weiter sagt er:Ich finbe, daß man sehr verstänbig sein unb doch sehr wenig Geist haben fanin 3n einer anderen Reflexion fügt er das Gegenbild hinzu:Es scheint auch, daß man Geist über das Mittelmaß haben und dabei sehr wenig verständig sein kann." Schließlich sei noch eine Bemerkung angeführt, die die hohe, d:m Franzosen eigen­tümliche und durchaus berechtigte Wemchätzung desgesunden Menschenverstandes" auch von Racine offenbart.Man kann sich nicht genug an den gesunden Menschenverstand halten. Man macht dabei immer einen Fortschritt, wenn man iedes -Ling für sich allein und ohne Vorurteil betrachtet. Die hohe Intelli­genz erhebt, die Delikatesse des Geschmackes verfeinert den ge- sunoen Menschenverstand." , .

Ter Fund hat unter den französischenRacmisten bereits lebhafte Erörterungen hervorgerusen. Während die Einen Racine auch als Aphoristiker die höchste Bewunderung zollen, erheben andere Forscher vorläufig noch Zweifel an Racines Autorschaft,

*

kf. Leo XIII. als Kunstkritiker. Leo XIII. hatte ein­mal einem italienischen Maler eine Reihe von Sitzungen zu einem Porträt gewährt. Als das Bildnis fertig war, bat der Maler den Papst, ein Autogramm oazu zu setzen. Leo XIII. geriet in Verlegenheit, denn das Bildnis war durchaus mittelmäßig unb das Gesicht unähnlich: er zögerte, aber als er den entmutigten Gesichtsansdruck des Malers bemerkte, setzte er rafch entichlosten unter das Bild die Worte:3m Vatikan, am 29. April 1W1, 5 Uhr abends; Matthaeus XIV, 27. Leo XIII." Beglückt eilte der Maler nach Hause, schlug die Bibel auf und fand an der be­zeichneten Stelle des Matthäusevangeliums bei der Erzählung von dem Sturme auf dem galiläischen Meer die Stelle, die der Papst gemeint hatte:Seib getrost, ich bin es".

_ Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft In Halle a. d. Saale starb im Alter von 70 Jahren Professor Adolf Br i eg er, der sich auch als lyrischer Dichter hervorgetan hat. In Paris ist der Professor der Medien Albarran im 50. Lebensjahre gestorben.

Sg

kf. Neuentdcckte Aphorismen von Racine, -tie PariserRevue" ist in der Lage, einen literarischen Fund von ungewöhnlichem Interesse zu veröffentlichen Es ut dies bisher unbekannte Sammlung moral,,cher Gebaiucm und slexioncn, die von dem französischen Tragödiendichter ^ean Racine

üd.Pouclsbn-.

Absahn naifi" -Schonen na*u- 12.^4,5.04, ^47 U? Uubiahnen wetfr- 0 hier angcAeint-v-

Dic Bctriebscrgebmffe der vom Landwirlschastrkammer Aurschuhu i1erbaHeiienpl0vinzkaljungviehweiden<y^

In diesem Jahre hatten die oberhessischen Weiden eine harte Probe zu bestehen, denn es war eine schwierige dlufgabe, bte abnorme Witterung des Sommers zu überwinden unb bie Gefahr einer Seucheneiiischleppung fernzuhalten Störungen ber ver schiebensten Art machten sich im Weibebetrieb geltenb unb lassen es uulunlid, erscheinen, wie in früheren Jahren Bettiebsergebnine, wie sie in ben durchschnittlichen Zunahmen der sämtlichen Weibe- tierc ihren Ausdruck finden, hier mitzuteilen.

Zunächst war man gezwungen, nach der Eröffnung der Weiden nocki Nacy ügler anzunehmen, und zwar im Tiergarten, um eine normale Besetzung namentlich mit Rindern herbeizuführen, die wegen des Ausschlusses des Kreises Friedberg von der Weide­beschickung wegen des damaligen Seudienstandes nicht gleich er­reicht wurde; außerdem fand noch nachträglich eine unentgeltliche Aufnahme von 4 Fohlen und 27 Rindern aus dem burd) Un­wetter heimgesuchten Orte Mittel-Gründau statt. Sckstießlich ver­ließen vor Beendigung ber Weibezeit eine größere Anzahl Tiere die Weiden, andere mußten wegen der senchengeseylichen Bestim­mungen nock) über die übliche Zeit hinaus auf den Weiden verbleiben. .,

Schon im Mai fehlte es an der für die Weiden nützlichen Feuchtigkeit, aber man hätte meinen sollen, daß unter den, Ein­fluß der weiterhin anhaltenden Dürre bald eine Futterknappheit eingetreten wäre, die die Durchführung be-3 Weidebetriebes m Kürze zur Unmöglichkeit machen würde. Es wurde jedoch bcob achtet, daß die Weiden zwar im 3uni ein sehr dürres Aussehen hatten, der Gesundheits- und Nährzuftand der Tiere hierdurch ober nicht sichtlich beeinträchtigt wurde. Die intensive Bewirt schaftung und Düngung der Weiden befähigten die Weidepslanzen, trotz Regenmangels noch lange Zeit an dem im Boden aufgespei­cherten Nährstossvorrate zu zehren, so bas; selbst noch Ende Juli ein kleiner Futterzuwachs zu beobachten war und die Diere bei gleichzeitiger Verabreichung nur kleiner Mengen vorzüglich ge­ernteten Heues in recht guter Verfassung blieben. wlatt mußte sich darüber wundern, wie die Tiere es ver- standeii, dem Boden alles gewachsene Futter zu entnehmen und von der gleichen Fläche Landes burd) Abweiden eine ganz be­deutend größere Menge sick) anzueignen, als nne es burd. Ver­abreichen gemähten Futters möglid) gewesen wäre. Weiterhin konnte man feststellen, daß das trocken gewachsene und unmittelbar von der Weide aufgenommene Futter viel besser nährte, als das im vorigen Sommer zwar sehr reichliche, aber naßgewachsene Gras. Wenn auch die Not sich anfangs August zusehends steigerte und die Weiden mehr ober weniger vollständig abgestorben unb ausgebrannt waren, so beschloß doch der Vorstand des Land- wirtschastskammer-Ausschusscs im Einvernehmen mit den Weide- furatorien in Anbetracht der allgemein ungünstigen Futterver­hältnisse und zur Vorbeuge einer Verschleuderung von Zuchtvieh, den Weidebetneb selbst unter schwierigen Umständen und großen Opfern zu Ende zu führen unb rechnete dabei mit der Einsicht der Weidebeschicker, daß sie an ben Nährzustand ber Weidetiere teilte unbilligen Anforderungen stellen würben. Um jeboch den Landwirten, bie in ihren Wirtschaften über hinreichende Futter- vorräte verfügten und eine frühere Entfernung ihrer Tiere von den Weiden wünschten, entgcgenzukommen, und eine Entlastung der Weiden ohne weitere Schädigung der Weidebeschicker hcrbei- zusühren, wurde diesen anheimgestellt, ihre Rinder und Fohlen am 21. August gegen Entrichtung des tagweise mit 30 bezw. 55 Pfg. zu berechnenden Weidegelbes abzuholen, ober auf den Weiden gegen das volle Weidegelb zu belassen. Für die Besitzer von 2^» jährigen Fohlen der Jungviehweiden Tiergarten, Zell und Lauterbach und für sämtliche Fohlen der Jungviehweide Wernings wurde dagegen um dieselbe Zeit der Abtrieb verfügt. Auf letzterer Weide war die Kalamität besonders groß geworden, weil von Anfang Juli bis zum Weideschluß kein Tränkwasser aus ber Weide vorhanden war unb bas Wasser mit Fässern von Wenings und Mittel-Seemen herbeigesahren werden mußte. Jn- solge dieser Anordnungen verblieben Ende August aus den vier Weiden noch 37 Fohlen und 343 Rinder. Alle Hoffnungen auf eintretendes Regenwetter erwiesen sich in der Folge als trügerisch, denn abgesehen von einzelnen mehr oder weniger er-

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhefien

Der Reichskanzler legte im Verlaufe dieser Rede wei­ter dar:

Fürst Bülow erklärte mehrfach in diesem Hohen Hause, das Reich und Staat, Monarchie und Gesellscksttft bei furchtloser An­wendung der gesetzlichen Mittel in der Lage seien, jeden Versuch des Umsturzes niederzuhalten. Derselben Ansicht bin ich auch. Vorschläge zu Ausnahmegesetze mache ich Ihnen

In der Sitzung des Reichstages vom 13. Dezember 1910 wies Staatssekretär Delbrück gegenüber dem Abg. Dr. Frank-Mannheim (Soz) ausdrücklich auf diese Aus- ührungen des Reichskanzlers -hin und bestätigte wieder­holt, daß ein Ausnahmegesetz in der fraglichen Richtung nicht beabsichtigt sei. Wie wir hören, trat eine Aen- derung in diesen Absichten bei den maßgebenden Stellen nicht ein. ___________________

vom türtisch-italienischcn Uriegrschaiiplatz.

Eine Schlacht bei Terna.

Der na, 18. Jan. (Agenzia Stefani.) Gestern 6.30 Uhr früh wurden Mannschaften abgeteilt zum Schutze ber Arbeits­soldaten, bie die neucrbings unterbrochene Wan er» (eitung wieder Herstellen sollten Aud) eine Kompagnie Alpen­jäger von Saluzzo, bie bis dahin an der Herstellung einer neuen Schanze östlich vom Dernastusse b schäftigt war, sollte an dem Deckungsdienst teilnehmen. Der Einzug des Bataillons, das die Vorhut bildete, wurde von dem Gewehrfeuer des Feindescmpfangen, dem es nachts trotz der Schein­werfer und Wachhunde gelungen war, das Ge­lände unbemerkt zu durchkriechen und sick) binter ber von den Italienern emdüeten letz en Blauer zu verbergen. General Trombt entsandte zwei Kompagnien des Batail'ons der Alpeniagec von Jvres und ein Bataillon des 67. Infanterieregiments zur Unternützung der von den Alpenjägern von Saluzze begonnenen Vklion. Der Feind, der die ganze Hohe rechts bis zu einem kleinen türkischen Fort besetzt hielt, wurde zurückgeschlagen unb das kleine türkische Fort im Sturm genommen, wobei eine Batterie Feldgeschütze und zwei Züge Gebtrgsgeschutze das Vorgehen wirksam unterstützten. Ein Unterommer unb em einziger Ueberlcbcnber wurden gefangen genommen. 3u ber Um­gebung des kleinen Forts wurden 17 &?id)cn von Beduinen getunten. Die ganze Höhe war bald darauf m der Gewalt ber Italiener. Der Feinb war fortgesetzt von W lebhaftem Feuer verfolgt worben, was ihm neue beträchtliche Verluste beibrachte. Eine andere Kolonne des Feindes, die um unten am Dernasluß zeigte, wurde burd) bad Feu r zweier Gebirgs- abteihingen unb einer Batterie zurückgeworfen. Eine itahc- nische Patrouille bemerkte andere fcinbtid)e Gruppen mit zwei Gc stützen. Die Batterie, die an ber Front ausgestellt war, eröffnete das Feuer auf die Gruppen unb ocrniditcte bie Begleitmannschaft fr r Geschütze. Um 1 Uhr nachts war der Feind, der über 3000. $<ann stark war, auf der gaiuen Linie zurückgeschlagen. Die ttalie- niscknm Verluste betrugen 3 Tote und 7 Verwundete. Die feind- tzchett Perluste sind sehr zahlreich; über 100 Tote wurden auf bem Schlachtselde vorgefunden.

Tie Belagcrung von Tobruk.

Tobruk, 18. Jan. (Agenzia Stefani.) Nach ruhig verlaufener Nacht wurde heute morgen das Fort aufs neue aus beträchtlicher Entfernung von den Feinden beschossen. Im Laufe des Tages zeigten sich in der Umgebung des Forts wiederholt feindliche Haufen, die je- doch von der italienischen Feldartillerie mit Untenstü^ung der Schiffsgeschütze zerstreut wurden. Aus italienischer ^ette ist niemand gefallen. Die Lage in Tripolis, Benghasi, Ain Zcrra, Tagiura und Homs ist unverändert.

T>e Auflistung der tiirf scheu Kammer.

Konstantinopel, 18. Jan. Die Deputierten^ Jammer ist aufgelöst worben. . m .

Um 5 Uhr verlas der Justizminister ut der Kammer im Bet- mn her meisten Minister, ausgenommen des Großwesirs, uni) m Anwesenheit zahlreicher D.punerter das Auslofungsdekret, in dem gemäß Artik l 7 der Verfassung auf ben Rat des eenatd ine Auflösung der Kammer angeorbnet und die Neuwahlen innerhalb dreier Monate anbefohlen werden. Die Abge­ordneten hörten die Verlesung stehend an und entfernten sid) ruhig.

charakter ist daher außerordentlich sympathisch, ein Vorbild aller männlichen Tugenden: nüchtern, zuverlässig, ehrltebend und von fabelhafter Sittenstrenge. Dabei liebt ber L>ohn ber fchwarzen Berge seine arme Heimat über alles. 25 000 Bewohner des Landes müssen alljährlich im Auslande, hauptsächlich in Kon- srantinopel, ihr Brot suchen, kehren aber stets wieder an ben heimischen Herd zurück. Von hohem Wuchs (durchschnittlich 1,80 Meter verleiht dem Landesbewahner die malerstche National­tracht mit symbolischer Bedeut:ng ein schmuckes Aus ihm. Müh­sam müssen auf den Bergeshängen dem kümmerlichen Boden dürftige Ernten abgerungen werden. Der ganze Weiten des Landes ist nämlich kahles Bergland,ein Land der Sterne und be* Schweigens", und nur der Osten ist bewaldet unb in feinen steil abjahenben Tälern von größerer Fruchtbarkeit. Hier gedeiht neben Mais ein guter Wein unb ein ausgezeichneter Tabak, der namentlid) in Italien, Spanien und Frankreich ein- mr allemal seine festen Abnehmer hat. Xie Ausfuhr des Gelbholz- Snmachs ist beträchtlich unb bedeutet für bas Land eine sichere Einnahmequelle. Dem Fremden begegnet man allerorts mit ber größten Gastfreundschaft und sucht ihm den Aufenthalts m bem landschaftlich prachtvollen Lande so angenehm wie möglich zu machen.

Eine große Zahl von Lichtbildern trug mit dazu bei, manches Vorurteil, das wir Westeuropäer über die Balkanitaaten im all­gemeinen und über Montenegro im besonderen von Kind auf an mit uns Herumtragen, zum Wanken zu bringen, um einer beperen Meinung Raum zu geben.

monteneg-o.

Gießen, 19. Januar.

In berGesellschaft für Erd- und Völkerkunde" sprach gestern abend Pfarrer Lic. Dr. Schwarzlose aus Frankfurt a. M. über das längste und kleinste Königreid) Europas, über Monte­negro (slawisch tSernagora) d. i. das Land der sdfwarzeilBerge^

Im Jahre 1910 zum Königreich erhoben, ist Mowenegro nnmerhin größer, als man lid) dies gewöhnlich vorftetit. Mtt seinen 908Ö qkm erreicht es nahezu die Gcotze des Königreichs Sachsen. Daß Montenegro überhouvt m bic Reihe der europaifchen Königreiche eintreten durste, verdankt es neben hervorragenden verwand.sdrafilichen Beziehungen f.ineS Herrfcherhaufe^ vor allem ber laijad/C, daß es der einzige Balkanfiaat ift, der es ver­standen hatte, dem Ansturm des Dürfcntunis gegenüber über 50J Jahre lang seine Selbständigkeit zu wahren. 2,1c Anerkennung seines Zarentums burd) die Weltmächte war demnach gleich­bedeutend mit einer Huldigung vor dem Heldentum des stwnte- negrinisdien Volkes. Als nämiid) am lo. <suni 13bJ in ber Schlacht auf bem Amselfelde das seit dem siebenten Jahrhundert bestehende Großserbisd«: Reich durch die Türken zertrümmert wurde, wandte sich die Blüte des serbisdien Adels nach dem montene- arinischen Berglande, um sich dort in diefer naturüdK« ^rftung sein Volks- unb sein Christentum zu bewahren, ^.urch enge Be­ziehungen zu der Republik Venezien hielt sich diefes-Bott von Edelleuten" mit der Weltkultur in Verbindung und durch früh­zeitige Blutsbrüdersd)ast mit Rußland auch polit.fch leiUungsmhig bis aus unsere Tage. Von 1697 an stand bie Geiftlichint an der Spitze des Landes, bis im Jahre 1851 Dainilo I. die Wurde eines Metropolitans ablegte, um von nun an als erblidfer zu regieren.

Wenn auch in den Zeiten der Not verheißungsvolle dlnsätze einer fortgeschrittenen Kultur zugrunde gingen, 10 blieb 00a) die Volkslrait ungebrochen. Heute besitzt das Land drei Gvm- itafien, eine vvrbildlickfe Volksschule mit,völlig freien Lehrmitteln unb eine Anzahl Kunststraßen, ternt Herstel.unf mit gr-tzen K.ft^n unb hohen technischen Schwierigkeiten verbunden war.^ Auch eine Eisenbahn verbindet den Hafen A n t i v a r i mit dem <5 t u t a r i- See. Montenegro ist reiner Militärstaat. Bom 16. ^.ebensiahre en ist der Jüngling zur Verteidigung seines Vaterlandes be- cuien unb geht im Schmuck der Waffen umher. Seine Erziehung hie hauptsächlich vorn Großvater geleitet wird, befteht vor allem bi ber Uebung strenger Selbstzucht. Der moittenegrinifche Volks

Keine Ausnahme Gesetze.

DieNorddLutschc Allgem.ine Zeitung^ schreibt: Aus einer hiesigen Korrespondenz ist die Nachricht in viele Zei­tungen übergegangen, nach welcher dem neuen Reichs­tag bald tiach Beginn seiner Arbeiten ein Entwurf zu dem Gesetz über den Schutz Arbeitswilliger gegen den Streikterrorismus vorgelegt werden soll, dam.t aewissennaßeu eine Probe aus das Exempel gemacht werde, ob in dein neuen Reichstag sich eine Mehrheit für nationale Aufgaben finden werde. Demgegenüber ist f^stzuftellen, da,; der 'Reichskanzler in der Sitzung des Reichstags vom 10. De­zember 1910 folgendes erklärte:

Bei weiteren Arbeiten '.nämlich über die Reform unferes materiellen Strafrechts' wird geprüft werden, ob und in wie tocit notwendig unb möglich ist, das Strafgesetzbud) zu ergänzen, auch ui der Richtung, daß die persönliche »yreib.-it unb das per­sönliche Selbstbestimmungsrecht nachhaltiger gefchutzt wird als bisher _____

21 it» Hessen.

Vereiittachunq brr ? t'at'vrrhältnine.

lieber die Sitzung des Ausschusses zur Vereinfachung der Staatsverivaltung mürben von amtlicher Seite solaenbe Mit­teilungen gemacht: Der Ausschuß zur Vereinfachung der Staats­verwaltung trat am Dienstag nachmittag unter dem Vomtz des Staatsministers Dr. Ewald wieder zufammen. Zur Organi­sation der 3 or ft beworben wurde Bericht erstattet über das Ergebnis der Beratungen des zur Prüfung dieser Frage seinerzeit eingesetzten Unterausschusses. Dieser hat unter grunbia ucher Bei­behaltung des Obersörstersystems vorgeschlagen, bie sechs Ober­förstereien Friedberg, Wiese ck, Ernfthofen, Groy - Umgabt, Mitteldick unb Trebur aufzulösen unb die brei Ober- föritercien Lauterbad), Wimpfen unb Worms nur als selbständige Assisten.enbezirle zu erhttt 11. Die in bc:t letzten Bezirken an- zustcllendeii Assessoren LLen aus den voihanbenen 10 As.iftenlen genommen roeroen, so daß die Zahl der dekre mäßig angestellten Assistenten, die zurzeit 10 betrage, keine Vermehrung erfahre. Der finanzielle Ei fett der vorgeschlagenen Vereinfachung würde der sesn, daß bei Zugrundelegung der derzeitigen Gehalte der in Betracht kommenden Oberförster eine Gesamte.soarnis von 60 3:5 Mark und bei Annahme von Durchschnittsgehalten 55 59.) Ml. erzielt werde. Vom Un.erausschuß wurde empfohlen, bei Ueber- leitung in die Neuorganisation soweit möglich ohne Härte zu verfahren, aber b.c Neuorganisation möglichst bald durchzuführen. Vom Unterausschuß war auch die Frage ber Forstwartei­organisation gestreift worben Die Erörterungen über die Schaffung e uer For^ einrichtungsanstalt führten zu dem Er gebnis, daß die Gründung eines neuen Instituts nicht erforderlich sei. Die Vorschläge wurden vom Plenum gutgeh.ißen, nachdem von dem Vorstand der Forstabteilung auch nod) mttgeteilt worden war, daß die Anregungen d.s Verbandes Großh. H.ss fier Ober­förster. soweit sie sich auf die Vereinfachung des inneren Ge­schäftsbetriebes beziehen, nach Anhörung der Wirtschaf.sverbände geprüft und bereits entsprechende Bereinfachungsmaßregelu ge= troffen worden seien. ~ .. t m

Hierauf wurde in die Prüfung der Organisation der Berg­behörden cingetreten. Von der Regierung wurde die Bei­behaltung der vorhandenen drei Instanzen Bergmeisterei, Obere Bergbehörde und Ministerium des Innern empfohlen unb daraus hingewiesen, daß, nachdem die Stelle des Rates bei der Oberen Bergbehörde, bereit letzter Inhaber verstorben sei, nicht toicber besetzt werde und baburd) ein Gel>alt von 7200 Mk. in Wegfall komme, die Obere Bergb Hörde tetne besonderen Kosten mehr ver- i.rfad'-en werde. Es wurde ausgeführt, daß die Gesamttosten des Hess ieben B rgwesens nach d m Entwürfe des Haup:voramchlags von 1912 15 650 Mk. gegen 22 034 Mk. int Jahr 1911 betragen, also eine Ersparnis von 6384 Mk. eintrete. B rücksickstigt man das; im Darc! s .'.n tt durch U kundenstennel bei der Bergbehörde etwa 2000 Mk. jährlich vereinnahmt wurden, so stellen sich die Gesamtkosten für das Hessische Bergwesen nur auf 13 000 bis 14 0,-0 Mk, eine int Verhältnis zur Bedeutung des Bergbaues in Hessen geringfügige Summe. Vom Aussdzuß wurden gegen d.e vor­handene Organisation sachliche Bedenken nicht erhoben und die Budgeisätze für 1912 nickst beanstandet.

Ans dem giiianzausschnß.

bs Darmstadt, 18. Jan. In der heutigen Sitzung deS Finanzausschusses wurde zunächst über bie höheren Lehranstalten weiter verhandelt und zwar in Gegenwart des Abg. M ü n ch, der in einer Reihe von Fragen genauere Ausführungen machte. Insbesondere wurde bie Frage der Erhöhung des Schulgeldes besprochen, welche auch int vorigen Jahre Gegenstand lebhafter Verhandlungen war. Besondere Vorteile, außer finanziellen, hat

Die Geschichte des Manuskriptes, um das es sich handelt, ist kurz die folgende. Zwischen 1716 unb 1724 hat ber polnnche Prälat Joses Andreas Zalusky, der als Bischof von Kiew qeftorbeit ist, eine Anzahl Racinescher Handichruten in Parts erstanden und nach Warschau schassen lasten, wo )te bis 1,96 verblieben. Dann wurden sie gleichsam als Kriegstrophae nach Petersburg verbracht, wo jetzt der Abbe ^oicr Bonnet sie aus ihrer langjährigen Sergej enbeit hervorgezogen hat. u.te Abfassung der Aphorismen selbst ;cheinl auf das Jahr 1/60 zurückzugehen. Es befinden sich unter den Gedanken so manche,

ilUüUlül

Herman» W1

joäjnliit IW }

icicö DK

LV

Ereile, $*** . yftert von *

lbv;"L'6Ubr.

Z-Ks

vorderen Reimte ienbö 7 stist ob onreni auögefübrt vom norckesierIk*

2 per* teil 6. _