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16.11.1912 Viertes Blatt
 
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162. Jahrgang

viertes Blatt

Nr. 271

Gießener Anzeiger

Erscheint tigllch mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberheffen

DieGiehener ZamtttendlSNer" werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, baS Krellblati für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweunal.

Samstag, 16. November 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brüdl'scheit UniversttötS - Buch- und Stcmbnidcrci.

R. Lange, Dietzeiu

Redaktion, Erveditioii und Druckerei: Cchul- strotze 7. Expedition und Verlag: 9tcbart;on:e»^112. TeU-Adr.: AnzeigerGietzen.

Tie Begründung legt ausführlich bar, datz es Zwar an sich sehr erwünscht erscheinen möchte, auch das B e n z i n g c i ch a s t cin'ul eüchen, das; öS sich aber gegenüber der bereits cingetre« tonen Monopolisierung des Welrmarltes und wegen der Hart entwickelten Raisinadeindustrie nicht durchsüdren ließe.

jur Unter ft üpung des Reidiskommisiars ist ein Be i rat von Sachverständigen uiü 6 des Gcseyrs vorgesehen, der nnndettens einmal lährlich einzuberuien ist und Vorschläge über die Ausbildung der Verlaussorganisationen sonne Beschwerden über die Vertriebs- geiellicha't su b'Gutachten Hot, durch Beauftragte die Betriebs einrichtungeu auf ihre technische Verwendbarkeit Prüfen kann und Ui hören ist, bevor der Bundesrat besondere QualitätseNorder- nisse für das von der Vcrtriebsgcsellschaft zu vertreibende Leucht­öl scstsetzt.

Dcuticbc»

Der Bundesrat genehmigte beit Voranschlag der Reickspost für 1913, beit ber Telegraphenverwaltung, der NeichsjuNiwetwaltung, des Reichs kanzlcrs, der Reichskanzlei, des Auswärtigen Amts, des Reichsamts des 3nnern, der Martneverwaltung und den Nachtragsvoraiftchlag für Kiautfchau für 1912.

Deutschland auf der Baltischen Ausstellung 1914

Tie auf Ersuchen der Reichsverwaltung von "berStändigen AusstellungSkommifsiou für die Deutsche Industrie" bezüglich der Baltischen Ausstellung in Malmö 1911 eingeleiteten Ermittelungen haben ergeben, das; für die bedeutungsvolle Ver­anstaltung, die in einem großzügigen Rahmen die Ujmtaatcn der Ostsee heranueheti will, innerhalb der deutschen gewerblichen Streife lebhafte- Interesse beitebt und daß eine große 3ahl von Finnen aller Branchen zur Beteiligung geneigt ut. Daraufhin hat die Reichsleitung die Einladung ber ^chwedneheu Regierung jur Beteiligung des Reichs an der Ausstellung angenommen, und der Ständigen Ausstellungslommission für die -Lcutidir Industrie die Durchführung einer geschlossenen, amtlich anerkannten bcutidjen Abteilung übertragen.

ßaitftcl.

Zum Wagenmangel.

Ter Bergbauverein terbrti et nachstehende Ausführnngen: Rach den amtlidx-n Angaben der Eisenbai nrirelliou Eßen fehlten im Ruhrgebiet im August 3579 Wagen auf 10 Donnen Lade- geiridt jurücfgeredinct, im Septembir 24 092 und tm tltober 177 398 Wagen, Hieraus ergibt iid? für die vergangenen drei Monate ein Ausfall von 205 0'19 Wagen und somit em Versand- auffall von 2 050 690 Donnen Kohle. Es entsvrid t^dies einem Verlust von über 20 Millionen Mark. Die weiteren Schäden für die Produktion durch die ständige Betriebsstörung und das Stürzen der .stöhle ist unberechenbar. Der Anteil des Arbeitslohnes an dem Werte der Förderung beträgt Über uOProz. Der Lohnv e rin st der Arbeiter int Rithrgebiec betr iit aljo in den leisten drei Monaten mindestens zehn Millionen Mart. Allein in der Wode vom 20. Oktober bis 26. Oltober muhten tm Ruhrgebiet auf 9 1 Zechen volle a d: 11t ü n h i g c F e i er - f d] i d' t e n eingelegt werden, wodurch 41000 Arbeiter betroffen wurden. Allein für diese WocK betragt daher der L o h n v e r- lüft für die Feierschichten über 200000 Mart Liest Zustande haben ihre Ursachen nicht lediglich im Wagenmangel, -ionbeni aud) in dem völlig umurcidxnben Ausbau der Bahnanlagen und der gänzlich ungenügenden Zahl ber Lolomotiven und des Personals. In den lefteit zehn Jahren bcrminbertc sich, dies bezogen aut eine ^inheitsleistung von 100 000 Tonnenkilometer, das g e - famte Personal der Preußisch Lessifchen ^taatsbahnen um 16 06 Prozent. In dem gleichen Zeitraum nahm bie Lange ber unterhaltenen Eisenbahnstrecken nur um 20 Prozent zu, wahrend die Steigerung der gesamten Güterbeförderung 70 Prozent betrug. Tie Eisenbahnverwaltung ist also gegenüber der Verkchrsoer- mehrung um 350 Prozent zurückgeblieben, «Bis zu 24 -stunden müssen in allen Bahnhöfen des Bezirks beladene Kohlenwagen auf die Abholung durch die Bahn warten. Ganze Ei,enbahnftreckei. sind aud) im Ruhrbezirk bereits vollkommen verstopft. L er ^dnber gilt für unabsehbar. Wie mitgctcilt wird, haben bereits ganze Betriebe die Arbeit eingestellt, so daß die Hochöfen ausgeblaseu werden müssen.

Pardinas befreundet war. Rach den Erhebungen der Sidierhcitvbeliörbe ftat eine anarchistisch c r u p p c vor fünf Jahren den P l an ge f a ß 1, a 11 c beb eu- t e n b e n Politiker, d i e in Spanien die c | e 11

d) a f 11 i d) e Ordnung verteidigen, a u s der Welt zu schaffen. Auf der Liste der Opser stand auch an a l e j a s seit August vorigen Jahres. Einige MitgUe- >er dieser Gruppen hatten sedodi die Ermordung Canalejas verhindern wollen und sowohl ihn per foul id) luic aud) btc panische Botschaft in Paris aitoinintf vor dem geplanten

Anschlag gewarnt. t.

Au« B ordeaux wird berichtet, daß Pardtnas vor 'einer Abreise nad) Madrid geäußert habe, er werde seinem Leben ein Ende machen, aber vorher nod) den Tod ger« rers rächen.

Antirussische Stimmung in China.

Tas Reutersche Bureau mrlbct aus P c king vom 15. b. M? Ter frühere Minifterprösident und Minister des Aeußern ~u e< h e n g h s i a n g, der aus GesuiidheitKrüliid t n jurülgetreten war, ist roi c b e r z um M i ii i st e r de s A c n ß c r n ern a n n t wor- bcn. Er ivar früher sd^on Gesandter in Petersburg und ,m vaag und besitzt das Vertrauen der Ausländer, besonders der Rußen. Seine Ernennung ist wohl überlegt, daß die Regierung beam fidtigt, der Einladung Rußlands zu einer Besprechung der mongo- lil'd'cn Angelegen l/eit Iolge zu leisten. <sic holst anstelle der russisd uiougoliidwii Kvnveistion cineii neuen ruiind) muteiiayen Vertrag zu setzen Das Volks em pf inb e n i n g a n z C1» t n a ift entschieden antirnssis d Puansdükai beh ut jeöod) die $)crr|d>ait über die La r Hdoi in hey S?aub

Ein Gesctz über den verkehr mit Lcnchtol. ,

TieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht ben , Entwurf eines Gesetzes über den Verkehr mit Leuchtöl. sowie die , -xm Entwurf beigegebene allgemeine und besondere Begründung. , !as Gesetz enthält zunächst in den 1 bis 4 die Grundlagen öer vorgefebi nen Regelung Grundfätzlid) soll die Einfuhr, aie Herstellung und der Großhandel mit Leucht öl oem Reid) zustehen. Der Bundesrat wird aber ermächtigt, diese Sefugnisse an eine Vertriebsgesellschast zu übertragen und zwar bis zur Tauer von 30 Jahren Die Satzungen dieser Betriebsgesell uhaft sowie jede Aenderimg bedürfen der Zustimmung deS Reichs kanzlers. Die Vertricbsgcsellsd.aft wird der Aussicht eines N e i chs ko m m i s s a r s unterstellt, der berechtigt ist, an den -itzungen des Auffidstsrates und au den Gkncralocrfammlungen lcilzunehmen, von dem Vorstand unb dem Aufsidstsrat jederzeit Berichte zu verlangen, Einsidst in die Bücher und Schriften der Vertriebsgesellschaft zu nehmen, sowie auf ihre Stoffen aus wich- ugen Gründen Generalversammlungen eiuziiberusen. Daneben wird ihm insbesondere für den Bezug von Leuchtöl ein Veto­recht eingeräumt dahin, daß die Vertriebsgesellschaft die Zu­stimmung des Reichskominissars einzuholcn hat Bei jedem Lie e rungsuertrag von mehr als 50 001) Tonnen für das Zahr und irmer bei jedem Bezug voy einer Handelsuuternehmuug, die nicht Produktionsunternehmung ist, um auf diesem Wege die Bil­dung besonderer Zwischenhandels Mottjerne ausznschlietzeu

Ten Einfluß aui die Benriebsgesellschast sichert lieb das Reich insbesondere durch die Bestimmung des 8 4 des Gesetzes, lunädtft wird Fürsorge getroffen, daß die Aktien nicht etwa in die Hände einer dem Unternehmen gen tierischen Kapita 1 macht geraten. Es wird daher das Ifticnfapital in geivöhnliche Inhaber unb in Namens Aktien ,erlegt unb zwar mit ber Maßgabe, daß auf die Namensaltien nid)t weniger als die Hafte der Stimmen in der Generalver ammlunq entfallen dürfen. Es werden zunächst ausgegeben: «iO Nt i 11. Mark A11ien, von denen 10 Millionen mit tunt fldinn Stimmt d)t als Namensakficn gestellt sind Dir 'Jffmenc- Aktien, die an inländische deutsche Gesellschaften verteilt iverdeu werden bei der Reichsbauk hinterlegt. Jede Uebertragung bebar) ocr Zttstimmung des Reichskommissars.

Sodann liegt eine weitere Sicherung für bie Reichs Verwaltung darin, daß die Wahl des A u f s i ch.t s r a t e s und innerhalb desselben die Wahl des Vorsitzenden sowie lemer Stell­vertreter, endlich die Wahl deS Vorstandes durch den Aufsichls rat der Bestätigung durch den Reichskanzler unterliegen, lieber bie Ausgabe von Schuldverschre ibungen und außer irbentlidicn Dotierungen des Reservefonds hat der Reichskontrnmar ileichfalls zu entscheiden. In S 4 Jiffcr 3 bt4 a nnben nc. diejenigen Bestimmungen, die den Ldmtz ber Verbraucher udjvrn. fflie bereits in früheren Veröffentlichimgeu angebeutet, werden bie zulässig <* n G eiuinnc ber Gescllschast unb bie julaiitgen Anteile bes Reiches für jeden einzelnen Lsterprets nach einer bc stimmten Skala begrenzt, mit der Maßgabe, daß, ,e niedriger die Preise sind, desto mehr bie GesellsdMt unb bas Reid) ver bienen dürfen, und je höher die Preise sind, desto weuigerUm der Gesellschast einen kräftigen Anreiz zu geben, nut ben Preisen beruuterjugehen, wachsen die Gewinne nut den Preisen nicht in arithmetischer Progression, sondern ähnlich wie ein auf Zmies ' ''Die'''^esuguisse der neuen Vertriebsgesellschaft sind genai jnigreiift, einmal wirb sie nicht umfassen bie heimische Gcnnu nung von Mineralölen, vielmehr bleibt bie|C5 Geichasr i^r privater. Brobuttion überlassen. Sie wird sich Tcrner nicht beziehen aut den Kleinhandel, sonderii an bie Detailliften ab -tratzentankwageii verkaufen, wo es not tut, and) ab Daukanlage in Faßerii xat Sann engeschäft, das iid) in ben letzten .Jahren eingebürgert Mt wird von der Gesellschaft grundiatzlid) nicht erfaßt. Ihre ausschließliche BefiigniS beschränkt sich ferner aul ben Verkehr mit Milcht öl U n b c r ü l) r t bleib en dagegen die u b r^g en M i- neralöle, insbesondere also Benzin-, Gas- und Areibol unb Schniieröl.

Ausland.

Englische I n v a s i o u s f u r ch t.

TasBerliner Tageblatt" meld.'t aus 2 onb ou: Tie öheger- jcitungTl,c Aeroplaue" verlangt, das Auswärtige Amt solle a u D e ii t s ch l a n d e i u e A u s r a g e w e g e n d e s a m 14 . O k t. nachts über Sheerneß beobachteten Luft sch'N es, das angeblid' ein Zevvelinlreuzer war, richten. X'cv Abgeordnete uou Middlefm wird in der nächsten Unterhaussitziing den SlrttgS- miniftcr über die gleiche Angelegenheit interpellieren.

Tas neue spanische Ministerin m.

Aus Madrid wird gemeldet: Graf Romauonns erklärte mehreren Berichterftattem, sein vorläufiges P r o g r a m m sei vor- gezeichuet Er habe zunächst das Budget zur Erledigung zu bringen und von dem Parlament den Ma r o f f o v c r t r a g nut Frankreich ratifizieren zu lassen, was hofsentlid) bald geichehen werde. Er müsse vor allem die Einheit der 1 i b e r a l e n P a r t e i am- rechterhalten und dürfe deshalb keine Irage aufroerten, welche liefe Einheit stören könnte. Auf die Trage, ob blondere Maß- nahmen beabsichtigt seien, um einer Wiederholung anarchistucher Anschläge vorzubeugen, antwortete Romauonns, er sei entschloiien, mit Festigkeit vorzugeheu: aber ohne zu Ausnahme Maßregeln u greifen, deren Gegner er sei. Die bestehenden Gesetze genüg­ten, wenn man sie 'cmwende, und dies nrerbc er nut aller Straft tun.

D i e A n a r d) i st e n in Spanien.

Aus Madrid wird gemeldet: Die Polizei verhaf­tete zwei verdächtige Leute, die einer hervor­ragenden politischen Persönlichkeit nachgestellt haben sollen. Der Name der letzteren wird streng geheim gehalten. Ferner wird noch ein russischer Anarchist gesucht, der sich gegenwärtig in Madrid aushalten soll und mit dem Mörder

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Einladung.

Zur Besichtigung der von mir neu angekauften zirka ioo Modelle

hochaparter Pariser und Wiener Gesellschafts-, Ball- und Strassen-Kleider

Letzte Modeschöpfung erster Schneider-Künstler, lade ich hiermit die verehrten Damen höflichst ein.

Einige

dieser Modelle sind in meinen Schaufenstern ausgestellt.

J. Pfeffer Giessen Marktplatz Nr. 6