Ausgabe 
17.5.1912 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

^at

Die heutige Nummer umfa&t 12 Seiten.

gen Preisen.

jnm Empfange waren er-

Luise.

zessin Viktoria Luise teil.

berbfuqermciftcr L ii b ke

rasse 14

ist der Role Adlerorben vierter Klasse oer!iei?en worden..

Schlaflos

nig sich gestern durchaus wohl fühlte, unternahm er

auf dem Ätaatsbahnhof ein. schienen Prinzessin Viktoria

für 10

am

en. Tic Königin folgte, geführt von

wcgischeu Thron bestiegen. Auster diesem besitze der König noch ,wei Brüder, den Prinzen Friedrich Karl, der mit einer Pein

ordnung steht in erster Linie ein Vortrag von Herrn Rechlsanmalt «turmscls aus'Gr.-Umstadt über das Thema:Tas Vereinswesen unserer Dörfer und kleinen Siebte und s:in Verhältnis zur Volks- fulhir". An den Vortrag wird sich eine Aussprache anschliesten. Tcr Gegenstand dari roobl aus allgemeines Jnieresse in den am Volkswohl iiuercffierten Kreisen rechnen, bildet doch das Ver- einslebcu einen wichtigen Teil im Dasein unserer dörflichen und Neinstädtischen Pevöltcrung. Geistige Anregungen mannigfacher Art, körperliche Betätigung, wie Sport, Turnen, Wandern, aber nicht minder auch seichteste Vergnügungssucht gehen von den Ver-

zessin zu Schleswig-Holstein Sonderburg Glücksburg, einer Schwe­ller der Prinzessin August Wilhelm von Preußen, vermähli ist und den 25jälingeit Prinzen Gustav. Ferner sind noch drei Schwestern vorhanden, von denen die älteste mit dem Prinzen Karl von Schweden, Bruder des Königs, vermählt ist.

Hamburg, 15. Mai. lieber den Tod des Königs von Dänemark 'werden noch folgende Einzelheiten gemeldet:

® ilr*ochlli Hoffe r Kinderkleider und Schürzen

berhofmeifter Frei-

Tic Szene soll, ist nicht schwer zu erraten: die Gestalt des Cbcrft in ihrer seltenen Mischung von Güte und Jähzorn, von soldatischer Strenge und liberaler Menschlicksteit, von Störte und Schwache mit eins grell beleuchten, ihre spätere, wunderlich, sprung- haile Entwicklung klug Dorbereiten. Tas ist in dieser kurzen Szene vielleicht besser gelungen als im ganzen Stuck, und mit einem reinen Humor, der das Verhältnis des alten Herrn zu feiner Tochter sanft erhellt. Auch die Begreiflichkeit feiner Popularität in der Stabt wird durch diese Szene nur größer.

Neue Detailzüge und Erweiterungen bringt serner die erste Szene des vierten Aktes. Gleich ihr Auftakt, das Gespräch zwischen dem Obersten und seinem Tiener, ist um mehr als die Hälfte ausgedehnt. - - --s«we

Mit folgenden Bemerkungen für die Aufführung schließt das Bühnenmanuskript:Ter Verfasser erwartet von den Darstellern, daß sie die naheliegeitde Versuchung vermeiden werden, aus Liebe oder Haß die Persönlichkeit bestimmter Journalisten zu porträ­tieren. Eine Wirkung intrd) Masken, welche der Schauspieler viel gekannten Personen des wirklichen Levens entnimmt, ist fast immer unkünstlerisch: im vorliegenden Falle würde sie eine Kränkung sein, die er nicht nur den Urbildern seiner Maske, sondern auch diesem Stück zufügte. Teshalb wird die Regie angelegentlichst ersucht, beim Einstudieren diese Forderung des Versasters den Darstellern zur Berücksichtigung tu empfehlen."

Ter Wert dieser Anmerkung für das Stück ist mit der Zeit und ihren Verhältnissen natürlich verflogen. Jrn allgemeinen besteht er nach wie vor, vielleicht heute mehr denn je. Uns frei­lich, denen dieJournalisten" bei all ihren hohen Qualitäten doch ein harmloses und historisches Lustspiel geworben sind, mag die leise Angst, die aus dieser Anmerkung ipricht, em unwill­kürliches Lächeln entlocken.

zeffinnen, dem dänischen Gesandten in Berlin und den übrigen Leidtragenden Vor dem Sarge ging der Krieger- verein von Travemünde mit Fahne. Bei der Ankunft des Zuges auf derTanebrog" gaben die Kriegsschiffe einen Salut von 27 Schüssen ab. Ter Sarg wurde in den Speise saal getragen, wo ein Kranz des neuen Königs Ehristian X. einen stillen Gruß aus der Heimat entbot. Kurz vor 12 Uhr ging dieTanebrog" in See. Tie zahlreich am Ufer Ver sammelten entblößten stillschweigend das Haupt, während die Koniginwitwe mit den Prinzen und Prinzessinnen den stillen Abschiedsgruß wehmütig erwiderten.

Eine Rede des neuen Königs vom Balkon des KönigspalasteS.

Kopenhagen, 15. Mai. Auf dem Amalienberger Schloßplatz hatte sich eine Volksmenge von 3010 000 Per­sonen versammelt, als der M i n i st e r p r ä s i d e n t Berntsen auf den Balkon des Palastes Christians VII. trat und mit lauter Stimme ansri e f : König F r e d e r i k VII. i st tot, e s lebe K ö n i g C h r i st i a n X. Tie Menge begrüßte die Erklärung des Ministerpräsidenten

Herr v. Mirbach. Kammerherr Freiherr v. Spitzettberg, Ober- bürgermeister Lübke. Nach herzlicher Begrüßung wurde die Fahrt nach dem Königlichen Schlosse angetreten.

Am Gottesdienst, der heute vormittag in der Er-c lösertirche stattfand, nahmen das Kaiserpaar und Prin-»

Jeider- Üilil

imitiert fiele Farben eter 44 Pf.

w

Die erste Sühnenaurgabe von Freytags Zonrnaliften".

I Eine Entdeckung im A rchiv des Mannheimer Hof- und N a t i o n a l t h c a t c r s.

Friedrich Rosenthal, der Dramaturg des M a n u h e i m c r ff hoi- und Natioiialtheatcrs, hat im Tl)eaterarchiv, bein der hunderl- s dreißigjährige Bestand seiner Bühne das Glück eines seltenen Sieichtnms gibt, die erste Bühnenausgabc von FrehtagsJour In al ist en" entdeckt, die in keine Gesamtausgabe der Werke auf- benommen ist. Es handelt sich um eine Fassung ans bem Jahre * 1852, über die Friedrich Rosenthal im 2. Mai-Heft desLi- lcrarischeu Echos" einen bemerkenswerten Aufsatz veröffentlicht

Rosenthal schreibt u. a.: Bekanntlich sind dieJournalisten" in ber Einsamkeit seines thüringischen Landhauses im Sommer 1852 sehr schnell entstanden. Rasch gelangte das Werk zur Versendung on die Bühnen und am 10. Februar 1854 wurde es auch in Mannheim aufgefülsrt.

Tas an die Bühnen versendete Buch trägt den Vermerk . Vühnenmanuskript" und wurde offenbar für die ausschließlichen Zwecke des Theaters gedruckt: es ist nicht ersichtlich, ob cs ber spätere Verleger Frehtags, S. Hirzel, herausgegcben hat, denn tJ verschweigt jede diesbezügliche Ankünbigung. Wichtiger als diese Aeußerliäikeiten erscheint ber Inhalt des Buches Hier ist i ica ein Fünftel mehr an Text, als in den gewöhnlichen, bc kannten Ausgaben. Hier ist die Charakteristik durchweg breit buriger als dort. Manche Züge sind vertieft, anberc venvischt. l<iib hier sind zuletzt wertvolle und interessante Regiebemerkungen krs Tichters, wovon noch später bie Rede sein soll.

.Ich stelle mir vor, baß Bühnenvraktiker ben, Verfasser zu Neist gegen seinen Willen, wie er selbst beklagt Aenderungen tnb Strichen veranlaßt Haven unb daß er sich schließlich bestimmen Icfe, daS Werk in derbühnengerechten" Fonu auch im Buch hrbcl erscheinen zu lassen. Rosenthal kommt dann auf mehrere länzelabweichungen zu sprechen und fährt fort: Am menten aber Ilberrascht eine neue Figur, von der wir nie gehört haben, bie Iper damals bie ehrenvolle Aufgabe hatte, bas Lustspiel etnut stillen: eine arme Frau. So heißt sie im Personenverzetchnts, ttfcift gegen fein Willen, wie er selbst beklagt, zu Aenderungen, ü im Text. Es ist die erste Szene des 1. Aktes, zwischen dem <b>:rst unb Iba Zu der üblichen bekannten Regicbcmcrkung kommt . ^inzu:Hinter dem Obersten eine ärmlich gekleidete Frau".

Der Oberst unterhält sich mit der armen Frau, die ihn um ) >ie Vormundschaft über ihre Kinder bittet, was der Obern ihr lujagt, inbent er ihr scheltend unb poltcrnb ein Geldstück in bie , r'Mitb drückt.

D a tt e b r o g" getrag

dem Großhcrzog von Mecklenburg-Schwerin, mit den Prin-

V o l ks b i l d u n g s r a g. Ter Rhcin-Mainische Verband Volksbildung hält am Sonntag, den 19. Mai, vormittags Uhr, seine diesjährige Mitgliederversammlung in Frankfurt Main im Bereinshaus Stiftstraße 32 ab. Auf ber Tages-

Liebigs

Bote W®

Zum Tode öes Königs von Dänemark.

Die Begleitumstände des Todes König Friedrichs stan­den im Einklang mit feinem Leden als schlichter, allein Prunk abgeneigter Mann. Er Ivar von einer längeren

Reise zuruckgetehrt, die er zur Heilung seines Lungen­leidens unternommen batte, und hatte abends, gegen 10 Uhr, ohne Begleitung noch einen Spaziergang gemacht. Hierbei wurde er von einem Unwohlsein befallen, dem bald danach | der Tod folgte. In den 6 Jahren seiner Regierung hat l Friedrich VIII. sich die Liebe seines Volkes erworben. Er [ war ein stiller, freundlicher Charakter, der den demokrati- I scheu Strömungen in seinem Königreich milde unb ent» | gegenkommend ihren Lauf ließ. Als er bei dem letztjähri- geit Jubiläum der Stabt Odense auf Fünen eine An- j iprache hielt, sagte er unter anderem:

Ich sehe in der Begeisterung der Bürgerschaft einen Beweis dafür, daß man in Odense und auf Fünen nicht die Abschaffung des dänischen Königstunis wünscht. Alle, die mich kennen, wissen, öaf) kein Her; wärmer für unser geliebtes Vaterland, seine Zu­kunft und für das dänische Volk schlägt, als das meine. In den letzten Jahren sind die Zeiten für mich hart gewesen; sie haben aber, wie ich glaube, anderseits die gute Wirkung gehabt, daß alle, auch die letzigc Opposition, gesel-eu haben, daß Dänemarks König gesunden demokratischen Re­formen nicht hindernd im Wege steht, von rocldter Seite sie auch kommen mögen."

Diese Worte sind außcrordemlich kennzeichnend für die Sinnes- richtuug des .ikvmgs und bedürfen keines Kommentars. Dem Deutschen Reiche hat der Verstorbene frrunblicbc Beziehungen entgegengebracht: zum mindesten hat er die früher üblichen deutsch­feindlichen Umtriebe in feinem Schlöffe nicht geduldet. Hoffent­lich wird sein Nachfolger Christian X. auf denselben Bahnen h roeitcnoanbcln \ Er hat bisher im politischen Leben keine Rolle gespielt, ist aber int dänischen Volle wegen seines anspruws. . losen und sreundlicheu Wesens sehr beliebt, hat sich auch au fremden Fürstenhöfeit in Ausübung feiner Repräseutationspflichten viel­fach Svmpathien erworben. In das dänische Heer ist König L Christian mit 18 Jahren eingrtreten und ist allmählich zum (9cn' 1 lahnajor der Infanterie aufgerürft; zuletzt stand er zur Tis Position des 1. Generalkommandos Es ist seit 26. April 1898 K mit der Herzogin Alezandrittc von Mecklenburg, der älteren Schwester der deutschen Kronprinzessin vermählt Die jetzige Köni- | gin steht int 33. Lebensjahre, ist also nahezu sieben Jahre älter als iSccilic. Der Ehe sind zwei mnaben entsprossen, der nun­mehrige Kronprinz Friedrich, bei am 11. März 1899 geboren, also 18 Jahre alt ist unb der um ein Jahr jüngere Prinz Knud. Durch seine Ehe ist König Christian in nahe Beziehungen zu unserem Ironprinzenpaar getreten, unb es hot sich zwischen ihm unb dem Kronprinzen ein ireundschaftliches Verhältnis bvrausgcbilbct. uiuwi, König Christian war int vorigen Ja Iwo einige Zeil hinburch mit

rw dem Kronprinzenpaar in St. Moritz. Sein jüngerer Bruder

AHhuchhor«!' 'Brin; Harald hat int Jahre 1905 als König Haakon den nor

maW ^äel Q* llfllhAY h» Ü'rt »HA «I a/A

quelle ttinft Schon u kurzem Gebrauch dieie. - lüfllidjen Heilwasfers » 8 Männer u. orauu« wobllä'Wirknngemvnck derKärver kommt ru.A^ und die alte Spannkra ^ »pdenäfreude lehrt

ialeit die Kranke. 9icro:- .-erzleidendeiooft Heimer bringt. Mattigkett.

Nr. «5 Erstes Blatt 162. Jahrgang ßrettag, 17. Mai (912

Tcr Efehener Anzeiger Ä Jtv ffS Vezti g4vrclS:

erscheint täglich, außer 'T P* NH monatlich7öB'.,viertel»

M Eichener Anzeiger

wtrtschaftltche Zeitfragen M M " V " M W t4l heftedakteur: A. Goetz.

Fenstvrech. Anschltiste: H ff Vcrantwortltch sur den

für die R^aktton 112, v _.. politifchen Teil: August

HL'L" , General-Anzetger für Gberyeffen LSDS für"che'^Tagesnum!ner Rotationsörud und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Zlcindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: zchulstrahe 7. Lan^: E.Heb;^ür bis vormittags s Uhr. Büdingen: Zernfprccher Hr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße |6a. Auzetgenteü: H. Beck.

abends - JO Uhr allein ben gewohnten Abendspaziergang. Auf dem Rückwege zu seinem Hotel gegen 1 2H Uhr überfiel den König auf dem Gänsemarkt in ber Nähe des Jungfern- stieges, wenige Dttnuten von seinem Hotel entfernt, eine Schwäche. Ein Passant «nach dem BerlinerLok.-Anz." war es der Ghnäkologe Tr. Ludwig Seeligmann) stützte ihn. Ein Automobil wurde hcrbcigeholt unb da niemand den König er rannte, der Wagen nach dem Hafenkrankenhaus dirigiert. Während der Fahrt verschied ber König, ohne das Bewußtsein luicbcr erlangt zu haben.

Vom Hotel auS, wo man vergeblich auf die Rückkehr des Königs ivartctc, unb wo sein Ausbleiben ernste Besorg­nis erweckte, unternahmen bie Herren in Begleitung des Direktors Wach vom Hamburger Hof sofort Nachforschungen. In vorgerückter Stunde fand Direktor Wach die Leiche des Königs im K r a n 1 e n h au f e. Tie Leiche wurde gegen > ..4 Uhr früh in den Hamburger Hof jfebracht, wo fie vorläufig unter Blumen unb Kränzen aufgebahrt würbe. Heute vormittag zog ein Doppelposten bes hiesigen Infan­terieregiments vor bem Hotel aus. Zahlreiche Persönlich­keiten, Mitglieder des Senats, der Gesellschaft, viele Mit­glieder der dänischen Kolonie haben sich in die Listen einge­zeichnet. Außer den öffentlichen Gebäuden haben viele private Gebäude und die Schiffe auf Halbmast geflaggt.

Kopenhagen, 15. Mai. Die Königsjacht Tanebro g" geht heute abend nach Travemünde, um die Leiche des Königs abzuholen. Ter Sohn des Kö­nigs, Harald, ist heute mittag in Begleitung des Kam­merherrn von Bull über Korsoer und Kiel nach Hamburg abgereist.

Die Nebetfuhrung der Leiche.

Um 10i » Uhr traf der Großherzog von Mecklen­burg-Schwerin ein; ferner hatten sich Bürgermeister Eschenbitrg und Senator Fehling als Vertreter der Stabt Lübeck u. a. eingefunben Drei Minuten nach 11 Uhr lief der von Hamburg lontnicnbe Sonberzug unter dem Geläute der Glocken in Travemünde ein Auf dem Wege vom Bahnhof J>i-5 zumTanebrog" bildeten die Mannschaften der beiden dänischen Kriegsschiffe Spalier. Der Sarg wurde aus dem Wagen gehoben unb von den Prinzen Harald unb Gustav, sowie den Offizieren ber bairischen Schisse nach ber

Ter König weilte hier auf bet Rückreise von Nizza seit Montag abenb mit ber Königin, den Prinzessinnen Thhra unb Dagmar, sowie bem Prinzen Gustav. Da ber

mit Hnrrahrufen. König Christian trat darauf in Generalsuniform mit bem blauen Bande de Ctephanten- ordens auf den Balkon, während ber Ministerpräsident sich zurück zog. Der König trat mit entblößtem Haupt vor unb hielt svlgenbe, von Beifallskundgebungen oft unter­brochene Rede:

Eine traurige Botschaft Imt alle Dänen betroffen Tcr König, mein hochgclicbtcr Vater, ber selbst boiitc, gesund und irisch znriickzukehren, ist plötzlich gestorben. Tiefe Trauer hat meine vielgeliebte Mutter, alle seine ^tächsten und jeden Dänen be­troffen. Eine schwere Verantwortung ist nun aus meine Schultern gelegt, aber ich hoffe, daß das gleiche Vertrauen, das meinem vielgeliebten Vater entgegengebracht wurde, nun auch mir entgegengebracht wird Dänemarks Glück, Freiheit und Selbständigkeit wird mein Ziel sein. Alle dänischen Männer, die dasselbe mollcn, mögen sich daraus die Hand reichen Gott, schirme und segne unser altes Vaterland. Es lebe Dänemark!"

Die Volksmenge brach in anhaltende, begeisterte: Hurrahrufe aus, hieraus traten auch die Königin, Kron­prinz Freberik und Prinz Knud auf den Balkon, gleidp falls von dem Anbei ber Volksmenge begrüßt Mehrere Gesangvereine stimmten die Nationalhtzmue an, int welche die Volksmenge einsiel. Nachdem die iönigliche Fa-! milic sich -zurückgezogen hatte, leerte sich ber Platz.

Im Folketing und L a n b s t i n g hielten die Präfix beuten Gebächtuisrcben für den verstorbenen König.

Der Kaiser.

Metz, 15. Mai. Der Kaiser hat ans Anlaß bet?' Ablebens des Königs von Dänemark den Aufenthalt in Wiesbaden unb den Besuch in Frankfurt a. M aufge­geben unb reift heute abenb nach Homburg v. b. Höhe, wo er einige Zeit zu bleiben gedenkt.

Homburg v. d. H , 16. Mai. Der K eifer traf- heute morgen kurz vor sieben Uhr mit großem Gefolges

Vie Straßburger Worte öes Kailcrs.

Das amtliche Wolmche l'elegrapqenfcumw ist beauf­tragt worben, eine Erklärung zu verbreiten, die der Bürgermeister Schwa über offenbar auf besonderen Wunsch abgegeben hat. Die Mitteilung des Wolsfschen Bureaus lautet:

Mit Bezug auf die vielen Besprechungen über die Aeuße^ rungen .Seiner Majestät des Kaisers gelegentlich des Cmpsangesi am Montag im Zorn vom Bulachschen Palais und angestchtss der Aufbauschungen der Worte des Kaisers in der Presso bat Bürgermeister Dr. Schwandet dem Wölfischen Teügraphcn- bureau folgende Erklärung zur Veröffentlichung übergeben:

Dem Sinne nach find die Aeußeruitgen Seiner Majestät des Kaisers zutreffend, der Wortlaut ist jedoch in der Presses nicht authentisch wiedergcgebcn. Jedenfalls hat der Kaiser, wenn er gewissen Bestrebungen, das Land nicht zur Ruhe kommen zu lassen, die Möglichkeit einer Einverleibung des Landes in Preußen erwähnte, dies nur in dem Sinne gemeint, daß sie auf dem legalen Wege durch die gesetzgebenden Faktoren des Reiches erfolgen müßte."

eilten ans. Gemeinsinn und Pflichttreue, aber auch ilcinUchs EiteltLit und Rechthaberei erzieht das Bereinsl.'ben bei denen, die! sich aktiv an ihm beteiligen. Die Wirtung des Bereinswesen« aus das geistige Leben der Bevölkerung ist noch wenig beachtev worden. Bei dem Vortrag ist die Teilnahme von Gästen gern ge­stattet. Nackt einer Frühstückspause werden dann di. geschän- ltri1 en Aufgaben der Mitgliederversammlung, sowie d. nötigere Beschlüsse über die Fortführung des Verbandst Heaters, Vorstands^ Wahl, sowie einige Satzungsänderungen erledigt werden.

ikf> Flam men lose Gasheiznng. Prof. W. BonL' von der Universität Leeds hat jüngst in der Cavendish-i^eseltschafr einen Vortrag über ein neues außerordentlich wertvolles Hei;- verfahren gehalten, das er selbst gemeinsam mit seinem Assistent ten ausgearbeitet hat. Es ist ihm gelungen, durch slammenloss Gasheizung Temperaturen von 2000 Grad Celsius und darüber! zu erzeugen, wobei nur halb soviel Gas verbraucht wurde, wie iw gewöhnlichen Gasöfen. Tiefer Fortschritt tst durch eine gan^ neue Anordnung der Verbrennung erreicht word .1. Cin explostveA Gemisch von Gas und Luft wird zur flammenloier. Verbrennung gebracht, indem es mit einem festen hornigen Glühkörper in. Berührung gebracht wird. Hierbei wird beinahe alle Wärme, die bet der Verbrennung überhaupt frei wird, in Form strahlender Wärme gewonnen. Tas Wesentliche dabei ist oas Vorhanden­sein des testen Glühkörpers, der ähnlich zu wirken scheint, wie bet manchen chemischen Vorgängen Stone, die bet der chemischen^ Umwandlung selbn unverändert bleiben, denen man eine so­genannte katalntischc Wirkung zuschreibt. Ter Heizapparat, der nach dieser Methode arbeitet, besteht aus einer feuerfesten porösen: Platte, durch die das Gemisch von (tfas unb Luft unter geringem: Druck gepreßt wird. Die eigentliche Verbrennung erfolgt ohne Flamme in einer ganz dünnen Schicht unterhalb der porösen Platte. Die Platte selbst erreicht die hohe Temperatur von 2000 Grad. Die Verbrennung kann beliebig lange Zeil fort­gesetzt werden.

ki. D a s L a u d st r a ß e n t e l e p h v n. In Kalifornien haben! die Televhongesellschasten seit kurzem ein. Einrichtung getrotf.ii/ die für Äutomobiisahrer auf einsamen Landstraßen besonders nütz­lich ist. In Abständen von einigen Kilometern find nämlich! an den Telephonleitungen verschlossene Kästen angebracht, zu denen die Telephonabonnemen Schlüssel haben. Teder TelepIionavonnenL erhält außerdem einen kleinen, tragbaren Apparat geliefert, oew er, besonders im Automobil, leicht bei sich tragen tann Bei einem? Automobilunfall ist also auf diesem Wege leicht Hülfe herbeizuruseu/ und auch sonst werden diese Landstraßentelephone viel benutzt.