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21.8.1912 Erstes Blatt
 
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Mittwoch, 2(. August 1912

Erster Blatt

162. Jahrgang

Nr. 196

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ko Posnet), da gibt es von Dulberg das wundervolle» und in mancher Szene so eruptiveKorallenkettlein", beit letzten Reinhardt^rfolg: NansensGlückliche Ehe'", da gibt es einen Brieux (Metten , einen Bourget (Barikade^ die selbstverständliche Menge französischer Schwänke und Vaudevilles und für das volkstümliche Lpielgenie der Niese eine Molnarsche Bolkslegende ,^!iliorn", ein Stück von Alexander Engel undGroße Rosinen".

Als Auftakt aller dieser Herrlichkeiten erwarten wir die große, überraschende Sensation VollmöllersMira­kel" in der Rotunde, mit Reinhardts Szenenkunst unb Löfflers Szenenbildern T-as Gelingen der Wiener Musik­festwoche hat ein bischen Mut gemacht, und wir dürfen hoffen vor den Enttäuschungen... Dr. H. W.

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Drei interessante Uraufführungen zeigt, wie uns aus Leipzig geschrieben wird, das Leipziger Schauspielhaus für den kommenden Winter an, nämlich die stomobieNarren- ianz" von Leo Biri ns ki, das LustipiclAlte Sünder" von Bernhard Len; undBubi", Lümmel von Roda Roda und G u st a v Meyrink; besonders dem letztgenannten der beiden Kämpen desSimplizissimus" fiehi man mit großem Interesse entgegen. Seine Uraufführung Tür Deutschland wird am leipziger Schauspiethause auch das seinerzeit vielgenannte dänische DerkHmter Mauern", Schauspiel von Henri ist al bansen erleben. Von Strindberg ist bas Passions- ivielLitern" angeieyt, ebenso Ernst Hardts vor acht Jahren erfolgreicherStampf ums Rosenrote"

Eine Amundsen-Feier in Christ iania. Ter König und die Königin von Norwegen gaben am Dienstag abend im Reiidenzschloß zu Ehnstiania ein Festmahl zu (ihren Roald Amundsens und seiner Begleiter auf der Süd- polarsahrt. Wahrend Oes Mahles hielt der König eine Rede auf Amundsen, woraus dieser dankend erwiderte. Tie am Südpol gehißte seidene Fuhne wurde dem König von Amundien als Geschenk überreicht. Ter Äönig nahm das Ge­schenk dankeno an und erklärte, daß die Fahne einen Ehrenplatz im Schloß erhalten solle. Amund'en sonne die übrigen Teil­nehmer der Tudvolarfahrt trugen bei dieser Gelegenheit die neue Fram Medaille in Gold mit dem Bilde des Königs aus der einen und einer Ansicht der südlichen Halbkugel aus Der anderen Seite.

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Der Vorschlag der Grasen verchtoid.

DieN 0 w 0 j c W r e m j a" meldet, daß die r u s s i s ch c Regierung dem österreichischen Botschafter ihre sym­pathische Aufnahme des Vorschlages des Gra­fen Bcrchtold mitteilte, ferner, daß der Verweser des Ministeriums des Aeußern Neratow dem bulgarischen Gesandten gegenüber die Hofsirung aussprach, daß die Frie- densbestrebungen des Königs und seiner Regierung von Erfolg gekrönt sein möchten. Dem serbischen (Gesandten riet Neratow, daß (Serbien in der gegenwärtigen Ktisis jegliche Verwicklung vermeiden möge. Tas Organ des österreichiscl^en Ministers des Auswärtigen, dieWteuer Allgemeine Leitung", veröffentlicht einen infpirier ten Artikel zu dem Vorschlag des Grasen Berchtold. Die Anregung hat folgenden Ztveck: .

1. Tas gegenwärtige Regime in der Türkei und da durch die Türkei selbst zu stärken .

2. Die Anregung des Graten Berchtold will nicht eine Rück­kehr zur Zwischenspruck-spolitik bedeuten. Im Gegenteil, sie will vermeiden, einen Truck auf die türkische Regierung auszuuben Vielmehr soll die türkische Regierung so gestärkt werden, datz sie weiierschreitet aus dein von ihr bereits eingeschlagenen Wege, und sie soll die Unterstützung der Mäck>te finden, damit sie nicht eventuell doch vor einem Widerstand ihrer politischen Gegner zurückweicht. . _ _,

3. Berchtold gedenkt nicht, vor bie Machte mit einem aus­gearbeiteten Programm zu treten, sondern die Ratschläge, die der Türkei erteilt werden sollen, sollen in einer zwanglosen Beratung festgesetzt werden.

4. Es ist nichi beabsichtigt, datz aus die,er Beratung em euro­päischer Kongreß oder eine europäische. Konferenz hervorgeht.

5 Durch die Besprechung der RLächte wird es der bul­garischen Re gierung leichter gemacht werden, den trugen*

Wiener Sdiaufpielpraludien.

Aus Wien, 18. August, wiro uns geschrieben:

Ein neues Theater und drei neue Männer. Von diesen ist viel zu hoffen, für jenes vorderhand nur zu furchten, denn dasWiener Schauspielhaus",^das Stefan Großmalin und Artur Rundt mit spiclzellanfang auf dem Hamerlingplatz austun wollten, ist baupolizeilich beanstandet worden, und man tanii es nicht entscheiden, ob diese vorbeugende Maßregel das Publikum mehr vor der Feuersgefahr oder der radikalen Gesinnung Großmanns schützen will. Der Mann Hal eine Revolution un Wiener Kunstgeschmack vor, nichts weniger und nichts mehr, und a wäre um das Kitschniveau, um die gute alte Theater- zeit der letzten zehn und zwanzig Jahre für immer ge­schehen, wenn sein aufrüyrerisch-auirultelnder Plan, Eulen- berg, Schmidt-Bonn und Freksa zu spielen, Wirklichkeit würde. Dichter sein, heißt unzufrieden sein, und die tragt* jchen Möglichkeiten des Lebens, wie es ist, in die Kata- strophe einer besseren Zukunft zu stürzen, und man wird begreifen, daß die Bau- und Kunstpolizei solch eine Be- drohlichkcit schikanös verzögern muß.

Indessen, auch in einem anderen Schauspielhaus hat sich hinterrücks eine dem Schlendrian gefährliche Persön­lichkeit eingeschlichen; dieNeue Wiener Bühne , die seü dem Avgang des ingeniösen Regiekünstlers Adolf Ltei- nert ein wenig an Interesse eingevüßl hat, erhalt wieder­um aus reichsdeutschen Landen in Emil Geye r einen Leiter, der den Kredit künstlerischer Kultur und geschickter Direttionshände mitbringt Ob nicht sein deliziöser Ge­schmack, der gleich nut dem Hautgout einer irischen -Lichtung -Der Held des Westerlands" von synge will, für den Wiener Rindsleischgaumen zu apart ist. Viel­leicht gewinnen ihm seine Scyauspieleraosichten, was seine Schauspielpläne nicht erringen werden, denn neben einem unmer sensationell aufgenommenen Gastspielzyklu-.- A 10 er t Bass er manns hat Emil Geyer em fünfmonatliche^ Wirken Kay tzlers und seiner Frau, vom 1. Dezember 1912 angesangen, vorgesehen.

Und das Burgtheater? Direktor Berger be- ginnt sich aus jein O.esterreichertum gU besinnen^ langt zu

schcn Strömungen in einem Teile der öfscntllchen Meinung Bul­gariens Widerstand zu leisten.

G. Ebenso wird durch ein sokckeS Vorgebcn Europas eine Eindämmung der albane fischen Bewegung erzielt werken

7. Man muß sich aber immer vor Augen ballen, baß der Vorschlag des v'rafeii Berchtold an dem Grundsatz der Erhal­tung des T t a t u s q u 0 in der Türkei 'cübäli und keineswegs darauf hinauslaust, daß aus dem Balkan neue Slaatengediloe entstehen . . .

Laut der WienerNeuen Freien Presse" wird der Vom Grafen Berchtold angeregte Meinung »a ustaus ch der Großmächte in den verschiedenen Hauptstädten gleichzeitig geführt werden. Graf Berchtold wird in Wien mit den fremden Botschaftern verhandeln, während die österreichisch-ungarischen Botschafter int Auslande mit den betreffenden Kabinetten in Verbindung treten werben.

Ein neuer Angriff ans die Tardanellen k

P a r i s, 21. Aug. Tic Abcnbbla.tcr melden auS Konstan­tinopel, daß man dort amtlich bestätigt, daß italie­nische K riegsschifse wieder vor den Dardanellen erschienen, weslwlb ein neuer Angriss befürchtet wird. Auch am Eingang des Golfs von Smyrna hoben sich iialienischc Kriegsschiffe gezeigt. m ... v .

Nach einer Meldung deS MailanderSecolo" auS Tripo- l i s wirb in dortigen Militärkreisen angenommen, baß General E a n e v a nicht mehr von seinem Urlaub auf seinen Posten zurück- kehren, sondern durch General Pollio, Ches des General st abeS, ersetzt werben wirb. <

begreifen an, daß zu einem österreichischen Theater schließ­lich auch heimische Dichter gehören, von denen man außer­halb der Kanzlei auf dem Franzensring bereits einiges gehört hat. Das kommende Jahr wird vor seinen Vor­gängern wenigstens das voraushaben, daß es ein indivi­duelles Profil zeigen wird, ein österreichisches Gesicht. Man wird von Stefan ZweigDas Haus am Meere­sehen, in dem der Enoch Ardensche Wiederkehrsgedantc von ferne anklingt, eine Tragödie der Heimat, der Erde, des Muttersohns. Dann von Siegfried Trebitsch den Muttersohn" und von dem wundervoll feinen, melancho­lisch nachdenkenden Thaddens Rittner die Komödie Sommer". Einen älteren Schnitzler selbstverständlich, vielleicht denEinsamen Weg", diese wienerisch müde Philosophie vom Altern, und es wird trotz einigen an­deren und trotz Eulenberg undAlles um Gold" ein Wiener Jahr fein.

ein Wiener Jahr auch nach dem wenigen, was man bisher vorn Deutschen Volks^heaier" gehört Hai, da-, wie man weiß, an jedem Samstag feine Neuheit spielt, 30, 40 mal im Jahre. Es hat soeben mitUnsere Augenb" von Eapus den Prernivrenreigen eröffnet, dann ?olqt ein Komödiantenspiel desIugend"-Dichters: M a r HalbesRing des Gauklers". Dann aber eine Menge L esterreicher. Ein ganz Junger, Paul Eziener, mit feinem einaktigen Sevauspielerorama, das eine izenenwir.- iame Hand verraten soll, wie ja auch Großmann einen ganz lungen ungewöhnlich markigen Wiener, Hugo Wolf, mit einem modernen Gesellschaftsspiel symbolisch farbiger -truk- tur, im Spielplan hat. Das Lolkslheater frischt das Er­innern an einen Halbvergessenen auf, dessenFamilie Nawroch" einst eine Grenze des realistischen Arme-Leut- Jammers bedeutet hat, und der nun, ohne Decknamen, al* Ferdinand Bronner mit einem Schauspiel aus Tirols HeldenzeitVaterland" wiederkehrl. Andere Zellen.

Mehr als das Voltstheater verspricht Jarno. Da gibt es neben einer Serie von Str in db e r g-Spiel en , Die bereits zur charakteristischen Spezialität dieser Buhne aeworden sind, einen Abend von Shaw (tiie sie ihren '»Rann betrog, Schlachtenlenker und den phantastischen Blan-

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5chutz vor (Seiftesfranfen.

Die Nachforschungen nach dem geheimnisvollen Messerstecher, der den Anschlag im Nauener Vorort ,ua verübt hat, sind bisher leider erfolglos geblieben, aber e geht jedenfalls mit zweifelloser Gewißheit fest, daß es fickt im bie Tat eines Geisteskranken handelt und zwar offenbar um einen solchen, der an Verfolgungswahnsinn idet. Sehr bemerkenswert ist es, daß die Polizeibehörden

-1 ihren Nachforschungen auj eine ganze Anzahl verdächtiger gestoßen sind, von denen man noch nicht neiß, ob sie für das Verbrechen in Frage kommen, bei denen iber sämtlich der Verdacht einer mehr ober minder großen ^emeingefährlichkeit vorliegt, was nicht gehindert hat, daß man sie frei Herumlaufen ließ. Wurde doch unter anderem als vermeintlicher Täter ein Mann aufgegriffen, der einen Tag vor der Bluttat im Nauener Krankenhause um Auf- lalymc mit der Begründung gebeten hatte, er stehe unter nem Zwang, dem er nicht au widerstehen vermöge und ,cr ihn zur Begehung eines Verbrechens treibe, was nicht phindert hat, daß man diesen Mann, der übrigens für dies verbrechen nicht in Frage kommt, tags drauf wieder aus der Anstalt entließ.

Man überlege: Jemand denunziert sich selbst als ge­meingefährlich, wird aber tags drauf zur etwaigen gc- olligen Begehung gemeingefährlicher Handlungen auf die Menschheit losgelassen, worauf dann später bei der gericht- ichen Aburteilung der etwaigen Untat die Sachverständigen bie Unzurechnungsfähigkeit des Inkulpaten feststellen und 0 seine Freisprechung erfolgt ein Freibrief für weitere .Intalen, bis dann endlich die Gemeingefährlichkeit so well Gerichts- und polizeinotorisch ist, daß die Behörden sich ntscyließen, den nichlschuldigen Schuldigen in einer Anstalt ui internieren.

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aus dem Irrenhause, weil der Geisteskranke angeblich ge heilt oder wenigstens gebessert ist Es ift bekannt, daß, 0 merkwürdig das auch Ringen mag. Geisteskranke oft Besserung simulieren, und des weiteren spielt hierbei auch die Ucbcrfüllung der Irrenanstalten eine Nolle, die dazu veranlaßt, Platz für Neuanlöminliuge zu schaffen.

Dem ersten Mißstand, nämlich den mangelnden Hand­haben zur Unterbringung von gemeingefährlichen Geistes­kranken in Irrenanstalten, sucht der Vorentwurs zum neuen Strafgesetzbuch im Paragraphen 6» fru be­gegnen, wonach das Gericht bei Freisprechung ober Außer verjolgiingsetzung wegen geistiger Mangel sofort die Ver­wahrung in einer öffentlichen Heil oder Pflegeanstalt an- juorbneii hat, wenn es die öffentliche Sicherheit erfordert. Tie Landespolizeibehörbe hat diese Unterbringung ausin nhren und auch über die Dauer der Verwahrung und über üc Entlassung zu befinden: gegen ihre Bestimmung ist die gerichtliche Entscheidung zillafsig. Leider können noch 7 oder b Jahre vergehen, bis die Strafrechtsreform in (rafttreten kann, und bis dahin könnten noch recht viele Geisteskranke auf die Menschheit lvsgelassen werden, wenn nicht wirksamere Vorkehrungen gegen das freie Umher­laufen solcher gemeingefährlichen Menschen und nicht zu­letzt auch gegen ihre vorzeitige Entlassung aus dem Irren- Hause getroffen werden. Es ist dringend notwendig, dag hier auf dem Verwaltungswege bessere und um- faffcnbcrc Fürsorgemaßnahmen veranlaßt werden, bis uns die Reform der gesetzlichen Bestimmuiigen wirk- saniere Handhaben zum Sckfutz der Gesellschaft vor gemein­gefährlichen Geisteslranken bieten wird.

Berlin, 20. Aug. Der im Zusammenhang mit dem lieber- fall im N auener Vorortzug gefudtte geisteskranke Bauarbeiter Sarnau stellte sich heute vormittag b e r P 0 1 i z e i. Er kommt als Tater mit größter Wahrscheinlid»- keit nicht in Betracht.

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Zwisck>en Psychiatern und Richtern hat sich vor einiger i feit ein Streit entspannen, bei dem diese jenen den Vor­kurs machten, daß sie allzusehr geneigt seien, Angeklagte, I bei denen sich der eine ober andere nicht ganz normale I ,ug fände, für nicht zurechnungsfähig zu erklären und sie i 0 dem Strafrichter zu entzielfen. Von den psychiatrischen I Sachverständigen ist jedoch mit Recht erwidert worden, daß : ;a bie Gerichte durckfaus nicht unbedingt an bie Gutachten gebunden sind, sondern auf Grund deren nach freiem Er- 1*1)en entscheiden, und daß im übrigen der vielbeklagte Utbcliianb vor allem in ben Instittllionen liege, nämlich I >arin, daß nicht alsbald für bie Unschädlichmachung der 1 als unzurechnungsfähig und als gemeingefährlich Erkannten

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Sorge getragen wird.

Hier liegt in der Tat der springende Punkt. £b jemanb als ein Schuldiger zu bestrafen oder als ein Unglücklicher ärztlich zu behandeln ist, darüber werden oft genug Zweifel entstehen und bestehen, denn die Grenze, wo des Menschen Witz uberschnappt, wird so leicht nicht mit Sicher hell be­zeichnet werden können. In jedem Falle sollte aber im öffentlichen Interesse dafür gesorgt werden, daß der Be- ircf enbe nickst weiteres Unglück ftiftet. Hier klafft nun gerade eine weite und höchst bedenkliche Lücke in unseren -einigen gesetzlichen Bestimmungen.

Es ist bekannt, wie schwierig es oft ist, die Unterbrin­gung offenbar geisteskranker Personen in eine Anstalt durch- zusetzen, und den hie und da beklagten Fällen, in denen gesunde Personen rechtswidrig ins Irrenhaus oder in eine Heilanstalt für Nervenkranke gebracht wurden, stehen jeden­falls taufend und mehr mal so viel Fälle gegenüber, in Denen man mehr ober minber Gemeingefährliche frei um­herlaufen läßt. An bie|'en einen Mißstanb reiht sich dann Der zweite der allzu oft vorzeitig erfolgenden Entlasfung

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Der Kaiser In Urenberg.

Cron berg, 20. Aug. Der Kaiser machte gestern abend eine Ausfahrt in den Taunus und stattete der Freifrau W i 11 y v. R 0 t h s ch i l d auf ihrer Villa in König - stein einen kurzen Besuch ab. Zur Abendtafel waren ge­laden Landrat Ritter 0. Marx nevst Gemahlin, Cbcrbürger- m eist er Adickes und Bankier Eduard v. Grunelius aus Frankfurt a. M.

Der Kaiser besuchte heute vormittag die Burg Kron­berg, bie mit feiner Unterstützung zu einem historischen Museum hergerichtet nmrbe. Den Anfang zur. Wiederherstellung der Burg hatte Kaiserin Friedrich im Jahre 1896 gemacht. Prinz Friedrich Karl von Hessen, setzte die Wiederherstellung fort.

Der Kaiser gedenkt sich morgen nach Mainz zu be-, geben. Im Gefolge befinden sich (Generalabjutant General­oberst v. Plessen, Generaladjutant General der Infanterie Frhr. v. Lyncker, Cbcrftallmeifter Frhr. v. Reischach, Ver­treter des Auswärttgen Amtes Gesandter Frhr. v. Iemsch, Hofmarschall Graf v. Platen-Hallermund, Flügeladjutant CbcrfWeutnant v. Mutens, Flügeladjutant Major v. Eaprivi, Leibarzt Lberstabsarzt Dr. Nietner, Rittmeister Gras von Westfalen und Hauptmann Zeyß.______________________

lieber bie Hinrichtung öe$ chinesischen Generals Zchangtseng

berichtet noch eine Pekinger Drahtung folgende be- merkenswerte Einzelheiten:

Alle siebzig Leitungen von Peking enthalten seit gestern nichts anbereo, als Einzelheiten über die miUiärischen Hinrich- lungen. Es enveift sich, daß besonders.die Art und Weise, wie General Eckrangtseng, das Hauptopfer, behandelt wurde, gerade­zu teuflisch war. Ter General Huanschikuei, der von Iuan- schikal mit der Verhaftung und der Hinrichtung beauftragt war,, a ß zuerst mit seinem Opfer in einem europäischen Hotel und brachte während des EsfenS mehrere Toaste auf sein Opfer aus. Als das Essen beendet war, fuhr der General mit dem hinzurichtenden Kollegen in zwei Wagen fon. Unter­wegs streckte Huanschikuei den Kopf aus,dem Fenster und blies auf einer Polizeipfeife. Sofort ersäßen en Soldaten, umgaben

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