Ausgabe 
13.12.1912 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 294

Zweiter Blatt

162. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Na.fr

Pont

0

tf

w

'M

'ässe 24

ICircbc und Schule.

Jesuitenpater Eohauß m ßlsaß-Lothringen.

Wie das Wolff-Bureau vernimmt, beabsichtigt die el­saß-lothringische Regierung die Vorträge des Jesuitenpaters Cohauß in Mülhausen und Straßburg nicht zu verbie­ten.

Zreitag, 15. Dezember 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brühllschen UniversitätS - Buch- und Cleindruckerei.

R. Lange, Gießen.

DieEietzener FamilienblStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS Kreisblatt ffir den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und kruderer: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: e^^bl. Redaktion:e^l12. Lel.-MruAnzeigerDieben.

Neue Erdbeben in Italien.

Aus Catania wird gemeldet : Am Mittwoch früh wurden in den Orten Milo, Zafferana Etnea, Santa Fenerina und anderen Stellen der Umgebung des Aetna st arkeErderschütterungen verspürt. Scha­den wurde nicht angerichtet.

16

Dezember ung ein.

wir jetzt aufzugeben.

Witnuorf) bcHsTi 912, abends s Ubr, icilanrantflaiietbor Mm Tagesordnung «siehe ßl lupte Kariei.

Zuvor: Gemein!. Ab« sicn, trocken. Souven 21 tnmeldungen umgehend t Kaiscrhoj" erbeten.

leige:

n 1913, nachm. z'/.llk

Hliktznid Tanz.

Tcr Porsiand.

SunlicM Seife ist infolge ihrer edeln Qualität auch eine hervorragende Badeseife! Sie bildet bei sparsamem Verbrauch einen herrlichen Schaum und erhöht Tatsächlich die erquickende Wirkung des Bades L DieseSeife ist für das Waschen der Hinderwäsche besonders zu empfehlen!

ffioggon stijcht-, W

sinea.

318. Ä ä« IW m

Upsc>ii»en 9- WI. ina-Zitronei jW.-Slad *

Deutscher Reichrtag.

84. Sitzung, Donnerstag, 12. Dezember.

Am Tische des Bundesrats: Graf Lerchcnseld, Dr. Delbrück, Lr. Lisco, Wackerzapp. ,

Präsident Tr. Ma cm Vf eröffnet dre Sitzung um 11 Uhr 15 Minuten. Die Mitglieder des Laufes Habei» sich erhoben Hub hören stehend, auch die Sozialdemokraten, die Ansprache des Präsidenten an.

Präsident Dr. Kaempf: Der Regent des zweitgrößten deutschen Buirdesstaatcs, Prinzregent LuitpoldvonB adern, ist, wie mir der königl. bayerische Herr Ministerpräsident müfletcilt hat, heute morgen 5 Uhr in der königl. Residenz m München verschieden. Roch vor einigen Monaten konnten wir dem Ent­schlafenen zu seinem 90. Geburtstage die herzlichsten Glück- und Segenswünsche des Reichstages zukommen lassen. An dem Iran zöslsckx'n Mriffle hat er im deutschen Hauptquartier teilgenommen und wohnte der dcnkwürdiflen Kaiserproklamation in Versailles bei Aeltcre unter uns werden sich noch daran ennnent, wie er nach dem Negierungsantritt unseres Kaisers zu der feierlichen Reichstagseröfsnung in Berlin erschien. Der treue Eifer, die rastlose Tätigkeit und Fürsorge, mit der der Entichlafene nach der Erkrankung des Königs auch in hohem Alter bic Negierung »seines Landes führte, wird im Bayernvolke und bei uns allen unvergessen sein. (Zustimmung.) Ich..werde nunmehr dem Prinzregenten Ludwig, den parlamentarifchen Korperfchaften in München und dem königl. bayerischen Herrn Miniiterprasidenten die herzliche Anteilnahme und den tiefen Schmerz des Reichs­tages zum Ausdruck bringen. ' .

Meine Herren, ich schlage Ihnen vor, unter diesen Umstanden in die heutige Tagesordnung nicht einzutreten und die nächste Sitzung abzuhalten Mittwoch, den 8. Januar, nachmittags 2 Uhr, mit der heutigen Tagesordnung. Damit fchließe ich die Sitzung.

Schluß V312 Uhr.

Ans Hessen.

Die Erste Kammer der Stände ist zu ihrer achten Sitzung auf Dienstag, 17. Dezember, vorm. 10 Uhr einbentfen worden. Auf der Tag e s o r d n u n g steht außer der Wahl eines Mitglieds des Ersten Auchchuiies und eines solchen der Kommission zur Beratung über die Verein­

fachung der Staatsverwaltung, die Beratung über die Re­gierungsvorlage, Entwurf eines Gesetzes, die Ausführung der l a n d w. Unfallversicherung betreffend, die Re­gierungsvorlage, Gesetzentwurf, die Vereinigung der Land­gemeinde Kostheim mit der Stadt Mainz betreffend, die Regierungsvorlage, Gesetzentwurf, die Heranziehung der Grundstückseigentümer im Gebiet der Süd- und Südwest­front zu Mainz zu bnt Kosten des Straßengeländeerwerbs betreffend, sowie mehrere weitere von der Zweiten Kammer erledigte Anträge und Vorstellungen.

politische Tagesschau.

Der Ruf nach einem Sozialistengesetz wird in diesem Augetiblick in derK'reuzzeitung" wieder einmal erhoben, und zwar als eine Forderung derpoli­tischen Konsequenz" aus der Aufrechterhaltung des Zesuitengesetzes. Unter der UeberschriftPolitische Konse­quenz, Herr Reichskanzler!" läßt dieKreuzzeitung" sich jchrerben:

Das Jesuitengesetz wurde seinerzeit erlassen, weil man von den Jesuiten eine Störung des inneren Friedens des deutschen Volkes befürchtete. Zu jener Zeit bildete die Sozialdemokratie noch keine Partei, mit der irgendwie zu rechnen gewesen wäre. Wie steht es heute? Die Sozialdemokratie hat das deutsche Volk vom Grunde aus unterwühlt. Skrupellose Demagogen schüren den Klassenhaß 1Kb den Klassenkampf . . . Drohen auswärtige Verwickelungen, io ist es der Sozialdemokratie erlaubt, durch große Kundgebungen die Interessen des Auslandes gegen die des eigenen Volkes zu vertreten . . . Jeder Anarchist kann seine Lehren in Wort und Schrift verkünden, wenn er nur versteht, dabei durch die Maschen des 2trasgesetzbuck)s zu schlüpfen. Die dem deutschen Volke von jenem Radikalismus drohende Gefahr ist viel größer als die, lOflcbc in der heutigen modernen Zeit durch die paar Jesuiten M Deutschen Reiche herbeigeführt werden könnte. Es ist eine .schreiende Ungerechtigkeit, wenn man diese Jesuiten gesetzgeberisch schlechter behandelt als selbst Anarchisten und Sozialdemokraten. . Welche Lehre ist aus diesem Sachverhalte zu ziehen? Tas Jesuiten- pefetz soll aufrecht erhalten bleiben . . . Aber mit noch größerer Berechtigung ist gegen jene Elemente im Wege der Gesetzgebung porzugchen, die systematisch mit allen Mitteln raffiniertester Te- riagogie und unter Terrorisierung der Andersdenkenden alles be­kämpfen, was Deutschland groß gemacht hat, die die Monarchie Heiligen wollen und den Atheismus preisen . . . Der Bnndes- Tat hat sich durch seinen letzten Beschluß erneut auf den Boden des Jesuitengesetzes gestellt. Wir erwarten, daß er hier- e u 5 auch d i e Konsequenz ziehen und gesetz­geberische Maßnahmen gegen die Umsturzpartei, gegen hie S o z i a l d e m o k r a t e n n n d Anarchisten, Vorschlägen wird. Ter Hinweis auf die allgemeinen Gesetze genügt nicht: denn diese würden auch für die Jesuiten gelten.

Das sind so ungefähr auch die Gedankengänge des Zentrums, die wir schon beleuchtet haben. Die Beleh­rung über Konsequenz und Logik muß abgelehnt werden, denn hier handelt es sich um praktische Fragen, die nichts miteinander zu tun haben. Meint dieKreuzztg." wohl im Ernste, der Kanzler könne mit einem Sozialisten­gesetz Vorgehen? Mit wem und welchen Parteien sollte er es wohl machen? Die politische Vorausschau, der Kreuzztg." hat hier wahrlich nicht weit gereicht.

Aus Stadt und Tand.

Gießen, 13. Dezember 1912.

Von den preußisch-hessischen Eisenbahnen im Jahre 1912

Die nachstehenden Mitteilungen dürften allgemein interessieren. Beschäftigt sind 1912 1 7 626 Lokomotivführer, 7840 Zugführer, 17 767 Lokomotivlfeizer, 23 691 Schaffner und 16304 Bahnwärter, Nachtwächter usw Auf Fahr-, Stunden- und Nachtgelder entfallen 35 951 000 Mk. und auf Materialersparnis-Prämi.m usw. 9 270000 Mk. Letztere sind von Wichtigkeit, denn es werden an Steinkohlen, (Stein- koblenbriletts und K oks zur Lokomotivfeueruyg für 124 884 600 Mk. verbraucht, an sonstigen Betriebsmaterialien (Cd, Petroleum, Putzbaumwolle usw.) für 28 775 800 Mk., an Wasser, Gas und Elektrizität aus fremben Werken für 18676 200 Mk. Ferner werden für die Instandhaltung von Lokomotiven und Tendern 74 707900 Mk., für die der Per sonenwagen 28 716 800 Mk., für die von Gepäck-, Güter-, Arbeits- und Bahndienstivagen (einschließlich Wagendecken) 58 717 800 Mk. verausgabt. Aber auch neues Material ist teuer, denn es kosten in 1912 angeschaffte 590 Stück Loko­motiven 44 250 000 Mk., 900 Stück Personenwagen 15 900 000 Mark und 7780 Stück Gepäck- und Güterwagen 24 850 000 Mark. Tie Unterhaltung und Ergänzung der Geräte, sowie die Beschaffung der notwendigen Betriebsmatcrialien be­ansprucht 204 432 000 Mk., das sind 7 464 000 Mk. mehr als 1911; die Unterhaltung, Erneuerung und Ergänzung der baulichen Anlagen 28 303 700 Mk. (mehr 20 203 000 Mk.); die Unterhaltung, Erneuerung und Ergänzung der Fahr­zeuge und maschinellen Anlagen 264 385 000 Mk. (mehr 14 353 000 Mk.). Tie Ausgaben betragen zusammen 103 900 000 Mk. Tas sind alles recht stattliche Zahlen, die aber durch die Einnahmeerträge in den Schatten gestellt werden. So stellen sich die ordentlichen Einnahmen im Personen- und Gepäckverkehr auf 656 320 000 Mk. (mehr 35120 000 Mk.) und im Güterverkehr sogar auf 1531430000 Mark (mehr 106 930 000 Mk.), ferner die Gesamteinnahmen auf 2 327 718 000 Mk. (mehr 148 990 000 Mk.). Diesen stehen 1593 716 000 Mk. (mehr 98 429 000 Mk.) an dauernden Aus­gaben gegenüber, so daß noch 734 002 000 Mk. (mehr 50 561000 Mk.) als Ueberschuß verbleiben. Die Verkehrs­steigerung im Personen- und Güterverkehr bezifferte sich auf 3,5 Prozent.

Für die von der preußisch-hessischen Eisenbahn-Betriebs­gemeinschaft verwalteten Eisenbahnen stehen dem öffent­lichen Verkehr 38 878 Klm. vollspurige und 240 Klm. schmal­spurige Strecken zur Verfügung, das sind 308 bezw. 0,8 Klm. mehr als 1911. Von den 38 878 Klm. entfallen auf Neben­bahnen 16 472 Klm. Von den 38 878 Klm. besitzen Preußen 37 577, Hessen 1261 und Baden "41 Klm. Der Anteil Hessens an den Ergebnissen der gemeinschaftlichen Verwaltung be­trägt 1912 16 215 000 Mk. (mehr 1 237 OOO Mk.), während der Ueberschuß Badens von den auf badischem Gebiete ge­legenen Strecken der Main-Neckar-Eisenbahn 811000 Mk. (mehr 5000 Mk.) beträgt.

**Pfarrdien st nach richten. Ernannt wurden Pfarrverwalter Bönning zu Eichelsdorf zum Pfarrassi­stenten in Griesheim und Arheilgen (mit dem Wohnsitz in Griesheim); Pfarrassistent Hartmann zu Eberstadt zum Pfarrverwalter in Stadecken; Pfarrassistent Tr. Bingel zu Mainz zum Pfarrassistenten in Eberstadt; Pfarrverwalter Hoffmann zu Mainz zum Pfarrassistenten an der Chri- stusgemcinde daselbst; Pfarrassistent Flöel zu Darmstadt zum Pfarrverwalter der zweiten Pfarrstelle zu Langen;

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheften

Uhr. s*'*UM*l ,35« SW l rtn StiO I von falbe r--^7Hcr->.7.#frciiWJ kirW" Hai!E"'AsiW | e Ä'jk-i'nd fS d liZde-^WeK

liro*ö^cnbutfl.ers5tndi i

Pfarrassistent Adolph zu Grieslftuiu zum Pfarrassistenten an der Petrusgemeinde zu Darmstadt. Gestorben sind der cvang. Pfarrer i. P. Joh. Schneider von Neckar- Steinach zu Darmstadt am 15. November , der evang. Pfar­rer Ctto Lühl zu Nieder-Eschbach am 21. November Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben die evang. Pfarrftelle zu C b e r - Kl i ng c n, dem Fürsten zu Löwen stein-Wertheim-Roscnberg steht das Präsentationsrecht zu: die evang. Pfarrftelle zu Stockhausen (Tek. Lauterbach). Sämtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach steht das Prä- sentationSrecht zu. Die Fristen zur Bewerbung um die evang. Pfarrstellen zu Freiensteinau und H o p f m a n n 9 feit) wurden bis zum 15. Dezember verlängert.

* S t a d t t h e a 1 er. Die zweite Hälfte bcS Abonne­ments kann vom nächsten Moßtag ab an der Theaterkasse abgeholt werden. Es wird höstich gebeten, die Abholung während der Feiertage zu unterlassen, da an diesen Tagen wegen der laufenden Kassengeschäfte der Andrang sehr stark zu fein pflegt.

D i e Weih nachts aus st el luug der Kunst- und Handarbeitßschule Landmann findet SauiStag und Sonntag statt; sie wird eine Fülle praktischer und feiner Arbeiten aus allen Techniken aufweisen. (Siehe Inserat.)

. Kreis Büdingen.

/ " Rinderbügen, 12. Dez. Die hiesige evangelische Kirche soll umgebaut werden. Da die Gemeinde nicht in der Lage ist, die Kosten für den Umbau selbst aufzubringeu, ist der Gemeinde die Veranstaltung einer Landeskirchenkollekte bewilligt worden.

Kreis Alsfeld.

ok. Alsfeld, 12. Dez Zwei Frauen aus einem Nachbardorf versuchten, in dem gegenwärtigen Weihnachts­trubel in einem hiesigen Geschäft Waren zu entwenden. Sic hatten auch schon Gegenstände im Werte von 10 bis 12 Mk. an sich genommen und den Laden verlassen. E? gelang jedoch, ihren Namen festzustellen.

Kreis Schotten.

R. Babenhausen II., 12. Dez. Gestern abend hielt hier Landwirtschaftslehrer Hepp-Friedberg im Gasthaus«? von Wenzel einen Vortrag über künstliche Düngemittel. Der Redner erläuterte den Vortrag durch Lichtbilder. Unser Schulhaus-Neubau ist jetzt im Rohbau fertig- gestellt; man hofft ihn im nächsten Jahre einweihen zu (önnen. Hier ist ein Gesangverein gegründet worden: der Leiter davon ist Pfarrer Bühler.

Hessen-Nassau.

[1 Marburg, 12. Dez Die städtischen Körperschaf­ten sind der Anregung, dänisches Fleisch zu beziehen und durch die Metzger verkaufen zu lassen, nicht näher getreten, da sie der Ansicht waren, daß dies ein zu großes Risiko wäre. Dagegen hat die Stadt seit etwa zwei Wochen Mitt­wochs und Samstags mit dem Wochenmarkte einen Fleisch­markt eingerichtet und dasiir auf dem Schuhmarktplatze be­sondere Stände errichtet. Die Konkurrenz, die den Metzgern damit gemacht war, veranlagt die Metzgerinnung jetzt, öffentlich dagegen zu protestieren und den Magistrat zu ersuchen, den Fleis chv er kauf wieder einzustellen. Die Metzger berufen sich darauf, daß ihnen vor Jahren der Aushang und Verkauf von Fleisch im Freien untersagt worden sei. Die Metzger hätten jetzt neuzeitlich eingerichtete Läden und zu billigeren Preisen wie in diesen könnten sie nicht verkaufen. Sie erinnern auck, daran, daß in einigen bestimmten Ge­schäften ja billiges Kuh fleisch zu haben sei. Die Stadt habe die Pflicht, ihre Steuerzahler zu schützen.

X. Hanau, 12. Dez. Vom KreiSausjchussc des Land­kreises Hanau ist neun im Kreise Hanau wohnenden Töchtern von Veteranen aus den Befreiungskriegen 1813/15 ein Ehrensold von je 50 Mark überwiesen worben.

et»*?

inachts-Bäckerei

. 10 Sluck bis 80^ . ... 10 Sluck 90 H ... lOSliltf 100 ndesmailn nW8. Lindenplatz? ung!