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20.8.1912 Zweites Blatt
 
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Nr. 195

Zweites Blatt

162. Jahrgang

Erscheint täglich Ausnahme des ConntagS.

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Man muß also damit rechnen, daß diese Stimmung di? lettischen Augusttage weil überdauern wird 3br Ausdruck ist freilich in den Zeiten der sHeinbaren Ruhe immer wieder prophezeit worden

Dienstag, 20. August 19(2

Rotationsdruck und Verlag der Brübflchm Universität» - Buch- und Steindruckercc.

R. Lange, Dietzen.

Deutsche Kolonien.

Tic Schuytruppe von Südwestafrika ist gemäß den im Reichstage gegebenen Versprechungen be-

Aur Stadt und Land.

Gießen, 20. August 1912.

StaatSbahn-Personalnachrichten. Der Charakter alsRechnungsrat" wurde verliehen dem Eisenbahn-Betriebs-Ingenieur Scheu in Gießen. Ernannt

TieOietzener FaanHenblätler" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Krtisblett fir den Kreis Gießen" zwennal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Leit, fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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Wie dem auch sei. die Feindschaft gewn Deutschland tinfre! ae-ien toärug einen Ausdruck, der seit vielleicht ; wanzigIah - ren nicht so deitig gewesen ist. Tie Zeuen der frteblidvn Zurückhaliung. die von etwa Mitte der HIN irr Zähre an Kiibt wurde, sind iiun wieder dahin Ein Beobachter, der dieser Lage

deutend reduziert tvorden, olroohl diese Maßnahme in der Kolonie mit großer Beunruhigung ausge,r.'mmen wurde. Tic Ädutztruppe zählt icyt '*1 - ssi.ziere, 2** Rrrzte, 9 Tier­ärzte, Beamte, ÄW Unteroffiziere und 1414 Mannschaften, ,,.>gesamt 19 o। .»köpfe. Die Reduzierung bat eine andere Gliederung und Ga r n i f o n s ve r t ei« lung notwendig gemacht Die Garnisonen sind nioglichst an die Eisenbahn gelegt worden, bannt im Halle eines Aus- standes die Mobilmachung und der Transport der Truppen natti den bedrohten Punlten schneller vor sich gehen kann. Die Truppe gliedert sich in 9 Kompagnien nut 3 Masckiu.u- gen el rzugen rund 114'> Mann , 3 Batterien (12 Geschähe) mu 3io Mann, 182 Mann Delegraphentruppen, 162 Mann Depotperfonal, 35 Mann rreruxUtungopersonal. -9 Mann beim ."lommando, 26 Mann bei den Bezii lolominondoo. 32 Manu auf detachierten LtabSoffizierposten. Die Be- borden. Depot-fr. Lazarette find auf Windhut und Äeelmanfr« hvop verteilt, das Bezirlsiominando ist in Windhuk, cs unterhält im Lande 9 Meldeämter, daS dritte Lazarett ist in Warmbad. Zeder Mann der Schutztruppe lostet bei dieser neuen Verteilung der Kräfte etwa äUOO Mk. pro Jahr und im Durchschnitt.

Cb die niedrige Zahl von noch nicht 2000 Soldatei» genügen wird, um die Kolonie hinreichend bei Aufständen zu schilpen, sei dahingestellt. Mit einer Aufstandsgesahr muß immer gerechnet werden, da die .verero» und Rotten- totten, die früheren freien Viehzüchter und Zager, mit der gegenwärtigen Lage nicht zufrieden sind und Aufstands« versuche schon unterdrückt werden mußten. Aus der weißen Bevölterung lassen sich dis jetzt nur llcine Reserven auS den einmaligen Angehörigen der Lckutztmppe heraus- ziehen, nach genauen Ermittelungen kann man höchstens 1.50 Reservisten brauchen. Ein Aufstand wäre also mit _>tOO Mann zu bekämpfen, wovon 1000 Mann für den Station*« und Etappendienst gebraucht werden, das Feldheer beträgt also nur 1400 Mann.

erkan"t za de.

wie Ejnar MiNelsen My!iU5-Erichsen5 Papiere sand.

In der Fortsetzung seiner in dem Kopenhagener MattePoli- tJen" erschein enden Reiseausieichnungen gibt Einar Mikkelsen auf (rtrunb seiner Tagebuchaufzeichnungen im Tanmarks Fiord eine faselnde Schilderung eines der foanptmomente seiner Reife: der Auffindung der Paniere Mnlius ErichsenS, dessen cPuren su suchen er ausgesandt war. Damals hatten Mikkelsen und Zverien 1 e sogenannte Seelands-Ebene erreicht, die sich Mnlius-Enchien c.-j ein so ergiebiges Jagdrevier erwiesen batte, und auch ihre Hoffnung war starr darauf gerichtet, hier MoschuSocknen zu nnben, denn sie hatten auf dem Inlandeise so viel Hundeprovlant ver­braucht, und daS mar der schwache Punkt in,bet augenblicklichen Verfassung ihrer Erpedition. '.Iber keine Spur von MoichuS- *hicn ist auf ber imciiblichen Fläche weichen Schnees ;u erblicken, mb ein TageSauSflug. währenb bcßen sie das -.ager aan; ber ^eberwachung ber Sfrunbc überlassen, hatte auch em völlig nega­tives Erlebnis. Sie musiten sich also entschließen,Rottebaien' V ovseril eS war ein ganz erschöpfter .Hunt», ber telblt nur TX)d) aui dem Schlitten hatte nutgeiührt werden^ können, und der nun seinen gierig heulenden Kameraden zum Cpier fiel.

Dann setzte sich der kleine Zug wieder in Bewegung, indem vr iich immer dickt an der Küste hielt. Eitrig wahre Mikkel,en nach Zagbgel egen heil aliS: plötzlich aber hielt er bie^unbe an. '-Uid beschattete seine 2lugen gegen die starke sonne. La. wo das rjclb stark zum Strande herabfälll. da iit etwas 11 n g e w o b n - Üiches zu sehen, daS sich im Glase deutlich gegen den blauen Lümmel abzeichnet. Ein Moschusochse? Das Ding ÜcbMu ruhig, am ein Tier zu sein. Ein zufälliger Stein? Cber ein Steinmal, »on Menschenhand, von den Verunglückten errichtet? Run, der Weg führt auf daS unbekannte Ding zu, und nach einiger Jcit m sein Rätsel gelöst: es ist mirflicb ein keinmal. ^te liehen ceben ihm. sie sehen kleine Stücke von Treibholz, darum verureut, nnd an feinem Fuße liegt ein großer. 67 tfuß langer ^tamm. ^-as Steinmai bezeichnet daher vielleicht nur den L rt, roo lie, während Scknee den Strand bedeckte. Brenn,ton an geh au rt haben. Knb bann würde es feinen weiteren Znhalt bieten. a.och dem m, Äic ihm wolle cs ift die erste Spur, die Mikkel,en von Mhuu-fr 1 mdrien und seinen Kameraden gefunden hat, und ivenn ,ie au - >'cht Hoffnung Haben, viel zu entdecken, |o mutz,.das Mal doch ' leoßnet werden. Sie Haben kaum ein paar -Steine entfernt, us sie aui einem flachen Steine eine Schrotpatrone liegen ,eyen.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für CberHeffen

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Deutschenhaß in Frankreich.

19 DieKöln. Ztg." faßt die in Frankreich im Zunehmen '.jrif feite fetnbfehnc Stimmung gegen Deutschland als fhw ernstzunehmenoe Erscheinung auf, die nicht dadurch I:(ein zu erklären sei, daß in den Augusttagen alljährlich dis Nevanchc-Fieber stärker wird. Im vergangenen Jahre b ibc ja noch drizu der Marokkostreit den Haß belebt, wie aber stehe eS heute?

In diesem Jahre, wo keine solche 9£nreguiig gegeben ist, hat bie Leidensäiait sich nicht gelegt. Es ist im Ofcgentril ein neues Element zur Belebung der Anrempelungcn Deutschlands hinzu, lelommcn. Die Ei ntuhrdeut scher Waren nach Frank­reich. Aeltere Zeitungslescr werden sich des planrnänigen Feld- liflt'tt zur Bekämpfung dieser Einfuhr erinnern, in dessen Mittel­punkt ziemlich zweifelhafte Persönlichkeiten aus dem unbestimmten &:uid) standen, von dem man nicht we,n, wo die Politik anfängt und das Geschäft aushört. Seit einigen Wochen hat sich diese Art pktze wieder geltend gemacht, und ein Blatt nach dem andern preist die Wursgeschossc auf, die anscheinend von einer geinrinfanini G teile aus versandt werden. Immer heisst es, die deutsche Ware sci billig und schlecht. Das behauptet man in einem Lande, dessen (-nbuftrie in allen Zweigen ohne Ausnahme Allstehen geblieben ist, dessen technisckic Sckmlen immer noch dieselbe Gestalt und Lehr- Keife haben wie vor hundert Jahren. Zn einem der Aufsätze wird Mlagt, baf; Waren, die ein ft als ein Monopol der französiicken Industrie galten, aus Deutschland nach 'Frankreich geliefert werden, » baf-> die Deutschen sich int überseeischen Handel darauf berufen könnten. Zm einzelnen richten sich die Angriffe werten ber freu neben Einfuhr hauptsächlich gegen die amtlichen Stellen, die natürlich dichter zu beeinflussen sind als die Privatleute. Es drängt sich dann aber auch die Ansicht auf, daß es die in den Hintergrund gedruckten französischen Geschäftsleute sind, die Mlagen veranlassen

Farbe, und freudeAahlend sprach Iversen von der Heimkehr zur Alabama und nach Kopenhagen, ohne an die Kleinigkeit ber noch 600700 Meilen langen Reise zu denken, die dazwischen lag. Mikkelsen seinersests dächte daran, daß er einen Teil seines Reifevlanes aufgeben müsse, weil er nun aus M hl ins-ErichsenS Beruht wußte, daß der Pearh-Kanal nicht durchging, aber auch er backte froh an die Heimreise und an die schöne Entdeckung, die er mitbrachte.

kt Tas neue chinesische Alphabet. Ehinck schwelgt seit ber Revolution in Reformen. Ueberall, an allen Ecken und Enden, wirb reformiert, unb ba kann es denn nicht muübernehmen, baß auch jener alle Zopf abgeschninen werden soll, ber für uns Europäer längst unfaßbar war: das chinesische Alphabet mit seinen achttausend Cchnitzeicken! Wem graute es nicht davor! Die Reformer wollen nun phonetische Lchristzeichen einführen. Leider aber bietet ihnen feine Sprache ein Alphabet, das als passend angesehen werben könnte: die chinesische Sprache hat eben Laute, wie sie keine andere kennt. So war man denn vor die Not­wendigkeit geüellt, cm Konglomerat aus den verschiedensten Alptza- beten zu schaffen und neue Schriftzeichen zu erfinden. Tie ung dieser Aufgabe ist einem .Komitee geglückt, dessen hervor- lag.-noue Mitglieder der Sekretär Der cknnesischen Gesandtschaft in Rom und der Professor der chinesischen und lapanischen Sprach?, S o l o ii g he 11 o , an der orientalischen Akademie zu Neapel sind. 42 Sck ri'tzeichcn zählt das von ihnen aufgestellte Alphabet: 23 sind Pokale und 19 Konsonanten. Vier ber Vokale find bem Griechischen, vier dem istufsischen unb fünf dem Lateinischen ent- lihnr, wahrend nur ein einziger dem alten chinesischen Alphabet entnommen worden ist. Bon den Konsonanten sind vierzehn aus dem Lateinischen, drei aus dem Russischen unb zwei aus dem Griechischen übernommen worden. Mit Hilfe dieses Alpha- bets lassen >'ick alle Worte ber chinesischen Umgangssprache wieder- g..bcn. Zn ganz China ist die Nachricht von dem Zustandekommen des neui n Alphabets begeistert aufgenommen worden, und besonders cie 'üblichen Provinzen beginnen jetzt schon ernstlich, es einzu­führen.

Kurze Nachrichten aus Künst und Wissen­schaft. Ter Münchener G e n e r a 11 n tc n b a-n t Frei­herr v. Speibel ist schwer erkrankt und wirb an Gallen­stein operiert werben.

Redaktion. Expedinon unb Drucker«,: Schul- ftraße 7. Expedition unb Verlag: 51.

Rebaktion:«-^S11L. TeU-Stdr^ Anzeiger»,etze,u

Höchst gespannt versuchen sie den Pfropfen mit einem spitzen Messer zu lockern, aber er sitzt so feit, daß Iversen erst ein Konservenmesser holen muß. Damit gelingt es ihnen nun, vorsichtig bie Patrone zu öffnen unb wirklich, sie enthält ein test zusammengerolltes 2tüd Papier, das nun sorgfältig aus bet Hülse gezogen und geglättet wirb. Die Schrift it ganz beutlith, sic ist von Mylius Ericksen Er erzählt von bem vieltägigen Hunger auf bem Fjorbrise, von ihrem Versuche, Land zu erreichen, von ber darauf folgenden reidilutien Jagd auf ber Seelandsebene. Weiter macht das Blatt Mitteilung 'darüber, baß offenes Wasser von Külte zu Küste ihm unb seinen Kameraden aus ber beschwerlichen Reise bis zum Innersten des Danmarks-Fjorb Halt gebot, unb^jum Schlüsse bie hoffnungsvollen Worte:Vir erwarten, bas schuf in 6 Wocken bei Kap Bismarck zu erreichen."

Tie Armen?", bricht Iversen aus,so froh, so hoffnungsvoll waren sie hier, unb bann was müssen sie ausgestanben haben, bis bas Ende kam!" Für bie beiden galt es nun, nach ferneren Spuren zu suchen. Weiter zogen iie nordwärts, untersuchten Map Kronborg ohne Erfolg, erreichten bann aber ben Sommerolau ber Eipebuwii, ber schon von weitem durch ein hohes Steinmai kennt Heb war Das Land, bas sie hier fanben, war io öbe und fo kuckt mit Scknee bedeckt, baß iic sich kaum vorstellen lonntcn. wie Mylius Ericksen und die Seinen hier Mosckusock'en ausgeivürt haben mochten, aber freilich waren sie auch bis zu fünf Meilen von ihren Zelten weit gewandert, aller schneehinbemiiie un­geachtet, um ber Tiere habhaft zu werben. Tauenben, Deine Stüde Befehlag von Ihcobolüen unb einzelne Zeugfeyen fünbeten von ber Vlnnvfenheit der Mvlrus Ericksen Erpebttion: an einer hohen, vollkommen schneefreien Stelle lag ber Herd, unb am ber Spitze einer Deinen Erhöhung war bas nack'tc Mal erruhtet. i<icr fanden tum bie beiden Reuenden in einem gut verkorkten Ther- mometerfutterale Mylius Ericksens Zweiten, inzwischen jcreitfr be- fann* geworbenen Bericht über bie Reue in bem großen xanmarf:- fiorb unb über bie glänzende Expedition ber brei Männer um Map Glacier Als M'-kkelfen unb Iversen bieien Bericht gelesen hatten, verglichen sie ihre Lage mit ber Mylius-Enckiens, und ber Vergleich stimmte sie hoffnungsvoll. Jene batten, als sie hier angekcmmen waren, so gut wie keinen Proliant-mehr, sie aber noch vollen Vorra: und Brennmaterial Tüt 30 age, auch vunbefutter für eine ganze Zeit, selb't wenn bie ag ti en beit ausblieb, konnten sie es noch lange aushalten ae «etter war trarm, strahlende Sonne lieh ber oben Polarland,chatt Licht und

19. Deutscher (Drtsfranfcntaficn^ag.

--* Köln, 19 Aug.

Mit einer Versammlung, in der neicbäftlid-e Ang.legenhriten erörtert wurden, begannen hier imGürzenich" die Beratungen des 19. Deutschen L rtskranlenkassen Tage», zu dem etwa 900 Delegierte aus allen Teilen des Reickxs ringetrouen sind Zn brr ersten Haupt oersammluna hieß ber Vorsitzende des Haupt verbände-, Landtagsal' icorbnctcr Julius Fräßdorf Dresden , die L rfd icnnien, barunter Vertreter bet Regierung und be» Reicks veriickcrungsamles willkommen Hieraus erstattete Verbanbsbirck tor Hesse Dresden- bai Geschäftsbericht, aus dem hervor- gebt, baß im vergangenen Jahre 13 Millionen Personen ^in 23000 Stranfenlahen gegen Mranlbeit versichert waren xte Zahl der Unterstützungstage belief sich auf 104 Millionen, Summe der Kraiiketilassenbeiträge auf 397 Millionen Mark, zir Betrag der Aerztebonorare sei um 5 Millionen Marl gewachsen

Sodann berichtete Dr. Hanauer lFratikfurt a. M über C-Jierbcbngienc unb Reichsverstcherungtzordnung". Et nies bar auf hin, baß bie Re,ck>sversicherungSorbnung bie Vergabe von Mitteln zur Krankheitsverhütung gestatte unb zu dem Schluff, daß die Verhütung von Krankheiten jept die wich­tigste Aufgabe ber Träger ber Versickerungen werben muß, die au, diese Weise bie gegebenen Mittelpunkte der Volksgesundheit werben. Tie Kassen brauchen setzt nickt mehr zu warten, bis bie xl cm dienen erkranken unb mit ihren Aniprückicn an die Kasse herantreten, sondern sie können ihre reichlidie» Mittel in ben Dienst bet Hygiene unb vorbcugenben Prophylaxe stellen.

näd fte 11 < ma l ctraf bas B e r HLl tniS d e r >i r a n kenkassen zu de n Vieri ton Ter Geschäftsführer Brachel Köln i bedauerte, baß bie idiivebcnbe Frage durch die neuen Besdilüsse der Aerzteorganisationen eine bedeutende Versckiärfuiig erfahren habe. Alle Verträge ber Acrzte mit ben Krankenkassen u liier lägen setzt der Genehmigung durch eine Zentralstelle des Leipziger Verbandes. Dadurch gerate der Arzt in ane ganz unwürdige Abl-ängigkeit von der Koalition. Bei den Kassen berridw nncrschütteilidic Ücbereinitunmung darüber, baß bie Entsck^ribung über d<is Aerztesystern allein den Kassen zu st ehe.

Zn der Aussprache betonte Fraßdorf, baß unter kei­nen Umständen bie freie Arztwahl allgemein locr- den dürse, ba es bann kein Zurück mehr gebe. Mit welchen Mitteln der Leipziger Verband arbeite, beweise der Umstand, baß gegen ihn eine Denunzianon wegen Meineides seitens des Leipziger Verbandes eingcreicht worden sei. Selbstverständlich sei der An­zeige nicht stattgigeben worden. Er sei bereit, bie Hanb zum Frieden zu bieten, aber md)t zu einem Frieden, bei bem bie Aerzte- sckait die Bcbingungen bifticrc.

Gräf sFranknirt a. WJ.hielt eine Aussprache zwischen beiben Parteien für möglich unb nützlich, um die Tonart im Kampfe zu mildern Wenn bie Kassen aber keine Konzessionen erhielten, sei der Kampf aufzunehmen. An letzter Stelle ipradi Apotheker Skalier lEharlottenburg» überdas Verhältnis ber Kranken faßen zu ben Apotheke n". Der 9tebner fülirte aus, baß bie Arzneiversorgung burch die neue Ncichsmr'idierungsordnung viele

ii? erleide. Ter vom Gesetz vorgcschla i

Rabatt müsse auf eine angemessene Höhe gebracht werden. Auch beim Handverkauf müßten bie Apotheker Konzessionen machen Zwecks Festsetzung der Handverkaufspreise hat der Verband Mate rial gesammelt und es den Regierungspräsidenten übersandt Der Redner kritisiert die vom Llpothekerverrin heraus gegebene Handveickaussliste. Die Reichsversicherungsordnung bringe den Apothekern eine gewisse Vermehrung des Umsatzes unb baburd) erhöhten Gewinn: beshald müßten auch die slpotbefer gezwungen merben, cuicn hohen Rabatt unb günstigere Handvcrkausspreise als bisher zu gewähren.

Gräf ^Frankfurt a. M.) wandte sich gegen die Meinung, als ob den Krankenkassenparienten minbenoertige Heilmittel geliefert würden. Die Fürsorge der Krankenkassen burd) Arzt unb Apo­theker stehe auf ber Höhe.

Morgen werden bie Beratungen fortgesetzt.

75 rig-, unbedingt

Gebr. N°

Line neue Bewegung in China.

Peking, 19. Aug. Unmittelbar nach ber Verhaftung der Okmrrale Tscheng - Wu unb Tscheng-Fengwei wurde ein Standgericht abgelxtlten unb bie Gesänge- n c n hieraus h ing e r i cli t et. Sie waren H a n k a u e r £ f fixiere und sollen beide an einem Plane, eine neue Revolution herbeizuführen, beteiligt gewesen sein. Lbwohl man ihre Schuld nicht tu Frage stellt, wird das angewandte Versahren vielfach abfällig kritisiert. Tie Angelegenheit wird von der Nationalversammlung aufaenommen werden unb wahrscheinlich einen Prüsstein für bie AuLo- rität Iuattschikais bilden

Aus Schanghai wird gcmdlbct: Tr. Sunjatsen ist nach Peking a b g e r e i st. General Huangtsin Sing, ber ihn begleiten wollte, lveigerte sich im letzten Moment mitzufahren, um gegen die Hinrickstung der Hankauer Ossi- ziere durch Zuanschikai zu protestieren. Sunjatsen wurde selbst bringend ausgesordert, die Reise aufzugeben.

Das Reutersche Bureau meldet aus Peking: Nach einer stürmischen Siputtg beschloß die N a t i o na lv er sa m m lung mit 52 gegen 11 Stimmen, an Juanschtkai ein Ersuchen zu richten, er solle nähere Aufklärung geben, warum 2 Offiziere unter ber Beschulbigung, sie hatten zu einer neuen Revolution auszureizen versucht, verhastet und ohne Urteil erschossen worben feien. Das Ersuchen verbürgt in brei Tagen Antwort. Wenn bie Antwort uitbefriebigeno aussällt, will bie Nationalversammlung Iuanschikai aus- torbern, persönlich Erklärungen abzugeben Wenn bie Aitt- wort auch bann unbefriedigend ift, will das Haus Zuanschikai oder der gesamten Regierung ein Tadelsvotum aussprechen. Tie Hinrichtung der Lssiziere rief in der ganzen Provinz Hupe große Erregung hervor.

politische Tagesschau,

l^egeasähe in btt Sozialdemokratie.

Innere Gegensätze innerhalb der Sozialdemokratie [tnttii, so schreibt dieBoss. Ztg ", in den Hauptversamm uagni ber beiben sozialdemotratisdren Wahlvereine für lic Wahlkreise Niederbarnim unb Teltow-Bees kow-Charlottenburg hervor Beide galten ben Boi Bereitungen für ben Parteitag in Chemnitz.

In Der Generalversammlung für Nieberbarnim, bie in Rummelsburg abgehalten wurde, beschäftigte man sich lebhaft mit einer Konferenz, die geheim von Abgeordneten ter Partei in Eisenach abgehalten worben ist. Vergebens Ht-muhte sich ber Vertreter des Wahlkreises im Reichstag, Kbg Stadthagen, bie Konferenz als ganz harmlos hin »istellen. Fast einstimmig gelangte folgender gegen ben y.bfl. Stadthagen gerichteter Antrag zur Annahme:

Ter Parteitag wirb ersucht, zu beschließen: Ter Parteitag mißbilligt das Arrangement von Konserenzen jeder Art Tie kbgcordneten sind in erster Linie Mitglieder der iozialdemokran toen Parteiorganisation ihres Kreises und haben als solche dabcr fc:e Pflicht, dieser ihre Anschauungen und Meinungen über alle

Parteileben berührenden Fragen zu unterbreiten."

Im sozialdemokratischen Wahlverein für Teltow Veeskow-Eharlottenburg erklärte der Abgeordnete V ubeil:

Der diesjährige Parteitag in Chemnitz müsse unbedingt Klar h»it schassen in der Frage, wie sich die sozialdemokratisdie Reich- trgSfraktion zu Steuervorlagen der Regierung ver­halten solle. Das fei besonders deshalb wichtig, weil m der nächsten ReichstagSseffion die Regierung vorauSsickstlich die Erb- schajtsfteuervorlage einbringen werde. In der sozial- b« m olratif d)cn Reichstagsfraktion seien über die Haltung in Steuerfragen die Meinungen jetzt geteilt, Sib die Anhänger der beiden Richtungen ständen sich säst in g l e i - er Stärke gegenüber. Die eine Seite sei für die Ablehnung Iller Steuern, deren Ertrag teilweise für die Zwecke von Heer $nb Marine bestimmt sei. Es dürsten nur solche Steuern an er nominell werden, die zur Herabminderung der jetzigen btüden- fcn Steuern auf notwendige Verbrauckwartikel dienen. Ter an­dere Flügel der Fraktion vertrete dagegen den Standpunkt, man feile vernünftige direkte Steuern, beispielsweise eine gereckte Erb- fdjaftSfteucr, bewilligen, selbst wenn ihr Ertrag teilweise für Heer knb Marine bestimmt sei, um auf diese Weise zu verhindern, daß schlechtere indirekte Steuern zur Erfüllung dieser Zwecke beschlossen irerben. Ohne für die eilte ober andere Richtung Partei zu rbmen, beantragte Abg. Zubeil, baß bie Steuers rage auf die agcöorbnung des bevorstehenden Parteitages gricut ioerbe. Tie Kreisgeneralversammlung schloß sich diesem

'Wtrage an.