Ausgabe 
17.1.1912 Erstes Blatt
 
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Mittwoch, 17. Januar 19^2

152. Jahrgang

Erlies Blatt

Seneral-Anzeiger für Cberheffen

"n<lb*2" nmninec Notationrdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.'vttch- und 51eindruckerei R. Lange. Redaktion. Lrpedition und Druckerei: Zchulstratze 7.

bis voniütldflS y lll)t. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Lefchästrstellr vahnhosslratze (6a.

Veina-vrel 1: monatlich 75 LM., oiert e(« jährlich M. 2.2t); durch Ibbolc* iu ZweigsleUen monatlich 65 Bi.: durch die Vosl Mk.2. oievtel- jäbrL ausichl. Beilellg. ZeileucueiS: total 15"UL auswärts 20 V'euuig. Ebeiredatteur: A (Loelz. VorautworNicb für den voUu'chen Teil: Aiigust (ilocit; für .Feuille­ton", .Beruufchies' und (Meüctnafaal**: St. 9len* rntb; für .Stadt und Land": (£.£>eu; für den Anzeigenteil: H. Beck.

Er. 14

Ter Eiebener Anzeiger erscheint täglich, a ins er Sonntags. - Beilagen: vier in al wöchentlich SlcbenerFamilitndlüUcr, zweimal wöcbentl.Uxir- dlotlfür den Nreir Lieben (T iriiötng und Aiciuia); zireimal inonatl. Land­wirtschaftliche Zeitsragcn Feruilnech Aukwlufie: für die diehaktton 112, Berlaa u. Exvckivou öl Adiebe für Tevelcheu: -luzeiger vießcu.

AuS dem Reiche.

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

ür den

Ter Vorstand des Vereins der Fort- sordert die fort-

Allleitunaen lägen aotr vor uuo uuwriun nut nou) des letzten Abschlusses.

^tuieumsdircltor Prof. Tr. Back sprach überRatschläge für die Behandlung bewegliche r Gegenstände im Privatbesi d".

folgte eine Besprechung über Denkmäler und Gedenk­tafeln der Kciegerpereine, woruocr Geh. Baurat Pros. Walde berichtete, Er legte eine tunzahl üinsileiu.chec U.umürie für hölzerne bemalte Gcdenlrafeln vor, die für einige ooerhestiscye hircyen bestimmt sind ouec dort nach seinem Bor,chlag |azon ausgejühri ivurdcn. Auch teilte er seine Erfahrungen mit, die er hierbei und Lei der von ih.n des öfteren erbetenen Begutachtung von Kriegerdenkmälern zu machen Gelegenheit hatte. Als >oe,e.tlliche Boraussevung für das Geringen solcher Ausgaben bezeichnete er, Daß der vetresfenoe Verein ooer d.e oeircf^nue Gemeiuoe fich von bad zu Falt rechtzeitig einem tüchtigen, aiimannten Künstler anuerlraue. Ter Tens.italrat schlag sich die,er Aujsassung an.

Aus den nun sorgenden Ausführungen des Herrn Pros. Tr. Anthes über die Tutigtcit des Temmmarchivs und den Stand der SlunilDenkmälcr-Jiw-entari,ation iit zu entnehmen, daß das Tenkmaiarchiv schon einen recht ansehntta)en Be,rano auszuroei,en hat und ihn durch Zuweisungen und miuüufe Itamxg zu ergänzen und zu vermehren sucht. Heuer das Kun,rvenrtnaierwerk r,t neu rnitzuteilen, daß zwei Kreiie, Bensheim und Bingen, vor der Vollendung stehen. 2er Band Giesten ist soweit vorbereitet, oast nach Eingang des MauuslriptS ms^md mit der Truulegung begonnen werden kann. An dem Bano ]ür Streis Mainz wird fort- wahreno gearbeitet, die Kreise veppcnheun uns Lau.ecsach sind in Bordereitung.

Lno^i.) gerichteten Prof. Reed und Geh. Baurat Prof. Wickop über die im Sitzungssaal aufgehängten Ausnahmen der Wand­malereien, die kurz.ich in Mainz (Karmeliterürche), in W-mpsen (2oinithfdncnir(yC) und Vorder in Sjir.c. .,,r;i ^carmeiiterrioner- tirchei auigcbcüt und von der Hand des Malers Bette aufgetragen ivoroen waren. Tie Kosten der Mainzer Atmtah.ne hat in vttttcns- merter Weife die «tast übernommen, in Wi.iip,en und Hirschhorn erfolgte die Ausnahme aus Staatstosteil. Tie Au,nahmen gefeit auch hier wie bei anderen Bei,pieien sowohl danttnswerie Fingcr- öCige für die Geschickste der Bauwerte, die sie schinüctten als auch wertvoAe Beitrage sur die Emwialung-. ge, a-i^.e der mit.elattcr- iiä-en Malerei.

y?aa) ciittt kurzen Mitteilung des Geh. Baurat Dickop über die FertigsteAung und Verwendung der Pfalziapeile in tiSimpicn Idjlou der Borsibende die Siöung.

Die neue !Narincvorlage.

DieTägliche 9iundscha u" ist angeblich aufgrund zuverlässiger Mitteilungen in der Lage, über die neue Ma- rincvorlage wichtige Einzelheiten zu berichten. Die neue Marinevorlage ist danach fcrtiggefteUt, dagegen wird die Leeresvortage, die noch nicht fertig ist, voraus­sichtlich erst Ende Februar den Bundesregierungen zugehen. Tie neue Marinevorlage verlangt, daß aus den acht Reserve- schifsen, die in Dienst gehalten werden sollen, ein drittes Geicywadcr gebildet wirb. Bon diesen stehen zwei Linien­schi» e schon in Dienst. Es wird aljo die wettere Jnbten,t- steilung von sechs Schissen gefordert. Es tritt demnach zu den Geschwadern der Flotte ein drittes hinzu, das int Flottengcsctz schon vorgesehen ist, aber setther aus Sparsam- leitSgrunoen nicht in Dienst gestellt wurde. Die Ausgaben belaufen sich aus 2 5 bis 3 0 Millionen Mark, zu deren Deaung die Regierung aus die Ausdehnung der Erb­schaftssteuer aus Deszendenten zurückgreifen dürfte, da oie Deszendentensteuer allein zuviel einbringen dürfte, um die neuen Erfordernisse zu decken.

v. Radow'tz t-

Berlin, 16. Ian. Ter frühere deutsche Botschafter in Madrid und Konstantinopel, v. Radowitz, ist gestern hier im 73. Lebensjahre gestorben. Ter Familie gingen zahl­reiche Beilcidsdepeschen zu. Am Freitag vormittag findet in der St. Hedwigttrche eine Gedächtnisfeier statt, lieber

veulmalrat füc Oas Gro^h.rzogtum hcssen.

W. Darmnadt, 15. Januar 1912.

Am vergangenen Mittwoch trat der Tenkmalsrai für das Grostherzogttim zu einer Tagung der achten Bollstbung feil seinem Befichen zusammen. Ter Bor fitzende eritattete zu- ndajit den Geschästsbertu)!, oefvrach den rwecpfel im Borfitz und bcgriiüte die neu berufenen Mitglieder, Prof. Tr. Ratzinger, Pros. Tr. Pinder, Arcyivrat T. Herrmann und Arastoüirei'tor Tr. Dieterich.

Im Befolg der Verhandlungen der letzten Plenarsitzung ist im Mai LULL cm Mtninertaiausftyrettcn betr. die Erhottung uno Anlage der Fricbhofe, insbesondere den Schutz des Baumwuchscs und uer Graodcnl.näler, ergangen. Ein anderes, gleichzeitig er- lafscncs AuSfMeioen betrifft den Schutz der Allee,t uno bemerrens- luertcn Bäume, lieber das Ergebnis der Lchrrnisc am Prediger- icmiimr in Friedberg zur Einführung der Gm,Eichen in die Tenl- malpstege liegt auch |ür das Fahr lull, in dem der Kursus unter Leitung des Pros. Putzer statt fand, ein sehr ersreuttchcr Bericht der Seminardirettion vor. Zu den Ei.ttragen in die Teut- malliiie, die Besa-werden dagegen und die h.erzu ergangenen Mi- niüeriaient,d)cioungen berichtete Baurat Magner. Bop den Ein­trägen in die ^cnLnalafie entfallen Zöo aui uie Provinz 's.arten- burg, 725 auf die Provinz Ober bei) en, 546 auf die Provinz Rheinhessen. ES sorgte so dann die Ergänzung der Verjü,icocncn An-Hausse des LennnalSrätS dura) Zmoaht.

lieber die Gründung und Ausgaben tleinerer Mu,een lTors- unb Crtumuiecn) beriajt.ten Prof. Tr. Back und Pros. Tr. Anthes sehr eingehend. Hieraus berichtete an Hand von Präncn und Pho­tographien Architctt 2üinoaumci)tcr Pros. Becker über den S^and der Sicherungsarbeiten am AIainzerTom und der diesen vor- auegegongenen lau.ichen Untersuchungen, insbesondere Unt.r- gniiiDy> und Funoamcntsverhülttüs,e des Bauwerts. Tomiüpi- rular Pros. Tr. Bendix ergänzte die Ausführungen namemüch im Dinolict auf die s.nunzietten Au<ga^en, die mit jenen Arbeiten dem Tom erwüchsen.

5n der Be,Meinung über Organisation der kirchlichen Tenk- malbi.cge machte zunächst Archiurat Tr. Herr.nan.t Mitteilungen, wie innerhalb der evangelischen Kirche die Regelung getroffen i,t. '£ie Kirchenvertretnng hat in Hessen, was vis jetzt oon feiner Landechirche geschehen ist, in daittttivw.rier Meise die Verzeichnung uno Verwahrung der ürthlichen Urhtnb-en a.s ihre Pslicht anertannt. Bon dclt 420 Kirchengemeinden des Landes liegen letzt 266 diua- tcrlige Verzeichiti,>e vor, 92 Verzeiu-nisfe jtno noa) in Ar.ctt, die übrigen ftci/en noü) aus. G.^.u^t fuio oer.sts 125 Verzeich- niiie in Bogen. Man ist ferner bestrebt, auch das sonnige i.n llanoe vorhandene, Uichnche Bu.tteru.iatti.al zu e*)liCuen. Im Ansch.ust daran berichtete Domtapitu.ar Pros. Tr. Benoix für öie katholische Kira e, dast man oort in der tirastichen Urruitbat» bi^ege itoa.) nicht so ibeu ,ei. ^ie B.Uivur,e für oieicgc.ung u.w

lieber das chinesische Theater lesen wir im Teze.nlwihest derMe.t d.s Kaufmanns" foigetue ergvtz,iche Schil- oerangen:An einer Seite der Bühne hat o,e Mu^t^anoe ihren Piatz, verhtthcitd ftthen und liegen da atlec.ei Znnrumente, ai- oa find: <y0«ig, Ka,mgne.tt.i, Be^.n, i,r^.snttche u/udurre, Btein-

einztUreteii. . f

Der ronservalive Landesverein im Königreich Sachsen unterstützt d,e nationallibcralen Slichwahl-Kaiididaten und will- für den Kandidaten der Fortschrittlichen Bottspartei in Plauen ebenfalls aguieren, wenn der fortschrittliche Landesverein Gegen­seitig leit zusichert. J

Die rechtsstehenden Parteien im lo. hannoverschen Wahlkreis Uclzcii-Müchow-Tannenberg beschlossen, in der Stichwahl zwischen dem Natlonalliberalen Dusche und dem Welsen v. Medding für den Nationalliberalen einzutreten. Dadurch ist die Wahl Tusches gesichert. .

Die Polenimrheinisch-westfälischenJndustrieF bezirk Haven für die Stichwahlen die Parole: Strikte Stimmenthaltung! ausgegeben. -

Ijöruna von cin'elnen LandLkor^ani.a ionen, Abgcordneicn und Vertretern der na.ionalliberaien Wähler, bei den Stichwahlen in erster Linie die in der Stichwahl be­findlichen Kandidaten der Fortschrittlichen Volks- partei unbedingt zu unterstützen, vorausgesetzt, dass diese Partei basselbe'Verhalten beobua)iet. Slichwahlabwmmen nttc ctr.Le^eit Parttien zu treffen, blcibt den einzelnen Landesorganisatioi.en überlas,en. Wie ver­lautet, beschloß die Leitung d e r Forts ufrittlichen Voltspartei gleichfalls rie Unterstützung aller nationalliberalen Stich wahltandidaten.

Attfeld-Lauterdach-Schotten.

Der Wahllrci^verband der fortschrittlichen Voltspartet für den Wahlkreis A-.sselo-Lauterbach- Schotten erläßt in der AlsfelderBoerhess. Ztg." svlgenoe Sltchwahlparole:

Tie Hauptwahl hat zwar gegen uns entschieden, aber doch ein erfreuliches Wachsen unserer Stimmen gezeigt. Jetzt gilt es. öie Wiederwahl des sei.h.rigeu Abgeoroue.en Vtndcwalv z n verhindern. Bindeivald Hut dura) seine Absttinrnuiig für Die Reichssinanzreforin die Fntercisen des Wahttreises schwer ver­letzt. Wir IjOvCit ihn deshalb und weil er Antisemit iit, auss Energischste bekämp>t. Stan sreisinniger Mann kann ihm seine Stimme geoen. Es ist Ehren, ache sür unsere Anhänger, am 22. Januar geschloßen für Herrn Landwirtfchafts- l e b r e r H e ck (Alsfeld) einyutreten und nur ihm ihre Summe zu geben. Keiner sch.e aut Wahltage.

Lauterbach, 18. Jan. In einer hier abgehaltenen Sitzung des sozialdemokratischen Wahlkomitees wurde für die Stichwahl die Unterstützung des nationatliberaten Kan­didaten Heck beschlossen.

bs. Darmstadt, 16. Jan. Die christlich - so - ziale Partei hat sür die Stichwahl folgende P a - cole ausgegebcn:

lieber die Stichwahltaktik entscheidet die örtliche Wahlleitung in Gemeinschaft mit der Hauptgeschäftsstelle. Es werden die Wahltreisleitungen ersucht, unter leinen Umständen eine Parole ohne Zustimmung der Zentrale auszugeben. Die chrßtlich-soziale Partei steht in Erbach-Bensheim in Stichwahl gegen die Sozialdemokratie. Je nach Entscheidung der Nationalliberalen für oder wider die christlich-soziale Partei dürfte die christlich-soziale Parole in Herford, in Heidelberg und in Darmstadt ausfallen, und je nach der Entscheidung der Freisinnigen in Bensheim dürste die christlich-soziale Entscheidung in Lennep- Me11ma it n und in Frankfurt a. M. faLcn. Ebenso ist abzuwarten, ob in H e r v o r n-Dill e nb n r g sich der Fort­schritt für Tr. Lohmann erttärt, er bür.te dann die Antwort in Altena-Iserlohn uno in Hagen-Schwelm srhal.en, wo der Fortschritt aus die christlich-sozialen Stimmen angewiesen ist."

Ist das wirklich nationale Pol.tir, die in einet solchen Wahlparole zum Ausdruck kommt?

Tie Stichwahlen der kurhrssifchen Wahlkreise.

X. Fulda, 16. Jan. Vom geschäftsführenden Aus­schuß der Zentrumspartei für den Regierungs- bezirtKass elist be.chtofsen woroen, bei den am 2j. d.efes Monats itattiinbeHben Sttchwahlen in den fünf tue» heffischen Wahlkreisen Marburg-Kirchhain-Franttn- berg, Riltteltt-Hosg».ismar-Moifhagen, F^itzca^-Homberg-^ie- ßenijain, Eschwegr-Schmalialden und Hünfclo-Herssetv-.^o- icnburg für die Kandioctten der deutfchfozialen Partei ein­zutreten.

trommel, Flöten nut Fi,tel,urn.ne uno Pseisen u. a. m. Tiefe Instrumente und Teile von ihnen sind aus mannigfaltigem Mi- icrial gefertigt, es gibt solche aus Seiden, Aamousrohr, Holz, Porzellan, Tarm, Küroisschale, Stein, Eisen und anderen Metallen. Tie Melodien, die diesen höllischen Werkzeugen entströmen, sind Dem Chinesen höchst willkommen, denn er versteht das System, oas ihnen zugrunde liegt, und ist stolz aus seine Musik. Tast er aver auch ver,tändnis für europäische Musik hat, beweist der AuSsprucy eines Eetehrten, der, als er einst Beethovenmusik hörte, jagte:Tas ist die Musik, die meine Ahnen verloren ha^en." u,r erkannte die ergreifenoe Schönheit an, aber er wollte nicht gelten laßen, daß ihr Uriprung ein anderer als seine Heimat wäre uno horte mit konser^atioem Ohre zu. Der Gong ertönt nun in einigen wuchtigen Schlagen, und in Ermangelung des' bei uns sich hebenden Voryangs, öffnet sich die linke Tür, die Eingangstür, die Schauivieler treten auf. Phantastisch sind lie angezogen, denn sie stellen in den meinen Stucken, die säst aue Ehiiias ruhinreicyer Bergangenyttt entleynt find, Fürsten/ Würdenträger, Generale und Soldaten bar. Vielfach tritt die Allegorie als Aushilfe zu dem Personal der Truppe. Tann trägt zum Beispiel ein wich tunt angezogener Schauipieler hinten am buiacn beseitigt zwei kleine Fahnen und (teilt aus btcie Weise cm ganzes Heer dar Tos Gesiast ist je nach der darzuftellendeir Type g/ichmmn, oft fällt ein langer lünftticher schwarzer oder roter Bart aus die Bruck herab, manchmal bedeckt eine schreckliche Maske, die den bösen Beist and.ulet, dos Gesicht. Beim Lcyminken )icljt man daraus, bau der Scy«ispieier je nach seiner Stolle gut-- müiig oder heimtüaisch, ttug oder dumm auSsehe. Die Anwen- Dung derKulissen" ufw. iu mehr als naio. Soll ein kaiserlicher Paiast bargcucilt meruvU, fo Laut man aus Tlfchen uno Stühlen ein Gcrü,t, behängt es mit em paar jeioenen Tüchern und das Ganze iu fertig. In der Mitte bleut ein Zwifcyenraum, der oen Eingang vorsteltt. Beim Einmarsch von Solvaten in eine eroberte Stabt dient ein einfaches Pappwr cüs Stadttor. Es ist Der Wirklichkeit cntiprcdieno mit Ziegelsarbe bemalt und groß genug, um einen einzelnen Menschen ourchzulaßen. Vorher hat iia) ein Kamps aogespiett zwßchen den Belagerern uno Ver- ieioigern, wobei etwa acht Schauspieler in Iriegerischen Kostümen und mit großen Lanzen unter lamem Geschrei auf oeiben Scüen vesTors" ihre panlomimiid)cn Künste zeigen. Taoei sehen mir manchmal, daß uer eine ober aiioere Scrieger ein Bern hoch- he^t, zum Zeichen, baß er zu Pstrbe steigt, ooer wir sehen ein anderes Mal, daß die Akteure ymrercino.wer ü^cc ein faimaies Brett laufen, das eine Brücke vedeu.e.1 soll. Aud) Hochzeiten lucrocn bargefteiit. Emgeh.no prüft der Bräutigam die Bcaui, indem er tyre Stirn, Augen,. Mund und Saimtern mit dem Zeigefinger bttaftet, fdjlie^ü) perfcywiiioen beiue h.mec einem Bvrhung, zum adgemi-inen Buuoium ver Zuschauer. Nach kaum einer Minute kommen sie wi.oer hervor u.io ipie.cn unter Dem ^auchzen Oes Bottes oas nu.i vaü) enoen^e Sluck iveiut-

Kobnrg, 16. Jan.

fchri11liehen Bolksvartei in Kodurg fordert. schrilttichen Wähler össentiich aui, in der Stichwahl s nationallibcralen Kandidaten Quarck eint.utrctcn, der gegen Den Sozialdemokr. 3 i c t f d) in Stichwahl steht.

Berlin, 16. Jan. Im Wahlkreise G u m d i n n c n - I n 7 ft c r b u r g rat die naiioualliberale Partei ihren Wählern, bei der Stichwahl zwischen dem F r e is i n n i g e n Kandidawn Siehr und dem Konservativen Brandes ennurber Dahlcntdal- tung zu üoen, oder den freisinnigen Kandibaten zu wählen, unter leinen Urnftänben aber den Konservativen. .

Im Herzogtum Lauenburg treten die Ratio n a llibe­ralen sür den Fortschrittler Tr. Heckscher ein, dc.scn Wahl gegen den So.üaloemoiraten Schauenburg damit als gcfichcrt gilt. Die Stonferöatiücn halten sick) ganz passiv.

Die elsässische bcmolratischc Organisation beschloß, in bet Stid)wahl bic Un.crstützui'.g der Sozialbcmolraten Fuchs in Straß­burg-Land und Peieeles in Eolmar gegen das Zentrum.

Tie Parteileitung der Sozialdemokraten von Alzey- Dingen beschloß, in der Stichwahl mit aller Energie sür den Kandidaten der Fortschrittlicycn Bottspartei, Pfarrer Korell^

Die Reid;stagstoat)kn.

Die Stichwahlen im Reia.e finoen sämtlich in der Zeit vom 20. bis 25. Januar statt, in Hessen sämtlich am 22. dS. Mts. In unseren benachbarten Wa^l.rtt.en Wetzlar-Atten­kirchen und Atarburg-^icchhaiii-F.auicuverg füllt die Enl- fchcidung fchon am nächsten Sarnslag.

Was die S t i ch w a y l p a r 0 l e anlangt, so stehen alle Parteien vor einer recht schwierigen Frag., in erster Linie ist es für den Liberattsrnus häa,ig rcc^t schwer, fich zu entscheioen. Wenn die heutige Meldung vottstandig za- leiht/ daß die Na.ionallibcroien und Die Fortschrittler 111 allen Wahlkreisen bei den Stichivah.en sich g^gen,eiiig Wahl- hilse leisten wollen, so wäre das höchst erfreu.ich. Während man in den sort,chrtttiichen Sticiicu geneigt ift, überall da, wo die SoziaiDernotrattn mit einem sianbioatcn der rechtsstehenden Parteien in Die Sttchwahk kommen, für den Soziaioemotrateii zu stimmen, wird eS im naiunallioc» Taten Lager Darüber zu ver.chiedenen Meinungen kommen. Für Die nationaliiberule Parcel ist diese Enocyeidung eben fchwerer, uno ihre oberste Leitung Hai den cinzelnen Wahl- ircijcn Daher auch keine bestimmte Weisung gegeben. Die Stuhl. Ztg." hat Dieselbe Haltung eingenommen. Tie heffische Parttilciluug Der Na.ionalliberalen hüllt sich in Dieser Frage vorläufig in Schweigen. Es handelt jich nur um uii|Crcii Gießener Wahltrais uno den Bezirk Erbuch- Bensheim, wo nattonaliiberale Stmimc.i bei Der S.ichwayl ausfchlaggcbend sein tonnen; aber gerade hier wiro Der Partei sie Entscheidung nta)i leicht werden. In 5 Hess. Wahlkreisen find Nationalliberale felbst in der «»ttchwayl.

Auslaudische Lägen.

Tie amtlicheNorodeuische Allgemeine Zeitung" schreibt:

Uever den Ausfall der deutschen Wahlen und die künftige Stellung der Negierung und der Parteien wirb in ber auslän­dischen Preße mand^cd ungereimte Zeug geschrieben. Wir wollen nur zwei Aenßcrungen herauSgreiien. ZrnGauI 0 i s" wird erzäh.t, der Kaiser habe einem deutschen Tip.omaten gegenüber gciagt, daß die s 0 z i a l d e m o k r a t i s ä) e G e s a h r der Monarchie die Pflicyt anferiegen lonntc, die Dentfche Volksseele durcy einen Krieg wieder z u stärken. Daran ist natüräcy kein wahres Wort. Sodann spictt dieT i nt e s^ mit dem Gebauten, der Kaiser könne sich angesichts des Anwachsens der Sozialdemokratie ans Den Kaiholizl.mus in 'Teutschlaiw fcützeu und zu taffen Stärkung Gebietsteile der Habsbur gl­ichen Dtonarchie dnncFticrcn. Tas ist der Gipfeh

Tie Wahl in Gie.eN'Erur.berg-Nidda.

Das amtliche Eigcb.iis Lee Rttchvlagswahl am 12. Ja­nuar in unserem Wahttreis ist: Oberlehrer Tr. Werner- Butzbach 9ib4, Svranleiitasiekvnttollcur Beckman u-Gießen 7*ju4 und Berbandsseireiar Erkelenz- Berlin 69^9 Sttin- mcn. Auf andere Personen fielen 11 Stimmen. Die von uns am Abend des Wahltages mttgettitten Zahlen stimmen mit der amtlichen Feststellung fast ganz überein. Die Stichwahl ist, wie schon früher vorgesehen war, aus Montag, 22. Januar, festgesetzt worben.

Tie Stichwah Parole der liberalen Parteien.

Berlin, 16. Jan. Ter geschästssührenbe Ausschuß der Nationalliberalen Partei empfiehlt nach An-