Ausgabe 
16.2.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

162. Jahrgang

Erscheint t»glich mit Ausnahme btf e-nntagL.

Harbs, des Geheim sdwcibcrs und vertrauten Freundes Graften, in Steinbach i. O. erbaute Basilika, die als Scköscr Darmstabt aufgchmbcn und bann wieder neu worden ist. Nachdem unter den schwachen Nachfolgern Großen die kaiserliche Macht immer mehr schwand.

solche von hergestellt Karls des crschieneir

rn die

twEietz««er $eelll<n blätter* werden dem eHrnfifler* etmnal wöchentlich deig-legt daß Xrtliblefi ffli bei Kreis -letzen' troeimal wöchentlich Dielan^inic-astlichen iett- freien erscheinen menailid) iroeimal

Zreitag, 16. gebruar 1912

RotettonSbrud veriay der Ctüöl*kt)«n Unattrfuäi* - Buch- unb SiembrudettL

91 8 en i e, Gießen.

von Norden her aus ihren Wikingerschissen die halbwilden Nor­mannen mtb zerstörten Kirchen und Paläste. Tie von Südosten aus den Ebenen der Donau und Theis herkommenden Magyaren setzten das Zcrstöruugswerk fort. So entwickelte sich zur Zeit der Sachsenkaiser bis zu den .Hohenstaufen mehr und mehr ein eigentlich deutscher Stil, der sogenaunte romanische oder Rund bogenstil. Ein frühes Denkmal der romanifchen Kunst ist das Kloster Schiffenberg, dessen Klosterkirche 1129 geweiht wurde, ferner die Dome zu Sveyer, Mainz und Worms, die Kirche in Nieder Ingelheim, die Marienf ift »kirche in Getnha u sc n Wie sich die ronianische Kunst gegen die aus Frankreich zu uns kom­mende Got'k lange Zeit gewehrt hat, erkennt man an dem gleich- zeitigen Auftreten beider Baustile bei einer Reihe von Bauten, fo bei dem Tom in Limburg und bei der Kirche zu Arnsburg bei Licki, wobei einzelne Bauteile dec Gotik vermischt mit weiteren Bauteilen des romanischen Stiles Vorkommen. Ter Kapitelsaal im

vom italieni,d) türfif^ben Kriegsschauplatz.

General Cnneva.

Rom, 15. Fehr. General Gane» a ist am Abend über Neapel nach Tripolis zurückgereist.

Au» Statt und Land.

Gießen, 16. Februar 1912.

" Die Ko sten der Grundbuchanlegung in Hessen haben bis jetzt betragen: 1900/01: 116 306,83 Mk., 1901/02: 225 165,88 Mk., 1902/03: 224 834,12 Mk., 1903/04: 250000 Mk., 1904: 312 902,74 Mk., 1905: 319 061,40Mk., 1906: 337 432,19 Mk., 1907: 327 411,46»Mk., 1908; 328,573,07 Mk., 1909: 374 504,67 Mk., 1910: 294 098,76 Mk., zu- ammen 3 104 281,12 Mk.

** Eisenbahnpersonalien. Ernannt wurden: der komni. Eiscubahnassifteut Momberg er in Bad-Nau heim zum Eisenbahnassistenten, der Lokomotivheizer M o n di gl er in Friedberg zum Lokomotivführer und der Hilss- Weichensteller K. Henrich in Dutenhofen zum Bahnwärter. Versetzt wurden der Oberbahuassistent K ü n necke von Her­born nach Hanau und der Eisenbahnaffistent Sand rock von Bürbach nach Frankfurt a. M. Der Kohlenlader Sie g el in Friedberg erhielt für die Auffindung einer Spreng­patrone beim Entladen von Kohlen eine Belohnung. Für die Beseitigung sonstiger Betriebsgefahren erhielten Be­lohnungen : der Wagenmeister Rofenheinrich in Bebra, die Rottenführer M ü 1 lerin Schlüchtern, Bolkin Gießen, Hahn in Dutenhofen und Ufer in Garbenheim, die Wei chensteller Lang in Elm, W. Weber in Hanau, E i n - schütz in Hanau; die Rottenarbeiter Lenin g in Burg­sinn, Arnold I. und Henkel in Gießen, die Hilfsbahn- inärter Maage in Niederscheld, Seibel in Oberscheld und Rübin Hanau, die Hilfsweichensteller S t o ß in Hanau und A m e n d in Treis, der Sck>uhleger Müller in Gießen.

♦♦ Der Evangelische Arbeiterverein beab­sichtigt in diesem Jahre als Volks-Unterhaltungs- A b e n d ein Konzert zu veranstalten, gegeben von seinem gemischten Ehor unter Mitwirkung des Orchester-Vereins. Geleitet wird es werden von Musiklehrer D. Gernhardt und stattfinden soll cs am Sonntag, den 10. März in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Näheres erfolgt demnächst im Anzeigenteile. Nächsten Samstag veranstaltet der Ver­ein einen DiSkussionSabend über Unfallversicherung mit Herrn Grünig als Referenten.

Stadttheater. Die Vorstellung am nächster Sonntag nachmittag bringt zum letzten Male die Post Bummelstudcnten' bei kleinen Preisen. Cie steht in Zeichen beS Karnevals, dem auch insofern Rechnung gdrogci ist, als im Einverständnis mit dem Karnevalocrein der Be ginn ausnahmsweise auf- 4*/4 Uhr festgesetzt wurde, so da die Zuschauer nach Beendigung des KocnevalzugeS no bequem daS Theater besuchen können. Tie Abend-Vorstelluu. des kommenden Sonntags, ,Julius Gäfar', beginnt um

Äebaftten frvtbthon unb Druckerei: BAuI» strotze 7 «troebinon und tlerlag 61. Äebahiorce^llS. rel.-Adr- Anzeigers irßen.

Kloster Arnsburg gilt als das schönste Stück Gotik, das man kennt Als rein gotische Bauwerke wurden Dorgciährt: die Eliiavetcnkirche zu Marburg, das Straßburger Münster, die Katharinenkirche zu Oppenheim a. Rh., die Stadtkirchen Friedberg und Wiinpsen, Liebfrauenkirche in Mainz, Kirche zu Ober-Ingelheim und der Tom zu Köln, wobei der

M

ttukarten Ml «zwang.

n 23.Febru

Bauwerk aus der karolingiscktzm Zeit ist die im Auftrag Egin - Karls deS

nis von 26 612 Mark erzielt, was bei einem Gefamtzufchuß des Staates nach dem Voranschlag für 1911 von 118 972 3)lart einer Ersparnis von über 22 Prozent gleichkommt.^

dem Stint der Forst- nnd Käme aldomiinev des Großh Hauses erscheint nam Abschluß der vervandlungc n des Ausschusses für Vereinfachung der Staatsverwaltung als Ergebnis im neuen Staatsbudget zunächst eine Verminderung der Cberförfterfldlen um drei, nämlich von 85» auf 82. Im ganzen sollen neun Oberförster stellen eingehen, drei von bicicn Sielten, Wimpfen, Worms und Lauterbach, werden in Affistentenstellen umgeivandelt. Auch eine Bereiniachung des- inneren Dienstes der Lokalsteilcn ist seitens der Rsgierung in nahe Aussicht gestellt worden. Ter Einnahmeüberfchus; aus diesen Kameral- und Aorftbomänen ist, wie Abg. Brauer als Bericht erftatter des Finanzausschuffes fcststellt, um 170911 Mark gegen das Vorjahr gestiegen und stellt sich 1912 auf 1262648 Mark Neben Ersparnissen :m Domänialbauwefen von rund 10 000 Maff rühren die Mehreinnahmen im ivesentlichen aus höheren Holz-- preisen und gesteigertem Fällungsetat her. Es sind 440 000 Fest­meter gegenüber 433 000 im Jahre 1911 zur Fällung vorgc« eben und der Einheitspreis formte um 20 Pfg. höher, mit 10,20 Mark, veranschlagt iverben. Infolge des verhältnismäßig milden Winters scheint der Preis für Brennholz zurückzugehen. Da jedoch in den letzten Jahren in Wirklichkeit über den boj- gefehenen Voranschlag Fällungen von mehr als 20 000 Fest­metern statifanden und infolgedessen die Ergebnisse aus 1911 den Voranschlag um 368 OOÖ Mark überstiegen, erscheint die veranschlagte Einnahme als zu niedrig gegriffen. Der Finanz­ausschuß hat nach dem eingehenden Bericht über die Berhanb- lungen beschlossen, die Gewmteinnahmen dieses Kapitals mit 6 27.3 750 Mark und die Gesamtausgaben mit 5 021 102 Mark zu genehmigen.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

gotische Baustil, .der sich in feinem Streben in die Höhe kenn­zeichnet, am strengsten durchgeführt ist. Später ist von Italien her der Barockstil in Deutschland eingedrungeu, dem der Rokoko folgte. Im 19. Jahrhundert lag die Kunst im allgemeinen darnieder, ein ausgesprochener Baustil wurde zu Ende dieses Jahrhunderts durch die Bauten der Darmstädter .Künstlerkolonie mit Erfolg angestrebt. Tie Vorführung von Gruppen und Landschaften machten den Schluß des sehr interessanten Vortrags, an den sich unter der Führung des Vortrabenden nächsten Sonntag ein Rund- gang durch Gießen zur Besichtigung kunstgeschichtlicher Bau­werke anschließen wird.

** Ter vom Naturheilverein Gießen im Saale des Hotel Schütz veranlaßte Vortrag des GcneralbirektorS G. Horst-Sieber aus Leipzig war ziemlich gut besucht. Rechts- auwalr Svohr hob hervor, daß die von dem Vortragenden gewahlicn Dinge die Kernpunkte des Kampfes bildeten zwischen den Anhängern der Schulmedizin und der Naturheilkunde. Hier aufklärend zu wirken und eine Bresche zu legen in die Ansichten der herrschenden medizinischen Schule sei von grundlegender Be­deutung. Der Vortragende sprach über Medizinaberglaube, Heil­mittelunwesen, Impfung, Serrmttherapie und Ehrlich-Hata 606. Der Redner steht auf dem Standpunkte, daß die heutige Schul­medizin auf einem durchaus falschen, die Volksgesundheit und Volkswohlfahrt gefährdenden Wege sei, wenn sie lehre, daß durch Impfung mit einem Giftstoff irgend einer Rankheit vorgebeugt ober fie geheilt werden könne Es fei Zeit, daß dem Medizin- aberalauben und dem Heilmittelnnwesen gesteuert werde. Ter englische Arzt Dr. Jenner, der Erfinder der Kuhpockcnimpfung, habe der Menschheit einen schlechten Dienst erwiesen, und es fei unerhört, daß der Staat soweit gehe, Eltern zu zwingen, nötigen­falls mit Gewalt, wie dies in Frankfurt a. M. geschehen fei, die Einimpfung von Kälberlpmohe an ihren Kindern vornehmen zu lassen, die gegen die Blatterepidemie ga£ nicht schütze und in vielen Fällen den Grund zu Siechtum und Tod lege Eine große Zahl von Aerzten sehe auch die Nutzlosigkeit und Schädlichkeit der Schutzvockeninwfung ein und habe sich in den heftigsten Ausdrücken gegen sie ausgefprochen, darunter befänden sich Namen von gutem Klang, wie Schwenninger u. a. Die Wahrheit sei von jeher nicht auf der Seite der Masse gewesen, sondern nur von einzelnen vertreten worden, aber sie fei endlich doch zum Siege gelangt, lind kämpfen müßte ein jeder, der ein Herz habe für die Kinder, die doch nicht deshalb gepflegt und auf­gezogen würden, nm der Gefahr ausgesetzt zu werden, die Ge­sundheit oder das Leben einzubüßen. Nickt eher werde ein Still­stand ui der Bewegung eintreten, bis die Forderung nack Be­seitigung des Impfzwanges erfüllt fei. Gan; ähnlich fei die ganze Serumtheravie zu beurteilen: Kocks Tuberkulin, Behrings Heilserum gegen die Diphtherie. Pasteurs Hundswutimvfnnttel und endlich Ehrlich-Hata 606. Was das letzte Mittel anbelange, f > fei dessen Schädlichkeit durchaus nackgeiviefen. Die Sünden- saat lafie sich eben nicht durch medizinischen .sauber plötzlich weg- hcxen, dazu gehöre eine naturgemäße, ständige, längere Einwirkung, Eins aber habe diese Seraprobuhion erreicht, nämlich ungeheure Dividenden der betreffenden Fabriken, »vas nicht wundernehmen könne, wenn man überlege, daß ein Milogramm Ehrlich-Hata im Wette von 3,60 Mk. zu 23 000 Mk. verkauft wird. Die Chirurgie hält der Vorttagenoe für unnötig und verhängnisvoll, ba diegelungenen" Fälle stets zu neuen gewaltsamen Eingriffen reizten, von denen cs häufig beiße: Die Operation ist gut ver­laufen, aber der Patient ist geftoroen. Nach einer kurzen Pause beantworteten der Vorsitzende sowie der Redner einige aus der Versammlung gestellte Fragen, worauf die Versammlung ge* schloffen wurde.

♦♦ Unbestellbare Postsendungen. Bei der Ober- Postdirektion in Darmstadt lagern folgende Sendungen, deren Ab- enber vielleicht zu unteren Leiern wählen, als unbestellbar: IVost- anweEung über 6 Mk. vom 7 1. 11. Äufaabeom

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Aus Sofien.

Ter Bericht deS FinanjausschuffeS.

bs. Darmstadt, 16. Fcbr Ter Finanzausschuß der * .löeüen Kammer hat seine Arlxiien beend'! und das Ergebnis I reiner Tätigtest in einer 79 Truckscsten umfassenden Abhandlung I nicbergckgt, die als Nr. 108 der Truckfachen der Zweiten Kammer I der stäube heute erschienen ist In der Einteilung des Vor- sitzenoen deS Ausschusses, Tr. Osann, heißt es, daß zwei bringlidv | fcirtgabcn des Staates, welck-e in der letzten Thronrede und in dem 5cnoort der Regierung zum Voranschläge 1912 als besonders £ wichtig dargestellt wurden, bis letzt iwck nicht gelöst werden fornttn : die Regelung der Be a m t e n b eso l dn n g und die Sch u l d e n t i l g u n g. Die Vorschläge der Regierung über Aen- beping der Besold»ngsordnung von 1898, die Aenderung der yttiigv der Lehrer, der Pensionäre, Witwen und Waisen sind bei | frertigfiellung dieses Berick res den Ständen iwck nicht zugegangen: bie <5<bulbciUilgung5Vorid)Iäge der Regierung sind in neuer Wc« sialtung am 27. Dezember 1911 an die Zweite Kammer gelangt, alein deren Beratung im Ausschüsse war bis jetzt noch nicht n -glich, da dessen Zeit von den Beratungen über den Voranschlag »1912 völlig in Anspruch' genommen war. Eine Beratung der iL Eckmldentilgnngsvorlage ohne Kenntnis der Pläne der Regierung \V ü«er die anbenueitc Regelung der Besoldung der Beamten, Lehrer, iL der Bezüge der Pensionäre, Witwen und Waisen erschien aber untunlich, da der Ausschuß sich ein genaues Bild der finanziellen tBiitungcn der Erhöhung in gedachter Hinsicht mackwii muß, ehe er endgültige Beichtüfsc über die Schuldentilgung faßt. An dieser Hinsicht konnte auch die Mitteiluim des Finanzministers an den Finanzausschuß vom 12. Januar 1912 nichts ändern, in | ivddkT gesagt ist, daß eine "Aufbesserung der Beamten usw. ab I 1 April 1912 eintreten solle, daß aber eine Steuererhöhung für | 1912 nicht vorgeschlagen werde. Für den Finanzausschuß kommt ; nickt allein die Gestaltung der Finanzen im Jahre 1912 in Frage, 1 sondern mehr nock die folgenden 3alyr., in welchen die aus dem 1 Jahre 1911 zurückgelegten Referven laut Kapitel 116 b nicht . mehr tzur BerAigung ftclycn

Weiter heißt es dann in dieser Einleitung, daß der Rech- I »mgsabickluß des Jahres 1910, der seist vorläge, viel gnn- I fhger als der Vovamck3ag für das Jahr 1910 die finanzielle Lage »barftcllc. Dieser Boranfckla.z be zeichnete die Reste der früheren i»Jahre als erschöpft, verwies auf die Verdoppelung der Matrikulrr »beitrage, nahm die Erträgnisse der Eisenbahnen für 1910 auf || (*ninh des Ergebnisses des Jahres 1909 mit nur 12 Millionen üiarf an. Ter Voranschlag für 1910 schlaft bekanntlich mit einem i Jchlbctrage von 4 975 214 Mark 48 Pfg. und forderte zur Deckung - dieses Betrages eine Steuererhöhung ton 30 Prozent für die Einkommensteuer und 35 Pfg. für je 1000 Mark Vermögen. Die krände drückten diese Steuerauforderung auf 15 Prozent bei der

8 Uhr. Tiefe Vorstellung batte am vergangenen Dienstag einen großen, allgemein anerkannten Erfolg und bietet an wucht ger Mafsenwirkung, Einheitlichkeit der Vorstellung und glanzvoller Ausstattung nach aUgemeinem Urteil eine Sehens­würdigkeit, wie sie iin Gießener Stadttheater noch nicht ge- ooten worden ist.

** H e s si f ch c Ku n st In der neuen Nniversitätsaula sprach im Auftrage des Kauftnännisckn'n Vereins und des OrtSgewerde- vercins Privatdozent Dr. Rauch'Gicßcn überHessiscke Kunst mit besonderer Berücksichtigung Gieße n s". Der Vortragende führte zunächst aus, daß ein Volk nur bann Eigenartiges, in Rücksicht auf die Kunst Beachtenswertes schaffen könne, wenn cs sich auf sich selbst besinnt. Infolge des nationalen Aufschwungs sangc das deutfcke Volk in den letzten Jahrzehnten an, sich aus dem vorhergchcndeii Tiefstände, in den offenbar die individuell deutsche Kunst geraten war, wieder hinaufjuarbciler. Diese Kunstpflege könne durch Eindringen in die Kunstgeschichte wesentlich gefördert werden. Nicht LokalpalriotiSmus treibe ibn, wenn er einen Gang durch die heffifche .'fünft antreten wolle, sondern die Tatsache, daß in Hessen die Kunst von jeher blühte, so das' es möglich sei, aus allen Perioden Meisterwerke Hessens vorzuftihren. Das schließe natürlich nicht aus, daß er zum Bei - gleich auch außerhessisckc Kunstwerke lwranzieheii werde. Die nun solgcnden Darbittungen wurden durch Vorsübning eines außerordentlich reichen Bildermaterials veranschauliäü. Tie erste deutsche Kunst, wie sie sich zur Zeit Karls des Großen und seiner Nachsolgcr in dem Bau der Pfalzen zu Aachen und Ingel­heim zeigt, stand noch ganz aut röniifchen Sckmltern. Wenig lunstlerifcher Schmuck ist auf unsere Zeit gekommen. Mer das Wenige, bestehend in verzierten Säulenkapitälen, gibt Zeugnis davon, wie man sich mit Eifer und Erfolg bemühte, der Kunst zu ihrem Recht zu verhelfen. Ein eigenartiges, fcbr interessantes

dR IV II < infoinniniftcucr und- 20 Pfg. für je 1000 Mark Permog n herab. * I Tcvtzdem sind die roirriid.cn Ergebnisse pes Jahres 1910 überaus Plock'lmL ' qilnstig gewesen:«es ergab sick ein Neberschuft ton 2 060 079 Mk.

KT Pfg., iveldcu die Regierung a Reserve und Ausgleidi für rt ftfl T P fre Sdyvankuuecn des Kapitel,' l einem besonders zu bilde,id'n

Uv H wwl »onds, dem Restefonds, Kusuhren will; eigentiid hätl dieser

Betrag der Pcrwolttingsrechiuing des Jahres 1912 zugeführt wer­

den nriiffcn.

Die von dec Regierung fo ungünstig gcfdnrlbertc finanzielle ; Lage fiir 1910 hatte beit Erfolg, daft die Zweite Kammer dringend die V e r c i it i a di u n g der Staaisvcrwaltnng verlangte i und and) BorfchLäge nad) dieser Richtung hin machte. Es sind ||r denn and) erheb! i d, e Ersparnisse erzielt worden Lo ' wurden .. P. 13 Stellen für akademische Lehrer gestrichen und die Zusammenlegung von Herbste nnd Osterklassen an den Gvmnn i firn in Darmstadt und Mainz brad'tc gleichfalls Erfparniffc. ! And) die wirtschaftlichen-Verhältnisse haben sich gebessert, was , in den Eisenbahneinnahuien znm Ausöruck komme. Tie Finanzen de-S GroftHerzogtums wären als.' als günstig Zu bezeichnen, wenn nickt, wie gesagt, die beiden Aufgaben: Beamlcnbcsoldung lind kchuldentilgnng noch zu lösen trärc».

Was nun das Ergebnis dec Beratuilgen über die einzelnen i iapitel anlangt, so haben wir gelegentlich der Sitzungen des I Finanzausschusses schon in der Hauptsache mftgeteilt. Zu Ka- vilel 12, direkte Steuern, Regalien, indirekte Auslagen und Ein­nahmen ans oen'düebenen Quellen, sieht der Anssdmß eine Ein­nahme von 24 215 770 Mark und eine Ausgabe von 2 773 981 lrorf vor. Der Ausschuß siebt ferner eine Bennlligung der ,weiten Rate im Betrage von 7100 Mark für die Landes- Universität Gießen vor. Für den Botanischen (Karten jin Darmstadt wurden zur Erneuerung der Gewächshäinev 11 250 iIrTtarf im Voranschläge gefordert: der Aussdmß beantragt die feroillinima dieser Summe Das viclumftrittene Thema die k c r ü a n 11 i d, u n n der Polizei in Offenba d) er,ordert d - Summe von 151 220 Mark Um der Technisdicn Hochschule Mn Darmstadt den derzeitigen bervonagenben Lehrer für Eellu Ibitchciiiie zu erhalten, werden 2500 Mark extra gefordert. Für |l * hölieren Lehranstalten beantragt der Ausfckuß die im Bor In schlag vorgesehene Einnahme mit 2053046 Mark unb bie uSgaben mit 3 049 352 Mark zn bewilligen. Für bie höheren liirgeridiulcn hat sid) ber Zuicknßbebars um den Bttrag von 200 Mark erhöht, so daß eine Gefamtansgabe von 148 346 Ml ohvfnbig ist. Zu beni Kapitel 40, Lehrerseminanen, beantrag! ft Ausschuß bie Bewillinnug der Einnahme mit 4071 Mark nb die Ausgabe mit 372 170 Mark. Audi die Bollssckule er irden ein Mehr von 5000 Mark, bie Gesamtkosten dafür be ragen 2 830 370 Mark. Die Einnahmen ber Hebammen-Lebi | lenftalt zu Mainz sind um 4740 Mark, die Ausgaben um 3494 ^.arf höher als int Vorjahre. Ter Ausschuß beantragt zu bieieni Irpitel die Bewilligung der Einnahme mit 18 760 Mark und tet Ausgabe mit 50 234 Mark. Für bie am 1 April v. ^s. fcffnctc Landes-Heil n u b P s l e ge a n it a 11 bei Cic Fen werden beantragt die Bewilligung der Einnahme von 14925a Mark und der Llusgabe von 286165 Mark F^ die Unterdrückung und Mwehr von Viehseuchen werden 90 300 Mk. beantragt. Die Armenpflege erfordert ein Kapital von 116 80a ?arf. Für die Kri inin al ka f fe in Ob er denen ist eine pusgabe von 130 460 Mark und eine Einnahme von 80CKi Mark vorgesehen, für diejenige in Rheinhessen dagegen eine Ansgabe Den 227 030 Mark, eine Einnahme von 15 980 Mark.

Für die Groph. Oberrei nungskammer

seid infolge der Beratungen des Llusfchusscs für Vereinfachung kr Staatsverwaltung bcfaimtlid) verschiedene i_rganiiattons- »:rändcrungen beschloffen worden, die ihren Nicderidnag in dein kocanidilag dieser Behörde im neuen Budget gchnibcit hohen. ?lon hat bie Beibehaltung ber allgemeinen gegenwärtigen Lr» iniiiatioii für richtig craditct, insbcfonderc auch das Weiter » neben der Jnstifikattlr II einer llcberroeinmg ihrer >?aupt- titigkcit. (Revision ber Rechnungen von Gemeinden, Kreisen unb Provinzen in die Lokalvcrnalttingsbehörbcn porgezogen, ba in l'Sicrem Falle der große Vorzug, der m einer, nad» einl)eitlut»en {6k'ichtspunkten aus>wübten Revisionstättgkeit enter durchaus un- cbJjängigen Zenttalbedördc liegt, verloren ^ingc und überdies lunch die Verleitung dieser Revüionsarbeit in die Lokalverwa!

' ta«gsbehörbcn eine inianziAle Erfpariris überhaupt nicht tu cr- 4 barten wäre Durd) bie im übrigen vorgesehene Rcorgannarion | 7 f|er Behörde wird im neuen Budget eine G. e 1 amterspar-

Ijccr und

Zur Reform des Militarstrasrecht?.

Die Frage einer Reform des Militärstrafgesetzbudzes hat, fo wird uns aus Berlin gefchrieben, den Gegenstand von Erwägungcm der Heeresverwaltung gebildet. .Der Reichstag hat wiederholt den Wunsch geäußert, eiue Reform des gesamten Militärstrafrcckfts, des Beschwerderechts und >es chreugerichtlickien Verfahreirs gegen Offiziere in die Wege zu leiten. Nach einer Mitteilung d c s B u n d e s- rate? a» den Reichstag kann an eine Reform des MilitärstrafrechtS nicht gedacht werden, da das Militär- strafgesetzbuch eiue Ergänzung des bürgerlichen Strafgesetz­buches ist und auch das Strafensystem des Militärstrafgesetz buchs auf dem des bürgerlichen Strafgesetzbuches beruht. Au eine Umarbeitung des Militärstrafgesetzbuches kauu da­her erst hcrangetreteu werden, wenn das Ergebnis der Reform des bürgerlichen Strafgesetzbuches vorliegt. Die Vorarbeiten für diese Umarbeitung sind indessen, soweit es nad) dem Stande der Reforin des bürgerlidien Lkras- gesctzbuches möglich ist, in die Wege geleitet. Tie Militä'- trasgerichtsordnnng, die erst am 1. Oktober 1900 in Kraft getreten ist, l/at fick in der Armee gut eingelebt, eine Reformbedürsttgkeit kann nach so kurzenl Zeitraum nicht zugestanden werden. Auch ein Bedürfnis zu einer Ab­änderung der Besttmmungcn des Beschwerderechts kann nick)t anerkannt werden. Auch liegt kein Bedürfnis vor, der Frage wegen Reform des el)rengerichttid)en Verfahrens gegen Offiziere erneut näher zu treten.

in 3 Akten.

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