Ausgabe 
16.4.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

|62. Jahrgang

Nr. 89

Erscheint tS-Ttch mit Ausnahme »tf Sonntag».

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t>ie Söhne, auf der andern die Töchter. In Oberwegfurth Schlitz ist ein Grabstein, dar einen Reiter zeigt. Es ist

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DieGietzeoer Lmnillenblätter- werden dem , Anzeiger* viermal wöchentlich deigelegt, da» ^Kzelsblott fit den Kreil Stehen" ,we,mal wöchentlich. Die .Landwirtschaftlichen -eit- fragen" erscheinen monatlich jrocimaL

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lag, führte jeder Gang tzur Kirche auch zu den Gräbern der Lieben, die Erinnerung an die Toten blieb lebendiger. Sehr lehrreich war auch der zweite Teil des Vortrags, der die Geschichte des 'Denkmals behandelte. Tie Grabsteine enthielten ost Ranre, Stand und Eharakteristik des Verstorbenen, darunter befanden sich der Text, ferner Jnnungszeichen und Wappen. Auf manchen Grab­steinen wurde die Familie des Toten dargestellt, auf einer Seite

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lieber die Augsicherung aus den preuhischen Staatsbanken

hatte der Eisenbahnminister im Budgetausschuß des preußi­schen Abgeordnetenhauses eine interessante eingehende Dar­legung gegeben, der wir folgendes dem Berichte des Aus­schusses, der jetzt vorliegt, entnehmen:

Bezüglich der Zug zusammen st öße steht Preußen gegen-

Dienstag. 16. April 1912

R#tettonlbrud und vertag der vrühl'schen UntversuätS Buch- und 6tembrudecel flt Lange. Dießen.

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 61.

Redaklwme-^IIL Tel-Ad r^AnzeigerEießen.

Der Grund, weshalb die Zahl der Gäste, die gegen Arbeits­leistung Unterkunft suchen, zurückgegangen ist. besteht darin, daß die Aufnahmebedingungen für diese Leute schärfer ge­worden sind und streng gehandhabt werden. Im Arbeits­nachweis der Herberge waren im März 84 offene Stellen an­gemeldet. darunter 32 von auswärts. 73 Stellen konnten besetzt werden und zwar 23 mit Handwerkern und 50 mit Arbeitern.

Tragoner tragische ist bei

wenn nicht die dringendsten Gründe es erfordern. Auf neuangcleg - ten Friedhöfen soll an passender Stelle keine Leichenhalle oder Wagenschuppen stehen, sondern eine Kapelle oder Kreuz.

Veteranen ist eine besondere Bcgräbnisabteilung vorgesehen. Bei

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, 16. April 1912.

* Die Meldeordnungen in den hessischen Städten entsprechen schon längst nicht mehr den veränderten VerkehcS- verhältnissen. Wie wir erfahren, ist jetzt eine Meldeordnung, die einheitlich für das ganze Land eingeführt werden soll, im Ministerium in Ausarbeitung.

' DaS Submissionsverfahren beim Kreisbauamt ist mit dem Wechsel in der Leitung deS Amtes geändert worden. Während früher die Handwerker ihre Forderung nach Prozenten vom Kostenvoranschlag abgeboten, verlangt das Kreisbauamt jetzt einen vollständigen vom Unteruehmec berechneten Kostenvorauschlag.

* Besitzwechsel. Die ehemals Gnauth'sche Villa an der Gartenstraße wurde für 36 000 Mk. an den Privat- i dozenten Dr. Kleeberger verkauft.

Von den Wandernden. Im März kehrten in der Herberge zur Heimat 1222 Wanderer (gegen 1262 im März 1911) ein, von denen 307 (gegen 435) Unterkunft gegen Arbeitsleistung annahmen, während der Nest von 915 Gästen (gegen 827; Selbstzahler bildeten. Interessant ist die Gegenüberstellung der Benutzungszahlen für das erste Vierteljahr in den letzten 3 Jahren, die sich ergeben. Es logierten: 1910 4681 Wanderer, darunter 2805 gegen Arbeit,

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Grabstein, der veranschaulicht.

gräflichen Freihos. Auch nicht selten dargeftellt:

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Kreisverein für heimalpflege.

Gießen, 16. April.

Ter Kreisverein für ländliche Heimat-, Wohl­fahrts- und Kun ft pflege hielt gestern nachmittag im Felsenkeller unter dem Vorsitze des Provinzialdirektors Geheimerat Tr. Usinger seine Hauptversammlung ab. Sie war außerordentlich stark besucht. Nach der Rechnungsaülage betrugen 1910 die Einnahmen 180 Mk., die Ausgaben 152,45 Mk., 1911 beliefen sich die Einnahmen auf 182,35 Mk., die Aus­gaben auf 151,45 Mk., so daß das Vermögen auf fast 1000 Mk. anwuchs. Ter Voranschlag für 1912 wurde mit 187,90 Mk. einstimmig genehmigt. Es sind als Mitgliederbeiträge 125 Mk. vorgesehen. Bei der Ergänzungswahl des Vorstandes dankt der Vorsitzende dem ausscheidenden Baurat Die hin für seine Ver­dienste auf dem Gebiete des ländlichen Bauwesens. Es wird an seiner Stelle Kreisbauinspektor Hechler einstimmig gewählt. Im Herbst d. I. findet in Gießen eine landw. Kreisausf- st e l l u n g statt. Ter Ausschuß ist "ber Ansicht, daß sich der Verein dabei auf dem Gebiete des Trachtenwesens betätigen solle. Tas Fest werde vom Lande stark besucht und da solle man Frauen und Mädchen als Trachtengruppen auftreten lassen. Kirchew- rat Strack-Leihgestern erinnerte daran, daß sich bei einem früheren landwirtschaftlichen Feste der frühere Trachtenverein mit gutem Erfolg beteiligt habe und zwar im Festzug. Anders kämen auch diesmal die Trachten nicht zur Geltung. Bürgermeister Leun glaubt, es ließe sich ein Verkaufsstand in einem Pavillon einrichten. Provinzialdirektor Tr. Usinger betont, es müüe alles vermieden werde, was an eine Schaustellung erinnere. Re- gierungsrat Tr. Merck glaubt zu wissen, die Ausstellung werde ähnlich der Lauterbacher Kreisschau, dort gab es auch Trachten- gruvpen aus dem Schlitzerland. , Es könne ein Umzug in der Ausstellung stattfinden. Auch die große Ausstellung in Kassel hatte eine große Anzahl Trachtengruppen aus ganz Kurhessen auf­zuweisen. Pfarrer H o f m a n n - Winnerod ist gegen solche Gruppen und erklärt sie für Schaustellungen, er spricht auch gegen das frühere Butzbacher Trachtenfest. Ihm treten Abg. Leun und der Vorsitzende entgegen. Tracht gibt es noch in Langt-Göns, Großen-Linden, Leihgestern, Watzenborn-Steinberg, Treis a. d. Lda., Londorf, Kesselbach, Ruddingshaufen usw. Tie Ansicht geht schließlich auf den Vorschlag des Abg. Leun hin, einen P a- villon zu errichten, in dem Frauen und Mädchen in der Volkstracht verkaufen. Von großem Interesse war der aw­schließende Vortrag des Pfarrers Schulte- Großen-Linden über das Thema:Ter ländliche Friedhof in Oberhessen in seiner Geschichte nach Platz und Denkmälern". Tie Friedhöfe befanden sich früher stets um das Gotteshaus, daher der Name Kirchhof. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts schritt man aus hygienischen und baulichen Gründen und ivegen Raummangels dazu, Sie Friedhöfe außerhab der Dörfer zu legen. Ter Friedhof galt früher als heiliges Land, soweit die Kirche ihre Schatten warf. Selbstmörder, Verbrecher, Ketzer, Ungläubige, Zigeuner wurden nicht auf den Kirchhof beerdigt. Tic alten Bräuche wurden wohl "burd) die Reformation abgeschwächt, aber noch bis vor etwa 60 Jahren wurden Selbstmörder usw. in einer besonderen Ecke des Friedhofes beerdigt. Man trug sie nicht durch das Tor, sondern warf sie über die Mauer mit den Worten:Werft den Schuft in die Gruft, bis ihn der Teufel ruft." Kirchhöfe wurden eingeteilt in einen Teil für die Eingesessenen und die Fremden. So hat der allbekanMe Friedhof an der Totenkirche bei Meiches einen Raum, auf dem die Handwerksburschen, Zigeuner, Pfarrer und Schullehrer beerdigt wurden. Auch in Gießen soll es im 17. Jahrhundert ähnliche Einteilungen gegeben haben, ferner in Großen-Linden und Romrod. Tie Friedhöfe waren oft so Nein, daß bei großer Sterblichkeit die Leute schon nach etwa 10 Jahren die altcn Gräber benutzen mußten. Die Knochen wurden dann in Beinhäusem gesammelt. Als der Friedhof noch um die Kirche

Kreis Schotten.

-L Gedern, 12. April. Zur Vermeidung der durch den Bahnbetrieb auf der Kreisstraße GedernStockheim be­stehenden Gefahren beabsichtigt die Eisenbahnverwaltung, da die Bahn StockheimGedern oft große Strecken die ge­nannte Kreisstraße mit benutzt, die Geleise an solchen Stellen durch Prellsteine und Trennungsgitter von der Straße abzuschließen. Auch soll die Kreisslraße an gefährdeten Stellen verbreitert werden.

Kreis Frievberg.

-e- Butzbach, 12. April. (Gemeinderatsiitzung.) Bürger­meister Flach machte die Mitteilung, daß das Kreisamt die Einleitung des Mahlverfahrens für die Gemeinderatswahl noch nicht angeorbnet habe, weil die vom Ministerium erlassene Wahl- anleitung noch nicht zu erhalten sei. Tas Gesuch des Ge­meinnützigen Bauvereins Butzbach um Uebernahme der Bürgschaft für eine Kapitalaufnahme bei der Versicherungs­anstalt Hessen im Betrage von 25 000 Mark wurde gegen hypo­thekarische Sicherheitsleistung genehmigt unter ber Bedingung,

Von 1881 bis 1885 war er zum ersten Male Präsident ber Deputiertenkammer. Nach Ferrys Sturz, im Jahre 1885, wurde er Ministerpräsident und Jnstizminister. Im Jahre 1894 wurde er wieder Präsident der Deputierten­kammer und blieb es bis 1899. Im Juni 1906 übernahm er aufs neue das Präsidium in der Kammer, das der feierliche alte Brisson nun bis zu seinem Tode führte.

Henri Brisson umgab der Nimbus des unbeugsamen alten Republikaners, er galt als eine Verrina-Gesda.lt. Man nannte ihn wohll'austöre Brisson" den strengen Brisson und wollte damit seinen puritanischen Charakter und den Mann zeichnen, ber seit fünfzig Jahren nie in seinen Anschauungen geschwankt hatte.

Paris, 15. April. Die meisten Generalräte Frank­reich s, die heute die Session beginnen, hoben zum Zeichen der Trauer für Brisson die Sitzung auf. Poincars, Präsi­dent des Meusc-Dcpartemcnts, erklärte in einer Rede außerhalb der Sitzung, die Regierung lege in der auswärtigen Politik Ge­wicht darauf, daß niemand in Europa im Unklaren sein könnte über die friedlichen Absichten Frankreichs und den Willen, die Interessen und die Würde Frankreichs zu verteidigen, sowie über den festen Entschluß, das Bündnis mit Rußland und die Entente cordiale mit England aufrecht zu erhalten und zu pflegen. Die Regierung betrachte es als heilige Pflicht, die Streitmacht Frankreichs zu Lande und zur See zu erhalten und zu entwickeln.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesien

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Die wirren in China.

London, 15. April. DieTimes" meldet aus N an - fing: Nanking ist jetzt vollständig ruhig. Es herrscht strengstes Standrecht. Bei der Niederwerfung der Meuterei vom Donnerstag sind 200 bis 300 Leute getötet worden. Alle Regierungsdeputierten haben nun ihre Ge­schäfte eingestellt. Mehrere Minister lehnen die ihnen an- aebatenen Portefeuilles ab. Die revolutionären Mitglieder der Regierung bezeigen wenig Neigung, sich nach Peking zu begeben. An ber Pukaubahn stehen gegenwärtig 20 000 Mann, 30000 Mann in Nanking, abgesehen von ben Trup­pen im Yangtsetal, und 18 000 Mann in Schanghai. D i e Lage gilt allgemein als außerorbentlich un - b efr iedigend und eine schleunige Lösung nicht wahr­scheinlich. Eine Hauptschwierigkeit liegt in der Unmöglich­keit, die Truppen des Südens anders als auf der Äsen­bahn in Bewegung zu setzen, weil es auch an Transport­mitteln fehlt.

Das Reuter-Bureau meldet aus Peking: Die chine­sische Regierung erllärte in Beantwortung des Protestes des englischen, französischen, deutschen und amerikanischen Gesandten gegen ben Abschluß der englisch-belgi­schen Anleihe von einer Million Pfund Sterling, es sei wahrscheinlich, daß sich die Belgier ber internationalen Finanzgruppe anschließen. Das Fehlen ber bringendestn Gelbmittel verursacht ber Regierung wiederum äußerste Sorge.

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Landkreis Gießen.

Grünberg, 15. April. Die Höhere Bürger­schule begann heute ihr neues Schuljahr. In die Anstalt wurden 33 Schüler neu ausgenommen, so daß die Gesamt­schülerzahl auf 133 gestiegen ist (128 im Vorjahre), von denen 68 aus Grünberg sind. Die Stelle deS am 1. April nach Bingen versetzten Oberlehrers Dr. Ehrhard wurde durch Entschließung deS Ministeriums dem Assessor Dr. Plank auS Gießen übertragen.

Kreis Büdingen.

-1. Büdin gen, 12. April. Die unter staatlicher Auf­sicht stehende Blumenbindeschule begann dieser Tage einen neuen Kursus. In der Schule werden Blumenbmde- und DekorationSkunst, Farben-, Pflanzen- und Geschäfts­kunde gelehrt.

Errichtung von Denkmälern sollte nicht der Geschmack der Ein zelnen, sondern auch Rücklicht aufs Ganze maßgebend sein. Der Geistliche hat ein Mitbesttmrnungsrecht bei Anlage des Fried Hofs usw. Jeder Friedhof sollte Bänke und hohe Bäume besitzen. Die Anlage und Einteilung des Friedhofs soll nicht nach 4 schnur­geraden Linien geschehen, es soll mehr auf gärtnerischen Schmuck und schöne Ausgestaltung gesehen werden.

Pfarrer Schlosser- Rodheim spricht Wünsche bezüglich des dortigen Friedhofs aus, Pfarrer Hofmann spricht über die Verhältnisse in Saasen. Die Bürgermeister Sann- Weitershain und Sch epp-Saasen bedauern, daß sich der Denkmalschutz nicht um die alten Friedhöse gekümmert «habe. Pfarrer H c p d l n g - Hausen schildert den alten Friedhof auf dem Schiffenberg. Bau meister Traber und der Vorsitzende wünschen, daß These uird Vortrag veröffentlicht werden. Ein Regierungsbaumeister fpil ersucht werden, /inen Entwurf über die Anlage eines länd­lichen Friedhofs unter Berücksichtigung der gärtnerischen und künftlerisckten Gesichtspunkte auszuarbeiten, zugleich ist Rücksicht zu nehmen auf ein aufzuftellendes Kruzifix oder eine zu erbauende Kapelle.

da, da die Sickwrungseinrichtungen auf den preußischen Staats­bahn en fortgefefct Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit sind. Was zunächst die Verbesserung der Signale angehe, so führte der Minister aus, so sei im abgelaufenen Jahre für bessere Beleuchtung durch Einführung neuer Signallaternen gesorgt worden. Es sei eine neue Einrichtung, die S i g n a l s ch a u, geschaffen worden, die jährlich und bei neuen umfangreicheren Anlagen unter Be­teiligung von Lokonwtivftihrern ftMtfinde. Bei dieser Signalschau werde die Richtigkeit der Aufstellung der Signaleund die Deutlich­keit der Signalbilder geprüft: in erster Linie würden die Wünsche der Praktiker mit berücksichtigt, und die Feststellung erfolge bei Fahrten auf der Lokomotive. Es seien dann die Doppellicht­signale eingeführt worden, und es sei im porvergangenen Jahre, als cs sich um die Verbesserung der Signaleinrichtungcn handelte, zu den Konferenzen eine Deputation von Lokomotivführern, die sich eines besonderen Rufes erfreuen, ^gezogen worden. Daneben liefen umfangreiche Vcrsuckw, um Hilfsmittel gegen das Ueber- sahren der Haltesignale zu finden. Wie schon bei anderen Ge­legenheiten, sei aurb hier festzustellen, daß alle Einrichtungen abgelehnt würden, die die Bremse selbsttätig aus­lösten, und zwar geschehe dies in Ucbcreinftimmning mit einem großen Teile der kontinentalen Bahnen, namentlich der englischen. Die Staatseisenbahnverwaltung sei der Auffassung, daß solche Einrichtungen mir eine Steigerung der Betriebsgefahr bedeuten, eine Auffassung, die von dem Lokonwtipslührerstande geteilt werde, der sich gegen die Einführung von Einrichtungen 'zur selbsttättgen Auslösung der Bremse verwahre.

Dagegen sei die Staatseisenbahnverwaltung mit umfassenden Versuchen befaßt, die sich auf Vorrichtungen beziehen, die dem Lokomotivführer beidcrAnnäherungaueinSignaldurch hörbare und sichtbare Zeichen.aufderLokomotive anzeigen sollen, daß er sich einem Signal nähere. Diese Erleich­terung, die dem Lokomotivführer gegeben werden solle, könne auf ben verschiedensten Wegen erreicht werden. Ein von van Braam erfundener Apparat bestehe im wesentlichen darin, daß etwa 200 Meter vor dem Vorsignal zu beiden Seiten Iber rechten Fahrschiene ein schräg ansteigender Streckenanschlag fest angeordnet sei. An der Lokomotive sei ein 'Schleifhebel angebracht, der tauf die geneigte Flache des Streckenanschlages auffahre und, wenn er einen gewissen Höhepunkt erreicht habe, auf der Maschine selbst ein Hebelwerk betätige, welches auf dem Führerstand ein sichtbares Zeichen Hervor­rufe und gleichzeitig ein hörbares Signal ertönen lasse. Der Führer wisse bann, daß er sich einem Signal nähere, was bei Nebel, Schneetreiben und dergleichen für ihn sehr wertvoll sei. Leider batten die angestellten Versuche zunächst kein zuverlässiges Ergebnis geliefert. Die starke Bewegung der Maschine habe vielfach zu Versagern geführt, und bei großen Geschwindigkeiten sei es zur Zerstörung des Apparates gekommen. Nach einer Verbesserung des Apparates feien wenig Versager mehr vorgekommen. Aber in diesem Winter, im Januar und Februar, während des Frostes und Schneegestöbers habe sich doch ergeben, daß der Apparat auch jetzt nod) nicht zuverlässig sei. Es seien in dieser Zeit in einem Dftektionsbellrk Iciblühe, in anderen aber schlechte Erfahrungen gemacht worden, so daß in den letzten Tagen der Zugsicherungs- sesellschast habe mitgeteilt werden müssen, daß der Llpparat noch nicht biejenige Zuverlässigkeit besitze, welche die Staatseisenbahn­verwaltung von ihm erwarten müßte.

Es sei noch ein anderer Apparat geprüft worden, der darauf beruhe, daß neben der Schiene auf der rechten Seite in der Fahrt­richtung eine Streichschiene angebracht fei. An der Loko­motive befinde sich eine Vorrichtung, die wie eine eiserne Bürste aussehe und wenn die Lokomotive an der Streichschiene vvrbeisahrc, einen Kontakt auslöse: dann trete dasselbe wie bei dem vorigen Apparat ein. Auch hier sei die Wirkung noch nicht zuverlässig. Man habe aud) versucht, dasselbe zu erreichen, indem man aus der oberen Kante des Wagens einen Kontakt herstellte.

Dann sei jüngst ein recht interessanter Versuch mit einer Er­findung von Stahmer in Osnabrück gemacht worden. Dieser bringe einen Dauermagneten an, der in gar keiner Verbindung mit ber Schiene stehe, sondern darüber außerhalb des lichten Raumes schwebe: auf der Maschiene befinde sich ein kleiner Ausbau mit enter drehbaren Vorrichtung, die durch die Wirkung des Dauer­magneten betätigt werde: dann trete auf der Maschine dasselbe ent, was vorhin geschildert sei. Diese Vorrichtung habe sehr viel für sich und müsse versucht werden.

Im großen und ganzen besteht bei der Staatseisen- bahnverwaltung die Anschauung, daß sie am loeitesten komme, wenn sic fortfahre aus dem Wege, den sie bisher den bewährten Sicherungseinrichtungen und den Vervoll­kommnungen, die die Technik ihnen gegeben habe, beschrit­ten habe, indessen müsse man sich hüten, weil eben damit so gute Erfahrungen gemacht und so große Erfolge erzielt worden feien, neue Erfindungen, die schließlich sich be­währen könnten, deshalb abzulehnen; das solle auch nicht geschehen.

wie ein Mann beim Kirschenpflücken vorn Baurn stürzt und tot liegen bleibt. Im Böhmerwold waren die Notenblätter üblich. Später kam das Holz- und Eisenkreuz als Grabdenkmal auf. Heute sieht man aus den ländlichen Frittchösen einen Luxus, daß man oft glaubt, ein Grabsteingeschäst zu sehen: alle möglichen Gesteinsarten stehen nebeneinander.

Folgende Leitsätze fanden nach längerer dlussprache Annahme: Es sollte verboten werden, Kirchhöfe von der Kirche we^zulegen.

llonseren; mitteleuropäischer wirischaslsvereine.

Brüssel, 15. April. Die Konferenz mitteleuropäi­scher Wirtschaftsvereine von Deutschland, Belgien, Oester­reich und Ungarn verhandelte in ihrer heutigen Sitzung über die Frage der Vereinheitlichung des Scheckrechtes. Ta im Laufe der Verhandlungen sich Differenzen zwischen den eiw- >elnen Vortragenden ergaben, sprach sich die Konferenz in ihrer Entschließung für die baldigste Vereinheitlichung nach dem Vor- Illde des Wechselrechtes aus und empfahl dabei besonders die gesetzliche Regelung des Gebrauches des gekreuzten und des Rech- mungsschecks.

Ter iloeite Punkt der Tagesordnung betraf die Errichtung eines ständigen Ausschusses und die Abhaltung regelmäßiger Kon- ßerenzen der großen Notenbanken. Hinsichtlich dieser Frage, über i>ie der Breslauer Universitätsprofessor Julius Wolff einen Vor­trag hielt, sprach sich die Konferenz für das Zustandekommen -internationaler Konferenzen aus, um die Regelung leg internationalen Zahlungswesens nach Tunlichkeit zu erzielen.

Zum Tode des französischen Kammerpräsidenten vrision.

Der französische Kammerpräsident Brisson, der am «Sonntag gestorben ist, war 1835 in Bourges geboren. «Gleich so vielen französischen Politikern begann auch er sserne Laufbahn als Lldvokat und Mitarbeiter oppositio- meller Blätter zur Zeit des zweiten Kaiserreichs. 1871 ttourde er in die Nationalversammlung, 1876 in die De- iwtiertenfammer gewählt.

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