Ausgabe 
14.2.1912 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

M. 38

162. Jahrgang

trldbetnt tS-llch mfi Ausnahme des Sonntags.

vrvcn Präsidenten zumeist

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eigerun- wirb in dem (?tn il. C, iolgendes fa

62 Fstm. und W'.

10 Uhr.

1912. cilter. r.

Af-smann'-hhawr natürlichem tiichtw&wecft

Bein uitOriiche Füllantc mit natürlicher Kobleusäure aoge» Broschüre mit Hell berichten und Arzt-GnUchten freL

Brunnenferwiltung Gichtbad Assmaanshiusen am Rhein.

Dryot für Giatr*: Jean Weisel, Telephon JC33,

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Königsberg T anzig Stettin Polen Breslau Berlin Tiagbeburg Halle Leipzig Dresden IHofiocf Hamburg Hannover Tüsjeldori Köln

Frankfurt a. 2)!. Bianuheim Strastburg

dvrha »denen NcichstagSpräsidcnten Bische c r ft c Vizepräsident )ic Seschäfte der heutigen .Sitzung.

9hm ist der Anfang für einen

iiflann der Rin-, 8910 Uhr. Ufiflerunj Tiftrikten rkaövcrskovi ml L oC. verftei.i öainbudjen 5, fr* nni: Bucken UM Zieiern U fori Hcifiö Sui. :Sute| ^dilage. Ltöcki! merii. Eicken L h 8 von dem Suite gsrcing sind.

HO mit Mtai. U üvvcl Sm.: 6it >en sind teils zu Li nci.

Mittwoch, 14. Zedruar 1912

Roianonsürua rind Verlag der Br üblichen Untt>crfuäi5 - Buch- und Steindruckerei.

9L Lange. Dieven.

Gerichtssaal.

Das Urteil im rüffeldorfer Spielerprozeß.

.zh, Düsseldorf, 13. Febr. In bent bereits erwähnten Svielerprozes' beantragte der Staatsanwalt gegen den Angeklagten Tr Schröder sechs Monate Gefängnis uno 2000 Mark Geld­strafe, ebenso gegen Georg v. Wrcdc, gegen August v. W rede und Löwen je drei Monate Gefängnis und je 1000 Mr. Geldstrafe. Tic Verteidiger beantragten Freisprechung. Tas Ur­teil lautete gegen Schröder auf zwei Monate Gcfäng- n i S und 3000 Mark Geldstrafe, gegen A u g u st v. Wrcdc am zwei Monate Gefängnis, gegen Georg v. ^Wrcde und Löwen auf j c einen Monat G c f ä n g n i s. Tie erkannten Gefängnisstrafen werden als durch die Untcrsuchungsl)aft bei allen Angeliagten als rerbün erklärt.

TieSiebener ZamiliendläNer- roerben dem ^Anzeiger* otermal wöchentlich beiqelegt. das Kretsbleti fit den Kreis «letzen" .weimat wöchentlich. Tie ..Landwtrtlchaftltchen 3eti> tragen" erscheinen monatlich iroeimal

Nedaknon, Ervedinon und Tnicferet: 6d>ul* strotze 7. Groebmon und Verlag 6L Redaktion:«-^ 112. rel.-Adr..A,uergcrDteven.

ab. » ', i 1911 - - rstonsuM

n-r.

III. ®

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der sozialdcmokra-

Herr Schcidcmaun

- garmslii

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Restaurants. Ter Saal füllt sich; anfangs nur stockend uitb mäßig, und cS hat den Anschein, als ob man die Menschenfülle ter bisherige» Wahltage, die selbst in jeaicc Zollnacht vor zehn fahren nicht stärker nxn, nicht wieder erleben werde; aber Schlag , nach 2 Uhr ist der Saal bis auf den liebten Platz gefüllt und schweigend schont alles hinauf nach der (ritrabc, auf der sich in den nächsten Minnis» ein Stück ReichStagögeschichte obspielen wird Tie tiftrabc des Bundesrates hat plqfelicf) (ifrifled Leben bekommen; zu Herrn Walmfchaffe, der schon einige Minuten stnnend auf und abgewandelt war. trat Herr Delbrück rnb mit ihm dec ganze Stab der Staeckssekretäre. Sie waren pflichtgemäß erschienen, denn auf der Tagesordnung stand ja ,nich ein Punkt sachlicher Verhandlung, mit den Interpellationen dir erste Lesung des Etats. Natürlich waren die Herren von der Negierung sich ebenso incnig im unklaren, wie jide andere im Saa!. bar, auch die beu tige Sidung nach kurzen Äinuten offne jegliches Ergebnis ihr Ciide finden und zunächst einmal eine vorläufige Lösung der Präsidenten- Irise um einen weiteren Tag vertagt ioerden würde. Sie halte wohl allesamt die Neugier hergeführt, den ersten Sozial­demokraten im Teut scheu Reichstag prästdieren zu sche... Noch zwei Minuten Pause, bann stieg Herr Scheide mann durch das Spalier seiner Geno'ssen im schwarzen Gehrock giim Tische des Präsidenten hervor. (Ein leises Rühren an die n locke und, flankiert von den Schristtführern, an allernächster stelle den Genossen Mischer.Berlin, leitete an Stelle des nicht-

Vermnchtes.

'Bilder a u3 b c m überschwemmten Sevilla Tie Verwüstungen und die Not, die die Hochflut in Südsoanien, besonders in Sevilla und in der Umgebung dieser alt erichmten Stabt angerichtet bat, sind nach den letzten Schilderungeil viel gröber und verderblicher, als man ursvrünglich annahm. Ter Minister der öffentlichen Arbeiten ist in größter Eile bereits in das Unglücksgebiet abqercifi und inzwischen ist auch das Königsvaar in 'Jhibaliüicn emgetrofieu, um die Rettungsarbeucn veifonlid) zu uberivachen imb die schwer beungesuchte Bevölkerung zu unter- flfiyen. Ter Minister versuchte zuerst, vom Bahn hoi aus in einem Wagen zu den am schlimmsten verwüsteten Stadtteilen vorzu- dringcn, aber er mimte das Gefährt bald verlaffen und seine Fahrt in einem Boote forderen. Zn vielen Stadtteilen reichen die Fluten, >vie in der Calle de los Manires, bis zu den Balkons am ersten Stock der Häuser, uub eine Bootsfahrt auf den Sirageil i't ein gefährliches Wagnis; die Fluten lifirmeit tosend zwischen den Häusern dahin unb besonders an den Straßenenden bilden nck gc fährllche Wirbel, die die Boote leicht zum Kentern bringen. _ Am Freitag fiel cm Betrunkener au? einem Boote und obwohl Sofort eine weitere Anzahl von Fahrzeugen den Unglücklichen zu retten suchte, war es nicht möglich, ibn noch den Wag em zu entreißen bic iDilbe Strömung rij ihn schnell fort unb er ertrank tu den .mellen. Tie Gaswerke unb die Gleftryitätsrocrfe von ceotUa fteben unter Wasser unb am Abend herrscht in der Stadt unburdp dringliche Finsternis. Zu all dem tritt nun noch drohend bas Gespenst der Hungersnot Allein in der Stadt Sevilla und loOOu Männer durch die Hochflut arbeitslos geworden. Ter Cnenbabn- und 'Saqcnücrtebr ist völlig unterbrochen, so daß man nicht weiß, roje man Nahrungsmittel herbeischaffen soll, um tue Notleidenden ui fpeifen Noch schlimmer sind bic Verhältnisse in dem benacn- barun Tiiana vier traten bic Fluten des Guadalauwir nachts nut furchtbarer Schnelligkeit über die Ufer. Tie Nachtwächter schonen Uire Revolver ab, um die Bevölkerung zu alarmieren, bic Sturmglocken lauteten unb in Nachthemden stürzten d-.c in wenigen Minuten von beu Fluten AbgeschutUenen aus die Balkons unb jammerten um Helfe. Tte Soldaten unb Feuerwehrleute retteten

Tie mystischen Kranken»

Es neben unter uns taufende Menschen mit gebeugtem Kopse, blaßem (Rendite, zitterndem ftörver, die nicht wissen, toas ihnen eigentlich fehlt? Ter Arzt findet sofort bic Uriadic dteier unertrag- lidicn Svmtome, denn 90"/» dieser ninstischen Kranken leiden an Ner- veni'chlaffbeit, Blutarmut und BerdauuugSitöruug, gegen bic mit Borliebe Leeiserrin verordnet wird. Tiefes 'braoarat hat eine wc= linidic Wirkung, das? es neues Bim in den flörccr bringt, die Blut- törverchcn bereichert, jedes Teilchen des Organismus, stärkt, imö bje geschwächten, erschlafften Nerven wieder arbettSmbig macht. ES bcmiücn daher blutarme, ncroemchwache und ichwachltchc Menich^n mit vollem Vertrauen Leenerrin. Breis Mk.!. die Flafchc, zu haben in Avoibckcn,. ganz sicher von: Umventlats Apotheke und Hirsch Apotheke Gießen. ' 1

sckwächung erfuhren.

Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide am 1000 k$r je naH Qualität, wobei der Borwoche in

folgt:

Roggen 182 (-

Passiva, genommene apitalien 1!

tgliedcrguihab.il ieroesondS ll

triebSrücklage li rfuitfonto ( > oidenden

Stimmungsbild " aus dem Reichstage.

Dasselbe Bild wie an den Tagen zurvi Ein ständiges 3b | rrtb Zu am Portal 2 des NcichstagSgebiäubeo, der Eingangs, .ifortc der Abgeordneten, unb jenseits des FahrdammS in Reiben i pcorbnet ein erwartungsvolles unb neugieriges Publikum. Tann in ben späten Lormitl.igSstunben üi bc-, tcri junicgenen Sälen be« Obergeschoffes b i e Sitzungen ber Fraktionen, zum Teil nur kurze Zeit währenb, um nach cuncr Stunbe ober einer bclben roiebrr ausgenommen zu werden. Fn bet Danbekhallc ein hastiges Hin unb Her von Reichdboten, unb Journalisten unb nur wenige Seßhafte. Angesessene an ben- behäbigen Tischen beö

letzten Markttag in Mark vro das Mehr ( + j bezw. Weniger 1 beigefügt ist, wte Weizen

46 Jk.- 5 L* » ijiim., 53.

534 Rkizs,^ W ^b°i (Onx - 1912.

il '-BetStob,

ndji so schwer, alö c<3 scheinen fönnk; bemi bic unerläßliche Ge» ilKiflvcnahrcnIx'il findet er int schönem (Surialftil auf ben L Echriststückcu. die ihm der Direktor beim Reichstage, der viel» F erfahrene unb geübte Herr Geheimrat. Jungheim, zur Verlesung ; lirtreedu. Und da erfuhr denn da.- HauS aus dem Munde deS ! 'bizepräsidenteii offiziell die Namen der in der letzten Sitzung ge- iräMten Schristfübrer, Seren Stimmzüsfer eine langwierige Fest-, n.llung crf4>rbect hatte. Es bekamen rruch die schon auf alles ge­setzten Parteien auf der Rechten unb im Zentrum einen Beweis fron der gut bürgerlichen LiebenSwüirdigkeit und Gefälligkeit des als so zukunslLstaatlich raüikal verschrieenen Etenoffen-Präsiben.- itn, benn Herr Scheibemann ticrtinibrrtc mit niilbem Lächeln, baß Bin den Herrn soundso, imb zwar geinde Herren von der Rechten unb vom Zentrum, den gewünschten Urlaub erteilt hatte.

Man ließ sich von Herrn Scheademann bestätigeu, baß die biderischc Ministerpräsidcntschaft dvS Zentrum im Reichstage cimitvnkn cm volles Prozent feiner Mandate gekostet bat und *- hier ei eignete sich der erste Beifall der .Herrn Scheidemann s aus den Reihen Der Konservativen -gezollt wurde, als er erklärte, fr habe van Herrn Spahn bic Mitleiliing erhalten, daß dieser bm A m t bc d ReichstagSpr.äsibentcn nieberlcge. k b.e lach ter quittierte von den roten Bänken. Damit waren bic 8 pischaftlichen Mitteilungen zu Enj»e unb man hätte nunmehr in - tic Tagesordnung cintrcten können, wenn nicht ein Antrag ber K yoacorbnelcn Basseruiann unb Gröber die Vertagung d e r H Sip uiin auf morgen zwecks L'esetzuiig der verwaisten Präsi. ' dcntenflelle verlangt hätte. DaS gesamte Haus erhob sich für itn Antrag und Herr ScheidcnKinn beschloß, die von ihm von Anfang bis zu in Sckiluß geleitete Sitzung in der gleichen Weife, > tnc alle Präsidenten vor ihm sschon getan hatten.

Geldstrafe von 50 Mark verurteilt, in zwei weitere» Fällen ober von dieser Anklage freigesprocken worden. Auf^Berufung bei Staatsanwaltschaft hob bic Strafkammer das Schöffengerichts urteil auf und erkannte wegen gewerbsmäßigen Wilderns auf eine i Gefängnisstrafe von < Monaten und auf Einziehung des Gewehrs Tcm Urteile zu Grunde gelegt wurden ;roci_ Fälle unbefugter Fagdausübuiig, von denen sich der eine im Sommer 1909, bei andere im Sommer 1911 zutrug. Ter zweite gab den Anlaß mit Strafverfolgung. Ter Sdiabenbadyr Förster, der dem L. schon längere ßeit aut der Spur war, und ein Forstgehilfe, traten ihn ain fremdem Fagdgebiet mit dem i<fupfertigen Gewehr auf den Knien in einer Hecke sitzend. Auf Anruf floh er, ivar aber von den Forstbeamten bestimmt erkannt worden. Ter friiberc Fall aus 1909 lag ähnlich unb trug sich in der Nähe dieses Tatortes zu. Ta hinsutam, das; L. eine Ncihe von Jahren an einen Giesener Wildinetlaudler durck ichnittlikli eine solche Menge Wild geliefert hatte, bar sie in auffälligem Misiverhältnis zu der Gröhe feines in der Mde liegenden Fagdgclnetes stand, gelangte das Geruht auch unter Würdigung der An und Weife feines Bor gehens, bie die Annahme des gelegentlichen Jagdfrevels ausschloff, zur Bejahung der Frage der Geirerbsmäffigkeil.

Erfolglose Berufung.

Ter Handelsmann I. M'. in Steinbach war am 13. Tezember 1911 von dem Schöffengericht Hungen von der Anklage ber 3wc iberI;anU u n g gegen einige t i Ist et i chcnpol izeiI i ck c Vorschriften des Kreisamls (Vieren losgesprochen worben Tiefe verbietet den Händlern mit Miauenr ich den Handel im Umherzichen. st. war am 9. Mai 1911 auf dem Wege durch Nonnenroth von einem ^ionncnrölhcr Mann angcsprock.n worden, der ihm fagte,^cr komme il in gerade recht, er wolle ihm eine Kul verkaufen. Ter Handel kam zustande. Von diesem zu einem Nachbar geschickt, körte er hier, das; er zu spät komme. Tas Schöffengericht er blickte in diesem Verhallen Lin gegen bic krcisanitlichc Vorschrift rerstofendes Hausieren mit Vieh, wenn auch an unb für sich nackt den Lestiinrnungen der Gewerbeordnung schon das Nach fragen ohne vorgängige Bestellung unter den Begriff des Dand.r gcwerbes falle. Tie Staatsanwaltschaft terfolgte Berufung gegen diese Entscheidung. Tie Strafkammer wies sie als unbegründet zurück und schloff sich der Auffassung des ersten Richters an.

Berufungsvcrwerfung

Ter Landwirt F. T. III. in Ranstadt hatte 2 Schweine unb ein Math nach Nidda vertäust und wollte sie am 25. Sept, v. 3. dorthin verbringen. F. erkundigte sich zuvor bei dem Bürgermeister in Ranstadt, welche Vorschriften er dabei ,ui bc obachtcn habe Tiefer belehrte ihn, dast treisamUichc Geneh­migung zur Ausfuhr aus dem Socrrbcurf, zu dem bic Gemar­kung Ranstadt gehöre, erforderlich fei und ferner eine tierärzt­liche Bescheinigung über hie Seuchenfreiheit der Tiere. F. tarn dein nach unb verschaffte sich tierärztliche Bescheinigung und kreis amtliche Genehmigung. In Nidda angelangt, erfuhr er, das; noch weiter eine Einfuhrcrlaubnis der Bürgermeisterei Nidda erforder­lich sei. Tiefe wurde ihm verweigert, da eine Abschlachtung der Tiere noch an demselben Abend nicht mehr criolgcnjomttc. Bon der Gendarmerie angezeigt, wurde er vor das Schöffengericht gestellt, weil er nickt vorher die Ginfuhrerlaubnis der Bürger meisterei eingcholt habe. Tiefes wrack in frei. Tie Staats anwalt'ckaft verfolgte Berufung. Tie Strafkammer wies fic als unbegründet zurück, davon ausgehend, dasi F. durch feine Er­kundigung beim Bürgermeister und Sic Erfüllung von dessen Weisungen alles getan habe, was man von ihm verlogen könne.

Etttscheidungeiivon prinzipieller Bedeut ung fällte die Kammer in zwei toeiteren, zur Verhandlung stehenden Strafsachen wegen Ucbertrctung viehscuchenpolizeiticker Anord nungen. Es bandelte sich um die Frage nack ber Rechtsgültig feit' der kreisamtlicheu Bekanntmachungen. Tic beiden Unter gcrichte hatten sich für ihre Ungültigkeit ausgesprochen, weil sie keine zeitliche fBcgrctitung ihrer Geltungsdauer enthielten. _ Tos Landgericht dagegen bekannte sich zu der.Auffassung, da« die B^tanntmachungeu als gültig anzufchen seien, da in ihnen die Seuchengefahr genügend .ickennzcichnet fei und fick daraus |til( schweigend ihre Geltungsdauer ergebe unb nahm die Angeklagten in geringe Geldstrafen

Gicßcncr Strafkammer.

Gießen, 13. F

Geij?erbsnräsiiges Wildern.

Ter Landwirt T. L. von WeitershaiN war üonjxmr ^montn- cstt Grünberg nxgen Jagdvergehens in <xnem traue zu einer

Hunderte, aber es war nickt zu verhindern, dast trotzdem eine ganze Neihe von Unglückticken in den Wellen unikamen

Auf der Flucht vor bent Busck)brand Mit ber in Australien seht hcrridtcubeii Li.c und Trockenheit ist über das Land eine wahre Hochflut von Buschbränden herciiiflcbrodKn und oft gelingt cs ben Ansiedlern mit mit liiapper Not, sich den Fangen dieses lobetnbcit Ungeheuers ui entroinben und das nackte Leden zu retten. Fetzt find Sie Frau unb bic Tochter cincs der reichsten Getreide­händler von Australien nur mit tnappcr. Not und nack einem aufregenden Wettrennen mit bett Flammen itnein chrecklicken Tobe entronnen. Mr. Wilfon Hall wohnt in bi r Nähe von IMylor in Sübauftralien; er war zufällig verreist und nur seine 3rou ^lnd fiinc Tochter in dem Landhause anwcseud, als vio lick ein Buschbraud cintral. Mit unglaublicher Schnel.igkeit bahnten sich bic Flammen über bas Land ihren Weg, unb die bi iJen Frauen wurden sich der 0>efahr erst bewusit, als sie plötzlich bic leuchtende Glut über ihre» Garten herein brechen sahen. (5 in paar Sekunden später war bereits daS Haus Dom Feuer erreicht und begann zu brennen. 9htr dürftig 'bekleidet rannten di' beiden grauen ,;um Stall unb stürzten fiel) auf bas vor Angst bereits wie tolle Pferd. Es war Ft ine Zeil, an Sattel unb Zaumzeug zu denken, ohne weiteres sprang man auf den.Rücken des Tieres, bic Mutter saß vorn und lenkte bas Pferd mit bett Hänben. Zum Gluck gelang es, dem scheuen Pferde die Richtung auf den benachbarten Fluß ul geben: hier sprangen die Fratli'N'ab und liefen hastig in bas Wasser, bis sie bis zum Halse in die Fluten sanken. Während das Feuer vorübcrzog, tauchten die beiden Frauen fo oft als moglid) unter und fie tarnen schließlich glüdlidi mit dein Leben davon, da der Wind den Buschbrand fd)ncU weiter fortriß.

echtieit'g' , I.

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uzung ber Sri |

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

Getreidc-Tvochcu bericht

der Preisbericktsstelle des Tcutt'chcn Landwirtschaftsrats vom 6.12. Februar 1912.

Mit dem Umschwung zu milder Wittcning nahm der Ge- trciöchanbcl tinc ruhigere Haltung an, unb wie zuvor bic ge­steigerte Nachträge nach Futtcrnuttcln, so blieb zuletzt bas Nach lassen derselben nicht ohne Einflust auf die Lage des Brotstoj'- Marktes. Tiefe Nuckvirlung zeigt sich namentlich beim Roggen, da dessen Verwendung zu Futtcrzweckcn ja lediglich von der Höhe der Futtermittclvreise abhängt, 'leben derartigen Erwä qungen spielte in der Berichtswoche aber ber Umstand nut, bau die Provinz zu Preisen, die si chca. 13 Mark unter Maiwen stellten, als Abgcber für September auftrat. Ta austcrdem die Käufer an der Küste wie im Inlande etwas mehr zurückhielten, büßten Sommertermine im Verlauf gleichfalls 3I Mark ein. Weizen konnte feinen Preisstand im allgemeinen bester behaupten, da für biefen Artikel die andauernd feste Lage des Weltmarktes den Ausschlag gibt. Zn Argentinien dauert ber streik fort, fo daß die Verschiffungen wieder nur geringen Umfang au' wiefen und mehrfach Rückkäufe von Januar- und Februarkon- tratten erfolgten Hinzu kommt, daß Italien und zuletzt aiick, Frankreich Interesse für deutschen Weizen bekunden, zumal Mser sich wesentlich billiger stellt, als andere Provenienzen. Mel düngen über scharfen Frost in Amerika trugen heute ,nieder dazu bei, bic Preise zu stützen, so bast der Verlust im Licieruugsgescha't fidi auf 12 Mark befchräntt. Für Hafer zeigten bic Händler fick merklich zurückhaltender. Tic Provinz trug bicfer Situation mit einer Ermästigung ihrer Forbcrintgen Rechnung, idficn aber zuletzt weitern Untergeboten Widerstanb entgegenzufetzen, zumal Rurlaub fest blieb unb Argentinien manches zurücklaufte. Futter- qcrflc mußte fich auch etwas niebriger stellen, aber bas Angebot t>oii Rufflanb bleibt knapp, ba bic Vorräte bort fchon lehr zu fauimengefchmolzen sinb. Für Mais zeigte sich Amerika ent- gigculommenbcr, unb damit mußten auch Die Prcifc für L.dcim- iinb Tonau-Mais entsprechend nachgeb en, während die iveientlich niedrigeren Forderungen für Plata-Mais nur eine leichte Ad-

Dlüncken .

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin .

Budapest Avril 202.65 ( 2.35); Liverpool März 177.1» , |5)- Paris Februar 222.15 ( 1.20); Chicago Ma» 159o0 (- 1.35). Roggen : Berlin Mai 196.25 (- 3.00). Hafer: Berlin Mai 19:1.50 < 3 25). Fntterqersie: cif Hamburg fckwim. Io7.ö0 (- 3.00 Februar-März 157.25 <- 3.25). Mais: Mired Febr.- mtär: 138.00 ( 150), Cbcifa fckwimm. 136.00 l-j- 3.00), -tonaii ichivnnm. 128.00 ( 2.00), La t:lata Mai-Juni 121,00 ( 2.00) Mk.

fc Gilerttmnt t Srt:CtÖCn^ ll3tm.2ur4IrÄ.

50-59$^.

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Mb. Deutscher Reichstag.

I Vieric Sitzung, Dienstag, den 13. FevruaL.

Am Tische bev BundeSrat. Wermuth, Dr. Delbrück, £r. Liscc, v r nette W <r h n s ch a f f e , K ü h il und zahl- Mrciche fübbcutid).- Mommqfarc.

Das Haus ist stark besetzt, die Tribünen sind überfüllt.

Erster Vizepräsident Sdjci bemann eröffnet die Sitzung um V . Uhe 15 MiMitcu nut bet Mitteilung, daß bei bet Wahl der »echt Schriftführer folgenbc Äbgcordneic Stimmen erhalten hoben- B ö r w i kc l (Nat!5) 363. Dr. Neumann-Hofer t;p.) 360, Stadien (Soz.) 290, v. Morawski (Pole) 280. ÄSogallaü. ®icbcrftcir. (Kons.) 241, Engelen (Zentr) W14, Belzer- (Scnlr.) 227, F' fcker Berlin (Soz.) 216. Diese ttgtoebneten sind also als Schriftführer gewählt.

Ferner erhielten noch Aöa. Dr. Braband lvv) 182 etimmen. c r t i n OeBß sRp) 143 unb Sictmctfcc IfDirtsch. Vereinig.) 62 Stimmen.

Der crste Vizepräsident Scheibcmann teilt bann Itfilcc mit, daß der Abgeordnete Freiherr v. Hcrtliug (Zcntr.) »infolge seiner Ernennung x/urn bayerischen Staatsminister sein | Ran bat niebcrgclcgt hat.

Voni Präsibentcn Dr. Spahn ist folgendes Schreiben ein» Hramgcn;

Betlin, bcne12. Februar 1912.

Dem ReichSlagSptä sidium teile ich crgebenst mit, daß ich das Amt des Reichst agSpräs identen hiermit ; nieberlcge.

t (förtl Hört! Bewcgunss unb Heiterkeit.)'

Erster V i z c p rc, s i d e n t Schcidcmann: Es ist uur Jm | Inschluß an diese Mitteilung ein Antrag Bass ermann tNatl.), töber (3enir.) z'.igcgangen, die Sitzung nunmehr zu llc c t a g c n. (Heitertert.)

Der Antrag wird."herauf einstimmig angenommen. (Heiter» tif und Bewegung.)

Näch ste S i tz n mg Mittwoch 2 Uhr: Wahl b e s P si­lenten, Interpellationen B a s s e r m a n u über die Zuacr- l-'nfereiiz, Ablaß ückec die Teuerung, Albrecht auf Auf- sibung deS KartostebzollS, ferner erste Lesung deS Etats.

_ Schluß 2 Uhr 20 Minuten,

.. oe. Hin »««gitoS "und Tiefb^ [mischen B»«*8

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