Ausgabe 
11.5.1912 Fünftes Blatt
 
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fünftes Blatt

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162. Zahrgang

tdcbdnt Stzlkck Aulnahm« de« Sonntag«.

Norfolk-Anzo"

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II1 Diele Vereine und Verbände, die selbständig nebeneinander, zum

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kalte Steffi

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nach Erkältungen und den bamit bundenen Beschwerden empfiehlt, nicht nur für Kinder, sondern für Erwachsene jeden Alters.

Dte .«leßkner Kamtllenbläner' werden dein Onjcifler* viermal wöchentlich beigelegt, bat Krelsblatl für dev Kreis Kietzen" »weimal wöchentlich. Dieraabwirllchafllicheo Lett» trage»" erscheinen monatlich jroetmaL

ver- aber auch

Schädlichseiten, die unser heutiges Leben mit sich bringt, entgegen arbeiten: wir müssen aber auch danach streben, daß wir den er hoble» Anforderungen, die das heutige Leben an unsere Nerven- kräfte stellt, nachkommen können. Körperliche Kräftigung soll ims in unseren Nerven kräftigen, uns straff machen und damit unsere Freude am Leben, an der Arbeit, am Schönen und Guten erhöhen. (5s ist das Leben ein steter Kamps argen alles Schlechte. (udi geistige Kämpfe fordern frohe, irische Körper- und Nerve» kraft, dlber wer wollte leugnen, da» wir »ns stets auch noch gegen andere als rein geistige Kämpfe wappnen müsse»? Tas muh selbst der ärgste Feind unseres Militärsnsteins zueeben, daß wir uns körperlich und geistig kräftigen müssen, um de» (Gefahren eines .ikrieges begegne» zu können. Das Bewußtsein der eigene» Straft inacht jeden einzelnen ruhig, sicher und stolz. Ties und nodi viel mehr löst! sich zugunsten körperlicher Kräftigung sagen Äcnn wir diese jetzt noch energischer als bisher fördern wallen, dann ist cinnial ein Hervorlrcben der Arbeit für die männliche noch nicht militärpflichtige Jugend für den Ansang berechtigt inan darf nicht zu viel auf einmal erstreben wollen: und gerade der Gedanke an die militärische Notwendigkeit der Kräftigung skcbt heute mit Nedxt vornean. Mer das wollen wir nie vergessen, daß diese Beschränkung nur eine einstweilige sein darf. Sodann Rist die Lervorl-ebung des nationale» Charakters der Be Rwegung vollberechtigt. Wie jeder auf seine Familie stolz ist, so ntiih jeder auf sei» Volk, sein Vaterland, seine Heimat stolz sein. ' Dafür müssen wir arbeiten; dann fördern wir im Wettstreit der

Volker auch das höchste Menschl-eitsideal. Unter diesem Zeichen allein fönnen wir den Zusammensckstnß aller am Fortschritt des Guten beteiligten erreichen.

Solche Okbanfen beherrschen uns alle ? Don solchen Gesichts - punkten auS sind alle unsere bisherigen Bestrebungen auf dem Gebiete des Turnens und Spielens zu betrachten, mag sich auch nicht jeder Fußballverein stets bewußt sein, daß sein Spiel Hoden Drtterlänbn'dwii und sittliche» Zwecke» dient. Nu» aber haben wir

rinnen in ihrer Tracht durch die Straßen. In der Mitte des Zuges erblickte man einige über und über mit Fahnen geschmückte st ar offen . das waren sieggekrönte Veteraninnen des Frauenstimmrechts, Vorkämpserinnen der Frauenrecht­lerinnen aus Wyoming, Utah, Kalifornien, Colorado und aus dem Staate Washington, wo die Frauen bekanntlich das Sttmmreck)t schon besitzen. Hinter ihnen marschierten die Mütter, die demonstrativ ihre kleinen Babies aus den Armen trugen; sie wollten damit beweisen, daß politische Betätigung und Frauenstimmrecht Mütter und Gattinnen niemals abhalten würde, ihre Pflichten gegen die Familie zu vernachlässigen. Ten Schluß des Zuges bildete eine Sckxir von Männern, die als überzeugte Anhänger des Frauenstimmrechtes an der Demonstration teilnahmen. Nirgends kam es zu Zwischenfällen.

Als es dunkel wurde, zündeten die vielen Taufende von Frauen Lampions und Laternen an, der riesige Zug verwandelte sich in eine gewaltige Kette von Illuminatio­nen, die sich bann allmählich auflöste; denn nach getaner Arbeit ging man zufrieden nack) .Hause.

9hrr echt mtt bUfer de« Fischer brat Äanmlit» |ri4<n de« Scott» BcrfaMttaei

Scott« Qhmtlfton wird von un« aulschtletzlich hn groben verkauft, und |u>ar nie lose nach Äewichk oder Matz, sondern nur in versiegelten Qriacnalflaschrn in »artoit mit unserer Lchuvmarke (Fischer mit de« Toftch) Seott fc Bowne, ®. m. b. H., Frankfinr a. M.

Stpenbtetlc: Feinsier Medi,inal-Ledertran 1 jO,O, prima «ltzzerin bOfi, unlerpho«vh»rig(aurer »alt 44, untrrphoSPborigsaure« Natron 2A pul» Tragant »A feinster arob. ttunimi pulo. tfi, Wasser 18»A «ltohol 11x>. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt», Mandel- und Daultheriabl I« 1 Tropfen.

Samstag, ((. Mai (9(2

lUtattonlbrud und Vertag der BrühClchen Unwersuäl» - Buch- und GteinbrucfcceL R. Lange, Dietzen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Vertag: ^8 bl. Redaktion:l 12. Tel.-Adru Anzeiger» re tzen.

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhejsen

Ein erprobtes Hausmittel.

Gegenüber den vielen, tagtäglich neu ent- : stehenden und angepriesenen Mitteln ist es eine große Beruhigung, mit Vertrauen zu einem Haus- ' mittel greifen zu können, das seit 35 Jahren in der Aerzte- und Laienwclt sich des ygWgT besten Rufes erfreut- Es ist das be- kannte Stärkungs- und Kräftigungs- 4 yp5r mittel Scotts Emulsion, dessen Gebrauch I sich in allen Fällen von Entkräftung,

** Konkurse in Hesse», lieber das Vermöge» bet Ehefrau Bruno Albers, Helene geb. BourboniS, Konset- lionsgeschäft, Mainz, Lotharstraße 15, wurde am 1. Mai das Konkursversalnen eröffnet. Biireauvorsteher Nikolai in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. stonkursforderungen find bis zum 24. Mai bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden.< lieber das Vermöge» des H e i » r ich D ö r ner, ftülrer Hotelbesitzer in Wiesbaden, uud dessen Eltcfra» Sofia geb. Dahn, setzt in Mainz, Rhabanisstraße 18 wohnhaft, löurbe am 1. Mai das Kon- Kursversahren eröftnet. Rechtsanwalt Sckrrohe in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderunge» find bis zum 25. Mai bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. lieber den Nachlatz des am 24. Juli 1911 zu Gimbsheim verstorbenen uralt. Arztes Tr. Eduard Neuen Hagen wurde am 30. April das ttonlnrsverfahre» eröffnet, da eine Uebersckmldung des 91adp lasses muklgewiesen ist. Rechtsanwalt Espenschied in Oppenheim wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssorderungen sind bis zum 20. Mai bei dem Amtsgericht Oppenheim anzumelden. lieber den Nachlaß der in Gau AlgeSheim verlebten Witwe Jo­han» Baptist B i s ch e l wurde am 30. 2lpril das Konkurs- 1 ven'ahre» eröffnet, da der Nachlaß überschuldet ist und infolgedessen, zur vollen Beftiedigung aller Gläubiger nicht ausreich* 3tedrtd- anwalt Sdjreiber in Oder-Ingelheim wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 20. Mai bei dem; Amtsgericht Ober-Ingelheim anzumelden.

vermischtes.

* E i» Leuchtturm als Denkmal für dieT i - t a n i c". Tie amerikanischeBenefit-Society" für Seeleute hat den Bla» gefaßt, sofort mit der Sammlung^vo» Geldern zu be­ginnen, die dazu dienen soll, den Opfern derTitanic" ein Denkmal zu errichten Man will diesem Denkmal die Form eines Leucht turmes geben und zwar sieht der Plan die Errichtung dieses Leuchtturmes über dem neuen toeime des Seemanns-Institutes in Coonties Slip vor Ter Turm soll grünes Licht erhalten und über den ganzen Hafen bis narfi Sandy Hook sein Leuchtfeuer aussenden, ,,zum Gedächtnis an die Ingenieure, die ihre Heizer an Teck )durften, während sie selbst dem sicheren Tode entgegen­gingen; zum Gedächtnis an die Musikkapelle, die tapfer spreite, während das Wasser schon an ihre Instrumente drang, zum Ge­dächtnis an die Offiziere und an die Besatzung, die die Pflicht ihrer persönlichen Sidwrheit voranstellten und »um Gedächtnis an die unglücklichen Menschen im Ztvischendeck, die dahinsterben mußten, ehe sie das Land ihrer Träume, das Amerika der un­begrenzten Möglichkeiten, erreichten." Tie Pläne für diesen Leucht- turnt werden bereits vorbereitet, die Kosten des Baues sind auf 40 000 Mark veranschlagt.

Teil leidet sogar and) in starker, unnötiger Befehdung, dasselbe Ziel zu errcidven suchen Und jetzt ist die Zeit gekommen, sie alle l Uifammenzusassen, alle Kräfte zu vereinen, Gegensätze zu milder» und die Bestrebu»g auf körperliche und damit auch sittliche Kräs tigung der Jugend auf das ganze Volk auszudehnen. Mag jeher Verein mit seiner Arbeit selbständig bleiben, mag berechtigter Wetteifer zwisckien den einzelnen Richtungen vmt Turnen und Spiel fort bauer», dennoch soll alle ei» Band zusammenschliei>n. Ter Gedanke ist so einfad), daß ihn niemand abweisen wird. Und dennoch bestehe» gegen ihn Bedenken. Man sagt, der Ruf zur Sammlung komme von oben her, von Stellen, die bisher den viel fachen Bestrebungen zur Körperpflege der Fugend femgeftanben seien; beswegen finde er wenig Widerhall in den Herzen der V bisherigen Arbeiter auf unserem Gebiet Ich halte das nicht für richtig! Was scliadet es, daß der Ruf nttht aus der Mitte, etwa der Turnerschast, hervorkam? Ist er deswegen nicht berechtigt? !Uub habe» ihn nicht sofort viele gern aufgenommen und wette» getragen ? Gerade daß der Gedanke Jungdeuftchlands ro rasch, in i ioenig Monaten überall aufgenommen wurde, beweist, daß er berechtigt ist und zur redjten Zeit ausgesprochen wurde. Und wenn

Jung-Deulschland.

Den Lesern desGießener Anzeigers" ist der Aufruf des hesfisdien Landesverbandes Jnngdeutschland bekannt Nr. 80 vom 3. April, 1. Blatt). Mancher fragt etwas zweifelnd, was denn diese neue Bewegung wolle, ob sie nötig sei, etwas gutes leisten tonne, und was nun in unserer Stadt geschehen solle. Sieht man oberflächlich hin, bann scheint es, als ob bie Begründer und Förderer von Jungdeulschlanb etwas ganz neues wollten, oder als ob sie sich einbildeten, fie seien die ersten auf dem Plane der Arbeit für unsere Jugend Tas ist nicht der Fall. Es hanbelt sich mir darum, die vielen schon vorhandenen Bestrebungen um das körperliche und fittlidje Wohl unserer Jugend noch mehr zusammenzirfassen und sie dadurch im Verein mit anderen ähnlichen Herbänden zu stärken, zugleich aber darum, die vielen diesen Bestrebungen nod) lau gegenüberstehenden, ja sogar die niandvn noch feindlich gesinnten für sie zu gewinnen. Wer in der Jugend Hilfe mitarbeitet, weiß, was da nod) alles zu tun ist, wie viele Hemmnisse auf allen Setten noch zu überwinden sind. Da müssen ciniad, alle Einsichtigen zusammenslehen, um die gute Bewegung

ibaus

Würzburg

Tie Lehrerin als Mitberaterin. Bei viele» osr reckt kurzlebigen Beiordnungen, hie vomgrünen Tisch" herab der Sckule zudittiert wurden, hatte man bisher den Wunsch: Hätte bock' nur eine im Amt erfahrene Lehrerin bei Einführung dieser ober jener Neuerung mit beraten können, sie wäre ganz gewiß mrft in .traft getreten! Seit mehreren Jahrzehnten haben fick aus diesen (Sriai/ningen heraus die Lehrerinnen auf alle Weise, namentlich burdi die rege Tätigkeit der nach und nach entstandenen Le.'urinnenvereine, darum bemüht, daß bei behördliche» Bera- lungett im Interesse des Ausbaus der Mädchenschule aud> Lehre­rinnen hinzugezogen werden möchten. Jetzt endlich finden diese gewiß Dollbered tigten Wünsche Berückst ckstigung bei den obersten Instanzen. In den Lebrvlanaussduß, der lürstich vom Branden burgisd'en Provinzialschutkollegium einberufen worden ist, wurde and eine Bslkssdmllehrerin gewählt. . Bereits im vergangenen Sommer hat der Landtag des Herzogtums Gotha eine Vorlage angenommen, laut welcher ben, gothaifche» Lehrerinnen das aktive und passive Wahlrecht zum Schulvorstand ihres Wirkungskreises

gewährt wird. In Mannheim sitzt sogar in der Kommission für das höhere Knabenschulwesen eine Lehrerin. Frauen, wenn aud) nicht Lehrerinnen, haben in viele» Schulvorständen, auch in Berlin, Sitz und Stimme und können so mit ihrem praktischen Blick und ihrem feinen Verständnis der Kindesseele mandjes zu einer harmonischen Ausgestaltung des so tief in das Leben des Kindes einschneidenden Schulwesens beitragen.

D i e K üch e n in sv e k t o r i» Einen außerordentlich wichtigen und empfehlenswerten Frauenberuf hat bie amerikanische Stadt Cincinnati im Staate Ohio geschaffen. Das dortige Ge­sundheitsamt hat eine Dame aussrf?lietzlich zu dem Zwecke ange- Itellt, bie Küchen in beit verschiedenen Hotels und Restaurants » revidieren, auf peinliche Sauberkeit darin zu halten und dafür Sorge zu tragen, oatz alle VorsckTriften im Interesse der öffent­lichen Gesundheitspflege von den Inhabern und ihren Bediensteten genau befolgt werden, dluch gehört es zu den amtlichen Auf­gaben der Müdjcninipertorin, das für die Gäste bestimmte Fleisch, Gemüse, Obst, Fisckre, Käse, Getränke usw. auf eine durchaus einrcanofreie Besdtaft'enheit bin zu tmtersuchen. Dieser echt weib­liche Beruf wäre auch wolst in untern Großstädten, Badeorten, beliebten Ausflugs- und Reisezielen, wo zahlreiche Fremde zu- fanimenfttcmcn, recht sehr am Platze und verdiente allgemeine Einftihrung.

Weibliche Stadtverordnete in Kalifornien. Daß neuerdings in Los Angelos in Kalifornien Frauen in das Sladtverordneicnkollegium gewählt werden durften, hat sogleich zwei vraliische Steuerungen für die Stadt zur Folg^ gehabt. Tie weiblichen Stadtverordneten setzten es durch, daß I. öffent­liche Badehäuser und 2. öncntlirfte Waschhäuser errichtet wurden. Tie ersteren sind in dem Iteiße» .Klima Kaliforniens für die Gesund­heit der Bevölkerung unentbehrlich und mußten doch bisher wegen mangelnden Verständnisses der ^tabtoäter für die Sache entbehrt werden. Tie Wasdchäuser stellen eine enorme Erleichterung für bie Frauen selber und für ihre Familien dar. Sie »nb nämlich mit den besten und vollendetsten Wasch , Spül-, Wring , Trocken- und Mangclrnaschinen ausgestattet worden, stehen allen Frauen zur unentgeltlick?en Benutzung zur Verfügung und erspare» ihnen nicht mir viel Zeit und Arbeit, sonder» halten aud) von ihren Wohnungen den läftigen Waschdunst und die schäblid)e Feudstig- Icit fern.

* Warnung für auswandernde Arbeiter. Tom Evangelischen Hauptverein für deutsche Ansiedler und Auswanderer (Witzenhausen a. d. WZ wird von seinem Vertrauensmann aus San Francisco geschrieben: Tic Vor­bereitungen für die Baute» der Weltausstellung in San Francisco, Kalifornien, sind soweit gediehen, das; am März der erste Kontrakt unterzeichnet werden konnte. Leider sind viele Arbeiter der Ansicht, daß sich ihnen jetzt eine seltene Gelegenheit zu rcidUidKi» Verdienst dort bietet. Ter Stadtrat von San Francisco hat fid> daher genötigt gesehen, solgende Warnung vor Arbeiterzuzug z» erlassen: Ta eS gegenwärtig in San Francisco eine große Anzahl arbeitsloser Männer und Frauen gibt, von denen viele burd) f als ätz' und irreführende Berichte und Anzeige» hier­her gelockt wurden, so sei besdftossen, daß die Arbeiter, welche jetzt hier verfügbar find, mehr als genug sind, allen Nachfragen nach Arbeitern aus lange Zeit hinaus zu ge­nügen, und daß wir deshalb alle Befdstistigung suchenden Personm warnen, nach San Francisco zu kommen."

er in Kreisen lebendig wurde, die bisher nicht zu den Arbeitern der Jugenoi"lege reckmeten: ist es nid't erfreutid-, daß jetzt aud)

.vi gewonnen wurdenNun

sie sestzuhallc», den ' ebanten nicht wie ein Strohfeuer aufiladern und ivirörr verlösche» zu lassen, sondern den Bund fest und bauernd zu griinbvn Gerade deswegen müssen alle für sein Ziel cintrctenbcn mitwirken.

Man zweisell aber aud- an bet praktische» Bedeutung bes Bundes: nud. das zu unreeb:' Schon sein Bestehen wirkt und Hai gewirkt Es ist der Allgemeinheit bie Mackt feines Gedankens klar geworben- es wurden ihm viele Anhänger gewonnen, bie bisher abseits standen. Dies Bewußtsein her Kran wird weiter wirken unb alle Beteiligten am'porncn. Tie Größe und Ans ir seine Gedanben irerben und Helfer schon zeigt Er tritt auch den Hörde» als eilte Macht entgegen, bi? sie zur Mitarbeit nötigt. Es ist in ihm ein gegenseitiger Ausgleich b?r verschiebensten Be strebung n leichter möglitt : die einzelnen Kreise können sich «gen seitig helfen; so kann z. B. die Tätigkeit energischer auf das Land ausgedehnt werden, wo nod) gar manches zu tun ist. Um ein praktifdies Beispiel zu nennen: durch bie Größe des Bundes lassen fid: leichter günstige Versicherungen gegen Unfälle erreichen. Es tarnt die Literatur leichter verbreitet werben; es können Redner und Lehrer leidtter gewonnen werden. Durch das Zusammen arbeiten werden Anregungen geboten; Wettkämpfe aller Art reize» zur Kraftentsalniug So stttb die Ausgabe» JungbeutschlattdS sehr mannigfaltig: sie ersdiöpfe» sich keineswegs, wie viele glauben mochten, in der Sckwffung einer Jugendwehr, wen» auch dieser Gedanke in der ganze» Bewegung eine große Rolle spielt. Aber bie Vielseitigkeit ber Zwecke erlaubt größte Verscknedenheit der Entwicklung

Ausgangs 1911 wurde ber Bunb Jungbeutsdstand in Berlin gegründet, sein Vorsitzender ist ber,bekannte General-Feldmarschall Tr. Frhr. von ber Goltz; eine große Menge von Verbätrde» haben sich chm angefchlossen, bi« Deutsche Turnerschaft so gut wie die Wandervögel, ber Verein für länblidje Wohlfahrts- unb Heimats- pflege und der Fußballklub, Verbände aller Arten und aller Orten. In Berlin ist bie Geschäftsstelle; überall bestehen Landes- unb Provinzialverbände. Mitglied kann jeber interessierte Verein und jeder einzelne werden, Frau wie Mann: der Beitrag ist beliebig bock' Eine BundeszeitschristTer Jung-Teutsd>land- Bund" erscheint seit April .alle zwei Wochen zu 75 Psg. im Viertel- ;al,r. Aus ihr lernt man, wie überall die Bewegung schon Wurzeln faßte unb wie verschieden die Aufgaben des Bundes sind, wie groß die Möglichkeiten, sie zu erfüllen. Wer Sinn für bie Jiigenb hat, der bekommt Lust, am Merle sich zu beteiligen.

Daß in Gießen schon seit langem vieles für Jung-Teutschlanb geschielt, weiß jeder. Bereinigen wir nun alles in einem Be­zirke des großen Bundes ;» gegenseitiger Anregung und Unter­stützung unb zur Ausbreitung unserer Ideen. Wir iverdeit dann nod' manchen Heiser gewinnen,unb manche», dem z» helfe» ist. Cs Ian» nod; manches jugendliche Wettspiel hier veranstaltet und die Bewegung kann immer jtod? befestigt werden. Wir lönnen durch die engere Verbindung mit anderen Bezirken uns anregen lassen gt.ttd andere fördern.

Zur Begrüttdung des Bezirksverbandes ist eine Cinladitng in die Aula des Landgraf P h i l i v p - G v m n a- l" iu in 6 auf M v » tag, 13. M a i, 8 1 _ 11 lj r abends, er­gangen. Sie wird hier.wiederholt und an alle geridntct, Frauen ioie Männer, die unseren.Gedanke» billige». Tie für die Stadt zu beihnimenbcn Vertrauensmänner nxerben Jirfjer gute Arbeit tun

Prof. Mi11ermaier.

zu fördern, auszubauen, auf die Tauer zu erhalten. Wir wissen alle nur zu gut, daß viele fdwnc Gedanken einmal die Menschheit bewegten, unb dann wieder einirfliefm, um erst spät wieder |L idtinbar neu zti erwachen Das eben darf hier nickst gesd-ehen. Die Bewemmg, die der alte Jahn einlettete, hat sich mächtig, I aber langsam entwickelt Dabei mußten fid) auch, veränderten I Beichältmssen entsprechend, neue Formen herausbilden. Wir haben I aud) bei anderen Böllern, besonders unseren englischen Vetter», M gelernt. Nun wisse» wir, was uns not tut: Wir müssen all den

Frauen-Feuilleton.

Die Parade der Reuyorker Frauenrechtlerinnen.

Die Schaulust der Neuhorker konnte am Samstag nach j mittag reickse Ernte halten: zwei Stunden vor Einbruch ( der Menddänimerung hielten die amerikanischen Frauen

* rcchtterinnen ihre Frü hjahrSparade ab, die in einer Tc- inonstration gipfelte, wie sie in diesem gewalttgen Umfange frühere Paraden nie erreicht haben.

Vom Waslftugton Square brchch der endlose Zug auf, >og über die ä. Avenue bis zur Carnegie-Hall, bet den schmetternden Klängen von nickst weniger als zwanzig Musikkapelle» Man schätzt die Zahl der Teilnehmerinnen Iiruf 1520 000 Frauenrechtleriimcn. Dem Zuge voran trab ten hoch zu Roß 200 Amazonen des Stimmrechts in Hellen "Kwändcrn, auf dem Kopf einen großen, einfachen schwarzen Strohhut mit einer weißen Kokarde. Tenn es war die Pa­role ausgegebcn: keine teuren Hüte. Und so beherrschte denn dieser schwarze Strohhut das Feld, derFrauen rechtlerhut", der während der Prozession an allen !' Straßenecken verkauft wurde und den ein jeder Freund vhantasttscher Kopfbedeckungen sehr preiswert für 30 Cents erstehen konnte. Ter Kavallerie der Frauenrechtlerinnen 'olgtcn alle Frauenvereine Neuyorks, die stolz ihre Banner mt Abendn'Dde flattern ließen: aber das Hauptintercfte oer Zuschauer erregten doch die Gruppen ausländischer Frauenrechtlerinnen, eine Anzahl modern gesinnter C h t» besinnen, ein Verein finnischer Frauenrechtlerinnen, eine Gruppe Scksüvedimten, Russinnen, Australierinnen und Argenttnierinnen. Sie marschierten stolz hinter ihren flaggen einher, die ihre Nattonalfarbcn zeigten, aber zu Aeick) durch lustige Inschriften eindringlich die sofortige ?uotnwndigkeit des Frauensttmmrechts zu beweisen tradi

1 tEten. Alles vollzog sich in schönster Ordnung, unter den | sünnetternden Klängen fröhlicher Fanfaren marschierten die

-1 Studentinnen, die Aerztinncn in ihren Toktortalaren, die j Dvokotinnen in ihrer Anwaltsrobe und die Krankenpflege-'