Hierauf beschloß die Kammer, auf der Beratung der Präjudiziellen T^rage nicht zu bestehen, wodurch der Zwischenfall beseitigt worden ist.
Von jungtürkischer Seite wird dazu noch gemeldet:
Konstantinopel, 1. Aug. Ta das Ergebnis der Abstimmung der heutigen Sitzung der Kammer eine gewisse Verwirrung verursachte, muß hervorgehoben werden, daß nach der letzten Abstlmmung der Ausschuß sich in dringlicher Weise mit der Prüfung des Artikels 7 der Verfassung zu befassen haben wird. Tic Kammer hat zwar aus die Vorfrage verzichtet, jedoch wird es dem Ausschuß freistehen, sich damit zu befassen. Ter Großwesir hat im Laufe der Verhandlungen dies anerkannt. Ter Führer der jungtürkischen PaNci Seyid hat diesen Punkt nach Schluß der Abstimmung besonders heroorgehoben, indem er sich auf die vorhergegangene Erklärung des Großwestrs berief.
Die liorölanöreife öe$ Kaisers.
Bergen, 1. Aug. Bei der Abreise des Kaisers von Dalholm regnete es in Strömen. Es war so kalt wie in Molde. Das Wetter klärte sich aber während der Fahrt auf. Die Ankunft erfolgte, wie gemeldet, gestern um 6 Uhr abends. Die Nordlandgäste werden am 4. Äug. von Bord gehen und am Nachmittag von Swinemünde nach Berlin reijen. Mit den zurückbleibenden Herren wird der Kaiser am 6. August, Swinemünde verlassen. An Bord ist alles wohl.
Bergen, 1. Aug. Der Kaiser begab sich heute morgen auf die „Breslau", während die „Hohenzvllern" Kohlen einnahm und arbeitete. Das Frühstück nahm der Kaiser mit einigen Herren des Gefolges bei Konsul Mohr ein. Bei der Abendtafel waren Este des Kaisers Staats- Minister M-ichelsen und Konsul Mohr nebst Familie.
Deutscher Reich.
Ter Kaiser hat, der „Kölnischen Volkszeitung" zufolge, folgendes Beileidstelegramm an den Domprobst Berlage nach Köln gesandt: „Stadt Bergen. Die Nachricht vom Ableben des Kardinals Fischer hat mich mit Betrübnis erfüllt. Ich spreche dem Domkapitel herzlichstes Beileid zu dem schweren Verlust aus, den es erlitten. Dem verstorbenen Äirchen- sürsten, der ein königstreuer, vaterlandsliebender Mann war, werde ich stets ein gutes Andenken bewahren."
Tie zur mecklenburgischen Berfa ssungsfrage verössentlichte Zeitungsnachricht, die mecklenburgisck)en Regierungen beabsichtigen, den ursprünglichen Verfassungsentwurf von 1908 unDcränbert dem Landtage wieder vorzulegen, entspricht der „Landeszeitung" zu Neustrelitz zufolge, nicht den Tatsachen.
Ausland.
Der schweizerische Bundesrat bestimmte als Ehrendienst für den deutschen Kaiser den Chef des Generalstabs, Oberstkorpskommandanten v. Sprecher, den Oberst und Kommandanten der vierten Division, v. Bernegg, Oberstleutnant Coud und Regimentskommandanten Wieland.
Im englischen Unterhause gab der Handelsminister bekannt, daß die Bedingungen des Protokolls der Brüsseler Zuckerkonvention bezüglich Rußlarrds nicht befriedigend seien. Tie britische Regierung entschloß sich daher, von der Brüsseler Zuckerkonvention zurückzutreten. Die Regierung werde vor dem 1. September diesen Rücktritt bekanntgeben und nach dem 19. September 1913 nicht mehr der Konvention angehören.
Das portugiesische Amtsblatt veröffentlicht das Programm für eine erweiterte Flottenvermehrung. /Das Projekt umfaßt 3 Linienschiffe (Dreadnoughts) zu 21500 To., 3 Panzerkreuzer zu 4000 To., 15 Destroyers zu 890 To., 6 Unterseeboote, 1 Reparaturschrff für Unterseeboote, 2 große Seeschlepper Wu 600 To., 1 Schift für hydrographische Zwecke, 3 Schiffe für Sckstllzwecke, Schiffe zum Minenlegen unb einige leichte KTcuzer für den Kolonialdienst. Die Gesamtkosten sollen rund 160 Mft- lioncn Mark betragen.
Die „Morning Post" meldet aus Washington vom 31. Juli. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Verhandlungen über die Panama-Kanal-Bill bis zur nächsten Session im Tezember verschoben werden. Zwischen den Häusern des Kongresses bestehen grundsätzliche Meimlngsverschieden- heiten über die Bill. Ter Präsident wünscht, daß »venigstens die verwaltungsrechtlichen Bestimmungen der Bill ohne Auffchub erledigt werden, aber das Repräsentantenhaus will nid)t darauf eingehen, weil es glaubt, daß es bei einer solchen Trennung der Beratung gezwungen werden könnte, nachher in der Frage der Gebühren mtb des Ausschlusses der Schiffe, welche Eisenbahngesellschaften gehören, dem Senate nachzugebcn.
Aus Statt unt Cant»
Gieße n , 2. August 1912.
Aus der Sitzung der Stadtverordneten.
Die gestrige Sitzung unserer Stadloerordneten-Berfamm- hing war die letzte vor den Ferien. Sie trug einen rein geschäftlichen Charakter, zumal wichtigere, die Allgemeinheit interessierende Dinge nicht zur Beratung kamen. Erwähnt
seine „Drei Bilder aus dem deutschen Wald", auf der Berliner Kunstausstellung 1901 großen Erfolg.
Tie jüngste Schaffensperiode sühtte den 60jährigen Künstler int Januar 1902 nach Dresden, wohin er nach dem Tode von Friedrich Praller jun. berufen ivurde, und es ist geradezu be> wundemswett, welches Riesen maß von künstlerischer Arbeit der Meister hier bewältigt hat. Wir ffnden aus diesem letzten ^chr- zehnt seiner Tätigkeit im Katalog nicht weniger als 137 Werke, meist Gemälde großen Stils, verzeichnet, zu denen ihr Schöpfer feine Motive so ziemlich aus allen Weltteilen herangezogen hat. Unb ein Blick auf die meist im sog. Ehrensaal aufgebangten Schöpfungen au5 dem Jahre 1912, wie der farbenprächtigen Wcißhorukcttc in den „Walliser Alpen", dem „Monte Rose in der Dämmerung", dem „Wehr" an der Eifel, der „Kirschengruppe", der „Eicbengruppe am Meer" und das groß angelegte „Panorama von 3trufalcm", beweist uns, daß der Künstler, anstatt zu rasten und auf den reichverdienten Lorbeer eit aus- zuruben. wie e8 nach einem so arbeitsreichen Leben und einer mehr als 50jähr genialen Kunsttätig keil doch wobl vollant berechtigt wäre, mit aller Straft und Jugendfrische bei der Arbeit ist. Besonders dankbar anerkanm muß werden, daß Eugen Bracht trotz feiner langjährigen Abloesenlieft von Darmstadt leine zweite Heimat in Hessen nicht vergessen bar. Seine Werke „Der Otzberg", „Eichen aus dem jkamcbfieincr Wald", „Herbstmvrgen im zkranich- steiner Park", „Zwingenberg a. d. B. in der Baumblüte" u. a. beweisen das nicht minder, wie das von ibnt selbst ausgesprochene Bedauern, daß er seine Absicht, um die verflossene Osterzeik für die gegenwattige Ausstellung noch einen „MeliboeuS" zu schaffen, infolge der unerbittlich schlechten Witterung nicht habe erfüllen können: er stelle aber diesen Wunsch für ein anderes Jahr in das Zukunftsprogramm ein.
ES ist nicht möglich, int kurzen Rahmen eines Feuilletons auf alle die interessanten Einzelheiten und Schönheiten näher rintzugehrn, die bei Betrachtung der Ausstellung dem Beschauer en überreichem Maß» entgegen treten. Soviel aber dürfte aus ber vorstehenden Skvze für itixrmann zu entnehmen fein, daß die Eugen Bracht-Ausuellung nicht nur einen hoben Kunstgenuß gewährt, sondern Zugleich auch uns mir Stolz und Freude darüber erfüllen kann, daß der Meister auch n feinem künstlerischen Wirken in fernen Landen ferne hessische Heimat nicht vergessen hat. Fr. H.
fei, daß nach einer Mitteilung deS Vorsitzenden der Vettrag mit Wiese ck wegen der Verlängerung der Straßenbahn inzwischen von dem dortigen Gemeinderat genehmigt worden ist, so daß im nächsten Jahr der Bau wohl erfolgen wird. Auch die Frage der Einführung der BerufSvottnundfchaft in unserer Stadt hat kein adgctneinereB Interesse.
"Ordensangelegenheit. Der Großherzog bat dem Legationssekretär Dr. jur. Kurt Freiherrn v. LerSner zu Paris die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen deS ihm von dem König von Preußen verliehenen Preußischen Kronen-OrdenS 4. Klaffe und deS ihm von dem König der Belgier verliehenen Ritterkreuzes des Belgischen Leopold- Ordens erteilt.
** Pfarrdienstnachrichten. Ernannt wurden Pfcrrranrtskvnd'iHdt G*ust. Ho ff Wann zu Haardt zum Pfarrvikar, dann zum Pfarrverwalter an der Ehristus- gcmeinde zu Mainz; Pfarramtskandidat Schultheis zu Hartershausen zum Pfarrntkar in Birkenau; Pfarrvikar Deggau zu Beerfelden (1. Pfarrstelle) zum .Pfarrverwalter; Pfarramtskandidat Koppler zu Worms zum Pfarrvikar in Nieder-Ramstadt; Pfarramtskandidat Werner zu Groß-Umstadt zum Pfarrvikar in Seligenstadt; Pfarrvikar Stumpf zu Beerfelden zum Pfarrvikar in Büdingen (3. Pfarrstelle); Pfarramtskandidat Reith zu Wörrstadt zum Pfarrvikar in Maar; Pfarramtskandidat Heymanu zu Rodheim a. d. B. zum Pfarrverwalter in Gründern (2. Pfarrstelle); Pfarrverwalter Bogt zu Hopf- mannsfeld zum Pfarrverwalter in Usenborn; Pfarrassistent Bröckelmann zu Hangen-Weisheim zum Pfarrassistenten in Klein-Linden; Pfarramtskandidat Weik zu Eberstadt zum Pfarrassistentcn in Hangen-Weisheim. Die Schluß- Prüfung haben im Juni 1912 bestanden: Wilh. Franck von Eberstadt zu Friedrichsdorf i. T., Hugo Hey mann zu Rodheim a. d. B., Gust. Hoffmann von Heßheim , ru Haardt (Pfalz), Hans Hoffmann von Planig zu Haardt Pfalz), Aug. Koppler von Friedberg zu Worms, Gg. Reith zu Wörrstadt, Hch. Schultheis von Maulbach zu Hartershausen, Friedr. Weik von Heppenheim a. d. B. zu Eberstadt, Karl Werner von Eberstadt zu Groß-Um- tabt. Gestorbenist der Pfarrer Geh. Zlirchenrat D. Lud- vig Frohn haus er zu Mainz, am 29. Juni. Zur Wie- lerbesetzung werden ausgeschrieben: die erste evang. Pfarrtelle zu Beerfelden. Dem Grafen zu Erbach-Fürstenau teht das Präsentationsreckst zu; die evang. Pfarrstelle zu Eichelsdorf; die evang. Pfarrstelle zu Langd; die neu errichtete 2. evang. PfarrsteNe zu Langen.
** Aus der evang. Landeskirche. Nachdem )ie evang. Landessynode der Errichtung einer 2. evang. Pfarrstelle zu Langen, der Ablösung der Gemeinden Harbach und Linden st ruth von Äeitsberg, der Errichtung einer selbständigen, im Filialverhältnis zu Michel- tadt stehenden Gemeinde Würzberg, der Errichtung einer Pfarrei an den Kranken- und Pflegeanstalten zu Gießen, der Anstellung der Pfarrei Ober-Ofleiden in zwei selbständige Pfarreien und zwar eine zu Ober- Ofleiden und eine zu Deckenbach, der Trennung der Gemeinde Herchenrode von dem Kirchspiel Neunkirchen und ihrer Zuteilung zu dem Kirchspiel Ernsthofen, der Bildung einer selbständigen, im Filialverhältnis zu Burg- gräsenrode stehenden Kirchengemeinde Ilbenstadt zugestimmt hat, hat der Großherzog die Genehmigung hierzu erteilt.
** Ruhestandsversetzung. Der Großherzog hat >en Wasserbaugeometer Ernst Seiler zu Mainz auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß den Charakter als Rechnungsrat verliehen.
” Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Friedr. Ahl heim aus Ober-LaiS eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Gimbsheim.
•• Erledigt ist die Stelle des Hessischen StattonS- kontrolleurS in Crefeld (für Beamte mit akademischer Vorbildung).
** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung deS Großherzogs Jak. Emrich zu Ortenberg; Joh. Kaspar Dietrich, Joh. Phil. Engel und Hch. Pet. Möller zu Friedberg; Adam Schön II., Ernst Bauer und Christof Wießler zu Butzbach; Joh. Epörer II. zu Rodheim v. d. H.; Karl Schnell, Konr. Krömmelbein, Friede. Rockel, Gg. Stöpler, Hch. Schmelz IV. und Konr. Roth zu Allmenrod-Sickendorf.
"GießenerStadttheater. „Eva". Das letzte Gastspiel des Bad-Nauheimer Kurtheaters war vielleicht das beste, was in dieser Saison geboten wurde. Eine gut durchgearbeitete Aufführung. Das Libretto ist interessant mit einer vorwärts drängenden Handlung. Die Musik ist unterhaltend, mit einigen schönen Melodien. Die gestrige Darstellung unter Herrn Otto Beers Regie war flott und gut gelungen. Herr Beer schien gestern gut disponiert zu sein. Er war ein flotter Pariser Lebemann, der sich auch als Fabrikdirektor die Pariser Genüsse nicht versagen konnte. Als Liebhaber der Fabrikarbeiterin Eva zeigte er sich darstellerisch auf der Höhe. Nach dem zweiten Akte wurde ihm ein Blumenbukett überreicht. Frl. T Haller als Trägerin der Titelrolle war eine naive Fabrikarbeiterin und int 3. Akt eine schneidige Pariserin. Sie bot stimmlich die beste Leistung. Fräulein Alma Walls war eine lieb lic^e Pepita Desiree mit übersprudelnder Lebhaftigkeit. Sie hatte die Zuschauer ganz in ihrem Bann. Eine gute Leistung war auch der Dagobert des Herrn Harden. Heroor- zuheben sind außerdem noch Herr Norden als Werk- suhrer und besorgter Pflegevater, Herr G r o s se r als schnei diger zweiter Buchhalter. Aeußerst komisch war Herr F e l d e n als erster Buchhalter. Tas Orchester unter Herrn Röhrens Lettung stellte die Kapelle des Marburger Jäger-Batalllons. An manchen Stellen hätte das Orchester gedämpfter fein dürfen Tas zahlreich erschienene Publikum ließ es am nötigen Beifall nicht fehlen.
111 r L . u n 9 ci n c£ regelmäßigen Dienstes uxr Beobachtung des Bodcnwasscrs in Lessen Das moderne twlßmirtfcbaftlicfic Leben, das durch die gewalttge fonAartratum guxfcer VolkSmaffen in den großen Städten in öic äußere vrncbnminq tritt, bringt nicht nur luffgreisende Um- loäliungcn mit sich, deren Utt'achen und Wirkungen Har vor .lugen liegen, inn Ein Nutz erstreckt sich auch unter die CFröf. Ivo, wie nnr itntfTnt, die großen Wasserbehällcr verborgen liegen au» denen die getanne organische Welt -hr Leben schöpft Tic großen Städte mft ihrem ungeheuren Waffcrbedürsnis zuchen
täglich lautCTWe von Kubikmetern Wasser au5 entfernten hegenden wo das B o d e n w a s s e r, wie man annebmen muß, sich dadurch senken nnrd Auch die Geradelegung der Flußläufe, die Ausdag. gerung der Sckift'ahttSwege beernflutfen die unterir^i»eben Bode», wafferläufe Es läßt ftck denken, daß das Silanrennxut«tum durch diese gewaltigen Entwässerungsanlagen, besonders in trodc. nen Jahren, notier den könnte. Wenn auch Uebetslände von b<. denllicher Art bisher nickt cingetteten find, fo muß die Regelung der unterirdischen Gewässer doch im Interesse der Erhaltung der Ettragsiabigkeit unserer Landwirtickrast eine ernste Sorgt der maßgebenden Behörden sein. Tavon ausgehend, bat dn hessisch«.- Regiernng, damit auch einer Anregung des Deutschen Landwirtschaftsrats folgend, jetzt damit begonnen, .inen reget- D mäßigen jmt> ständigen Bodenwasserbeobacktungsdienü für Hessen einzurrckten. nachdem bereits seit längerem einleitende Verband- hingen, geführt worden waren. Dieser wird nach wissenfcho't- R licken Grundsätzen durch die OKologiscke Landesanstalt mefent- ’ lick im Verein mit den Fotttbehörden, 45 eifer bau a m ter n, Multur« inspcktionen, Kreisbauinspektoren, der Bergbehörde und anderen Stellen durchgefühtt. 5llsbald wird eine größere Zahl von B e o b a ch t u n g s st e l 1 e n ausgcwäblt, die nach und nad) uer mehrt werden, so daß sich mit der Zeit ein entsprechend bidxti Netz (über das ganze Land ausbreitet. Tie Beobachtung geschtelü durch Grftdlung von Bohrbrunnen, die mit einem Bevdachuwgt« ■ rohr versehen werden. Mit Hilfe von besonderen Meßapvarcien läßt sich das Steigen und Fallen des Bodenwassers kontrollieren Tie größeren Wasserwerke int Lande sollen an den Beobachtungen beteiligt und veranlaßt werden, geeignete Beamte dienstlich damit beauftragen und sich diesem allgemeinen Arbeitsplan anzuschließen. Auch die lleineren Wafferwerke der Landgemeinden sind, soweit irgend möglich, zu den Beobachtungen hinzuzuziehen. — ÄH» jährlich werden die Beobachtungsergebnisse in Form von Ta bellen veröffentlicht, und, wenn notig, mit begleitendem tep versehen. Besonders wichtige Ergebnisse sollen in graphischer Tat- ftellung gegeben werden Es darf erwartet werden, daß durch diese Einrichtung in der bis jetzt noch nickt erforschten, für dat Volksleben so Iwchbedeutsamen Frage der Bewegung des Boden- Wassers Klarheit gewonnen wird.
" Biograph. Man schreibt unS: Einen außer- gewöhnlichen Anklang fand bei seiner gestrigen Vorführun im Biograph daS Kino-Drama »Die Apachenbraut^» Ausgezeichnet durch einen heroottagenden Inhalt, der, durch erstklassige deutsche Buhnenkräfte wiedergegeben, ebenso spannend wie hochdramatisch wirkt, hinterläßt der Film einen tiefen Eindruck. Besonders der letzte Akt ist reich an unvergleichlich schönen Momenten. Ein weiteres Drama, ,Der Desetteur^, eine hübsche Naturaufnahme und eine tolle, wohlgelimgene Humoreske vervollständigen daS Programm.
Kreis Alsfeld.
(ip1 Alsfeld, 30. Juli. lStadtvorstandssitzung.^ Anwesend: Bürgermeister Dr. Vülsing, Beigeordneter Weitz, sowie elf Stadtvottlandsmitglieder. Zu Beginn der Sitzung wurde M Ergebnis der Einnahmen und Ausgaben der Oberreallckule für das abgelaufene Recknungsjahr 1911 mitgeteilt Tie Einnahmen betrugen 54 284 Mk. 'Voranschlag 58 510 Mk.), die Ausgaben betrugen 54 284 (Voranschlag 58 510 Mk.). Ter städtische Zuschuf!, der erforderlich war, betrug 11 606 Mk., gegen Voranschlag weniger 2770 Mk. Nachdem der seitherige erste Beigeordnete- Weorg Kurtz II durch den Tod aus seinem Amte gefdneben, ist die Wahl eines neuen Beigeordneten erforderlich geworden unb es wurde Termin für dessen Wahl -auf Montag, 28 Oktober, bestimmt Ak ; Wahl stunden wurden festgesetzt von 10 Uhr morgens bis 7 Uhr abends. Ter Vorsitzende gab bekannt, daß nach der Landgemeinde, ordnung ein erster und zweiter Beigeordneter nicht mehr gewählt werde, roerm mehrere vorhanden seien, die Vertretung dem btenft- älteften, bei gleichem Dienstalter dem an Lebensjahren ältesten zustehe. Es sei also lediglich ein Beigeordneter zu wählen. 0t- mäß Art. 3 des Aussübrungsgesetzes vom 29. April 1912 zum Reichsviehseuchengesetz wurden als Schätzer vorgeschlagen: £at* wirt Karl Arnold und Landwirt Werner Waldeck: als 3M» Vertreter Georg Jeremias Grttndberger und Baut Etling. — ■ Ein Gesuch der Wilhelm Vogelev sen. Erben wegen der Trottoir- unb Kanalbeiträge in der Hersfelder (Strafte wurde abgelehnt. — Der Voranschlag der höheren Bürger-Mädcktn- Schule für 1913 wurde genehmigt. — Die Dachdeckerarbeit am Weinhause wurde dem Dachdecker Christoph Hlll zu seinem An- gebot von 619,50 Mk. auf Bruchköbeler Ziegel zugeschlagen. — Zu dem Gesuch der landw. Winterschule um Tispensertellung jur Erbauung einer Feld scheuer auf ihrem Versuchsfeld an der Reibertenröder Straße wurde unter Aufhebung des Beschlusses vom 16. Juli 1912 die nachgesuchte Dispens befürwortet. — Verschiedene NiederschlagSverzeichnisse wurden genehmigt und dabei dem Konrad Winkenstern, für den 2 Mk. Sprunageld als uneinbringlich niebergefchlagen werden mußten, die Zulassung seines Viehes zum Bullenstall bis zur Bezahlung des rückständigen Sprunggeldes versagt. — Tie neuen, mit den beiden Gemeinde- Hebammen abgeschlon'enen Verträge wurden genehmigt. — Bahnhofserweiterung Alsfeld. Es lagen zwei Petitionen von Alsfelder Bürgern vor. In der einen ersucht man den Stadt- Vorstand, noch in letzter Stunde daraus hinzuwirken, den Bahnhof an einen Ott zu legen, wo er entwickelungsfähig sei. Eine in Abschrift eingegangene Gegeneingabe wünscht den Bahnhof da zu beiaffen, wo er gegenwärtig ist. Nach einer von dem Vorsitzenden auf Grund der vorliegenden Akten gegebenen Darlegung über den ganzen Verlauf und Hergang der Bahnhofserwefterung unb der einzelnen Projekte entspann sich eine längere Besprechung im Hinblick auf Art. 107 der Landgemeindeordnung, wonach Gemeinde- ratsmitglieder, bei denen ihr Privatinteresse in Betracht kommt, an der Beratung und Abstimmung nicht tcilnchmcn dürfen. Tie Stadtvorstandsmitglittier Koch und Müller enthielten sich hierauf der Beratung und Abstimmung in dieser Angelegenheit. Gemeinde« rat Bücking führt aus, es sei noch nicht tu jpät für ein ander- weites Bahnhofsprojekt. Tas jetzige Proiekt sei nickt billiger al< das frühere. Man dütt'e nicht am Platze Heben, sondern solle her Eisenbahnverwallung für die Ausgestaltung und Lage des Bahn- Hoss freie Hand geben Die Eisenbahndirektion und der Miniüer der össenllichen Arbeiten hätten nur Beschlüsse des Stadtvorstoicks in der Hand, wonach unter Mitwirkung des Eisenbahn ko untres dieselben annehmen müßten, man sei der Ämsickt, der Bahnhof mub'e an demselben Platze bleiben, wo er jetzt liege. Diesen "staub« der Eisenbahnverwaltung ju nehmen, müsse das Ziel der heutig« Besprechung sein. Gemeinderat K l i n g e 1 h ö f f e r kann nickt verstehen, wie man jetzt noch mit einem neuen Projekt komm« wolle, nachdem jedermann annehme, daß mit dem BabndofSumbau bald angefangen werde. Er vermisse eine gewisse Entschlossenheit und Zielbewußtheit, sonst müsse die Sache schon weiter gclheb« fein. Er sei überzeugt, wenn man an zuständioer Stelle nickt jeder Eingabe und iebem Vorbringen Gehör schenken würde, wäre M1" Anaelegenheft schon iveiter gediehen. Eine Verlegung des Bahnhofs nach der Romroder Strafte unb darüber hinaus bedeute ein Millionenprolekt, für das dock gar keine Mittel bewilligt fei« Außerdem mache,er barauf aufmerksam, daß für Alsfeld btt (Erfahr einer schweren Schädigung feiner Interessen bevorstehe, wem» tut Babnbofsirage nochmals Verzögerung erleide. Ter ganze Verkehr werde bann noch der inzwischen fertig werdenden Strecke Schick Rieder-Aula abgelenkt, was sehr zu bedenken sei. Gemernderat Brann hält es nrckt für richtig, jetzt nock mit einer Bahnhöfe Verlegung zu kommen Warum habe man denn so viel Zeit verstreichen laifen, wenn man gegen das jetzige Projekt sei. In Ihn- gaben sei immer von Verlegung des Bahnhofs die Rede, aber nw mals werde von den GefucksteUern einmal ein Proickt oorgelegt (Jrnc großzügige BaHnboisverlagung würde noch viel teuerer und öa»u reble es an den erforderlichen Mitteln. Das ictzige Proitkt bedeute zwar keine tbealc Anlage, aber das habe der Siadworstand schon bei der landesvolueilichen Prüfung gewußt. Es sei dock mcht angängig, einen vor V/. Jahren geroßten Beschluß auf ecke euffache, unbestimmt gehaltene Eingabe hin ohne weiteres w®* zustotzen. Es id gar nicht gesagt, was bie Gefuckmellcr überhaupt rür em Projeft meinten. Bedauerlich sei die Verichlkvoun- der ^ocke, an der aber die Stadt in feiner Weile schuld sei. i'kmctidw* rat Eder erklärt, daß das jetztge Projekt ntd#t besonders scköa
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