Ausgabe 
1.6.1912 Drittes Blatt
 
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MotorUägenFahrräder

Mm verfange

Preisliste.

Automobilvertr. Wilh. Hamel, Giessen, Bleichst .7

Fahrradvertr. Adam Kircher, Giessen,Bleichstr. 15

RüsselsheimM

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und Aermeloufschläge etwas bunter und man kann wohl sagen, reizvoller vt gestalten. Orangefarbige Taster frag en und gleiche Aermclauffchläge hoben in der weiß schwarzen Mode sich einen Plan errungen. Selbstverständlich herrscht auf dem Sportplatz einzig und allein die weiße Tarife, die durch nichts unterbrochen wird. Leinen- und Frottierstofse find das beliebteste Material,

Kt. Was die Frauenm o de Frankreich ein bringt. In allen Fragen der Fraricnmode beherrscht Frankreich unbestritten den Weltmarkt und streicht dafür nicht weniger als 150 000 000 Franken jährlich ein. Diese Nieseneinnabme verteilt sich nach den Angaben desStandard" auf 96 000 eigentliche Mode- iirmen, zu denen noch 15 000 Linaeriesirmen und 4000 Geschäfte kommen, die Stickereien usw. Herstellen. Das sind im ganzen 115000 Geschäfte, die von der Nadel leben. 3n Paris fnti> davon allein gegen 12000 zu finden. Eine solche 9hrfcrtvrH! von Modehäusern beschäftigt natürlich eine entsprechend große Zahl von Ängestelltrn. lieber eine Million Menschen leben in Frankreich von der Mode. 75000 Manner darunter verschwin­den fast neben den 940 000 Frauen Auch unter den Arbeit­gebern überwiegen die Frauen in diesem Berufe bet weitem:, unter den 140 000 Arbeitgebern der Modehäuser und verwandter' Erwerbszweige stehen 114000 Frauen 26000 Männer gegen* über.

kf. Tie Bibliothek der Frauenrechtlerin. Bor nickt langer Zeit starb in Petersburg eine der Führerinnen und Vorkämpferinnen der russischen Frauen,rnannvation. Erst jetzt dringt die Kunde von einer ihrer Liebhabereien in die Oeffenp- licbfeit, die insofern allgemeine? Interesse erwecken dürste, als gleichzeitig infolge dieser Lrebhaberet eine Franenbibliothek im wahrsten Sinne des Wortes entstanden ist. 18 000 Bände, deren Verfasser ausschließlich dem weiblichen Geschleckte angehören, hat Frau Kaissavow im Lause ihres Lebens zusammengebvackt. Es wird von ihr erzählt, daß sie in ihren letzten Lebensjahren nie ein von einem Manne geschriebenes Buch gelesen hckbe. Außerdem hatten nur weibliche Wesen zu ihrer Bibliothek Zutritte die Männer wurden von diesen Schätzen ferngehalten.

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Dritter Blatt

162. Jahrgang

Eichener Anzeiger

d*dni ttftit mH bei Sonnt eg^

Seneral-Anzeiger für Gberheffen

r>etlebteer Lamtllendlätter- werden aem .ttneeiger* viermal wöchentlich beigetegl, das JMiWati fit Hi Krell Eiehen" zweimal wöchentlich. DieLanöwlrtschaftitchrn ietU Ueyi*' erld)emen monatlich ireewteL

Samstag, 1. Zuni 1912

Uteflenlbmd und Vertag der BrühPsch« UntHrfuiil - Buch- und Steindruckerei.

9L Lange, Gießen.

GedakNon. E^pedittan und Druckerei: Schul­straße 7. Expeditton und Verlag: 61-

Redaktion:«MAHL. Tel.-A»r^Anzeiger»ießen.

Wa-> die ^Fmckerungen der Ausständigen anlangt, so stand, wie auch in früheren Jahren, die Lohnfrage in er fter Reihe: in 1961 Fällen mit 182 680 Streikenden (38,87 v. H. aller Streikenden > Panbdte es sich um Lohnforderungen. In 752 Fällen mit 83 695 Streikenden (38,43 D. Ö. aller Streikenden handelte es sich um die Arbeitszeit Don den 2566 Ausständen jyriten nur 4 9 7 vollständigen Erfo 1 g (= 19,4 v. H.), 1186 (= 46,2 v. H.) hatten teilwesten Ersvlg, und 883 ( 34,4 v. £>.) hatten Überhaupt keinen Eriolg.

Gegenüber der großen Anzahl der Aussperrungen des Ialires 1910 1115 Aussperrungen, die sich über 10 834 Be­triebe erstreckten und 214 129 Arbeiter betrafen ist die Zahl der Aussperrungen im Jahre 1911 wesentlich zurückg> - qangen Im Bericlstsjalrre wurden 232 Aussperrungen beendet, die sich über 1933 Betriebe verbreiteten und 138 354 ausgesperrte Arbeiter betrafen.

HusftänOe unö Musfperrungtn im Zahrc |9U.

Im Jahre 1911 wurden im Deutschen Reiche nack der soeben verMeMlickten, amttichen Statistik desReichsarbertsblatts" 2566 mit 217 809 Streikenden btrnbet: gegenüber dem Dor- jabr 1910, das 2113 Ausstände mit 155 680 Streite nben anstoies, zeigt stch also eine nicht unerhebliche Zunahme Tie 25o6 ßknsstände des IahreS 1911 erstreckten sich ans 10 640 Be triebe un Borjahre 8276 Betriebe, Don diesen 10 640 Be trieben worden 2900 durch die Ausstände zum völligen Stillstand gebrockt, d. b. 27,3 v. H. (im Borjahre 26,7 d. öj. In den 10 640 vorn Ausstand betroffenen Bettieben waren 594 860 Ar­beiter beschäftigt, von denen 217 809, also 36,6 v. £>. streikten. Die Anzahl der infolge der Ausstände gezwungen feiernden Ar beiter betrug 20 366 3,4 v. 5). aller Beschäftigten.

Bon den 2566 Ausständen waren 2391 Angriffsausständ«- - 93,2 v H im Jahre 1910 1977 = 93,6 v. H.) und 175 6,8 o. H -.'lbwehrou sstände (1910 136 = 6,4 d. &.). An den Angriffsausstä><den beteiligten sich 208 145 = 95,6 v. H. der streikenden Arbeiter, an den Abwelnausständen 9664 - 4,4 v. H der Streikenden.

Fast ein Viertel aller Ausstände (22,9 v. H.) mit 13,6 v.5? der Stteikenden entfällt auf das Baugewerbe. Tie verhältnismäßig höchste Zahl der Streckenden findet sich in der Industrie der Maschinen, Instrumente und Apparate (19,5 v. £>.): eS folgen dann die Industrie der Metallverarbeitung (14,6 v. .*6 i, das Baugewerbe 113,6 d. $).), das Bekleidungsgewerbe (13,0 d. x>.), die Industrie der Hol^- und Schnitzstoffe ,8,4 v. H >, Bergbau, Hütten- mtb Salinenwefen: Torsgräberer (7,1 v. 5) , die Industm der Steine und Erden (5,5 v. H> und die Textil» industrie (5,0 v. H.). In allen übrigen Gewerbegruppen werden 5 v. $). von der Gesamtzahl der Streckenden nicht erreicht.

Bon den Ausständen dauerten:

Aus­stande

v. H

Streikende

tz.

weniger als 1 Tag ....

76

3.o

4 408

2

1 5 Tage ......

953

37,.

47 822

22

6-10........

372

14,.

19 158

8,.

11-20........

391

15

32 118

14,,

21-30........

192

7

30 036

13,.

31-60 ........

223

N

28 949

13,,

61100.........

244

9,$

40 041

18,.

über 100 ........

112

<-<

16 275

7,,

Das normale Wetter im Zuni.

Ter Ium ist nach meteorologischer Rechnung der erste Som­mermonat, der im mittleren Verlauf bereits 1012 Sommer tage mit Nachmittagstemperature» über 25 Grad erwarten läßt.' Charakteristisch für die Wärmeverhaltnisse des Ium ist an inten­siver und lauganhaltender Kälterückschlag, der bie bekann­ten Aiairückschläge noch überttifft. Wem, diese Jumkälte im Bolksmunde weniger bekannt ist im Ma, hat fte sich bekannt­lich zur Wetterregel der drei Eish eil, gen verdichtet so hat dies darin seinen Grund, daß die allgemeine Semperatur des Juni bereits so Kock liegt, daß selbst starke Temperaturstürze keine Fröste bringen können, die dann die Vegetation schädigen könnten. Im Mai ist der durchschnittliche lemberaturrurfgang geringer als im Ium, bringt aber doch, weil die ^.enmeratur noch zu tief liegt, Nachtfröste. Tas auffallende int Wärme qang des Juni ist die Unterbrechung der normalen Erwarmung m der ersten Monatshältte bis etwa zum 17 ds. Mts. x*e mittlere Temperatur erreicht am 1. 17.0 Grad und ftngt bis zum 6. auf 18 Grad an: bann aber folgt em starker Warme- rikfgang, an, 10. herrschen normalerweise nur noch 1/.2 Grad, am 11. 16.7 Grad, desgleichen am 14. Io. und 16. Erstam 17. werden wieder 17 Grad Wärme erreicht, am 21. 18 Grad und endlich gegen Monatsende 19 Grad. Auch die Nackt

SSWSHEBW trnWerahitee »eigen in der ersten Monatshälfte eine starke T< Pression und nahen sich qdegentlid) stark dem Nullpunkte 3. Juni 1903 3.7 Grad Diese Jumkälte, häufig auch noch durch reg­nerisches, nnndiges Wetter ausgezeichnet, rrvrb in qan» Europa beobachtet, den äußersten Süden ausgenonnnen. sie ist am 'lerfüen in Nordeurooa und mmnU südwärts langsam ab. ES besteht offenbar ein Zusammenhang mit der Eisschmelze und dem Abgänge arktischer EiSmassen, die den Cjean bis weit nach Süden abtüblcn und ebenso die benachbarten Festlandstrilc: zumal die kalten Aassermassen der Entwicklung von L?ochdruckaebieien günstig sind, die in bili'em FaNe für Eu­ropa Nordwinde bedingen, die die polare Kälte n>eit südwärts tragen. Nach dem Absckmelzen der Eisberge erwärmt sich der Ozean wieder, so daß im Juli imb erst recht in den folgenden Sommermonaten infolge Ausgleichs der Temperaturgegensätze die Wärmcrückgänge verschwinden Man wird zur Erklärung der Junikälte aber auch an die Temperatur geqensätze in verti­kaler Richtung zu denken haben, da in den höheren Luft­schichten in diesem Monat noch große Kalte berrfdrt. Erst im Spätsommer und Herbst erwärmen sich die oberen Teile de' Luftmeers und die Gegensätze werden geringer. Die immer in unserem gemäßigten Klima, so kann auch der Juni zweier auseinanderfolgender Jahre große Unterschiede aufweisen Tie Jahre 1871 und 1886 brachten nur drei Sonnnertage, waren demnach außerordentlich kühl 1858 aber hatte der Juni 25 Som mertage Frost ist in der Rhein- und Mainebene seit 1857 nicht beobachtet worden Doch kommt in den höheren Gebiets­teilen der Wetterau und den zum Vogelsberg gehörenden Ebenen gelegentlich Reif vor, ohne daß die Lufttemperatur selbst unter den Gefrierpunkt sinkt Sobald die Sonne ausgeht, versckwin- bet biete fRcifbilbung wieder Für die Vegetation bat sie kaum nachteilige Folgen Tie mittlere Juniwärme beträgt 17.8 Grad im Tagsdurchschnitt, tväbrend 23.1 Grad im nachmittägigen Mittel erreicht werden. Tie mittleren Nachttemperaturen betragen 12.7 Grad Die Tagesschwankung der Temperatur hält sich im Turc^ schnitt zwischen 10 und 11 Grad: sie ist im Juni und Mai am größten. Im Maximum kann im Tageslaufe die Wärme um 1920 Grad schwanken (28. Juni 1876).

Tie mittlere Bewölkung beträgt im Juni 5 4 Grad der zehnteilige,, Skala. 56 heitere und 78 völlig trübe Tage sind dem normalen Juni eigen. 1887 und 1893 waren sehr klare, 1886, 1891, 1907 sehr trübe Junimonate Mitteldeutsä^ land beschieden. Tie Niederschlagsmengen steigen aber gegen die deS Mai sehr stark an. Juni und Juli gehören in Mitteldeutschland nach langjährigem Durchschnitt zu den regen­reichsten Monaten des Jahres: wir haben eben schwach aus geprägte Sonnen regen, die in Südeuropa zu tzerbst- ober Winterregen werden. Tie normalen Regenmengen des Juni seien nach den Berechnungen des Großherz Hydrographischen Bureaus zu Darmstadt wie folgt zusammengestellt: die Angaben beziehen sich auf die Jahre 19011910: Worms 65, Oppenheim 53, Mainz 56, Alzey 65, Bingen 47, Wald-Michel­bach 87, Lindenfels 81, Bensheim 77, Gernsheim 2, Felsberg 82, Groß-Gerau 58, Langen 59, Tarmstedt 61, Beerfelden 92, Groß- Umstadt 75, Offenbach 47, Schotten 73, Bad-Salzhausen 66, Grünberg 69, Sich 73, Bad-Nauheim 55, Friedberg 61, Herchem bain 78, Gedern 77, Büdingen 63, Vilbel 48, Gießen 57, Greben­hain 71, Herbstein 69, MSseld 63 mm. Ungewöhnlich naß mar der Juni 1861, der vielfach über 200 mm Regen brachte. Dagegen fielen im gleichen Monat 1858 nur 1020 mm. Die größte, tägliche Regenmenge wurde am 17. Juni 1885 beobachtet. An diesem Tage fielen 6070 mm, also ebensoviel als in den Sommermonaten Juli, August und September 1911 zusammen. Tie mittlere Zahl der Regentage bettägt 14, 1871 und 1886 kamen also 23 Regentage vor, wahrend Junimonate ohne Regentage seit 1857 noch nicht beobachtet wurden. 1858, 1877, 1887 wurden nur sieben Regentage ausgezeichnet. Ein großer Prozentsatz der Regen fällt in Begleitung von Gewittern. Ge­rade im Juni ist bie öe m i 11 e r t i g f e i t sehr groß. Erst im August nimmt die Getvitterhäusigkeit stärker ab. Von 1857 bis 1907 wurden in Frankfurt 233 Gewitter im Juni beobachtet, gegen 238 im Juli und 177 im Mai. Auch Hagelfalle sind in diesem Monat nichts ungewvhnliä>es: immer bin ist die Hage 1ge- fabr aber sehr gering. Im Durchschnitt kommen auf den Juni 0.3 Hageltage, demnach alle 34 Jahre ein Hageltag Ter verflossene Mai war wieder merklich zu kühl: seine Nie­derschlagsmenge hat nur knapp den normalen Betrag erreicht und ist vielfach darunter geblieben. Nur Südosteuropa hatte starke Regenfälle. Tas Fehlen starker Niederschlage ist in diesem Jahre umso unangenehmer, als das Regendcnzit des vorigen Jahrles noch nickt ausgeglichen ist. Ueberall macht sich ein Mangel der notwendigen Bodenseuchttgkeit bemerkbar. Besonders die Tannenbestände sind durch die Trockenheit stark geschädigt irorden Dabei deuten die verschiedensten Anzeichen daraus, daß der kommende Sommer viel eher zur Trockenheit als zur Feuchtigkeit neigt. Hochdruckgebiete herrschen noch wie im vorigen Sommer vor, während atlantische Tiefdruckgebiete sehr

svärlick anftreten Und gerade in diesem Jahre wäre rin außer­gewöhnlich feuchter Sommer nonvendig, um stneder die normale Bodenfeuchtigkeit herzustellen Hierauf aber besteht w nig '.'lu.licht.

Sport.

Londorf, 30. 9)101. Ter Radfahrer-Verein Rabenau Londorf 1902 feierte am 26., 27. und -8. Mai sein lOjähriqeS Stift iingfife ft, verbunden mit Preiv-, Tauer- und Horfofabreii. Am 1. Feiertag-Abend <anb unter Mit­wirkung der Hestmusil (Inlanterie-:)iegimentS 9h. 116 Kaiser Wil­helm II.) Leilkommers statt. Am 2. Feiertag Iriib von 8 bis 9V, Uhr fuhren die Tauerfahver, die zwischen 70 und 8^ Km. zurück­gelegt hatten, frisch hier ein, alsdann land Jrüdkonzert auf dem Feftplatze statt. VlittagS beiveaic sich der schmucke «lestzug, ver­bunden mit Preiskorso, vom Festplatz auS burdi den Ort. Hier angefommen, wurden die ceflteiliiebmer und Evortsstennde durch den Vorsitzenden Weber auf« herzlichste begrüßt, alSdann hielt Plärrer Hofmann die szeslrede. ptermi anschließend trugen die 'Gesangvereine .Frohsinn'-^ondorf und .Vieberhanj'-flefielbacf) einige Lieder vor; ebenso sichren der feftgebeiibe Verein und der Radfahrerverein Lollar einige Reigen; auch der Turnverein Lon­dorf stellte eine Musterriege. Abends 6X Uhr fand die PreiS- verteilung statt und hatten errungen: 1. VereinS-Tauer- fahren: Den J. Preis mit 2,4 Punkten der Radfahrer-Verein Großen-Linden, 2. mit 2,1 Punkten der Radklnb Teutonias-Krof­dorf, 3. mit 2,0 Punkten der Radfahrei-Verein .Edelweiß'-AsiertS- hanfen, 4. mit 1,9 Punkten der Radfahrer-VereinGöelmeifc*- c^roßen-Buseck und 6. mit 1,5 Punkten der Radfahrer-Verein Voller. 2. Prets-Korsofahren: Ten Ehrenpreis mit 20,3 Punkten Radfahrer-Verein Lollar, 1. mit 16,4 Punkten Radfahrer-Verem Großen-Linden, 2. mit 16,2 Punkten Radfahrer-Verein .Edeliveiß"- Ottoßen-Buseck, 3. mit 16,1 Punkten Radllub .Teutonia'-Krofdorf, 4. mit 15,2 Punkten Radfahrer-Verein .Edelweiß*-Allertshausen. Abends wurden noch durch den feiigebeitbeii Verein Pnramiden gestellt und ein Damenreigen vorgesührt.

tuftiebifrabrt.

Schütte - Lan z".

Mannheim, 31. Mai Das ,^Luftschiff Schütte^ Lanz" machte heute früh > Uhr seine erste Fernfahrt. Das (Luftschiff stieg .um 5 Uhr von der Luftschifsnwrft Rlteiwau auf und flog in südlicher Richtung bis nach Marteruhey wendete und nahm dann den Kurs nach der Bergstraße bis Weinheim. Um 8.03 Uhr traf cs vor der Halle ein und war nack; weniaen MinMen in der Halle geborgen Die Fahrt und sämtltche Manöver verliescil tadellos Trotzdeni die Motorenleistung noch nicht voll ausgenupt lverden konnte^ da die vorderen Motore nur für 140 P -st. gebaut sind, während 270 P.-K. zur Verfügung stehen, wurde eine Ge­schwindigkeit von 18 Sekuttdenmeter erreicht

*

Frankfurt a. M, 31. Mai. Das LuftschiffCckwa- ben" ist heute morgen 6.55 Uhr zur Fahrt nach Baden-OoS aufgestiegen und um 10 Uhr dort gelandet.

! Mainz, 31. Mai. Der Flugplatz auf dem großen Land wird immer mchr ausgebaut. Jetzt wird von brm Verein für Flugwesen m Mainz eine neue große Halle errichtet.

Leber- und Gallenbeschwerden

sind io verbreitet, daß ec mit Freuden zu begrüßen ist, in Tr. LLegener'c Tee ein Mittel zu besitzen, welchec diele Stö­rungen in kurzer Seit beseitigt. Nickte veruriackt so viel lln anuebmlickkeit, Unbehagen und ^ebenciiberdrnß alc Vcbtr und (ilallenkrankbeiten. Tr.Wegener'C Tee soll stete i. jeder Familie vorrätig fein. Preis Mk. 1.50. Zn haben in Apotheken: wenn nickt vorrätig wende man fick an Ferromanganin Geiellfckast Frankfurt g/M., ttronprinzenstraße 55. 1,1ÜJ !)/«

Franeir-Leuilleton.

Ist die Frau dem Manne überlegen?

Der große Erfolg der Berliner Frauenausstt^limg bat gezeigt, nnc reSt9tne Frauen den Märrnem es in ,.vaus und Beruß -leichttm können und auf welchem Gebiett ne futb Es ist eine alte Streitrragc, ob die tfrau bem Maime lwer- legen, ober ob « un.-icMm ist Tor berannte $abaaoge TUobrib bat iünaft in Stuttgart in einem Vortrags die umer Ärte Seelenlebens bei ^5tcxm und Frau bebanbelt,^unb die ^utfefk' Revue machte Zieglers außerordenÜick teffelnde Au.- fiÜTnmgcn zu der Streitfrage einem größeren Kreise begannt.

Tic Wissenschaft, die die Unterscknede des Seelenlebens bei Manu und Frau feststellen will, wendet iick natürlich zunächst au KScSi^S aus dieser Wisseuscliatt erfahrt man baß das Gehirn l>er grau zwar durch, dafür aber im Verhältnis zum siorpergewicktt sckiwerer ist -^ie Untcrfdnebe der Gel irngennckte <agen ^doch über »nlnge Ur^ schiede wenig, und ebenso ist es mit einem ^^dhmwlogttchen Unterschiede: das Blut her ,vraii ^14 wnnger rott Btttt tirpereben. Daraus erfährt man nichts

Wssigere Mann gescheiter tattriger ist od^ ^er^die hämvglobinärmere (vran Bei der -sckar , : <_

Organe ist die UcberlegenW bald ifiTbic £

Kbtidv" <»-7d\ie*t te iiif'Xrfcrpn"bWb. !>g kgen: bei ihr ist JarbenMniMwjt Kl«ncr:,n fS

^^*250 bii"TauAUTtim/

nur einer alle sieben Farben be-3 ^peftrnm'-- uni meistens handelt es sich dabei um ---armer.

A« CTgelmiiie bei Oer »tratrrege h-l l»e -IP-.

rimentale Psychologie ergeben. Bei einem Versuche mußten 25 Studenten und 25 Studentinnen rasch hintereinander 100 Wörter niederschreiben. Dabei kamen bei den Studenten 1375 Wörter nur einmal vor, bei den Studentinnen nur 1123, woraus auf eine größere Originalität der Männer zu schließen ist.

Das Endergebnis der im Anfang aufgeworfenen Frage ist, daß sie überhaupt falsch gestellt ist: Mann und Fvau sind auf allen Punkten des geistigen Lebens verschieden, es besteht zwischen ihnen eine völlige VeriäuedenHeit, so daß von lieber leg en beit auf einer Seite immer nur bedingungsweise gesprochen werden darf.

Weiß-Schwar;: der Trumpf der Mode.

Weiß und Schwarz das sind schon feit mehreren Jahren bie Günstlinge der Mode. Mer hieß es bis jetzt Schwarz Weiß, so lautet die Parole nun: Weiß-Schwarz Nie hat Weiß als Modeiarbe so triumphiert wie j-einr Eben so lleidsam wie vornehm ist nun die Art, wie schwarz in den verschiedensten Formen und bei den verschiedensten Gelegenheiten als Rahmen- Eigänzungsiarbe für das herrschende Weiß benutzt wird. Während alio früher die weiße Farbe der schwarzen zu ihrer Vormachtstellung verhelfen mußte, ist letzt der Spieß gedreht: die schwarze Farbe wird mit der weißen zusammen verwandt, um schwarz so stark als möglich zu betonen.

Daß diese Ari der ZusarnmeMtellung eine Zukunft haben wird, fttht außer Zweifel, umsomehr als die freigewählte ab- srechende Zacke die Herzen der Pariserinnen sich im Sturme er­obert hat Was gibt es Reizvolleres als einen schwarzen Tuck- rod und dazu eine weiße Atlasiacke! Dieses llrmodeU bat Auf- teben gemacht, und mii kaum erdenvicker Phantasie paart man Weiß und Schwarz. Schwarze Atlasröcke drapiert ober in Strablenfaltcn geordnet, bekommen Iackengefährten aus weißem, bisweilen aber auch aus silbergrauem AriaS, aus weißem oder clfenbcuüarbenem Brokat! Umgetehri gefeilt man aber auch weißen Atlasröcheu fchwarze Atlasjacken, um?eilen sogar gestreifte oder gemalte Jacken in weiß-schwarzem Musselin binyi. Um die Ein- toniafrii. die diese Ixibcit Farben, auch wenn die Zusammen­stellung noch so geschun ist, notwendigerweise Hervorrufen müssen, em wenig zu unterbrechen, ist man dazu üfcergegaagcn, bie ftraßtn