Ausgabe 
1.4.1912 Drittes Blatt
 
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Nr. 78

Drittes Blatt 162. Jahrgang

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D.e ^Stehener Lamilienblätter" werden dem 8 AH g §k B* g I 8 Zffl g B * W S S I tT I Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da» w_J g- ^L< J g g tiL g U, H Ar K mIh VV

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Montag, 1. April 19(2

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls - Buch» und Steindruckerei.

R. Lange, Gießern

Redaktion, Ervedition unb Tnickeret: Schul­strave 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:113. Tel.-2ldr.:AnzeigerGieven.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 1. April 1912.

Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Ministerialrat i. P. Geheimerat Fcrd. Emmerling die Krone 511111 Komtnrkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen verliehen.

** Lchrcrpersonalien. Ernannt wurde der Real- lchrer an der Realschule zu Michelstadt Peter Kaffenberger zuni Reallehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey unter Belassung in der Kategorie der Lolksschullchrer. In den Ruhestand versetzt wurde der Rcallehrcr an der Real­schule und dem Progymnasium zil Alzey Friede. Hensel auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. Uebertragen wurde dem SchulamtSaspirantcn Gg. Walldorf aus Partenheim eine Lehrcrstelle an Der Gc- meindcschule zu Bauschheim; dem Lehrer Friede. Schaab in Södel eine Lehrerstellc an der Gcmcindeschule zu König; dem Lehrer Gg. Bingel zu König eine Lehrcrstelle an Der Gc meindeschulc zu Södel; dem Schulamtsaspiranten Hch. Blaß aus Jugenheim (Ke. Bingen) eine Lehrerstellc an der Gcmeinde- sämlc zu 6)eoßen-Lindcn. Ter Großherzog hat den Lehrer an der Präparandenanstalt zu Lich Tr. Gg. Kilian zum Lehrer an dem Lehrerseminar zu Bensheim, den Lehrer an der Peä- parandcnanstatt zu Lich Albert Schmidt zum Lehrer am Lehrer scminar zu Bensheim, den Lehrer am Lehrerseminar zu Alzey Start Maurer zum Lehrer am Seminar für Bolksschullehrerinnen zu Tarmstadt, den Lehrer an der Präparandcnanstalt zu Wöll^ stein Stark Bentz zum Lehrer am Lehrerseminar zu Alzey, den Reallehrer am Realgymnasium und der Realschule zu Gießen Joh. H 0 f s m a n n zum Lehrer am Lehrerseminar zu Alzey ernannt.

** Tie Hauptversammlung des Verschöne­rungs-Vereins fand am Tonnerstag abend im (Safe Ebel statt. Nach dem Jahresbericht zählt der Verein 300 Mitglieder gegen 310 im Vorjahr und verfügt über ein Barvermögen von 2600 Mk. Im vergangenen Jahre wurden für den Anstrich von 30 Bänken 120 Mk. und für die Instandhaltung der Wege im Stadtwald und im Schifsenberger Wald 550 Mk. sowie für die Verlegung der Schutzhütte von der Hardt an Den sogenannten Butterweg in die 5. Schneise 270 M. aufgewendet. Ter Teutsch-Oesterr. Mpenverein hat für die neue Anlage des in drei Wochen fertiggestellten Promenadenweges, der von dem Schiffen- berger Weg am Eisenbahnübergang unter Benutzung des alten Feldwegs an der Klingelbach entlang nach dem sogen. Nizza führt und mit Bäumen bepflanzt wird, 500 Mk. als Vermächtnis des verstorbenen Hch. Schreiber an den Verschönerungsverein abgeliefert. Zu Ehren des Stifters wurde beschlossen, die neue WegeverbindungSchreiber- Weg" zu nennen. Ferner wurde beschlossen, Orientierunas- schtlder zu bestellen und anznbrtngen. Es wurde mitgeteilt, daß der Rest der Ruhebänke des Vereins im lausenden Jahre mit neuem Anstrich versehen werden soll und ferner in Aussicht genommen, im Jahre 1913 an der Ost-Anlage eine monumentale Bank zu errichten. Allgemein wurde bedauert, daß Tausende unserer Mitbürger auf ihren Spa­ziergängen im Walde die Ruhebänke des Vereins und die von diesem angelegten und unterhaltenen Promenadenwege benutzen, ohne daran zu denken, durch ihre Mitgliedschaft den Verschönerungsverein finanziell zu unterstützen (Jahres­beitrag 2 Mk.). Bei einer größeren Mitgliederzahl würde die Vereinigung in die Lage kommen, für die Verschönerung unserer Umgebung mehr zu leisten. Eine Anregung aus der Mitte der Versammlung, den Verein mit dem Verkehrs­verein zu verschmelzen, veranlaßte eine kurze Aussprache, bei der alle Redner erklärten, daß es besser sei, wenn der Versü>önerungsverein als solcher weiter bestehen bleibt.

K a r n e v a l 1 9 1 2. Von Der Großen Gießener Kaeneval- gesellfchast wird uns geschrieben: Nachdem nunmehr alle Rech­nungen eingclaufen sind, tonnte hinsichtlich des diesjährigen Karne­vals int Vorstand die Schlußrechnung gestellt werden. Da man mit Rücksicht auf die Kürze der, Vorbereitungszeit sich ganz auf die Geschäslsgewandtheit und Erfahrung des Herrn Heidcckcr verlassen mußte, andererseits auch eine geeignete Gcschästsverteilung nicht möglich war, konnte es nicht anders kommen, als daß ein D e f i z i t sich herausbildcle. Es ist aus der Großen Kaencvalgcsellsckwft heraus sofort vorläufig gedeckt worden und bei weitem nicht so groß, wie es sich auf der Wanderung durch Gießen ausgewachsen hat. Am Donnerstag nach Ostern soll die erste Mitgliederver­sammlung stattfinden, in der Die Satzung beraten und Rechnung gelegt werden soll. Jedenfalls hat der diesjährige Karneval den Beweis erbracht, daß gesunder Humor, Witz und Geist in Gießen heimisch sind.

** Tic Benutzung der Schnell- und Eilzüge d^urch M'ilitärurtauber. Wegen der Benutzung der Schnell- und Eilzüge durch Militärurlauber auf Militär- sahrlarten soll im allgemeinen für die Zeit vom 4. Tag vor bis einschl. den 4. Tag nach Ostern, also vom 3. bis 12. April, ausgeschlossen sein. Von dieser Beschränkung bestehen indessen Ausnahmen, und zwar für die Kadetten (ausschl. Seekadetten), die Zöglinge der Militärwaisenhäuser und der Militär-Knaben-Erziehungsanstalten in Annabcrg sowie deren Zweiganstalten, die Angehörigen der Kaiser- lichen Schutztruppen bei der Heim- und Wiederausrcise, Militärpersonen, die wegen schwerer Erkrankung oder Todesfalls in der Familie beurlaubt sind, bei der Reise nach dem llrlaubsorte, denen von den Truppenteilen die Berechtigung zur Benutzung von Schnell- und Eilzügen auch für die ausgenommene Zeit erteilt werden darf, Unler- ofsiziere vom Feldwebel (Teckoffizier) abwärts bei Reisen aus Entfernungen über 200 km und höchstens 14 tägigem Urlaub, andere Urlauber bei Reisen auf Entfernungen über 300 km und höchstens achttägigem Urlaub.

Kreis Büdingen.

= Büdingen, 29. März. Im Hotel Fürstenhof fand heute die Schlußfeier der Landw. Winter sch ule statt. Kreisrat Boeckmann war mit der Leitung des Aktes betraut. Tie beiden Klassen wurden eingehend geprüft, die Oberklasse in A ck e r b au l e h r e (Bekämpfung des Unkrauls) und Tierheilkunde (Währschaft beim Viehhandel und Fortpflanzung unserer Haustiere); die Unterklasse in Ehemie (Stickstoff, Stickstoffdünger usw.) und Teutsch (Geschäfts­aufsatz). Danach hielt der Schüler der Oberklasse K. Heß aus Bleichenbach einen freien Vortrag über:Die Bedeutung der Nutzvichhaltung für den landwirtschaftlichen Betrieb'. Kreisrat Boeckmann überreichte die Zeugnisse und er­mahnte die abgehenden Schüler, auf dem in der Schule ge­legten Grunde weiter zu bauen und iebe sich bietende Ge-

---- 15 legenheit zur allgemeinen und beruflichen Weiterbildung zu benutzen. Die ausgelegten Schülerarbeiten legten be­redtes Zeugnis von der Tüchtigkeit und dem Fleiß von Lehrenden und Lernenden ab, was auch allgemein von den erschienenen Vätern der Schüler sowie Freunden der An­stalt anerkannt wurde. Die Schule war im abgelaufenen 27. Jahrgang von 30 Schülern besucht, von denen je 15 der Ober- und Unterklasse angchörtcn. 26 entstamm­ten dem Kreise Büdingen, einer dein Kreis Schotten, einer dem Kreis Gelnhausen und zwei dem Kreis Hanau. Außer den beiden Landwirtschaftslchrern wirkten mehrere Hilfs­lehrkräfte an der Anstalt. Zu Ehren des an eine Tier­klinik in Hamburg gehenden Hoftierarztes D 0 c t e r fand gestern abend im Hotel Fürstenhof ein Abschieds­kommers statt, zu welchem sich eine stattliche Zahl von Freunden und Verehrern des Scheidenden aus allen mög­lichen Berufsarten eingcfunden hatte. Alle Redner des Abends bezeugten es, wie sehr es Hofticrarzt Tocter in fast Lljähriger pflichteifriger Tätigkeit verstanden habe, sich die Liebe und Verehrung aller Bewohner in Stadt und Land im hohen Grade zu erwerben.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 29. März. Heute mittag fand im Saale der Seminarturnhalle hier die Schluß fei er Der M usterschulc statt. Die Turnhalle war bis zum letzten Platz besetzt. Zunächst fand eine Gedenkfeier für Friedrich den Großen statt. Ein Vortrag über den alten Fritz, gehalten von Lehrer Kratz, und entsprechende Gedichte und Gesäuge wurden von Schülern vorgetragen. Haupt­lehrer Philipp entließ mit bewegten Worten die abgehenden Schüler. Im hiesigen Lehrerseminar fand gestern und heute die Auf­nahmeprüfung der Seminaristen statt, die auf anderen Lehr­anstalten sich vorbereitet hatten, 14 hatten sich zur Aufnahme gemeldet, die alle bestanden.

(ScricfytsjaaL

Saarbrücken, 29. März.

wurde heute abend gegen 8 Uhr das Urteil im Völ klinger Krawallprozeß gesprochen, Tic Verurteilung erfolgte wegen Körperverletzung, Beleidigung, ruhestörenden Lärm, tätlichen An­griffs gegen Beamte, groben Unfug und Sachbeschädigung. Ver­urteilt wurden ein Angeklagter zu 15 Monaten Gefängnis und 6 Wochen Haft, zwei Angeklagte zu je einem Jahr Gefängnis und 3 Wochen Haft, ein Angeilagter zu 7 Monaten Gefängnis und 3 Wochen Haft, einer zu 5 Monaten Gefängnis und 3 Wochen Haft, einer zu 8 Monaten Gefängnis, einer zu 3 Monaten Ge­fängnis und einer zu 1 Monat Gefängnis, bei vier Angeklagten erfolgte Freisprechung.

Die Methylalkoholvergistungen vor Gericht, sh. Berlin, 30. März.

Die Verhandlungen im Methylalkoholveegistungspeozcß wur­den heute fortgesetzt. Es wird zunächst eine Reihe von Zeugen vernommen, die bei dem Drogisten Scharmach Sprit gekauft und dafür Methylalkohol bekommen haben. Tie Zeugin Frau Haupt hat bei Scharmach am Weihnachtsabend eine Flasche Rum ge­kauft. Am Abend hat sie mit ihrem Sohne Tee mit Rum getrunken, am nächsten Morgen war der Sohn tot. Tie Zeugin konnte nicht weiter vernommen werden, weil sie in heftige Wein­krämpfe verfiel.

Hierauf wird der Gerichtschemiker Dr. I e s e r i ch als Sach- verstättdiger vernommen. Er gibt an, daß er 37 von den Ver­gifteten untersucht habe. In allen 37 Fällen lag Methylalkohol­vergiftung vor. Bert. Dr. Jaffe: War man sich überhaupt Darüber klar. Daß Methylalkohol Gift ist? Sachverst.: Diese Frage ist in Dem einen Werk bejaht, in Dem andern offen gelassen. Die Wirkung eines Giftes ist überhaupt sehr verschieden, sowohl bei verschiedenen Personen als auch bei einer und derselben Person. Es kommt ganz darauf an, ob der Betreffende einen leeren oder vollen Magere hat und auf andere Tinge. Bert. Dr. Jaffe: Seit wann gehört Methylalkohol zu Den Giften? Sachverst. : Früher wurDe er nicht Dazu gerechnet, jetzt gehört er zu den Giften; er wird im Verzeichnis der Giftstoffe geführt.

Es gelangen nunmehr Die Fälle zur Verhandlung, in denen cs sich um Die Stammgäste des Wirtes Tahlc handelt, die infolge Mcthylalkoholgcnusses gestorben sein sollen, die Witwe Wiesner sagt als Zeugin aus, daß ihr Manu sich in Der Nacht sehr un­wohl fühlte und in Der Frühe gestorben sei. Sachverständiger Geh. Rat Tr. S tür m a nn gibt an, daß der 76 jährige Mann an Marasmus gestorben sei; Der Genuß von Methylalkoholschnaps könne allerdings eine Hilfsursack)e Des Todes gewesen sein. Vcrt. R.-A. Jasse stellt Den Antrag, den Generalsekretär Wenzel als Zeugen dafür zu laden, daß er größere Quantitäten Methyl- alkoholschnaps getrunken habe, ohne daß es ihm geschadet hätte. Es tritt hierauf eine Pause ein.

Sachverst. Geh. Med.-Rat Tr. v. Wassermann sagt aus, das nach feiner Ueberzeugung Der breite ärztliche Stand Teutscl)- lands vor diesen Fällen von der Giftigkeit Des Methylalkohols nichts gewußt habe. Auch Geh. Rat Pros. Tr. Ehrlich fei erst Durch einen BuDapestcr Arzt aus die Gcsähr- lichkeit des Methylalkohols, den er zur Auslösung Des Salvarsans benutzte, aufmerksam gemacht worben und habe daroushin Den Methylalkohol aus seinem Heilmittel ausgcschaltet. Aus eine Frage des Staatsanwalts erwiderte der Sachverständige, daß der An­geklagte, wenn er sich Ende November oDer Ansang Dezember 1911 bei Den zustänDigen Instanzen über die Gesundhcitsschädlich- keit Des Methylalkohols informiert hätte, gewiß Die Antwort bekommen hätte, daß Methylalkhol nicht schädlich sei. Sach­verständiger Reg.-Rat Tr. I u ck e n a rf, Tirektor Der staatlichen Nahrungsmittel-Untersuchungsanstalt, führte aus, daß schon seit langer Zeit in der Fachpresse Artikel über Die Giftigkeit des Methylalkohols gestanden hätten. Ter Sachverständige Tr. Robert von der Firma Kahlbaum, von Der Scharmach Den Methylalkohol bezog, gibt an, daß, wenn sich Scharmach bei der Firma erkundigt hätte, er über Die Schädlichkeit des Methyl­alkohols aufgeklärt worden wäre. Sachverständiger Prof. Tr. Lcntz, Vorsteher Der Seuchenabteilung des Königl. Instituts für Infektionskrankheiten, hat gleich nach Bekanntwerden Der Masfcnerkrankungen eingehende Tierversuche angestellt und hierbei entdeckt, daß es sich um Methylalkoholvergiftungen handle. Hier­aus schildern Die Vorsteher der verschiedenen Krankenhäuser Berlins, in welche Die Erkrankten eingeiiefert wurden. Den Keankheits- und ToDesbesund einzelner Der durch Methylalkoholgenuß ums Leben Gekommener, weshalb Geh. Med.-Rat Tr. H e s s t e r aus­drücklich daraus hinweist, daß es sich unzweiselhast um Methyl- alkoholoergistungen gehandelt habe und Daß in verschiedenen Fach­zeitschriften Artikel über Die Giftigkeit des Methylalkohols ent­halten gewesen seien. Hieraus rourDen Die Verhandlungen auf Montag vertagt.

"»gSM1"EL-1- xomc 'n,- konnte sich Die schott in Der Vorwoche hcrvoegctrcten feste Stirn- mung noch weiter verliefen. Der Spetulniou fcl'ii n in Der Märzliguidation Die Stücke, und das bot der Börse eine bedeutsame stütze. Je näher wir zuni Ultimo kamen, umso bringen Der wurde Das Teckungsbedürmis der Kontremine und umso DcntliJ r stellte cs sich heraus, daß Die Essekieubesitzer ihre Gclddispojiu men Die. mal so frühzeitig getroffen bitten. Das; sie in De.i cm 0 . w.udc , -tagen Der Prolongation feine Verlegcnl-eit mehr fani . t. Man rechnet überdies mit einem Nachlassen der Spannung am Geld­markt, sobald Die Ansprüche zum QuartalSwcchsci besriediat fein werden; ob sich Die Wünsche der Börse aber so b ild verwirkliche-! werden, bleibt immerhin fraglich. Tie fortgcieiuen Kapital-.- crhöhungen Der industriellen Gesellschaften und D.. oivur n-ihezu^ vergeblich gebliebenen Bemühungen frr Boni en, auf t\v M t; eu­er, ti van nun g hinzuwirfcn, eröffnen jedenfalls leine >1 . rjreu- lid.icn Perspektiven für Die Zukunft des G lDmailtes. Siedl mau aber von Den Gcldverhälluisseu ab, so fehlt es allerdings nicht an Anregungen mancher Art. MitbcstimmenD für Die zuversicht­lichere Haltung Der deutschen Märkte ist zunächst nie m Atufj gekommene A u s w ä r t sb c w c g u n g a n Der Neuy 0 rker B ü r s c. Tie feste Haltung des Knpscrmaellcs, Di? verstärkte Nachfrage nach Roheisen, Die Zunahme Der Aufträge für Stahl und Die besseren Berichte aus Dem ganzen Wirtschaftet. b:n aufs Union haben Drüben Die Unternehmungslust Der L-vetulation aufs neue erweckt unD auch das Publikum der Börse wicoer zugesühri, was,sich daraus ergibt, daß das beträchtliche Material iu'ameri- säuischen Industrie- und Eiftnbahnwcrten, das in der letzten Zeit vom Kontinent abgegeben wurde, in Wallstreet bei anziehenDe'n Preisen Ausnahme gesunden bat. Die Stimmung hat sich Dorr Derart gehoben. Daß man sich über die politischen Einflüsse, die die Spekulation bisher unter Truck gehalten halten, hinwegsetzt und seiner günstigen Auffassung über Die Wirtschaftslage Durch größere Käufe in Industrie- und Anlagcwerten Ausdruck gibt. Tiefe Wahrnehmung bleibt umsoweniger ohne Rückwirltmg auf Die Deutschen Börsen, als ja auch bei uns Die wirtschaftlichen Ver­hältnisse im ganzen noch günstig liegen. Die Störungen, Die Der Streik für unsere Industrie mit sich brachte, waren infolge Der baldigen Wiederaufnahme der Förderung im Ruhrrevier weniger groß als man anfänglich befürchten mußte und außerdem er­wartet die Börse Vorteile für die deutsche Industrie von dem englischen Streik, der unseren schärfsten Wettbewerber aus Dem Exportmarkt schon beträchtlich geschädigt hat. Anregung empfing die Börse auch von Den Auslassungen Bal lins in Der General­versammlung der Hainbura-Amerila-Linie über Die befriedigende polltische und wirtschaftliche Lage und von den Ausführungen Kirdorfs in Der Generalversammlung Der Gelscnlirck^ncr Berg- wcrlsgesellschaft; hier überrafdne besonders Die Zuversicht des Redners bezüglich Der Erneuerung des Stahlwerksverbandes. Montanpapicre verkehrten daraufhin in recht fester Haltung, aber auch andere Jndustriepapierc konnten sich zum Teil wieder Iräftig voranbcwegen. Jin Vordergründe Des Interesses standen dabei die Aktien chemischer Fabriken, von denen Höchster Farbwerke, Scheideanstalt, Holzverkohlung und Braubach größere Avanzen erhielten. Elektrizitätswerte konnten ebenfalls gegen Wochcuschlnß kräftiger aiyicbcn, wäl-rend Mafchinensabrikaktien unter Dem Einfluß von StreiliuelDungcn in Der Metallindustrie zur Schwäche neigten. B a n i a f 11 c n lagen fest, ebenso Tran s- vortanftalten. Heimische und ftemde Fonds gaben zum Teil wieder etwas nach. Privatdiskouto 49/16 Prozent.

Märkte.

F. C. Wiesbaden. 23 le h h of -M arktberi ch t vorn 29. März Aultrieb: Rinder 83 (Ochsen 15, Bullen 0, Kühe 68), Kälber 163 Schafe 14, Schweine 201.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe, Schweine mittelinäßig.

Preis für 100 Psd»

Lebend- Schlacht- gewicht

Ochsen. Mk. Mk.

Dollfteischtge, auSgcmäftete, höchsten Schlacht-

wertes nn Alter von 4-7 Jahren .... 5356 9298

Tie noch nicht gezogen haben (nngcjocht) . . 51 -54 9095

Junge, fleischige, nicht miSgcmaftete und ältere

ausgemastete 46-50 84-90

Mäßig genährte junge, gut genährte ältere . . 4446 8185

Bull en.

Dollsleischige, ansgeiv., höchsten Schlachtw. . . 4549 7581

Pollfleischige, jüngere 4244 7074 frönen. K u h r.

Pollfleischige auSgemäftete Färsen höchsten

Schlachtwertes 49-53 87-95

PoUfleljchige auSgemästete Kühe höchsten

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 4044 74-79

Wenig gut entwickelte Färsen 4245 8186

Aeitere auSgemästete Kühe und wenig gut erst-

wickelle jüngere Kühe 3639 6'672

Mäßig genährte Kühe und Färsen 30-35 6065 K äl U ec.

Feinste Mastkälbec 6366 105111

Mittlere Mast- und beste Saugkäldec .... 6065 100109

Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 5559 9299

Geringere Saugkälber 4852 8087

Schweine.

Bollfleischige Schweine von 80100 kg Lebend­gewicht .............. 58-587, 7475

Bollfleischige Schweine unter 80kg Lebendgewicht 57-58 7374

Bollsleischige Schweine von 100120 kg Lebend­

gewicht 59-57 X 74-75

Vollfleljchige Schweine von 120150 kg Lebend­gewicht 577,-58 72 73

Spielplan der vereinigten Aankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Montag, den 1. April'-: .Königskinder.' Tienstag, der 2. April, geschlossen. Mittwoch, den 3. April, geschlossen. Donners­tag, den 4. April, geschlossen. Freitag, den 5. April, geschlosten. Samstag, den 6. April: ,Alt-Wien." Sonntag, den 7. Avril, nachmittags 37, Uhr: .Ein Walzertraum/ Abends 7 Uhr: .Carmen.' Montag, den 8. Avril, nachmittags 37. Uhr :Mignon." Abends 7 Uhr: .Alt-Wien/ Tienstag, den 9. April:Cbcrft Chabert.' Mittwoch, den 10. April, abends 1% Uhr:Undine."

Schauspielhaus.

Montag, den 1. April'):Francois Billon.- Tienstag, ben 2. April:Schöne Frauen/ Attttwoch, den 3. April:Schöne »rauen.' Tonnerstag, den 4. April:Faust.' Erster 4eil. el'iit Prolog im Himmel.) Freitag, den 5. April, geschlossen. Samstag, den 6. April:Schöne Frauen." Sonntag, den 7. April, nach­mittags 3Ji Uhr: ,Büxl.' Abends 7 Uhr: »Glaube und Heimat.'" 'Montag, de>» 8. April, nachmittags 37, Uhr:Madame Sans- Gene.' Abends 7 Uhr:Schöne Frauen." TienStag, de« 9. April:Ter Tartiifs.' Hieraus:Tas Abschiedssouper." Mitt­woch, den 10. April:Heimat.'

Börsen-Wochenbericht.

= Frankfurt a. M., 29. März.

Obwohl die Börse in dieser Woche mir der Ultirnorcgu- lierung beschäftigt war und diesmal bei der Schiebung von Engagements bis über 7 Prozent Zinsen bewilligt werden mußten,

*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr«

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