Ausgabe 
14.6.1912 Zweites Blatt
 
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Urnv^rsitäts-Nachricbten.

Die Universität Bonn zählt in diesem Sommcrscmcster 4126 immatrikulierte Studierende gegen 1146 int Lommerscmcster 1911 und 3978 im Wintersemesler 1911/12. Dazu kommen 278 Hörer.

Gerichtssaal.

Leipzig, 13. Juni. Bor den, vereinigten zweiten und dritten Strafsenat des R e i ch S g e r i cd r S begann derEpionage- Prozeß gegen den Buchhalter Eduard Napoleon Barbier auS Warschau, der im Juli 1911 in der Gegend von Lyck sich dc« Landesverrates im Sinne der §§ 3 und 6 des SpionagcgefetzeS schuldig gemacht haben soll. 19 Beugen und Eachve,-ständige waren erschienen. Tie LeffcnlUchleck ist aus die Gesainldaucr des Pro­zesses ausgeschlossen.

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Unwetter.

In der Gegend von Stratkowo in Posen wütete gestern abend ein mit heftigem Hagclschlag verbundenes Unwetter. In der Nähe des russischen Grcnzdorfcs BrozeSno wurden zwei gänschütcnde Schul kilaben samt der (Yänsehcrdc von hcrnicdersausendcn Eisstücken erschlage n. Auch in Bayern herrschte gestern ein heftiges Unwetter, das grosien Schaden niu richtete. An mehreren Stellen zündete der Blitz. Der Bahn- vcrkehr erlitt teilweise Unterbrechungen. Wahrcnd eines Ge­witters schlug der Blitz in die .üapcllc des Dorfes >t r e z y w a z e k a in der Nahe von Sfrafau während des Gottesdienstes ein. Vier Personen wurden getötet und sechs schwer, zwöli leicht verletzt. Wie aus Reims aemclbct wird, vernichtete ein furclrtbares Hagelwetter die Weinberge der Umgebung. Ter an- gctichtetc Schaden ist sehr bedeutend. Die amerikanische Stadt Buffalo (Wyoming,, die in einer engen Schlucht liegt, wurde durch einen Wolkenbruch vollständig vernichtet Bon den 260G Einwohnern flüchtete der grösitc Teil rechtzeitig.

Eingesandt.

(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) .

Gießen. Von Zeit zu Zeit wirb in ber Bürgerschaft Klage geführt über die gar zu häufigen Hauskollekten für wohl­tätige Zwecke auswärtiger Gemeindcir. Jahr aus, Jahr ein, Sieben die Boten herum und nehmen nicht geringe Beträge mit. An einem sollte dabei jedenfalls festgehalten werden: mehr als einmal im Jahre darf der Bote derselben Gemeinde nicht er­scheinen. Da ist es denn ärgerlich, wenn man feststellei, muß, daß ber von der Gemeinbe Z c l l h a u s e n (Kreis Offenbach) mit der Sammlung für bie dortige Äinderbewahranstalt Beauf­tragte schon im Juni Wieder dieselben Häuser absucht, in denen er erst int Februar sein Scherflein erhalten hat. Noch ärgerlicher, wenn solcher Mißbrauch bei demselben Beauftragten schon früher gerügt werden mußte. Dann vergeht die Lust am Geben, und man fühlt sich veranlaßt, zu warnen, was hiermit geschehen ist.

X.

Markte.

r.6. Wiesbaden. V lehh of-M ark tbericht vom 12.Juni. Auftrieb: Rinder 91 (Ochsen 47, Bullen 0, Kühe 44), Kälber 450, Schafe 50, Schweine 437.

Geschäft mäßig rege. Preis für 100 Pfd.

Lebend- Schlacht­gewicht

DollsieischtgL auSgemästete. höchsten Cchlacht-

wertes int Alter von 4-7 Jahren . . . 5266 9196 Die noch nicht gezogen haben (ungejocht) . . 5264 9194 Junge, fleischige, nicht auSgemästete und ältere

auSgemästete 4650 83 - 90

Bull en.

Bollfleischige, jüngere 4750 7883

Mäßig genährte junge und gut ge­

nährte ältere 4346 7176 Lärs en, Rüb*.

Bollsieischige auSgemästete Järsen höchsten

SchlachtiverteS........... 49-53 8794

Bollsieischige auSgemästete Kühe höchsten

Schlachtwertes bis zu 7 Jahren ... . 4144 7680

Wenig gut entwickelte Järjen 4347 8890

Aeltere auSgemästete Kühe und wenig gut ent-

wickelte jüngere Kühe 3741 6876

Mäßig genährte Kühe und Färsen 3035 6070 Käl der.

feinste Mastkälber 6466 106108

Mittlere Ma,t- und Leite Saugkälber .... 5860 93100 Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . 5257 8695

toctingere Saugkälber 4550 7683

Weidemastschafe:

Mastlämmer und Masthaminel 4100 8600

Schwein:.

Bollsieischige Schweine von 80100 k? Lebend- oewuhr. . ............. 57-58*/, 7375

Bolliietschtge Schweine unter 80k§ Lebendgewicht 56'/,-58 7274

Bollsieischige Schweine von 100120 kg Lebend-

Sewtcht 58-59'/, 73-75

Bollstetjchige Schweine von 120150 kg Lebend- gewicht.............. 56-57'/, 70-72

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Tie Zahl der streikenden Hafenarbeiter in London hat erheblich abgenommen Die Hasenbehörde in Lon­don meldet, daß 9059 Mann zur Arbeit angetreten seien unb bet 1113 Schissen gearbeitet werbe.

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ödie in 3 Akten.

Hh i* M isschlager. rvonageiiden, Weitere nnnmnicni.

riger Erledigung kommen.

Tie hessische Besolduvgövorlage unb die Volksschullehrer.

Wir erhalten vom hessischen Landeslehrerverein fol- , ge-nde Zuschrift: m . .. f .

Bei den Verhandlungen über die Besoldungsvorlage tn der 3öeiten Kammer forderten sämtliche Parteien einhellig für die ÄolksschuUehrcr eine gleiche Behandlung wie Tur die mittleren daanuen über 3000 Mk. Tic mittleren Beamten erhalten aber ml) der Vorlage ber Regierung von ihrem v e n , t o n st ah i g en ' Malte etwa 15 Prozent Aufbesserung an Gehalt und «^obnung»* re^zuschuß, und bei der Pensionierung tollen allen in Jutumt

Mk. Wohnungsgelb angerechnet iverben. Wenn man » bei den Aoelksschullehrern ebenso halten will, dann mutz man ihnen allo üitid) vor. ihre in p e n s i o n s f ä h i g e n Gehalte lo -broaem il.cn unb bie seitherige Anrechnung ber Tienstwohmmg t«t oer datnjionierung von 400 Mk. auf 500 Mk. ie|t|egen- Die Bolts-

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3ns dem hessischen Zinanzausschutz.

bs. Darmstadt, 13. Juni.

In Gegenwart der Regierung wurde die Beratung über das Schuldentilgung sgesctz fortgesetzt und hauptsächlich besprochen, wie die Sätze der Schuldentilgung für die nach dem 1. April 1912 zu kontrahierenden Schulden zu bestimmen seien. Die Regierung hat bekanntlich 1,9 Proz. für werbende und 3 Proz. für nicht werbende Schuld vor- geschlagen. Pom Berichterstatter wurde wiederholt geltend gemacht, daß bei den nicht werben den Schulden eine Tilgung von 3 Proz. und damit eine solche in 22 Jahren absolut nicht erforderlich sei. Hier kämen hauptsäcylich Bauten in Betracht, und diese hätten eine längere Aoschrei- s bungszeit als verbrauchbare Gegenstände Der Aus- - g l e i ch s f o n d s solle, damit auch die Schwierigkeiten meh­rerer cnrfeinander folgender Jahre behoben werden könnten, von 6 Millionen aus 12 Millionen erhöht werden. Seien diese 12 Millionen erreicht, so solle man den Ueberschuß nicht bedingungslos zur weiteren Schuldentilgung ver- ivenden, sondern auch dazu, daß der Bermögensteil des Etats entlastet werde. Die Regierung gab zu erwägen, daß eine Schuldentilgung von 1,9 und 3 Proz. doch nach I außen hin einen guten Eindruck machen werde und ge­eignet sei, den Kurs der Staatspapiere zu heben, weil man tu hessischen Papieren eine durch Schuldentilgung gesicherte Anlage finde Die Anregung, den Tilgungsfonds zu er­höhen, fand auch bei der Regierung Anklang.

In dem Verfolg des Mantelgesetzes kam bann die An­forderung der Regierung für die Pensionäre, Bit* ivenundWaisen in Höhe von 125 000 Mark zur Sprache, «ts wurde darüber verhandelt, ob nicht diesen Personen ein Anspruch auf Pensionserhöhung gegeben werden könne. Weil dock) viele sich scheuten, auf Grund ihrer Bedürftigkeit bei der Behörde um Unterstützung einzukommen. Diese Ansicht wurde verschiedentlich in dem Ausschüsse vertreten, aber von der Regierung mit Rücksicht aus die finanziellen Folgen unbedingt abgelehnt. Tie Regierung bezifferte die Ber- ! leihung eines Rechtes anf Pensionserhohung auf etwa { £4 000 Mark jährlich, in welche Summe auch die Erhöhung 1 für die Pensionen von Bolksschullehrern und deren Witwen 1 und Waisen hineinzurechnen sei. Die Regierung habe . nach der Bewilligung einen Fonds von 175 000 Mark und | bosse, aus diesem alle berechtigten Ansprüche weitgehend ! befriedigen zu können. Gegen die Forderung der Pensio­näre wurden aber auch Weiter von der Regierung wie von | einzelnen Mitgliedern deS Ausschusses prinzipielle Bedenken geltend gemacht. Kein Staat, mit einigen Ausnahmen, habe ein derartiges Recht den pensionierten Beamten Der* I liehen. Ten Staatsdienstanwärtern soll durch Erhöhung I ihrer Bezüge ja ber Betrag von 126000 Mark nach der Vor- I läge znflicßen. Hier wurde erwogen, ob nicht den Ver­la heirateten und etwa fünf Jahre im Dienst befindlichen MAnwärtern die Hälfte des Wohnungsgeldes be- I willigt werben könne. Da hierüber bestimmte zahlenmäßige I Nacsiweise nicht erbracht werden können, sollen diese Wünsche I bei der organischen Besoldungsrevision weiter verfolgt wer- I den. Bei ber Erörterung der Summe von 4000 Mark, AuS- I gleichung bei Härten ber Besoldungsvorbienstzeit, würbe

darauf bingcwiefcn, welche Ungerechtigkeit . , des Artikels 7 der alten Besoloungsordnung herausgestelll hätten unb baß darin ?lbhilfe notwenbig fei. Eine Vor­stellung einiger Oberlehrer hätte in biefer Hinsicht bereits bie Zustimmung ber Zweiten Kammer erhallen. Hier wies bie Regierung darauf hin, baß eine Aenderung mit ihren Folgen etwa einen weiteren Bedarf von 141000 Mark | notwendig mache, weldjer nicht vorhanden sei. Bei der I Erhöhung ber Bezüge ber nicht angestellten Schreib- I achilfen wurde seitens der Regierung versichert, baß bie I Stellenzulage nicht in Wegfall kommen werbe.

Nunmehr würbe zu ber Erörterung des Streitpunktes I mrückgegriffeu, in welcher Höhe den Beamten bie IBesolbungs - unb Gehaltserhöhung gegeben I [Derben solle. Der Bauernbund will, oa er ein I Gegner des Wohnungsgeldes ist, einen Unterschied zwischen behalt und Wohnungsgeld nicht machen und auch Don den I besamten Beträgen an Gehalt und Wohnungsgeld nur r Z0 Proz. bewilligen, da es sich ja nur um ein Prooi- r jorium für daS Jahr 1912 handele unb da die Mittel, bie ii zesamte Forbernng der Regierung zu bewilligen, nicht Dor- ianben seien. Dem wurde entgegnet, daß bie Regierung die Mittel in bem gesamten Bedarf nachgewiesen habe, und > außerdem die Steuererhöhung für das Jahr 1913 und 1914 ganz in Wegfall komme, welcher Umstand doch ent- idneben bei der ganzen Vorlage als eine wesentliche Besse- ning anzusehen sei. Nachbem bie Regierung nunmehr Dcitcrc 200 000 Mark zur Verfügung gestellt habe, handele -s sich darum, ob diese zur Erhöhung ber Lehrergehalte ruf 15 Proz. oder zur Entlastung der Gemeinden verwendet Derben sollten. AuS bem Ausschüsse war ber Vorschlag Mjemacht unb würbe noch diskutiert, bei den Gemeinden L dite Unterscheidung zwischen wohlhabenden nb nichtwohlhabenden zu machen und nur bie- p;cnigcn Gemeinden mit Beiträgen zu den Lehrerbesoldungen kl heranzuziehen, welche weniger als 100 Proz. Kommunal- jteuer erheben, sowie denjenigen, die über 100 bis zu I 150 Proz. erheben, nur einen Teil aufzuerlegen. Tie ÄKiSsprache gerade hierüber wurde jedoch nickü zum Abschluß zebracht. Morgen wirb der Finanzausschuß zu enbgiU-

schullcbrer verlangen, wie dicS in ber Cerfentlitbffit schon oft bargetan wurde, nichts Besonderes, sondern nur gleiche Behand­lung mit den ihnen gleichiurcchnenden mittleren Beamten über 3000 Mk. Sie seben sich umso mehr dam bcrcWtigt, nachdem die ,3weite üammer in dankenswerter Weise sich dieser Forderung einmütig angescküossen und dem Finanzausschuß ousgetragcn bat, mit der Regierung aiü dieser BasiZ zu verbandeln.

In verschiedenen Sitzungen bat nun der Finanzausschuß der Zweiten Kammer mit ber Regierung zusammen beraten Und was ist bis jetzt das Ergebnis dieser Beratungen? Die Regierung lehnt alle Vorschläge des Finanzausschusses ab und stellt diesem folgendes Ultimatum: Denn der Finanzausschuß den Volks- schullehrern ihre Forderung von 15 Prozent Ausbesserung erfüllen will, bann muß er die Deckung, da die Regierung angeblich keine Mittel dafür bereitstellen kann, den Gemeinden aufbürden: will er aber eine weitere Belastung der Gemeinden vermeiden, bann muß er den Bolksschullehrern die 15 Prozent Aufbesserung verweigern.

Wir fragen: Bedeutet diese Regierungsäuberung für die Volks- schullehrer eine Ablehnung ihrer Forderung durch die Regierung? Tenn diese findet kein Wort der Befürwortung für das allseitig berechtigte Verlangen, sondern überläßt es der Manmter, wie sie sich dazu stellen will. Aus der als Mehrausgabe berechneten Summe von 188000 Mk. für bie Lehrergehalte ersieht man aber weiter, daß die Regierung die geforderten 15 Prozent nicht wie bet den Beamten vom pensionSfähigen Gehalt, sondern nur vom einfachen SteNeneinkommen berechnet. Also auch hier wieder eine Ausnahmestellung für bie Volksschullehrer, beim nach Artikel 1 ber Regierungsvorlage für die Beamtenbesoldung soll jeder Be­amte seine prozentuale .Aufbesserung vom pensionsfähigen Ge­halte beziehen. Nach vorgennanter Berechnung der Mehraus­gabe durch die Regierung soll dieser Allgemeingrundsotz für btc Beamten bei den Bolksschullehrern keine Anwenduna sinden. Das ist umso kränkender, als jedermann auf den ersten Blick bei Ansehung der 15 Prozent für Lehrer und mittlere Beamte eine gleiche Behandlung bei Heranziehung der Gehaltsgrundlage als selbstverständlich annimmt. Ob man an die Heraufsetzung der bei dcr Pensionierung für die Dienstwohnung seither berechneten 400 Mk. aus 500 Mi. gedacht hat, sucht man vergeblich bei der letzten Regierungsäuberung. Das ist aber für tue Volksschul lehrerschaft eine Ehrenfrage, denn darin wird sie den Willen der gesetzgebenden Faktoren erkennen, der endlich der ideellen Forde­rung der Volksschullehrer auf Gleichstellung mit den mittleren Beamten wenigstens in diesem einen Punkt gerecht werden will.

Tie Regierungsäuberung an den Finanzausschuß der Zwecken Kammer hat die Situation ungemein verschärft. Durch sie wer­den die Volksschullehrer in eine Angriffs front geschoben, bei der alle Erbitterung der Gemeinden wegen der venuehrten Lasten und aller Grimm der Beamten, als ob die Volksfchul- lehrer an der Verzögerung der Besoldungsreform schuld feien, sie treffen muß. Und dabei werden die Wünsche der Beamtenschaft im großen und ganzen, wie es bei einer solchen provisorischen Rege­lung möglich ist, erfüllt, wie man aus der warmherzigen Be­gründung der Regierungsvorlage für die Beamten, sowie aus den zusttnrmenden Aeußerungen großer Beamlenverbände ersehen kann. Für fic hat man in erster Linie gesorgt ioir konsta­tieren das nicht, um den Beamten ihre für sie vorgesehene Auf­besserung zu mißgönnen? für die Volksschullehrer war der Mantel des Regierungswohlwollens zu klein Die Regierung mag auch in der jetzt beliebten Form an den Finanzausschuß der Zweiten Kammer die Frage nach der Deckung der erhöhten Ausgaben stellen, bie Zweite Mannner hat in ihrer Plenarver­handlung im Mai dieses Jahres den Bolksschullehrern Gerechtig­keit widen'ahren lassen, und die Gewißheck, daß diese Zweite Kammer ihre feierliche Zusage nun auch zur Tat werden läßt, gibt der Volksschullehrerschaft den Mut, bett ferneren Ausschuß­beratungen und den 5l"ammerverhandlungen mit Vertrauen ent­gegenzusehen.

Der vesuch des deutschen Geschwaders in New l)ort.

Aus NewAork wird gemeldet: Das glänzendste rein deutsche Ereignis in der Kette der festlichen Veranstaltungen zu Ehren der Offiziere des deutschen Geschwaders bildete der am Mittwoch ad end im Hotel Astor veranstaltete F e st k o m - m e r s unter den Auspizien dcr deutschen Vereinigungen der Stadt New ?)ork. Jeder deutsche Verein der Millionenstadt und der Umgebung war vertreten. Tie hervor rage ndsten Vertreter des Deutschtums waren anwesend, im ganzen über 2000 Teilnehmer, darunter neben den Ehrengästen noch etwa 200 speziell geladene Mitglieder des Bürgerkomckees. Bürgermeister Gaynor besand sich gleichfalls unter den Ehrengästen. Hubert Cillis, der frühere Präsident des Gesangvereins Liederkranz, führte den Vorsitz. Im Lause des Abends sprachen der deutsche Botsck-aster, dcr aus Präsi­dent Tast toastete, Bürgermeister Gaynor, der in feiner Rede auf die hohen Eigenschaften des deutschen Kaisers hin­wies unb ein Hoch auf den Kaiser als Herrscher und Men­schen ausbrachte. Rearadmiral Winslow erzählte, daß auf der Fahrt NorfolkNew 9vrk das kombinierte Geschwa­der feine Signale brauchte, ein Beweis dafür, daß die beiden Flotten sich verständen. Kontreadmircck v. Rebeur-Paschwitz schloß seine Ansprache mit einem Hock) auf die deutschen Vereinigungen als Förderer der deutsch-amerikanischen Be­ziehungen.

An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm geschickt. Von dem Festkommers sandte Bürger­meister G a y n o r an den Oberbürgermeister von Berlin folgendes Telegramm:Ich sende Berlin die Grüße der 9ien> Yorker Bürgerschaft, welche die sreundliche Gesinnung Amerika gegenüber würdigt, die für die An­nahme der Einladung des Flottenbesuchcs bestimmend war. Die Anwesenheit der Flotte trug dazu bei, die Bande der Freundschaft, die stets zwischen Amerika und Deutschland bestanden, zu festigen."

Bürgermeister Gat)nor erhielt vom Oberbürgermeister Kirschner gleichfalls ein Telegramm, in bem dieser für das Telegramm der New Zorker Bürgerschaft dantt und hofft, baß bie beutsch-ameritanischen Beziehungen fortwäh­rend enger werden.

Die Heimreise.

New Avrk, 13. Juni Das deutsche Geschwa­der hat heute unter dem Adschiedssalut ber amerikanischen Kriegsschiffe unb ber Hafenforts bie Heimreise ange- treten. Um 5> x Uhr nachmittags fanb bie Ausreise statt. Die amcritani|d)en Schlachtschiffe unb Torpeboboote eskor­tierten die deutsche Flotte bis Sandy Hook. Dort fuhr das deutsche Gefchwaoer an den amerikanischen Schiffen vor­bei, während die deutschen Mannichaften bei jedem ameri­kanischen Schiff ein dreifaches Abfchiedshurra ausbrachten. TicBremen" fuhr nadi Baltimore, die amerikanischen Schiffe kehrten nach Hampton Roods zurück.

Nr. 158 Zweiter Blatt 162. Jahrgang

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.Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, bei V J 6L Wu F 9 W-, 1 £SL, äL > I H B ftljQ 9k, H

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