Zreitag, 16. August 1912
162. Jahrgang
Erstes Blatt
r. 192
c gröberer Empfang statt, bei dein der König die ikrscbiedcnen
Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.
• • 40-41
85AM-A1
ten Aus-
Uhr, abends 7.S0Ife
ertragcs
loeh.
Wella
Tic all-
auf dem „grünen dieser aufs höchste Jahre hinaus mit und hierdurch in Lebenswertes voll
der Lage, sich der Ausführung fernes und ganz hinzugeben. Ende April 1657
'00-68.00 00—67,50
00-69.00 00-69.00
lichten.
icmcinöe.
je (Lonystraße 4).
gust 19121
lugust 1912:
Gebieten, Die Anatomie ausgenommen, mehr Ausschlüsse gibt, als alle übrigen erhaltenen Handschriften zusammen.
gemeine Anteilnahme Italiens an dieser großartigen Manifestation
Bt'glüitwünschungen entglIiennabni Der Zustrom der Be-
völkerung ist außerordentlich grob
In den Ansprachen, die an den König gerichtet wurden, wurde der Fortschritt betont, den Bulgarien dank der hervorragenden Eigenschaften des Königs wahrend dessen:Hc- ncrungszeit gemacht habe Billgarieii sei ein Faltor des Friedens und der ZivUisatiou aus dem Balkan geworden. In seiner Tankansprache erklärte der König, er mürbe auch weiterhin alle seine Kräfte der Größe Bulgariens widmen, dessen Volk beständig gemeinsam mit ihm gearbeitet und dadurch die Sympathien der zivilisierten Welt gewonnen und sich im Orient seinen Platz an der Sanne gesid-ert
konnte der Meister einzrehen. Einige Monate später siedelte Wesendonk selbst in sein neues Heim über und es begann nun zwischen den Familien eilt desto intimerer Verkehr. Wesendont lebte dort mit seiner jungen Frau äußerst glücklich und Wagner gab sich mit gehobener Lust seinen itom* Positionen bin. Er schuf „Tristan und Isolde". 1859 erfolgte bekanntlich der Bruch Richard Wagners mit Frau Weiendonk. Sie siedelte zunächst in eine Muranftalt und später nach Tcutschland über. Die Lula Nieter ist den Zürichern für immer als Stätte, wo Richard Wagner gelebt und geschaffen hat, teuer.
Regen, Bed.
Der Hexenkessel.
Ein Balkankenner schreibt uns:
— Tie italienische Gesamtausgabe der Werke Leonardos. Aus Floren; wird uns ga'dmebcn: Tie italienische Regierung hat einen Ausschuß hervorragender Spezialisten damit betraut, eine Gesamtausgabe der Werke Leonardos da Vinci ;u veranstalten. Eine der großartigsten Unternehmungen Italiens auf Dem Gebiete der Geisteswm'enichasten vrr- spricht diese Veröffentlichung zu werden, die einen langgehegten Wunsch aller Gebildeten erfüllt und zugleich eine Ehrenpflicht Italiens gegen einen seiner größten Söhne einlöst. Ter Leonardo-Ausschuß hat die Losung einer Ausgabe übernommen. Die nur auf Dem Wege gemeinsamer Arbeit vieler Mithelfer aus Der italienischen Gelehrtenrepublik möglich ist. Gibt es doch kaum ein Gebiet menschlichen Denkens uno Schassens, auf dem sich Leonardo nicht betätigt hätte. Tasür, daß wirtlich Hervorragendes geleistet wird, bürgen die Namen der Männer, die an Der Spitze
Aug- ö
4. . 63
1857 bot Wesendonk Richard Wagner das Häuschen Hügel" als Wohnung an, wodurch sich beglückt fühlte. Er ,ah sich darauf auf Bezug aus seine Wohnung sichergestellt
monatli*73]3Lt»terte!- fälirlich TIL LSO. durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich ftb i{t.: durch die Lost Mt.2.—viertel- läbtl. au^ichl. Bestell^. ZeilenpreiL: lofoll5l?U mieivärt» 20 Bkenniq. C hefrebafteur: *?L (Boe tu yerontmorthd) kür den politischen Teil: Slunufl ®oetj; kür .Feuilleton', .Berniischtes^ und ,®ciictit->|aale: R. 9leu- ratb: kür .Stadt und Land^: (i.$*eu; kür den Anzeigenteil: H. Beck.
des Unternehmens stehen, des Senators Blaserna, der zugleich das hohe Amt eines Präsidenten der Arademia bei Line ei ucr waltet, der Professoren Marw Cermaneti, Francesco Novati, Aoolfo Venturi, Etwrc Verga und anderer. Jedes dieser Mitglieder des Ausschusses hat auf seinem speziellen Forschungsgebiete zu sammeln und für die Veröffentlichung vorzubereiten, >vus an edierten und unedierten Schriften und Zeichnungen Leonardos noch auszuflnden ist. Ter erste Band der Gesamtausgabe wird dem k ü n st l e r i f ch e u Schassen Leonardos gewidmet fein; andere Bande werden sich mit Leonardos Malerbuch, Der lehrreichsten technischen Anweisung, die wir von einem jfünüler besitzen, ferner mit Den interesfanten Beobachtungen dieses Universalgenies auf den Gebieten der Anatomie, der Naturwissenschaften, der Philosophie und anderen Disziplinen befassen. Nachdem eine Reihe von Vorfragen erledigt ist, machen die Arbeiten jetzt rasche Fortschritte. Ter Ausschuß hat zum c r ft e n m a I die Erlaubnis erhallen, die kostbaren Schatze Leonardoscher Zeichnungen und Handschriften i n Windsor Castle photographisch aufzunehmen. Tanach soll der Codex Atlanticus, jener gewaltige, in der Mailänder Ambrosiana ausbewahrte Band, an Die Reihe kommen, der uns über Leonardos Betätigung auf allen
Tte Antworten werden in den nächsten Tagen erwartet. Man nimmt an, daß die Mächte dem Vorschlag Berchtholds zustimmen werden. Es liegt kein spezielles Programm vor Die Konversation soll durch die Botschafter bei den Großmächten erfolgen.
85,OH ei.OHi
Dies die „Lage". Cb cs dem Grafem Berchtold ge» fingen wird, das mazedonische Problem zu lösen? Wie sagte doch Fürst Bülow: Es käme gleich hinter der Quadra- tur des Zirkels . . .
85.0H ruchlniarkt. Hammer) 17,59» ',00 ’1)IL 12 ßA«
O.00M!,h°LW
M
bieje lü..
t6hn! , i
h°» iÄMSI
WI
"Ul dem ™ I ments
8 Ö
war. Auch da zeigte sich wieder Frau Wesendonks weitgehendes Interesse für Wagners Arbeit. Sie schloß mit Dein Schmied einen Vertrag ab, durch welchen sich dieser verpflichtete, laute Arbeiten zu gewissen Stunden gänzlich zu unterlassen. Den Höhepunkt der Festlichkeiten, welche damals in der Billa Rietberg vor sich gingen, bildete Liszts Geburtstag, der 2. Oktober 1855. Im engeren streise wurde der erste Akt der Walküre, welche eben fertig geworden, ausgeführt. Liszt, unterstützt von W. Baumgartner, saß am Klavier, Frau Heim sang die Sieglinde, Wagner den Siegmund und den Hunding.
tziiiqt keimst-'' Ä’*’
irg
Ratschläge der Mächte an die IZürtei?
Der „Pcster Lloyd" erfährt aus Wien von „ein* geweihter Seite": Wir glauben zu missen, daß man in unseren leitenden Streifen angesichts der Verhältnisse in Der Türkei den Augenblick für gekommen erachtet, in eine Unterhaltung mit den übrigen Mächten über die Fragen einzutreten, welche eine allgemeine Beruhigung bei der oltomanischen Bevölkerung, insbesondere bei den Nationalitäten Hervorrufen sollen. Es handelt füty hierbei nicht um eine Rückkehr zur Politik der Intervention, sei cs auch in versteckter Form. Dies liegt der österreichisch-ungarischen Politik sicherlich ganz fern: die Absicht einer solck-en Aktion kann nur darauf gerichtet [ein, durch wohlwollende Ratschläge nach allen Seiten die günstigen Dispositionen auf Seiten Der Türken zum Wohle Der Balkanvölker unD Der Türkei selbst auszunützen. Tas Motiv Dieser Politik ist Das freundschaftliche bewährte Interesse Der Monarchie an dem Wohlergehen Der Türkei utiD Der Balkanvölker und die Zuversicht, mit Der sie erfüllt ist, kann nur aus Dem Vertrauen zum neuen Regime in der Türkei geschöpft fein.
Die „Neue Freie Presse" melDet: EinlaDungen an Die
türkischen Hcrrsckiaft entwickelt haben: Bei Der Besitznahme >es Landes durch die Türkei wurde das gesamte Ackerland als Besin des .Herrschers erklärt. Großgrundbesitzer wurden vollblütige Türken oder Csmanen. Tie kleinen Ackerlose erhielten die Angehörigen der muhamedanischen Hilfsvölker ober eingeborene Christen, die sich durch sofortigen Heber tritt zum Islam in Gunst zu setzen wußten. Tie reichsten Landbesitzer aber ivurdcn Die Moscheen und Klöster m Konstantinopel. Ter Sultan blieb Lehensherr über das ganze Land und kann nach türkischem Recht jederzeit jeden Grundbesitzer seines Besitzes für verlustig erklären. Tie ganze übrige Bevölkerung, gleichviel ob Christen oder Muha- mebaner, besteht aus „Hamals", weld)cs Wort soviel ^bedeutet, wie Lastträger, Tagelöhner und Leibeigene. Tie Wirkung dieser Agrarverhältnisse auf die Voltswirtschaft und Sittlichkeit ist ein ewiger Kriegszustand auf Dem Lande; wie in TeutschlanD zur Zeit Des etOjährigen .Krieges ieDer zehnte Mann ein Räuber mürbe, so werben auch in Mazebonicn jährlich viele Hunberte verznxifeller und verlorener Menschen zu Räubern, die jetzt ein nach Tausenden zählendes Heer bilden, das der Bauer unter fortlvähreiiben Bedrohungen ernähren muß. In die Städte, deren Verwaltung kläglich ist und wo die Habsucht, Der Betrug unD Die Käuflichkeit Der Beamten auch Dys türtische Maß weit überschreitet, wagen sich Die BanDen nicht hinein. Aber ans Dem LanDe hört mit Anbruch der Nacht die türkische Herrschaft in Mazedonien auf; an ihre Stelle treten Die Banden, deren Vorsteher meist Lehrer sind. 800 Banden wird man wohl im ganzen Lande zahlen können; sie werden organisiert sowohl ourch Die revolutionären Komitee» im Innern MazeDoniens selbst, als auch von Bulgarien aus.
nationalen Gelebrtenfleißes bekundet sich in Den Zulveiwungcn von Schriften über Leonardo und von Gcldnutteln. So hat kürzlich ein Mailänder Sportsmann Pie stattliche Summe von 1UO UOO Lire für diesen Zweck gestiftet.
t Eine Frau als Bischof. Bischof Margaret: La Grange ist Die erste Frau in der Welt, Die diesen hohen kirchlichen Rang besitzt; ihr Bistum liegt in Los Angeles, wo sie eine aue» gebreitete und segensreiche Tätigkeit übt. So lange noch ihr Mann lebte, gab sie sich mit Diesem relistonsgeschichtlichen Forschungen hin unD suchte unter allen GlaubenssätzenZ>cr Erde nach einer Lehre, aus Der Männer unD Frauen in Den Schwierigkeiten des täglichen Lebens Trost und Hilst gewinnen könnten. Allmählich hat Dann Mrs. La Grange die Grundzüge eines praktischen Christentums entwickelt und zahlreiche Anhänger gefunden, mit denen sie eine Kirche erbaute, Die den^Namen „Tic Kirche Des neuen Gedankens" erhielt. T'.e Zahl ihrer Anhänger mdjrte sich; man erkannte in ihr die leitende straft der ganzen neuen Bewegung, und so wurde sie zum Bischof Der Tiözese Michigan erwählt. Wie der „Tally Telegraph" in einem Ansatz, den er Dem weiblichen Bischof widmet, ausmhrt, hegt das Geheimnis ihres Wirkens in ihrer Hilfsbereitschaft uno in ihrem praktischen <smn. Schon als sie sich dem Studium der Religionen hingab, merkte sie, daß ihre Bekannten sie m allen Schwierig leiten uni Rat fragten, und fühlte in sich das, glückliche Talent, Menschen
I Hexenkessel Mazedonien über. Das mazcdonisch- I fLqarischc Revokutionskomitce arbeitet fieberhaft an Der
Zum Hcgkrungsjubiläum der Königs von Bulgarien
schreibt Die „NorDDcutschc Allgemeine Ztg." in ihrem Leitartikel nach einem Rückblick auf Die kulturellen unb wirt schastlichen Fortschritte Bulgariens unter Der Regierung Ferdinands»
Eine hohe Anerkennung öcrDicnt auch die sorgsame Pflege Der auswärtigen Beziehungen Bulgariens durch den Mönig, Der es verstand, das Land fcüicr Suhd-mmg gemäß auf fried lidxm Wege zu einer angesehenen Stellung cmporziisühren, Die Bulgari->i von den Ntädsteit bereitwillig -ucrkannt wird. Schwierigkeiten fehlten geiviß nicht, sie wurden aber sicherlich nicht zum Sdwben Des jungen Staatswesens noch immer ohne Erschütterung des FricDeiis übmvunDcn. Eden jetzt gehen die Wogen der Erregung in Bulgarien ziemlich hoch. Wir niödüen vertrauen, Daß Bulgarien auch aus diesen Schwierigkeiten Durd) Die Weisheit Des Königs, ohne sich in Vlbenteuer zu stürzen, in Ehren hervorgehen wirk». In dieser Zuversicht bringen wir dem König unb feinem Lande zum heutigen Tage herzliche Glückwünsche dar und verknüpsen Damit die Hoffnung, daß Der König aud) fernerhin Bulgarien zu wachsenDcr Wohlsaint und Geltung in dem gleichen Geiste leiten werde, der für das bulgariscl-c Volk in Den ersten 2> r Jahrzehnten der Regierung FerDinands I. so reiche Früchte gezeitigt hat.
Tirn 0 >v 0, 15. Aug. Die königliche Familie ist Ijcutc früh im Hofzug hier cingetrosscn. Tie Mittister unD Das diplomatische Korps fiuD ebenfalls eingetroffcn. Ter König nahm zunächst an einem GottesDieust teil unD nahm Dann große Truppenschau vor. Später sanD ein
Mächte zu Der vom Grafen B c r ch t h 0 l D angeregt spräche unter Den Unterzeichnern Des Berliner V> über Die Verhältnisse in Der Türkei sinD bereits erfolgt.
. Kaifer Wilhelm; Wohnung in Zürich.
Bei feinem Besuche in Der Schweiz wirD Kaiser Wil- Hm in Der Villa Ri et er in Zürich Wohnung nehmen tuf Ersuchen Des schweizerischen BunDesrats Hal Frau sieter-Bobmer ihre Villa auf Dem Gabler Der Eibgenossen- hast sür Den Besuch Kaiser Wilhelms zur Verfügung go .stellt. Ueber Die Geschichte Der Villa veröfsentlichl Tr. onrad Escher in einer bei Stell Füßli in Zürich er- stienenen Broschüre „Die Billa Rieter in Zürich" de- lerkenswerte Angaben: Ter Erbauer Der Villa Otto Uesen Donk hielt seinen Einzug in Dieselbe im Jahre B57 und bewohnte sie bis 1871. Ein Siegcssest, das Ucsendonk unb seine Freunbe 1871 bei Beendigung bes flutsch-französischen Krieges in ber sogenannten alten Ton jxLle in Zurich feierten, würbe burch französische Offiziere iejlört. Die Bourdaklarmee war bamals, 85 000 Mann irf, in der Schweiz. Die Vorgänge bei jenem Siegesfest rrlcibeten Wefendonk den Aufenthalt in Zürich. Er verließ lie Stadt unb verkaufte fein Gut an Rieter-Rotpletz, .nm Großinbustriellen. Von ben Kinbern Wesenbonks :ben nur noch ein Sol)n und eine Tochter, die mit - Dem rutschen General Frhni. v. Vissing vermählt ist. Rieter- ^oipletz starb 1881, fein Sohn wurde in jungen Jahren >96 dahingerasst. Seitdem ist das Gut im Besitz seiner Htroe, Frau Rieter-Bodmer.
Einst hat der Dichter Johann Kaspar Lavater »ufig das Rebhäuschen auf der Höhe des Gutes besucht. -1 ben 50 er Jahren des vorigen Jahrhunberts hat Rich. Gegner in der Villa Rieter Muße für seine Schöpfungen jiTunben. Er bewohnte in den Jahren 1857 bis 1659 ben fietberg, ober wie man zu Wesenbonks Zeit bic Villa "tonte, Den „grünen Hügel". Im Frühjahr 1852 halte Achard Wagner bie Bekanntschaft Otto Wesenbonks gemacht, ben wieberholt dem Damals ost recht bebrängten Meister fitS ber Finanznot hals, vor allem seiner Fran zu Siebe, i’tiu Wejendonk war eine große Musikfreunbtn und von t.’s Meisters Kunst ergrifsen. Zur Zeit, ba Wagner in Mrich in ben Escherhäufern tin Zeltweg wohnte, zeigte ,ich tülb, baß ein Schmied in der Nachbarschaft fein iMidwerk trieb und zu Des Meisters Gesang oder klavier- iriel, von Denen immer seine Zompositionsarbeil begleitet -er, Den Takt hämmerte, was begreiflicherweise sehr ftörenD
4-16,0'6.
4-
Während Graf Ber chth 0 ld vom Kaiser Franz Josef »ki Ischl in Audienz empfangen wird, kocht und brodelt auf S ton Balkan, da wo die politische Hölle am tiefsten ist.
■ ,1? obi l in ad) ung". Tic Bcvölkcritng must ihren letzten I itfler bciftcucrn Wafscudepot-. ivcrden errickftet, Bomben !■ ino Höllenmaschinen mit teuflischer itunft an bnt Balm-
r f g.cncn befestigt. Sandansky, den man den mazedonischen l Hl I rdirgSkönig" nennt, und sein Günstling, der Bandensührer ^ßonitza, bereiten eine neue Aktion vor und erfüllen die l eine und die große Welt mit dem Sckfauder ihrer blutig- limantischen Namen. Was wollen diese und was soll mben?
«Hcfteeer Snjclget JDBW • •
N Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderheffen
5 Kotatfonr-Nlck und Verlag btt vriihl'fchen Univ.'vuch« und SttinDruderei H. Lange. Hcbaltion, Erpeditioa und vruckeref: Schulftraße 7.
ti 2miuag- 6 Uhr. Bübingen: Fernsprecher Nr. 269 Gefchäft5ftclle Bahnhofstraße 16a. _____________________
Haltung unb b- mdbreißigsien 3afjrga ten eine ^riüatbibliotk > spannende llnteM.-. t, auf dieses allgas
Preis für den tr itften Band beträgt e Minen noch nicht cic. wäre.
?r$ bad llauhM öalznlraum.' Milkst g, den 23, August: M uianne." Sonntag, *
habe.
Cabelgerafikl der türkischen Nationalisten.
Konstantinopel, 15. Aug. Tie Zeitung „IkDmn", bic als bas Organ ber MilitLrliga gilt, fuhrt eine heftige Spradfc gegen bas kriegsgesd-rci ber bulgarischen Nalionallisten unb sagt, s 0 l 11 c B u 1 g a r ic ii e i n c n An - griff gegen bie T ür kei versuchen, so würben bic polilisd>cn Zwisligkritcn ber Ottomanen vcrschwinbcn unb bic bulgarische Armee würbe einer Armee gegenüber* stehen, bic .ungebulbig fei, bau sie feit Atonalen Krieg führe, ohne ben Feitid zu finbai.
Sofia, 15. Aug. Bon zustänbiger Stelle tvirb bie Existenz eines Bünbnif fes zwischen Serbien iniD Bulgarien ober einer sonstigen biubenben Abrnadmnx mit Serbien entschieden bestritten. Trotzdem sind ringe- weihte Kreise der Meinung, daß über die letzten Ereignisse in Albanien und Mazedonien im Zusammenhang mit dem Gemetzel in Kotschana und eventuellen Weiterungen mit Serbien ein Meinungsaustausch gepflogen wird.
Fürst Bülow, als er nod) Staatssekretär des Aus- tfertigen Amtes war, erklärte — anno 1898 —: „Wer mir ii sagen vermöchte, wie fid) in Mazedonien Die Ansprüche n vcrschieDencn ^Nationalitäten unb Kvnfeffionen befrie tigen lassen, ben erkläre id) für einen sehr feinen Kops; !as tarne gleid) hinter ber Cuabratur bcs Zirkels unb ber hffinbung bes Steins ber Weisen . . ." Seitbem hat bic i.Zsetzung in beni Hexenkessel bes Balkans einen zwar li.len, aber unaufhaltsamen Verlauf genommen, unb bic ificntlidje Meinung bes Auslanbs, bic meist mit bem nichts-
Sd)lagwort „Banbenunwefen auf dem BaUan"
2 k-iesveist würbe, verlor bas Berslänbnis für bas, was man ^honten unb bie mazebonische Frage nennt, bis jetzt D tlötzlich bas Interesse burd) ben bulgarisch-türki- - |fen Konflikt wieher wachgerufen wirb.
In Den türkischen Wilajets, bic unter bem geographi ■ ben Begriff Mazcbonien zusarnmengefaßt werben, wimmelt 1 tn buntes Gcmisd) von Völkern unb Konfessionen: Serben, ■ Bulgaren, Türken, Gried-en, Tfcherkessen, Albanesen, Zin> ■ tuen ufiv. In dieser sehr „Gemischten Gesellschaft'^ können 1 irionalc und konfessionelle Beivegungen schon deshalb nicht k I ifd)iDinbcn, weil ui Bulgarien, Serbien und Rußland bc- ■ijnbig Leute an der Arbeit sind, die den Feuerbrand des p.'IOischen Haders schüren und dabei mehr oder minder ■ibrlid) das Ziel verfolgen, Mazedonien vom türkischen Joch ■ju befreien
■ In Mazedonien ist so ziemlick) aNes strittig, sogar die ÄttcnAc: die türkische Verwaltung, die Griechen, die Serben, ■ b.c Albanesen, die Bulgaren, jeder rechnet andere Wilajets Mvl oder ab von Mazedonien. Natürlich läßt sich da auch glitte Einwohnerzahl angeben, und das politische Bild Mfkhwankt und schillert beständig. Infolgedessen ist cs auch liebt leicht, zu bestimmen, was die sog. Mazedonier selbst ifigcntlid) wollen. Im allgemeinen läßt sich sagen: Tie |t-unfd)C der Mazedonier, die gegen die türkisd;e Regierung I mtpfen wollen und von ihren Freunden in Serbien, Iftontcncgro und Bulgarien unterstützt werden^ richten ■ j) vor allem auf die E r l a n g u n g v 0 l l e r S e l b st - I e ctv alt u n g Mazedoniens. Sie verlangen einen I bristlichen Gouverneur, christliche Polizei, Gleichstellung Wer Mohammedaner und Christen vor dem Gericht
Diese Sortierungen sind selbstverständlich, wenn man [Stur einen Blick aus die Landbesitzverhältnisse und Bcrwal- Hingszustände Mazedoniens wirst, wie sie fid) unter der ■ l - —
| ! 2582. ' H I» I Kälber lebbnit
• ' =1-61 iZ ' • b?-80 ' ' 51'65


