Ausgabe 
12.11.1912 Drittes Blatt
 
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162. Jahrgang

Dritter Blatt

Nr. 267

Erseh ei nl 1-glich mit Ausnahme des LormtagS.

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statt. In I des 6*,c I

Demgemäß muß der § 361 Absa!'. 6 folgende

geführt werden.

Bestraft werden Personen, die gewerbs

neue Fassung erb.ilten:

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Fcrnspr. 231

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linikslraße).

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der zweiten .Hauptversammlung begrüßte der Vo.fitzende ... samtverbandes Pfarrer Lic. Weber (M.-Gladbattr) die Teil nehincr und Ehrengäste. Senatspräsident S chm öl der lHarnrn

Fragen geben werden.

Am Abend sand eine öffentliche Volksversammlung

Dienstag, 12. November 1912

Rotationsdruck und Verlag der Brüblichen UniversitalS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Giesen.

fnahnre in Heilstätte" ihre Angehörigen jt

Voit

bin Starkenburger Parteitag der Zentrvmßpariei

In Bensheim fand ein Starkenburger Par­teitag der Zentrumspartei unter dem Vorsitz des Landlagsabgeordneten v. Brentano statt. Als erster Redner verbreitete sich, nrie wir derDarmst. Ztg." entnehmen, h'cichstagsabg. Erzberger über unser Verhältnis zum Balkankrieg, wobei er betonte, das; Oesterreich und die verbündeten Mächte Deutschland und

Erfreulich sei die neuliche Erklärung des Ministcrialrefc- renten, daß die Regierung am christlichen Charakter der Volksschule festhalte. Zum Schlüsse ivurde eine Ent- jmliestung angenommen, die völlige Aushebung des Jesui- tcngesehes fordert.

i. SB.) behandelte das ThemaRech.tsgeschichlliches, .britisches und Vorschläge zur Lösung der Prosiittttionsfragc". Ter Redner schlug vor! Fallen must jede polizeilich? Reglementierung der Praßi tution. Dagegen must die Polizeibehörde das Recht erhalt m, bei der Kuppelei überall mit ihren Maßnahmen einzusetzen. Tie willige Prostituierten Wohnungsfrage mrist der Lösung entgegen

DiefHefotner .^omillenbletler werden dem .Anzeiger^ Dtermal wöchentlich beigelegt, daS Nreirblatt für den Kreis Gtefiei zweimal wöchentlich. DieLar.d»irtlchaftllchen Seil- fragen" erscheinen uwnatlrch zweimal.

Denticlics Ueicv.

Ter Kaiser reiste am Montag vormittag zur Jagd nach T rachen > berg in Schlesien.

Der Reichstag wird, wie nunmehr feslsteht, seine erste Sitzung am 26. Nov. nachmittags 2 Uhr abhalten. Tie Präsidentenwahl wird im Neick>stage noch im Lause der letzten November- Woche erfolgen. Wie in parlamentarischen Kreisen ver­lautet, wird gegen die Wiederwahl des Abg. Kämpf seitens der bürgerlichen Parteien lein Protest eingelegt iverden. Es scheint, soweit es sich bis jetzt beurteilen laßt, keine Neigung vorhanden zu sein, die Präsidentenfrage nach dem Muster des Februar d. I. wieder aufleben zu lassen. Das alte Präsidium dürfte aus diesem Grunde seine Gesckstifte für den Rest der Session weiterführen. Ob bei Beginn einer neuen Session die Präsidentensrage wieder von neuem angeschnitten werden wird, und eine Neuverteilung der Sitze im Präsidium nach den Stärieverhältnissen der Par­teien beliebt werden wird, lässt sich jetzt noch nicht sagen.

Dem P o st s ch c ck g e s c tz , das nunmehr dein Reichstage vorliegt, sind eine Reihe von interessanten Anlagen bcigegeben. Danach war das Ergebnis des Postscheckverkehrs am Ende des Jahres 1911 folgendes. Tic Zahl der Kontoinhaber betrug 62 446, die Guthaben der Kontoinhaber beliefen sich auf 139 744 472 Ml. Die wöbt der Gutschriften betrug 1-3 581 491092 Mk. bei 65691562 Stück Gutschriften, die Lastschriften beliefen sich auf insgesamt 12535 776 905 Mk. bei 14 985 453 Stück Lastschriften. Die Umsatzziffern sind demnach 80 677 015 Gut- und Lastschriften mit einem Be­trage von 25117 267 997 Mk. Tie Reichspostverwaltung hat im Jahre 1911 von dem Guthaben der Kontoinhaber fast 129 Millionen Mark angelegt und zwar 58 Milstonen Mark in Staatspapieren und Wechseln, 3' > Millionen Mark für Darlehen an Genossensa>stten, 55 Millionen Mark durch Ucbcnoeisung an die Reichshauptkasse zur Verstärkung ihrer Betriebsmittel und 12 Millionen Mark zur Verstärkung der Betriebsmittel der Postanstalten. Ter Umsatz im Posi- überweisungsverkehr der Rcitt^spostverwaltung mit Oester­reich-Ungarn, der Schweiz und Belgien hat im Kalender­jahr 1911 59 Millionen Mark betragen. Die Einnahmen im Postscheckvcrkehr betrugen im Jahre 1911 12 334 919 Mk., die Ausgaben 12 300 209 Ml., so daß der Ueberschuß 34 710 Mark betrug, tvälyrcub in den beiden ersten Jahren noch Zuschüsse von 843 000 und 254 000 Mk. erforderlich waren.

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Seltersweg II Ecke Goethe»»

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- slraße 7. Expedition und Vertag: e=»ä>51. 9le6afnon:e^H2. Tek-Stdra AnzetgerGietzen.

tivstandes der Armee, lieber die Ausgestaltung der Re» orm sind offenbar im Ministerium Meinungsverschiedenheiten entstanden. Ter Kricgsrninister General Michel hat nämlich seinen Rücktritt gegeben, den der .Honig angenommen haben soll. Ter Ministerpräsident wird provisorisch das Kricgsmiiiislcrium verwalten, was eine Neuverteilung der Portefeuilles notivenbig machen würde lieber die Tragweite der ztzniis ist nian int Augenblick nicht unterrichtet. Man wird aber jedenfalls morgen bei der Wiedereröisnung der Varlamentsverhandlungen Näheres erfahren, da eine prograntmatifche Erklärung des Ministerium! ci iiaru-1 ivirb

Au» Stadt und Land.

Gießen, 12. November 1912.

L. U. Landes Universität. Dem ordentlichen Pro­fessor der Mathematik an der Landesunioersität £)r. Ludwig Schlesinger ist von der Universität Kasan für seine her­vorragenden Verdienste um die Lehre von den Differcntial- gleichüngen der Lo ba t sch esSk i j -Pre i6 zuerkannt worden. Ter Preis luurbe anläßlich der Hundertjahrfeier dcL Kasaner Mathematikers Lobalschefstij, deS SchövferS der Pangeometrie, im Jahre 1893 gestiftet. Dr. pbil. H. F. I. Junker, der sich an der Landcsuniversität für vergleichende Sprach- ivisscnschaft und arische Philolog e zu habilüieren wünscht, wird am Mittwoch, 13. November, um 6 Uhr nachm., ir der kleinen s2lnla seine Probevorlesung überDie

indogermanische Ursprache" halten.

** Koloniale Erziehung. Man scknribt uns: Wir TetUsck>cn sind, abgcielyett von dcn iiori>anierifancm, das jüngste Kolonialvolk. Hierin liegt die Ursache, daß wir an übcrsoeisckx'n Gebieten nur das noch ner,inen konnten, was uns andere Völker übrig ließen und daß dies nicht gerade die allerbesten Länder - strecken waren, ist klar. Immerhin aber tonnten wir dock) noch ganz criletflid* Gebietsteile in Besitz nehmen, unter denen sich solche von hervorragender Entmickluilgssähigkeit befinden^ Wenn wir uns klar ntadren, daß unser Kolonialbesitz etwa das fünffache der Größe Teutsck>lands umfaßt, und ivenn ivir bebenfen, welch ungeheuren Wert der Besitz leistungsfähiger Kolonien in wirt­schaftlicher, politischer und kultureller Bestehung bedeutet, und wenn wir schließlich berücksichtigen, daß alle Eriverbsstände, handel, Industrie, Landwirtsä-ast und nicht zum minbeften auch die Ar- beitersä>ast ein lcbhisies Interesse an dem Arisban«unserer Sckmtz- gcbietc Ijabcn, so fällt es auf, luie wenig dieses Interesse und der Sinn für die kolonialen Aufgaben in die breiten Sckstchten unserer Bevölkerung eingebningcn sind. Es mag su gegeben wer­den, daß wir nach der Gründung des Reichs noch viel zu vrel mit dem inneren Ausbau unseres Staatsioeseus zu tun hatten, und daß den meisten das Verständnis für die neuen Aufgaben, vor die das beutidje Volk in weltwirtschastlichcr und weltpolitisck)er Beziehung gestellt wurde, fehlte. Das hätte sich aber doch nach der Konsolidierung der inneren Verhältnisse Deutsck>Iands ändern sollen. Gewiß hat sich eine Reihe von Vereinen gebildet, die fidi die Aufklärung des Volkes und den Ausbau der Kolonien! ur Aufgabe stellten, die Deutsche Kvlonialgesellsckxrst mit dem K olonialwirtfck-aftlichen Komitee, der Deutsche Fraucuverein vom Roten Kreuz für die Kolonien und der Frauenbund der 2<utfd>en Kolonialgesellschnft. In eiiurächiiger Arbeit ivurde Großes er­reicht. ES wurde aber geleistet, ohne daß das deutsck>e Volk in feiner Gesamt lieft sich für diese Aufgaben begeisterte. 9Jian konnte sogar vor 1907 eine gewisse Kolonialmüdigkeit beobachten. Es schien, als ob wir nicht fähig wären, eine so große Mission, imc die Schaffung von Kolonien, aliszufül-ren. Ta kam die Aera Dernourg. Man mag über sie denken, wie man will, das eine muß selbst der frbärffle Gegner dieser lolonialen Entwi.llungSzeit -ugestehen, daß Ternburg es verstanden Hal, unsere Kolonien popu­lär zu machen und daß er durch den AuSbau der Eisenbahnen ganz Hervorragendes für ihre Entwicklung geleistet hat. Tie steigenden Danbelszissern liefern hierfür die Betveife. Seitdem ist ivieder ein Nachlassen des Interesses zu beobachten und babd sind unsere Pslicksten, die wir den Kolonien und unseren Brüdern in ihnen gegenüber übernommen haben, nicht geringer geworben. Tas Gegenteil ist der Fall. Ta sollte jeder nach seiner Kraft und in seinem Streife mitwirken an dem Ausbau und der .Hebung unserer Kolonien, damit unserer Generation nickst der Vorwurf gemacht werden kann, wir f/itten die Pflichten vernachlässigt, die uns die Entwicklung zur Kolonialmacht auf erlegt hat. Betrachtet mau, was bisher in Gießen für die Ausbreitung des kolonialen Gedankens getan wurde, so können wir jeststellen, das; der Verein für Erd- und Völkerkunde durch Vorträge, die sich hier und ba auch mit kolonialen Fragen befaßten, zu wirken sucht. Ferner sei bas Völkermuseum erwähnt, bas durch ein reichhaltiges An­schauungsmaterial koloniales Interesse erweckt. End.ich seien die beiden kolonialen Frauenvereiue genannt. Tiefe drei Vereine

achungen bti tze".

rUZs vom 20. -äwivu

bsallholz-

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haben kürzlich hier die Vollbel» -Ausstellung ins L-eben gerufen und damit unzweifelhaft eine wichtige Aufklärungsarbeit geleistet. Tie beiden F-rauenveveine haben es sich neben der Abhaltung einiger Vorträge zur Aufgabe gemacht, praktische Liebesarbeit in unseren Kolonien zu leisten. Ausübung der Krankenpflege, Förberung aller auf Kranken-, Wohlfahrts- und Gesundheitspflege zielenden Einrichtungen und Bestrebungen, Fürsorge für die Kinder der Weißm vom zartesten Alter an, .hinanch'endung von Frauen und Mädchen in die Kolonien, Unterstützung von Notleidenden, kurz Schutz des Tcntschtums in jeder Beüehuitg, bas sind bie Aufgaben biefer Vereine. Und nun soll am 13. d. M. ein K o l o n i a l f e st veranstaltet werden, dessen Erträgnis wieder im gedachten Sinne Berivendtmg sinden soll. Möge es gelingen, auch die breiteren Schichten unserer Bevölkerung für den kslonialen Gedanken zu gewinnen, denn das Verständnis für alles, was mit den Kolonien jufamm en hängt, soll nicht nur in beit oberen Schächten Ausbreitung finben. Es ist notwendig, baß sich unser ganzes Volk dafür er­wärmt. Tas Kolonialfest bietet eine Dorteiüjafte Gelegenheit, Weihnachtsgeschenke einzu kaufen. Tazu bieten na­mentlich die Handarbeiten, bie von 30 hiesigen Tarnen nach Mlut- chener Muster gearbeitet wurden, passende Gelegenheit. Ta die Materialien hierzu von hiesigen 'Geschäftsleuten bezogen irnnben, ist eine Sch ädigung der heimischen Geschäftswelt durch'den Ankauf bei dem Feste ausgesck)lossen. Ter Erlös wird für Weihnachls- gabert an die deutschen Schwestern in den Kolonien verwendet.

" Sta btt b e ater Jean Gilberi, ber Komponist bet ,Poln ischen Wirtschaft^, bat in seinem »Auto- liebchenE c,ncn neuen Possenfchlager peschost'en, ber gegen­wärtig bie Runde über bie Bübne macht und am nächsten tmnlag zum ersten Dlale hier gegeben wirb. Nummern

e ^Das haben die Mädchen so gern/ »Fräulein, können Sie linksrum tanzen/ der »Twosteg^ u. a. m. sind ja be­reits populär geworden, und nach allen Anzeichen ist für nächsten Sonntag abend sehr starker Besuch zu erwarten. Am nächsten Sonntag nachmittag findet wegen des Konzertes des KonzertoereinS feine Vorstellung statt.

Kreis Büdingen.

Bl eichenbach, 10. Nov. Vor zahlreichen Zu­hörern hielt heute im Weißen Roß auf Anregung des Krieaer-

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

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früh 9 Uhr )ren bireft von

Italien einen serbischen H a s en ander A^d r i a nicht dulden konnten. Er hofft, daß der Friede für das deutsche Volk aufrecht erhalten werde. Tie größte Bürgschaft für den Weltfrieden fei für jede Großmacht der Schrecken vor dem modernen Krieg mit feinen un­geheuren Geldopfern. Ferner flöße unsere neuerdings um .loci Grenzarmeekorps vermehrte Kriegsmacht und die deut­sche Kriegsbereitschaft unseren Feinden den nötigen Respekt ein. Alsdann schildert Redner die voraussichtlich wohl­tätigen Wirkungen seines mit Bassermann gestellten Steuerantrags und glaubt, daß infolge des segens­reichen Ergebnisses der Reichsfinanzreform die Erfüllung der Wünsche der Postasfistentcn und Poslunterbeamtcn be- vorstehe. Mit außerordentlicher Sckzärfc wandte er sich gegen den Freisinn als den zurzeit wärmsten Anhänger von Ausnahmegesetzen und verlangte völlige Aushebung des Jesuitengesetzes. Abg. v. Brentano sprach . ber die innere Lage in Dessen. Bei der nationalliberalen Partei vermißt er eine einheitliche Führung, während die des Pauernbnndeö geschickt und maßvoll fei. Die Sozial­demokraten seien von einer sörnilichen Antragswutigkeit erfaßt unb hätten bazu beigetragen, daß der äußere An­stand ber Kammer nicht besser geworben sei. Die Ver­minderung der Bcamtenzahl sei nölig, gleichzeitig aber auch ihre Besserstellung unter Berücksichügung der Steuer traft des Volkes. Beim Schulgesetze werbe man das Zen­trum eventuell an der Seite bes Baucrnbnnbes finden.

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Deutzch» Sittlichleitrlongreh

~ Dalle, 11. Nov.

Mit einem sFestgottesdicnst begannen hier bie Berhanblungen ber 21. Dauptversarnwlung bes Verbandes der Tculfck'en Siti lichkeitsvcrcine Zunächst tagte im Evangelischen Verrinsbaii eine Konferenz deutscher Universitätsprofessv r c n . die fick, mit der Frage beschäftigte:Was können wir für die sittliche Festigung der akalxnnsck>eii Jugend unseres Volker tim". In ber ersten Versammlung lagen zwei interessante Vor trüge vor. Das erste, von Frau Dr. ineb. Emanuela M eher ,Münchens behandelte Thema betret die Frage:Stuben tische Sittlichkeit eine soziale Pf^licht". Tic Rednerin ging von dem Grundsätze aus, daß der Student in b' sondcrcr Wehe dem Volke gegenüber zur Sittlichkeit verpslickttc: sei. Tenn das VorreckK der höheren Bildung sei zugleich eine vcrsckÄrste Pslichtforderung inr Punkte der Sittlichkeit Tie fti: dcnlnck,' Sittlichkeit sei nicht nur eine moralische Pflicht dc>. Gebildeten, sie sei auch schlichtweg eine Mannespslicht gegenüber der Frau.

Ter zweite Vorttag behandelte das ThemaStuben t u nb Kellncri n". Es würbe bie Forderung ausgestellt, baß der Mann auch in der Kellnerin den Menschen zu achten habe, ein Wesen mit Seele und Mensckxmwürdc

An der allgemeinen Aussprack« beteiligten sich Strafrechts lehrer, Mediziner, Philologen und Tl>eologen, sowie die Per trrtcr der studentischen Korporationen. Olemäß der crganqcnfr Auffordeniug imirbc sclließlich die Einsetzung eines Doch- s ch 17i u s s ch u s s e s für alle deutschen Universitäten beschlossen, der Vertrauensmänner ernennen soll, die ihrerseits den Studenten Anregung zur Beschäftigung mit den einschlägigen

Ausland.

Ein Glückwunschtelegramm des Kaisers von Oesterreich an den König von Italien.

Ter König von Italien hat vom Kaiser von Oesterreich die nachfolgende Tcpesche aus Osenpest erhalten:

Beseelt von aufrichtigster Freundschaft veranlasse ich mich an Eure Majestät meine loärmften Glückwünsche zu Ihrem Ge­burtstag zu richten. Jcki benutze mit Vergnügen die Gelegenheit, um Eurer Majestät gleichzeitig recht ausrichtig Glückzu wünschen zu dem glücklichen Erfolg, welchen die kürz­lich beendete Aktion in Libyen, den Italien gehabt hat, sowie zu dcn hohen militärischen Tugenden, welche die Armee und die Flotte Eurer Majestät in diesem ^eldzuge bewiesen haben. _ , . t

Tas Haager Schiedsgericht erkannte in Sachen der russisch-türkischen Streit­frage, ob die ottomanifche Regierung gehalten sei, an Ruyland Tür die Nichtzahlung der nach dem Vertrage von 1879 zu ent­richtenden Kriegsentschädigung Verzugszinsen zu zahlen, balnn, daß die Forderung Rußlands noch seiner im Jahre 1891 erfolgten Mahnung zwar grundsätzl k o anzuerkennen sei, eine Verpslickstuna der Türkei zur Zahlung von Verzugszuften aber deshalb nicht vor liege, da, wie aus den.divlomatilchen Korrespondenzen hervorgehe, Rußland unzweifelhaft auf bie aus biefer Mahnung sich ergebenben Benefizien verzichtete.

Eine Erhöhung bes Effektiv st anbes ber belgischen Armee.

Tie belgische Regierung plant eine Umgestaltung bes Rekrutierungsgesetzes unb bamit eine Erhöhung des Effek-

inäs'.ig Unzucht treiben unb babei ihr Gewerbe in ärgerniserregcn ber Weise öffentlich zur Schau tragen, ober mit Zuhältern, Dieben, ober aiiberen Verbrechern einen sie begünstigenden Verkehr unter halten. Endlich werden beftraft solch' Personen, die nicht den Nachweis erbringen, daß sie sich in ärztliche Belwndlnng begeben unb alle Anordnungen des Arztes befolgt I>al>cn, wenn sie mit einer ansteck en von Krankheit behaftet angetroffen werden.

Ter zweite Vortragende, Professor Dr. Brunner (Berlin), der literarische Beirat im Berliner Polizei-Präsidium auf dein Gevi'te des Kinon- senS imb der Bekänrpsnng der Sckmrutzliteratur sprach überGesei.liche Maßnahmen zur Bekämpfung von Schund und Schmutz in Wort und Bild" Der Redner legte seinen Aus­fuhr mi gen eine Reih? von Leitsätzen zu Grunde, än beinm ein- Tritcnb gcsaal wird: ^'egenüber den osfenkuni-igcn schweren Schäden, die aus her gewerbsmäßigen Ausnützung des Unterhalttings- und Bedursnifses der Bildung insbesondere der breiten Massen für tinfer gesamtes Volksleben cnoachscn, sind behörblick»e Abwehr und Sckmtzanaßnahmen unerläßlich. 'Tie Leiffätze erörtern dann bie Frage, was bisher aus dem Wege der Gesetzgebung nnd durch Verwa l t n u g Sma ßn ahm en erreicht worden ist nnd verbreiten sich bann über die Frage, ivas weiter gcschel>en soll.

Tic Vcrsaminl'.mg war mit den Vorträgen einverstanden.

Deut' abend 'sand eine öfscntliche Versammlung statt, in der ^rziehnnge'ragen, sowie das ThemaEine ernste Ehesragc" er- >rtert nnirden Tamit hatten die Berl^andlungen der Konferenz )i y»b-_ '/j 'Vj-

Aus ficHen,

Eine Berständigimg zwischen Kammer und Regierung in der Frage der Karnmerbeamlcn.

bS. Darmstadt, 11. Nov. Bezüxffich dcr zwischen Regierung unb beiden Ständekammeni eingetretenen Mci- nungsverschiebenheilen wegen der Nichtverösfentlichung dcs I n i t i a t i v - G e s e tz e n t w u r f s über die anderwcite Ge- lwltsrcgclung der Kammerbeamten haben in den letzten Tagen 'Besprechungen zwischen der Regierung unb dem Vorsitzenden des Fina-nzausschusseS, Abg. Dr. Osann, stattgcfunden, aus denen eine friedlick>e Verständigung er­wartet werden kann. Finanzminister Tr. Braun versichert zunächst mit Bezug ans die in dem dringlichen Antrag enthaltene Darstellung der regierungsseirigen Erllärung-u, das; er bei den früheren Berhandlungen über bie Besol- dungsreform nicht im entferntesten an den fraglichen Ini­tiativantrag, sondern lediglich an die Regierungsvorlagen gedacht habe. Er habe im Finanzausschuß der Ersten Kam- incr nur zugesugl, das; er die Beschlüsse der Ersten Kam­mer, die bclanntlich sehr wesentlich mit denen des anderen Hauses differierten, in der Zweiten Kammer ircrtrctcn wurde. Bezüglich des Initiativantrages, über den sich ja beide Kammern vollständig einig waren, sei im Schoße der Regierung gar keine Rede gewesen, und er hätte daher auch keine Zusage darüber erteilen fönneir (Herr Staats- minister Dr. Ewald l war damals erkrankt nnd weilte im Süden. D. Res.). Die Regierung hat sich nun, wie wir weiter erfahren, bereit erklärt, dem betreffenden Gesetz­entwurf über bie Gehalte ber Kammerbeamten zuzustim- men, jedoch nur, wenn diese aus dem Kreis der Staats­beamten auSsckwiderl unb als vollkommen selbständige Be­amte der Ständekammem betrachtet werden, wie dies auch in anderen Bundesstaaten der Fall ist. Denn es sei nicht angängig, für Regierungsbeamte der gleichen Stufe ver­schiedene Gehäller festzusetzen. Uebrigens würden nach der neuen Besoldungsvorlage bie Gehälter der oberen Kammer- bcamtcn mit den von den Landständcn ausgestellten Ge­haltssätzen nur um 20 Mk., die der mittleren Beamten allerdings um 240 bis 360 Mk. differieren. Es erscheint nun aber doch sebr fraglich, ob sich die Kammerbeamten mit dieser Lösung der Frage einverstanden erklären werben, denn wenn sie nur noch Angestellte der Kammern sind, so haben sie auch keinen Anspruch mehr auf Wiedereintritt in den Staatsdienst, Beförderung, Auszeichnung usw. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer, den bie Sache zu­nächst angcht, dürfte im Laufe der folgenden Woche zur Beratung darüber zusammentreten, und da die Großh. Regierung sich zum Entgegenkommen bereit gezeigt hat, wird es hoffentlich auch ohne besondere Schwierigkeiten gelingen, eine befriedigende Lösung derUnstimmigkeiten" yerbeizuführen.

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