Ausgabe 
13.1.1912 Zweites Blatt
 
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162. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. U

trlcbetnl lSgNL mit UuSnabme des Sonntag«.

Zahn-Creme

Mundwasser

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Gegen das Altern

Arbeit mehr »

WeMäei

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Aus den ein- von der er a-

Dr. HommeFs Haematogen

WARNUNG! Man verlange ausdrücklich den

Namen Dr. Hommel.

aeaangencn Meldungen geht hervor, ba',_

bischen Küste des Noten Meeres eine Expedi­tion türkischer Truppen aufbrechcn wird, um über Egypten nach Der E y r e n a i c a zu marschieren. Italienische Schisse werden Kreuzfahrten unternehmen, um dies zu ver-

zurürkziehen.

Nom, 12. Jan. (Agencia Stefani

hindern. r.

Ter Kommandant derCerrtna" meldet aus Majfauah, daß die italienischen Torpedobootszer>ü)rerPiemoute", Garibaldtno undArttgliere" am 7. Januar vor Monfub aus sieben türkische KanonenPoote und eine armierte ^jacht gestoßen sind, Rach heftigem Kampfe wurden nie nanonenbooce zerstört und die Hacht weggcnommen. Die Italiener hatten keine Verluste.

Redaktion. CrvediNon und Druckerei: Schul» straße 7. Erved lion und Verlag: estä» 5L 9icöa(non:e^ 112. Tel.»Adr.:Anjeiger<Ließen.

Tageschronik.

In Varis ist eine Mädchenhäden irbande o er­halte t morden, die es befoiiders auf junge poluifdie Jüdinnen abgeieljen Halle. Tie Führer siitd ent ehemaliger anieril'aniicliev Deiekno nantenS Lee und ein m 'Rußland geborener Türke Schnaner.

In dem schweizerischen Dorfe P k ä s f i k o n wurden zwei allein­stehende Tarnen ermordet ansgeinnden. 3ie sind mit einem Utuupieii Jnslrmnent etschiagen und beraubt tvorden; von den IHörocin fehlt jede Spur.

Tie petiielhmg einer Fernsprech-Verbindnng zwischen Berlin, Alailano und 'Jioin tfl in Vorbereitung. Es wird jcigt eine Verbindungstellung zwischen Berlin und 'Mailand gebaut, die An- jchlnß nach 'Jiom sinden soll. Tie Strecke Berlin - Mailand ist 1292 Kilometer lang, die Strecke MailandNom b49 Kilo > eter.

In Wien wurde die 7öjährtge Vauratsivinve Klothilde Smeeth von ihrem Dienstmädchen imb Deien Freundin über- fallen, yeivürgt, an den vanden gefesselt und durch Trohnngen eingeichiichlert, keine vilierwe auszustoben. Tie Mac chen nahlen Sachen im Ebene von 100 Kronen; sie lonnten noch nachtS verhauet werden.

Der in Lurlslenlreisen weitbekannte Gasthos ,Zum Keller' in H um melshain (Lachjen-Allendurg) ist geilem früh mit sämt­lichen 9lebengebäubcit abgebrannt.

In Leavenworth (Kansas) sind im Heim für Veteranen anS den Bürgerkriegen plöijlid) löu Bewohner an Vergift u n g 6- erschein un gen erkrankt. F ü n f davon sind gestorbe n.

Bei ES as yol len (Posen) ist der Alibesitzer Alarszynsti auf dem Heimwege un S ch n e e |i u r m eingeichlaieit unb eriroren. cenie Frau ist aus der Luche nach ihrem Manne ebenfalls» erfroren.

Deutsches Reich.

Ein Berliner Blatt läßt sich aus Kiel melden, daß die kaiserliche JachtH o h e nz o l l e r n" den Beseht er­halten habe, am 15. Februar für eine Mittelmeer- reise des Kaisers seellar zu sein. Diese Nachricht des Kieler Korrespondenten ist, so schreibt dazu das Wölfische Bureau, etile freie Er.inoung. Neisepläne dieser Art be­stehen nicht.

Tie preußische E t s e n b a h n v e r w a l t u n g macht in einer Verfügung daran, ausmercsam, daß die Amtsvorftände und insbesondere die Dienststcltenvor,teher sich nach been­digtem Dienste von dem t ö r p e r l i ch e n u n d g e i st i g e n Zustande des Personals zu überzeugen haben. Zu diesem Zwecke sollet: sie in steter persönlicher Fühlungnahme mit den Untergebenen bleiben. Es ist streng daraus zu achten, daß zu vermeidende Härten des Dien ft es, soweit es möglich ist, abgestellt und gemindert werden. Es wird den TtenststeUcnvorstchern zur Pflicht gemacht, jede Tienstcinteilung aus ihre Einwirrüng aus die Unter­gebenen hin zu prüfen. Dabei wird daraus hingewiesen, daß eine Tiensterleichterung nicht in allen Fällen in eurer Verkürzung der Tienslschichten zu suchen ist, sondern es wird empfohlen, geeiguetenfalls dre Errichtung des Dienstes entsprechend anders zu gestalten. Durch Einschiebung uno Verlängerung der Pausen, namentlich der Mittagspause, werde sich in vielen Füllen erreichen lassen, daß sie eine wirkliche Erholung für die Bediensteten bedeuten.

Samstag, 13. Januar 19(2

Rotationsdruck und Verlag der Brüdl'schen Untversnäts - Buch- und Liemdruckerei.

R. Lange, Gießen.

t.

von öerNcpuvI.l" Lhina.

Schanghai, 12. Jan. Die Revolutionäre in N a n l t n g ließen durch ihren Minister des Aeußern Wang Ehung Hat den K a b i n e t t e n d e r M ü ch t e s o l g e n d e s telegraphisch mitteilen:

Ja) habe die ishre, sie zu benachrichtigen, daß der National- kongreß, 17 Provinzen repräsentierend, auf seiner Zusaintnenruiist in Nanking Sunhatsen zuin pcovtsorischen Prustoenten bicier Provinzen wahtte. Vi,zeprä,ident der Republik lUjitia ist Lihuan- hung. Las Hilinifteiium beueljt aus so.genoen Ministern: Mi- mftcr des Aeußern Wang Ehung Hui, Kriegsminister Ku Angsin, Marineminister Hnangtiunhhmg, Justizmiiiiiter Muluigsang, Fi- uanzminister Ehenchentao, Minister des Innern ishcugtehcvan, Unterrichtsminister Tiai.-uanpei, Minis.er für handel uno Jnouftrie Ehanching, Vettehrsminifter Tangshonchin. Für die Provinzen Kwainung, ituangii, yuennan, Kweichuw, Szetschuan, Hunan, Lnvch, Anhut, Kiangst, Kiangsu, Tschetiang, Ful'in Ehenfi und Ehen,a sind Zivil- uno Müi'urgouverneure sowie andere^Beatme von der republilanischen Regierung ernannt worden. Die Re­gierung not die Kontrolle in allen Vertragshäfen, mit Ausnahme Tientinis und Niulschwangs aus. Tas Gesetz uno die Ordnung sind fetzt in den Provinz eit gesichert. Tie Zentralregierung er­achtet sich für berantmortiid) für das Andauern der Ruhe und sie wird mit äußerster Gewissenhaftigkeit alle Regeln und Beftim- mungen beachten, die bei zwui^ierten Böllern üolich sind. Sie vertraut ferner darauf, daß ihr dieselben Rechte uno Privilegien zu» erkannt werden, welche sich die Machte gegenseitig gewähren.

DieOtetzener jfamllienbiatler- roerben bem .Anzeiger' otermal »vöchenilich betqelefll, daS Krrliblatl für Öen Kreil Stetzen" »roeimal wöchentlich. Die£anbwlrifd)aflltd)tn Seit» tragen" erscheinen monatlich iroeunaL

vom türlijdh=italienifd)en Uci-ghchauplatz.

Konstantinopel, 12. Jan. Nach einem int Kriegs­ministerium eingelausenen Telegramm machten die Ita­lien e r am 6. Januar einen Ausfall aus Homs. Einen Kilometer von der Stadt entfernt stießen sie au, türkische und arabische Streitkräfte, die Wider,tano leislclen. Die Italiener mußten sich unter beträchtlichen Verlusten

Gießener

General-Anzeiger für Oberheften

vermischte».

kf. (Sin Brief, der 3760 Mark Porto l oft et. Eine Londoner Briefmarlensirma hat in ihrem Geschäftslokale einen Brief ausgeiieltt, der Die Bewunderung aller Kenner erregt. | Es ist der lltn,a)lag eines Brie.es, dec kürzlich von RutzlcuiO nach xDcneneia) oe.afidt tvorden i.t uno für den das erstaunlich hohe Porw von 3<60 Mack einschließlich der Bersiaierungs- gebühr entrichtet werden mußte. Er ift 65 Zentimeter lang uno 30 Zentimeter breit, eem Inhalt sollen Wertpapiere ge­wesen sein, die einer österreichischen Bank von einem runifdj-en Auftraggeber zugeschickt wurden. Lie ganze Vorderseite des Um­schlags ist mit im ganzen 281 Zehnrubelmarten beliebt. Für die Portosumme harte em Bote nictst nur nach dem Bestim­mungsorte, sondern auch noch eine Reise um die ganze Welt machen können.

if. xer KaiserPalast des Domitian aus dem Balakin. 2re im Cnober vorigen Jahres von Boni begonnenen Ausgrabungen im Para ne des Malier» Domitian auf dem Palatin haben bereits intereiiante Ergedniife gejeitigt. Schon im 16. Jahr- Ijunoert hat Farne,t, dessen Garten angrenzten, Ausgrabungen an Die।er Stätte in Angriff genommen, Dann ist aber niujt» ^rnst- Uchcs mehr bis in das 18. Jahrhundert begonnen worben. Boni geht Darauf aus, den ganzen Plan des Palastes klar zu liehen, ucr ein typisches römisches vaus war, das nur in Dem Maße er­weitert woroen ist, ars es Die Bedürfnisse des Herrschers ver­langten. Bei Der Arbeit in d.r Zimmerstucht, die die Front des

Der Rücktritt öcs Kabinetts Lailaux.

Paris, 12. Jan. T e l c a s f ö hat das Anerbieten, das Ministerium zu bilden, abgclebnt und dem Präsidenten der Republik als die für diese Aufgabe am geeignetste Per- sönlichkcit Senator P o i n c a r 6 bezeichnet. Potncare, dem sodann vom Präsidenten Faliiercs die Kabinet.sbi.dung an- aeboten wurde, hat erllärt, daß er dem Präsidenten morgen feine Antwort überbringen werde.

Paris, 12. Jan. Präsident Falliöres hatte heute mit Bourgeois und Telcasss Besprechungen über die durch den Rücktritt des Kabinetts geschaffene poltltschc Lage. Bourgeois lehnte aus Gesund hetts- rück sichten ab, die Bildung des Kabinetts zu über­nehmen, worauf Präsident FalliöreS anDelcass 6 mit dem gleichen Ersuchen herantrat. Delca.ss machte die Erteilung feiner Antwort von einer vorhergehenden Beratung mu seinen politischen Freunden abhängig. Es herrscht der Eindruck vor, daß er sich heute abend bereit erklärenwirb,die Kabinettsbildungzuüber« nehmen.

Palastes einnahm, ist man nach einem Berichte Der Knnstchrvnik hinter Das ganze Trainagesnstem gekommen und hat außerdem eine erhebliche tRcibe von Arck iteklnroruchstücken gcßuideu. Im Atrium stieß man auf ein gewaltiges Bassin, von dessen Dasein man vorher feine Ahlmng gehabt hatte. Es mißt 18 Meter auf icbcr Seite, ist ungefähr 80 Zentimeter tic£ und ioar ursprünglich durchaus mit Marmor eingefaßt Im Triolinium, auf dessen Pracht Martial in einer seiner Satiren anspielt, ist alles bis zu dem Fußboden nivelliert. Taöei hat man üjct früher einen praa,woben Marmorfußb^den üversehen, der jetzt unter wenigen Zentimetern Schutt auf eine Lange von saft 150 Meter worden ist. In dem bereits früher er.'an.itcn nördlichen Nhpl-äum hat man jetzt Die Dasserröhren, Die bad Wasser Hine in führten, entbeüt. Tas südliche Nymphäum harrt iwch Der Ausgrabiingen ein Teil davon liegt unter dein nun verlassenen Ronuenkloster oella Bisitazio, das vor ungefähr 40 Jahren auf dieser S.mte erba-it worden ist. Dieses moderne GeöuuDe muß abgerissen wer­den, wenn ter P last des Domitian in seiner Lollsläirdiglcit aus- gegraben unb ausgenommen werden soll.

kk. T e r B l n i e i d der ch i u e s i s ch e n R e v o l u 1 i o n ä r e. Tie uonrefjlid c Ligainjalion Der chinesischen Empöier ist bei Der Revolution Aiitaie getreten; Die -alstieichen polnischen lüebciin- veibauDe hatten ihrJtetj um Das ganze Voiib gespannt, jo Duü ein AnLvruch Der 'Revolution im ganzen Reichs zu gleicher Zett moa- lidi war. 'JJiitglieD eines solchen Bundes zn werden, war äußerst schwierig. Wer Die Mngltedjebast nachsitcMe, mußte znern einen fcieilidieii Schivttr leinen, Den kaiiips gegen D e aiidschuieinDe bis an s 'Messer zu nihien. Tann litjte jeder Der Bersamnilting icuie Haut und ließ einige Blutotioplen in em mit Braiintivein gefülltes o)eiäB Ijiiieuuallen. Ton Diesem schauerlichen ofenante inuute der 'Jleuauijimei)inenDe einen Schluck zu sich nehmen, und Dann ging Der Becher unter Dem Dluie:Ans Leben und Tool" von Blund zu 'Mund.

* Schlau.Ra, Gustav, Hast du die Marke gekauft und den Brief auf gegeben?"Ree, Mutter, Den Nickel Hab' ick noch. Ter Beamte Hat gerat.1 weggesehen unb Da hab' ick rasch Den Bries in 'n Kasten gesteckt, ohne daß er's gemerkt hat."

* Schön gefügtNa, Herr Rat, wo waren die Fräu­lein Töchter diesen Sommer?" r-. ,Ln Heringsdorf zum Eh'- nngöfang V*

_______(1 2Staodo von Frankfurta. M. . für Erbolungsbedürftige, Nerven- und mneru Kran ne. dommer und Winter

---------- Prospekte durch ----------' Dr. M. Schulze-Kahloyss, Nervenarzt.

KursnsfaSf Hofheim T=,.

verbraucht für diesem.--; a|

Gehirn und Nene Nahrung , arOeU^l er sich ausdertai|^cn;h ,, IWZWZM8M-- Nervenpilege v

Die Romanze von der $3l}nc öcs Pioph.ien.

Die Fahne dcS Propheten ut entrollt", wenn Die Türkei Krieg führt: in dieser Redewendung hat ber Sprachgebrauch den wirtlichen Kriegsgebrauch der Türkei ausöewahrt. Jetzt, bei dem Kriege der Türtei gegen Italien, istdie Fahne des Propheten entrollt", aber es ist nicht d.e echte F-ahne des Propl-cten. T.e,e ist, io sonderbar es klingt, gar nicht mehr im Bentze der Türkei, sondern sie ist bereits seit JahrzehMen, genauer feit Dem ^ahre 163J, in Italien. Wie sie dorthin gelangt ift, ist eine wahre Romanze. Diesen Abschnitt aus dcr E.schichte derFahne Les Proph.ten" frischt der bekannte italienische Schriftsteller Amerigo <9carlatti in einer italienifch.it Zci.schrift auf, wobei er sich an Die Forschungen des Historilcrs Jsaia (phiron hält.

In Kom.antinopel wird in der Abu-ch.uo-Mo^chee diei5ahne des Propheten" gezeigt. Unter der Fahne des Propheten ver­liehen die Türken Dabei das Banner, Das Der erovcriiDe Sultan Mohammed 11. bei Der Einnahme ftunuantmopeis führte und Das er nach bem Falle ber F-estung auf Dem Erabe Aou-Ejuas, Des Bannerträgers des Proph.ten, aufpstanzte. Mohammeo 11. hatte nämlich gelobt, er lovlle Konstautiiwp.l in seinen Besitz bringen uno das Erab des Bannerträgers aufjinDen, und Dicie.i Schwur erfüllte er am 2. April 1453. Seit seiner Zeit fpielr b.e,eFahne des Propheten" eine große Roile bei den Kronungs ieicrliü;lciten jtbes neuen Herrschers Der Türken, und so b.ieo es, bis im Jahre 183J Ardul Meichid den Tstrott bestieg. In Diesem Jahre war Das Banner des Proph.t.n benmhe 4uJ Jahre alt. ES bestand nur noch aus zwei Seidenfetzen von unjeumimrarer Farbe: von der araoischen Jmchrift, die das E.auoensbeienntnis: Eott ist QMt und sJJiol)ammeD ist sein Propst", sowie einen Abschnitt aus dem Koran Den 13. Bers des 41. eure auf- wies, war nichts mehr zu erkennen. Avdul Meschid bestimmte also, bau für leine Krönung eine neueFahne bes Propheten" hergestellt würde, und Die Frauen seines Harems stickten in Gold- budjüaocn das G.atioenSbekenntnis unb Den Koratwers auf eine neue Fahne, die D.nn aml) tatfächlich bei seiner slrönung zu sel-en war. Wo war aber die alte, echte Fahne des Propheten hingeraten? Ter Ulema der Abu-EjUo-Vloschee dachte Daran, lie in kleine Stücke zu zenegen und diese Stücke unter Die Gläubigen auszuteilen. Der E.danie war reckst gut, besonders da er daoei ein gutes Smck Geld zu verdienen hoffte. Bei diesem Zerstückelungs­merle überraschte den Ulema nun ein Freund, Der Baron Teechio, Der Damalige Gesandte des Königs von Sardinien in Konstanti­nopel. Ter Baron fragte den Ulema, was er da täte, und als er es erfahren hatte, zog er eine Hand voll Gold stäche aus der Tasche, die er dem Türken für die Ueberrcfle Der Fahne des Propheten anbot. Wahrscheinlich war cs mehr, als Die Türken im ganzen für die einzelnen Stücke bezahlt hatten, und so ging der Tüme auf den Tausch ein und kam Die Fahne des Propheten in die Hände eines Ungläubigen. Der Ulema wurde zwar in der folgenden Nacht schon von schweren Gewissensbissen gepackt, aoer als er Den Baron bat, den Handel rückgängig zu mackstn, erwiderte dieser, es sei zu spät, denn er habe Die Fahne bereits abgeschickt, überdies werde sie in Italien mindestens eoenso heilig gehalten werden, wie die Türken es getan hätten. Damit mußte sich der Ulema zufrieden geben. Tatsaastlch sandte Baron Teechto Die Fahne alsbald nach Turin, wo König Karl Albert sie ins Zeughaus bringen liefe. Dort ist sie noch heute in einem, Glasschranke zu sehen. Ter gegenwärtige Tireitor des Königlichen Zeughauses in Turin, Generalleutnant Nuvoli, hat dies dem Amerigo Sear- latti auf eine Anfrage ausdrücklich bestätigt.K. F.

töcrictytsjaal.

Luxemburg, 13. Jan. Bor dem Zuchtpolizeigericht wurde heute, wie dasLuxemburger Wort" meldet, das Urteil in bem Schmugglerprozeß gegen Die fünf Gebrüder, die Händler Pierre aus Rödingen in Luxemburg gefällt, die beschuldigt waren, im Lause der Monate Januar und Feoruar 1911, b. h. in ber Zeit, wo Die Einfuhr französischen Biegs in Dem Großherzogtum ge­stattet war, Biel) holländischen Ursprungs im Werte von etwa 48 000 Mark im Tranfitvertehr über Belgien und Frankreich in das Großherzogtum Luxemburg eingeführt zu haben. Nach der vom Ministerium verfochtenen Anstcht der Zallverwaltung hatten sich Die Angeklagten hiermit des im Bereinszollgesetze von 1869 vorgesehenen Deliktes der Konterbande unD auch des Vergehens gegen das Biehseuchengesetz von 1870 und einem auf diesem süßenden Beschluiie schuldig gemacht. Zwei der Gebrüder wurden zu je 85 000 Atari, em zweiter zu 40 000 Mark, ber Vierte zu 11000 Nlark und der Fünfte zu 7000 Mark ver­urteilt. ferner wurde die Beschlagnahme ber eingeschmuggelten äliere ungeordnet, die einen Wert von 38 000 Mark haben. Bereits früher waren Tiere im Werte von 10 000 Mark beschlagnahmt worden.

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