Zweites Blatt
N.är
162. Jahrgang
ti-lkch mit vusnahme W fconntagl
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dieser
erst
Das britifdic V.ük ir mischt fo gut tuic einstimmig
Ziehungen zu Teutsck land an'" eine bessere Grundlage gestellt
2Imt$gerid)tsneubau, Klinitsbauten und
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Im Burgtheater? Ah, gegans iveitcrl Nit
Ich
)d) weiß es ganz bestimmt.
nach und
dem blieb
tü ^Oietzener Kam Men dl «Her- werben dem iflruetflcr' etermal mocbenilid) betgelegt, bat 'xctMleti fflr ven Kreis «setzen" »weirnal wöchentlich. Dte .^andwtrtlchostliche» Mi, fragen" erscheinen menatlid) jroetmaL
Gestern fand Staatsministers Justizbehörden
Dienstag, 15. Zebruar 191?
Rotetionibrud «ml vettag bei Er üblichen Untwrfuäti - V.ich- und Steinbrudecn.
R. tf • n g e, Lieven.
Er: Ja, wenn Sie mir dos beweisen könnten. . . .
Ich: Venn Euer Exzellenz gestatten, telegraphiere ich wl-nt tu Laube.
Der Aufenthalt Ijalöants in Berlin.
Die „Köln. Zig." meldet halbamtlich aus Berlin:
Daltrend feine.* Berliner Aufenthaltes hat LordHaldanc -richlich Gelegen hett a.-habt, sich mit den im Deutschen Reid) mal’ nbenfcen Persönlichleiten ouszuspreckaen und sich ein Bild von xt Stimmung zu machen, wie sic in Deutschland zurzeit vorherrsch- j.ncn amtlichen Auftrag zu Perhandlungen hat Lord ) al ba n e nicht gehabt, und es gilt deshalb auch für ganz lmookm'chcinlich, dax die besonderen fragen, von denen vielfach ii der Presse die Rede war, mit ihm erörtert morden sind. Venn int Person lichtest von dem Glicht des englischen Kriegsministers •icÄ Beendigung einer Orientterungsrttse heimkehtt, so toerden die ttn ihm gemachten Erfahrungen zweifelsohne für seine Regierung c-n Gewidtt sein, sie werden u. a vielleicku zur Aenderung der ürnafdicnben Auffassung Ehurchills beitragen, daß die Flotte t r Deutschland nur eine Luxus fache sei. Cb bic MlbaticfdK Reise weitere Folgen haben wird, muß obgemattet :*rben.
Das ist zurückhaltend und diplomatisch geäußert. In , ngland hat man schon cingesehen, daß Churchills Aus-- truck vom „Luxusgegenstand'' recht verfehlt war Die Londoner Presse hat das festgestcllt. Ter „Dailv Telc-- graph" kommt nochmals auf Minister Churchills Rede in Glasgow zu sprcckwn, in der er die deutsche Flotte als | einen Luxusgegcnstand bezeichnet hatte, und bezeichnet den Ausdruck als unglücklich und unzeitgeinäß und spricht die ! rvsfnung aus, daß er keine Rückwirkung auf die sehr delikaten Verliandlungen Lord Haldanes gehabt hat. Das Blatt
Es war eine rein persönliche Phrase Minister C *) u r d) i 11 d , wahrend Lord Hal da ne für das Kabinett gc-
paß die naiionallibrraien Abgeordneten beider Richtungen, wie man beute leider nod sagen muß, (Gelegenheit nehmen tverben, sich über diesen Punkt auszufprednii Es wäre umer allen Umständen falsch, wollte man sich innerhalb der Landtagsfrattion t»:m Ernst Der Sad;e verschließen, nur um nach außen hin nod) die Schein einigfeit zu bewahttn, an die doch '.iner mehr glaubt. Der Stein ist mm einmal int Rollen, und mit Worten ist er nicht mehr out* 5iihalten. Auch die anderen Parteien mürben bafür Sorge tragen, dai> die Oeffentlichkett über den Zwi t im nationalliberalen Lager auf dem Laufenden erhalten wird. Schon aus diesem Grunde wäre ein Berlnsd ungspersuch, d.r nur billigen^ Agilationsswfs bitten würbe, zwecklos. Es fragt fick) nun, welche Stellung der Vorsitzeaade der Landcsvattei selbst enuichmcn wird. Wer die Reden Dr. O s a n n S walweiib der Wahlzeit verfolgt hat, wirb wissen, daß er sich stttö als einen Anbänger ber Bassermannsdien Richtung be- teidinet und auch im Reicksttage zu dem Führer der nalional ■ liberalen Partei die besten Beziehungen unterhalten hat und beute noch unterhält Man tarf von Dr dann erwarten, baß er jept.
Deutsches Kcicb.
Der neue bäuerische Minisierpräfident Freiherr v. Hextking ist am Montag abend von Münckien nach Berlin abgereist, um sich der Reick'-sleitung vorzustellen und fid) von der Zentrumssraktwn des Reichstages zu verabschieden.
Das preußische Abgeordnetenhaus trat am Montag in die Beratung des Staatsvertrages zwischm Preußen einerseits und Bapern,Württemberg und Baden andererseits zur Regelung der Lotterieverhältnisse ein. Der Vertrag, nach dessen Durchführung sich die Preußisdw Lotterie aus fast ganz Deutschland erftredt, wurde angenommen.
schen Marine gegebene Ansporn und der Mißerfolg der bisherigen Annäherungsversuche gestatten in dieser Hinsicht manchen Zweifel. Wie dem auch immer sei, Frankreich wird bald über den Stand der Truge unterrichtet sein Die englische Regierung beharrt treu bei der erst jüngst von Sir ^sninrb Gre-' gekennzeichneten Politik, und wenn sie eine bauer de Annäherung an Deutschland erzielt, so wird sie den inu^men dieser Polittk nickst verlassen. Unter diesen Um ständen könnte sich F-rankreich nur dazu beglückwünschen, wenn man es zu st andc brächte, die Basis für vertrauensvolle und freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland zu legen, da diese dem Weltfrieden zum Nutzen gereichen würden.
inrodrcii hat. | dik Bezii lnni
Redaknow Ervedition and Trutferrt: ©dsul* ftroR* 7 Srpcöition und Verlag 5L Ä#DafnotLe»e llH ieL-i)lbr>'21.liftgerdiesen*
Unfalltrantenl}au$
Gießen, 13. Febr.
im Justizgebäude unter Leitung be*
Ewald, unter Teilnahme der und des Finanzausschusses der
itfl vM* ,
Er. Laube? Wer ist denn das?
Ick,: Der Tircltor des Bürgtlseatcrs
Er: Den kenn id nit, und der nutzt mir oud) nir. nne amtliche Bcftätigung vom Hofamt, vom Intendanten.
Aus Heften.
Da8 Slnben nach Vereinfachung bezw. Verbilligung der Staattverwaltun'
bat, so wird uns gcfrfjricbcn, einen besonders erfreulichen Erfolg auf dem (Gebiete des ftaaiüdicn Portowese ns gczeittgi Schon gelegentlicki der lElatsbcratung 1910 war die Aufhebung des mit der Rcichspostverwaltung vereinbarten Avec sums Gegenstand der Kritik gewesen, und die Folge war, daß die Regierung den Vertrag zum 1. Juli 1910 kündigte Seitdem sind gegenüber dem Rechnungsjahr 1909 nicht weniger als 58860 Mark 31 Pfg. an Porto losten gespart worden und twar int Verkehr des Staats Ministerium 1126 Mark: beim Ministerium des Innern hätten die Pottotosten, wenn das Avcrsum nickst aufgehoben worben wäre, 132 455 Mark betragen. Sie stellten sich aber dank der Aufhebung nur auf 106 634 Mark im Etatsjahr 1910,11. Beim Ministerium der Justiz hätten die Pottokosten bei Beibehaltung des Aversums 167 543 Mark betragen: sie beliefen sich ohne dieses auf 153 224 Mark und beim Ministerium der Finanzen anstatt auf 123 324 Mark nur auf 108 723 Mark, in Summa also 58 865 Mark weniger.
Zur Plä* ungefragt in Hessen.
Unser Darmstädter ds.^Mitarbeiter schreibt uns:
Die Ergebnisse der Franlfurter Versammlung, die für die nationalliberale Partei in Hessen von großer Bedeutung sein werben, haben in der hiesigen Presse itod) kein lautes Echo gefunden. Der „Tägliche Anzeiger" regiftriert lediglich die Tatsache an ricmlich versteckter Stelle, daß eine „politische Versammlung" stattgefunden habe. Das Blatt scheint einigermaßen über die Stelluiignahme in Verlegenheit zu sein. Auch die „Reuen Hessischen Vollsblätter", die dock) sonst mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berge hatten, begnügen sich mit einer kurzen Wiedergabe des Sachverhalts. Vielleicht wird dieses kleinlaute Wesen oerständlich, wenn mau weiß, daß der Leiter der „Darmstädter Richtung" der nationalliberalen Partei erst heute nacht von einer kleinen Reise zurückgckehtt ist, daß es also den Blättern an Information gefehlt l;abe. Die Franlfurter Versammlung wirb auf die am 22. d M. beginnenden .tiammerfifcungen einwirken, ba mau annehmen darf.
einige Zeit bei diesem. — Kurz vor 2»Uhr nachmittags traf Haldane in den Arbeitsräumen des Premierministers ein, um mit ihm zu sprechen.
London, 12. Febr. Sir Edward Grey wurde zum Ritter des Hosenbandordens ernannt.
Die Sitzung des Kabinetts dauerte 2h» Stunden. Wie die Zeitungen melden, drehte es sich in der Hauptsache um solche Fragen, die mit dem Besuck)e des zttiegsministers Lord Haldcknc in Berlin Zusammenhängen. Derartige Fragen werden wahrscheinlich bei der Adreß- dcbatte gestellt, bei ber auch die ministerielle Erklärung über diese Fragen erwartet werde.
„Debats" schreibt:
Cbetü eine deutsch englische Verständigung erzielt werde, müßte L.mtschland auf die seit zwanzig Jahren gehegte
denn nach der Abbildung, die der „flosmos" von tnefem Raturspiet gibt, gedeiht die Tanne ganz vvttref'lich. Es handelt sich bei diesem jufammenteben von Tanne und Weide natürlich nicht um Symbiose, fonbeni um eck'les Schmaror'ttum, loobei der Schmarotzer den Votteck und ber Wirt nur den Nachteil hat. Tie Tanne entzieht der Wttbe Nährstoffe und gibt ihr nichts dafür wieder. Allerdings lebt iie nicht vollständig aut Kosten der Weid-?, sondern entnimmt aud? Nährstoffe aus der Luft.
iswah' pralin^5 ;haf‘en
*** j LSelleri,;' nh Fbi*'1';
Ich: Die kann ich freilich nicht schaffen. Ick) habe nicht die l Einwirkung der klafsischcn Kunst, die zu der Blüte eines griechisch- Ehre, den Herrn Grafen Lanckoronsly v.wsötckich zu kennen, und buddhistischen Stils geführt hat. Aber Mhotan war nur die Pforte er würde mir al io auch nicht telegraphisch antworten j zu dem Einttttt in diese rätselhafte Kultur im Herzen Asiens:
aut einer zweiten großen Forschungsreise, die von 1906—1908 wahrte, hat Stein, immer weiter noch Osten vordringend, feine Forschungen fortgesetzt und veröfscntlicht nun seine neuen hochwichtigen Ergebnisse in einem umfassend'n Werke „fRuinen ber Wüste Eatl ah", das soeben in London erschienen ist. Tie mannigfachsten Schwierigkeiten und Gefahren mußten von dem Archäologen, der zugleich Reisender in einem von ber Multur nach wenig berührten Lande war, überwunden werben, auf feiner Reise, die ihn von der indoafghanischen Grenze über das Pamirgebirge in die Wüsten Jnnerasiens stihtte. Tie geologi>d,'n und ethnologischen Beobachtungen, die er machte, bezeichnen aber nur das Nedenwerk, das dein Hauvl',iel, der archäologischen Forschung, parallel litt. Stein stellte fest, taß die Staate ber Wüste (iathan einst unter indischer Her cf chatt gestanden i iben; bock die -ttmst der getvaltigen Tempel trat von dem griechischen Einfluß bestimmt, der sich bis an die Grenzen Ebinas ausdehnte. Tie wichtigsten EiUdeckungen waren bic Auttintung einer großen, zweihundert Meilen langen Mauer, die von den Chinesen in der Wüste gegen die Hunnen errichtet norden war, und die Freilegung des großen Heilig- t u in s der „D a u s e n d B u d d h n", mit Hunderten von Höhlen- und Felsentcmpeln. Hier wurden zahlreiche Manuskripte entdeckt,' aus denen sich bic Geschichte c-ieier Kultur wird entziffern lassen. Stein i.rtriu bic Ansicht, bai Fentralasien ein Wunderland der Archäologie ist, an historischer Bedeutung Aeghpten vergleich bar, aus dessen Trümmerstäbten ein großartiges Stück bis- ier unbekannter Menschheitsgeschichte durch die Forschomg er- ichlossen werden kann.
kf. Eine Tanne, bic auf einem Weidenbaume wäch st In ber Nähe von Luzern, bei der Walborücke, finbet sich ein merkwürdiges Natursviel: auf einer uralten Weide wächst nämlich eine junge Fichte. " i Wahrscheinlich! it ist das Samenkorn des Nabeldaumes durch) irgend einen Zuiall auf den Kopf ber Weibe gelangt und hat oort günstigen Nährboden gefunden.
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geheimnisvolle und großartige indochinesische Multur in Turkestan, in ba- iid: der ircltfc.’Lrridaio Einfluß des k»?llenistischcn Stils so intereffant wiegelt, ist erst in jüngst?r Zeit näher erforscht worden, wobei sich bic Deutschen, besonders burdi die Forschungen Grün- wedels, einen bedeutenden Anteil gesichert haben.^Neben ihnen tat b--r belaiintc englisch)« Archäologe W. M. Aurel Stein das Wich tigftc geleistet. Vor mehr als zehn Jahren entdeckte er die im 5anb begrabenen alten 5iulturflättcn chinesisch Turkestans und em- f üutc in ihnen jene eigenartigen WeckFelli
ch brauch Zivüisation Griechenlands und ber Indiens und Chinas. In 'den Ruinen Khotans fand er die deutlichen Spuren für die
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oderhefjen
Frühstück
ohlschmcckende Psund-Paketcn
» 11 . 1,111
Vie Ludwig varnay für Goethes „Sauft" plädierte.
Ludwig Barnav, der in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag nett, iwl schon vor 8Jahren in seinen,,Erinnerungen ' eme Auto- wgraphie gegeben, bic über 60 Jahre uinfaßt und etne Fülle von Er- bnissen aller Art bietet. Zu den lustigsten gehört eine Jugenoeriniw Nng aus dem Jahre 1863, bic für den frohgemuten jungen Lckwu» oieler nid t minder d nraticriftifd) ist wie für bic damaligen osterr. .enfuröerhältniin Barnav gastierte damals in Laibach. Gleid) sun ersten Btt'ud., den er dem Direttor des dottigen Landes
abftatidc, sagte dieser: „Lieber Herr Barnav, wenn Sie ; 1 fertig brächten, bai' wir am Sonntag Goethes „Faust" ,vielen hnen. den mir die Zensur jucht freigeben will, oas gäbe em nal ausverkanftes Hans!" Tiefe für einen jungen ÄChainpielcr I j oerführerifd’c Aussickjt machte Barum Mut, beim Poli-zeikom- I i'sar vorznivreck en. Der Gesttenge fetzte jedoch den VorNttlungen I » jugendlichen Helden ein kurzes „Nein!" entgegen, -tieier 1 truhiqtc iid dabei nicht, fonbern ging, immer kühner werbenb, F um Statthalter. Die Unterredung mit ihm jdjilbert Barnah I 'ügenbermafdi: ,, .
Ich: Ihr überaus gütiger Empfang, Exzellenz, gibt mir den 'l?M eine Bitte auszuivrecheii. . . .
Er: Was beim ? Aber ich bitt schön. Es wirb mir ja flute
Er: Ja, ba tut's mir eben sehr leid, aber . . . dann is halt nix zu mad)en. .
Bezeichnend für den Geist jener 3eit ist das F aktum, daß man damals in Laibach, in der Nähe von Wien, Laube so wenig fannk, während Barnavs großer, hock: immerhin bescheidenerer Ruhm heutzutage längst jelbfi in die kleinsten Provinzstädtcheii getragen ist.
kf. Eine russische Kunstakademie in Rom Aus Rom wird dem Eieerone berichtet, daß nach dem Vorbilde ber schon bestehenden fremdländischen Muni'taiiftaltcn, wie der französischen unb-svanischen Aunftafabcmic in Rom, auch eine russische Kunstakademie bald ins Leben gerufen werden soll. Die Jnilialir.' gell von Herrn von Stmloff aus, der für seine Pläne bic (vroi für st in Maria Pawlowa gewonnen hat.
— Gestohlene Waterloo-Relig men. In den letten Tagen kam es zur Kenntnis der Brüsseler Polizei, baß einige verdächtig aussehende Gesellen bei ihren Einkäufen mit cvolb- und Silbennünzcn bezahlten, die die Jahreszahl 1815 trugen. Es wurden joiort Nachforschungen eingeleitet, die alsbald zu der Entdeckung rührten, daß. bic Diebe im Waterloo- Museum gehaust und eine ganze Reihe von Reliquim an bie^roßc schlack t geraubt hatten. Am Dienstag wurden dann ein Fran zose und ein Sckiveizer verhaftet: bic Haussuchung ergab, daß ber Franzose in dem Museum die juivelenbcsetzte Tabakdofc Na volcons und zadlrcickc andere kostbare v-egenstände entwendet hatte, n. a. auch französische und englisch.' Münzen von Waterloo. Eine ziemlich stattliche Menge dieser Münzen war bereits ter schwanden, und es bleibt fraglidi, ob man die gestohlenen Gegen stände r olizällig wieder suriirtcrlangcn wird.
— Steins neue Funde im Herzen Asiens. Tie
nung auf die Herrschaft zur See verzichten, und zicht scheint kttneswegs bevorzustehen.
Haldane wieder in London.
London, 12. ftebr. Churchill sprach Besuche Haldanes bei Lloyd George vor
Zweiten Ständekammer unter dem Vorsitz • des Abg. Dr. £fann, des Vertreters der Stadt Gießen, Oberbürgermeister Mecum, sowie der Abgeordneten Grünewald und Urstadt eine Beratung statt, als deren Ergebnis die Annahme des Projektes bezeichnet werden kann, nach dem nicht der Flügelbau, sondern der sog. Brückenbau für die Errichtung eines A m t s g e r i ch t S g e b ä u • des festgestcllt werden kann. Das Gebäude wird im Fulda^ schen Garten errichtet und mit einer hochgespannten Brücke mit dem Landgerichtsgebäude verbunden: der Blick nach dem Wiesental bleibt erhalten. Stadtv. Löber, der hinzu- gerufen wurde, versprach, sein Gelände zu 12 Mk. für den Quadratmeter abzugeben. Tas Wiesenprojekt kam nicht mehr in Frage
Unter dem Vorsitz des Präsidenten des Finanzausschusses der Zweiten Ständekammer, Abg. Dr. Osann, und in Anwesenheit niedrerer Abgeordneten, darunter auch der Vertreter der Stadt Gießen, Abg. Grünewald und Urstadt, sowie des Ministers des Innern v. Hombergk, sowie des Geheimernts Weber fand weiter eine Besichtigung der Ohren - und Hautklinik statt. Tic Pläne für die neuen Spezialkliniken wurden in der chirurgischen Minik durch die Professoren von Eicken und I e s i o n e k erläutert und allseitig das Bedürfnis nach Errichtung der neuen stliniksbauten anerkannt. Eine Unterbringung etwa in den Räumen der Augenklinik erwies sich als untunlich. An Her Genehmigung durch die Landstände ist nicht zu zweifeln.
Minister v. Hombergk leate in längerer Ansprache dar, daß Universität und Äadt ourch diese neuen Kliniken wie besonders audi durch die weiter projektierten, zum Teil schon ausgeführten Projekte: Kinderklinik, L u p u s h e i ni und Unfallgenesungsheim einen
। }u sehen. Zwisck en tvn beiden Ländern ^ibt cs nirgends in der ädt wirkliche JMeressenkonflikte. Diese Tatsache unb die günstige | Stimmung, tie in England herrsckit, sollten eine gegenseitige Ber- I ftänbiminq erleichtern Aufrichtige Versuche auf beiden Seiten, I yi eine Verständigung zu erreichen, werden nicht burd) eine gc- Iqentliche Wendung eines Ministers mit literarischem Tempera •imt beeinträchtigt werden.
Die „Daily News" führen aus, daß die deutsch-englischen Rüstungsfragen nicht die internationale Lage ge- I sqafsen hätten, sondern daß vielmehr die Flottenfrage aus I ber internationalen Lage entstanden sei.
Tic engliid»? Polin! müsse daher nicht sich daraus konzentrieren, | wn Deutschland bic stiUsdweigendc oder formelle Annalnne eines | ldämmten Slärkeierhältiiisses zu erreichen, sondern auch die all- I vemeinen Beziehungen zwischen beiden Ländern so zu gestalten, daß I bis gegenseitige Mißtrauen und die Furcht voreinander beseiugt I iiürben, die zu dem Wetttüsten geführt hätten.
Der „Dail h T e l e g r a p h" begrüßt alle Versuche, I zu einer Verständigung mit Deutschland zu gelangen.
Wenn Lord Haldine an diesem guten Werke mitgearbeitet hat, I so werden alle Friedcnsfremrdc ihn beglückwünschen, nicht nur I in den unmittelbar daran beteiligten Ländern, sondern auf dem ganzen Kontinent. Zn der Fwage der Rüstungen schreibt das Blatt: I;'ebe5 Land hat das Reckt, bic Maßnahmen zu treffen, bie cs |tu seinem Schnve für notwnbig hält. Von diesem Gesichtspunkt |^aud bedauern wir, bas Minister Ehurchills einen Untersdaicd Eschen ber brittfehen Flotte als einer Notwendigkeit und der tschen Flotte als einem Luxusgegcnstand gemacht hat. Tie ILesferung der beutfd) englifdjen Beziehungen nrnröc bic Bezieh- lungcit Englands zu Frankreich uno Rußland nicht gefährden und L eint Stütze zur Wiederherstellung der Ruhe in Eatropa bieten.
Franzöfische Stimmen.
Der „Temps" schreibt über den Berliner Besuch des Imglischeu .^riegsmintsters Lord Haldane:
Die Berliner Befprechungeu werden zeigen, ob kolo- i r.ialc A b m a d: u n gcat oder Aust au sch c sowie wirt- k schaftlick)e Verständigung den ehrgeizigen Bestre- Ibungen Deutschlands zur See Einhalt tun und I rnc oauembe Annäherung zwisck;en London und Berlin I krbcifüljren lenneia. Di? jüngste Rede des Großadmirals I »öfter, der von Kaiser Wilhelm der Entwicklung der deut
^rdb’ sein. Ihnen einen G'fallcn tun zu können.
Ich: Nun, ick) bitte Euer Exzellenz um bic Erlaubnis, am lachsten Sonntag im „Faust" auf treten »u Hütten.
Er: Faust? Faust? Ist das nit das düd oon (^octbc. xsa, lieber Herr Barnav, das tut mir schrecklich leid, aber das gehl einmal nit. Ter ist ja verboten
Ich: Verboten? Ter „Faust" ? Warum denn ?
Er: Warum ? Aber i bitt schön T a kommt 1 a p e r k c u t c"l vor! Na, das wär noch schöner, wenn wir den leib paftigen Teufel auf dem Theater herumfpazicrcn liepen . y/
Ick: Aber gestatten mir Exzellenz den Eimvurt, dap „tv.nni F'n Kaiserlich Königlichen Hofburg Theater in Wien jahraus, jahr
,-^ojf- wo ihm die Gelegenheit geboten wird, seinen Worten die Tat folgen zu lassen, dew.isen irirb, daß diejenigen im Unrecht sind, die ihn als einen Aaagohörigen der „Wormser Ecke" bezeichnetcn.
Nun gespielt wird.
Er: In Wien? ■ C’cglid)!


