Ausgabe 
10.5.1912 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

162. Jahrgang

Nr. HO

Erscheint t>-T1ch mit Aufnahme -es Sonntag».

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He ..Giehener LamMenblStler" werden dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich deiqelegt. bal Hrt'.iblatl für der, Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. Tiekandwirtichaftlichen 6ett> fragen" erscheinen monatlich zweimal.

ic Llrcichung der ganzen Forderung.

Die Beratung wird hier abgcbrodjen. Morgen Wcitcrberatung.

Reichsrechtliche Regelung der LBanderfursorge.

Ter B i t t s ch r i f t e n - A u s s ch u ß verhandelte heute über

greifende Arbeitsleistung zu erzielen, har der rührige Vorsitzende des aus 16 Mann angcwadn'enen Wegebezeichnungs-Ausschui'ses (W. B. A.i diesen in 5 Gruppen eingekeilt, die wiederum die Ar- Lcii ui dem ihnen zugewiesenen Bezirl unter sich verteilen. In zwei gut besuchten Versammlungen wurde über diese Einteilung usm. eingehend Rat gepflogen und sie fand auch allseitige Zu- summung. Bei allen Teilnehmern aber herrschte die grvtzte Ar-

Kolosse«

Inh.: Karl Ohm.

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Erstei

634 mv- von tion. Auf- 6erz.

Freitag, 10. Mai chl

U-tattonLdrurt and Verlag der vrühl'sch'n UnUHrfitälfl - Buch- und 6tetnbrude«L flt Lange. Viehen.

mt ]R. TU- eis.

Wandern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen.

Tie Wegedezeichaungen um Gießen.

Gerade zum Beginn der wanderfrohen Zeit hat, wie schon on anderer stelle turz erwähnt wurde, die Sektion Gießen vom Deutsch öft. Alpenverein die llincrhaltung und Ausführung der Markierungen, oder wie man sich neuerdings ausdrückl: Wcge- b c z ei chnun g cn in der Umgegend von Gießen an den Vogelsberger .i)öl,en Eluo, Zwcigoe.rin ^ic£en noertragen. Nicht leicht ist es dem erstgenannten Vereine geworden, das ihm im Lause der Jahre liebgewordene Werk in auberc öändc zu über­geben und nur zwingende Gründe, wie hauptsächlich die starke Inanspruchnahme beim Bau von Wegen und einer Schutzhülle in den Alpen usw., waren die Veranlassung dazu. Öcrzlic^n Tank aber müssen alle Natur- und Wandersreunde den wacherenTeulsch- Lestcrrcichern" zurufen für die scilherigc ohfcrsreudigc Arbeit, mit denen sie die Wanderstrechen um Gießen gezeichnet haben und die sie aus reiner Nalurfreude und aus echter .veimatsliebc frei­willig übcriwmmen hatten. Gar mand)C5 schöne Fleckdstn Erde, manch stilles weltfernes Tal und gar manches verträumte Nest, das kaum dem Namen nach bekannt war, haben sic aus ihren Wanderfahrten cnidecht und dem Touristenoerlchr durch geeignete Markierung näher gebracht.

Ter V. XL E. Gießen, der also diese Arbeiten, als der am besten dazu berufene Verein übernommen Hal, ist sich jedoch bewußt, daß mit dieser Uebernahrnc auch viel Mühe, Arbeit und Unkosten verbunden ist. Um nun eine möglichst vielseitige und durch-

21u$ den Reich$tag$au$jchüssen.

: Berlin, 9. Mai.

Ter Wahlprüfungsausschutz

entschied heute in Sachen der Wahl des Abg. Pauli Öagcnow, kons.t mit 7 gegen 6 Stimmen, daß die nachträgliche Zurücknahme von Wahleinsprückeu, mit denen sich die Kommt'sion schon be­schäftigt Hal, als unbeachtlich anzusehen sei. Tic ui Frage stehenden Punkte werden daher jetzt vorn Ausschuß noch weiter geprüft und danach soll bis zur morgigen Sitzung das endgültige Stimm- ergebnis, das über Gülliglcit ober Ungültigkeit der Wahl ent­scheidet, festgestellt werden.

Ter Branntweinsteuerausschuh

SUbaftun, Expedition und Trudtcei: Schul- ftrafee 7. Erpebrtion und Verlag: Redaktion:«-E llL. Tel.-Abr^AnzeigerGtetzen.

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167.

U schlußzw ang. .

. Es wurde noch» eine ganze Reihe von Anträgen der sozial- s bemolratcn und zum Teil der Bollspartei abgelehnl, die sich auf Ermäßigung der Ueberbrandbcsteuerung bezogen, auf die Vcr gällmigspflicht und auf Bestimmungen zu Gunsten bcr^gcroerb- \ lichen Brennereien. Angeiwmmcn wurde ein Antrag aus -i c f l a - rationszwang für B r a n n t >v c i n hc f e und Bierhefe und ein Verbot der Vermischung, ferner ein Della ratio ns zwang für Vermischung mit Stärkemehl. Es wurde sodann nod) einmal abgestimmt über die R e ser v a t frage und mit einer stimme Mehrheit beschlossen, daß das >übdeutsche Reservat nicht nur für das Kontiiigent an sich, sondern auch für die Spannung von 7'.- bczw. 5 Mark pro vekto

5 fiter gelten soll. Der koniervalive Abgeordnete Nchbcl erklärte, s dieser Beschluß mache für ihn d a s g a n z c Gesc tz u n a n n ehm j bar während sein Fraklionsgenoue, Abg. Tielrid), nidit io weit ging, aber bod; die größten Bedenken erhob. Auf der andercil scitc I erklärte ein bayerisches Zentrumsmuglied, daß die Weglassung I dieser Bcstimnnlng ihm das ganze Gesetz unannehmbar I machen würde. ( f ... .

Rad- langer Gesd-äslsordnungsausivrad e befchlof; man lodann, M übermorgen, Samstag, die ztveite Lesung zu beginnen. Bei den fdstvachen und verschiedcnarligen Mehrheiten, nm denen | die bisherigen Beschlüsse zustande gekommen sind, ganz abgesehen * non dem Vakuum in bezug auf bcu Vergällungszwang, und den Erklärungen einzelner Mitglieder dieser Mehrlstiteii, -einzelne der gefaßten Beschlüsse machten ihnen das Gesetz unannehmbar, ift die Aussicht ans einen positiven Erfolg der zweiten Lesung nicht besonders groß. Was die Verwendung eines Teils der Einnahmen aus der neuen Stcuerordnung und ihre Abzweigung von den DcdungSzweden betrifft, so ivirb vermutlich der Betrag von 16 Millionen für die Vergällungsprämie etwas ^gekürzt werden, .^inzu tritt aber, abgesehen von den finanziellen Folgernngeii des iuddeutschen Reservats, nod) die in Aussicht genommene Ver­günstigung der Eifigfabrikation mit der halben Prämie.

Die Tuell-Enischliehung des Zentrum?.

gesunken Für jede Dienstreise werde ihre "Notwendigkeit sorg­fältig geprüft. Ter Hnegämimfter bezweifelt, daß auS der Bc Nutzung der betreffenden dotels Ungehörigkeiten entstehen.

Ein Sozialdemokrat unterstützt den Zentrumsantrag auf «tret (bung ber Mchrforbcrung. Ein Zentrumsmitglied stellt in Ausfichl, die Angelegenheit mit dem X) o t c l i n Essen beim Marine- Voranschlag nod) einmal zu besprechen, denn die Manne und die Eiseichahneu seien da mehr beteiligt. Ein natioiialliberale» Mitglied befürchtet aus einer zu großen Beschränkung ber Dienst- reifen eine Verlangsamung unb ErschweruM^des Gefdiäftsganges, weil bieser sid) bann mehr auf schriftlichen Verkehr gründen müsse.

Ter Zentrumsantrag aus Streichung wird angenom­men mit den stimmen des Zentrums, der Volkspartei unb ber Sozialdemokraten.

Beim KapitelVerkehrswesen" bittet ein konservatives Mitglied um Mitteilungen über das Flugwesen. Ein Ver­treter der Verwaltung rührt aus, daß in diesem Jahre aus ver­schiedenen Posten 5 Millionen Mark für das Flug- w eien verwandt werden können. Er mad)t weiter vertrauliche Mitteilungen über Organisation ber Flieger.

Ein sozialdemokratisches Mitglied tragt nach Verwendung ber Nationakspcnde. Ter Kriegsminister teilt mit, daß hoffent­lich davon für die deeresoerwaltung etwas ab fällt. Es ist aber darüber nod? nichts ausgemacht, die ciatred)tlidK Leite alfo noch nicht geregelt. Zurückaewiesen werden kann natürlich ein derartiges Geschenk des Volles nidst.

Der Bau einer Garnisonkirche in Stettin wird gegen die sorschrlittlid)en und sozialdemokratischen Stimmen bewilligt.

Für den Bau eines Dienstwohngebäudes für em Generalkommando in Frankfurt am Main werden im ganzen 788 000 Mark gefordert, als erste Rate 15 000 Mark. Ein Zentrumsmitglied hält bas für viel zu hoch und beantragt

daß das Vermächtnis des D oft. Alvenveretns Sektion Gießen in teilte unwürdigen vande gelangt ist.

** Z u bem Bericht über die letzte Wanderung des Zweig» Vereins Gießen des Vogelsberger vöhenklubs fei mugcteilt, daß eliftDcrftänblidi 56 T c i l n e h m e rund Teil n ? h m r r i n n e n die Wanderung miigcniacbt haben, mdn nur Tciln I merinnen.

kirchliche Nachrichten.

Katt|olifd)e Gemeinde.

Samstag, den 11. Mair

Nachmittags uni ö Uhr und abends uni 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

S onn tag, den 12. Mai, 5. Sonntag nach Ostern' Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht.

, um 7 Uhr: Tie erste hl. Blesse.

, um 8 Uhr: Austeilung der Hk. Kommunion.

, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, um 11 Uhr peil. Blesse mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Ehrisieulehie; Darauf Andacht.

Tieustag und Freitag abend um Uhr ist Mai-Andacht

3$rac!itijd)e rtehgionsgemeinöe.

Goltesdienst in der Synagoge (^iw-Anlage).

SamStag, den 11. Mai 1912:

Vorab end : 7.45 Uhr.

Morgens: 8.30 Uhr.

Nachmittags: 4.00 Uhr. Lchriflcrkläruug.

SabbatauSgang: 8.55 Uhr.

Luftschiff cchrt.

Frankfurt a. 9JL, 9. Mai. Tas Luftschiff .Schwabe n", das um 8 Uhr 15 Minuten voruiittagö in Düsseldorf aufgestiegen war, landete um 12 Uhr 45 Minuten glatt vor der hiesigen Lnstschlsf. Halle. Bereits um 12 Uhr war die .Schwaben' über der Stadt erschienen. ,

Frankfurt a. M., 9. l'iat. Tie .Viktoria Lutfe i|t uni 12 Uhr 25 Minuten zur Fahrt nad) Baden-Oos aufgcstiegen.

Görlitz, 9. Mai. Der Flieger Birkmaier, der seit mehreren Tagen anf einem von dem Ingenieur E p h r a i m er­bauten Eindecker wohlgeluugene Fliige aussuhrie, darunter einen Rundslug um die Landeslrone, ist gestern aus bem ölug'clöe bei "Moys durch Versagen des "Motors a b g e ft ü r z t. Er hat mehrere d) iu e r e Verletzungen erlitten

Adler gegen Fluginafchin e. Tie sranzöstschc Militärzeilschrift Armee Moderne beriästet sek r ernsthaft von merl- würdigen Verfud en, die französische Flicgcroffiziere in Nizza ver­anstalteten, und Die als ein Beispiel von der regen Phantasie franzöjischer Flugenthusiasten auch bei uns interessieren werden. Die Herren Militärflieger gehen von der Tdesc aus:Wenn eine Mugcl Die Flugmaschine nicht erreichen kann, io tonnen es Adler", und das ivollen sie beweisen Sie wollen in allem Ernste Adler züchten, um damit im Falle eines Mricges Linol:di.*n Fliegern unwillkommene Schwierigkeiten zu bereiten. Diese Dübidic Zbee geht auf ein Abenteuer znrüd, das einer bet Teilnehmer an dem Fluge ParisMadrid, der Flieger Giberi erlebt bat: er wurde während des Fluges won einem Adler angegriffen. Er war so erschredt und der Adler so aufdringlich, daß Gibert das Tier Dur di Revolverschüsfe zu verjagen stichle: er verlor in der Auf­regung die Ridftung und mußte sdstießlich landen, um sich wieder zu orientieren. So hatte ihn der Adler verhindert, seinen Flug durchzusühren. Tie Offiziere von Nizza befchlossen nun, sechs junge kräftige Adler zu Zerstörern von Flugmasd>inen abzurichten. Man ließ die Tiere hungern und legre dann Fleisch für |ic auf die Flügel einer Flugmaschine. Tie Adler stürzten sid) mit solcher Gier auf das Fleisch, daß sie dabei die Flügel der Flug maschine zerfetzten. Man nimmt nun an, baß eine Anzahl von in Der Nähe ieinDlidtfr Flugmaschtnen losgelassener feinDlicher Adler entweder den Apparat veniichten oder zu mindest den Flieger aus Der Fassung bringen werden. Die Vögel sinD darauf ab- gerichtet, weder vor Schüssen nod) vor Dem Knattern des Motor, znrüdzuweichen. Man legte aud) Fleisd) auf Das Modell eine- Lenkballons: es zeigte sich, daß Die Tiere dabei aud) die Ballon hülle zerfetzten. Wie die ^franzvsifchen Offiziere die Adler dazu ab- richten wollen, die Flugzeuge ihrer eigenen Partei von der bet Gegner zu unterscheiden, wird einsttveilen nicht verraten.

verhandelte heute -nm Abschluß ber ersten Lesung über bic Schluß- beftimmungen ber Vorlage, bic bie bc s o n b e r e n V o r f ch r r f t e n enthalten. Ter T e k l a r i e r u n g s z w a n g für Branntwein mit weniger als 25 Gewichtsprozenten, den die Vorlage einführt, mürbe mit sehr großer Mehrheit gestrichen, insbesondere wegen ber Besorgnis bes Gewerbes vor Belästigung und schikanöser Hand­habung bei Der polizeilichen Kontrolle. Von verschiedenen Seiten wurde ber Erlaß tmnbesrätlicher Aitsführungsbeftimmungen über Das Verbot ber Branntweinschärfen im Interesse ber

| Gesundheit gefordert: die Regicrimg sagte das zu. Tie Be- I itimmung über den Zwang, B r e n n f v i r i t n s nur in Gefätzen mit Vcrschluß feilzuhalten, wurDe aufrecht erhalten, -ta» | gegen soll ber Bundesrat ermächtigt werben, bet besonderem Bedarf I Den Verkauf aud) in Heineren Gefäßen als einem Liter, bis zu ein- | t)alb ober ein Viertelliter zu gestatten unb zwar ohne Ver-

hochwasjer.

Znnsbrud, 9. Mai. Infolge bes £> o ch w a f s e r s tourbt Der Geiamtverkehr auf Den Strecken Zell am SeeSaal iclben, FieberbrunnSt. Johann, Bkubenz Feldkirch, Mallen brunnenSchruns und auf der Bregenzer Wäkderbahn und auf der Montafanerbahn auf unbestimmte Tauer eingestellt. Auf der Strecke SdnvarzachZell am See, Si Fohann Worgl InnsbruckBludenz und FeldkirchLindau ist Der Gesamtverkehr, auf der Strecke SaalfeldenFieberbrunn besd)ränkter Personen­verkehr ausrechterhalten. '

C-inl-ß 1ll'1.

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Crtegru^ öifRcn.

Sonntag, den 12. Mai: ßWilieil-Ausstvj nach -er llehdräti Taielbslacmüll.Beiiammn jein mit ber Crt^flrJJIarbui:

W Tänzchen.

Vcbrling»abt. beul, eingclai A

Abfahrt 3- Ubr nachmttta: I]

nach 9?icberrocimar. I NB. Himmelfahrt: Su6tr| Greifenstein-Tianabur,-' tätaunieiß.

v'%) Ter vonta»'

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Londorf, 5. Mai. Nadsttehende Zeilen sollen aus einige Uebelstände bei der OrtSbestellu n g Durd) das hiesige P o st « a m t Hinweisen. Zunächst muß es als Uebelstand bezeichnet werden, daß zu Dem Zuge, der hier um 8.13 Uhr vormittags nach Gießen fährt, keine Post gebracht wird, die Postsachen, Die dieser Zug mit hierher bringt, bis 1/22 Uhr liegen bleiben. Ebenso ist c3 nicht recht begreiflich, weshalb die Post, die der 3-Uhr-Zug bringt, bis 6 Uhr liegen bleibt. Ter größte Uebelstand besteht aber darin, daß die Poft des Zuges von Gießen, der 6.47 Uhr nachm. hier ist, überhaupt nicht mehr ausgetragen wird, sondern bis zum andern Morgen liegen bleibt. Abgesehen davon, daß man z. B. die Frankfurter Zeitungen, abends nicht mehr bekommt, erhält ein Adressat einen Brief, der um 2 Uhr nachm. in Gießen zur Post kommt, erst am andern Morgen, manchmal erst zwischen 9 und 10 Uhr. Hoffentlich genügen diese Zeilen, um wenigstens eine Gleichstellung mit unseren Nachbargemeinden herbeiznsühren, die doch nur Poftagenturen haben.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Lonning, den 12-1«*1.

Siidicnau-Jhimberfl L ( bunt Ab'iidrl 8 IW ,

Wanderzeil 4 stunden. lT

eine Eingabe des Gesamtverbandes deutscher Verpflegungsftationen, des dentsdieii Herbergsvercins und des Zentralvorftandes deutscher Arbeiter Molonien, die um eine r e ichsr ech 11 iche Rege­lung der Wanderfürsorge ersuchen. Berichterstatter war Abg. Tr. Burckhardt «Wirtsch. Vgg.), Gegenberichterstatter der Sozialdemokrat B r e u Tr. Burckhardt beantragt Ucberroeijung zur Berücksichtigung, Brei) nur als Material, da zwar die würt- tembergischen, aber nicht die preußischen Erfahriingen sick) nicht bewährt hätten: 11. a. hat der sozialdemokratische Redner Be­denken in Bezug auf die Arbeitsvermittlung. Tas Ergebnis ber Ausschußverhandlung war, daß die Bittschrift in ihrem ersten Teil dem Reichskanzler zur B e r ü ck f i ch t i g u n g über wiesen wurde. Tanack) soll den Bilndesstaaten die Verpflichtung obliegen, Einrichtungen zu treffen, zu unterhalten und zu ver­walten, um mittellosen arbeitsfähigeir Männern, die Arbeit suchen, Arbeit zu vermitteln, unb soweit sie außerhalb ihres Wohnorts Arbeit suchen, .wenigstens vorübergehend gegen A r - b e i t s l e i ft u n g B e k ö ft i g u n g unb O b d ach zu gewähren.

Tagcgeii w-trde der zweite Teil der Bittschrift, ber es jedem BunbeSpaat uberlajsen wollte, im Wege ber Lanbesgefetz- g c b 11 n fl bi eie Verpflichtung auf öffentlich rcd)tlid)c Verbänbe zu übertragen, burd) Heber gang zur Tagesordnung erledigt, weil der Ausschuß etnftimmig ber Ansicht mar, daß Die Zache nidit ben Buiidesstaaten überlassen werben sollte, sondern reichsrechtlick) zu regeln sei.

Ter Regierungsvertreter kündigte die Vorlage eines Reichs g e s e tz e s im 5iflne des zur Berücksichtigung überwiesenen Teiles der Bittschrift an und zwar sollten insbesondere die ro u r V t e m b c r g i 1 d) c 11 Erfahrungen, bie ausgezeichnet seien, Dabei berücksichtigt werben.

Damit wird die Fürsorge für arbeitsfähige Wanderer gründ fätzlid) aus ber Armenfursorge ausgeschieben unb ber sozialen Fürsorge zugewiesen.

Tec Aeltestenrat des Reichstags

trat heute vor ber Sitzung zusammen und stellte den Ar beit s- p l a 11 fest mit dem Ziel der E r l e d i g u n a b i s P f i n g ft e n. Zu erledigen find noch aus der zweiten Voranschlagsberatung !öcer unb Marine mit ben Wehrvorlagen, kleinere Voranschläge, sowie die Voranschläge des Reichskanzlers und Auswärtigen Amts. Ferner Die zweite Lesung der Branntweinsteuervorlage und die Dritten Lesungen von Voranschlag, Wehr- und Teckungsvorlage. .hierfür stehen 12 Sitzungstage bis zum 24. Mai einschließlich zur Verfügung. Ter -Budgetausschuß wird morgen ben Militär­voranschlag rcrtigftcllcii unb bann sofort an bie Marinevorlage und Den Marineetat gehen. Tie JöceredDorlage mit bem Militär­etat soll im Plenum schon morgen, Freitag, auf ber Tages­ordnung stehen, hierfür rechnet man zwei Tage und bie beiden iolgenbcn Sitzungstage bann für Marinevorlage unb Marineetat. Der 15. Mai ist für bie Beratung ber Zölle und kleineren Vor­anschläge bestimmt, ber 17. unb 18. Mai sür Reichskanzler unb Auswärtiges Amt. Dann sind zwei Tage, der 20. unb 21. Mai, für Die Branntweinsteuer in Aussicht genommen, bereu erste Lesung im Ausschuß heute beenbet worben ist. Tie letzten brei Tage, 22. bis 24. Mai, sollen sämtliche britten Lesungen, Etat, Wehr- unb Teckungsvorlage, erlebigen.

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besetzen für Tienftreisen übereinsttmmen. Tie wirktickzen Aus- stimmung. Bei allen Teilnehmern aber herMre Die grüßte Ar- gaben für Reise- unb UmzugskozM seien seit Jahren - prozentual bcilsfreubigkeir Md es ijt aus diesem Grunde schon anzunehmen.

Das Zentrum hat int B u b g e t a n s s ch u ß zum Militär Voranschlag, Gehaltstitel des Zkriegsminifters, folgenbe Ent­schließung über bas Duell eingebrad)t:

den .X)erm Reickiskanzier zu ersuchen, alsbald schrille zu tun, bie geeignet sind, bic Zweikämpfe zu beseitigen, insbesondere dem Zwange zur Öcrausforderung zum Zwei­kampfe unb zur Annahme eines solchen cmgcgcnoutrctcn; vor allem aber schleunigst zu veranlassen, baß bic Bestimmungen ber O r b r e v 0 m 1. I a 11 n a r 1 8 9 7 über bic Einichränkung unb Vermeibnng bet Zweikämpfe überall und in allen -teilen zur strengsten Durchführung gelangen, baß nament- lich 3) P c r s 0 n c n v 0 n c h r l 0 s c r G e 1 i n n u n g f u r e l n c n E h r en hanbel unter allen Umstänbc n aus schei­den, b) gegen bic Beleibtger sdstcunigft unb scharf vor- gcqougen wirb, c) Ehreiihänbcl erst nad) erfolgten ehrengerlcht liehen Verfahren zum Aus trage gebrad;t werden, d) bic u b 1 e l) n u n g eines Zwcikämpfcs aus religiösen oder sitt­lich gerechtfertigten Bebenkcn ebensowenig wie Streitigkeiten d 1 e n ft 1 i ch e r 0 d e r p r i v a t g e s ch ä f t l i ch e r Statur zum Gegenftanb eines chrcngerid.tlichen Verfahrens gc macht werben.

Der Mikitärvoranschlag im Bndgetausschntz.

Ter B n d g e t a u s s ch n ß des Reichstags kam heute mit der Beratung des Militärvoranfdftags noch nicht ganz zu Ende.

Zum KapitelServis" ist von elsässischer ^citc ein An­trag eingegangen. Die Servis Satze für selbst cingcmietctc Unter Offiziere um 33* 3 Prozent zu erhöhen. Ter Berichterstatter b< hinoortet ben Antrag und regt eventuell bie Lchanung von Wohnungen für Verheiratete an. Em Zentrumsmil- glieb beantragt bann eine Entschließung, wonach _ ber Kriegsminlster im näd)ftjährigcn Voranschlag an anderer -stelle mehr einsetzen soll zur Verbesserung ber Wohnungsverhaltnmc ber Unteroffiziere. Von der vceresverwaltung wirb Die Un­zulänglichkeit ber W 0 hnnngSvcrhältn 1 sle ber Wohnungsverhältnijfc ber Unteroffiziere anci fannt. Tie Erhöhung um 33>3 Prozent würbe Tür Preußen 950 000 Mark erforbern. Ein Vertreter Der Finanzverwaliniig er sucht, wegen ber entstehenDen Ungleichheiten nidjt^ben Antrag, sondern die Zentrumseiitsdstießiing anzunchmen. ^ür lämlkiche Kontingente würben 1200 000 Mark erforderlich. L-ie Ent­schließung wirb einstimmig a n g e n 0 in m en.

Beim KapitelP ferbebeschaffu n g" wünick)t em kon­servatives Mitglied Erhöhung der Preise für Rem 0 nte­st s e r b e, sowie Einbeziehung Der Provinz BranDenvurg in Die Rernonte-Provinzen. General W a n b c l führt au», Daß die Prci)e in den letzten Jahren ftänbig gestiegen sind. Es ist auch Wunsth der Heeresverwaltung, daß bie Remontezuckst auf ber Sähe bleibt. Tie jetzigen Preise mad)cn bas aber möglich. Es ist auch nachgewiesen. Daß Die Zahl ber kriegsbrauchbaren Pserbc in allen Provinzen wäd)st.

Beim KapitelR c i s c g e b ü h r n i s s c u s w." bemängelt ein oolksparteiliches Mitglieb Die L)öhe ber K i I 0 m ctcrgelbcr. Bon Zentrurnsscitc wirb ber Bemängelung beigetreten und Die Streichung der Mehrausgaben von 195 000 Mark be­antragt.

Ein Volksparteiler tadelt ferner die Benutzung von votcls, Lieferanten für die Armee gehören, Durd) Offiziere bei 2icnstieifen, die solche Lieferungen betreffen. Ter Nriegs- miniftcr erklärt. Daß Die Sätze im Reid) mit Den preußischen

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